Ausgabe 
3.8.1916 Erstes Blatt
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m-en- umb : fffir seine Krippe 125 Mk . dem­

selben: für ferne KrnLerspersimg 1000 Mk., der Elisabeth- Kleinkind erschule 60 Mk., den: Bürger-Kiuderg^ar i en 180 Mk., der Kleinkinderschule des katholischen Berernshauses 80 Mk., dem Kriegs-Ki.ndeygia.rten 180 Mk., gufcrmrnen 2275 Mk. Den Irenen jungen Sammleriirrren, die treppauf treppab keine Mühe gescheut haben, und den vieler: freundlichen Gebern, an deren Türen sie nicht vergeblich anklopften, sagen wir auch öffentlich herzlichen Dank. Sie haben es uns ermöglicht, den ersten Anforderungen zu genügen. Aber wir dürfen bitten, unsere Sache dauernd im Auge zu be­halten. Die Ki n d e r s p e i s u n g , um die sich die Leiter der Knaben- und Mädchenhorte an unseren Volksschulen lebhaft bemühen, wird gleich nach Schluß der Schulferien vom Allgemeinen Verein für Armen- und Krankenpflege eröffnet werden. Für sie hat in dankenswerter Weise auch die Stadt Mittel zur Verfügung gestellt. Aber sie wird im Winter noch viel größere beanspruchen. Wir sind guter Zu­versicht, daß es gelingen wird, auch die steigenden Bedürf­nisse zu befriedigen. Die Mitteldeutsche Kreditbank nimmt auf das KontoKinderfürsorge" jederzeit größere und kleinste Gaben in Empfang. An derselben Stelle und in der Buch­druckerei von Otto Kindt sind auch Fünfpfennigmarken zu ^ haben, die in sehr glücklicher künstlerischer Ausführung die .Ziele der Kirrderfürsorge in eindrucksvollem Bilde ver­anschaulichen. Wir sagen den Herren, die den guten Ge­danken hatten, uns auf diesem Wege Mittel zuzuführen, unseren besten Dank, und bitten, von den Marken reichlich Gebrauch zu machen.

** Einmachzucker. Die letztmalige Ausgabe von Einmachzucker findet Frei tag , den 4. August, rmchniittags von.26 Uhr, in der Verkaufsstelle Neustadt 61 gegen Ab­lieferung der Einmachzuck-srkarbei: (weiß) statt. Nach diesem Tage findet eine Abgabe von Einmachzucker nicht mehr statt.

** Die Aliceschule unter dem Protektorat der Großherzv- gin beginnt ihr Wintersemester am 26. September. Es fange:: neue Vi* und Vsjährige Kurse in Weißzeug:: ähen, Handar­beiten, Schneidern, Bügeln und Kun st waschen, so­wie im Kochen an. Es beginnt ferner em neuer Vsjähriger Kursus der H a us ha l tun g s s chn le, in der die jungen Mädchen in Allen: unterrichtet werden, was eine .Hausfrau wissen muß: in Kochen, Hausarbeit, Waschen und Bügeln, Weißzeugnähen, in Haushaltungskunde, dtahrungsmittellelxre, Buchführung und Ge- sundheitslehre. Die Haushaltimgss djnk, die mit einer Prüfung und Erteilung eines Zeugnisses abschließt, bient auch der Vorbereitung derjerttgen jungen MÄxhen, die sich später durch den Besuch eines Seminars die Befätstgung als technische Lehrerin in Handt- arbeiten oder Hauswirtschaft erwerben wollen. Die staatlichen Se­minar-Abgangszeugnisse der Miceschule berechtigen airch zur An­stellung an den preußischen Lehranstalten. Auswärtige Schüle­rinnen können im Internat der Schule wohnen. Prospekte sind vom Schulvorstand gratis zu beziehen.

