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15.7.1916 Erstes Blatt
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Sei*Temp»"über die KriegSziele Bethmann Hsktwegs

B c r it , 14. Juli. (WTB. Nichtamtlich.) Zu den yslbamb- lichen Aenserungen der deutschen Reichs regierung über die Frie- deusziel? b.'-aertiTom PS", sie schallten zioar keine Klarheit über die Söfirng des europäischen Konfliktes aus teni einfachen Grunde, weil Deutschland und Oesterreich besiegt würden und ixtnmt keine Frieder,!>bedingungen zu diktieren hätten, aber sie ver­dienten doch ernsthafte Aufmerksamkeit, weil sie über die Stim­mung der politischen Kreise jenseits des Rheins Aufschluß, gäben. Der Widerstand des Kanzlers gegenüber den cnmekttonistisäi-en For­derungen, so heißt es weiter, entspringe keinen Gewissensbissen, sondern der Furcht vor der Zukunft, die, wie er wisse, voller Sorgen und Angst sein wird. Trotz harter Worte für persönliche Gegner bewegt sich der Kanzler, was das Prinzipder Annektionen ffelbft an geht, in sehr unbestimmten Aeußerungen, die vers ch >e den a u s g e l e g 1 werden können. Ist es nicht selt­sam, festAustellen, daß Bethmauns Formeldie Einsallstore dem fremden Einfluß, zu entziehen und Rußland hinter die Ströme tzurückzuwerfen usw." mit ihrem getrollten Mangel an jeder Ge­nauigkeit ltod) Begriff sich allem anpaßt und den Wünsckxn der Annektionisben in dem Maße entsprechen soll, wie die Umstände es erlauben werden? Heute wie ün ersten Kriegsmonat ist das offi­zielle Deutschland auf Eroberungen versessen. Wenn Ihm Gelegenheit würde, den Finedensschluß zu beraten, währeird es noch im Osten und Westen Pfänder besetzt hält, so würde cs seine Lürsprüche sogleich in diesem Sinne stellen. Nur der Sieg der Alliierten wird es sich bei der harten Wirklichkeit bescheiden lassen.

Ruhmredigkeiten englischer Minister.

London, 14. Jnli. (WTB. Nichtamtlich.) Asguith kündigte im Unterhau.se an, daß die Regierung wegen des Bedürfnisses des Heeres und der Motte den.Arbeitern die Aufschiebung aller Feiertage allgenreiner oder örtlicher Art bis zu einem späteren Zeitpunkte vorgeschlagen habe. Die Unterhandlungen über diesen Vorschlag seien im Fortschrei­ten. Im Anschluß daran erklärte Asguith, die Offensive sei erst im Beginne, sie bedürfe zu ihrem Erfolge großer Ntu- nitionsnvengen. Sie müsse nicht nur für die unmittelbar bevorstehenden Wochen, sondern bis zur vollkommenen Er­reichung ihres Zieles aufrecht erhalten werden. Der Feind nrüsse wissen, daß die gegenwärtige Schärfe des Artillerie- ßeuers und der Jnfanteriesrürme, wenn es^ nötig wäre, bis ins Unendliche fortgesetzt werden würde. (Beifall.)

London, 14. Juli. (WTB. Nichtamtlich.) Im Kriegs­amt hat die erste Sitzung der neuen Munitionskon­ferenz stattgefunden. Lloyd George führte den Vorsitz. Außerdem sind Frankreich, Rußland und Italien vertreten.

