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1.8.1916 Erstes Blatt
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*£<rf' diese Männer tratb \yr<nren frvrtfdjfrc'u norden, in bet vfcti. schwersten Ringens mit dem bisher bez-engben Opsermm nnt 'treuester Hingabe dem Vaterlande bis zu einem siegreichen Ende Ml dienen, dessen bin ich gewiß.

Großes Hauptguartier, den 1. August 1916.

Wilhelm.

An den Kriegsminister.

Großes Hauptguartier, den 1. August. Vorstehenden allerhöchsten Dankerlaß bringe ich hiermit zur Kenntnis aller zuständigen Militärbehörden nrit dem Aufträge, ihn unverzüglich den in den Staats- und Privatbetriebeii bei der Herstellung von Heeresbedarf jeglicher Art tätigen Männern und Frauen bekanntzngeben und ihnen den kccksmtichen Dank in geeignet erscheinender Weise durch Ansprache oder Anschlag zu übermitteln.

Kriegsminister Wild von Hohenborn.

Die Schlachten im Westen.

London, 30. Juli. (WTB.) Dem Reuterschen Bureau wurde vorgestern von der englischen Front gemeldet, daß die Schlacht ständig heftiger werde und daß dies .zweifellos die Folge davon sei, daß die Deutschen fortwährend frische Truppen und neue Kanonen bekämen: sie wurden einen zunehmenden Hang zu Gegenangriffen an den Tag legen. Der Korrespondent an der bri­tischen Front, Gibbs, meldet demDaily Telegraph" unter dem! 29. Juli über die Kämpfe im Delv ille-Wald und dessen! Umgebung, daß die Deutschen die Maschinengewehre mit tödlicher Sicherheit bedienen würden. Die englischen Truppen, ine von der rechten Flanke vorrückten, mußten ihren Weg auer durch eine Linie versteckter Unterstände bahnen, die in den Boden gegraben und ficfk gut angelegt ivaren. Die Deutschen, so schreibt der Korve- spondent, sind Meister im Anlegen solcher Stellungen. Die Gru­ben waren gut mit Balken, Sandsäcken und Rasen geschützt und boten Raum für je 20 Marin und mehr. Als der Wald voll von Engländern war, hatte die feindliche Artillerie offenbar davor! Nachricht erhalten und begann den schon vollständig aufgewühlten Grund mit Brisanzgranaten zu beschießen. Die Schwierigkeit be­steht nun darin, darüber ins Reine zu kommen, ob unter dielen! Umständen es für eine der beiden Parteien möglich ist, die Stel­lung ohne zu große'Opfer besetzt zu halten.

Der Erfolg de» letzten Zeppelin-AngriffeS.

Berlin, I.Aug. Nach einer Meldung derVoss. Ztg." aus Bergen berichtet die jetzt nngetrosfcne Mannschaft des Stavanger DampfersKrosfond" über den Erfolg des letzten Zeppelinangrisfes: Der Angriff, der in der Nacht j Anm 28. Juli geschah, während das Schiff in Hüll lag, war 'von furchtbarster Wirkung. Militärische Anlagen, sowie Waffen- und Munitionsfabriken sind zerstört worden Der Schaden geht in die Millionen. Nach einem einstündigen Bombardement flog der Zeppelin westwärts. In der Be­völkerung brach eine Panik aus, als sie erkannte, daß die Mbwehrb alterten vollständig ohnmächtig waren.

London, 31. Juli. (WTB. Nichtamtlich.) Die Admiralität Meldet: Eines unserer Flugzeuge verfolgte heute früh um 3 Uhr il5 Min., 30 Seemeilen von der Ostküste, einen Zeppelin und griff ihn an. Der Pilot hatte bereits zwei Magazine seines .Maschinengewehrs auf den Zeppelin abgefeuert und war noch. Zimmer im Feuern begriffen, als er vorübergehend durch einen ab- !gesprungenen Teil seines Maschinengewehrs, der ihn betäubte, außer Gefecht gesetzt wurde. Ms der Pilot wieder zum Bewußtsein Mm, war der Zeppelin nirgends mehr zu sehen. Ter Pilot war, /peshalb g^wungen, nach seiner Station zurückzukehren.

Die englische Regierung und der Kapitän Fryatt.

