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26/06/1916 Erstes Blatt
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SeiüDctft imtei ieüQaftm üviiumertua. OestUch von Po - lazzo kam es zu Handgranateukämpfcn. Nachts versuchten drei Torpedoboote und ein Motorboot einen Handstreich raffen Pirano. Als unsere Strandbattericn das Feuer ev- öffnetcn, ergriffen die feindlichen Schiffe die Flucht.

An dcr Kärntnerfront beschränkte sich die Ge- fechtstätigteit nach den von unseren Truppen abgeschlagenen Angriffen im Plocken-Abschnitt auf Geschützfcuer. In den Dolomiten brach ein Angriff der Italiener bei der Rufreddo-Stellung im Sperrfeuer zusammen. Zwischen Brenta und Kt sch war die .Kampftätigkeit gering. Im Ortlergeüiet scheiterte ein Angriff einer feindlichen Abtei­lung vor dem Kl. Eiskögele.

Südöstlicher Kriegsschauplatz.

Ruhe.

Ter Stellvertreter des Chefs des Generalstabs v. Hofer, Feldmarschalleutnant.

* *

Ereignisse zur See.

Am 28. vormittags hat eines unserer Unterseeboote in der Otranto - Straße einen von einem Zerstörer, Typ Frmrchc", begleiteten Hilfskreuzer, Typ ,,Principe Umberto , versenkt. Der Zerstörer verfolgte das U-Boot mit Bombenwürfen, kehrte zur Sinfftelle zurück und wurde dann dort vom U-Boot ebenfalls versenkt.

Flottenkommando.

Der türkische Bericht.

Konstantin opel, 24. Juni. (WTB.) Anttlicher Bericht.

An der I r a k f r o n t kein wichtiges Ereignis.

In Südpersien drängten unsere vorgeschobenen Abtei­lungen die Nüssen bis in einer Entfernung von einer Stunde östlich der Stadt S-er mit zurück. Die Nüssen bemühen sich mit allen Mitteln, sich östlich von Sermil zn halten und verstärken sehr rege ihre im voraus vorbereiteten Beftstigiu.nasli.nien.

Kaukasus. Auf dem rechten Flügel herrscht Ruhe. Im Zentrum fanden nur örtliche Jnfanterie-Feuergefechte statt. Am linken Flügel wurden die gegen bk feindlichen Stellungen auf dem nördlichen Mchstttt des Tsch-orvk begonnene Offensive und die Eroberung der von uns zum Ziel genommenen feindlichen Stellungen vervollständigt. Die von rms eroberten Stellungen befinden sich 25 bis 30 Mometer südlich der am Meere gelegenen Ortschaften Ofi und Tvapemrnt, sowie auf der 2300 Meter hohen Gebirgskette, die sich von Osten nach Westen in der Gegend hin­zieht, wo die Flüsse, die zwischen den beiden Ortschaften rm Meere münden, entspringen. Bei dieser Offensive, die mit größ­ter Heftigkeit seit zwei Tagen auf einer Frontbrartck von 50 Kilometern andauect, schlagen sich unsere Truppen mit der graten Tapserbnt. Sie zeichnen sich besonders in den Nahkämpsen mit dem Bajonett aus, bei denen sie in jeder Hin­sicht ihre Ueberlegenheit beweisen. Die Flucht d-es Fern des, der an gewissen Stellen seine Zager im Stiche Leß, ließ mrsev' Soldaten alle Strapazen des Kampfes vergessen. Ohne den BeftU zur Verfolgung abzuwarten, schickten sie sich fröhliche zum Angriffe gegen die Neste des Feindes an und dehnteir hierdurch den. von ihnen besetzten Abschnitt aus. Bei diesen Kämpfen machten wir eine reiche Beuckc, bestehend aus versthiedenen Arten von Ausrüstungen, Kriegsmaterürl sowie 1^ Millionen Patronen und sieben Maschinengewehren, die wir gegenwärtig gegen den Feind benutzen. Wir machten 65 2 Mann, darunter 7 Offiziere, zu Gefangen-en. Trotz des schwierigen Geländes, das dem Feinde günstig ist, erlitt dieser Verluste, deren Zahl sich auf fast 2000 Tote bÄÄrft. Unsere eigenen Verluste sind vergleichs­weise äußerst gering.

