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26.7.1916 Erstes Blatt
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&szcc Dtachchät württembergisch? Truppen Ixlb«! seit nun* i mA fast uzwei Jahren in heldennm-tigen Kämpfen ans allen Schau - glichen, dieses großen Krieges mir unvcrgceicküicher Tapferkeit und Ester Hingabe für ihren König und ihr schönes Schwabenland gesockten und geblattet, sie haben die Württembergasche Watten ehre überall hochgehalten und sich des Ruhmes ihrer Vater tvürdig gegeig'?. Ick gedenke dieser Leistungen mit hoher Anerkennung iimdchrn gewiß. daß das königlich Württemberg:'che Armeekorps auch rn Zrtkunft seiner: Mann stehen und mit der gleichen Treue und Lähuchett seine siegreichen Waffen Urerder führen wird. Mit freu­digen! Stolz stehen Eure Majestät als erhabener Chef an der Spitze solcher Truppen. Ich bitte Euere Majestät daher mit tiefempfundenem Tanke, dein ich hierdurch besonderen Ausdruck Äi geben wünsche, heute die Würde eines Ge ne r a l fc l d ma r - tchalls in meiner Armee anzunehmen, die mit mir stolz daraus sein wird. Euere Majestät nun auch in den Reihen der preußischen Feldmarschälle begrüß«: zu können. Gern ergreife ich diese Ge­legenheit. um Euerer Majestät die Versicherung der vollendetsten Hochachtung und wahien Freundschaft %n erneue rar, womit ich verbleibe Euerer Majestät freundwilliger Detter und Bruder

Wilhelm.

Ein englischer Doppeldecker von einem U- Boot abgeschossen.

Berlin, SS. Juli. (WTB. Amtlich.) Am 24. Jul: nach­mittags wurde nördlich Zeebrügge ein englischer Dop­peldecker von einem unserer Unterseeboote av- gesch offen und zum Niedergehen auf das Wasser ge- Mungen. Die Insassen, zwei Offiziere, würden von einem unserer Flugzeuge gefangen genommen und hierauf mitsamt ihrem Flugzeug an Bord eines Torpedobootes befördert und nach Zeebriigge eingebracht.

DaS französische Kontrollspftem.

Paris, 25. Juli. (WTB. Nichtmntlichj.) Meldung der Agence Hävers". Kammer. Nach einer Rede des Mi­nisterpräsidenten Bri and, der die Erörterungen über die Vorschläge für die Kontrolle des Parlaments bei bete Ar- meen zusammenfaßte und sich für die Zusammenarbeit des Parlaments und der Regierung, beider innerhalb ihrer verfassungsmäßigen Rechte, aussprach, hat die Kammer die ersten Artikel eines vermittelnden Entwurfes des Heeresaus- sch-usses angenommen. Danach wird eine Abordnung von 30 Parlamentsmitgliedern eingesetzt, welche alle drei Monate auf Vorschlag der Hilfsausschüsse von der 'Kammer gewählt und mit Ausübung der Kontrolle an Ort und Stelle bei der Armee beauftragt werden, welche die Megierung fordern wird in der Voraussetzung, daß sie sich in Entwurf. Keittlng und dkusfichrnng der Kriegshändlungeu nicht einmischen werden.

Türkische Truppen in Galizien.

B e r l i n , 25. Juli. (WTB.) Wie verlautet, ist binnen kurzem mit dem Auftreten von türkischen Truppen in den Kämpfen gegen die Russen in Galizien zu rechnen. In dieser Tatsache kann man einen Beweis für die militärische Schlagfertigkeit der Türkei und die Einheitlichkeit der Kampffront bei den Mittelmächten erblicken.

Berlin, 26. Juli. Zu dem angekmüngten Erscheine:! tür­kis cherTruppen in Galizien bemerkt dasBerliner Tage­blatt", daß die türkische HeereÄcitung ttotz der angeblichen rus­sischen Siege in Armenien, Truppen nach Galizien zu schicken vermöge. Sic kämpfe auch dort für sich selbst. DiePost" sieht darin ein Zeugnis für die ungebrochene Kampfkraft der von Goltz- Pascha so oft gerühntten türkisch«! Armee u'ü> für das gute mili­tärische und politische Einvernehmen der Verbündtten..Die Berliner Neuesten Nachrichten" sagen: dies gleicht einem meister­haften Sckac^ug 'im rechten Augenblick und eine Oeffnung des Weges nach Konstantinovel für die Russen, nämlich als russische Gefangene.