** Aufbewahrung von Kartoffeln. Die nunmehr einsetzende größere Zufuhr von Kartoffeln veranlaßt viele Haus­haltungen, sich größere Mengen von Kartoffeln zu beschaffen. Hierzu sei bemerkt, daß sich Frühkartoffeln im allgemeinen nicht zur längeren Aufbewahrung eignen, zumal bei der diesjährigen großen Feuchtigkeit. Auch der verhältnismäßig, geringe Stärke­gehalt der Frühkartoffel bringt ein leichteres Verderben mit sich. Wer sich jedoch aus irgend welchen Gründen Frühkartoffeln lstn- legen will, der muß sie erst sorgfältig mit der Hand verlesen. Alte angestoßenen, verletzten oder bereits angefaulten Kartoffeln müssen ausgeschieden und zum sofortigen Verbrauch bereitgestellt werden. Die aufzubewahrenden Kartoffeln sind in einem luftigen, mög­lichst dunklen Raum, eventuell unter leichter Zudeckung mit altem ZeitungsPapier aufzubewahren, keinesfalls darf die Aufbewahrung in schlecht gelüfteten Kellern erfolgen, besonders dann nicht, wenn in den Kellern Anlagen für Zentralheizung icker Warmwasser­versorgung vorhanden find. Schnelles Verderben würde die un­ausbleibliche Folge sein. Für die Hausfrauen sei hier noch ein kleiner Wink gegeben, wie sie ohne Schwierigkeiten schwärzlichen Kartoffeln die sclchne weiße Farbe wieder geben können. Bei solchen Kartoffeln setzt man dem Kochwasser kurz vor dem Gar werden einen Löffel Essig bei, und läßt sie dann vollends weich kochen. Die Krollen werden dann die normale weiße Farbe zeigen, ohne im Geschmack irgendwie beeinflußt zu sein.

** Internierte in Spanien. Ter hiesige Bezirks­ausschuß für vermißte und kriegsgefangene Deutsche teilt uns mit. daß nunmehr beim Kriegsministerium die Liste eingegaugen ist, aus der die Lager hervorgehen, in denen die in Spanien inter­nierten Offiziere und Mannschaften der Schutztruppe uutcrgebracht sind. Zufolge Anordnung des Reichskolonialamtes vermittelt oben­genannte Stelle durch ihre Zentrale gerne die Briefe der Ange­hörigen an diese Internierten. Auch kann die Besördemmg von Geld und Telegrammen, versuchsweise auch Paketsendungen, über­nommen werden.

b Aus Ober Hessen schreibt man: Dem Wanderer, der durch unsere schönen oberhessischen Wälder streift, fällt der überreiche Behang der Buchen mit Bucheckern auf, stellenweise hängen die Bäume so voll, daß sich die Zweige schon jetzt unter der großen Last der Früchte biegen. Es wäre nur zu wünschen, daß von seiten der maßgebendem Stellen beizeiten eine genügende Organisation einfetzt, um diesen Segen zum Besten unseres Vaterlandes, vor allen Dingen zur Ueberwindung eines Teiles der Oelnot, zu ver­werten. Unter Mithilfe der staatlichen und privaten Forst­behörden und der Schulen müßten alle Haushaltungen jgegen Ueberlassung eines Teils Oel angehalten werden, eine be­stimmte Menge Bucheckern zu sammeln, sicherlich könnten aus diese Weise sehr große Wengen eines vorzüglichen Oels gewonnen werden.

Landkreis Gießen.

e. Hungen, 3. August. Auf Einladung unserer kunftliebm- den Frau Prinzessin weilen hier zurzeit zwei Maler, die Herren St einigest und Heinz. Eine Ausstellung ihrer Werke ist nächsten Sonntag nachmittag noch, einmal gegen ein lleines Ent­gelt zum Besten des Roten Kreuzes geöffnet. Reizvolle Bilder von Steiniger zeige,: uns die Schönheit unserer UmgMmg, von Arns­burg und Schiffenberg neben zwei Selbstporträts und feinsinnigen «allegorischen Darstellungen von Heinz. Nächsten Soirntag, um 3 Uhr beginnend, findet hier ein Kirchenkonzert zum Besten des Koten Kreuzes statt, für welches unsere Frau Prinzessin namhafte auswärtige Kräfte gewonnen l*it, als Sopranistin Fräulein K i e s chl e «r, als. Altistin Fräulein Burkhard, beide aus Berlin, als Organist Herr Br ei den stein »on der Katharinm- kirche ans Frankfurt a. M., als Violinist Herr Konzertmeister Kaufmann aus Frankfurt a. M.

E. Stockhausen, 3. August. Bei der in hiesiger Gemcindc veranstalteten Sammlung zum Besten für unsere Kriegs­gefangenen im Feindesland wurde die Summe von 50 Marl gespendet, die bereits au die Sammelstelle eingesandt worden ist.