Bon den übrigen Fronten keine wichtige Nachricht.

Die Beisetzung des GeneralfeldmarschattS von der Goltz.

Konstantinvpel, 25. Juni. (WTB.) Gestern nachmittag fand die Beisetzung Gener-Meldm-arschaM Freiherrn von der Goltz unter Entfaltung grvßeu «MtSrischen Gepränges und unter allgemeiner Deibnahmr der Armee, der Flotte, der RegierungK- krerse und der Bevölkere mg von Konstantinopel statt. Der Sarg war aus- dem historischen, höchst nralerisschen BajazLd-Platz vor dem Kriegsministerium aufgebahrt. Gr stand zwischen Geschützen unter hohen Llkazien und war bedeckt mit der deutschen und der vsmaNi­schen Kriegsslagye. Auf dem Sarge lag der deutsche Helnr und der türkische Kalpak. In der TrauergeiiteiNde erschienen neben den Ver­wandten und Lesttragenden im Austra-ge des SnlttmS deffen Sohn, Prinz Sia Eddin Gffeydi, sowie die Mqutanttn nrrd Zercmonien- Meister, als Vertreter Kaiser Wilhelms Botschafter Gras Wolff- Metteryich, als Vertreter Kaiser Franz Josefs der M-litärbevoll- müchtigte Graf von Pvntziowkvwskr Den Sarg umstanden ferner außer den osmcmischen, deutschen urrd ö sterreichi sch-ungarischen Ehrenwichen Mitglieder der Deutschen Kolonie und eine Abordnung der Pfadfinder. Diese legte einen Kranz dos Deutschen Pfrchffnder- bundes zu den prachtvollen MumMffpenden Oesterreich-Ungarns und der Türkei nieder. Die Predigt der Herrscher und der hohen Wür­denträger Deutschlands hielt Marinepfarrer Berbe über den Text: Sei getreu bis in den Tod. Damus hielt der KrieWmivister E n v e r Pascha eine Ansprache. Gr widntete dem unvergeßlichen Lehr­meister der osmanischen Arntee, dessen Geist bei ihr bleiben werde, ernen letzten Gruß. Die Musikkapelle derGöben" stimmte das Zred: ,Jch hatt' einen KäMeraden" an. Der Sarg wurde ans eine Äffette gestellt und ein langer Trauerzug, dein sich Hunderte von türkischen Osftziereu anschloffen, bewegte sich durch die dickstbesetzten Straßen, in denen aller Verkehr ruUe, nach der Serail-Spitze. Bon bort »ourde der Sarg in blumjengeschmuckter Barkaffe unter dem Ehreiyalut des Militärs und der Feuerwehr und unter dem Ehren- geleit von Torpedobooten durch die Fluten des Bosporus nach denü Park der Botschaft in Therapia ackbvacht. Auf dem! Kriegs- fnedhof, m der Nähe des MoltkedeicknvM fand in stiller Feierlich­st die Versetzung des Generalseldmiorschal^ neben den Gräbern des Botschafters Freiherrn tum Wangenheim und dss Militärattaches von Leipzig und in unmittelbarer Nähe von Offizieren und Mann- schaften des MitteVweergeschwadevs, die in den Kämpfen im Schwar­zen Meer gefallen sind, statt.

Da- Kabirrett Zaimi-.

Ath^n, 24. Jrrni. (WTD. NichtaEich.) Meldung der Agerree Havc^. Za iuris bestätigte schriftlich in einer Note, dre den Vertretern der Schutzinächte schon mündlich ge­gebenen Zusicherungen, wonach die königlich griechische Re- grerung sich verpflichtet, die in ihrer gemeinsamen Note

21-Lmn mitgeteilten Forderungen in ihrer Gesamtheit Au erfüllen.

Bern, R./Juni. (WTB. Nichtamtlich.) Die griechischen ^urm'b'r-Neuwahlen sind aus den 7. August festgesetzt

Oesterreich-Ungarn und Rumänien.

