laril es am vorteilhaftesten ist, Zahlungen an das Ausland in Gold yr leisten.
AuchHochwertige Juwelen werden angekauft und znxir Werl entsprechend Durch deren Verwertung im Ausland entstehen geradeso G-uthaben, als wäre Gold dahin gegeben worden.
Jeder, der Sinn für diese vaterländisch bedeutsamen, geldwirtschaftlichen Vorgänge hat, ist gebeten, Verständnis für den Ernst dieser Ausrufe in seinen Kreisen zu verbreiten.
Die Gold lachen gehören — genau ebenso wie die entbehrlichen Getreidcvorrare — der Allgemeinheit!
.** Die Molkereibetriebe des Großherzo gtums Hessen. Gegenivärtig beftnden sich 56 Molkereibetriebe im Grvß- herzogtum Hessen und zwar 7 in der Provinz Starkenburg < in den Kreisen Dieburg 3, Erbach 4), in der Provinz Oberhessen 44 (in den .Kreisen Gießen 6, Alsfeld 7, Büdingen 3, Jried- berg 4, Lanterbach 10, Schotten 8) und in Rheinhessen o in den Kreisen Alzen 1, Oppenheim 4). Sie verarbeiteten im Jahre 1914 zusammen 35 Millionen Liter Milch, d. h. nicht nur Milch, welche verbuttert oder verkäst wurde, sondern auch solche. »nelche nach kurzer Behandlung als Vollmilch weiterging. Hinsichtlich der Buttererzeugung liegen ent seit Dezenrber 1915 Zahlen vor. Die hergestellte Buttcrmenge betrug in dieseyr Monat 1746 Ztr., im Januar 1916 1907 Ztr.. im Februar 1830. im März 1940, im April 1842 und im Mai 2340 Ztr. Bon der Maimenge entfallen auf Starkenburg 70 Ztr., aus Ober Hessen 2211 Ztr. und auf Rheinhessen 59 Ztr. Welche Buttermengen außerdem in den landwirtschaftlichen Betrieben hergestellt werden, ist unbekannt. Hierüber wurden niemals, auch nicht in der Kriegszeit Erhebungen angestcllt. Jedenfalls steht fest, daß die im Großherzogtum erzeugten BiMermenqen gering sind im Verhältnis der Anzahl der Milchkühe, weil große Mengen Vollmilch in die benachbarten Städte Frankfurt, Wiesbaden, Aschasfen- burg, Mannheim, Ludwigshasen u. a. ausgeführt werden. Mancbe größere Stadt des Großherzootmns, z. B. Mainz, versorgte sich in Friedenszeiten säst ausschließlich mft ausländischer Butter. Welche Störungen hieraus für die Versorgung der Bevölkerung entstehen können, hat sich während des Krieges in empfindlichster Werse gezeigt.
** Eine KeitgeWtaße Warnung. Aus eigenartige Weise verguükte letzthin ein sächsischer Bauer dre Wahrung des Interesses seines Besitzstandes mit emem Appell an das patriotische Gewissen seiner Zeitgenosserr. Er ließ nämlich an seiner Wiese folgende Warnungstafel anbringen: „Wer in die Wiese läuft, zertritt Fleisch und Butter und unterstützt den Feind. Er wird gepfändet und bestraft, entweder sofort mit ungebrannter Holzasche oder durch Anzeige und Buße von 3 Mark fürs Rote Kreuz. Bei Felddiebstahl erfolgt Strafantrag. Wer Hunde in die Wiese lausen läßt, wird gleichfalls geahndet. Der Besitzer." Es darf wohl ruhig angenommen werden, daß die erste Warnung, man „zertrete Fleisch und Butter", mft argen Schrecken erfüllte und jedermann vor Betreten der Wiese weil eher zurückhielt, als die Angst vor den 3 Mark Strafe.