Die türkische Nationalfeier

Kon st an tinopel, 25. Juli. (WTB. Nichtamtlich^ Zur Nationalfeier fand die Eröffnung der zweiten Linie der Orientbahnen KonstainiinopelSan Stefano statt. Die Linie ist für den Lokal verkehr bestimmt.

Wilson und die polnische Bevölkerung.

New Dork, 24. Juli. (WTB. Nichtamtlich.) Funk­spruch von dem Vertreter des WTB. Die Presse erfährt aus Washington: Präsident Wilson wird wahrscheinlich an den .König von England, an den Präsidenten von Frank­reich und an die Kaiser von Deutschland und Rußland ein Handschreiben senden, in dem sie gebeten wenden, zu ge­statten, daß Lebensmittel von Amerika au die hungernde Bevölkerung Polens geschickt werden. Wilson hat das Staatsdepartement gebeten, ihm den besten einzuschlagen­den Weg anzugeben.

Holländische Ausfuhr.

Haag, 25. Juli. (WTB. Nichtamtlich.) Die Ausfuhr von ttbendigen jungen Hähnen über 800 Gramm mit Bewilligung ist gestattet.

Eugland und die hslländifche Fischerei.

London, 25. Juli. (WTB.) Meldung des Reuterschen Bu­reaus. Der Umfang der Fischlieferungen durch die hollän­dische Fischflotte nach Deutschland hatte bereits vor einiger Zeit die ernste Aufmerksamkeit der britischen Negierung gefunden. Der britischen Regierung ist es Mt bekannt, daß ungefähr 90 Pro­zent Heringe und ein beträchtlich«: Teil der anderen Fische, die durch holländische Fischerfahrzeuge gefangen werden, direkt an die deutschen Einkäufer verkauft worden sind. Die britische Re­gierung hat es daher für notwendig gefunden, eine Zahl hollän­discher FisäHampfer vor das Prisengericht zu bringen und eine andere Zahl wegen Fischens in verbotenen Gewässern festzuhallen. Die britische Regierung erkennt an, daß diese Maßnahmen einige .Härten enthalten. Sie hat deshalb ihre Bereitschaft ausgedrückt, mit Vertretern der holländischen Fischereiinteressen wegen einer Erleichterung der Lage zu unterhandeln.

Amsterdam, 25. Juli. (WTB. Nichtamtlich. Das Organ des Staats Ministers Tr. KüpperStandaard" stellt in einem Leitartikel die Frage, ob England die Absicht habe, Holland in dLesetbe Lage zu bringen, wie Griechenland. Es trete immer mehr zutage, daß England seine Blockade, wenn es sein Interesse gerade verlange, so einrichte, daß auch die Neutralen mit hungern müssen. Ohne den geringsten Schein von Recht ergriff England gegen die niederländische Fischerei auf der Nordsee Maßregeln, die diesen Betriebsz!veig lahmleqen und Holland eines Volksnah­rungsmittels berauben. Viel ärger sei aber noch das kränkende Anabol, die ganze holländische Heringsflotte gegenein Trink­geld stillegen zu lassen. So weit sei es bereits mit Eng­lands Geringschätzung für die kleinen Staaten gekommen, daß es wage, von den Holländern zu verlangen, daß sie ihr Recht um ein paar Silberlinge vreisgeben. Man muß sich gut einprägen, schreibt das Blatt, daß düs nicht der erste, noch weniger der se^re Schritt auf dem Wege zur Erniedrigung des holländischen Volkes ist. Wenn wir nicht auf kräftige Weise zeigen, daß wir unser Reckt wahren wollen, wird Englairds Anmaßung immer größ«n- m -rr-m Wir werden in die Lage von Mer!scheu g-raten, die hie sv] n r>irften, die sie aus schmachvolle Weise schlug. Die nber- mc, jr , h r unseres Volkes wünscht die Würde des Landes zu wähe^- Das Leben ist wichtiger als der Geldsack, die Ehre nichtiger als aas Leben. Deshalb stellen im v mit Nachdruck die Frage, UtftaT'-ui anderes Blatt beretts gestellt hat: Was wird die ReLtMAUg tun?

