Petersburg, 23. Juli. WTB Nichtamtlich.) Meldung der Petersburger Telegrarwenagentur In einem an Safonoro gerichteten Erlaß bebt der ft a t s c r den Eifer tzervor, mit dem der Minister den Weisungen des Kaisers, die oon der Gerechtigkeit und Ehre des Vaterlandes geleitet seien, gefolgt sei und sagt, er bedauere, daß der Gesundheitszustand den Minister zwinge, sein« Entlassung zu nehmen.
Der türkische Bericht.
Konstantinvpel, 22. Juli. (WTB.) Amtlicher Bericht.
An der Jrakfronr kerne Veränderung. Tie andauernde Ditze, besonders im Abschnitt von Fellahie, beeinträchtigte die beiderseitige Tätigkeit. Im Schatten bttrng die Temperatur gestern 47 Grad.
An der persischer! Front hat sich im Abschnitt von Kermanschah nichts ereignet. Wir stellten fest, daß die Russen, die unsere Wteilungen östlich von Sumnah angriffen, schwere Verluste erlitten und eine Menge von Verwunde teil auf ihrem -Rückzüge Mitnahmen. In der Gegend von Bane kämpfen unsere Truppen erfolgreich mit den Russen. Airgriffe unserer Truppen gegen die seit einiger Zeit in Rewanduz kräftig verschanztest russischen Truppen waren von Erfolg gekrönt. Tie Russen mußten sich in Unordnung nach Osteil zurückziehen und ließen in Rewanduz eine große Menge von Ausrüstungsgegenständen und Lebensmitteln zurück. Außerdem sind die Rückzugsstraßen des Feindes mit aller Art von Ausriistungsstücken, Munition und sonstigen militärischen Gegenständen bedeckt. Unsere Truppen verfolgen energisch den Feind und haben gegenwärtig 20 Kilometer östlich von Rewanduz mit ihm Fühlung.
An der Ka u ka s us fr o n t wurden die vom Feinde um den Preis schwerer "Verluste gegeii unseren Mschnitt im Zentrum gerichteteu dauernden Angriffe durch die aufeinander folgenden! und geordneten Gegenangriffe unserer Truppen zum Hatten gebracht, ohne daß durch) die russischen Angriffe unsere Gcsamtlaga an dieser Front beeinträchtigt ivurde.
Am 7. Juli türkischer Zeitrechnung griff ein feindliches Flugzeug ynm Ivetten Male ein Hospital auf Gallipoli an, b<r§ an zahlreichen Stellen durch große Mzeichen des Roten Halbmondes gekennzeichnet war. Tie sieben abgeworfenen Bomben riesen weder Schaden noch Verluste hervor. Ein Monitor schoß, ohne Wirkung zu erzielen, unterstützt durch die Beobachtungen eines Flugzeuges, 20 Geschosse gegen die Nordküste der Halbinsel Kara Burun westlich von Smvrna ab. Eines unserer Wasserflugzeuge warf mit vollem Erfolge mehrere Bomben aut einen feindlickken Flugzeiigschuppen am Hafen von Mudros und kehrte Unversehrt zurück.
In der Richtung auf den Suezkanal versagten unsere vorgesckw denen Abteilungen nach Westen zu eine feindliche Schwadron, die sie bei Katia antrafen. Eines unserer Flugzeuggc- fdjWaiber bombardierte erfolgreich feindliche Timppenlager und wichtige Einrichtungen und Petroleumlager am Hafen von Suez und kehrte in seinen Heimatbasen unversehrt zunick.
Konstantinopel , 23. Juli. (WTB. Nichtamtlich Bericht des Hauptguartiers. An der Jrakfront keine Veränderung. In Persien versuchten die russischen Sttcitkrätte, die. wie im< gestrigen Bericht gemeldet wurde, in Auflösung nach Osten verjagt wurden, sich 30 Kilometer östlich Rewanduz zu halten. Sie wurden von unseren Truppen kräftig verfolgt, so daß sie sich nicht zum Kampfe stellen konnten und sich gegen die Grenze zu rück ziehen mußten Wir erbeuteten im letzten Kampfe zwei Maschinengewehre.
