Ausgabe 
10.7.1916 Zweites Blatt
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tr&dtfigimg der ©etreü»* infi> Rauhsuttererttte und der (Ertrage an anderen Früchten. Tie answacksende Jugeird mutz sich bewußt sein, daß es für sic eine ernste Pflicht ist, Saatfeld und Wiesen zuj schonen und dafür zu sorgen, daß auch andere keine Schäden au- richten. TaH solche Mahnung immer wieder ergehen muß, be- weist der Erlaß einer Festungskommandantur, der aus unberech­tigtes Betreten von Wiesen und bestellten Feldern vor beendeter Ernte eine Gefängnisstrafe bis zu einem Jahr, bei Vortiegen mil­dernder tlnistünde geringere Haft oder Geldstrafe bis zu 1500 Mk. angesetzt hat. Es wird nicht notwendig sein, daß, solche Straf­androhungen überall erlassen tverden. Das deutsche Volk und die deutsche Jugend wird genügend Selbstzucht und hinreichendes Ver­ständnis für die Bedeutung einer guten Ernte und der Einbringung lruch der letzten Fekdfrüchte l-aberr, hängt doch unser aller eigenstes Interesse wesentlich mit der möglichst schonsamen Behandlung unseres Erntesegens zusammen. Elternhaus und Lrckmle sollten, hier ein aufmerksames Auge und ein deurlrches mahnendes Wort svvechen; pädagogisch wäre es vielleicht klug, für die Jugend den Schutz der Saaten zur Ehrenpflicht zu machen, indem man sie damit betraut.

Landkreis Gießen.

6. St e in b ach, 9. Juli. Musketier Louis Reuschling von hier, in einem aktiven Regiment an der Wesffront stehend, erlitt nach einer Mitteilung der Verbandsstation am 5. I. Mts. durch Granatsplitter eine Verwundung an der rechten Schulter.

Kreis Schotten.

d. R u p p e r t ? b u r g, 9. Juli. Dem Gefreiten H o r st beim Bonner Husaren-Regiment Nr. 7 wurde das Eiserne Kreuz ver­liehen ; mit der Tapserkeitsmedaille wurde er schon früher aus­gezeichnet.

Hessen-Nassau.

r&. AuS Nassau, 9. Juli. Das Königl. Provinz,al-Schul- kollegium hat den diesjährigen Termin zur Abhaltung derRektoren- vrilfung aus den 16. Novernber festgesetzt.

g . Eschwege a. d. Werra, 8. Juli. Ter Vor st and der Handwerkskammer für Hessen-Nassau hat auf einen An­trag des Vorstandes der gewerblichen Fortbildungsschule m Fulda beschlossen, denjenigen Lehrmeistern, die ihre Lehrlinge nicht zum regelmäßigen Besuche der Fortbildungsschule anhalten, die Entziehung der Befugnis zur Anleitung von Lehrlingen anzu­drohen, und weiter solche Lehrlinge von der Gesellenprüfung zu- lückzustellen, die im Zeugnis der Fortbildungsschule eine nicht be­friedigende Zensur in Fleiß und Betragen haben oder deren Schul­besuch unregelmäßig war.

g. Eschwege a. d. Werra, 8. Juli. In dem benachbarten M ü h l h a u s e n wurde ein Briefträger verhaftet, der auf dem Postamte daselbst seit Kriegsbeginn Hunderte von F e l d Post­sendungen bestohlen hat. Durch Haussuchungen wurden bisher an Diebesgut u. a. ermittelt: 80 Pfund Wurst und Fleischwaren, 4000 Stück Zigarren, Tabak, Zigaretten, Pfeifen, Taschenlampen, Konserven, Liköre, Wäsche, Schokolade usw. Die Ehefrau wurde wegen Hehlerei verhaftet.

Frankfurt a. M., 9. Juli. Heute mittag \'A Uhr rannten Ecke Gärtnerweg und Leerbachstraße zwei Autos so heftig auf einander, daß die Insassen hiuausgeschieudert wurden. Vier Insassen wurden erheblich verwundet. Es wurde ihnen alsbald die erste ärztliche Hilfe in, Gärtnerweg geleistet.