Berlin, 26. Jicki. NachdemVerl. LoLcllanz." schreib: der Nieuwe Rotterdamschc Courant" in einem Bericht aus dem Haag: Wir sind leider Gottes nicht in der Lage, Englands Vorgehen gegen unsere Fischerflotte mit gleicher Alünze heimzuzahlen unht wissen wohl, daß, rvenn England will, es uns alle auslmngern kam:. Deniwch möchte unser Volk zum mindesten wissen, daß alles mögliche getan wird, um die begangene Rechlsschändung rückgängig zu machen.

England und die schwarzen Listen.

London, 25. Juli. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung des Reuterschen Bureaus. Im Unterhause sagte Lord Robett Cec: 1 aus eine Anfrage, er habe die krittsche Stimmung der amerikanischen Presse gegenüber der Veröffentlichung der, feststehenden schwarzen Listen feindlicher Firmen bemerkt. Diese Stimmung scheine ihn: aber ft: hohem Äiaßc aus einem Miß^ Verständnis zu beruhen. Dieser Schritt der englischen Regierung sei M nicht neu. Das Gcsötz, aus Grund dessen die feststehenden Listen für Amerika neuerlich veröftentlicht worden seien, sei im Dczemberj 1915 angenommen worden und Listen bett. die meisten neutra­len Länder seien seitdem veröffentlicht worden. Auch seien' die Vorschriften des Gesetzes nicht ungebührlich streng. Füp französische Untertanen sei es gesetzwidrig, mit dem Feinde Handel! zu treiben. Für England aber seien nur die Personen, die sich ihm feindlich bewiesen 'hätten, auf die Listen derjenigen gesetzt worden, mit denen britische Untertanen nicht verkehren dürften. Auch suche Englaich durch die Listen die Handelsfreiheit neutraler Staatsangehöriger nicht zu beeinträchtigen, sondern nur Sicher­heit zu schassen, daß englische Schisse, Güter und Kredit nicht zur Förderung oder Bereicherung derjenigen benützt würden, die Eng­lands Feinden werktätige Hilfe leisteten. Man habe auch bereits gehött, daß die Nameir derjenigen, die etwa u miere chterweise auf die Listen gekommen seien, gelöscht werden sollten und daß bei der Anwendung des Gesetzes auf bereits abgeschlossene Verträge die gleiche Sorgfalt »angewendet werden soll. Die englische Re­gierung habe Nachricht, daß die deutscl-e Negierung ähnliche Schritte getan habe.

Brande in einem russischen Hasen.

Berlin, 26. Juli. Nach demBerliner Tageblatt" meldet StockholmsTidningen", daß Raumo in Finn­land, jetzt Rußlands bedeutendster Hasen, brennt. Die großen Sägewerke, die größten und modernsten im ganzen Norden, seien bereits abgebrannt.

Serbische Kanorteri.

, DerBerliner Lokalanzeiger" meldet aus Budapest: Serbische Gefangene, die auf den! Araber Gute als Schnitter angestellt falb, baten um die Erlaubnis, in ihre Heimat zurückkehren zu dürfen, und sie erboten sich zu einen: großen Gegendienst. Sic erzählten, die Serben hätten bei ihrem großen Rückzüge 61 Kanonen ver­graben. Die Gefangenen wurden darauf dorthin gebracht, wo nach ihren Angaben Kanonen vergraben worden waren. Tatsächlich wurden in Semcndrra fünf und an: Ufer der Morawa 55 Kanonen vergraben gefunden. Auch in Nisch unirbe in einem verschütteten Brunnen ein schweres französisches Geschütz aufgefundcn.

Die Kriegsfinanzen der Entente.

K o p e n Hagen, 25. Juli. (WTB.) Moskauer Zeitun­gen von: 18. Juli berichten: Nach einem Tags zuvor von. Finanzminister Bark ans Paris ein getroffenen. Telegramm haben seine Verhandlungen mit dem französischen Finanz- minister Ribot das Ergebnis gehabt, daß Rußlands Kredite für seine Manittonsbestellangen in Frankreich bis zum Ende hes Krieges verlängert wurden. Auch wurde die Zinsenzahlung für alle früheren Kreditoperattonen :stuß- lands in Frankreich geregelt. Bark kündigte in dem Tele­gramm seine Abreise nach London au, tvo'in einer Finanz­konferenz der Alliierten die Frage der Valutaanleihe )stuß- lands, sowie des in die Kasse des die Anleihe durchführen­den Bankenverbandes als Bürgschaft, zu hinterlegenden Goldfonds geregelt werden sollte.