Kreis Büdingen.

Ortenberg, 3. Aug. Der Dachdecker M e u e r von hier stürzre bei dem Decken eines Daches der neuen Speisehalle der Eisenwerke in Hirzenhain aus 6 m Höhe in einen tiefen Graben ap und ^zog sich äußere und innere Verletzungen zn, die jedoch glücklicherweise nicht lebensgefährlicher Natur zn lein scheinen.

z. Aus dem mittleren Ober Hessen, 3. August. Die Ernte ist, durch das ansgezeickmete Wetter bedeutend gefördert, in vollem Gange. Als vor 14 Tagen der Himmel immer im» immer noch grau in grau malle, begann Angst und Bangigkeit unser Herz zu beschleichen, wegen der bisher gut stehenden Frucht. Seit mtz.hr als 10 Tagen aber lacht ein gütiger Himmel, lacht das Herz des Landwirts, lacht das Herz jedes guten Deutschen. Ohne jede Uebertreibung dürfen wir unter Einfassung so ziemlich aller landwirtschaftlichen Produkte behaupten: wir bekommen in diesem Zähre eine Bol lernte, wie sie in 30 Jahren nicht eingetan.

wurde. Sowohl der Ertrag an Körnern als auch cm Stroh muß als durchaus erstklassig in Menge und meist auch in Güte bezeichnet werden. Die Sommerfrucht vor allem zeigt eine seltene Ueppigkeit, und was seither in den vorderen Jahren kaum gleichzeitig der Fall war, die Winterfrucht erfreut durch fast gleich gute,: Stand unser Auge, wenn auch der Roggen hier und da etwas lagert. Biel und schwer arbeitet der Landmann, hat er doch eine hohe Ausgabe: er hilft mit siegen. Hut ab! auch vor diesen Leistungen! Wagen an Wagen, schwer beladen, rollen an nur vorübernoch 2 Tage ijchün Wetter, dann sein mer mit Korn und Gerste bei uns fix und fertig" sagte mir eben ein Aller, ein70er" im doppelten Sinn. Schon fast die halbe Ernte ist zum Schluß dieser Woche in Sicher­heit! Es hilft aber auch alles. Njur u,m nicht zu lockend zu malen die Frühkartoffeln sind hierorts nicht so gut geraten. Es war ihnen zu naß und unser Bode:: ist zu schwer. Da­her stnd sie viel gefault und der Ertrag ist gering. Dagegen ver­sprechen die Spätkartoffeln bei diesem Wetter eine gute Ernte. Dickwurz, Rüben aller Art, Klee lind Futter wachsen prächtig heran. Viel wird geklagt über das Aus blechen der Gurken, doch sind auch Gärten da, wo sich diese geschätzte Gartenpflanze bei dem nfassen kühlen Wetter leidlich gelallten hat, und jetzt gut herbeiwächst. Auch Nachpslanzungen versprechen noch Gutes. Die Bohnen gedeihen hier durchweg gut. Sind sie wohl auch etwas! zurückgeblieben,^ so sind sie doch nicht ansgeblieben und blühen eben, daß es eine Lust ist. Alle Arten von Kraut, besonders Wirsing und Weißkraut entwickelten sich schon während der Regenzeit gut und. versprechen im Herbste vollen Ertrag. Wehmut beschleicht mein! Herz, wenn ich meine:: üppigen Krantgartcn beschaue imd dmkä an die volle dampfende Schüssel mit Sauerkraut und Kartoffelbrei ja den gibts noch und eine noch daneben stehende Schüssel mit winzigen: Inhalt 125 Gramm verreckt gegenwärtig seine bürgermeisterliche Allgewalt pro Kops und Woche Jedoch ist begründete Hoffnung vorhanden, daß der gute Stand der Futter- cp..-ächse bis zum Herbst den Schweine- und Rindviehbestand der­art hebt und bessert, daß auch die Fleisch.- und Fettversorgung hin­reichend wird. Haben wir doch nach einer guten Heuernte auch eine volle Grummeternte zu erwarten auch wider die Reget. Aepfel und Birnen gab es im vorigen Jahre im Ueberfluß. Immerhin! haben wir Heuer darin eine mäßige Mittelernte zu erwarten. Auch Pflaumen und Zwetfchm liefern^ befriedigenden Ertrag. Ueber- blicken wir die Gesamtcrnte, so muß mau sagen, daß die Erträgnisse in diesen: Jahre alle früheren Ernten weit in den Schatten stellen. Gewiß ein Grund, vertrauensvoll in die Zukunft zu blicken.