London, 14. Juli. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung des Reuterscheu Bureaus. In einer Konferenz der Verbünde­ten ivr britischen Kriegsamt führte Lloyd George u. a. aus: Jetzt hat die gemeinsame Offensive im Osten und Westen dem Feinde dieJnitiative entrissen, die er, wie ich hoffe, nie wieder zurückerhalte,, wird. Wir haben die Wasserscheide über­schritten, wo der Sieg sich uns zuzuneiigen beginnt. Es gehört zu den Aufgaben dieser Konferenz, zu untersuchen, warum die Aus­sichten sich gebessert haben. Die Antwort ist, daß die Ausrüstung unserer Armeen enorm verbessert ist und fortfährt, verbessert zu Vierden. Lloyd George erklärte sodann: Bis vor kurzein hat die Aäarine mlähr alssi die Hälfte der Metallarbeiter dieses Landes in Anspriuh getrommen. Die Aufgabe, n e u e S chi f f c für die riesige Flotte zu bauen und die alten zu reparieren, beschäftigt eine Million Mann. Zu Beginn teK Krieges zählte die Armee wenige Hundert­tauferch Mann, unsere Arsenale und die Ausrüstung für die Armee hielten sich in entsprechenden Grenzen. Wir mußten mit fast nichts emfan^en und die Arsenale errickften, die die Munition für die riesige Armiee, die jetzt im Felde steht, beschaffen rnüssen. Die meisten unserer nreuen .Fabriken sind jetzt fertig. Hundertraufende von Män­nern und Frauen, d«e vorher von der Metallarbeit und der chemi­schen Arböt nichts verstanden, sind in der MUnitionserzeugung gxschrÄt. Jeden Monat werden Hunderte von leichten, Mittleren und schweren Kanonen und Häubchen herdestellt. Die Zahl unserer schweren Kanonen nrMmt rasch zu. Unsere Artillerie-verschießt in einer einzigen Mache bernochie zweimal soviel Munition und fast dreimal soviel schwere Geschosse, wie bei der großen Offensive im Septrucker. Die neuen Fabriken und Werkstätten, die wir errichtet haben, haben noch nicht ein Drittel ihrer vollen Produktionsfähig­keit erreicht, sie stäigt Mit großer Geschwindigkeit. Die 5)aupt- fchwierigkeiten der Organisation, Konstruktion, Ausrüstung und Be­schaffung von Arbeitskräften sind aus den, Wege geräumt. Wenn, die BecmQen, Arbeitgeber und Arbeiter mit demselben Eifer bei der Sache bleiben, wie bisher, so werden die erzeugten Mengen bald überwältigend sein. Die Tatsache, daß Frankreich nach Monaten des furchtbarsten ununterbrochenen Minitionsverbrauches bei Verdun noch über genügende Vorräte verfügt, unr eine selbst- ''tändige Offensive in einem beträchtlichen Umfange zu unternehmen, ist der teste Beweis! für den Erfolg der Bemühungen des Unter- strnttssekretar Thomas. Ich nehme an, das; die Verbesserung der ruslsischen Munition für den Feind eine der größten und unangenehmsten Uckerraschungen gewesen ist. Wir kennen die An­strengungen, die Italien gemacht hat und die glücklichen Resul­tate dieser Anstrengungen bei den jüngsten Kämpfen in den Alpen. Lloyd George kam! dann auf die Bedürfnisse der Armeen zu sprechen intb sagte: Wir müssen einander durch eine gegenseitige Ausfuhr aushelfen. Wir müssen sorgfältig die Erfordernisse der verschie­denen ArMeen untersuchen und uns gegenseitig mit dem Nötigen aushelfen. Der Sieg an einem' Punkt bedeutet den gesamten Sieg.

Peinliche Anfragen im englischen Unterhaus.

London, 14. Juni. .(WTB.) Aubrey Herbert fragte Asguith, ob er einen Srtzungstag für eine Aussprache über die Leitung des Feldzuges in Mesopotamien sieigeben wolle. Asguith erklärte den gegenwärtigen Zeitpunkt für ungeeignet für eine solche Aussprache. Car son fragte, ob das Haus und die Nation niemals Berichte über die Vorgänge in Mesopotamien erhalten würden und ob diese Berichte absichtlich zurückgehalten würden. Im Lande herrsche die größte Sorge über die Art, wie die gesamten Operationen in Mesopotamien vernachlässigt worden seien. Sir Arthur Markham bemerkte, es sei schlimmer als an den Dardanellen. Asguith erwiderte, os bestehe kein Grund, die Berichte zurücktzuhalten. Niemand wünsche Mehr als die Re­gierung, daß eine vollständige wird gründliche Erörterung statt- finde, aber dies sei kein besonders geeigneter Zeitpunkt. Dia Gründe dafür könne er jetzt nicht darlegen. Tie Lage der Trirppen nchme die ernste Aufmerksamkeit der Regierung in Anspruch und die sorgsamsten Schritte würden getan, um den Mängeln abzuhelfen und notwendige Bedürfnisse zu mildern. Carson sagte, er werde anfangs nächster Woche 'wieder die Frage an den Premier- nrirafter richten, wenn keine Antwort erfolge, die Vertagung des Hauses beantragen und eine sofortige Aussprache herbeizuführen.