. ^J tn : ^ 3üni. (WTB.) Der jüngst zustande gekom- ra i 1 ? eT gegenseitige Erleichterungen des Han­delsverkehrs forschen Oesterreich-Ungarn und Ru­in an re n legt nur die allgemeinen Grund zu ge fest. Die Ausarbeltnng der praktischen Einzelheiten blieb dem in Bukarest arbeitenden gemischten Ausschuß überlassen Wie dieNeue Freie Presse" erfährt, hat der Ausschuß seine Arbeiten abgeschlossen. Der Handelsverkehr dürfte sich be­reits ab 1. Juli auf den neuen Grundlagen abspielen

Jmmelmanns Beisetzung.

-k§IEsden,24. Juni. (WTB.) DieZeicheJ m mel ma n n s 'mchmittag auf dem Neustädter Güterbahnhos der durch

des Grenadierregiments ,M.iser Wilhelm" 1

abgesperrt tixu., erngerroffeu. Vor der Bayudoisrvuunanbautur hatte sich eine große Menschenmenge eing-efunden, die in ehcfürch- ligem Schweigern verharrte. In den Amtscäumen der Bahnhoss- kommaudantirr hatten sich zahlreiche hohe Offiziere, namentlich der Fliegertruppe, vereinigt. Auf einem.Kissen lagen die sämt­lichen Orden Jmmelmanns. Nachdem die Mutter, die keine Trauer angelegt hatte, imd die nächsten Angehörigen eintraten, hoben Mannschaften deschJägerbataillons 43 den schmucklosen hellbraunen Sarg aus dem Güterwagen. Eine Fülle riesiger Kränze in den Farberc der verschiedenen Bundesstaaten bedeckte den Sarg. In einigen warerc Bruck)stiicke von Jmmelmanns Flugzeug einge- ftochlen. Neben dem vierspännigen Leichenwagen schritten Jäger. Tie Menge, die dem Zuge folgte, wuchs von Straße zu Straße in die Zehntausende. Pfadftnder bildeten Spalier. Kurz vor 6 Uhr ttaf hex Zug im Johannisfriedhofe von Tolkewitz ein, wo nrorgen die Einäscherung stattfindet.

Dresden, 25. Juni. (WTB. Nichtamtlich.) Unter gewalti­gem Andrang der TreÄ>ener Bevölkerung erfolgte heute nachmittag 5 Uhr die Beisetzung des Oberleuttrants Max Jmmelmann in der Feuerbesiattungsanstalt Dresden-Tolkewitz. In der Halle fanden sich unter anderen ein: Der Vertreter des Kaisers, Gene- S* 7 . ^ Jvfantefte Freiherr von Ltincker und der Vertreter des Königs von Sachsen, General der Kavallerie Freiherr von Müller, die in allerhöchstem Aufträge Lorbeerkränze niederlegten. Auch vom Prinzen Heinrnch von Preußen war ein Blumengruß ein- gcttosfen. -Ferner waren zugegen Generaloberst von Hausen, der Sächftsche KftiegsMrnister voic Wilsdorf, Kulttcsminifter Dr. Beck, stellvertretender kvlnmmid irrenter Gen-eväl von Bvoiz-eir, sowie Ab- ordmingen sänttlick)er Dresdener Truppenteile, aller Fliegertrilpperc rn Sachserc und Abordnungen .preußischer, bayerischer und' sächsi­scher Fliegertruppen ans beml Felde, von denen sämtlich Kränze rmdergelegt nmrdeu. Nachdem die Kapelle des SchützenregimeTtts bas Nftdertandisck^ Dankgebet gespielt hatte, hielt Pastor Dr. Kautz s ch die Gedächtnisrtt>e, in der er auf Grund des Bibel- ^mkes Joh.-Evangelium Kapitel 14 ein Lebensbild Jmmelmanns zerchnete. Während der Rede kreuzte der Zeppelin IV üb«r der Halle, von dessen Gondeln zwei Rosenkränze mit schwarz-werß--roter und weiß-grüner Schleife abgewvrfen wurden. Nach dem Geistlichen widmete der Dresdener Oberbürgermeister Jmmetmann, dsm berühmten Sohn der Stadt Dresden, einen herz­lichen Nachruf, während der Direktor der Technischen Hochschule zu Dresden den begabten Schüler pries, der die hier erworben sni Kemttmffe für die Ecobermm der Luft todesmutig in Daten umge- fccht hat. Sologesänge. EÄlovorttäge und Orgelspöck umrahmten dre Ferer, die auf alle Anwesenden ernen tiefergrei fanden Eindruck inachte.

