Ausgabe 
26.7.1916 Erstes Blatt
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W' Der Fntlerknappheit darf md) unbmr&t M eiben, ivas irrend 6ra::;ifba in Ti? ftteie, mtkfjie doch sehr rar ist, kann zum Teil durch Kas'. esae ersetzt werben. Die Bichbesitzer konnten, sich ihn auch bei .Hlt.l-h:ltunAen, welche kern Viel) besitzen, sammeln.

** D a; Einsammeln von Altmaterial zu- grinsten des Roten Kreuzes wird Donnerstag, den 27. Juli, vor, mittags 3 Uhr ab fortgesetzt. Befahren werden voraus- sichllich folgende Straßen: Süd-, West-, Nord- und Ost- Anlage, MolLkestraße, Kaiser-Allee, Licher Straße sowie Es'sfenberger Weg. Bemerkt sei nochmals, daß man ohne genügenden Ausweis, irrsbesondere an Kinder, kein Ma­terial aus händigen soll

Kreis Alsfeld.

02 . Gleimenhain, 26. Juli. Die Sammlung für unsere Kriegsgefangenen Hai in unserer kleinen Gemeinde den Betrag von mehr denn 80 Mark ergeben..

02 . Zcilbach, 26. Juli. Die heute in unseren! 192 Ein­wohner zählenden Dorfe vorqenommene Sammlung für die Kriegs- 1 und Zivilgefangenen ergab die Summe von 77 Mk.

Kreis Lauterbach.

02 . Schlitz, 26. Juli. Das Eiserne Kreuz erster Klaffe erhielt für hervorragend tapfere Leistungen vor dem Feinde der Leutnant d. R. Fritz N i e p o t h im 6. bayr. Reserve- Feldart.-Regiment.

rr. Schlitz, 26. Juli. Fräulein H e n s i n g, die bis dahin an der Volksschule tätig war, erhielt ein Dekret an die hiesige Bürgerschule. Sie tritt an die Stelle von Frätllein Hirschmann, die aus dem Schrildiensi ansscheidet. Das erste Korn wurde am Montag in den benachbarten Gemarkungen geschnitten und fällt, wie man hört, sehr gut aus. - 2 2 O f s e n b a ch e r F e r i en- linder trafen heute hier ein und fanden Aufnahine in den nahen Dörfern.

Kreis Friedberg.

dr. B a d-Nauheim, 26. Juli. Frhr. Zorn v. B u l a ch , Weih- bischof von Straßburg, traf gestern abend zu mehrwöchigem Kur­gebrauch hier ein und hat im Ketteler-Heim Absteigequartier genommeii.

F. C. Bad - Nauheim, 26. Juli. In der hiesigen Boniiatius- klrche wird Dompfarrer Erker, welcher bis 1912 Pfarrer der hiesigen katholischen Gemeinde war und in Mainz, wo er sich einer Operation unterzog, verstorben ist, beigesetzt werden.

F. C. Butzbach, 26. Juli. Äm Sonntag wird Pfgrrer Beyrich, dem die Pfarrstelle Münzenberg übertragen würde, sich in der Stadtkirche von seiner Butzbacher Geiiieinde verabschieden.

. Bu tz bach, 25. JE Unter zahlreicher Beteiligung wurde gestern in seiner Vaterstadt Butzbach, die ihm so manche neuzeit­liche Entrichtung üerbcntß, und für deren Emporblühen er stets benllLht gewesen ist und getvttckt Hut, unser früherer Bürgermeister, Lanbtagsabgevndneter Jou tz zur ewigen Rüste gebettet. Pfarrer Beyrich. rntvoKbe in seiner G-väbesrede in tresslcher Weise ein Lebensbild des Verstorbenen. Namens des Vorstandes der Zweiten hessischen Kanmier legte Laridtagsabgeordveter Damm von Fried­berg einen LorbeePSomz mit Schleifen in den hessischen Farben nieder; Bürgermeister Dr. Kayser von Bad-dLanhelln sprach namens dieser Stadt dem Verstorbenen den Dank für sein Wirken für bee Badestadt ans und legte gleichfalls eineri Kranz nieder. Die Stadt Butzbach war durch Bürgermeister und Gemeinderat vertreten.

bz. Griedel, 26. IM. Der Wehrmann Karl Heß von hier, bei einer Fnßortillorch-Batterie, erhielt das Eiserne Kreutz. naHbem chm vor kurzem bereits auch die Hcsftsche Tapse rkeits- denknrünze verkieheL vLrrde.

