Ausgabe 
29.7.1916 Erstes Blatt
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Me gfftg yrtn r ffter r toi AWar 4 Mnder, 6 Schweine und 5 WKfct; Mosdorf 4 Rinder, '4 Schweine und 3 Kälber; Braunfels 4 Rinder, 8 Schweine lntb 5 Kälber: Ulm 1? ß iitbet, 4 Schweine und dver Kälber; Hohensolms 1 Rind, 1 Schwein und 2 Kälber: Rechten- bach 1 Mud. 3 Schweine und 2 Kälber: Schwalbach 2 Rinder, 4 Schinein - und 3 Kälber und Stadt Wetzlar 9 Rinder, 20<Zchwetne und 12 Kälber. Nachdem in einzelnen Gemeinden des Kreises bereits mit dem Schnitt des Brotgetreides begonnen

worden ist, macht der Vorsitzende des Kreisausschusses, in einer

öffentlichen Bckmittinackplng zur Vermeidung von Bestrafungen darauf aufmerksam, daß die Ernte sowohl vom Felde abgefahren, wie auch gedroschen werden kann, daß aber der Körnerertrag in vollem Umfange für den KomMunalverbaird beschlagnahmt ist, nicht verkauft und auch von den Selbstversorgern Zunächst nicht angegriffen werden darf. Die Selbstversorger erhalten bis zur Bekanntgabe voeiterer Bestimmungen vorläufig, wie die Ver­so rgnngs berechtigten, Brotkarten.

Hessen-Nesia«.

[) Marburg, 29. Juli. Im Pfeifferschen (Baute hielt gestern der Landwirtschaftliche Kreis verein Marburg unter dem Vorsitze des Gutsbesitzers Kaiser- Gisselb erg eine Versammln vg ab. Aus dem Rechnungs­abschluß ist zu erwähnen, daß das Vereinsvermögen rund 2295 Mk. betragt. Eftttspächter Klein-Caldern hielt einen anregenden Vortrag über Oelgewinnung und befürwortete besonders den Anbau von RaK, Dr. Sprenger von der Lan dwrrffchafts kammer regte an, sich mehr an den Schweinemastverträgen, die jedenfalls eine dauernde Einrichtung werden würden und die die Sicher­stellung der Versorgung der Großstädte mit Schlachtschwei- r.en bezweckten, zu'beteiligen. Zum Schluß teilte der Vor­sitzende mit, daß den landwirtschaftlichen Bediensteten Där- mer, Seip, Binnschmidt und Seipel zu Schönftadt und Korncmann zu Bürgeln für ihre langjährige treue Dienstzeit bei derselben Herrschaft von der Landwirtschasts- kannwer Diplome verliehen worden seien.

--- Fr a nkfnrt a. M., 28. Juli. Die Allgemeine Orts- krankenkusse hat dem Magistrat 50000 Mk. zu Kuren und Erholungsaufenthalten für schwächliche, kränkliche und -unterernährteSchultinder zur Verfügung gestellt. Durch di-est Svcnde wird es ermöglicht, etwa 4000 Schul-, lindern einen Kuraufenthalt zu gewähren.

-- Frankfurt cu M., 28. Juli. Einen D i e b st a h l, der unter Umständen für die Beteiligten sehr verhängnisvoll werden kann, begingen Diebe in einem hiesigen wissenschaftlichen Institut. Sie stahlen zwei zu Versuchszwecken mit Syphilis erheblich infi­zierte Kaninchen, ein weißes und ein silbergraues.

--Bad-Homburg v. d. H., 28. Juli. Ein jugendlicher Laudlungsgehilse au§ Steinau bei Schlüchtern trat hier in der Uniformeines Leutnants auf, machte Zech- und Wohnschuldeu nach Noten. Schließlich ließ ihn der Gast­hausbesitzer festnehmen. Das Schöffengericht verurteilte den Jüngling zu 2 Monaten Gefängnis.

X lilm, 28. Juli. In der Nähe der Station Morlesau bei Gewunden a. M. fuhr heute morgen gegen 7'/, Uhr ein Sonder­zug in die Flanke des gerade in die Station Morlesau ein­lahrenden fahrplanmäßigen Verfonenzuges. Durch de« starken seitliche« Anprall der beiden Züge wurden die Lokomotiven schwer beschädigt. Der übrige Materialschaden ist bedeutend. Eine Person wurde schwer verletzt, niedrere leicht.

g. Eschwege a. d. Werra, 29. Juli. In dem benachbarten Städtchen Spanqenberg stürzte gestern der auf Urlaub befind­liche 8«ndwehrrnsvu Siebert in seiner Scheuer beim Aubringcn einer Dachziegel in die Tiefe hinab. Er erlitt schwere innere Ver­letzungen, die nach kurzer Zeit seinen Tod herbeiiribrten.

= Limburg, 28. Juli. Piarvstrlentnant Boy, Sohn des hbchisQr R^ürtWgKcLdes Ä»Y, erhielt das Eiserne Kveuz 1. Klasse.

Fc. Nieder lohn stei n , 29. JrLi. Einen Aupperk^pf

im Gewicht von zwölf Pfund erntete die Frau Seyl Witwe dahier.

