ftirr Beschaffung mili taxfreier Leute reicht zürn Ziele geführt haben sollten, kann eine Reklsmotton Wehrpflichtiger, dre nur yarnison- oder arbeitsverwendungsfähig sind, in Betracht kommen.
** Eine M a hnun g. In der letzten Llusgabe des Bad i - 4 ch e n B a u e r n v e r e i n s b l a t tes findet sich, wie die „Straße ^hurger Post" berichtet, ein sehr bemerkenswerter Artikel. Darin iwirh mit allem Nachdruck die Pflicht der Larrdleute betont, alle »veNügbaren Lebensmittel, nameittlich Butter, Eie r, M i t ch und Ö emüs e rechtzeitig und in genügender Menge freinrillig auf den Markt zu bringen. „Denkt," so heißt es an «einer Stelle dieses Artikels, „an die vielfach mißliche Lage der S t o d t b e v ö l k e ru n g in der Versorgmm mit Lebensmitteln. Tie Haltlosigkeit der gegen ^die Landwirtschaft erhobenen Borwürse, die Zurückhaltung der Lebensmittel werde durch die Rücksicht aus etwaigen. Geldgeivinn veranlaßt, läßt sich dadurch am fick'ersten nachtvcisen. Das Gesagte gilt namentlich auch für die Obsternte, die so wichtig für die gesamte Bolksernährung ^rnd den Ersatz sonstiger Lebensmittel ist. Auch der Hessische Bauernverein l>at wiederholt in seiner Zeitschrift und in alten seinen Versammlungen die Mitglieder angewiesen, in Kartoffeln. Gemüse, Eier. Butter. Fett usw. alles Entbehrliche adzngeben, und sich selbst eher Entbehrungen und Einschränkungen aufzuerlegen, ehe sie anderen, die nichts pflanzen, hungern sollen. Diese Bitte wiederholt er nun nochmals aufs dringlichste, so heißt es in der Aufforderung des Be rems .
was haben .Friedrich den Großen seine Uriege gekostet?
Friedrich der Große hat gesagt, daß es im Kriege vor allem darauf cmkomme, „den letzten Taler in der Tasche zu behalten", und in einer Zeit, wo Deutschland in viel gewaltigerein Umfange seine finanzielle Kriegsrüstmrg mich dem gleichen Grundsatz durchführt, ist es vou erhöhtem Interesse, zu erfahren, in roelcher Weise deö große Körrig, dessen Kampf gegen eure Welt von Feinden dem j unseren so ähnlich ist, die Geldkräfte seines Landes mobil machte.
Aus Grund eingehender Forschungen unterrichtet darüber der bekannte Friedrich-Forscher Pros. Gustav Berthold Bolz in einem Aussatz der „Deutschen Rundschau". Friedrichs Bater hatte mit dem Staatsschatz vou 10 Millionen Taler, den er gesammelt, einen Schimmer des Reichtums um Preußen gebreitet, so daß Kaiser Karl VI. sich noch kurz vor seinem Ableben imt eine Anleihe bei König Friedrich bemühte. Dieser gefüllte Staatsschatz gab dem jungen König die Möglichkeit, für die Erwerbung Schlesiens das Schwert zu ziehen. Rach Beendigung des ersten schlesischen Krieges war der Staatssckiatz aus 3 Millionen Taler zusammengeschmolzen: als Friedrich 1744 zum zweitenmal zum Kanrpf gegen Oesterreich auszog, hatte er bereits wieder fast 6 Millionen zusammen; aber im Herbst des Jahres 1745 war der Staatsschatz fast völlig auf- gezehrt, obwohl Friedrich schon lange vorher das sämtliche Silber- gerät im Weißen Saal des Berliner Königsschlosses bei Nacht hatte in die Münze schassen lassen. Sofort nach Friedensschluß ging er daran, den Staatsschatz aufzufüllen, und, zwar wollte ec 20 Millionen Taler anhäusen, weil ihm eine Rüstung ans einen Krieg von vierjähriger Tauer^ mit 5 Millionen Kosten pro Jahr notwendig erschien. Als im Sommer.1756 aber der neue .Krieg vor