Re. Reichelsheim, 25. Juli. Leutnant und .Kvmpagnie- fiSjecex Otto SJfre$er von cher. Sohn des früheren Apothekenbe- fftzerS, wurde mit dem Eisernen .Kreuz erster Klasse ausgezeichnet

o-o^Bil de l, 26. Juli. Das Eiserne K'reuz 2. Klasse rmrrbc dem Welftmvnn Achmst Trau von hier, Reserve-Infanterie- "Regäment 60 verliehen. Unsere Schuljugend sammelt fleißig Aren wes fe-ln, deren Faserstoff ein wertvolles Rohprodukt für die BkDeidkmgsrndustrie üefert. Ebenso wird unter Aufsicht einiger Lehrer dos gemeinschaftliche Aehr en lesen spganisiert. Körner and Stooh werden an den GeflügklMchtverein, an kleine BrchLesrtz^r «bqe^ben. oder auch die Körner geröstet. Die erzielten Geldbeträge sind doM ftefraromt, das Los unserer Kriegsgefangenen ya erleichtern. Mt Rücksicht hievans haben sich einige Landwirte entschlossen, üuf das Mbvechen ihrer Frttchtäcker zu verzichten. Hoffentlich folgen diesem Beispiel noch mehrere oder alle Landwirte, damit für diesen Zweck Ersprießliches gleistet werden kann.

Starkendury mrd Rfteinhrffev.

-- Mainz, 26. Juli. Wie der Jahresbericht des Römisch- Germanischen Zentval-Museums für das Geschästsiahr 1915/16 mttteöt, wurde dem hiesigen Museum ein Massenfund von 800 Eisenwerkzeugen römi^her, karolingischer und späterer Zeit in vorzüglicher Erhaltung überwiesen. Dir Werkzeuge wurden vor Jahren bei der römischen RHeinbrücke gefunden, in letzter Zeit aber erst gereinigt. Sie stehen in ihrer Reichhaltigkeit und geschicht­lichen Entwicklungsreihc geradezu einzigartig in Deutschland da. Die Gesamtzahl der jetzt im Museum vereinigten Nachbildungen antiker Fun genstände beträgt 27 256 Stück, die der Originale 8839, von erberen kamen 563 Stück, von letzteren 513 im Verlauft des Jahres Hinz«.

Kreis Wetziar.

Wa. Wetzlar, 26. Juli. Mit dem Schnitt des Roggens ist in den letzten Tagen in unserein Kreise schon vielfach begonnen worden.

Wa Wetzlar, 26. Juli. Mit dem Eisernen Kreuz 1. Klasse wknde ausgezeichlnet: Hanptmcmn ( Regierungsbaum elfter) Schö n- feld, Pionier-Regiment Nr. 35. HauptMMin Schonftld gehört in seinem ZivitverhAtnis zu den Betriebsleitern der Buderusschen Eisenwerke. Mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse anshezeichnet wurden: Gefreiter ?lugust Marx, 3. Reserve Jägerbataillon Nr. 20, Unterofföäter Fritz Pausch. Kaiser-Alexander-Gaide^ Grenadier-Regiment Nr. 1, und Pionier Wilhelm H e e p, Pftmier- Regiment Nr. 25, aus GriedAbach

ä. Dornholzhausen, 26. Juli. Der Wehrmann Ant. Bogt von hier wurde leicht verwundet. Bogt steht seit Kriegs- beginn im Felde.

