Ausgabe 
30.6.1916 Erstes Blatt
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Die holländische Ausfuhr.

SS n ai}, 29. Juni WTB. Der Ackerbaumiuister hat bestimmt, feail den bei bei Gemüjrzcntrale eingeschriebenen Exporteuren die -Erlaubnis zur A n s s u b v einiger Sorten Frühkartoffeln, Blumenkohl, Erbsen, Mohrrüben und Schotenerbsen erteilt wrrd.

Englands Kriegsabsichten vor dem Kriege.

Berlin, 29. Juni. (WTB.) DieNordd Allg Ztg." 'schreibt unter: Englands Krieg sabsichtcn v or dem Krieg: In derNordd. Mg., Ztg." vom 20. Mar war der Bericht des früheren Kaiserlichen Konsuls in Jo- hannisbnrg abgedruckt, in dem das Gespräch des Generals T o w n shC u d mit Lord Roberts über die Kriegsabsich- ten Englands wiedergegeben wurde. Nach der Versicherung Townfhends hatte damals Lord Roberts erklärt, es werde bestimmt Krieg zwischen Frankreich irnd Deutschland aus- boechen, in dem sich England aus Frankreichs Seite stelle. Der ganze Kriegsplau sei bis aufs einzelne zwischen Frank­reich und England abgekartet. England werde 120 000 Mann ; iax die Gegend von Lille werfen. Der Vertreter einer türki­schen Zeitung hatte bei Eintreffen des inzwischen bei Kut-el- Amara gefangenen Generals Townshend eine Unterredung mit diesem, die imHilal" vom 17. Juni veröffentlicht worden ist. Der Korrespondent desHilal" erwähnte dem General gegenüber die Auslaffitng derNordd. Allg. Ztg." Es heißt dann uwrtlich in dem Interview:

Als ich dem General von der Tatsache der Berössenttichung in unserer Zeitui:g Milteü'ung machte und ihn deswegen um Aufklärung bat, glaubte ich im Augenblick, er würde der Ver­öffentlichung ans irgend einer Weise entgegentreten. Aber er tat dies keineswegs, besann sich einen Mi.genblick, wie um in feinem Gedächtnis nachzusorschen, richtete einige darauf bezüg­liche Fragei: an mich und sagte:Wer weiß, vittleicht habe ich es getan."

Unsere Mitteilung stammt aus so sicherer Quelle, daß Zweifel an ihrer Richtigkeit von vornherein ausgeschlossen firrd. Immerhin ist es nicht ohne Interesse, daß selbst Town­shend sie mittelbar bestätigt.

Casement zum Tode verurteilt.

London, 29. Juni. (WTB.) Meldung des Reuterschcn Bu­reaus. Im Prozeß Casement erklärte der Lord Oberrichter in Erwiderung eines' gestern von der Verteidigung vorgebrachtm Arguments, daß eilt Mann, wenn er auch nur außerhalb des Reiches Partei für dile Feinde des Königs nehme, Verrat übe. Der Ver­teidiger Casem-ents erklärte, aus ein weiters Zeugenvcrhör ver­zichten zu wollen. Casement verlas eine Erklärung, in der es 'heißt, daß er^den Iren niemals empfohlen habe, auf Seitm der Deutscheu wie der Türken zu kämpfen, sondern sie immer aufmerk­sam gemacht habe, daß sie nur für Irland kämpfen dürften. Er habe Deutschland ärmer verlassen als er hingekommen sei und nie eine,: Pfennig deutschen Geldes erhalten. Bezüglich des Ausstandes in Irland erklärte er, daß die Bewegung nickt von Deutschland ange­stiftet und kein Pfennig dafür ausgegeben worden sei.

London, 29. Juni. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung des Reuterschen Bureaus. Der Prozeß gegen Casement ist beendet. Casement ist des .Hochverrats schuldig befunden und zum Tode verurteilt worden.

Berlin, 30 Juni. Zum Ausgang des Prozesses Case­ment sagt dieBossrsche Zeitung": Das Urteil ist so ausgefallen, ime es von einem englischen Gerichtshof erwartet werden mußte. Was der zum Tode Verurteilte unter dem Einsatz seiner irdischen Existenz zu verwirklichen versucht hat. ist dasselbe, wofür nach den großen Worten ihrer Staatsmänner die Engländer selbst in den .Krieg gezogen sind: Die Befreiung der Unterdrückten, die Er­ringung des Rechtem für die Entrechteten.