Birrell fragte flluSguith, ob er eine Erklärung darüber äb^en könne, wie die Regierung den Beschlüssen der Pariser Birrlcl.'afiskousereiu Folge geben wolle. As q ui 1H erwiderte, die Regierung würde die Beschlüsse billigen. Carson antworte aut Befragen, ob und wann der Minister diese Resolution in diesem .Hause erklären wolle: Er bedauere sagen zu ^müssen, daß er vieles davon nicht verstehe. P r i n g l e y sagte: Sie sind ab­sichtlich unverständlich gehalten. Asguith "sagte, er wisse nicht, wclche w stellen Erklärungen gewünscht würden, aber er werde selbst die nötigen Aufklärungen geben. Birrell sprach den Wunlch aus, daß dies in der nächsten Woche geschehe.

Rußland und Rumänien.

Bern, 14. Juli. Der Petersburger Berichterstatter des Giornale d'Jtalia" meldet, der Z ar habe dem rumänischen Ministerpräsidenten telegraphiert, ein bewaffnetes Eingreifen Rumäniens käme zurzeit sehr gelegen später aber würde ein solches Eingreifen Rumäniens Ruß­land nicht mehr interessieren. Diesem Telegramm werde besonders deswegen große Bedeutung beigemefsen, da eine wettere Verzögerung der rumänischen Intervention nutzlos gehalten und von Rußland crusgeschlagen werde.

Der Zeekneg.

London, 14. Juli. (WTB.) Meldung des Reuterschen Bureaus. Die FischerfahrzeugeFlore nee",Dal- housie",Maryenc" undSucres" {mb von einem Unterseeboot versenkt worden. Die Besatzungen der drei erstgenannten wurden von dem SchiffeWhitby" ge­landet.

Londons 14. Juli. (WTB.) Der dänische Dampfer Kura" (2338 Tonnen) ist aus eine Mine gelaufen und später gestrandet. Das Schiff gilt als verloren. Lloichs meldet den britischen SchonerPeter James", sowie den norwegischen DcnnpferStarkad" als vermißt.

Berlin, 15. Juli. DemBerl. Tagebl." wird aus dem Haag gemeldet, daß der deutsche Dampfer Mary von der Hansa-Linie aus Deutsch-Ostafrika in.Ba­tavia an gek omm e n ist.

Die Lage in Spanien.

Madrid, 14. Juli. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung der Agence Havas": Der König hat am Donnerstag mittag die verfassungsmäßigen Garantien in ganz Spanien aufgehoben.

Aus dem Reiche.

Berlin, 15. Juli. Nach einer Meldung desBerliner Lokal- anzeig," aus München ist Prinz Andreas von Grie­chenland, der zweitjüngste Bruder des Königs, dort eingetroffen. Der Prinz sähtt zunächst nach D a r m st a d t, von dort über Däne­mark nach Petersburg! zu seiner Mutter, der Königin-Witwe Olga.

Arr- Stadt

twb Land.

Gießen, 15. Juli

1916.

Sonntagsgedanken.

Krieg und Frieden! Wie Nacht und Tag stehen uns die beiden gegenüber. Wir glauben beide zu kennen. Wir haben den Krieg nun erlebt und erleben ihn weiter. Wir gedenken des Friedens, dessen Güter wir einst genießen durften. Wie lange doch ist das her! Zwischen heut und damals liegen nicht Monate nur und Jahre, endlose Strecken scheinen uns von jenen glücklichen Zeiten zu trennen. Endlose, denn in jeden Tag fast hat sich eine erdrückende Fülle von Erleb nissen, Tat und Leiden, Jubel und Schmerz gedrängt. Die Tage sind über ihr Maß hinaus gewachsen, sie haben sich weiten rnüssen, den vielfachen Inhalt zu fassen, der ihnen anfgenöttgt wurde. Der Friede liegt so weit, so weit zurück: wissen wir eigentlich noch, wie es damals war?

Wir meinen es zu wissen: es' waren glückliche Zeiten, je ferner wir ihnen stehen, um so heller leuchten sie uns. Heimlich fühlen wir uns in die goldenen Hoffnungsbilder ein, die vor dem Auge und Gemüt einer kämpfenden Mensch heit immer wieder aufgestiegen sind. Wenn wir unter all dem Druck im Stillen unsere Sehnsucht befragen, so geht wohl auch sie dahin, wohin alte Dichterworte die Nationen in einer fernen Endzeit wiesen:

Und sie werden umschanieden ihre Schwerter in Pftugeisen Und ihre Lanzenspitzen zu Winzermessern.

Nicht hebt Volk gegen Volk das Schwert Und nicht lernen sie mehr Krieg.

Ganz so golden vielleicht träumen wir uns den Frieden nicht, wie vergangene Geschlechter sich ihre goldenen Zeitalter zu schildern und zu hoffen wagten. Aber die Ferne und der Gegensatz haben ihn wundersam verklärt. Wir sind in Gefahr, nur das Gute und Leichte-an ihm, das Schwere und Schlimme am Krieg, zu sehen. Verkleinert erscheinen uns die Nöte und Sünden, die Kämpfe und Leiden des Friedens. Istes Zeit, chon heute an sie zu erinnern, um vor schwerer Enttäuschung zu bewahren? Die Aufgaben des künftigen Friedens auf allen Gebieten des Volks- und Staatslebens werden riesen­groß vor uns treten. Sie zu lösen, wird es derselben Kräfte bedürfen, die uns heute ausrecht halten, nur daß sie dann, wenn die Erregung des Krieges fehlen wird, schwerer zu haben sein werden. Ist nicht der Name des Vaterlands heute auf aller Lippen? wird er nicht dann bei so vielen wieder in irgendeinem verborgenen Sck)rein verschlossen werden, um nur am Festtag hervorgeholt zu werden? Was wird es nicht alles zu ordnen geben, wenn die Millionen Männer heim­kehren an ihre gewohnten Arbeitstätten. Wird die Ordnung möglich sein ohne den Willen der Einordnung in das Ganze, der uns heute so selbstverständlich ist, und der doch immer wieder als lästtge Fessel empfunden wird? Unübersehbar werden die Leiden sein, die der Krieg aus Jahrzehnte hinaus uns zurücklassen wird. Wird der freudige Opfermut, die willige Hingabe zu Dienst und Hilfe uns erhalten bleiben, gesteigert werden? Das sind innere Friedensziele, die wich­tiger und größer sind als alle äußeren. Ihnen nachzusinnen, alle Kraft der Seele auf sie z>u spannen, heißt den Frieden vorwegnehmen im Krieg, den Krieg in den Dienst des Frie­dens stellen. Wir wollen keinem die Sehnsucht nach dem Ende des blutigen Ringens nehmen. Aber nur dann wird der Friede uns wirklich Glück und Segen bringen, wenn wir ihn innerlich in uns bereiten, um alle gute, stolze Kraft des Krieges hinüberzutragen in ihn. Eck.

*

* Beförderung. Zum Unterzahlmeister befördert wurde der Lehrer A. Wehrheim- Gießen.

** Oberhessiseher Kirn stverein. Die Radierun­gen und graphischen Arbeiten von S. Laboschin und A. Wachlmeier, sowie die beiden Sammlungen von Elisa­beth Bon in und Prof. Hosfmann bleiben nur kurze Zeit ausgestellt. Der Besuch dieser Ausstellung ist rege und bereits am ersten Ausstellungstag wurden drei Radierungen Abend im Moos",Kanal in ZanHijk" undErinnerung an Bornholntt^ aus der Sammlung Laboschin verkauft. Wir oerweffen auf die Besprechung im Feuilleton der heutigen Nummer.

**Jun gwehr. Heute abendiWen dieFuß-undSchtag- b allmann schäften auf den de stimmbeyr Plätzen. Morgen findet der bereits angesagte Marsch DttickeSchotten statt. An­treten mit Kochgeschirren, Spaten und Beilen 51/4 Uhr auf dem Bahnhofsplatz. Sollte der Marsch, der ungünstigen Witterung wegen verschoben werden, so wird dies durch Anschlag an dem Stadthause und dem Giehener Anzeiger bis spätestens 7 Uhr bekannt gemacht.

** I m Soldatenheim fand am Donnerstag ein Unterhaltungs-Abend für die Verwundeten der hiesigen Lazarette statt. Ausführende waren gleichfalls Ver­wundete, denen sich noch einige hiesige Herren zur Versü gung gestellt hatten. Geboten wurden Lieder der Gesangs Abteilung, Klavier-, Violin- und Zither-Vorträge. Auch der Humor eines lustigen Frankfurters fand dankbare Ohren bei der zahlreich erschienenen Zuhörerschaft. Frisch und kräftig klangen die eingestreuten, gemeinschaftlichen Lieder. Alles in aklem darf der von MusittelMer Gern Hardt geleitete Abend als wohlgelungen bezeichnet werden.

** Für die deutschen Kriegs- und Zivrl- gefangenen gingen in der Geschäftsstelle d^s^ß^n^ Anzeigers weiter ein: Becker 2Mk., M. St. 30 Mk., Un­genannt 20 Mk., Ungenannt 1.50 Mk., Telegraphendrrektor Wiebusch 20 Mk., Ungenannt 2 Mk., Schäfer 5 Mk., Frau Gust. Walter für das Donnerstagskränzchen auf der Lrebrgs-

Wye 5 Mk, L. Stern 100 Mk., I. Sch. o Mk., N. N. 3 Mk.

Lichtspielhaus. Mit gestern abend ging ein sehr interessanter Spielplan z-u Ende, der u. a. den Meister der Schau­spielkunst Panl Wegner in der Hauptvvlle erne-S Fllmlverkes Ter Verführte" zeigte. Es ist nicht ausgeichlofien, daß es der Tirekttvn gelingen nnrd. Paul Wegners Hauptftlmschöpmng e r Golem" nach dem letzt in 100 000 Exemplaren verbreiteten, gleichnamigen Romane Gustav Meyrincks zur Au.fmpruug zu gewinnen. Von heute abend an beginnt em neuer SpaelplMr, mit Hedda Vernon in einem dreiaktigen Gesellschaftsdrama. Archer- dem sind vorgesehen Indische Kunstgewerbler, Naturauffuryme, derLebemann aus 'Wtien", ein Lustspiel in zwei ferner.

Im Garten", Drama, und eine KomödieBoby . _

** Hagen beck nnrd heute abend 8 V 2 Uhr aus dem »2s- waldsgatten seine Eröffnungsvorstellung, veranstattai ^ Un­ternehmen bleibt nur 5 Tage hier in Gießen Zu jeder^ Dorstel lnng »verden Hagenbecks Königstiger, vorgcsührt von ^mpreur Carl Fetdmann; die Prachtlöwen, vorgeführt von Dompteur Cowboy Christensen: die gemischte Bärengruppe vorgenihrt von Fritz Elskamp; die Eisbärengruppe, vorgcsührt von ^rlly Bebe: die Riesenelefanten von Herrn Mfous BsiuEffeld; ferner treten auf dressierte Kamele, Dromedare, Maulesel, Windhunde; Charly, der urkomische Menschenaffe, sonne Hagenbecks Aftistenstab: Patty Franktruppe, der geheimnisvolle Türke Brahim Hannd usw tt.er Umtausch eines 20 Mk.-Stückes in Gold geg«r Pacher oder Silbergeld berechtigt zum freien Eintritt aus 1. Watz, der llmtausch eines 10 Mk.-Stückes zum freien Emtrrtt auf 2. Platz. Näheres siehe Anzeige.

Landkreis Gießen.

ii. Allertshausen, 15. Juli. Der Musketier Heinrich Körbächer, Sohn des Zimmermannes Johannes Korbächer, wird vermißt. Er bat an der Eroberung Serbiens teilgenommen und stand nun bei einein Jnsflnterie-Regiment im Westen. - Der Pionier-Gefreite Karl F a u t l), der seit Kriegsanfang nu Felde steht und mit der Hessischen Tapferkeitsmedaille ausgezeichnet ist, wurde verwlmdet. ^ Ä . r

- 1 - Gr oben-Linden, 15. Juli. Gefrecter Karl Kolb den weißen Dragonern, Regt. Nr. 24, ist mit dem Eiseichen

von .. . .

Kreuz 2. Klasse ausgezeichnet worden. Bei Ausbruch de« Krieges stand er am nahen Ende seiner dreijährigen Dienstzeit, rückte als­bald ins Feld und erhielt vor Jahresfrist die Hessische Tapferkelts- medaille.

e. H a u s e n, 15. Juli. Ihre Silberne Hochzeit be° gehen beute Ludwig Müller und seine Ehefrau, Katharine, ged. Neeb.

tt. Treis a. L., 15. Juli. Mit teilt Eisernen Kreuz wurde als 16. aus unserer Gemeinte ausgezeichnet der Sauitätsmtteroffizier Georg Schick im Landwehr-Jnfanterie-Regimeut 116. Der Ertrag der Gewcindekirschbäume war in diesemJahrc gering; es nmrden bei der öffentlichen Bersbeigerung nur 60 Mk. gelöst. Die iFrüchte selbst waren eben so schön wie selten zuvor. Leider sind viele' Früchte durch den anhaltenden Regen aufge­sprungen. Das seit einigen Jahren verwaiste Amt eines zweiten F e l d s ch ü tz e n für die hiesige Gemeinde ist jetzt in der Person des Balthasar Nuhn wieder besetzt worden. Vermißt wird seit 24. v. Mts. der Grenadier Will). D o ppner, Sohn von Schreiner Doppner. Vermutlich ist er in russische Gefangenscl>ast geraten. Den Heldentod fürs Vaterland starb am' 4. ds. Mts. chs 21. aus unserer Gemeinte der Musketier Tobias Will in der 2. Kompagnie des Jnsanterie-Regiments 129 im 21. Lebensjahre. Kreis Büdingen.

G Büdingen, 15. Juli. Die Hessische Tapferkeits- medaille erhielt der Gefreite R u l l m a n n im Fuß-Artillerie- Regt. 18.

# |)t mbad), 15. Juli. Die Hessische Tapferkeits- medaille erhielt der Maschinengewehrscbütze Schädel.

na. Nidda, 15. Juli. Der Unteroffizier Karl Eifer aus Borsdors erhült an der Westfront das Eiserne Kreuz 2. Kl. und dessen Bruder, der Wehrmann Otto Eifer, z. Zt. im Osten, die Hessische Tapferkeitsmedaille. Dem Großh. OtexgÖTrtncr Becker zu Bad-Salzhausen wurde für seine erfolgreiche Bekämpfung der Sumpsffeber- und Malariamücke in dem Sumpfgebiet der Veresina- front ein künstlerisch ausgestattetes Ehrendiplom -ugestellt. , ftRohrbach, 15. Juli. Die Hessische Tapferketts- m ed aill e (früher Eisernes Kreuzi erhielt der Atusketier Stern

Kreis Alsfeld.

oz. Wahlen, 15. Juli. Ter Kanonier Karl Becker, Sohn des Konrad Becker II. dahier, im Fuß-Art.-Negt. Nr. 15, wurde wegen tapferen Verhallens vor dem Feinde mit der Hessischen Tapse rkeitsmedaille ausgezeichnet.

oz. Grebenau, 15. Juli. Dem Gefreiten d. Res. Wilhelm G ü l d n e r wurde die Hessische Tapferkeitsmedaille verliehen.

Kreis Lauterbach.

oz. L a N t e r b a ch, 15. Juli. Die Hessische Ta p f e r k e i t § . medaille wurde dem Unterossizier d. L. Christian G r e b von hier verliehen.

oz. Herbstein, 15. Juli. Wegen seiner au«gezeichneten Leistungen wurde dem Sohn des Krrchenrechners Zimmermann, Osfizierstellvettreter Z i m m e r m a n n, das Eiserne Kreuz erster Klasse verliehen.

ii. Ober-Moos, 15. Juli. Von den Ersatztruppenteilen sind vielen Gemeinden Hilfskräfte zur Verfügung gestellt worden. 2lnch hier betätigt sich eine gröbere Zahl bei der Heuernte, die man eben trotz des schlechten Wetters einzubringen sucht.

Kreis Schotten.

Schotten, 15. Juli. Die Hessische Tapferkeits­medaille erhielt der Gefreite Eise im Res.-Jnf.-Regt. 232.

Kreis Friedberg.

H: Fried der g, 15. Juli. Das Eiserne Kreuz, vom Kaiser persönlich überreicht, erhielt der Unteroffizier Otto Ewald, Schüler des hiesigen Lehrerseminars.

= Friedb erg, 14. Zuli. Für den Verckaus von Kernobst setzte das Kreisanrt folgende Höchstpreise fest. Beim Verkauf durch den ^Erzeuger dürfen höchstens beansprucht bzw. bez-ahlt werden für das Pftmd Frühäpfel 20Pfg., Frühbirnen 22Pfg. und für das Pfund Fallobst 5 Pfa. Im Verkauf au den Verbraucher kosten Aepfel 25 Psg-, Birnen 27 Pfg. und Fallobst 7Pfg. Die Preffe haben nur für den Monat Juli Geltung. Airs Beschluß des Kreisausschusses währen für diesen die diesjährigen Ferien vom 15. Jtuli bis 15. September.

dz. Butzbach, 15. Juli. Dem Grenadier Karl Bäck im bwrde-Gren.-Rgt. Nr. 3 Königin Elisabeth, Sohn des Postschaffners Bäck hier, wurde das Eiserne Kreuz verliehen.

0-0 Vilbel, 15. Juli. Ms 71. Opfer, das der Krieg aus unserem Städtchen fordert, erlitt den Heldentod auf dem westlichen Kriegsschauplätze der Landsturm mann Feirrrich Erl en beck, Vater von 6 Kindern. Zn den Kindern gehört der Inhaber teS Eisernen Kreuzes 1. Klaffe Vizefeldwebel Franz Erlenbeck. Hier hat sich eine Säiuhmaä)erVereinigung unter dem NamenFreie Bei' eiuigung selbständiger Schuhmacher und Sattler für Vilbel und Umgegend" gagründet, die nächsten Sonntag ihre erste Hauptver­sammlung im GasthausZum kühlen Grund" abhält. Der Voranschlag der höheren Bürgerschule dahier für 1917 findet ihren. Äusglettch mit 16 905 Mark Entnahme und Ausgabe. Der aus der Stadtkasse zu zaUende Zuschuß beträgt 5689,33 Mark.

o&. Wisselsheim, 15. Juli. Der Gefreite August Schmidt von hier, im Res.-Jniant.-Regt. 80, wurde mit dem Eisernen Krenz ausgezeichnet.

Starkenburg und Rheinhessen.

ch. Aus Rh ei n h e s se n, 15. Juli. Die RebenbWe hat nach ungewöhnlich langer Tuner ihr Ende erreicht. Sie hat trotz des regnerischen W-etters, da/) wenigstens