ä. Großrechtenbach, 26. Juli. Leutnant der Reserve Lehrer Wilhelm D r e u t h von hier, Ritter des Eisernen Kreuzes 1. und 2. Klasse, wurde in den Kämpfen in Nordsronkrerch am Kopse und an der Schulter verwundet. Er liegt in einem Lazarett in Hannover.

ä. K l e i n r e ch t e n b a ch, 26 Juli. Den Heldentod fürs Vaterland starb in den Kämpfen bei Verdun der Landsturmrekrut Wilh. Z ö r b von hier. Sein einziger Bruder fiel ebenfalls in Frankreich im Dezember 1914.

ä. Lützellinden, 26. Juli. Die Vertretung der 3. Lehrer­stelle an der hiesigen Volksschule ist von Königl. Regierung dem Schularntsbewerber Filling, bisher in Jsert-Backsen, Kr. Alten­kirchen, übertragen worden. Der bisherige Inhaber der Stelle, Lehrer Praß, ist seit Anfang des Krieges eingezogen und inzwischen zum Leutnant d. Res. befördert worden.

d. Münchholzhausen, 26. Juli. Seit September 1914 war die Ehefrau des Wehrmannes Michael Damm von hier von 'hrem im Felde stehenden Ehemanne ohne Nachricht geblieben. Nun wurde dev.Frau mitgeteilt, ihr Mann sei in der Marneschlacht im September 1914 verwundet in französische Hände gefallen und an seiner Verwundung am 14. Sept. 1914 auf dem Schlachtfelde verstorben. Der vom Heeresdienst entlassene Kriegsbeschädigte, ehemalige Grenadier Wilh. Vogt von hier wurde mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet.

Hessen-Nassau.

st A u s dem Kreise M a r b u r g , 26. Juli. In einigen Gemarkungen, z. B. in derjenigen der Gemeinde Ockershansen, wurde in den letzter! Tagen bereits mit deni K o r n s ch n i t t begonnen.

st Aus dem Kreise Kirchhain, 26. Juli. Bei der Sam m lang für die deutschen Kriegs- und Zivilgefangenen gingen im hiesigen Kreise insgesamt 6043,25 Mk. em. An der Spitze

steht die Stadt Kirchhain mit 747,40 Mk.

X Biedenkopf, 25. Juli In den letzten Bocken sind im Kreise Biedenkopf und angvenzenden Teilen des Kreises wieder­holt nächtliche Einbruchsdiebstähle auf dem Lande aus- gesührt worden, bei denen hauptsächlich Nahrungsmittel in grö­ßerer Menge, aber auch Geld erbeiitet wurde. Wie der Erste Staats­anwalt bei dem Kgl. Landgericht in Marburg mitteitt, kommen er­fahrene Einbrecher oder auck Obdachlose (Kriegsgefangene, An­staltszöglinge.' in Frage, nach denen die Behöicke zurzeit eifrig fahndet.

fa Bicden köpf, 26. Juli Hilssförster Stoll wurde mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet. In dem Hause des Anstreichers-August Walther in der Tauwinkelstraße brach am 23. Juli morgens gegen 1 .9 Uhr auf bis jetzt unaufgeklärte Weise Feuer aus, dem der größte Teil des Dachstuhls zum Opfer siel. Die alarmierte Feuerivehr konme in kürzet Zcll das Feuer aus seinen Herd beschränken. Der Spenglerlehrling Otto Junker aus .Hartenrod hat am vergangenen Samstag die Gesellenprüfung im Spenglerhandwerk vor der Prüfungskommission mitGut" be­standen.

ha. Br ei den stein, 26. Jul t. Dem Ba taillons -Ta mbour Unteroffizier Jakvb Schwarz von hier wurde das Eiserne Kreuz 2. Klasse verliehen.