DerBert. Lokalanzeiger" schreibt: Die Welt wird in Ease- ment immer den Freiheitskämpfer sehen, rtfie sie in seinen Landsleuten, die für die Engländer Räbellen sind, Freiheitskämpfer sieht. Er hat die Verleumdung znrückgewiesen, daß er Geld von Deutschland nach Irland mitgebracht habe. Sie wird seinem An­denken nicht schaden. Mögen die .Engländer ihre Rache nun voU auskosten und das Todesurteil vollstrecken, oder sich damit be­gnügen, ihn hinter Schloß und Ri-egtt zu halten.

der Zeekrieg.

London, 29. Juni. (WTB. Nichtamtlich.) Lloyds meldet: Der iavanische DampferDaiyeteu Maru", das italienische SegelschiffA vcntino" anb der italienische DampferC l a r a"

wurden versenkt.

Berlin, 29. Juni. (WTB. Nichtamtlich.) Eines der kürzlich von einer Unternehmung im Mittelmeer in den Heimatshafen zu- rückgekehrten Unterseeboote der Mittelmächte wurde am Abend des 27. Mai östlich der Balearen von einem gro ßen Dampfer unbekannter Nationalität aus etwa 10000 Meter b e s cho s s e n , ohne daß dieser vorher von dem Unterseeboot angehalten worden wäre. Das Unterseeboot blieb unversehrt.

London, 29. Juni. iWTB. Nichtamtlich.) Lloyds Agentur meldet Die italienischen DampferM o n i b o 1 l o",R o m a" imdPino" find versenkt worden.

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Amerika mrd Meriio.

Washington, 29. Juni. (WTB. Nichtamtlich.) Mel­dung des Reuterschen VirreaLüs . Ein unmittelbarer Bruch mit Mexiko ist durch Freilassung der bei Carrisal ge­fangen genommenen Amerikaner vermieden worden. Es liegt Noch keine amtliche Nachricht darüber vor, wie Car- ranza sich gegenüber den Bewegungen der Truppen Per­shings in anoever als nördlicher Mchtuug verhält. Noch Carrcrnzcs Antwort auf das Ultimatum vom Sonntag ist die Lage die, daß, im Falle Carranza weitere Unterhand­lungen versuchen sollte, die Bereinigten Staaten darauf bestehen würden, für die Truppen, die sich jetzt in Mexiko befinden, Bewegungsfreiheit zu fordern. Jeder Versuch, dieses zu verhindern, würde Gewaltmaßregeln zur Folge haben. Die Möglichkeit ehret Beruhttebrng der südamerika- nischen Staaten wird in Werten Kreisen besprochen. In­zwischen dauert der Transport amerikanischer Truppen nach dcr Grenze fort.

Am dem Reiche.

Berlin, 29. Juni. (WTB.) In der Heutigen Sitzung des Bundesrats gelangte zur Annahme: Der Entwurf einer Verordnung über die Verwertung von Trerkörpern und Schlachtabfällen, der Entwurf einer Verordnung über Brotgetreide und Mehl aus dem Erntejahr 1916, der Ent­wurf einer Verordnung über die Beschränkung des Absatzes und der Erzeugung von Zement, die Aenderung der Verord­nung über den Verkehr mit Hülsenfrüchten vom 26. August 1915, der Enttvurs einer Verordnung über Buchweizen und .Hirse und der Entwurf der Ausführungsbestimmungen zum besetz über die Kapitalabfindung an Stelle der Kriegsver- forgung.

Berlin, 30. Juni. Am 1 Juli tritt der deutsche E i f e n b a h n c c v c r b a n d ins Leben Durch den Krieg sind die Verwaltungen der Staatseisenbahnen veranlaßt worden, gewerkschaftlich organisierte Arbeiter in größerer ^Zahl in den Eisenbahndienst einzustellen. Die Vorstände ^der Ml Frage kommenden gewerkschaftlichen. Zentralver­

bände haben lautVorwärts" beschlossen, freiwillig auf die Organisierung der Eisenbahner zu verzichten und ihren im Betriebe der Eisenbahnen beschäftigten Mitgliedern zu empfehlen, sich dem ins Leben tretenden deutschen Eisen­bahnerverband anzuschließen. __

Aus SLüdt und Lund.