= Frankfurt a. M., 7. Juli. Der durch seine Fundstätten römischer Altertümer bekannte Vorort Niederursel feiert dieser Tage sein golk^nesPreußenjubiläum" Niederursel hgt wohl die seltsamsten Grenzverhältuisse gehabt, die je ein Ott auszuwcisen batte. Schon im 15. Jahr^indert gehörte die eine rOtshälfte zu Frankfurt, die andere zu Solms-Rödelheim. 1714 wurden diese Tovvclbeschrechre an dem Cn durch besonderen Vertrag scstgelegt. Nur Kirche und Kirclchor blieben gemeiusckrasllick. Vor hundert Jahren kam der Solmssche Anteil an das Großherzogtum Hessen. Bis 4866 gehörte Niederursel halb zu Hessen, halb zu Frankfurt. In diesem Jahre rvurde es jedoch ganz zu Preußen emverlerbt. Aber es bildete dennoch bis 1898 zwei Gemeinden, eine hessische und erne Frankfurter, und hatte zwei Bürgermeister. Als 1897 die neue .Gememdeordnung in Kraft trat, beantragten die

beiden Genuundeu beim ifiöiag von Preußen Die Verschme1»uug zu einer einheitlichen Gemeinde, die geneiMrigt und am l. April 1898 vollzogen wurde. Das in der Gemeinde früher obwaltende eigen­artige Grenzverhältnis war oft Gegenstand l>eit erster und auch ernster Verwicklungen und Zwischenfälle. ZahlreicheGrenzgeschich- ten" leben noch lfeute im Volksüiunde in unverminderter Frische.

g. Fulda, 8. Juli. Ter hiesige Magistrat l>at unter Auf­sicht des Schlachthof-Tirettors versuchsweise eine aus bestem Ma­terial bestehende Kriegswurst mit geringen Zutaten von Kar­toffel mehl Herstellen lassen, die zum Preise von 80 Psg. für das Pfund verkauft wird. In dem benachbarten Rhöndörfchen Schmalwasser verschied der Forstaufseher H o l z h e i m e r, der wäh­rend seiner Dienstzeit nicht weniger als 373 Wildschweine er­legt hat.

x. H e r s f e l d a. d. Fulda, 8.- Jul,. Das sechsjährige Kind der Familie Dl a n s stürzte in der elterlichen Wohnung in einen mit Wasser gefüllten Kübel und e r t r a n k.

ra. Weil bürg, 8. Juli. Zwei Frauen ans dem bewach barten Niedershausen stahlen in einem hiesigen Goldwccrengeschäst ein Paar Ohrringe und eine Daurenuhrkette. Als die eine Diebin am Bahnhof nntersucht werden sollte, verschluckte sie kurzerhand die Kette. Der Beamte hatte den Vorgang jedoch bemerkt und so mußte sich die diebische Fr au, nachdem ein Arzt hm zugezogen war, einer unfreiwilligen Kur unterziehen, die die Kette wieder an das Tageslicht beförderte.

ra. Langenaubach b. Dillcnburg, 7.Juli. Eine glückliche Gemeinde ist unser noch nicht tausend Eimvohner zählendes Dorf. Die der Gemeinde gehörigen Steinbrüche und Gruben liefern Kalk, Marmor. Eisen und Braunkohlen, für welche die Pächter hohe Pachtsummen zahlen, so daß, niemand Genreindeswwern zu zahlen hat. Aus den großen Waldungen erhält jeder Bürger freies Brenn­holz. Dazu wurde für jede Haushaltturg die elektrische Lichtanlage auf Kosten der Gemeinde eingerichtet.

ul. Limburg, 8. Juli. Ter gestrige Sammeltag für die Deutschen Kriegs- und Zivilgesangenen erbrachte die Summe von annähernd 6000 Mark Tie Ergebnisse der Sammlung in den Landorten des Kreises sind darin nicht enthalten.

fc. Aus dem Regierungsbezirk Wiesbaden, 7. Juli. Zur Hebung der Fischerei im diesseitigen Bezirke har der Fischereiverem für den Regierungsbezirk Wiesbaden kürz­lich ansgestzt in den Rhein: 30 000 Stück Hechtbrut westlich deS Schiersteiner Hafens: in die Lahn: 2000 Stück einsömmerige Schteiensetzlinge zwischen Selters und Weilburg, 60 000 Stück Hcckitbrut zwischen Weilburg und Runkel; in den Main: 5000 Stück einsömmerige Karpfensetzlinge bei .Höchst sowie weitere 5000 Stück einsömmerige Karpfensetzlinge ebenda, 20000 Stück Hechtbrut frei Höchst in den Main und in die Nidda. Der Verein hat das Aussetzen von Regenbogenforellen und Zander schlingen aufgegeben, da schlechte Erfolge erzielt wurden und hat diesmal den Hecht be­vorzugt.