= Frankfurt a M , 25. Juli. Als gestern abend der Loko­motivführer Philipp Hegemer wir seiner Ehefrau hermkelffte wurden sie im Flur ihres Hauses. Bergerstraße 239, von einem Einbrecher, der vermutlich dem im gleichen Hause befindlichen Laschaschen Geschäft einen Besuch abstatten wollte, überfallen. Der Räuber stieß Herrn Hegemer zu Boden und gab dann aus dessen Frau einen Revolverschuß ab, der in die Brust eindrang und die Frau lebensgefährlich verletzte. Obwohl sofort die Verfolgung) des Räubers ausgenommen wurde, gelang es doch nicht, seiner habhaft zu werden. Gr konnte bis jetzt nicht ermsttelt werden.

F r a n t f u e t a. M., 26. Juli. Hiesige Aepfelweinwirte kaufe»! gegenwärtig in den Taunusorten alle ihnen erreichbaren A e v f e l w e i n v o r r ä t e auf, die angeblich zu Heereslieiernngen Verwendung finden sollen. Tie Käufer bezahlen für das Liter durchfchnntlich 3336 Pfg. Aus Köriigstein wurden dieser Tage 33 Hektoliter nach Frankfurt verkauft.

X. Hanau, 25. Juli. Aus Furcht vor Strafe hat das 25 Jahre alte Dienstmädchen Minna M o o g k von Stockheiin (Oberhessen) den Tod in der Kinzig gesucht und gefunden. Die Leiche konnte bereits gelandet werden.

Fc. Wiesbaden. 25. Juli. Die se ch ste Fl e i s ch v e r - teilung des städtischen Fleischamts, unter Leitung des Ge- säjäftssührers Roffel, wickelte sich heute abermals sehr schnell ab. Die stattliche Quantität von 30 000 Zenttrer Fleisch wurde ver­teilt. In der Zeit von 8 bis 1 Uhr waren alle hiesigen Metzger mit '-dem ihnen zustehenden Quantum Fleisch ven'orgt. Es kam abermals etwas Gefrierfleisch wieder zur Verteilung.

M a f s e tt h e i in bei Wiesbaden, 25. Juli. Auf dem H a n d e l s - ll - B o o tDeutschland'" befindet sich auch ein hiesiger Ortsbewohner, der Sohn des Kaufmanns Schivarzschild. Die Schiffahrtsgesellschaft teilte kürzlich den Eltern mit, daß ihr Sohn auf der ^Deutschland^ als Mechaniker weile und sich des besten Wohlseins erfreue.

-Kassel, 26. Juli. Bei Vernaivahlshausen stürzten zwei Soldaten in der Schlaftrunkenheit aus einem Zuge. Während der eine mit dem Schrecken davon kam, wurde der andere, ein Oberjäger, überfahren und getötet.

Fnlda, 25. Juli. Große Nahrungsmittelsäl- schunqen ließ sich die hiesige Mehl- und Getreide Handlung M. Birnbaum & Sohn zu schulden kommen. Sie verkauffe an Bäckermeister ein sogenanntes Streumehl, das nach den Untersu­chungen des Straßburger Lebensmittelamtes aus 1415 Prozent Sagemehl und 8586 Prozent Gips bestand. Die im höchsten Grade gesundheitsschädliche Ware wird zu 26 Mark der Doppel- zetrtner verkauft, der Herstellungswert beträgt höchstens 56 Mark. Die Firma vrrkanste dasMehl" nach allen Gegenden Deutschlands.

Lin amerikanischer ttriegrderichterstatter in englischer Gefangenschaft.