Fc. Aus Nassau, 29. Juli. Der Ertrag von Lohrinde in den Staatswalbmigen des Bezirks ist vorn. Jahre 1884 ab, wv er 4348 Zentner betrug, mit inehr oder minder großen Schwankungen zurückgegangrn. Im Jahre 1907 stellte sich der Ertrag an Lohrinde auf nur 6$7 Zentner, im Jahre 1913 betrug er sogar nur 471 Zenürer mrd stieg in 1914 infolge des Krieges wieder auf 1123 Zentner. In den Gemeinde-, Anstalts- und Standesherrlichen Wal-- düngen in Nassau ist der Ertrag von Lohrinde von 58 586 Zentner im ^Jahre 1884 auf 21163 Zentner im Kriegsjahr 1914 zurück- gegcmgen.

= Aus b«t Rhön, 26. Juli. Die Gemeinde Unterelsbach bei Mellrichstadt hat für den Bereich ihrer Gemarkung das Heidelbcersammeln von fremden Personen verboten. Trotz­dem sammeln in den Wäldern viele Frcmoe. Um das zu verhüten, bewaffneten sich dieser Tage verschiedene Untevelsbacher mit Knütteln und zogen gegen die fremden BeerenfaMmler zu Felde. Diesen wurden die Beeren weg-gcnommen und zerstampft. Tann beschimpfte man dieEindringlinge" in. gemeinster Weise. Schließ­lich kam es auch zu Tätlichkeiten, wobei ein Kriegsinvalrde und ein Mädchen aus Da scheint derart mißhandelt wurden, daß sie sofort in ärztliche Behandlung gegeben werden mußten. Nach den Urteilen Sachverständiger strotzen die Elsbacher Wälder von ^ einein nie dagewesenen Beereirveichtum, daß wir ein kleiner Teil geborgen werden kann.

Aus Unterfranken. 28.Juli. Bei Groß-Henbach wurden an den Stöcken verschiedener Besitzer die ersten reisen Burgundertrauben angetroffen.

Fortdauer der bestehenden Witterung.

in Hessen am Sonntag, den 30. Juli lelü:

Letzte Nachrichten.

Die SchWatzhastrgkeit der englische» Legierung.

Dem Petersburger Berichterstatter derDaily Mail", Hcmrrl ton Fyfe, gebührt das Verdienst, endlich herausgesunden zu haben, warum Großbritannien im bisherigen Kiiegsverlaus noch immer nicht die so stolz angekündigten Erfolge zu erringen vermochte. Tie Schwatzhaftigkeit der Regierung trägt nach der Meinung des Berichterstatters die Hauptschuld an dieser Enttäuschung, und er zögert auch nicht, die Gründe für die Berechtigung seines Vor­wurfes darzutun. Unter beit mannigfachen Kritiken, die die eng­lische Regierung sich im verbündeten Auslände gefallen lassen muß, ist der Vorwurf der Schwatzhaftigkeit an die Adresse der eng­lischen Regierung in letzter Zeit der häuftgste und lauteste geworden. Gerade jetzt, da der Krieg in ein entscheidendes Stadium getreten zu sein scheint, wird in Rußland und bei den anderen Verbündeten die UusähigLeit der englischen Regiermrg, den Mund zu halten, aufs empftndluhste «npftlnden. Es gibt kein Staatsdepartement in Großbritannien, das hierin eine Ausnahme macht. Man erinnere sich an die Ueberrachung, die die Offensive des deutschen Feld­mars challs Mackensen crnt Dunchec hervorrief, und an die Ver- sckwieoenhett der russischen Regierung vor Beginn der Brussllow- Offensivc. Tie gegenwärttge englische Offensive sicht hierzu in krassestem Gegensatz. Schon seit Wochen Wichte jedermann, der aus England kam, die verschiedensten Einzelheiten über den bevor­stehenden Angriff, ja fast das zutreffende Datum zu berichten. Tie Zeitungeri und Zeitschriften schrieben darüber, und auch> der private Briefwechsel mackste hieraus kein Geheimnis. Es gibt wohl keinen ,Wsg unvorsichtiger Beiäffentlickiung, der nicht in diesem Fall be­schritten worden wäre. Ein anderes Beispiel: die. Absicht Lord Kitcheners, zu Schiff nach Rußland zu reisen, war im ganzen rassischen Reiche bereits mehrere Tage vor der Abfahrt allgemein bekannt. Bisher rühmte man uns Engländer darin, daß wir Männer lder Tat und nicht des Wortes seien. Aber heute ist dststr Ruhm leider völlig unberechtigt geworden, und ChurchUl war nickt der erste, der seit Kriegsausbruch gegen diese nationale Regel verstieß. Haben die Mitglieder der englischen Regierung das Gefühl für ihre Verantwortlichkeit verloren? Gruben sie die Zurückhaltung in der Politik völlig hintanfetzen M können? Darum lautet die dringende Däahnmrg, die aus fstußland und den anderen verbündeten Ländern an Gwßbrrürmrien gerichtet wird: Schweig­samkeit, wreder Schweigscmllett und noch. einmal Schweigsamkeit!"