Die Hentralgenoffeuschaft der hessischen landmirrichasrlichen Konsumvereine c. G. m. b. H.

hat soeben ihren 26. Geschastsberulst über das Jahr 1915 zum Versand gebracht. Infolge der Kriegsverordnungen wurde sie im verflossenen Jahr vor völlig neue 'Aufgaben gestellt. Tie freie .Handelstätigkeit hat wesentliche Einschränkung erfahren und der Verkehr mit einer Reihe von landwirtschaftlichen Bedarfsstoffen wurde behördlich geregelt. Tie Erfahrungen zeigten, daß genossen­schaftliche Unternehmungen beini Uebergang zur Kriegswirtschaft die scimellste Anpassungsfähigkeit zeigten, da die genossenschaftliche Belriebsform in ihren Grundzügen eine gemeinwirtschastliche ist. Ter Krieg hat deshalb auch die Tätigkeit der Zentralgenossenschast nickt lahm gelegt, sondern er hat sie vor neue, überaus wichtige Aufgaben gestellt und ihr erweiterte, vermehrte Arbeitsgebiets zugewiesen. Neben der Vermittlung von künstlichem Dünger, Sä­mereien. Kohlen und sonstigen landwirtschaftlichen Bedarfsstoffen, soweit sie in ihr früheres-^ Arbeitsgebiet fallen und nicht der Be­schlagnahme unterliegen, hat die Zentralgrnossenfchatt in ihrer- Eigenschaft als. s ch.ä f t S ste l Lc che r L-a nda sv^ r

lungsfkcll-e für Futtermrttel die Verteilung der Kl«e,, zuckerhaltigen Futtermittel und Kraftfuttermittel auf sämtliche Ge- ineinden des Großer zog tums darrchgeführt. Für den >bommuncil-, verband Tarmstadt (Abreise Darmstadt und Dreburg) führt sre deir Brorgetr ideaufkauf .und für die Kommunalverbanda! Tarmstadt, Dieburg und Lauterbach die A b l i e f e r u n g d e Hafers durch. Weiter besorgt sie den Aufkauf der^ Oe l-^ fruchte im Großherzogtum Hesseu und in der Provinz Starken-^ bürg und Rhcinhessen den Aufkauf der H ül se n früch te für bie; Zcntral-Eiukaufs-Gesellschaft. Neuerdings hat sie aucl) den. An-> kauf von Schlachtvieh übernommen und damit auch die Tätigkeit! der Viehhandelsverbändc wirksam unterstützt.

^er Wert der vermittelten Waren in. 191o bettägt' 10,2 Millionen gegen 1,8 Millionen in 1914. Davon entfallen

2.4 Millionen auf den Bezug von Dünger, Sämereien, Kohlen usw.,>

5.4 Millionen aus 'die Futtermittelverteilung und 2,4 Millionen! auf den Getreideumsatz.

Der Gesamtumsatz beziffert sich aus 62 Millionen.

Neu beigetrcten sind im Berichtsjahr 17 Genvssen- schasten und 2 größere Besitzer, so daß Ende 1915 von 148 Ge­nossenschaften und Genossen 225 Geschäftsanteile mit einer Haft­summe von 112 500 Mark übernommen sind.

Der R e i n g ew i n n in 1915 beträgt 103 047 Mark. Der Auffichtsrat beantragt folgende Verteilung: 1026 Mark als vier­prozentige Dividende aus die voll einbezahlten Geschäftsanteile; 34 155 Mark als viervrozentige Warenrückvergütung aus die im freien Verkehr vermittelten Bcdarfsstoffe: 6000 Mark in den Reservefonds. 11000 Mark in die Betriebs rücklage; 14 000 Rrark in den Pensionsfonds und 30 000 Mark in die Sonderrücklage, sowie 6866 Mark als Vortrag auf neue Rechnung. Tie General­versammlung findet Samstag, den 15. Juli zu Tarmstadt im Kaisersaal statt.

fcncbtsfaal.

= Re ndel, 7. Juli. Der hiesige lilchhändle r Philipp Fis ch-e r verweigerte einer Frankfurter ^Kundin die Weiterlieferung der Milch, obwohl die F-rau in die Kundenlffte eingetragen war. Aus behördliche Anordnung mußte! Fischer die Milchlieferung wie­der aufnehmen.. Juden: verurteilte ihn das Frankfurter Schöffen­gericht zu 100 Mart Geldstrafe. In der Urteilsbegründung führte der Vorsitzende aus, daß es leider mehr solcher Händler gäbe, die die iÜot der Zeit benutzten, um in unverschämter Weise das Publikum ihre Macht fühlen zn lassen. Man könne es fast Miß­handlung des Publikums nennen.

- Marburg, 7. Juli. Ein mit einem steifen Arm nach .Hause entlassener Invalide aus Treysa stand heute vor der Straf­kammer unter der Beschuldigung, bei einem nachbarlichen Streit mit einer Tunggabel eingegriffen und einen Mann, der ein Holz­bern hat, mißhandelt zu haben. Wahrend das erstinstanzliche Urteil aus 60 Mark gelautet hatte, erkannte das Landgericht heute ans 120 Mark Geldstrafe.

Mete orologis che Beo bachtung en der Station Gießen.

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Höchste Temperatur am 8 . bis 9. Juli ISIS: -j- 21,9*0. Niedrigste . 8. . 6. . 19Jö: + 15,8*0.

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