Me die große Spionenmrckt der Engländer ihre Heeresleitung dazu führen kann, neutrale und selbst befreundete und eigene Kriegs­berichterstatter als Kriegsgefangene zu ^handeln, davon weiß der Amerikaner Dr. Max R. Funke ein Lied erzählen. In der ,,Oesterreichisch.en Rundschau" erzählt er von seinen! Abenteuer, nie er trotz gülffger Ausweispaoiere an der flandrischen Front in die Hände der Engländer geriet, und als KriegSgesangetier behandelt NUrde. Man hielt ihn für einen deutschen Spion: vier Tage ver­brackste er gxnreinstrm mit bayerischen Gefangenen, wrwei er übrigens nfft der Behatrdlnng und Beköstigung durchaus zufrieden war. Mit drei Berufsgenoffen war er an die Front gegangen: sie hatten <A\t den sogenanntenSaus oonduit", den der französische Gerreralissimus Josffe eigenhändig unterzeichnet hatte. So glaubten sie, unbedenklich an der Front weilen zu dürfen, allein sie hatten die Rechnung ohne den englischen Helfershelfer der Franzosen ge­macht: ganz unvermutet verlange ein englischer Hanptmann die Papiere zu sehen, sie wurden ihm w>rgeliegt, rmd er etcklärve sie! für Fälschungen: offenbar war der Amerikaner ein deuffcher Spion, und als solcher wurde er mit seinen drei Gefährten einst­weilen gefangen gesetzt, nachdem man alle vier Männer darauf luntersucht hatte, ob sie Waffen bei sich hätten. Ein englisches Kriegsgericht, aus einem Obersten und einem Leutnant bestehend, verhörte die Kriegsgefangenen zweimal, wollte jedoch die große Verantwortung für ihre Freilassung nicht übernehmen und ent­schied, sie seien dem englischen Großen Generalstab zu überweisen. Die Gefangenen wurden zu Fuß nach Laventie gebracht, wo der damalige Generalseldmarschall French sein Hauptquartier hatte. Ein Oberst nahm sie in Empfang und behandelte sie ziemlich liebenswürdig: freilich konnte er ihnen fein besseres Nachtlager anweisen, als das Stroh, aus deni schon einige bäuerische Ge­fangene lagen. Mit diesen kanten die Gefangenen sehr gut Mls. Am folgenden Morgen lud der Oberst die amerikamichen Ge-' fangenen zunr Frühstück mit englischen Osffziieren ein, so daß sie sich schon wieder ffei glaubten: aber plötzlich kam eine Ordonnanz vonr ^großen Generalstab mit der ausdrücklichen Meldung, die Kriegsberichterstatter hätten sich auch weiter als Gefangene zu be­trachten ! Der ganze Tag oerging, ebetrso der nächste, und die neu­tralen Kriegsberichterstatter hatteit immer noch nicht ihre Frei­heit wieder. Da verlangte Dr. Funke endlich mit größter Ent- chtedenheit zu French geführt zu ioerden. Das geschah am nächsten Morgen.Was wollen Sie," sagte French,ntaat muß sich gedulden. Wir livben wahrlich andere Sachen zu tun. als uns um Kriegs­gefangene zu bekümmern." Furchtlos crwiederte Dr. Funke, es sei gegen das Völkerrecht, Berichterstatter neutraler Staaten in Ge- ängenschaft zu setzen, und verlangte die sofortige Jnterventton der amerikanischen Botschafter in London und Paris. Hieraus agte French:Im Krieg kennen wir Engländer kein Völkerrecht mehr." Die Unterredung mit French »var hiermit beendet. Jin Laufe des «Nachmittags wurde den oöll.'rrechts- widrig sestgehalteneii Amerikanern eine große Ueberraschung zu- teil: es wurden fünf neuedeutsche Spione" als Ktieasgefangeng eingelieiert. die sich als ein russischer Kriegsberichterltatter vom Rjctsch", die Kriegsberichterstatter desGaulois", des .Demos", derTimes" und derMorning Post" herausstellten! Die Eng­länder hatünt also ihre eignen Kriegsberichterstatter kriegsgeiangen! Endlich am nächsten Tage konnte der liebenswürdige Oberst die gnte Nachricht bringen, dseKriegsgefangenen" würden nach.Havre ge­bracht und dort freigelassen werden. So geschah es auch: nur ihre Autonwbile bekennen sie nickt wieder, well die englische .Heeres­leitung 'sie beschlagnahmt l)atte. In St. Omiei' ergab sich ein heiterer Zwischenfall: die Kriegsgefangenen wurden dort der sran- zösischen'Gendarmerie übergeben und kamen so mit einem douffchen Gardeunterossizier zusannnen, der' unter schwerer Bedeckung be­ordert wurde. Eine große Menschenmenge hatte sich angesammelt uild ein Gendarm flüsterte dem Anwrikaner zu:Das ist Prinz Adalbert, ein Sohn des Kaisers . Aber sagen Sie es tnchl weiter." Die Menge jauchzte und stellte fest:C'est tout le Por­trait de son päre!" Da. Funke erfnfn bald von dein Getangeneu selber, daß der vorgebliche Prinz Millbert ein polnischer Metzger- gehllse aus Posen sei. In Havre endlich erlangten dteKriegs-, gefangenen" ihre Freiheit wieder^