Kaukasus: Am rechten Flügel Zusammenstöße von Patrouillen und örtliche Gefechte. Im Zentrum und am linken Flügel nichts von Bedeutung. Ein feindlicher Flieger erschien über Sedd-ül-Babr: er wurde durch unser Feuer verjagt. Ein Monitor schleuderte, ohne jedoch eine Wirkung zu erzielen, fünf Geschosse aut den Küstenstrich vgn^ Seuga und zog sich dann zurück. Unsere vorgeschobenen Abtcilniigen verjagten in der Gegend von Romana eine feindliche Abteilung, die westlich Katia erschien. In einem Kampf, der östlich der Stadt Suez und in der Nähe des Kanals zwischen unseren Abteilungen und zwei feindlichen ftavallc- riekörpern geführt wurde, entfloh der Feind unter Zurücklassung von einigen Toten gegen den Kanal. Unsere Abteilungen verfolgen ihn.
Die Stimmung in Frankreich.
Bern, 23. Juli. 0WTB. Nichtamtlich.) Herde schlecht in seiner ..Victoire" aus Grund persönlicher Mitteilungen einen „Frantteichs Bäuerinnen!" übersckwiebenen Leitartilkel, nach welchem in sehr vielen ländlichen Bezirken, besonders im Westen, die Frauen ansingen, den Mur zu verlieren und Reden zu führen, wie es eben nur Frauen'tun, die außer Fassung geraten sind. Die einen erklärten, sie hätten genug, sie würden den Acker nicht mehr chebauen. Wenn es kein Korn mehr gebe, tvürde der Krieg schnell zu Ende gehen. In anderen Dörfern, die er nennen könne, hielten . die Frauen es für die einfachste Lösung, dein Staate kein Geld mehr -zu geben Kenner des Bauernstandes erklärten, daß auf dein Lande solche Reden eigentlich überall umliefen. Herve nimmt das nicht -tragisch. Er verlangt indessen Leute von Einfluß, Pfarrer,. Lehrer, "Bürgermeister, Bürgervorsteher sollten mit sanfter Geduld der Bauernsckwft beizubriugen versuchen, daß ihr Vorgehen den .Krieg nicht zu verkürzen, sondern zu verlängern geeignet sei. Unter dem Druck der Bauernschaft, schließt Herve, haben wir 1871 den Frie- -derr übers Knie gebrochen, während einige Wochen mehr des Widerstandes uns gewiß Lothringen erhalten hätte. Darum ist es für mlle, die einen vollständigen vernichtenden Sieg wollen, nicht allein eine Frage der Menschlichkeit und der Bürgerlichkeit, sondern! jetzt, wo wir so nahe am Ziele sind, walwhaftig ein Gebot des öffentlichen Wohles, die Stimmung unserer ländlichen Kreise zu pflegen.
Eine Anleihe der Entente.
Bern, 23. Juli. (WTB. Nichtamtlich.) Schon gestern sprach man von einer gemeinsamen Anleihe der Entente. Heute wird die Nachricht, besonders in römischen Kreisen, in gewissem Sinne bestätigt. So wird dem „Corriere della Sera" aus Rom gemeldet, das Gerücht -von einer beabsichtigten Anleihe von 20 Milliarden scheine sich zu bewahrheiten. Alle römischen Blätter haben die Nachricht übernommen. Die „Tribuna" schreibt, die Haupt- Sicherheit lverde England geben Die Anleihe selbst solle in Amerika, besonders in den Bereinigten Staaten, unter- werden Dem „Corriere deÜa Sera" zufolge hat Schatzminister Earoano bereits aus dem Hauptquartier Boselli und Sonnino über diese Frage und die Ergebnisse der Londoner Konferenz telegraphisch unterrichtet. Das Blatt meint,, der Beschluß bedeute den Krieg bis aufs Messer.