Der deutsche Vorstoß gegen die Themsemündung.

Haag, 25. Juli, (zf.) Reuter ineldet aus London: Die Ad­miralität teilt mit:

Am 22. ds. um Mitternacht sichteten einige unserer kleinen Kriegsschiffe bei dein Leuchtschiff Noorvhinder drei feindliche Torpedoboote, die sich zurückzogen, bevor ihnen Schaden verursacht werde:: konnte. Später kamen unsere Seestreitkräfte mit einem der Torpedoboote ft: ein laufendes Ge­fecht. Die feindlichen Schiffe nmrden wiederl-olt getroffen, cs glückte ihnen jedoch, die belgische Küste zu erreichen. Eines unserer Schiffe wurde einmal getroffen. Ein Offizier und ein Manu er­litt«: leichte Verwundungen. Schaden haben wir nicht erlitten.

Der Zeekrieg.

Hamburg, 25. Juli. WTB. Nichtamtlich.) Der Finken­wärder HochseefischerkutterH. F. 26 4 Jonny", Eigentümer Otto Eckert, ist gesunken. Die Besatzung wurde gerettet.

Haag, 25. Juli. (WTB.) Meldung der Niederländischen Telegraphenagentur. In Schevenftlgen lies am Abend des 24. Juli der LoggerSch. 208" mit 28 Schiffbrüchigen von drei nor­wegischen Ho lz transpo rts chif fen ein, die am 22. Juli 35 Meilen von der englischen Küste durch ein deutschesi Tau chbo ot versenkt wurden. Die Mannschaft !vurde von dem Tauchboot in ihren Booten zn den: Logger geschleppt. Die Bemannung eines viert«: Holztvansportschiffes wurde von einem anderen Schiff ausgenommen.

Rotterdam, 24. Juli. (WTB.) lieber die Beschießung des hollärckischen LoggersBlaardingen 160" wird mit- geteilt: Das Tauchboot löste zwei Schüsse auf den Logger, tvandte sich einem norwegischen Dampfer zu und kehrte zurück, als es sah, daß der Logger nicht untergegcu:gen war. Der Schiffer erhielt Be­fehl, zu stoppen und die Schiffspapiere zu zeigen. Der Fischer fragte den Kapitän des Tauchbootes, was das bedeuten würde, und erhielt die Arrtwort, das würden die «rglischen Fischdampfer auch immer tun. Das Tauchboot liatte keine Nummer.

Amsterdam, 25. Juli. (WTB. Nichtamtlich.) Dem Blatt Zeepost" zufolge wurde der niederländische SchonerDinar" am 15. Juli einige Meilen von der englischen Küste von einem deutschen U.Boot torpediert. Die Besatzung ivurdc zugleich mit der des norwegische:: SchonersBerta" dem schwedisch«: DampferOnsala" übergeben. Beide Segler waren mir Grubenholz nach England unterwegs.

Kopenhagen, 26. Juli. (WTB. Nichtamtlich.) WieNa­tional Tidendc" aus Malmoe ineldet, passiert«: gestern wieder 1 0 e n g l: s ch c Dampfer, die von Rußland kamen, mit schwe­discher Besatzung an Bord die schwedische Oftküste. Sie hielten sich dicht an Land. Deutsche Torpedoboote folgten ihnen außerlialb der schwedisch«! Hoheitsgr«:ze, um sre abzufmcgen, wenn sie gezwungen sind, die schwedischen Gewässer zu verlassen.

Kriegsbrlcfe aus dem Osten.

Telegramm unseres zum Ostheer entsaickten Kriegsberubterstalters, (Unberechtigter Nachdruck, auch auszugsweise, verboten.)

Der Pour le merjtc fiir einen Regimentskommandeur.

Kowel, den 24. Juli.

Für die schweren und erfolgreichen Kämpfe, die er an der Spitze seines Regiments in den letzten Juni- und ersten Juli-Tagen mit Einsatz seiner ganzen Persönlichkeit durch­fochten Hai, ist Oberst Hsefer soeben vom Kaiser mit dem Pour le mente ausgezeichnet worden. Als Oberst Hoeser ani 8. Juni das hervorragende Regiment auf dem wolhynijchen K riegsschau platz übernahm, kam er aus der Heimat, wo. man