Meteoroiogische veobachtungen der Station Sietzerr.

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Höchste Temperatur am 24. bis 25. Juli 1916: ff- 19,2'C. Niedrigste . 24. . 35. 1916: 4- 14,9'CJ.

Niederschlag 1,5 mm.

Amtlicher Wetterbericht.

Oeffentlicher Wetterdienst, Gießen. Wetteraussichten in Hessen am Donnerstag, den 27. Juli 1916 Wolkig bis heiter, trocken, keine Temperatiiränderung.

M6ller'sche Yadeansialt.

Wasserwärme der Lahn a,n 26. Juli 16° R.

Letzte Kachrichteu.

Die Stimmung in England.

Berlin, 26. Juli. DerBerliner LoLilanzeiger" schrekbl: Aus unbedingt zuverlässiger Quette wird ims mitgetellt, daß die in englischen Regierungskreisen herrschende Stimmung Mißervrdentlich ernst ist. Man ist von dem geringen Ergebnis überrascht, die Haigs -Offensive g^eigt hat, imb unser Gewährsmann, der^noch vor wenigen Tagen, d. h. drei Wochen nach Beginn der Sommeschlacht, in der Lage war, che maß­gebendsten Persönlichkeiten in London zu sprechen, ist überzeugt, daß, tvemt der heutige Feldzug in der Picarche innerhalb von vier bis sechs Wochen keine größeren Ergebnisse haben sollte, als die llmi bisher bcschieden nxtren, England von der Aussichts­losigkeit alles^weiteren Anrcntiens der deutschen Linien über­zeugt der Stimme der Bernunff Gehör geben und alle Folge­rungen daraus ziehen wird.

Die russischen Riesenverluste.

Karlsruhe, 26. Juli. Wie die schweizerffchen Blätter luelden, weitt die neueste amtlich eVerlu st liste des Z^e n t r a l e r ken n u n g sd i e n st es in Kiew die Namen von 75 300 gesallenen Mannschaften nnd Offizieren auf. Die ZaU der ieit Beginn der russischen Offensive gefallenen Mannschaffen und Offiziere erhöht sich damit auf 323 400. Als getötet uud verwundet werden nach den amtlichen Berichten neuerlich 9500 OsfiKiere angeführt, so daß die Gesamtzisier der seit dem 1. Juni bis 15. Juli getöteten und verwundeten Offfziere auf 24 400 ge- jttegen ist. Aus den Verlustlisten ergibt sich, daß verschiedene Garde-Regimenter, darunter auch das bekannte Wyborger Garde- Grenadier-Regiment, ihre sämtlichen Offiziere eingebüßt haben, lim dem druckenden Mangel an Offizieren zu steuern, wurden ivährend der Dauer der Offensive bis jetzt 2 900 meist schon ältere und erfahrene Manchchaffen und Unteroffiziere zu Fähn­richen befördert.

Aus Rumänien.