Zum Untergang derHampshire".

London. 25. Juni. (WTB. Nichtamttich.) Unterhaus. Coope (Unwmft) fragte, aus Grund welcher Beweise die Admiralität zu dem Schlüsse gekommen sei, daß dieHampshire" auf eine JJcnte geswßerc ist. Mac No nva ra erwiderbe, der Beweis liege in dar wohlüberlegten Schlußfolgerung des Höchsckomrnandierenden der großen Flotte, nachdem eine genaue Prüfung aller Umstände vorgenmnm»en war. Fab er (Unionrft) fragte, ob eine Untersuchung statt finden würde. Mac Namsra erwiderte: Ein Untenuchirngsgericht hat stattgeßrnden. Coo-per fragte, ob Mm Namara nicht bkckannt sei, daß die Ue^rlebenden von derH'arnp- syive" nicht alle der Meinun.g seien, daß das Schiff nicht auf eine Mrne gestoßen ist. Darauf wurde von der Regierung keine Antwort gegeben. Auf eine weitere Frage sagte Mac Namara: DieHamp- shrve" war auf ihrer Fajhct von zwei Zerstörern begleitet, bis der Kapttän betHampshire" genötigt war, wegen sehr schweren See­gangs fie zurückzu schicken. Cooper fragte, ob die See vor der Fal-rt abgefucht worden sei. Fa der fragte, was aus den Zer­störern wurde, nachdem sie dieHampshire" verlassen hatten. Mac Na mar a erwiderte: Ich vermute, daß sie nach ihren Nationen Mrückfuhren. , Be llair ftagte, ob Mac Namara folgende Punkte aufklären könne: Die Zerstörer sind um 7 Uhr zurückgefahren. Das Wetter wurde dann bester. Die Zerstörer Und PÄrouillenbr>otc sol­len dann um 8 Uhr die Stelle abges,«ht haben. Mac Namara sagte: Ich glaube, daß^ das der Fall ist: aber über das Wetter kann ich. nichts sagen. Be-llair sagte schließlich, er wolle dem- nächlt zur Sprache bringen, daß die Admiralität es unterlassen habe, ein Kriegsgericht über dar. Untergang derHampshire" ein­zusetzen.

Der §ee?rieg.

Berlin, 25.Juni. (WTB.) Die durch den enalischen Zettungsdienst Poldhu vom 24. Juni verbreitete Behaup­tung, daß der HarwichdampserBrussels" von einem deut­schen Tauchboot angehalteu und nach Zeebrügge eingebrrncht sei, rst falsch. Vielmehr ist der Dampfer, wie wir von zu­ständiger Stelle erfahren, durch deutsche Torpedo­boote anf^b rächt.

Madrid, 25. «Juni. (WTD. NichbkMtÄchü Barce- l«na wird gemeldet, daß dort Bvott nrrt der Besatzung des tvr^pedierten italienischen SegesschiffesChi- charra" eintrafen. Die Schiffbrüchigen erklären, es seien meh­rere Schrfse torpediert worden. Die Zeittmgen veröffent- lichen eiuc Depesche Mrs Barcetzona, tvv-nach Sonnabenü früh zwei Boote mit der Bv-atzrrng dos von einem unter österreichischer Magge fahrenden Unterseeboot versenkten italienischen Segelschiffes Satnrnrnv Fanni" in den Hafen einKeseu Andere Boote, dre glerckgalls im Hafen mrkamxn, litten den Kapitän mrd 18 Matrvseir des von «einem Unterseeboot versenkten italienischen Schv- uersSan Francisco" an Bord. Nach einer Meldung aus Ca stellen kanren in Binanoz Boote der Besatzung des italieni­schen DanrpfersG u i s e p i n a" an, der von einem Unterseeboot unter österreichischer Flagge versenkt worden war.

Aus dem Ueiche.