ihiu den rechten Arm stückweise hatte ümputitreu mäßen, nachdem ein Schrapnell ihm beim Weichselübergang aM 29. Juli 1915 den Unterarm sortgerifsen hatte. Vorher war der Oberst, der im Frieden zuletzt ein Regiment in Grau- denz geführt hatte, viermal verwundet worden. Er besaß alle Ordensauszeichnungen, die man im Kriege erhält. Seine tapferen Westfalen führte er zum Siege am 27. Juni, als Kolonie Starp Mosobr gestürmt wurde, am 2. Juli, als im heftigen Kampfe die Linie rveiter gegen Nowi Mosor gescho­ben wurde, und bei dem blutigen Sturm vom 3. Juli, der schließlich die entscheidende Brückenstellung von Swidniki, südlich des Stochod, erzwang, hatten Regiment und Führer Uebermenschliches geleistet. An dem heißen Tage von Swid­niki war das rechte Flügelbataillon in den Nahkämpfen int Sumpf beinahe von der russischen Uebermacht umzingelt, als sich der Oberst an die Spitze des Bataillons setzte, durch die hinreißende Kraft seiner Persönlichkeit die harten Westfalen zum umviderstehlichen Sturmlauf vorwärts führte, der weit über das gesteckte Ziel hinaus die große Straße nach Luck erreichte. Die Russen flohen in dichten Kolonnen aus der starken Hauptstellung bei Swidniki, als der Flankenstoß mit dieser Energie einsetzte. Der Dag vorher, an dem sich auch der Ijunge Leutnant L., der acht Tage später fiel, das Eiserne I. heldenhaft stürmend holte, hatte 500 Gefangene, 7 Offiziere, 3 Maschinengewehre gebracht, eine Beute, die der 3. Juli vermehrte.

, Mit ihrem schlesischen Obersten sind die Westfalen stolz aus die Auszeichnung, die auch dem Regimente gilt. Waren doch Mannschaft und Regimentssührer ein Wille und ein Fühlen in diesen schweren, blutheißen Tagen, die von der Größe unerschütterlichen Mannestums durchglüht sind! Wie sich auch die Lage dann Mitte Juli eiltwickelte die Russen stehen vor der festen und starken Stöchod-Linie. Swidniki blieb unser, und aufopferndes Heldentum hat Sieg und Er­folg gekrönt!

Rolf Brandt, Kriegsberichterstatter.

»m Stützt ttntz £ant.

Gießen, 26, Juli 1916.

Gießener Kindcrfürsorge.

Die Volksschulen unserer Stadt haben Ferien. Aber nicht ganz so 'frohen Herzens als in ffÄheren Ja1>ren ließ die Lehrerschaft diesmal die Kinder gehen. Lange Be­ratungen gingen voraus, wie etwas geholfen werden ©rate, einer Anzahl von Kindern während der Ferien einen Land­aufenthalt zu ermöglichen. Und zur allgemeinen Freude fanden sich wirklich Wege. Die seit mehr als 10 Jahren segensreich wirkende Bückingsttfürng ermöglichte es mit einem Zuschuß seitens der Stadt auch in diesem Jahre,

15 Knaben und 15 Mädchen für eine Ferienkolonie vorzusehen Diese Zahlen konnten sofort auf 30 Knaben und 25 Mädchen erhöht werden, als der Oberbürgermeister einen namhaften Betrag aus ihm gewordenen' Spenden zur Verfügung stellte und eine Anzahl hochherzige Damen und Herren mehrere hundert Mark zu gleichem Zlvecke beisteuerten. Der Gedanke, an den fiohen Kinderscharen, die am Mittwoch und Donnerstag, den 12. und 13. d. M., ihrem Ferienziel Anfuhren, ein gutes Werk getan ju haben, mag den edlen Gebern reichster Lohn sein für ihre aus- gewandten Mittel.

Von der Knabenschule gingen 102 Schüler für Wochen aufs Land zu begüterten Verwandten und Bekannten, die diese Knaben, soweit es möglich ist, so stärken urw kräftigen werden, daß sie bei ihrer Schillentlassung tauglich germg sind, die Lücken, welche der unheilvolle Weltkrieg in Land­wirtschaft, Handel und Gewerbe gerissen hat, auszufüllen.