Landkreis Gießen.
ne. Bellersheim, 26. Juli. Der Gefrefte Wilhelm Rup- p ä l wurde zum Unteroffizier befördert. Ter Gefreite Karl I ü n- gel erhielt das Eiserne Kreuz 2. Klasse. — Hier wurde mit dem Schnitt des Roggens begonnen. Tie Körner sind prächtig entwickelt, so daß ein .reicher Körnerertrag erwartet werden kann. Gänz besonders voll und schön ist das Kvrn der Gerste ausgebildet. ?luch der Weizen hat sich in letzter Zeft noch bÄ>entend gebessert: die Befürchtung, daß durch den Rost ein großer Ausfall an Körnern eintreten würde, ist daher hinfällig. Der Körnerertrag ist allerdings etwas geringer als bei den ärgeren Getreidearten. Der Hafer verspricht ebenfalls eine gute und reiche Ernte. Die
ersten hier geernteten Frühkartoffeln zeigten, daß das anhaltende Regeniuetter ihnen bis jetzt nicht zu schaden vermochte. Der Eiftrag muß als recht gut bezeichnet werden.
--- Utphe, 28. Juli Wie weft schon der Sommer vorgeschritten ist, konnte man dieser Tage an folgendem. Natur-Schauspiel seststcllen. Wer da die Wiesen zwischen Echzell und Utphe durchschritt, sah schon von weitem eine Schar schwarzgeflügelter rotbeiniger Langschnäbler — .Störche. So annähernd 50 !7wgen es gewesen sein, die sich hier aus engem Raum zusammengefunden halten. Die Tagesordnung ihrer Versammlung ist leicht zu erraten. der Kalender sagt es uns. nur noch wenige Tage trennen uns vom August. Ist es auch nicht der erste dieses Monats, der die Störche mahnt, sich aus der weitesten Umgegend zusammen- zusinden. so sind doch die ersten Tage in denen sie alle Vorkehrungen zur Abreise treffen müssen. Ob sie bereits über den Tag ihrer Abreise beraten haben? Oder, welchen Weg sie nach ihrer ziveiten Heimat einschlagen wollen? Wer mags erraten?
Kreis Friedberg.
** Friedberg. 27. Juli. Tr Anregung des Vorstandes des hieftgcn Gewerbe» crei ns zur Gründung einer „Freien Bereinigung selbständiger Schreiner für F r i? d - b e r g und Umgegend" hat das lebhafteste Interesse bei allen Berufskollegen erweckt, und fand am Samstag, den 23. Juli in dem Lokal von Ph. Steinhäuser eine zum Zusammenschluß führende Versammlung unter dem Vorsitz von Schreinermeister Heinrich M o el t e r. Friedberg, statt. Außer den in großer Zahl erschienenen Schreinermeistern und Vorsitzenden der Ortsge- tverbevereine waren die Graph. Zentralstelle für die Gewerbe durch Gewerbeschulrat Mever. die Handwerkskammer durch Svndikus Schüttler, der Deutsche Ti i'chlerbuitd durch W. Kniest, Obermeister der Casseler Schreiner-Innung, und die Schreiner-Jn- nung Gießen durch Schreinermeister H a u b a ch vertreten. In seiner Begrüßungsansprache legte der Vorsitzende in klarer Weise den Zweck der Versammlung dar. Obermeister Kniest spvach alsdann über „Die Notwendigkeit des Znsammens chln s ses im Handwerk." Es sei hier nur kurz auf einige wesentlich'' Punkte seiner lichtvollen Ausführungen hingewresen. Der Redner betonte. unbedingt müßte eine Gelegenheit geschaffen werden, um sich gegenseitig besser kennen und achten zu lernen: ebenso sei der Gedankenaustausch über geschäftliche Vorkommnisse und bei Vergehung von Arbeiten ein genteinsames Vorgehen hinsichtlich der Uebernahmc und der Preisberechnung der Arbeiten unbedingt erforderlich. Submission^luten, die leider nur allzuoft noch vorkämen. würden dann zum Segen des