Gießen, 30. Juni 1916.

Reichsfleischkarte.

TieReichsflesichkarte" hat in letzter Zeit ständig zunehmende Verbreitung gefunden. Nach dem- Vorgänge süddeutscher Staaten und einzelner preußischer Städte und Landkreise ist neuerdings für ganz Preußen durch Mäncsterialerlaß die alsbaldige Einführung der Fleischkarle in allen größeren und den von den Regierangs-« Präsidenten zu bestimmenden kleineren Städten angeordnet worden. Ms zweckmäßigste Form hat sich überall die wachsende Festsetzung der Wochenration innerhalb eurer allgemeinen bestimmten Höchst­grenze nach Maßgabe be* vorhandenen Vorrates erwiesen.

Ter Vorstand des K. E. A. hat nunmehr nach Beratungen mit Vertretern der Reichssleischstelle dieE: nführung der F lei sch - karte in Stadt und Land tm ganzen Reich beschlossen. Die Einführung kann, um alle Borbereittmgen sorgsam treffen zu können, erst zum September erfolgen. Bis dahin soll durch Uebergangsvorschristen aus eine einigermaßen gleichmäßige Deck­ung des Fleischbedarfes nach Möglichkeit hingewirkt werden.

Im Interesse unserer Fleisch-, Äöilch- und Butterversorgung ist das ist mittlerweile wohl allgemein anerkannt eine mög­lichste Einschränkung des Fleischverbrauches während des Sommers an sich dringend erwünscht; eine weiter gehende Herabsetzung der Schlachtungen tft also so lange nicht möglich, bis die neue Ernte und die im Gange befindliche Neuregelung der Butter- und Milchversorgung die ausreichende Zuführung der übrigen Nah­rungsmittel sichhätellt. Die Zulassung der Hausschlach - tun gen wird durch die allgemeine Einführung der Fleischkarle nicht berührt. Boneinem Verbot der Hausschlach­tungen soll unter allen Umständen abgesehen werden. Sie müssen aber selbswerständlich kontrolliert werden und das selbst eingeschlachtete Fleisch ist auf die nach der Fleisch­karle zustehende Menge entsprechend anzurechnen. Alles Nähere wird auf Grund weiterer Beratungen festgesetzt und rechtzeitig be­kannt gemacht werden.

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Eine Pflicht der Daheimgebliebenen.

Der RufDas Gold in die Reichsbank" hat in den Herzen aller Volksgenossen, die ihr Vaterland lieben, begeisterten Wider­hall gesunden. Reich und Arm, Vornehm und Geling, Bauer und Städter, haben bereitwillig ihre Truhen und Schränke geöffnet.

Heute weist unsere Reichsbank einen Goldschatz von nahezu 2>5 Milliarde:: auf und widerlegt mit dieser stolzen Ziffer aufs schlagendste die Mär unserer Fvmde vom finanziellem Zusammen­bruch unseres Vaterlandes!

Gewiß, vieles ist -damit erreicht, «ne sichere goldene Grund­lage für das stolze Gebäude unserer Geldwittschaft ist geschaffen.

Aber immer iroch gilt es rastlos weiter zu arbeiten! Weite Gebiete des feindlichen Landes in Ost und West sind von unseren! siegreichen Truppen besetzt. Nachdem hier die deutsche Verwaltung Ordnung geschaffen hatte, stellte sich Handel und Verkehr wieder ein: aber das Notwendigste fehlte, das allgemeine Tauschmittel: das Geld. Da nrußte unsere Reichsbcmk ein springen und mit ihren Noten die weiten Gebiete versorgen. Sie mußte weiterhin im eigenen Lande das ihr zugeführte Gold im Verkehr durch Noten ersetzet: und das Heer mit den erforderlichen Zahlungsmitteln versehen. Ein gewalliges Anschwellen ihres Noterrumlauses war die Folge. Nun muß. aber die Reichsbank für die ausgegebenen Banknoten milidestens ein Drittel der Summe in bar vorrätig halten. Je günstige:- die Bardeckung der Noten ist, d. h. also je mehr bares Geld in den Kossen der Reichsbank liegt, desto eher wird es unseren.Feinden zum Bewußtsein tonrmen, daß Deutschland auch finanziell unbesiegbar ist.