Berlin, 31. Juli. (WTB. AnrÜich.) Nack einer Neuter- mcldung hat Discount Grefy erklärt, daß nach Ansicht der eng­lischen Regierung die Handlungsweise des Kapitäns Fr.ya.1t vom englischen DampferBrussels", der zum Tode verurteilt wurde, weil er versucht hatte, ein deutsches Tauchboot zu rammen, voll-' kommen gesetzmäßig war. Er soll ferner behauptet haben, daß die ^Handlung, aus ein feindliches Tauchboot loszusteuern und es zum Nntertauchen zu zwingen, tatsächlich eine Verteidigungsmaßnahme sei, und daß diese Handlung auf die gleiche Stufe zu stellen sei mit dem Gebrauch der Bewaffnung eines Handelsschiffes zu dem Zweck, jjfid) der Beschlagnahme durch ein Kriegsschiff zu widersetzen. Die englische Regierung sähe solche Verteidigung seitens eines Handels­schiffes als berechtigt an. In einer weiteren Meldung heißt es: Die englische Regierung könne nur schwer glauben, daß, nachdem die deutsche Unterseebootsflotte die Praxis angenommen habe, Kauf­fahrteischiffe ohne Warnung und ohne Rücksicht auf das Leben der Passagiere zu versenken, der Kapitän eines .Handelsschiffes, dev Maßregeln ergriff, welche die einzige Aussicht zu bieten, schienen, nicht nur sein Schiff, sondern auch das Leben aller Mann an Bord zu retten, wegen dieser Tat mit Überlegung und kaltblütig er­schossen worden sein könrcke.

Es ist nur zu verständlich, daß die englische Regierung den Versuch macht, die Handlung des Kapitäns Fryatt zu rechtfertigen, denn sie selbst ist in hohem Maße mitschuldig. Kapitän Fryatt handelte nur auf Rat seiner Regierung so, wie er es taV- In den Deußerungen der englischen Regierung liegt aber auch eine bewußte Irreführung der Oeffentlichkeit. Kapitän Fryatt versuchte nicht dem warnungslosen Unterwasserangriff eines U-Bootes zu- Sorzukommen: das U-Boot war über Wasser und hatte ihn nach ibai völkerrechtlichen Regeln des Kreuzer krieges über Wässer durch ein Signal zu Stoppen aufgefordert. Deshalb hat er auch nicht versucht, das Leben seiner Besatzung zu retten, denn das war garnicht in Gefahr. Fryatt ließ vielmehr am 26. Marz das U- Boot, das sich seinem Schiffe zwecks Untersuchung näherte, nahe hevarrkommen, um es dann in hinterlistiger Weise plötzlich zu rammen und dadurch zu vernichten, um so die von der englischen Regierung ausgesetzte Belohnung zu verdienen. Das war .keine Verteidigung, sondern der heimtückische U eher fall eines gedungenen Mörders. Gr rühmte sich seiner Tat, wenn er auch glücklicherweise sein Ziel, das U-Boot zu vernichten, nicht erreicht hat. Dies wurde ihm in der Gerichtssitzung dadurch vor Augen geführt, daß Zeugen aus der Besatzung des U-Bootes jetzt vor Gericht gegen ihn sprachen. J'm englischen Parlament ist sein Erfolg geglaubt und lobend erwähnt worden, bre englische Regierung belohnte ihn. Dias deutsche Kriegsgericht verurteilte ihn zum Tode, weil er eine Kriegshandlung gegen die deutschen Seestveitkväfte unternommen hat, ohne in die Streitmacht fernes Landes eingereiht zu sein. Er ist nicht kaltblütig arnd mit Überlegung ohne weiteres erschossen worden, wie die englische Regierung behaupte, sondern von dem Gericht selbstverständlich nach kaltblütiger Ueberlegung und gründlicher Prüfung als Frank­tireur verurteilt worden. Wie das Kriegsgericht an Land die An­gehörigen des Heeres vor dem Meuck-elmorde eines Freischülers! durch Androhung der Todesstrafe schützt, so schützt dasselbe Kriegs­recht die Angehörigen der Seestreitkräfte vor dem Meuchelmorde auf See Deutschland wird auch in Zukunft von diesem Kriegsrecht Gebrauch machen, um seine U-Bootsbesatzungen nicht zur Beute von Freischärlern auf See werden zu lassen.