Kreis Alsfeld.

Up. R u p p e r t e n r o d , 3. Ang. Dem Wehrmann August Burg von hier, 18. Res.-Armeck., 9. Landiv.-Division, Lcmdw.° Jns.-Regt. Nr. 33, wurde die Hessische Tapserkeits medaille verliehen.

Up. Vom vorderen'Vogelsberg, 3. Slug. Die ersten Korn hausten stehen im Felde. Ihre dichten Reihen mit hohen Garbck: künden den trefflichen Ausfall der Kornernte. Dazu gesellt sich eine vollkommen entwickelte Aehre von seltener Länge und Schwere. Unser Herrgott hat die Brotfrncht geraten llassen viel besser wie im Vorfahre. Schon reist der andere Teil, der zum täglichen Brot gehört, die Gerste. Tie Sichel Uwtb die Sense rauschen schon durch ihre .Halme. Sluch diese ist so geraten, daß die vorjährige Gerste gar nicht mit ihr verglichen werden kann. Ebenso voll­kommen stehen Weizen und Hafer. So schwere Weizenbollen wie gegenwärtig sah man seit vielen Jahren nicht. Wenn Gott weiter so herrliches Erntewetter schenkt wie bisher, dann hat Her alte Bauersmann recht, der im) Hinblick auf diese Ernte sagte:Ihr E n g e l ä n d e r, e tz t könnt Ihr daham g e b l e i w e!"

up. A ns dem O h m t a l, 3. Aug. Tie Heuernte ist nun zu Ende gebracht worden unb zwar zuletzt noch bei denkbar bestem Wetter. Tie .Qualität dieses Heus ist vortrefflich. Die Heuschober und Heuviertel sind gefüllt bis oben hin. Die Quan- titeit unserer jetziger: .Heuernte übertrifst die vorjährige bis um das Dreifache. Dazu mußte irü vorige:: Jahre wegen Mangel an Grünfutter schon von dem wenigen Heu verfüttert werden. Mit einer ganz anderen Znversicht sieht heuer der Landwirt dem Winter entgegen. Er kann seinen Viehstand nicht nur erhalten, er kann ihn vermehren unb die Produktion von Milch und Butter steigern. Der Anfang des dritte:: Kriegsjahres vollzieht sich für :mser Volkswirtschaftliches Turchhalten in viel günstiger Weise als das beim zweiten der Fall > gewesen.

Kreis Schotten.

§ Aus dem oberen Vogelsberg, 3. August. Es sind nun schon nahezu 14 Tage her, daß sich der Himmel erheiterte, supd die Heuernte hier bei uns so recht begann. Es waren bis dahin ja immer sck)on einige Fuhren ein gefahren, aber das meiste war noch nicht eingebracht worden. Nun aber die Sonne Tag für Tag ihre warmen Strahlen zn uns sendet, wird eine große Menge gutes und schönes Heu geerntet und immer ist man noch nicht zu Ende gekommen ja man kann eigentlich sagen: wir stehe:: so recht in der Mitte dieser Ernte dem: bekanntlich ist dies die! Haupternte im Vogelsberg. In diesem Jahre und bei dem schönen Wetter fehlt bei dieser doppeltschweren Arbeit doch auch niemals die rechte Lust daran. Wenn die Witterung noch so weiter günstig bleibt, ist für das Vieh ans ein Jahr reichlich Nahrung vorhanden. Selbst schon das Grummet will dem Gras nichts verschenke:: und stellt sich anscheinend nicht weniger günstig. Auch die Saaten auf dem Felde haben einen herrlichen Stand, dock dauert es noch! lange, bis bei uns an eine Ernte zu denken ist. Noch nicht einnral sich zu färben beginnt die Gerste und der Hafer. Die Hackfrüchte und die Gemüsearten in de:: Gärten sind ebenfalls gut in der Ent­wicklung begriffen.