Handwerks vermieden werden. Große Bedeutung legte er der Ausbildung der Lehrlinge bei. Dem Redner wurde lebhafter Beifall gezollt. Syndikus Schüttler sprach ebenfalls und zwar für einen möglichst raschen Zusammenschluß der Schreiner innerhalb der Gewerbevereine: die Heeresverwaltung habe für die nächste Zeft Arbeiten für das Schreiner-- gewerbe in Aussicht gestellt und frtc .Handwerkskammer konnte sich bei Vergebung dieser Arbeiten nicht nrft dem einzelenen Meister befassen. Gewerbeschulrat Meyer befürwortete gleichfalls die Notwendigkeit eines sachlichen Zusammenschlusses innerhalb der Gewerbevereine. In ähnlichem Sinne sprachen sich das Hand- werMannnernntglied Schlossernoeister Kn r p o, Bad-9^ruheim und Kullmann, Vilbel, aus. Hierauf fand die Wahl des Vo.- standes statt. Schreinermeister Heinrich M o e l l e r . Friedberg, wurde einstimmig zum Vorsitzenden und Schreinermeister- Kurr cbensalls einstimmig ^zum Schriftführer gewählt. Als Beisitzer wurden nachstehende Schreinermeister gewählt: Zeitz, Griedel: Leinhos. Bad-Nauheim: Scbaub. Vilbel: Will, Rodheim: Schmidt. Assenheim. In einer demnächst stattfindenden Verstamnlnng findet die Beratung der Statuten statt.
nt. F r i e d b e r g, 28. Juli. Offiziers - Stellvertreter Otto Breuer ist in Gallzien den Heldentod fürs Vaterland gestorben.
Otto Breuer war vor dem Kriege über zwei Jahre bei der hiesige» Firma Langsdors & Weinsberg als Buchhalter tätig.
Bad. Nauheim , '27. Juli. Datz Eiserne Kreuz erhielt der Schulverwalter Unteroffizier: Hugo G a i n b a ch. — vermißt wird der Leutnant d. Res. Lehrer H. Wagner.
Die iolknf crafffeKe
ist morgen von 10 bis 12 % Uhr geöffnet!
UvnversitäLs-NaehrLchteir.
hl. Marburg. 28. Juli. Professor Dr. med. Gustav von Bergmann, Direktor am städtischen Krankenhause zu Altona, hat den Ruf aus den Lehrstuhl der innerer: Medizin in Marburg aUi Nachfolger von Geh. Rat Matches angenommen. Er tritt am 1. Oktober das Lehramt eines ordentlichen Professors für rnnere Medizin an und übernimmt gleichzeitig die Direktion der medizinischen Klinik. _
Uikehlrche NcrehrZchte«.
Israelitische Leligionsgemem-e.
Gottesdienst in der Synagoge (Süd-Anlage).
SamStag, den 29. I u l i 1916:
Vorabend: 8.30 Uhr — Morgens: 8.30 Uhr. - Predigt. — Abends: 0.30 und 10.05 Uhr.
Israelitische Neligionsgesellschast.
S a b b a t f e \ c r am 2 9. Juli 1916:
Freitag abend 8.15 Uhr. — Samstag vorm. 8.30 Uhr. — Predigt. — Nachm. 4.09 Uhr- — Sabbatausgang 10.05 Uhr. — Wochengottesdienst morgens 6.30, abends 8.30 Uhr.
Märkte.
fc. Wiesbaden, 27. Juli. Heu- und Strohmarkt. Am gestrigen Markt notierte man für neues -Heu 4,25—6,25 Mk. Stroh, Richtstroh, 4.50 — 4.80 Mk. Alles per 50 Kilogramm.
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Meteorologische S eobcchtungen der Station Siehe«.
Juli
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Sonnenschein
Höchste Temperatur am 26. bis 27. Juli 1918: ft- 26,6*0. Niedrigste „ , 26. , 37. . ISIS, -t- 12,0*C.
Niederschlag 0,0 mm.
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abend: 54381)
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Heute trifft voraussichtlich eine große Sendung
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Bahnhofstr. 27. Fernsvr. 231.
A«tliche BekansttmMnges der AM 8iehrs.
Einmalige Mehlverteilnng.