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Der türkische Bericht.

Kon! st an tin opel, 31. Juli. (WTB. Nichtamtlich.) Be­richt des Hauptguartiers:

An der Jrakrront kem Ereignes von Bedeutung. Im Euvhratabschnitt erbeuteten wir einen feindlichen Monitor, der durch das Feuer unserer Artillerie in Brand geschossen worden war. « v

An der persischen Front nur Scharmützel. Der Kamps, der sich zwischen unseren Abteilungen und den russischen Kräften absv-'lt und die nach ihrer Vertreibung aus Rcwandnz gegen die Grenze gesagt wurden, entwickelt sich weiter zu unseren Gunsten. Hier rouror ourch Gegenangriff dem Feinde eine beherrschende Höhe wiever abgenommen Russisch strafte, die gezwungen wurdetl, aus der Orftä-aft --oft* in nordöstlicher Richtung zu fliehen, werden! durch die unfrigen verfolgt« g

Kaukasus front: Im Abschnitt von Bitlas ist die Hage unverändert. Der Berg Anttack, der 20 Kilometer südwestlich der Ortschaft Nouche liegt und sich in den Händen des Feindes befand, sowie die benachbarten Gegenden beherrscht, wurde dem Gegner durch einen von unseren Truppen ausgeführten Angriff wieder abge­nommen. Heftige vom Feinde unternommene Angriffe gegen unsere Stellungen am Ognottabschnitt, 30 Kilometer südöstlich der Ort­schaft Baschkeuy, wurden infolge eines mit dem Bajonett ausgeführten Gegen«ngriffs unserer Truppen vollständig zurückgewiesen. Im Laufe dieses Angriffs, der für den Feind unfruchtbar blieb, erlitt dieser schwere Verluste. Dije Zahl seiner Toten beträgt mehr als 1000. Unsere Truppen, die sich 10 Kilometer westlich von Erzindjan hielten, ha­ben durch ihre heftigen Gegenangriffe die Versuche des Feindes, vorzurücken, vereftelt. Feindliche Truppen, die 14 Kilometer süd­westlich von Gumuschane verschanzt ivaren, wurden durch unsere Truppen angegriffen, aus ihren Stellungen vertrieben und nach Osten zurückgetoorfen. In den anderen Abschnitten der Front faatben Scharmützel ohne Bedeutung statt.

An der ägyptischen Front gewinnen unsere vorgeschobe­nen Abteilungen unter Zurücktreibung ihnen begegnender feindlicher Erkundungskompagnien Schritt für Schritt Gelände gegen Westen. Bei einem der letzten Zusammenstöße verlor der Feind 25 Tote und noch mehr Verwundete. Außerdem nahmen wir ihm einige Ge­fangene. ab. . »

Pvincar^ über die künftige Regierung Griechenlands.

Bern, 31. Ju.lt. (WTB. Nichtamtlich.)Secolo" mel­det aus Athen, die griechischen Prinzen hatten ibre Reise durch Earropa dazu benutzt, um festzuftellen, wie oie Haltung der Ententemächte nach den griechischen Wahleir sein werde. Dazu teiltNea Hellas" mit, daß Präsident Poincarä dem Prinzen Andreas folgende Erklärungen gegeben habe: Die Alliierten würden nicht dulden, oaß ein anderer als Venizelos zur Regiermtg käme, wettn er bei den Wahlen die Mehrheit der Stimmen davotttvagen sollte. Auch wenn die venizelisttsche Partei bei den Wahlen unterliegen sollte, würde die Entente weder ein Ministe*- rium Skuludis oder Gunaris, noch sonst ein Ministerium dulden, das aus Männern zusanrmengesetzt wäre, die die CTendenzen des früheren Ministeriums hätten.

Eine sozialistische Konferenz der neutralen Länder.