Die durch England drangsalierte niederländische Heringsfischerei. 0
Haag, 22. Juli. (WTB.) Hier hat eine von etwa 200 Reedern besuchte Versammlung der Reedereivereinignng siir niederländische Heeringsfischerei stattgefunden. Den Anlaß gaben die ans England eingegangenau Berichte über das Auf- bringcn holländischer Heringsfischerboote. Der Vorsitzende teilte mit, fdaß n von den Londoner Vertretern der Vereinigung Telegramme , erhallen habe, nach denen die britische Regierung bereits 60 Schiffä "beschlagnahmt hat und beabsichtigt, sämtliche niederländischen Fischcr- fahrzeuge zu beschlagnahmen und vor ein Prisengericht zu bringen. lTie englische Regierung wolle nicht den Ankauf in Erwägung ziehen, sondern null eine entt'prechende Vergütung für das Brachliegen, chcr Flotte auf Grundlage des durchschnittlichen Jahresverdienstesi zahlen Ter Vorsitzende sagte, man müsse gegen die entwürdigende Behandlung, durch die der niederländischen Heringsfischerei der freiS Fischfang auf der freien Nordsee verboten werde, energisch protestieren In der Versammlung herrschte^eine erbitterteStim- mung gegen England Mit Stimmen einheit wurde eine Entfchlie^mg angenommen, in der die völlige Freiheit der Fischerei gefordert wird. Die Entschließung soll zur Kenntnis des Ministeriums des Auswärtigen und der englischen Behörden gebracht werden.
Dre Abwehr der Neutralen gegen Eugt«nv.
Haag, 23. Juli. (WTB. „Vaderland" meldet aus Washington: Die amerikanische Regierung hat den niederländischen Vorschlag in Erwägung gezogen, gemeinsam gegen bestimmte Block-ademaß- regeln der Verbündeten, namentlich gegen das Anhalten der Briefpost, vorzugehen. Wie gemeldet wird, sieht sich die amerikanische Regierung in der Lage, den niederländischen Standpunkt anzunehmen.
Amerikanische Firmen auf der schwarzen Lrfte Englands.
Amsterdam, 22. Juli. (WTD.) Einem hiesigen Blatt zufolge meldet die „Times" aus Washington, daß die neutralen Regierungen die Vereinigten Staaten ersucht haben, die Führung bei dem Widerstand gegen die britische schwarze Liste in die Hand zu uehmen. Dieses Ersuchen und die erregte Stimmung in einem Teile der Bevölkerung haben die Regierung in Washington veranlaßt, gegen England auszutteten. Der amerikanische Protest nimmt wahrscheinlich die Form einer scharfen Erklärung über das den Amerikanern angetane Unrecht an. Der niederländische Gesandte in Washington trat als Dolmetsch der neutralen Beschwerden auf und erklärte, daß ein niederländisches Schiff sich geweigert habe, Kanossemente von amerikanischen Firmen anzunehmen, die auf der schwarzen Liste stehen.
Washington, 22. Juli. (WTB. > Meldung des Reuter- schcn Bureaus. Das Staatsdepartement hat den amerikanischen Botschafter in London, Page, beauftragt, sich darüber zu informieren, welche amerikanischen Finnen auf Grund des Gesetzes über den Handel mit dem Feinde auf die britische Liste gesetzt wurden, und welche Gründe darüber maßgebend nxireu. Der schritt wurde im Anschluß an das nichtsormellc Erfnchen um Aufklärungen, das gestern an die britische Botschaft in Waflstngton gerichtet worden ist, unternommen.
London, 22. Juli. (WTB.' .,Tailv Telegraph" meldet aus New Park vom 19. Juli: Tic Blätter beschäftigen sich lebhaft mtt der Ijeute veröffentlichten schwarzen Liste von amerikanischen Firmen. Das hiesige Publikum ist an ein solches Verfahren nicht gewöhnt und der amerikanische Handelt fhrchtct, daß die amerikanischen Interessen leiden würden. Man erwartet, daß Wilson eine kräftige Protestnote nach London sendet, wie es die öffentliche Meinung' New Ports verlangt.