Die Zenlralcinkaufsgesellschaft.

n ^ Nkstrige Sitzung des parlamentari­

schen Beirats für Bolrsernährung wurde durch ecne längere Rede des Staatssekretärs des Reichsantts des Innern und Stellver-, treters des Reichskanzlers Dr. Helfferich ein geleitet. Der StaaEl'ekretar erörterte dabei in der' eingehendsten Weise die Frage der Organisation der Lebensimtteleirrfuhr und die Beschtoerden die newmdnlgs sehr zahlreich und teilweise nnt großem ^Nachdruck gegen «die Hauptträgerirr der Einfuhrorganisation., die Zentral- Einkaussgesell schuft m.b. H. ^erhoberr werden. Nicht will­kürlich, sondern «unter dem Drucke zwingender Normen digkeiwn! haben wir uns zur Einschränkung der- Freiheit der Einfuhr die ja auch während des Krieges noch eine Zeitlang bestarrden hatte eutschlosien. Tre schrankenlose Freiheit der .Konkurrenz beim Ein­käufe im Auslmrde schlug drrrchaus zu unserem Nachteile <nrs und bedrohte schließlich den Fortbestand unserer Einfuhr an seüien Wurzeln. Dres wus nuhreren Gründen. Einmal trat eineur durch- Mls begrenzten Angebot auf den uns offenstehenden Märkten eine praktisch so gut Nne ichrankenlose Nachfrage gegenüber; die iwt- wendige Folge war eine Preistreiberei ohne Grenzen. Während ferner uns als Abnehmern eine ausreichende Organisation und Zentralisation fehlte und öffentliche Verwalttingeu, Gemeinden Händler ernaiider gegenscttig die schärffte Kanswnturrenz machten' war das verkaufende Ausland teils unter britischem Drücke man denke nitt an den niederländischen Ueberseetrust und andere' ähn­liche Einrichtungen weit besser organisiert und uns auch hierdurch überlegen. Die ohnehirl dauernd vorhandene Ungunst der Marktlage wurde so noch außerordentlich verschärft Unter solchen Uniständen wurde die Zentralisatum der Einfuhr das unvermeidliche und unaufschiebbare Mittel der Abhllfe Sie wurde auch notwendig durch Vereinbarungen mit unseren Verbün­deten, deren ungeregelte Käufkonkurvenz Nur ebenso ausscbalten wuchten wie die unseres eigenen Harrdels, lind sie wurde schließlich durch den Zwang gebieterisch gefordert, die eürgeführten Waren nicht nur einzelnen (Gegenden oder Vw:brauck>ergruppen zukommen zu lassen, sondern im ganzen) Reiche gleichmäßig zu verteilen. Daß dre Zentralrsation auch heftige Gegnerschaften auf den Plan rufen

würde, war von vornherein setvitverstänolräi. üiccm nur prware Handclsinlcrejsen werden durch sie gesmäpigt, sondern, es weiden auch die besvuperen Vorteile eingeschränkt, über die gewisse Gebiete durch altgewohnte und feste Einfuhrbeziehungen bei der Beschaffung ausländischer Waren verfügen. Außerdem widerstreben natürlich die Misländischeu Verkäufer der Zentralisation, die es ihnen unmög­lich macht, die verschiedenen deutschen Käufer gegeneinander auszu- svielm und ihre Forderungen stetig in dre Höhe zu schrauben. Ten Widerständen gegenüber, die aus olltm diesen Quellen entspringen. Muß die Wahrung des allgemeinen Interesses oberste Richtschnur bleiben. Dem Allgemeininteresse aber dient unter den obwalten­den, uns durch die Methode des gegen uns gefüllten Wirtschafts­krieges aufgez wringe neu Verhältnisseil die lfwttralisation am besten. Denbilligen" ausländisck-en Angeboten an Private die übrigens allzuoft mirfteibleibende" Scheinangebote sind die Tore zu öffnen, wäre auf die Dauer höchst schädlich: denn durch sie soll in der Regel bloß in die straffe Zusammenfassung der Einfuhr eine Bresche geschlagerr werden, und die schlieMchc Folge wäre di: Wiederkehr der unhaltbaren Zustände, wie wir sie vor Einführung der Zenttali- sation hatten. Die grund«iätzliche Notivendigkeft der Zentralisation schließt freilich die Möglichkeit incht aus, daß auf einzelnen Gebieten unter besonderen Vprailssetzüngem eine gewisse Lockerung zugelassen, eine stärkere Heranziehung des privateil .Handels ge­stattet werden kann. Wo das nlöglich ist, soll und wird es ge­schehen: die beveiligven Stellen prüseii dmierild, ob und tvv solche Lockenmg prallisch drurrhsührbar Und für die Gesamteinftihr oor- teckhast sein könnte. Daß die Zentralisatton die Emfuhrergebnrsse sowohl bezüglich der Mengeil lvie der Preise günstig'beeinflußt hat, ist erwiesen. Ter Staatssekretär legte ausführliches, st»- tistffches Material vor, das auf allen wichtigen ImportgebittM feit der Einführung der Zentralisation eine günstige Ennvickkuug sowohl der Ernfuhrmengen wie auch der Preise der Eiusuhrwarenl belegt. Aus naheliegenden Gründen eutzäehen sich die voll dem Staatssekretär dem Beirat für Vvlksernährmrg mftgeteckten Enrzel- nachweffungen der Veröffentlichung.