'Haag, 31. Juli. (WTB. Nichtamtlich.) Heute wurde die sozialistische Inferenz der neutralen 'Länder eröffnet. Trölftra hielt die Eröffnungsrede in deutscher Sprache. Morgen werden die einzelnen Ausschüsse zusammentreten und sodann der Konferenz Bericht erstatten, worauf diese ge­schlossen werden soll. Es sind Begrüßungsschreiben von der deutschen Parteileitung, die der Konferenz guten Erfolg wünscht, sowie von den sozialdemokratischen Frauen und der unabhängigen Arbeiterpartei in England eingetroffen. Letz­tere hat die Zusendung einer Denkschrift angekündigl.

Der Papst und der Friede.

Rom, 31.Juli. (WTB. Nichtamtlich.'» Meldung der Agenzia Stefane. ^Der Papst hat am Sonntag 3000 Kinder aller Pfarreien Roms empfangen, die nach dem Wunsch des heiligen Vaters gestern die heilige Kommunion empfingen, wobei ein Gebet für de aal Frieden gesprochen wurde. Der Papst sagte, er spreche zu den Kindern der ganzen Christenheit und fuhr dann sott: Ihr, die Ihr beute Zuschauer der düsteren Tragödie seid, die jeinals mansch- liclftr Haß und menschliche Leidenschaft eattfesselt haben, müsst wissen, daß heute die schrecklichste Lästerung gegen Gott geschieht, die jemals von der sündigen Menschheit bedangen worden ist. Wir, Vater aller Gläubigen, ermahnen und betten, seit zarei Jahren.! Urtiere Ermahnungen, die Waffen niedawzulagen und den Streit auf dein 'Wege der Vernunft und Gereckchigkeft zu schlichten, blieben erfolglös! Deshalb wollen wir Gott durch das allmächtige Mittel Eurer Unschuld um Hilfe bitten. Die. Menmschhert nmß wieder zu den Werken des Friedens, der Arbeft und des Verzeihens zurück- kehrraa, avie. darüber wollen wir keinen Vorschlag machen, sondern die Sache der göttlichen Vorsehung anheimstellen.

Holländische Ausfuhrverbote.

Haag, 31. Juli. (WTB. Nichtamtlich.) Die Ausfuhr von Kümmelöl, Mohia- oder Mohnsüatöl und fettem oder geschlagenem Senföl, ferner von Sauerkohl und allem Ge­müse in gesalzenem und getrocknetem Zustande oder auf andere Weise als Dauerware zubereitet, die in frischem Zustande nicht ausgeßührt werden dürfen, wurde verboteat.

Amerika und die schwarzen Listen Englands.

Köln, 31. Juli. (WTB. Nichtamtlich.) DieKölnische Zei­tung" meldet aus Washington: Amerikas Antwort auf das System der schavarzen Listen besagt, die Einrichtung der eine Ae>ch- tung aussprechendem schwarzen Ltsten sei von Volk und Regierung mit schmerzlicher Ueberraschung ausgenommen worden. Sie scheine der Regierung eine Politik willkürlichen Einmischens in den neutralcat Handel darzustellen^ wogegen in ents chieden - sten Ausdrücken zu protestieren ihre Pflicht sei. .Der Ilmfang und die Wirkung dieser Politik ersä-eine außerordentlich. Nach Demselben Grundsatz kömaten Amerikaner in den Vereinigten Staaten einer ähnlichen Bestrafung unterworfen tverden wie ein­heimische geschäftliche Uatteratehmungen, falls es sich nur ergebe, daß fie mit einem ihrer eigenear Landsleute Handel trieben, dessen Namen auf der Liste stehe. Die Regiermtg der Vereiuigteaa Staaten erlaube sich, die englische Regierung daran zru erinnern, daß die Bürger der Vereinigten Staaten durchaus innerhalb ihrer Rechte blieben, wenn sie versuchten, mit bcr Be­völkerung oder den Regierungen einer der Kriegsühven'- däu Nationen Handel zu treiben. Sie seien dabei nur festbestimmten internationalen Abmachungen und Verein­barungen unterworfen. welche die englische ^Regierung, avie es der Regierung der Bereinigten Staateta scheint, zaa 'leicht genomnaeN uard zu .lKuftg mißachtet habe. Die EinfüHrurag der schavarizert Liften sckftebe diese GesetzbestimTmotg beiseite, sie verurteile ohne vorherige Anklage taub von vornherein. Es stehe gattz offenbar ausjer aller 'Frage, daß die mnerikanische Regierung sich nicht bei. solchen Methoden gegeat ihre eigenen Bürger beruhigen könne. Tie englische Regierung köame von ihr nicht eraocrtten, daß sie darin eirawillige, die Namen ihrer Bürger ataf eine derartige Liste gesetzt zu sehen, ohtte die Aufmerksmarkeit der eaagltschen Regiermag in ernstester Form oaaf die vielen bedenklichen Fol­gen für die neutralen Rechte urtd neutralen Beziehunden zaa lenken, welche ein derartiges Vorgehen notweatdigeraverse nach sich ziehen anüsse. Die mnerikanische Regien mg hoffe uatd glaaabe, daß die englische Regieramg in einer naturgeanäßen Beansprnchung durch die einzelnen dringenden Gegenstände ohate die volle Er- kemttnis und nurncherlei uneravünscyte und nicht Wünschenswerte Ergebnisse gehandelt habe, die eintreten Eömalen.