Darum ist es Pflicht jedes Deutschen, an seinem Teile daM beizutragen, daß das Deckungsverhallnis der Noten durch den Barvorrat möglichst günsttg ist. Das kann dadurch erreicht werde::, daß einerseits, wie es die Goldsammlung erstoeb-t, alle bare Münze ausnahmslos in die Kassen der Reichsbank geleitet mrd andercrseits in der Verwendung von Papiergeld die äußerste Sparsamkeit ge­übt wird.

Niemand speichere Banknoten und Kasseirscheine auf oder trage sie nutzlos in der Brieftasche mit sich hermn! Wenn ich der Reichs­bank 120 Matt in Banknoten vorenthalte, zwinge ich sie, dafür mindestens ein Drittel in Metall als Deckung bereitzustellen. Oder anders ausgedrückt: Wenn ich der Bank 120 Mark in Banknoten zurückbringe, leiste ich dem Baterlande denselben Dienst,- lls wenn ich 40 Matt in Metallgeld einzahle: denn für die Banknoten, die ich der Bank zurückbringe, braucht sie keine Dritteldeckung zu halten.

Wie entledige ich mich aber am vorteilhaftesten der überffsffsigen Banknoten, diene meiner Beguemlichkeit und mache noch ein Ge­schäft dabei? Jirdem ich mir bei einer Bcmk, Sparkasse, Ge­nossenschaft oder bei der Post ein Konto einrichten lasse und das Geld dort einzahle.

Habe ich Zahlungen zu leisten, so brauche ich das Geld nicht. abMheben, sondern beanfttag-e die betreffende Bank Usw., aus meinem Guthaben den: Konto des Zahlungsempfängers den schuldigen Betrag gutzuschreiben. DaM ist kein Pfennig Geldes nötig. Keine Gefahr des Diebstahls oder des Verlustes durch Feuer oder Unachtsamkeit, durch Verzählen oder Falschstücke: und oben­drein bringt das Geld in der Regel noch Zinsen! Bor allem aber diene ich auf diese Weise durch die Ersparnis an Umlaufsmitteln den Interessen des Vaterlandes.

Da:nm auf, Gewerbetreibende, Käusleute, Handwerker. Land­wirte, Beamte und Privatleute! Wer von euch noch kein Konto hat, lasse sich unverzüglich ein solches einrichten. Jeder Tag der VersäumrUs ist eine Pflichtverletzung gegenüber dem Baterlande!

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Neue Triebwagenfahrten btt ®itede Gießen-Coblerrz.

Vom 1. Juli 1916 ab werden auf der Sttecke GießenNieder- lckhnstem .Koblenz folgende jtenje Triebwagenfahrten eingelegt:

T. 4936 (34. Kl.) LiMburg ab 5,43 Uhr morgens, Diez an 5,50, ab 5,5-1, Fachingen 5,57, Balduinstein 6.04, Laurenburg 6,15, Obernhof 6,28, Nassau 6 36, Dausenau 6,45, Bad Ems an 6,51, ab 6,52, Lindenbach 6,57, Nievern 7,02, Friedrichssegen 7,10, Niederlahnstein an 7,20. Anschlußzüge: .Niederlahnstein ab 7,39, Koblenz an 4,47. Oberlahnstein an 7,28, Oberlahnstein ab 7 27 Uhr.

T. 4937 (34. Kl.) Mederlähnstein ab 7,34 morgens, Fried­richssegen 7,45, Nievern 7,54, Lindenbach 7,59, Bad Ems an 8,03, ab 8,05, Dausenau 8,12, Nassau an 8,20. Anschlußzug Oberlahn­slein ab 7,27.