der Tür stand, hatte er im Staatsschatz erst etwas über 13 Millionen Taler: dazu kamen noch die Summen aus mehreren kleineren! Kassen, die den dem König für den Krieg zur Verfügung steheirden Betrag auf 15V? Millionen Taler erhöhten. Auch die Getreidemagazine waren für den Kriegsfall gefüllt: es lagerte in ihnen ein Vorrat von 53000 Wisveln, die nach Friedrichs Berechnung eine Armee von 100 000 Mann fast zwei Jahre ernähren sollten. Aber der große König hatte, ein so guter Rechner er war, die Kostens dieses gewaltigen Krieges unterschätzt. Sie stellten sich um mehr als das Doppelte höher, als er angerrommen hatte. Seine Annahme, daß die außerordentlichen Ausgaben für den Feldzug jährlich nicht mehr als 5 Millionen Taler betragen würden, erwies sich als falsch : allein für das Jahr 1757j brauchte er 11 bis 12 Millionen. Bereits Mitte April 1758 war der Staatsschatz völlig erschöpft. Das Hauptmittel, das heute dem Staat das Geld zur Fortführung des Krieges liefert, die innere Anleihe, kam bei der Armut des da
maligen preußischen Staates nur in sehr begrenztem Umfang ft« Betracht Die dTot zwang Friedrich zu einem Versuch, undZvvrkltch, brachten die märkische Ritterschaft fast drei Millionen, "Schlesien und Ostpreußen je Vs Million im Jahre 1757j auf, aber diese Summen waren ftn Frühjahr 1758 schon wieder ausgegeben. Dazu kam, daß die Staatseinnahmen mehr und mehr versiegten: der Ausfall an Einnahmen während des Krieges betrug bei der Generaldomänenkasse 11 Millionen Taler, bei der Generalkrregs- kasfe 15 Millionen, und schließlich lieferten beide Kassen überhaupt nichts mehr an die Staatskasse ab. Es bedurfte der ganzen Finanz- kuust Friedrichs, um trotzdem den Krieg bis zum siegreichen Ende „durchzuhalten". Große Einnahmen sicherte er sich zunächst einmal durch die Kontributionen, die er in Feindesland, besonders in Sachsen, erheben ließ. Sachsen lieferte ihm zunächst lährlich 5 Millionen Taler, Vs Million weniger, als das Land in Friedens- zei'ten dem Kurfürsten hatte zahlen müssen. Seit 1760 mußte Sachsen aber mehr zahlen, und im ganzen lieferte cs 48 Millionen Taler. Mecklenburg und Schwedisch-Pommern brachten noch weitere 5 Millionen. Nach dem englischen Snbsidienvertrag erhielt Friedrick: von den Britten jährlich 5 1/3 Millionen Taler, aber nur 4 Jahre, von 1758 bis 1761. Da er aber die Silberbarren der englischen Subsidien seit 1760 zu geringerem Münzfuß ausprägen ließ, so erhöhte er die Gesamtsumme, die die Engländer zahlten, auf 27 1 : Millionen Taler. Ueberhauvt mußte der König zu dem bedenklichen Mittel der Mürizverschlechternng seine Zuflucht uehmen und aus der seinen Mark Silber, die nach dem richtigen Münzfuß 14 Taler lieferte, 18, dann 30, zuletzt sogar 40 Taler prägen. So entstanden jene minderwärtige Münzen, wie sie private Unternehmer, besonders der Münzjude Ephraim, unter's Volk brachten und von denen es hieß: „Von außen schon, von innen schlimm. Von außen Frrederich, von innen Ephraim." Arft diele Weue strömten in den Kassen Friedrichs während des Siebenjährigen Krieges 170 Millionen Taler zusammen, und da er beim Friedensschluß noch 30 Millionen bar Tratte, so hatte in der Krieg 140 Millionen Taler gekostet. Glücklich hatte er es durchgesetzt, „den letzten Taler in der Tasche zu behalten."
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