Der englische Botschafter übergab der Regierung heute eilte formelle schriftliche Versicherung, avelche besagt, daß eine Firnra nicht der schavarzera Liste unterworseaa sei, avenn eraviefen sei, daß sie nicht eine Agentur der deutschen Regierung sei oder Geld rmch Deutschland seitde.

Der Seekrieg.

London, 31. Juli. (WTB. Ntchtamtlich.) Lloyds meldet: Der italienische Dampfer ,/D a n d o l o" (4977 Tonnen) ist versenkt worden.

London, 31.Juli. mm. Nichtamtlich.) Lloyds mel­det, daß der britische DampferCI a u. b i b" und die norwegische GoeletteMars" versenkt wor­den sind.

Ans un& Casad.

Gießen, 1. August 1916.

Kreiskomrtee für Rotes Kreuz und Kriegshitfe.

An das Kreiskomitee sind in der Zeit vom 11. Mai 1916 bis 10. Jiaali 1916 aus folgenden Geiaceiudeu des-Kreises die beigefügten Bettäge an den Kceis'kasserechnae-r Kaust abgeliefett urw von diesem an den Landesverein vom Roten Kreuz -w Tarnr- stadt übernftesear worden: I. Durch Kirchen: 1. Amtcrod 50 Mk. II. Durch Ortsausschüsse und Zaveigvereine: 1! Langsdorf 30,24 Mark., 2. Hungen 410,00 Mk. III. Durch die Molkercigenosseusck>aft Hungen (eingeliefert von Kirchenrat.Hainer) 100 Mk. Ter Gesanar- bttrag der Vorsteher ad ansge führten Gaben beläuft sich aus 590,24 Mark. Unter Einreckrmng der bisher abgeliefetten Gaben ist hierrmch aus den Landgemeinden des Kreises bis jetzt der Betrag von 48 550,05 Mk. an den Landesverern vom Roten Kreuz- gefühtt worden.

Weiter gingen seft dem 11. Mai 1916 ein $ur Weftergabe; A. An das BanthmS S. Bleichröder in Berlin für erblindete Krieger: 1. von der Molkerei-Genossenschaft Hungeta durch K^chen- rat Hainer 100 Mk. B. An die Mitteldeutsche Creditbank. Fu'iale Gießen, aus'.Konto des Kreiskonritees. 1. Von den Kirchen a) Holz- hcim 100 Mk., b) Dors-Gill 50 Mk. 2. Von bem 1 Ortsmasschaaß ütphe 50 Mk., 3. von der Spar- und Vvrschußkasse Kesselbach 100 Mk., 4. von der.Bürgermeisterei Beuern aus' einem Sühne­versuch 30 Mk., 5. von Bürgermeister Schepp-Saasen 1 Mk., 6. von Lehrer Jakob-Ober-Bessingen 20 Mk., 7. von dem eva'ng. Pfarraant - sür die Gemeinde Qaaeckbvrn und Lauter 29,18 Mk., 8. von 1. Schulklasse in Lang-^wns 15 Mk., zusammen 395,18 Mk. C. An die Bank für Handel und Industrie, Niederlassung Gießen, aus Konw der Nationalstiftung für die Hinterbliebenen der -int Kriege Gefallenen: Von der Molkerei-Genossenschaft Hungen durch Kirchenrat Hainer 200 Mk.