T. 4939 (3.4. Kl.) dttederlahinstem ab 10,14 inorgens, Fried- richssegei: 10,24, Nievern 10,32, Lindenbach 10,37, Bad Ems an 10,41, ab 10,42, Dausenau 10,49, Nassau an 10,57. An­schlußzüge: Koblenz Haupt bahn Hof ab 9,52, Niederlahnstern an 10,00. Nach Oberlahnstein an 10,15. Bon Oberlahnstein ab 10,06.

T. 4938 (3.4. Ktt Nassau ab 9,15 nvorgens, Dausenau 9,24, Bad Ems an 9,30, ab 9,32, Lindenbach 9,37, Nvwern 9,42, ?friedrichssegen 9,50. Mederlahnstein an 10,00. Anschlußzüge: Mederlähnstein ab 10,13, .Koblenz Hcurptbahnhof an 10,25. Ober­lahnstein an 10,15. Oberlahnstein ab 10,16.

T. 4940 (3.4. Kl.) Nassau ab 11,02 morgens. Dausenau ab 11,11, Bad Ems an 11,17, ab 11,19, Lindenbach 11,24, Mevern 11,29, Friedrichssegen 11,37, Niederlahnstein an 11,47.

Vz. T. 421 (3. Kl.) Mederlähnstein ab 4,02 nachmittags, Bad Ems an 4,18, ab 4,20, Nassau 4,32, au 4,59, ab 5,01, Limhurg an 5,07. Anschlußzug Oberlahnstein ab 3,44.

Auf anderen Bahnhöfen hält der.Triebwagen nicht.

T. 423 (3.4. Kl.) Limburg (L.) abT,51 morgens, Eschhofen 5.57, .Kerkerbach 6,02, Runkel 6,07, Will mar 6,13. Arfurt 6,20, Aumenau 6,27, Fürfurt 6,36, Gväveneck 6,43, Weilburg Mt 6,51 und Weller wie plsher nach Wetzlar. Wetzlar an 7,33.

T. 4941 34 .Ks Limburg ab 12,50 mittags, Eschhofew 12,56, Kerl erwach 1,01, Runkel 1,06, VLnrar 1,12, Arfutt 1,19, Aumenau 1,26, Fürfurt 1,33, Gräoeneck 1,42, Weilburg an 1,50> ab 1,52, Löhnberg 1,59, Stockhansen 2,08, Branntels 2,Io,.Burg­solms 2,21, Albs Hausen 2,26, Wetzlar an 2,34. AnschlutzMg nach Gießen: Wetzlar ab 2,40, Dutenhofen 2,50, Gießen an 2,58..

Neu: T. 4942 (3. -4. Kl. Wetzlar ab 3,44 nachmtttags^ Mbshausen 3,53, Burgsolms 3,58, Braunfels 4,04, Stock Hausen 4,11. Löhnberg 4,19, Weilburg an 4,24, ab 4,25, Gräoeneck 4.34, Fürfurt 4,46, Aumenau 4,49, Arfurr 4,55, Villmar 5,02, Runkel 5,08, Kerkerbach 5,13, Eschl-ofen 5,18, Limburg an 5,23. Anschluß-» zug Gießen ab 3,23, Dutenhofen 3,31, Wetzlar an 3,40.

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** Auszeichnungen. Das Eiserne Kre:^ 2. Klasse wurde verliehen Zahnarzt Hans S a l z m a i: n aus Gießen, Zahnarzt :n Frankfurt a. M., zurzeit Leiter der Lorpszahnstation eines Reserve­korps im Westen. Das Hessische Dälitär-Sanitätskrenz am Bande der Hessische«: Tapserkeitsmedaille hat Salzmann schon früher er­halten. Der Fernsprecher Sally Wetterhahn wurde mit der Hessischen Tapferkeitsmedaille ausgezeichnet. Dem Leutnant d. R. Otto Neurath, der bereits Ritter des Eisernen Kreuzes ist, wurde die Hessische Tapserkeitsmedaille verliehen. - Das Eiserne Kreuz 2. Klasse erhielt Sanitäts-Sergeant Graulich von hier. Das Hessische Militär-Sanitätskrenz erhielt er bereits 1915.