Hilfe kam auch von,einigen Lehren: und Pfarrern des Kreises, die sich mit dem Oberbürgermeister und Haupt- lehrer Knauß ins Benehmen setzten, um eine Anzahl Kinder für die Dauer der Ferien und vielleicht auch dar­über hinaus auf dem Lande kostenlos in kräftige und aus­reichende Kost zu bringen. Von der Knabenschule konnten aus diesem Wege etwa 30 und von der Mädchenschule 10 Kinder untergebracht werden Enre fieiwiltige Ueber- wachung der neuen Stadt-Landkinder ist gesichert. .Herz­lichen Dank den Vernrittlern und Landwirten, die sich um dieses menschenfieundliche Werk bemüht haben.

«

"^Rinister Braun Vorsitzender der Mutter- und S ä u g l i n ci s f ü r s o r g e. Ter Großberzog hat auf Vorschlag des Großh. Ministeriums des Innern den Präsidenten der Oberrechnungskammer, Minister Dr. Ernst Braun, zum Vor­sitzenden des Vorstandes der Großh. Zentrale für Mutter- und Säuglingsfürsorge in Hessen ernannt.

* Auszeichnung. Dem Gefreiten Willy Gerhard im Jns.-Regt. 84 wurde bei den letzten Kämpfen das Eiserne K r e u z verliehen. Der Wehrrnänn Marlin H e u ß n e r aus Gießen, Feldart.-Regt. 205, seit Anfang des Krieges im Felde, er­hielt dce Hessische Tapferkeitsinedaille.

L. U. Von dev Landesuniversität. Dr. iur C. August Ernge aus Hanau, der sich an der Landesuni- v-ersität für Rechtsphilosophie und bürgerliches Recht zu habiliti-eren wünscht, wird Freitag, den 28. Juli, 4 llhr in der kleinen Aula seine Probevorlesung halben über den Entpirismus und die Rechtsphilosophie.

** Vaterländischer Abend der Ludovicianau Etwas abweichend von der Form der bisherig«: Vaterländischen Abende gestaltete sich der letzte Ab«ll> dieser Art am Montag dieser Woche. Die Gießener Freilichtbühne hatte die Dozenten- und Studentenschaft eftmeladen. den dlbend durch eine Anfführimg auf der Waldbühne einzuleiten. woran sich eine ge­mütliche Zusammenkunft ans der LrevigShöhe anschließen sollt« Die Beteiligung an diesem Abende war nicht so stark wie beim letzten Male, außerdem hatte sich eine größere Anzahl der Teil­nehmer gleich zur Liebigshöhc begeben. Auf der Waldbühnc er- ösfnete der Rettor, Professor Dr. Sievers, den Abend mit l/erz- lichen Begrüßungsworten.. Hierauf ttug der künstlerische Leiter der Freilichtbühne, Herr Karl Rotteck, zwei zeitgeniäße Dichtungen! vor, die einen tiefen Eindruck hinterließ«:. Jrn Mittelpunkt des Ab«ws stand die Aufführung desGrünen Dominos" von Tlwodvr Körner durch die beiden Studentinnen Frl. Frieda Mulch und Frl. Elsa Kühner. Die Aufführung rief freudigen Beifall hervor, den sich die beiden Danien durch ihr gewandtes^ Spiel auch vollauf verdient hatten. Mit zwei weiter«: Gedichtvorträgen von Herrn -.Heinz Schmidt unb Lautenlieder von Frl. Thessa M v l ch fand der erste Teil des Abends seinen Msckflnß. Der Rektor dankte in herzlichen Worten dem Leiter der Freilichtbühne, Pros. Tr Bernd eck ftir dib tiicbenÄvürdige Einladung und dem künst-i lerischen Leiter Karl R o t t e ck sowie den übrigen Mitwirkenden für den genußreichen Abend, und lud die Anwesenden ein. zur Liebigshöhc aufz!ll>rechen, wo sich ein sehr gemütlicher Kommers- abend anschloß. ^

** Kaffeesatz als Futtermittel. Man schreibt uns; Wollen Sie vielleicht dieGüte l>ab«: und Ihre Leser auf ein Futter^ mittel himveisen, das noch wenig Beachtung findet, sehr wertvoll und in jeder Haushaltung zu finden ist. Es ist die? der« Kaffeesatz. Einerlei ob von Kaffee, Malzender Frucht. Er> läßt sich gut, unter Weich,futter gemischt, für Kleintierzucht:' (Kaninchen und Geflügel) auch für Schüveine venvenden. In Kaninchenzüchiterkreisen findet Katjeesatz schon lauge Berw^wmuz, und^ wird uon^manchen ZüMcyr^ls sehr naprdafi bezcl^chnet^.