Kreis Friedberg.

bnz. Bad - N a u heim, 3. Aug. Gefreiter Gg. Drescher, Inhaber der Hessischen Tapserkeitsmedaille, Sohn des Fuhrwerks- besitzers Drescher, und Musketier Peter Pfeffer, Sohn des Phil. Pfeffer II., beide von hier, wurde:: durch Verleihung des Eisernen Kreuzes ausgezeichnet.

nt. Nieder-Nosbach, 3. Aug. Dem Dragoner Ludwig B u l l n: a n n beiin Drag-Rgt. Nr. 23, wurde das Eiserne Kreuz 2. Klasse verliehen.

nt. O b e r - F l o r st a d t, 3. Aug. Dem Gefreiten Wilhelm Kliem im Drag.-Rgt Nr. 24 wurde das Eiserne Kreuz verliehen.

--- Aus der W e 11 e r a u , 3. August. Wir stehen mitten in der Ernte. Der Bauersmann hat alle .Hände voll zu tun, da die Arbeiten sich sehr gehäuft haben. Der Schnitt des Korns ist so ziemlich beendet. Der Ertrag geht weit über die Schiätzung hinaus. Der Stvoherttag übertrifst den vorjährige:: um das Doppelte. Halme von 2 Meter Länge sind keine Seltenheit. Sehr erschwert wurde das SclMeidm infolge des massenhaften! Auftretens der Bvgelwicke, die teilweise ganze Wecker überzog. >vas narnentlich dem Liber::ten mit der Maschine sehr hinderlich ist. Eben ist man daran, die Gerste zu sämeiden. Während ver­gangenes Jahr der .Halm faitm die Größe hatte, daß er ins Strohseil gelegt werde:: konnte, findet man ihn jetzt in . der' stattlichen Länge von 1,30 Meter. Daß bei solcher Entwicklung der Ertrag der Körner vorzüglich ist, 'braucht nicht gesagt zu werden. Hafer und Weizen stelle:: auch vorzügliche und gehe:: der Reife entgegen. Gutes Wetter ist jetzt auch für die Kartoffeln. Die Frühkartoffeln, die jetzt eingeerntet werben, liefern gute Er­träge. Auch die Spätkartofseln haben bereits gut angesetzt. Aller­dings sind stellenweise, insbesondere an abflußlosen Stellen viele Stöcke ansgeblieben. Von den Früchten des Gartens läßt sich auch nur Gutes berichter:. Kohl- und Wintergen:üse zeigen gutes Wachs tum. Bereits werden in den Gärten Stangenbohnen und Gurken geerntet. Viel hört mar: Klage sülrren über die Schnecken, dick der juugen Endivimsaat sehr zusetzen. Mehr Kröten im Garte::, würde:: diesen GE en feind nicht aiffkommen lassen. Was den Be­hang der Obstbäume anbelangt, so lM sich unsere Voraussage er­füllt. Eine sehr reick-e Zlvetschenerute ersetzt den Ausfall des Birnen- ertrags, während Aepfel nur in einzelne:: Sorten, wie Winter- Goldparmäne, Roter Eiserapfel, Schasnase gute Erttäge liefern.

Starkeuburg und Rheinhessen.

6a. D a r n: st a d t, 3. Slug. Gestern in der Frühe, kurz nach 6 Uhr, ist am Dornbeimer Weg zwischen dem neuen Elektrizitäts­werk und den: Werkstattemnt II die Leiche des 29 Jahre alten Hilsshetzers Friedrich Mersheim er aus Groß - Gerau auf­gefunden worden. Aiershein:er sind mehrere Stiche in den Kopf

und in die Brust betgebracht worden. Es liegt hier zweifellos ein Mord vor. Die hiesige Kriminalpolizei war sofort zur Stelle.

Kreis Wetzlar.

Wa. Wetzlar, 3. Ang. Für das Vaterland sind gestorben Landsturmmann 51arl M ü l l e r, Res.-Jnf.-Regt. Nr. 254, und Wilhelm Ho mey e r. Beide waren in ihrem bürgerlichen Berns Betriebsangehörige der Mitteldeutschen Gerberei hier. Mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse ansgezeichnet wurden : Erich Wiese, Leutnant d. R. in einer Maschinengewehr-Kompagnie, und Unter­offizier Ludwig F e i l i n g, Fntz-Art.-Batt. Nr. 650, aus Atzbach.