Gleiches Recht für Llle.

Berlin, 29. Juli. DerBerliner Lokalanzeigeiff schreibt: Der 1. August scheint uns eine Belebung der poli­tischen Aussprache bringen zu sollen. Der deutsche National- ausschnß har eine große Zahl von Bersanrnklungen bereits cntgr kündigt. Demgegenüber melden sichder unabhängige Ausschuß für einen ehrenvollen Frieden" in München, sowie derAusichufi der Richtlinien für den Weg zum dauernden Frieden". In Berkur haben sich Universitätsprvfessoren mit einem Aufruf an wc Oefsentlichkeit gewandt, um vorzeitigen FamdensstiMmungen vor- znbeugen. Die Erörterung von Friedenszielen ist bisher nicht frei* gegeben. Wir nahmen nach der Ankündigung des deutschen Nattv- nalausschussts an, daß die Regierung .die Zeit fttzt für gekommen erachtet, die Schranken der Zerssur zu öffnen. Wir setzen als wkbst- verständlich voraus, daß auch hier der SatzGleiches Recht für alle" Geltung behalten wird, daß also dem einen nicht verboten wird, was dem anderen gestattet ist. Wir wissen, daß auch andere Vereinigungen das Bedürfnis haben, in Rede lrrib Ger^nrede zur Klärung der Anschauungen über die zu erreichenden Zickle, über die Möglichkeiten, die uns ein siegreicher Krieg «erösftret, beizutragen.

Die Ausreise derDeutschland".

Amsterdam, 29. Juli. DieMorning Post" berichtet aus Baltimore: Die Bemannung derDeutschland" hat am

24. Juli abends an Bord des internierten deuffchen Dampfers Neckar" einem Gottesdienst beigrwolM. Der Geistliche betete für die glückliche Heimkehr des Schiffes. Darauf folgte ein^Ab- s chiedsessen. Das U-Boot fÄlte seine Tan^ auf und während die Betten der Mannschaften, die bisher an Bord derNeckar" schliefen, wieder <m Bord derDeutschland" zurückgeboacht wurden, bewies der Gertcch brennenden _ Oeles, daß die Maschinen des Schiffes ausprobiert wurden. Dies alles, meint das Blatt, weist wohl aus die bevorstcheiche Abreffe hin. DieTimes" laffen sich ans Washington berichten, daß ein englffcher Kreuzer vor der Chesapeake-Bey außerhalb der Territvrialgewässer erschienen fa.

RumäNien.

Bukarest, 29.Juli. Die Rückkehr des Königsh aus Sinaia und die Ankunft verscknedcrrer Dipilomaten und Politiker, die ihren Sommerausenthalt untetbrochen haben, in der Hanvtstadt, hat natürlich eine gewisse innere Spannung hervorgerustn, ohne daß sich das bisberige^ruhige und vergnügliche Bild der L^adt irgendwie gcäirdert hätte. Selbst das Abschiedsessen, das die rumä- nisch-ftanzösische Vereinigurrg dem französischen Gsfaudten Blondel gab, hat nur einen rein familiären Charakter gehabt. Blondel und seine Freunde behaupten, die Eveignifst würden sich jetzt so schnell entwickeln, daß noch er und nicht der beretts eingetvofstne neue französiscl>e Gesandte de St. Aulaire den Bündnisvertrag Rumä­niens mit Frankreich und den übrigen Macksten des VierverbaodiS unterzeichnen werde. Das ist ein schwacher Trost für Herrn Dlmäel. Lkber er wird dazu doch wohl der entsprechenden militärischen Lage im Osten und im Westen bedürfen.

T«s Frciberger Akademiejabilüum.

, 29. Juli.

Freiberg, 29. Juli. Mit Fahnen und TaNnengrün ge­schmückt, erwartet die Freiberger Akademie die Ankunft des Kö­nigs von Sachsen zur Feier ihres 150jährigen Bestehens. Die Gedenkfeier wurde Freitag eingcleitrr durch eine Fesffitzung des großen Jubiläumsausschusses und der Stifter. Ueber 200 000 Mk ftnd aus den Kressen der ehemaligen Angehörigen und Freunde der Akademie sowie von der Industrie aufgebracht worden. Davon hat ein einziger Stifter allein 100 000 Mk. gezerchrvet. 100 000 Mk. sollen für wrsstnschastliche FurfchuTtgsarbeiLu der P-vostsiorcn der Hochschule Verwendung fftchen, der Rest, asso etwa^d« ^Ächst

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Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem uns so schwer betroffenen Verluste unseres lieben, guten, unvergeßlichen Vaters, Bruders, Schwagers, Onkels und Pate sowie für die trost­reichen Worte des Herrn Pfarrers Ausfeld von Gieffen und die erwiesene Ehre des Krieger­oereins Wieseck sagen wir auf diesem Wege herzlichen Dank.

Namens der trauernden Hinterbliebenen die Zkinder:

Lina Waldschmidt Anna Waldschmrdt Otto Waldschmidt 5345] Heinrich Waldschmidt.

Wiestck, Homberg, Eschersheirn, den 27. Juli 1916-

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