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** Amtliche Personalnachrichten. Der Groß­herzog hat am 29. Juli den > Oberl ehr er ma der Oberrealschule 3-u Worms Professor Wilhekan V o l l h a r v t zum Oberlehrer an der Eleonorenschule zu Darmstadt mit Wirkung vom I. August dieses Jahres eraaanut. Jar den Ruhestand versetzt wurde der Maga- §inauffeher in dev Hessisch-Preußischen Eisenbahngnneinschaft .Rean- harv König zu Wornrs vvm^ 1. AtagUst d. I. an.

A u s z e i ch n u n g. Dem Sergeanten d. Landw. Richard y e i l m a n n, Bureandiencr des städt. Elektrizatätswerkes zai Gießen,' bei einer Pionierkoinpagnie im Felde, wurde die Hessische Tapser- keitsanedaille verliehen.

** Amtsjubiläum!. Bautechniker Her inan n Köhler, Assistent des städttscheu Tiefbcuaamtes, begeht heute sein 25jähriges Arntsjubiläum. Aus diesem Grunde ging ihin vom Oberbürger-: meister ein äaaßerst anerkennendes Schreiben zu, in dem dem Jubilar der Dank der Stadtveravattaang für seine langjährigen aaas- gezeickmeten -Dienste übermittelt wird. Seirae Mitarbeiter hatten den Arbeitstisch festlich geschanückt amd brachten ihre Glückavünschi müardlich dar. Köhler, fefbft ein Gießener Kind, ist seinen Mit­bürgern wohlbekannt, insbesoradere durch viele Anlagen, die er im Dieaijt der Stadt geschaffen hat. Mer auch im bürgerlichen Leben hat er bei jedean größeren Turar-, Gesangs- oder Fener- rvlehcses't die Festbauten und sonstigen Anlagen entworfen uard durchgeführt, so daß ihna viele Vereine für diese uneigennützige Arbeit Dank avissen. Aau 1. August l. Js. sind es 25 Jahre, daß Friedrich B e ck e r ftar Schulhause. West-Anlage 43, als Sctzul- dieuer tätig ist. .In deaa ersten Jahren seiner Diearstzeft war er Schuldiener der Stadtmädch-enschaale. sodaarn einige Jahre ma dar. Bezirksschule und seit 1. Oktober 1915 an der Stadtknabem'chule. Während seiiaer ganzen Dienstzeit hat sich Becker durch Fleiß, Treue Pud Gesälligkeit die Zufriedenheit der Behörden, der Lehrer, Lehrerinnen und Schüler erworben.

** Hoch stpreise für Ob ft. Eine Bekanntnrachmrg des Großh. Miaaisteriruns des Jnarern besagt, daß die voan 4. Juli 1916 festgesetzten Höchstpreise his zum 10. August d. I. verläargert averden.

** D i e b st a h l. Arar 27. Juli 19P6 tvurde in hiesiger Stadt von einem RoNlawagen ein Kanton, gez.W. L S. 1229", mit 15 Kilo Kornfranckkafsee eartwendä. Sachdienliche Mitteilungen averden von der hiesigen Kriminalpolizei.ent­gegen gen omaaaen. ' v I

Zum H e rstell un gs verbot für Pralinees teilt das Kricgsernähriangsaant folgendes mit: Die Verordnung betrifft nur die Herstelluarg, nicht auch den Verkauf, für die Zukimft. Der Verarbeitung berefts vorliegender Halberzeugnisse steht nichts ^ Wege. Pralftaees im Sinne der Bekanaatmachamg sind raur solche mit Schokoladenbezug und Zuckersüllung, nicht «uck> Süßigkeiten mit Fruchtsülluug, Nußfüklung, Makronenfüllung, Likörfüllung >usw. Feraaer ist die Reichszuckerstelle eranächtigt worden, für bil - ligiere Ware bis zum Kleinhandelspreis von 5 Mark für ein halbes Kilo Ausnahmen zuzulassew Den Wünschen der Industrie ist daher uan der aveiteren Beschäftigung der Arbeiter tuifleu m weitem Umfange Recharuug gettagen worden. Auf der aaaderen Seite aber ist das Empfinden Wetter Volkskreise zu berücksichtiget (und es ist auch ein wirtschaftliches Gebot, iranerhalb der zur Herstellung von Schokoladen uud Süßigkeiten bestimanten Zucker­mengen die Herstelliang reiner Luxuswaren auszuschließen aand den Zncker möglichst solchen Sachen zuzaawenden, die als Nahramgs- mittel oder ianmerhin als Bedarssgegenstaaad sür Feld imb Heimat! gelteaa fömaeat.