L. U. G i e ß e n. Bei der Jahresfeier der Land es- Universität cnn Sanrstag, den 1.Juli, find, wie uns mitgeteilt wird, außer den geladenen Gästen auch ander« Freunde der Universität willkornmen; einer besonderen Ein­ladungskarte bedarf es nicht. Die Feier in der neuen Aula beginnt llt /4 Uhr pünktlich

" G i e ß e n e r F r e i l i ch t - B ü h n e. Zn der morgen statt- sindenden S ch ü l e r - A u s f ü h r u n g (Wallsnsteins Lager^, An­fang 4X Uhr) sind b:s jetzt von auswärts Anmeldungen einqelausen aus: Marburg, Friedberg. L:ch, Laubach, Nidda, Bad-Nauheim. Die Vorstellung ist für die Schüler zu ermäßigten Preisen angesetzt.

** Zu ckerh>öch stpreise. Um ^rx*trauern zu be­gegnen, wrrd darauf aufinerksarn gemacht, daß nach der Höchstpreisverordnung für Verbranchszucker der Stot>t Gießen vom 26. Juni 1916 der Höchstpreis für Würfel­zucker und Kristallzucker 0,36 Mk. für das Pßund beträgt Unter Kristallzucker ist nur Kristallwürfelzncker zu verstehen, während der Höchstpreis des cpttvvhnlichem Kristallzuckers dem gemahlenen Zucker (KonfumMcker) gleichkvmmt.

** Preise für Kaninchen und Ziegen. In letzter Zeit sind wiederholt Klagen geänßert worden über übermäßig h>he Preise für Ränttlchen und Ziegen. Bei dem großen Jnteresie, welches die Ziegen- und Kaninchenzucht in diesem Jahve gefunden hat, ist namentlich, nachdem die beiden Znchtgebiebe auch durch Staats- inittet gefördert sind, eine außerordentlich starke Nachfrage nach .Kaninckren nnd Ziegen entstanden, die schon seit 6 bis 8 Wochen bei dem Niangel an Angebot bei weitxmr nicht inehr befriedigt wlerden konnte. Daß dabei die Pveisc hernufgegangen lind, ist nicht zn bestreiten. Die Jnteressenteit, welche Kaninchen mrd Ziegen sich Hallen wollen, müssen auf 'späteren Ankauf, für Kaninchen in vielleicht 6 bis 8 Wochen, für Ziegen im kommenden Herbst vev wiesen :oerden, da dwrn das Angebot sicherlich! größer sein und die Preisgestaltung beeinflussen wird. Es ist unzweckmäßig, jetzt zn unverhältnismäßig hohe:: Preff-cn die Tiere anMichaffen. Aus erwlähltc Zuchttiere, die für ^tammMchtwirtschaften nur ln Fragt kommen, werden selbstverständlich die für Zuchttiere übliche höhere:: Preffe behalten.

** O bst- und Gemüseverwertung. Gestern fand vom Gieße ne r Hausfrau en-Berein aus in der städttschen Schulküche eine lehrreiche Vorführung über Obst- und Gemüseverwertunc statt. Die Haushalttmgslehrerin Fräulein Anthes sprach in kurze:: ttefferchen Worten über das jetzt so wichtige Ernmachen phne Zucker, woran sich eine BorsuhriMF anschlvß, dre die theoretischen Erklärungen praktisch erläuterten. Es wurde gezeigt, lote ruf Hürden, die sich jeder selbst billig Hersteller: formt, Obst und Gemüse kwltbar gemacht werden. Die größte 'Aufmerksamkeit brachten die zahlreichen Zuhörer dem Ellunachen ohne Zucker entgegen, nnd die 2ll:ssührungcn von Fräulein Anthes leuchteten allen Anwesenden ein. Lebhafte Erörterungen, die dem Vortvage sÄgten, zeigten, wie zeitgemäß die Veranstalttmg des Hausfiauen-Beveins gerade jetzt in der Einmachzeit war, roo sich der Mangel an Zucker am äller- nnongenehmsten bemerkbar macht.

** Einmachzucker. Die Ausgabe des Enrmach- zuckers findet in der städtischen Berkaufsfbelle Neustadt 61 wöchentlich Dienstags und Frritags vormittags von 10 bis 12 Uhr und nachmittags von 26 Uhr gegen Abgabe der Eirrmächzuckerkarten (weiß) statt.