Ter Washingtoner Korrespondent der „Nein Pork Tribüne" schreibt, man besorge schwere Folgen von dem Eingriff 'in den amerikanischen Handelsverkehr. Firmen, die bedeutende Handelsbeziehungen zu England und den Verbündeten haben, würden den Verkehr mit Firmen auf der schwarzen Liste umgeben aus Furcht, selbst daraus gefetzt zu werden. Die britischen Maßregeln würden nur daraus 'hinauslaufen, den gesamten auswärtigen Handel der deutschen und österreichischen Firmen in den Vereinigten Staaten zu vernichten, vielleicht auch ihr ganzes inländisches Geschäft.
Tie „Times" meldet ans Washington vom 19 Juli: Die Regierung wird die Bewegung, die wegen Veröffentlichung der schwarzen Liste entstanden ist, in Anbetracht der heiklen innerpolitischen Lage vielleicht nicht außer acht lassen können.
) Die englischen Zeitungen.
London, 22 Juli. In Birmingham und Wolver- Hampton verdoppeln die Zeitungen vom nächsten Montag ab ihre Preise infolge der hohen Papierpreise.
Die Heimfahrt der „Deutschland".
London, 22. Juli. WTB Die „Times" berichtet aus Washington vom 19.' Juli: Die Rückladung der „T e u ts ch l a n d" besteht nach deutschen Angaben aus 100 Tonnen Nickel. 300 Tonnen G u m m i, sowie gewissen Mengen ft upfer und Schwefelsäure. Herr Prüfst von der „Deutschland" wird hier bleiben, um über den Bau ähnlicher Unterseeboote zu verhandeln
London, 22. Juli. <WTB „Tailv Telegraph" bestelltet aus New Bork: Das llnterseeboot „Deutschland" wird auf der Rückreise einen großen G old betrag führen.
Die amerikanische Marinevorlage.
W a s h i n g t o i: , /c l\. Juli. (WTB. > Der Senat hat die Marin evorlage angenommen, die ein Bauprogramm für 3 Jächve vor siebt, darunter 4 Dreadnoughts und 4 Schlachtkreuzer, die sofort gebmtt werden sollen Dieses Gesetz erfordert an Ausgaben urr das erste Jahr 31.3 880000» Dollars, was um 45 800 000 Dollars mehr ist, als das von dem Repräsentanteuhause angenommene Gesetz vorgesehen hatte.
Dom bulgarischen Parlament.
Sofia. 22. Juli. (WTBO.Die Sob ran i e hat mit beträchtlicher Mehrheit den ersten Paragraphen des Budgets angenommen. Außer den Regierungspatteien stimmten dafür die Nationalvartei. die durch die Rede ihres Führers Toborow der Lage eine entscheidende Wendung gab, sowie ferner einige Anhänger .Genadiews, Agrarier und Demokraten. Andere Anhänger der demn>- kratischen Partei gaben der weitverbreiteten Mißstimmung über die Haltung der- Führer Malinow und Liaptfchew wegen deren Fernbleibens von der Abstinrnmng Ausdruck. Die Abslünmung wird als ein großer Erfolg für die Regierung arrgesehen, da sie noch nie eine so große Mehrheit erzrelte.
Der Seekrieg..
Eine Verletzung der schwedischen Neutralität gegen Rußland.
^ Stockholm, 22. Juli. (WTD. Nichtamtlich.) Mrldimg des Schwedischen Telegraphen-Bureans. Die vier deutschen Frachtdampfer „Malaga". Carr". „G reichen Mül ler" und „Kette" wurden „Astonbladet" zufolge in dm letzten dtacht beim Eingänge zum Hafen von L U l e a m schwedischem Hoheitsgebiet von zwei russischen Zerstörern^ verfolgt und zum Stoppen aufgefordert. Das schwedische Torpedoboot „Virgo" steuerte dann in voller Fahrt geqeir die russischen Fahrzeuge, die sogleich um- kehrterr und gegen ^-üden entflohen. Die „Virgo" verfolgte, fertig zur Arbett, die fliehenden russischen Schiffe. Dis deutschen Dampfer liefen irachtS 1 Uhr im Hafen von Lulea ein.