** Tie Eiseaabahn erhebt 8 und nicht 7i/s Pfg. Mit Rücksicht auf die heute, den 1. Äaagust, in Kraft tretende aaeare Postgebührenordnung ist von der Cisenbahnverwalttang folge:ades bestimmt avvrdm: Gemäß den altgeaneinen Vorschriften sind die Porto ko ft eia der Beaaachrichti guaagsschr eiben übea- dear Eingang von Eil- und Frachtgütern auf den Frachtbrieseaa uaad Bcaaach^ richtiguaagsschreibeaa anzugeben und bei Eftrlösuarg der Frachtbriefe von den Eaaipfängern eiuzuziehen. Da aber Telle eiaies Pfenaaigs'. nicht eiaabehalten werden Wanten, so sind, wenn das Porto nicht in Marken entrichtet wird, für 7Vo Psg. ( 8 Pfg.) einzuziehen. Werden indessen mehrere Postkarten vorgelegt, so ist nicht für jede Karte 8 Pfg. Porto zaa erheben, sondern die Saammie der Portobeträge arur einmal aus volle Pfennige abzurundeu. Z. B. 2 Postkarten -- 15 Pfg., 3 = 23 Pfg., 4 -- .30 Pfg.,

5 = 38 Pfg., 6 = 45 Pfg. usw.

** Neue v--Zugivagen werden jetzt von der. Eisenbahn- verwalttang in Verkehr gestellt. Eine mehrfache Federung der Wagenkasten gaavährleistet zugleich mit dena holaera Gewicht des' Wagens eineai sehr ruhigen Lauf. Um die Wirkaang der Sonnen-« strähleaa abzuschwächen, sind die Dächer aveiß gestrichen uaad-die Ventilationseinrichtungen verbessett worden. Außer der Knorr- schen Luftdruckbremse sind die Wagen aaoch anit der neuen'Schnell-- bähnbremse versehen, die düs Bremsen bei der höchsten Geschwindig­keit des Zuges verkürzt, wodurch Unglückssällcn vorgebengt wird. Die Beleuchtung der Abteile und Seitengänge geschieht elektrisch mit Batteriespeisung. Das Innere der Wagen hat eine gediegene Aaisstattung erhalten.

** K e i rr e A e h r e aa tu d e aa M aa n d n e h m e n ! Die Ge­wohnheit, zur Zeit der Getreideernte Getreidekörner in den Mtand zu nehnaeia aand zu kaueaa, ist gefährlich. Deiaa trockenen Getreide- hastet oft ein Pilz an, der Erreger der Strahlenpilzkrankheit, die einen reabt gefährlichen Verlaaaf nehmen kann.

** Die Hessische Laza r e t tzeitun g Nr. 25 enthält folgende Beittäge: Anekdoten von.Heinrich von Kleist, Das Kapital- abftndauagsgesetz, Voan Soldatengesaarg voaa Karl Werner, Fürsorge sür Kriegsteilnehauer, Bücherschau, Vom deutschen Ga'iste, Rätsel ' ecke. Die Gießener Beilage cuthält: Das avar der 'Tag, ara dem unr beten lerntear, Gedicht von Katrt Tietz, Von der Ruh der Seele txaia Gottfried Traub, Gaftangeaae Franzosen in Größen im Jahre 1670/71, vvatiTr. H. Berger, Arbeitsmarkt, Vernmndalen- Utrterricht.

** D i e Bekleidung für die b ü r g e r 1 i ch e B e v o l - kerung betrifft eine Bekanaatmachiaug im 1 Aaazeigeiateal unserer heutigeaa Blattes, auf di eavir besonders Hinweisen.

** Das heutige Kreisblatt enthält Bekannt- niachltngen über Druckpapier, über Berivenduiag von Saaß- stofs zalr Bierbereitung, .Aeaaderung der Postordnung, Bec-