Der Staatssekretär gmg dann aüs eine AnzahL einzeln« ^schwerdefälle gegen die Z. E. G. ein, die in der Presse vev» öffentlicht Nwr-den sind, und wies auf Grund der von ihm ver-- mrlaßten Angehenden Nachprüfung nach, daß die Anllagen teils auf Irr. .-rern über die Tatsachen selbst, teils aus falfchec Be­urteilung der Zusammenhänge beruhen. Natürlick) kann ftir die Zweckmäßigkeit und Richtigkeit jeder Handlung der überaus zahl- eichen. notwendig bis zu einem gSoiffen Grade selbständigen Organe der Z. E. G. von niemand eine absoürte Gewähr geleistet lvOden; Fehle c werden hier wie in jedem anderen gwßcn Ber- wattmrgskörper oder .Betrieb vv-ckkomlnen. Im ganzen aber spveckien die Ergebnisse zugunsten der Geschäftsfübrung. Denn da und dott gegen die Ehrenhaftigkeit und llneigennü tzigkeft leitender Persönlichkeiten der Z. E. G. erhobeneil Anschuldigungen fehlt nach­weislich jede Grundlage; keinen Beamten der Gesellschaft trifft in dieser Beziehung auch nur der leiseste Vorwurf.

Zum Schluffe betonte der Staatssekretär noch emutal, daß stettg mtt der größten Gewissenhvfttgkeit Tlachgeprüft werde, ob in einzelnen Geschäftszweigen eine stärkere Beteiligung des privaten Handels zulässig nxrrc. Er werde für einen Abbau der Zentralffatton ein treten, sobald und wo immer dieser Abbau mit dem Allgruuftmnteresse vertväglich fei.

Die Steurrgesetze in Preußen.

Berlin, 24. Juni. (WD8.) Das Abgeordneten­haus hat heute die Vorlage betrefserrd die Zuschläge zur E inkontmen- und Er günAnngs steuer nnt den Ko nrp ronriß an trägen angenovrinen. Es handelt sich dab^i unr Anträge Bockeld«rg (kons.), wonach die Zu- schlagserhohnng nnr fift zwei Jahre, also nicht über das Etatsjahr 1*917 hinaus gelten soll. Ferner beantragte Bockel- berg:Sollte am 1. April 1918 der Krieg rnit den enropät- schen Großmächten noch sortdauern und bis dahin ein neues Gesetz über die Erhebung drm Zuschlägen zur Einkommen­steuer urch Ergänzenngsstener nicht zustande gekommen fein, so v-erlälrgert sich die Miltigkeit dieses Gesetzes um ein weiteres Etatsjahr." (Das Herrenhaus hatte bellrnntlich für die Regierungsvorlage gestimmt, die Stenern fiir die ganze Kriegszeit zu bewilligen.) Der Präsident erhielt die Ermächtigung, eine neue Sitzung anzrckeraumen, falls eine lrochnralige Beratung der Steuerzuschläge notwendig werden sollte. Ein sozialdemokratischer Antrag, Dienstag die Nah- rungsmittelfrage nochmals zu erörtern, wurde abgelehnt.