Stockholm. 22. Juli. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung des Schwedischen Telegraphen-Bureaus. Die schwedische Regierung hat ihren Gesandten in Petersburg beauftragt, bei der russischen Regierung gegen die Verletzung ihrer Neutralität in der Malagw-Virgo-Angelegenheit Einspruch zu erheben. Schwede»! und die Unterseeboote.
Stockholm, 23Jzuli. (WTB. NichtMivtlüb.) W.ic „Svenska Telegrammbyran" mitteilt, hat die schwedische Regierung das seü dem 20. Dezember 1912 bestehened Verbot für fremde Unterseeboote, in schwedischen Geivässern zu fahren oder Aufentlmlt zu nehmen, durch eine am 28. Juli in .Kraft ttetenoe amtliche Bekamrtmachung eraänzt. Tie Verfügung lautet nunmehr:
Unterseeboote, die zum Gebrauch im Kriege ausgerüstet sind und ßinev fremden Macht gehören, dürfen auf die Gefahr hin, ohne vorherige Warnung mtt Waffengewalt angegriffen zu werden, nicht in schwedischen Hoheitsgewäfsern innerhalb dreier nautischer Minuten (Seemeilen) vom Lan.de oder von der schwedischen Küste zu äußerst vorgelagerten Klippen in seln, die nicht stets vmn Meere, überspült siud, fahren, oder sich auch aufhalten. Ausgenommen, davon ist die Fahrsttaße durch den Oeresuud zHuschen der Breiten- parallele durch den Leuchtturm Viken, 56 Grad 8,7 Minuten nördlich und der Breitenparallelc durch den Leuchtturm Klagshamm, 55 Grad 31,2 Minuten südlich. Ist ein Unterseeboot genötigt, infolge schiveren Wetters oder Seeschadens in das verbotene Gebiet einzulaufen, so soll das obige Verbot keine Geltung haben, vorausgesetzt, daß das Boot in Ueberwasserlage gehalten wird imd feine Nationalflagge und das incernatwnale Signal gehißt hat, das die Ursache seines Verweilens angibt Wenn diese Ursache aufhört, soll das .Boot das verbotene Gebiet sobald als möglich verlassen.
Eine weuere amtliche Bekauutinachung besagt, daß im Zu--' jamruenteng mit einer neuerlichen Betauurmachung die schwedischen Marinemannschaften, insbesondere^ die ^ur Wahrung den Neutralität bestimmten Wachen, an gewissen Küstenstreckeii demnächst verstärkt werden sollen
Eine andere Bekanntmachung beftimmt, daß es fremden Lufk^ fahrzeugen bis auf tveüeres verboten ist, schwedisches Gebiet zu überfliegen, mit Ausnahme eines gewissen Teiles des Oeresunds> Tiefe Verordimng tritt sofort in Kraft.
Algier, 22. Juli. (WTB.) Der Dampfer „Cettot" ist in der Nacht zu.m Donnerstag torpedrert worden. Die Besatzung wurde gerettet.
London, 22. Juli (WTB.) Lloyds meldet aus 'Algier vom 22 Jult: Der britische Dampfer „Wolf" wurde von einem Unterseeboot v er senkt. Die Mamrschaft ist gerettet.
Die Verlängerung der Landtagsmandatc.