** Das heutige Kreisblatt enthält u. a. die in Einzel­heiten abgeänderte Bekanntmachung über den Verkehr mit O b st; eine Bekanntmachung, betreffeird Bestandsaufnahme von Kartofeln im Landkreis Gießen, sowie eine Bekanntgabe des Verhaltens der Bevölkerung bei Flieger­angriffen.

** 25jähriges Dienstjubiläum. 21m 1. Jul: vollenden die Lokomotivfiihrer Friedrich E o n r a d , Karl W e: d i g, Karl Schäfer und Paul L i e b a u ihre 25jährige Dienstzeit im Lokomotivfahrdienft bei der Preußisch - Hessischen Eisenbahn­gemeinschaft.

**Die Linden blühen, und wenn ihr herrlicher Duft auch durch das sonnenwarme Wetter beeinträchtigt wird, ist er doch in der Nähe der Bäume zu verspüren. Den Bienen liefert die Lindenblüte reichen und gern gesuchten Stoff, ebenso ist sie ge­trocknet als ein vorzüglicher Heiltee und altes Hausmittel bekannt.

** Lichtspielhaus. Der gestern abend veranstaltete b u n t c Aden d" findet heute, wie auS dem Anzeigenteile unseres Blattes zu ersehen ist, mit völlig neuem Programm seine Wieder­holung.

Landkreis Gießen.

io. Grünberg, 30. Juni. Unter zahlreicher Beteiligung der Einwohnerschaft fand die Beisetzitirg Alt-Bürgermeisters Zim­mer statt. Die Achtung und Wettschätzung, die der Verstorbene als MirgerMeister und auch im Pttvalleben genoß, fand beredten Aus­druck am Grabe. Provinzialdirektvr Dr. Ü s i n g e r legte im Namen des Kreisausschusses einen Kranz nieder, Bürgernvcister Ranft nanrens der Stadt, Pfarrer Graul in g für den Kirchenvorstand, löemeinderatsmttglied Christoph S ch w e i ß> g u t h für den Stadt­vorstand nnd Karl Schäfer für den Pferdeversicherungsverein, dessen langjähttger Rechner der Verstorbene war.

e. S lein b ach, 29. Juni. Untevoffizier Korl Nicolaus von hier, bei Krie^ausbruch als attivor Soldat und Ober gefreiter in einem Fußartillerie-Regiment ins Feld rückend, erhielt, nach­dem er auf dem westliche:: nnd serbischen .Kriegsschauplätze ge- käntpst hatte, nunmehr an der Westfront das Eiseri:e Kreuz zweiter Klasse. Musketier Jakob Haas VIII., seit Herbst 1915 in Ga­lizien stehend, gilt ans Grund Mrückgckommener Postsendungen als vermißt. Tie Teilnahme an dein Schmerze der nahezu blinden Ehefrau mit ihren unmündigen Kindern ist allgemein.

z S t e i n h e : m b. Hungen, 30. Juni. Der Musketier Ludwig Eifer von hier bei der 10. Komp. Res.-Jnf.-Regt. 223 wird von der Komp, seit dem 13. Juni als vermißt gemeldet.

Kreis Büdingen.

Büdingen, 30. Juni. Bei einer Reise, die der Direktor des Luisen-LyzeumS in Lodz, Oberlehrer Treut, mit seinen Schülerinnen zu Studienzwecke:: durch Deutschland unter,nmmt, wird auch unserer Stadt ein Besuch abgestattet. Herr Treut ist geborener Büdinger. Er wird während seines hiesigen Aufenthalts einen Dortrag überDas Deutschtuin in Polen" halten.

A Büdingen, 30. Juni. Den: Sergeanten Seuling im Jnf.-Rgt. Nr. 186, wurde die Hessische iTapferkeitsmedaille verliehen.

"Effolderbach, 30. Juni. Unteroffizier W i n t e r, be­reits Inhaber des Eisernen Kreuzes, erhielt die Hessische Tapserkeits- inedaille.

Kreis Alsfeld.

A Alsfeld, 30. Juni. Der Unteroffizier Georg Steller von hier, tut Jnf.-Rgt. Nr. 118, wurde mit dem Eifernen Kreuz