Berlin, 24. Juni. (WTB.) Zur B>eschlußfaffung über die vom Abgeordnetenhcrus heitte abgeänderte Steuervor- lage ftndet die rräch-stL Plerrarsitzurrg des Herrenhauses Dienstag, 27. Juni, um 1 Uhr mittags statt.

*

Münch en, 25. Juni (WDB. Nichtamtlich.) Die Kor­respondenz Hofftnann meldet: König Ludwig empfing heute in iAudienz Dr. Krupp von Bohlen und Hal- bach, außerordellllrchen Gesandten und bevollmächtigten Minffter, ^Mitglied des Preußischen Herrenhauses, Arthur Krupp, Mitglied des österreichischen Herrenhauses, Dr. Emil Ehrensberger, Heinrich Vielhaber, Professor Dr. Rausenber- aer, Dr. Rudolf 5)artwig, Mitglieder des Direktoriums der Firma Krupp, Emil Georg Stauß, Direltor der deut­schen Bank, Berlin, Josef Bvehm, Kommerztzmru^ Direk­tor der Bayerischen Bereinsbank, Mitruhen. Dr. Krupp von Bohlen und Halbach und die Direktoren der Firma Krupp hielten eingehend Vortrag über die Gründung des neilen Münchener Unternehmens; dessen künf­tige Gestaltung wurde an Hand von Plamn eingehend er­örtert. Der Empfang dauerte 1i/^ Stunden. Rach dem Emp­fang zeichnete der König den Direktor der deutschen Bank, Emil Georg Stauß, durch Verleihung des Ritterkreuzes des Verdienstordens der Bayerischen Krone, und den Direftor der Bayerischen Vereinsbank, Kommerzienrat Joses Boehm, durch Verleihung des Ehrenkreuzes des Verdienstordens vom Heiligen Michael cnts.

Berlin, 26. Juni. In der gestern abgehaltenen Haupt­versammlung des Verbandes sozialdemokratischer Wahlvereine von Groß-Berlin wurden samlliche von der Opposition ausgestellten Karldidaten gewähll. Der nicht wiedergewählte bisherige Vorsitzende Ernst führte in seinein Schlußwort aus: 6Z sei intereff'ant, daß die Bezirksleiter, die gegen die Parteirichtung schimpften, in. ihren Kreisen, wo sie mit den Massen in Verkehr treten, es nicht verhindern könnten, daß die .Kinder der sozialistischen Vereinsrnitglieder in Schaven in die Jugend wehr ein- treten. Man solle doch nicht die revolutioTbäre Phrase predigen.

Arrs Stadt und Lund.

Gießen, 26. Juni 1916.

* Amtliche Personal Nachrichten. Der Groß'« Herzog hat am 24. Zutzi ds. Js. den Ministerialsekretär bet dem Ministerium der Filränzen. Frnanzrat Karl Lony zu Darmstadt, zum Vorstand des Finanzamts Worms I ernannt; den Vorstand des Finanzamts Lauterbach. Finanzrat Justus R e i m h e r r zu Lauterbach, rn gleicher Diensteiqenschast an das Finanzamt Heppen- heim versetzt; dein Vorstand eines Finanzamts, Finarrzrat Gustav B erres zu G >eßen, das Finanzamt Lauterbach, dem Vorstand eines Fiuanzaints, Fmanzrat Georg S t a m in I c r zu Worms zurzeit im Felde, das Finanzamt Alzey übertragen, und den Finanz- amtmann bei dem Finanzamt Tarmstadt I. Finanzrat Georg K n ö s; zu Darinstadt, zum Vorstand des Finanzamts Diebura ernannt.

- u n g. Dem Gefreiten Fr G i e s l e r im

Landll.-Jip.-Ngt. Nr. 10, der vor 4 Wochen die Hessische Tapserkeits- medmlle erhalten hat, wurde am 19. Juni das Eiserne 51reuz zweiter Klasse verliehen. °