Hessen-Nassau.

[] Marburg, 3. Aug. Das Landratsamt macht bekannt, daß es im Hinblick auf die geringe Birnenernte geboten er­scheint, die Aepfclernte mehr wie in den Vorjahren in: Kreise zn behalten. Die Bürgermeister sind angewiesen, die auswärtige:: Händler bei den Obstversteigernngen nicht nur auszuschließen, son der:: auch anzuordnen, daß derjenige, dem der Zuschlag erteilt wird, sich verpflichtet, das Obst nur innerhalb des Kreises weiter zu verkaufen. Früher wurden bekanntlich große Mengen Aepfel nach auswärtigen Aepfelweinfabriken versandt. D:e Zwetschenernte wird ganz vom Kreise aufgekauft und es dürfen Kaufverträge nicht abgeschlossen werden.

dl. Biedenkopf, 3. Aug. Ans den Roggenfeldern unserer Gegend klingt jetzt die Sense, vielfach geführt von kräf­tigen Frauenhänden, lleber den goldenen Garben zittert der Sonnenfliminer. Wenn das gute Wetter anhält, wird es im dritten Kriegsjahre Brot in Hülle und Fülle geben.

te. Kirchhain, 3. Aug. Der jüngste Sohn des Dichters Franz von Dingelslädt, der bekanntlich anS Halsdorf im Kreise Kirchhain stammt, ist in Ebenthal in Oesterreich gestorben und in Wien beigesetzt worden.

dl. Z : e g e n h a i n, 3. Aug, Be: der Kriegskasse vom Roten Kreuz gingen bisher mehr als 7000 Mk. für die Gefangenen­spende ein.

---- Kassel, 2. Aug. Im Forstort Reinsen überraschten zwe: Förster mehrere W:ldd:ebe, von denen einer, der Bergmann Kirch- höfer, den Kampf mit den Beamten aufnahm. Ehe der Wilddieb jedoch zun: Schuß kam, sank er, von einer Kugel der Förster ge­troffen, tot nieder.

zf. Dillenburg, 3. Aug. Auf der Dynamitfabrik in W ü r g e n d o r f fand in der Nacht von Samstag auf Sonntag eine größere Explosion statt, die beträchtlichen Sachschaden anrichtete. Menschenleben sind dabei nicht zu Schaden gekommen.

ra. Au? Nassau, 3. Aug. Das Erträgnis derVolks- s ch u l e n des Regierungsbezirks Wiesbaden, mit Ausnahme per Städte Wiesbaden und Frankfurt a. M., aus der Benageln ng der Wohlfahrtsg rannten hat bereits eine Gesamtsumme voi: 10 000 Mk. erreicht. Es zeigt sich hierbei wieder, daß die Be­strebungen des Roten Kreuzes bei den Lehrern und Lehrerinnen unserer Volksschulen die wärmste Unterstützung und Hille finden, wofür ihnen das Vaterland den Dank gewiß bereitwilligst zollen wird.

Der verkauf der dänischen UntiKcn.

Genf, 2. Aug. (WTB. Nichtamtlich.) Laut einer New Dörfer Kabelmeldung desTemps" wurden wegen der Geg­nerschaft, die der Verkauf der dänischen Antillen in parlamentarischen und intellektuellen Kreisen Dänemarks findet, die Verhandlungen unterbrochen. Die Besprechungen scheinen aus unbestimmte Zeit vertagt zu sein.

Wetteraussichten in Hessen am Freitag, den 4. August 1S13 Wechselnd bewölkt, trocken, ein klein wenig kühler.

Wasserwärme der Lahn am 3. August: 20° R.

Letzte Rschrlchtes.

Der Hurdenburg-Schreck.