Berlin, 26. Juli. Nach einer Stockholmer Meldung desBerliner Lokalanz." eritspricht die Meldung entente­freundlicher russischer Blätter, daß 30Waggons Muni­tion aus Rußland in Rumänien augelaugt seien, nicht der Wahrheit. Die Munition sei an die russische Südwestsront gebracht und wahrscheinlich längst verbraucht. Das rufftfcf>e Ministerium des Aeußern hätte von Rumänien als Gegen­leistung für die Auslieferung der Munition die Erlaubnis zum Durchmarsch russischer Truppen durch Runränien gefordert, was abgelehnt worden sei. Trotzdem hätte Rußland die falsche Nachricht livn der Freigabe der Munition lanciert. Im Gegensatz dazu meldetAz Est" aus Bukarest, in Rumänien sei eine neue Munitionssendung aus Rußland eingetrosfen, deren Herausgabe der neue fran­zösische Gesandte in Bukarest, St. Aularie, durchgesetzt habe, um sich einen freundlichen Empfang zu sichern.

Heeresvermchrung in Spanien.

Berlin, 25. Jiuli. Priv.-Tel?. TieDossische Zeitung" Nieldet aus Madrid: Der sptmische Kriegsminister hat ein Re- sormpnoiett vor gelegt, das eine Heeresvermehrung um 42 000 Mann und 12 000 Pferde rn 18 Divisionen ovrsieht. Das Besayungsheer in Marokko soll auf 50000 '.lltann vermindert werden.

Dänisch-Westindien an Amerika verkauft.

Washington, 25. Juli. (WTB. Nichtamtlich.) Mel­dung des Reuterschen Bureaus. Amtlich wird bekanntgege­ben, daß die Vereinigten Staaten Dänisch-Westindien für fünf Millionen Pfund Sterling gekauft haben.

Fliegerleutnant Parschau gefallen.

n ig s b e r g, 25. Juli. (Priv.-Tel. zf.) Der Köuigs- berger Fliegerleutuant Otto Parschau, Führer einer Flie­gerstaffel, der erst kürzlich für seinen Abschuß des.achten feindlichen Flugzeuges nnt dem Orden pour le merite aus­gezeichnet wurde, ist im Luftkampf gefallen

jttmtlicher Teil.

Bekanntmachung.

Betr.: Gesuche von Landwirten um Ueberweisung von Mann­schaften zur Hilselerstung in der Landwirtschaft.

Tie Gesuche von Landwirten um Ueberweisung von Mannschaften zur Hilfeleistung in der Landwirt­schaft entsprechen häuffg nickt den vorgeschriebenen Bestimmun­gen: hierdurch entsteht durch Rückschriften ustv. vielfach erheblicher Zeitverlust.

In erster Linie ist erforderlich, daß die Gesuche von der Bürgermeisterei imd vom Kreisamt begutachtet lind Weller ist unerläßlich, daß den Gesuchen die vollzogene Berpflicktungserklä- rung tvegen der Entsckädigilngsvervfticktung bei Unfällen beiltegt.

Wir machen die beteiligten Kreise auf genaue Beobachtung der vorgenannten Besttmmungen im beiderselligen Interesse auf­merksam.

Elli EnMwrf der Verpflichtnngserflärung, wie sie tedem Ge­such beigeffigt werden muß, ist nachstehend adgedruckt.

Gießen, den 21. Juli 1916.

Pcrpflicktungserklärung.

Ick verpflichte mick, die zu mir beurlaubten Mannschaften, ivenn sie infolge der für mich geleisteten Arbeiten oder deren Be­gleitumstände dienstunfähig lnerden sollten, zu entschädigen, sviern ihnen anderweitig ein Recht aus Entschädigimg durch die be­stehenden Untallven'icherungsgesetze nickt ziveifelssrei gewähr­leistet ist

Die Entschädigung sott in dem llmiange gewährt werden, wie es nach dem Gesetze vom 31. Mai 1916 der Fall sein würde, wenn der Vlann sich das betreffende Leiden im Dienst zugezogen haben würde.

Ort und Datum:

Eigenhändrge Unterschrift des Arbeitgebers:

Daß der vorstehend Unterzeichnete nach semen Vermögens Verhältnissen Voraussicht Um in der Lage sein wttd. gegedenensalls die übernommene Berpslichrung zu erfüllen, wird hiermit be­scheinigt.

O.tt imd Datzun : Umexschttft der