Eine einmalige Mehlverteiluug findet SamStag. de» 29. Juli 1916 statt. Die Verteilung erfolgt bezirksweise Die Ausgabestellen sind für Brotkarienbezirk I Asterweg 9
„ II Turmhaus am Brand
n III Schulbaracke, Stadtknabenschule,
Nord-Anlage
„ IV Hospftal. SelterSweg 11
„ V Oberrealschule, Zimmer 12
„ VT Handelskammer. Lonystratze '
„ VII Hospital, Seltersweg 11
w VIII Ehemalige Ohrenklinik
IX
l X Schulbaracke, West-Anlage 42
„ Xl Alle Gewerbeschule, Asterweg 85
„ XII Asterweg 9
und zwar für die Bezugsberechtigten mit dem Zunamen A— K vormittags und L—Z nachmittags. Es entfällt auf den Kopf der Bevölkerung gebend für die Abgabe rst weiskarie vermerkte Personenzahl. Die Abgabe wird durch Aufdruck eines Stempels vermerkt. Der Preis für */ a Pfund Wetzeumehl beträgt 13 Pfennig. Der Betrag ist abgezählr mitzubrrngen. 54318
* Pfund Weizenmehl 0. Maß- die aus der Brotmarkenaus-
Fleischverbrauchs-Regelung.
8 1 .
Die Lerkausszeiien für die Fleischer-Geschäfte in der Stadt Gießen werden wie folgt festgesetzt:
MoutagS, vormittags von 8—11 Uhr Mittwochs, vormittags von 8—11 Uhr DounerötagS. vormittags von 8—11 Uhr Samötagö, vormittags von 8—11 Uhr und nach- mittags von 3—5 Uhr.
Zu anderen Zeiten dürfen Fleisch und Fleischwaren jeder Att — außer an Gastwlrischasten und Speiseanstalten — nicht abgegeben werden.
8 2 .
Zu den angegebenen Zeiten müssen die Fierscher-Ge- schäfte offen gehalten werden und es darf der Verkauf von Fleisch und Fleischwaren jeder Art gegen Abgabe entsprechender Fleischmarken und Barzahlung nicht verweigert werden.
8 3.
Falls die gesamten von der Stadt Greßen überwiesenen Fieischmengen ausoerkauft sind, ist dies durch Aushang eines von der Straße aus lesbaren Schildes an- zuzeigen.
8 4 .
Der Oberbürgermeister kann die Einhaltung dieser Vorschriften durch städtische, mir Slusweiskarten versehene Angestellte sowie durch Schutzleute nachprüsen lasten sowie die sosorttge Ablieferung der auS dem Fleischverkauf civ^ genommenen Fleischmarken und den Nachweis der noch vorhandenen Jleischvorräte verlangen.
8 5-
Zuwiderhandlungen gegen vorstehende Bestimmungen den mit Geldstrafe bis zu 1500 Mk. und mit Gefängnis bestraft. Auch ist der Ausschluß bei
wer
bis zu 6 Monaten der Fleifchzuleilung zu gewärtigen.
8 6 .
Diese Bestimmungen treten am 28. Juli 1916 in Kraft. Gießen, den 27. Juli 1916. [54308
Der Oberbürgermeister.
Keller.
Die Auszahlung der Familicnunterttützvngen an
die Angehörigen der zum Heeresdienst Einberufenen für 1.—15. August bezw. für Juli sinder statt:
a) NeicüSunterftützung.
An diejenigen, deren Namen beginnen mit A —H Montag, den 31. Juli -I—R DienStag, den 1. August S—Z Mittwoch, den 2. August bl Weitere Unterstützung lMietSzufchuß).
An diejenigen, deren Nainen beginnen mit:
A —H Donnerstag, den 3. August J—R Hrcuag. be« 4. August S-Z SamStag. den 5 August c) An Vermieter- die Mietbeträge abbolen. Montag, den 7. August.
Die Auszahlungen finden von 8—1 Uhr vormittags im StadihauS, Zimmer Nr. 7, statt.
Die Unterstützungen dürfen nur an den vFrge- nannten Tagen abgeholt werde».