i. Köln, 3. Slug. DerKöln. Ztg." zufiolge bemerkt die Tribuna" in einem Leitarttkel über die gagemvärttge militärischie Lage: Die deutsche Armee habe sich in letzter Zell vorläufig dlesen- siv verhallen, aber man sollte nicht vergesse::, dabei nur an ckve v o r l ä u f i g e Haltung zu denken Es wäre sehr unllüg, dar­aus auf eine vollstänöige Unfähigkeit des Feindes zu GegOl- stößen zu schließen. Die Nachricht, daß der Kaiser zur Ost­front abgereist sei und daß nach dieser Seite die neutralen Kriegs­berichterstatter gesandt wären, lasse annehmen, daß man. zu e i ne m großen Streich nach 5)indenb::rgsch er Art au-shole und dami: das schwankend gewordene Prestige der Zerttvcrlachchte wieder Herstellen wolle. Es sei nicht nur Pessimismus, der zu dieser Annahme führe, aber man müsse mit dieser Möglichkett, ja Wahrscheinlichkeit, rechnen, um der iFurchtbarkell einer jener lleber rasch um gen vorzubeugen, mit deren moralischem Mn- dr::ck Deutschland stets zn rechnen pflege. Man müsse auch :rrcht überrascht sein, wenn die 6>schichte des geg-enwärtigen Krieges nock> weitere Erfolge der Deutschen zu verzeichnen haben sollte; neue Beweise jener glänze,:den Organisationskrast' »Deutschlands. Deutsche Ausfuhr nach Rumänien.

Budapest, 3. August. Nach Meldung des deutschen Ausfuhrbureauis in Bukarest sind in Rumänien 52 Carme::"-Züge und 16 Schleppschiffe mit deutschen Waren ein- getvoffen. Unter den Warm befinde:: sich Eismgeräte, Maschinen, Maschinmteile, 'Glaswaven, Koks, chemische Arttkel, Farben, Autv- mvbile. Möbel, elektrische Arttkel nsw.

Eine amerikanische Legion.

i. ln , 3. Aug. Laut derKöln. Ztg." msahrt derSecolö" ans London: Hiesige Blätter melden anrtlich die Tellnahme einer amerikanischm Legion an de:: neuen Truppenkontingenten, welche Kanada demnächst nach E::ropa schickt. Die Legion werde sich aus­schließlich aus Bürgern der Vereinigten Staaten zu- samurmsetzm. DieKöln. Ztg." meint, es sei ganz- in der Ord- :mng, wenn unsere Feinde in Amerika sich uns zum Kampfe gegmüberstelle::, das sei anstmtdiger als jmer Nllrnittvnsschacher, bei dem pharisäisch Neutralität heuchle.

General Nutzki in Ungnade?

Zürich, 3. Aug. Aus dem Haag wird derZürcher Zeitung" gemeldet: Nach Petersburger Zeitungen ist Ge­neral R u ß k i bei dem Zaren endgültig in Ungnade gefallen und erhält bis auf weiteres keinen Oberbefehl mehr.

Der griechische Abzug aus Saloniki.

Gens, 3. August. Die französischen Blätter melden aus Athm: Nur ein griechisches Bataillon verblieb in Saloniki, jedoch unter Umständen,welche die Bewegungssreihell der nerfrünbeten Truppen nicht mehr hindern können." Ein Teil der Truppen hat bereits dm Befehl erhalten, nach Larissa ab- zugehm. Diese Entscheidung wurde in einer Beratung des Kriegs- Ministers Mit dm: König nach vorhergegangener Verhandliing mit den: Gmeral Moschovulos mW dem General Sarrall gefaßt.

Cholera in Saloniki.

Kopenhagen, 3. August.Berlingske Tidmde" meldet aus Saloniki: In den letzten Wochen rast mtter dm frmrzösischen Truppen in Saloniki und Mazedonien eure fürchterliche Dyseirtherie-Epidem i e. Die Seuche, die ficfji munter :nehr ausdehnt, befällt täglich 300 bis 400 Mann und viele von ihnm sterben. Gmeral Sarrail verlangte von der griechischen Mgierung die Erlaubnis, die Kranken :md Rekonvaleszenten nach dem in gesunder Lage befindliche:: K'aterrna x» senden, aber der griechische General Moschopnlos erklärte, daß er dies nicht gestatte:: könne, weil die Befürchtung nahe liege, daß die griechischen Truppen an- gesteckt werden könnte::.

Tripolis.

i. Köln, 3. Ang. Laut dmKöln. Volksztg." wird in einem Aufsehen erregenden Artikel des Mattno rvegm der Vorgänge in Tripolis die sofortige Versetzung des Statthalters von Tripolis. General Amegl io, in den ANklagczu stand verlcnrgl. Eine große Anzahl italimischer Stationen in der Kolonie Tripolis sei 'ohne einen Angriff das! Fckindes geräumt worden.