23. Juli Vom Grosth. Staatsmiuisterium ist den veideii ^tandekamnlern soeben ein Gefetzetttwurs zugegangen, ul? E. obernialigc Verlängerung der Laudtagsmandale betritt. Die Vorlage genntrnt aber insofern eine ganz besondere Bedeutung, als sie nicht nur die Verlängerung der im Jahre 1914 abgelaufenen Mandate bezweckt, sondern auch bestimmt, daß die Dauer der anderen Hälfte der Landtagsmandatc, die im .Herbst 1917 gesetzmäßig ab gelaufen Pt, um weitere drei Jabre verlängert werderL wU- Artikel 1 des Gesetzeutwurss bestinmtt, daß die nach Art. 61, u . ^ Gesetzes über die Landstande in den Jahreii 1914,
und 1916 oder in der ersten Hälfte 1917 erforderlickien Wah- leu der Abgeordneten der Zweiten Kammer auf die zweite Hälfte des Wahres 1917 verschoben werden. Im zweiten Absatz des Art 1 wurden du näheren Bestimmungen über die erforderliche Abände- rung des Art. 68 des cnvähnten Gesetzes getrofsän und der dritte Absatz bestimmt alsdami: Tie Tauer des Mandats der auf Grund der ordentlichen Erireuerungswahlen im Jahre 1911 für 6 Jahre gewählten Abgeordneten Wirdum drei Jahreverlängert Wer an dü Stelle eines vor Ablauf seiner Mandatszeit atlsge- Ichiedenen Abgeordneten gewählt lmrd, gilt für den Rest dieser verlängerten Mandatsdauer gewählt. — Zur Begründung der Vorlage wird u. a. ausgepuhtt: Tie Gründe, die zu einer Verschiebung der Landtagswahlen in der. Gesetzen vom 18. Dezeinber 1914 und 3 November- 1915 gerührt haben, lwsteyen noch fort, da das Ende dev Krieges noch nicht abznsehen ist. Es ist deshalb ange- zelgt, die Wahlen, che firr die zweite Hälfte dieses Jahres vorgesehen waren, auf die zspeite Hälfte des Jahres 1917 zu ver- Ichrebew -Pie ^auer des Mandats der wrf Grund der ordentlichen ErneuerungÄvaUen im. Jahre 1908 gewählteii Abgeordneten wurde damit rm ganzen um 3 .Jahre, also von 6 auf' 9 Jahre, verlangers iverden. ta eine Einigrmg der politischen Parteien über Sif '^lrhrmig des Besitzstandes hinsichtlich der bisher erledigten Mandate nicht erzielt werden konnte, ist auck) ein weüerer Auf- schub der Ersatzwahlen zur Aufrechterdalttmg des Burgfriedens geboten. Wenn dre im Jahre 1914 trotioendigen Erneuerungs- walsten nunmehr auf die zweite öntfte 5c§' Jahres 1917 t>er- MOben würden mit ihnen die Erneuerurigswahlen für
filmm™*??? 10 ^ 1 ? u - r G äavähltcul ?lbgeordneten zu-
sammentieNen ^.as Zusammentteffen der genannteti bawen Er- neuerungswaüen wurde mithin zu einer vollständigen Neubildung % i uK-SrS die nach Art. 61 des Gesetzes vom 3. Juni
kb S hd L m -l ^ Füll enter Auflösung beschränkt ist. Wü ^orichrpt^des Att I, II .^nannten Gesetzes bervorgehr,' lolt in dei Regel aoer die Kaminer alle drei Jahre nur zur Halite
•L l f e s, U 'T bCT ?’ antmer vorzubeugetl, sieht der Entwurf
voi, ,ue -bauer des Mandats, der 1911 auf 6 Jahre gewählten Abgeordueleri um 3 Jahre zu verlängern, so daß die ordeittlichen ^9-)0 \ iir dlbgeordneten erst im Jahre
19-0 stattzuNiiden haben, pw', Maßnahme enchprtcht mich gegen-
l T- i 9 P. 8 gewählten Abgeordneten insofern der
K'U^keit als hierdurch che im Jahre 1911 für 6 Jahre genühlten übgeordiieteu \n ihrer Mandatsdauer den rm Jalwe 1908 maMtpH gleichm-neNt werd«i " Wir Inhalten irns vor aut chesen hier von der Regierung nrit Billigkeitsgründen mottviarken Vorschlag noch naher zurücktzukommen.
Der F-ührradsti'Nwel.
