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6.6.1916 Zweites Blatt
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fecri, aHbi^ MA ^ »ft r! xt trtx fleeT*» «S«t

e-i » z^n lassen. (Lebhafte Zustimmung links mrd im Zentrums JederrftrllL wird GeseroL v. Heering«, bestätigen» daß ich es ge- Wesen bin, der beidieserWehrvorlage für jede Ber- »eh^nag der Armee en^etreten ist, dcch ich eS war, der jeLe Forderung des .Kriegsministers bis auf den letzten Mann vertreten hat. (Hört! Hort! links und im Zentrum,)

Dann die Behauptung, daß wir Japan vor Kriegsausbruch durch eine große Anleihe auf unsere Seite ziehen wollten. A5le^s P-Ha n ta siege bi?de! So geht es weiter durch das ganze Heft. Lasten Sie mich noch eine der widerwär- ti{tfte n Be hnnptungen näher belen chten. Ich werde beschuldigt, ich hätte entgegen dem milikarifcheu Votum iw« Mobilm ach u »gSbefehl um drei kostbare Tage verzögert, die uns nicht nur einen Teil des Elsaß, sondern Strome von Blut gekostet hätten, und ich hätte das recht­zeitige Losschlagen unter dem Einfluß meiner alten Verständi­gungsideen mit England vereitelt. Ja, meine Herren, diese Ver­suche. mich mit England zu verständigen, ich weiß, sie sollen mein Kapitalverbrechen sein. Ich habe darüber schon einmal ausführlich im Reichstag gesprochen. Aber weil falsche Anschauungen darüber immer weiter in dag Volk getragen werden, halte ich mich verpflichtet, es noch einmal zu tun.

Wie war die Lage? England, Frankreich und Rußland waren gegen Deutschland durch eine Alliance eng miteinander verbünd«-,; in Frankreich eine starke Revanche­partei. in Rußland einflußreiche expansive, zum Krieg treibende Kräfte. Frankreich und Rußland konnten nur in Schach gehalten werden, wenn cS gelang, ihnen die Hoffnung auf Eng­land zu nehmen. (Lebhafte Zustimmung links.) Dann hätten sie sich nie iu einen Krieg gewagt. (Erneute Zustimmung.) Wollte ich gegen den Krieg arbeiten, und das habe ich allerding^S getan (Stürmischer Beifall und Händeklatschen links und im Zentr.), dann mußte ich versuchen, mit England zu einer Verständigung zu kommen, die die KrieIsparteie» in Frankreich und Rußland niederhiett. (Beifall links und im Zentrum.) Ich mußte das doch tun gegen- Wer den mir. wie irgendeinem anderen, bekannten deutschfeind- üche« Tendenzen der englischen Ginkreifungspslitiker. Ich habe de» «ersuch gemacht and schäme mich seiner nicht, auch warn er nicht geglückt >ist. Wer als Zeuge dieser bald zwei Jach re dauernden Wcltkatastrophe mir d az aus ein Verbre che n mach't, der mag seine Anklage vor Gott vertreten. (Große Bewegung und ftÄMrifther Beifall links und im Zentrum.) Ich sehe der Ent- schcld^g mit Ruhe entgegen. (Beifall.)

D'i ef e B e c st'ä rrdä gm ngsver suche was haben denn - die »kt' unserer Mobilmachung zu tun? Nichts, gar nichts! Ich soll die Mobilmachung um drei Tage verzögert haben! Weiß denn der Mann, der die Anklage gegen mich schleudert, ich sei wegen Verzögerung der Mobilmachung schuld an den Strömen des Mutes unseres Vccktts, weiß denn dieser Mann nicht, daß wir während dieser drei Tage fieberhaft gearbeitet habe» cm einer Verftrmdigung zwischen Oesterreich-Ungarn und Rußland, und daß es gerade unser Kaiser war. dem es am Herzen lag, seinem Volke den Frieden zu erhalten und der in diesen Lagen in unausgesetztem Depeschen- v-erKechr mit d-em Zaren stand? Und sieht der Mann nicht, was doch vor öfter Augen liegt, daß, wenn wir diese drei Tage früher die Mobilmachung erklärt hätten, wir die B lut­sch»l d auf uns geladen hätten, die Rußland auf sich geladen hat (Erneute große Bewegung und stürm. Beif. link« u. i. Zentr.). indem Rußland während der schwebenden Ver­handlungen, die guten Erfolg versprachen, entgegen den heiligen uns gemachten Versprechungen seinerseits mobilisierte? (Sehr richtig!) D«d der Ma««, der so die Geschichte fälscht, der nimmt

stch Heran«, Mer mich g« Gerücht zu ffycn und tut fof Im

'Samen einer v i e der deutschen BiSmarckrunde (Hört! hört! links u. i. Zmrtr,).

Der Kanzler fährt mit erhobener Stimme fort: Herunter mit der MaSke, damit man sieht, wer sie trägt! (Demonstrativer, sturm. Beif. und lebh. Händeklatschen links und im Zentr.), der es wagt, den Namen Bismarck in dieser s chtv ersten Zeit des deutschen Volkes mit niedrigen Verhetzungen un'd Verleumdungen zu mißbrauchen! (Erneute Zustimmung.)

Ein anderes Heft, der Verfasser trägt einen Namen von gutem Klang. (Hört! hört! links.) Es ist d^r General- la n d schaf t sd i reckt o r Kapp (Hört! hört! links und im Zentrum), sagt, die von mir ausgegebene P-arÄe der Einigkeit fange an, bei uns dieselbe unglückliche Rolle zu spielen wie einst 1806 das nach Jena gefallene staatsverräterische Wort: , Ruhe ist die oberste Bürgerpflicht." Woistheute das Jena? Hat der Herr nicht das Gefühl, daß er unsere große Zeit her­niederzieht, indem er das Wort Jena ausspricht (Sehr gut! links und im Zentr.) Und woher nimmt er die Stirn, mich -als st.a a t sw e r't erisch zu brandmarken, weil ich in diesem Kampf um alles nichts als ein einiges Deutschland sche? (LÄh. Beif. links und im Zentr.) Meine Herren, es ist bitter, die Lügen im Ausland abzuwehren, zuwider ist es, wenn Schmächunigen und Verleumdungen in der Hei. ma t a u-ft t ecke n. (Mit erhobener Stimme:)

J°ch nechan e den Kampf dagegen auf (Stürmischer Beffsll links und im Zentrum), ich werde ihn durchfechten. M. H., nicht meine Person ist in Frage; was hat der einzelne zu sagen in dieser Zejt, wo draußen die ganze waffenfähige Mannschaft Deüffchlands tagtäglich dem Tode ins Auge sieht? (Sehr wahr! Irrrks und im Zentrum.) Nein, nicht die Person, die Sache des Vaterlandes ist es, die Schaden leidet, wenn in systematischer Weise unter großem Aufwand von Kosten und geduldiger Druckerschwärze Verleumdungen und Irr- tümer durch das Volk getra ge n werden. (Zustim­mung links und im Zentrum). Und so auffällig es sein mag, daß ich hrer Ihre Zeit in Anspruch genommen habe mit der Be­sprechung von anonymen, zum Teil auch von nicht anonymen Broschüren meine Pflicht ist c5, für das Vaterland cinzutreten und dagegen zu wirken, daß das'Volk derg i-ft et werde. (Lebh. Beifall links und im Zentrum.)

Ich weiß, meine Herren, keine Partei in diesem Hause billigt Hetzereien, die mit Unwahrheit oder mit Verleumdung arbeiten. Aber die Piraten der öffentlichen Meinung treiben leider häufig Mißbrauch mit der Flagge der nationalen Ehre. (Zustimmung.) Mich greifen sie an als einen Verächter der großen und starken nationalen Traditionen, auf die die alten Parteien dieses Hauses mit Recht stolz sind, und zum Beweise wird ange­führt, daß ich mit den Sozialdemokraten liebäugle und die Flau­mscher begünstige. Immer wieder heißt es: der Reichskanzler stützt sich ja auf niemand anderen mehr als auf die Sozialdemo­kraten und auf einige persönlich einflußlose Pazifisten. Meine Herren, soll ich in diesem Krieg, in dem es nur Deutsche gibt, mich an Parteien halten? (Lebyafte-5 Sehr gut!) Meine Herren, ich weiß sehr wohl, die Unterscheidung zwischen natio­nalen und andreren Parteien hat in der Politik vor dem Kriege eine bedeutende Rolle gespielt.

Aber, meine Herren, die schönste Frucht, die dieser Krieg uns im Innern bringen kann, wird es doch sein, wenn wir diese Unterscheidung ein. für allemal zum alten Eisen legen können. .(Stürm, anhaltender Beifall, Händeklatschen links), weil die Sache der Nation eben einfach sekbswerftändüch ist. (Beifall.) Meine Herren, meine Hoffnung hierauf ist unerschütterlich trotz der Herren um Herrn Liebknecht.

NK bene» wfttz dos Nvy nach tzem Krkeye aSveHm-. WunrfHM

der Soz. A.-G.: Warten Sie abl) Wir werden Parteikampfe muh nach dem Kriege bekommen, so schwer, vielleicht sHAwrer als früher. Es wird eine neue, es wird eine andere Zeit sein, mit neuen geistigen Bewegungen, mit neuen soziale» Ansprüchen (Sehr richtig!), mit neuen Forderungen. Die Zeit wird kommen. Wir werden auch diesen Kampf führe«. Skber. meine Herren, wollen wir sie denn vergiften, indem wir immer wieder mit dem alte» Schematismus, mit den alten Theoremen von nationalen und anti« nationalen Parteien arbeiten? (Sehr richtig! und Verfall.)

Meine Herren, ich sehe d re ganrze Nation t« Heldengröhe um ihre 8 u fünft kämpfe». Unsere Brüder, unsere Sohne, in treuer Kameradschaft kämpfen und sterben sie miteinander. Da ist hei allen die gleiche Liebe zur Heimat. Ob nun die Heimat Reichtum umschließt oder nur die Stätte ist, die das Leben fristet, nur diese heiligeFIamme d e r H e i m a t k l i e b e ist es, die die Herzen stahlt, daß sie tag­täglich in tausendfältigen Gefahren dem Tode trotzen und den Tod erleiden. Meine Herren, eS gehört doch ein vertrock­netes Herz dazu, um sich dem erdrückenden Eindruck von der Größe und von der Urkraft dieses Volkes zu entziehen (Sehr gut!) und sich der heißesten Liebe zu diesem Volke erwehren zu könne». (Lebhafter Beifall.) Meine Herren, da soll ich trennen? Da soll ich nicht einigen? (Bewegung.) Da soll Sorge und Angst um die Kampfe der Zukunft die Kraft lähmen, die wir brauchen für den Kampf in der Gegenwart? (Sehr gut!) Nein, meine Herren, der Glaubean mein VolkunddieLiebezu meinem Volke geben mir die feste Zuversicht, daß wir kamp-fen und siegen werden, wie wir bisher ge­kämpft und gesiegt haben. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen links und im Zentrum.)

Meine Herren, ich werde schließen. Unsere Feinde wollen es zum äußer sten treiben. Wir fürchten nicht Tod und Teufel, auch nicht den H u ng t r-t t n f ei, den sie uns ins Land schicken wollen. Die Männer, die um Ver­dun kämpfen, die Männer, die unter Hindenburg fechten, und unsere stolzen Blaujacken, die e§ Albion gezeigt haben, wie die Ratten beißen (Sehr gut! und Beifall), die sind von einem Ge. schlecht gezeugt, das auch Entbehrungen zu tragen weiß. Diese Entbehrungen, ich sage das frei und offen heraus, auch dem Ausland gegenüber, sind da. Aber wir tragen sie. Und auch da geht der Kampf vorwärts. Unter dem Segen des Himmels reift eine gute Ernte entgegen. Die Verhältnisse werden nicht schiechter, sie werden bester als im vorigen schlechten Erntejahr. (Beifatl.)

Die Rechnung der Feinde auf unsere wirk- schaftlichen Schwierigkeit en trügt. Ern Errmpel mit großen Zahlen hat unsere junge Marine am 1. Juni stark korrigiert. Auch dieser Sieg wird und nicht ruhmredig machen. Wir wissen, England ist damit noch nicht besiegt, nicht geschlagen. AB er dieser Sieg ist ein Wahr^zeiche-n für unsere Zukunft, einer Zukunft, in der sich Deutsch­land die Gleichberechtigung auch auf dem Meere erkämpft uu5> damit auch den kleineren Völkern die dauernde Freiheit der jetzt durch die englische Alleinherrschaft abgeschlostenen Seewege erficht. (Beifall.) Das, meine Herren, ist das helle und verheißungsvolle Lücht, das der 1. Juni i'n unsere Zukunft wärst. (Stürmischer, wiederholter Bei­fall und Händeklatschen im Zentrum, bei der Fortschrittspartei einem Teile der Nationakliberalen und Soz. nutz auf den Tribünen.)

Das Haus ve r i die WeiterberaiungonfDttnllttig, 11 Uhr. Vorher Anfragen, Petitionen und Antrag auf Vertagung de» Reichstags.

Schluß 6 ttffc.

. 8arl Ernst KstoM.

Zum 00. Gebürtstage am 6. Juni 1916.

Bon Hans Otto Becker.

Mitten in den Stürmen des Weltkrieges, einer Katastrophe sondergleichen, ovftendet ein Dichter des beschaulich-feierlichen stiften Lebens sein 60. Lebeusja.hr. Wohl uns, daß wir mitten im Toben des Kampfes um die Weltgeltung unserer Größen auf dem Gebiet der Kultur und Kim st gedenken kömren und dürfen! Unser hessischer Landsmann - K a r l Ernst Knodt hat sich weit über die Grenzen der Heimat hinaus in allen deutschen Landen Fremrde gewonnen, die heute gern au seinen: Wiegenfeste seiner gedenken. Seinem Leben und Schaffen seien die folgenden Zeilen gewinnet.

Knvdt ist am 6. Juni 1856 im rheinheffischen Dorf Eppels­heim geboren, das der asien VöNerstadt Alzey benachbart in lauter Weinbergen versteckt liegt: dort war sein Vater Pfarrer, Karl Ernst der vierte von fünf Söhnen. Wie mancher Pstrrrers-- söhn, wurde er dom Vattr bis z-ur Uuter-Seßanda vorbereitet^ woraus er die Gymnasien in Darmstadt und Büdingen befurchte. 1975 begann er das Studium der Theologie in Straßchurg, wo er auch 1878 das Examen bestand: ein Jahr studierte er in Utrecht. Nach dem Befisch des Predigerseminars in Friedberg wurde er 1880 als Diakonns in Gernsheim ttugefieftt. Von 18821904 war Knodt Pfarrer in dem. tneltsernen Odenwalddörfchen Ober- Klftrgen am Otzberg, bis ihn ein Leihen zwang, den Pfarrdienst anfzngeben. Seitdem tvvhnt Modt in Benschmm, wo ihm Professor Metzendorff, unser berüharbsr Bamneifter, ein reizvolles- LmrdhAGchen, em wckchres Weinod unstmer heimlichen Baukunst, errichtet hat. - B« in Ober-Minden das Pfarrchans, hat sich in BonShsim das Xu&fribam des Dichters gor mairchem Gast schon er- schkssien, den Freunden dvs Mvifters, jungen litersrrschen Kollegen, die bei ihm Förderung suchen, wie den bedeutend^« Be r tret en c der zeitgenäffischen Kunst.

Me ersten Gedichte Knvdts entstanden unter dem Eindruck der hyWänzischen Landschaft, unter dem wehmütigen Reiz ihrer Heide, utrfcex der schweren und schwermütigen StinMUMg der daatigen Luft, der eine heiße Sehnßucht nach Sonne und noch dem Land der Sonne, die alle Sehnsucht stillt, sich entrang. Diese Sehnsucht ist die Seele aller späteren Gesän«! des Dichttrs. Sie reifte larlgsam, den Künstler läuternd, dessen Aahrfprnch jenes Wort seines verewigten Freundes, des Prinzen Emil vmr S chve n- aich-Carolath, geworden:Reine Liebe sättigt im Grunde ciu Herz, das Gott init einiger Sehnsucht schlug." Lap-ge hat der Dichterin seiner Walbecke", in den herrlichen Wwlberrr von Ober-Klingen geträumt und feem Ramschen und Rannen des Oden­walds gelauscht. Und was zn ihm der ehrwürdige, heilige Wald in ewigen Worten und Weisen gesprochen, das fvrnrte der Dichter in feinet selten schönen Sprache zu Berse» von tiefem Gehaßt und klrngpokler Form.Der Waldpfarrer" heiht darum Kwovt. Ewigkeftswerte hat der Lyriker geschaiffen; er wies der wligiSfen Dichtung ganz neue Wege, aus denwr zn pilgern für den Lefer ei» hoher, reiner Genuß. Kuodt vereinigt in sich üäc Elemente des geistigen Lebens^ Natur und Kunst, Knttur ,rnd Nissen. Gr bringt in Einklang Geist und Religion. Seme Lyrik ist fvoi vvn kanfess«-- netlen Schranken und geht zurück «tf eine rein chrtsUi«t>e Reftgion der Weisheit, Wcrhrheit, Schönheit. Doch dabei ist Knodt ein durchaus nroderirer Mensch, dfr den Stimrnew seiner Zeit gelauscht hat und der wei^ und versteht, w»s der Mensch der Gegnurart fühlt und denkt, hofft und sclMt. Er hat der irrenden Soeke den Weg gewiesen, den sie gehen muß.

Kiwdt trat edva «erzigjährig an die OefsQktLchkeit, als die erster! scheuen .Mnber seiner Muse ans der StMe des Odenwald- dörfchens den SchE in die AM wagten. Danach tvat er mit -ab­

geschlossener, geklärter Weltanschauung hervor, im besten Mter des Mannes. _ Wenn er verhältnismäßig spät in der literarischen Welt erschien, so ist er bchür aber auch jung geblieben, kein Erlahmen seiner Kraft und Kunst -läßt sich spüren er ist jung geblieben mit den Jungerr!

In den schweren Tagen des Weltkriegs mit ihrem Leid und ihrer Not \ynt Knodts Dichtkunst numchem schon Trost und Kraft gespendet. Er selber hat den .Krieg^ spüren müssen sein Sohn ward schwer verwundet, sein Pflegesohn siel auf französischer Erde. Dem Toten widmete er das RequiemIch halt' einen Kameraden": er klagt wohl um ihn, aber er schöpft doch wieder Zuversicht und Kraft. Und KtwdtsKriegsgebet", ..Zu dir heb' ich die Hände", gehört MM besten, was die Kriegstitevaitur geschaffen: von Fritz Könnecke vertont, wird es Vvn vielen Tausenden von Kindern ge- stmgen' auch wir hoffen, daß die Bitte, irm denSieg zur rechten Zeit" Erftlllung filmen möge.

Knobts Lebenswerk ist schon reich. Außer einem Prosabuch Fonte s melusinae schenkte er uns die GedickstbücherAus meiner Waldecke",Aus aÄen AugenMcken meines Lebens",Wir sind die Sehnsucht",Ern Dvn vom Tode und ein Lied vom Leben",Bon Sehnsucht, Schönheit, Wahrheit",Mlerleirauch", Br>m Ruder-Tod". Eine wn Knodt gesmmnelte ÄutlwlogieTie Gott sckchen" ist eine lebendige, poetische Literaturgeschichte. Zum 60. Geburtstag des Tftlfters ließ der Verlag MMler und Fröhlich, München, einen Ansleseband ans aller Lyrik KwodtsL i ch t l e t u s i nd wir" mb das neue BuchLösungen und Erlö- sung-cn" erschein«, während eine literarische Eharakterftizzei »on Richard Kn res, einem rasch bekannt gewordenen jungen SchriftsteNer, in Knodts Leben und Wirken ernführt.

LHWisner Tod.

(Zum 100. Todestag von Goethes Fvau, 6. Juni.)

Unter den Frmrenbildern, die um Goethe stehen, itric ein Kranz von Sterne» um chre Svune, erscheint Goethes Frau in. einem bescheidner«!, blässeren Licht, als manche andere, der er seine Liebe grscheM. La-rge hat den Deutscher das tiefere Ver­ständnis für die Ehe ilwes größten Dichters gefehlt, und erst in neuester Zeit hat die Forschung das tmendkich zarte und doch sv bebontsame Geflecht bloßaelegt, das Goethes Läden auf seiner« Lwhe dnchh ein Viertetj^hrhürndert mit dem Wesen dieser Frmr un<v»Abslich'verknüpfe. So betrachtet mau denn an ihrem 100. Todestage diese aTrmutche ftesudlicho Gestatt mit einenr Abglmrz jener Liebe, die eftkst GmM: W ihr z^g, rmd feiert in ihr, win es P«ck Hepse so wundervoll a»sgedrückt,ein Stück Rrrtur, das in dem kühlen Dvrmg / Des Alltags warm den Busmr chrn um- schk^rg, / Dem MMed^ftigm, gab ein heitres Glück, / Demütig, sekbWos, trau ein Loben lmrg." In mrvergäivgLich leuchtenden Zügen ist das DVd Thristicvres einzeprägt in Goethes Dichten und Sam. Mag sie uns a»s den römischen Glechen. als die leiden- schaMch Gehabte e»tgegmitrvden oder in «nziMgen Briefen und SchW>ev»nq^r w« Bes-üchen bei Goethe als die brave Hmrsfrau, die für ihMUGeheimen Rat" mit nnermoüblicher Liebe und Anf- vpfe«mg sorgte stets ist sie die seöhliche Sorgenbvechmünvon naivem, si^i»«Mchem Wesen, mit vskkem, vrmdom: Gesicht, tau ge« Zocken, ffeiteem NäSchm., zboxtichem .Wrperb«» und -niedlichen, tanz- Lrstigen Füßchm ." Zu den Heften des GorO^ch«r Geists hat sie sich wie echotzen: sie wch-nte mit ftlbstverstÄMcher BeschränLmg in den Rioberrmgknr des oMäskiche» Lebens, war glücklich^ w«m sie dem Fremöde semLÜiche VochaglieHDeÄ im Htarse schaffe und allechsi Svr- mi und Beschwmutsse dem Wege räumen konnte Während in Deimerr sich znuLchft alles grae» die Geliebte des SHaatsMörtsters sUÄte, während m der Dernau Stadt die Berrästenungen und

KränkilwgeN kein Ende nehmen tvollben, hat Goethes Mütter rtt der neuen Hausg>envssin des Sohnes sogleich die verwandte, ge­sund-ursprüngliche Natur erkannt, deren Walten dem Gerrve in Vielem heilsam und notwendig sein könnte; herzlich hat sie die Schwiegertochter in Worten unb Taten ausgenommen, und so als erste den Weg gellnesen zu einer richftgen Würdigung derBiel- gelästerten". Das lustige vergnügte T.riben Chriftianes auf Ballen und beim leidenschaftlich g-elieülen Tänzcherr im eigenen Harts, auf Ausflügen und beiin Kaffeeklatsch, es ist ja war die eine Seite ihres Wesens. Am schönsten hat sich die Aufopftrnng und Hingabe für Goethe in jenen drang volleu Tagen nach der Schlacht bei Jena bewährt, da sie sich den französischen Soldaten, die Goethe mit ihren Waffen bedrohten, mutig eurgegenwarf und dem Geliebten das Leben rettete. Aus dem Gesicht des festesten Zusamnrenge-. Wachsenseins mit seiner Frau heraus hat Gvethe damals der 17jährigen ß-ewisswsehe mit Christiane anchi den kirchlichen Segen gegeben, und was sie ihn: tvar, tritt am klarsten l>arvor bei rhrem Tode, der ihn im Innersten erschütterte. Sie kränkelt^ bereits seit ^einiger Zeit: 1815 war siezwei Querfinger vom Tode," wie Goethe an Wiktem-er schrieb. Ihr schweres Leidest brachte sie dem Tode immer näher, imd doch kam ihm ihr Ab­scheiden am 6. Juni 1816 an ihrem 52. Geburtstag, überraschend. Am 5. Juni zeichnete er in sein Tagebuch ein:Meine Frau in. cvcherster Gefahr. Mein Sochr Helfer, Ratgeber urid einziger' haltbarer Punkt in dieser Verwirrung." Und dann am 6. Juni [ nachts:Ende meiner Frau. Letzter fürchterlicher Kampf chrer' Natur. Sie verschied gegen Mittag. Leere und Totenstille in und außer mir." Am selben Tage dichtete er die erschütternden Verse: Tu versuchst, o Sonne, vergebens, / Durch die düstern LÄolken zu scheinen! / Der ganze Gewinn meines Leberrs / Ist, Ihren Verkist zu beweinen."Wenn ich Dir, derber geprüfter Erdensohu, vermelde, daß meine liebe kleine Frau uns tu diesen Tagen ver­lassen, so weißt Du, was es heißen tvill," schreibt er am 8. Juni an Zelter, unb anderen Freunden klagt er, daß sein Zustand an Verztveiflutrg grenze, daß ihm sein Lben nur erträglich erscheine, wem: er sich vorzähle, ivas sie ihm Gatts und Liebes getan. Und sie selbst läßt er in einem ftft Bild schlicht festhaltendest Gedicht die Abschiedslvorte spreche'.::Da blickt' ich ihü noch manch­mal freundlich an / Und habe leitzerrd viel für ihn getan."

Reu eWrwerb ungen der Pariser Skulpturen-

museen. Wie bereits berichtet wmde, ist vor einigen Wochen wenigstens die Skulpüwwralüeflung des Lmwre dem ösieittlichen Besuch wieder zugänglich gemacht worden, nachdem' die Bildhauer­werke aus den Kellerränuttu, in denen sie mrderthskb Jahre bewahrt gewesen waren, in die alten Säle des Erdge^Äo^s gebiet und dort neu geordnet worden waren. Bei dieser Gelegenheit konnten, wie derCicerone" mitteilt, den Besuchen: auch einige Neuerwer­bungen vorgesi'chrt werden, in erster Lmie einige Tftweliess au3 nnffirer Zeit urtb aus dem 12. Jahrhundert. Eim mtevessmtte Nsnerwerck'ung lourtze in hm Scklen neuere': geftektt: das längst erworbene Ochsmok-MptzM der hrkKigen Wbi- am Vvn Berrrini. In einigst Wvchen sollen auch die Satt ei'öffnet werden, die die Sammlung Schlichting mit den berühmten Werken von Paj«u enthalten. Auch die Samnflungcn des Trocaderv^ stAen demnächst wieder eröGnet werde». Wälirend der Zeck der dieses Niusei!prs, das bekamrttich die Wertt der m

abgüssen enthält, hkt sein Letter, der auch in De?ttschland wohl- bekamrtt Gelehrte ClLart fttr Ergänzungen seiner Samiwbmg ge­sorgt. Dahin gehört ein Preirzacwölbe cncck Sk. Martin von Tontt? aus den Jahren >508k9, das einen "ftdonat vor Knsgsou^brnch in Givs gegossen nmrde, ferner eine Pieck-, die im nitttzO^n Fenfterkreuze vrm Rotte Dmw? de Piedö M Hymen mx girt Geltung komnit, so wie schließlich eine ittrlienffcher Atteittu. ^