Abqcordneteii Ulrich und Adelung Huben in der Zwetteii Kanmter boantrugt. die Kammer wplle lichchließen, Großh^ Regierung KU erhuchen, Maßnahmen zu treffen, wodurch dw Radfahrer, che durch das Verbot der Benriizuna der Fahrräder getroffen sind, von der ZMunq des Fcchrrad- ftemvels befreit inerden.
«r c schule uiti) die neue Sommerzeit.
c, ^ekanitten Antrag des Abgeordneten Ko rell-
^ngelheim vom 25. Mai hat die Großh. Regierung fvl- gendc Antwort erteilt: ^ '
'E von Anbcgrnn der Ueberzeugung nicht ver- schlosfen, daß dem gegen den Winter um zwei Stunden fiuher gelegten Schulbeginn Bedenken entgegen- stehen. Wenn imr gleichwohl an der Anordnung glauben fest-
VLi£.H en ' ^ l€ tztther für Beginn und Schluß
der Unterrichtssturlden gelteiiden Zertbefttmmungon mich während der fogenanuteii -ommerzeit unveräirdett in Kraft bleiben nmfsem dies im Hinblick aiif das von dem Reichskanzler ge- Ete efmawn VcrsEn. frte Wirkungen d«B^.
et b^^deti während der Sommernionate abzuschsvächen aufzuheben, mtt allem Nachdruck entgegeuzittreten. Es inö^e Darlegung aber Nicht bedürfen, wie bei dem Einfluß oer Gestaltmig der täglichen -Lchittzeit auf das hmtslickx Leben ^vaterlegert des Schulbeginns dazu führeii muß, die n tsc! östlichen Vorteile zu vereiteln, welche die sogenannte Sommerzeit doch in erster Linw bezweckt. Von diesem' grnudiäräichen ^tairdpiiukt ares betrachtet, nwchten die schädlichen Wertungen der sogenannten ^ommerzett für die Schule als ein immerhue ertragliche^Kriegsobfer im Interesse der Gesamthea zu war- ^ J'W* umsomehr als in der- Zeit des HEommers, in der leiw Wirkungen am fühlbarsten sein lnrrben, die Ferien fallen Andererseits würden aus eöiem Späterlegen des Sckuldeainus Wenfalls Unzulcagttchkeiten eMstehen, so Ur die Katholiken wogen des doch, auch der Sommerzeit migepaßteu Frühgottesdienstes und für dre zahlreichen, vom Lan-d-e her die städtischeii Schulen be- suckenden Schüler wegen des Eisenbahnfahrplmls. Wir sind hier- nachher- Ansrcbt, daß ein abschließendes Urteil über die Wirkuno der >sommerze»t auch! für die Schule erst gefällt werden möchte' tvemi die Erfahrungen eines Sommers vorlieqen und die Frage Aorl-erimg steht ob die zunächst nur als Kriegsmaßnahme gedachte Anordmuig dauernde Geltung erhalten soll
Die Mehrheit des Ausschusses konnte die von dei Recperung für ihren ablehnenden Standpunkt anaeriihrter Gnüude nicht ass triftig genug anerkennen, uir
d. « Bedenken zu entkräften, welche besonders wegen dei infolge Einführung der neuen Soinnierzeit offensichtlick hervorgetrctenen ges-undheitlichen Schädiaunger der schiitpslichtigcn Jugend von berufenster Seite erhober worden sind. Pur ein Mitglied des Ausschusses billig« ^k^rk-ngnahme der Großhcrzvglichen Regieri.nq Til WelTrheit des Ausschusses beantragt dagegen chen Antrag des Abgeordneten Korell-Ingel heim anzunehmen.
Aus Stadt r,„d Land.
Gießen, 24. Juli 1916.
Die rreuen Postgednhrcn bei 'Auslandsendungen.
Aus Aiilaß dei Eiusährung dcr mit den Julandsgcbühren -.u erhebenden autzerordentlicheu Rcichsabgabc treten vom I.'August ab auch im Verkehr mit uachneheuden außerdeulfchcn Landern utch Gebietsteilen Gebührenärwerungen ein:


