Ausgabe 
26.6.1916 Erstes Blatt
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** Die Gießener Freiltcht-Bühne veranstattete tzestern eineii llnterhaltungsnachniittag jum Besten des Roten «Kreuzes. Eintritt wurde nicht erhoben. Spenden konnten fret- »villig in die am Eingang aufgestellten Buchten eingeworsen wer­den. Der Untcrhaltungsnachmittag, der von Mitwrrrenden der Freilichtbühne bestritten wurde. fand rn den einzelnen ^rrbn- tungen großen An Lang. Ernste und Wertere Vorträge Wechselten sich mit stimmungsvollen Lautenliedern ab. Sollte nochmals eure ähnliche Veranstaltung vorgesclwn sem, so wäre es doch 'v-ohl ratt ferm, eilten mäßigen Eintrittspreis zu erheben, oder wenigstens «noch schulpflichtige Kirrdcr, die sich recht störend bemerkbar mach

ien, auszuschließen. ~ f+0+

** D<^r Gießeuer 5) a u s f r au e n - V er ern veranstaltet Vorführungen, durch die er seine Mtglieder mit einer einfachen billigen Methode bekannt machen will, Frücht-»ohne Zuckei ballbar emznmacken. Man gebraucht bei diesem Verfahren weder Spezialgläser noch Gummiringe. Nötig ist nur. daß dre ZersetzunE' keime (Hefe, Bakterien, Schimmelpilzsporen u. dergl.) durch Er­lichen getötet werden und Vorsorge getroffen ivird, dag nach dem Erhitzen nicht neue Zersetzungskeime aus der Luft in die Obstdauer­waren eindrrngen können. Weiter will der Vorstand Anl eitun- ccn zum Dörren int eigenen Haushalt geben. Dre große Zuckerknavvheit und die guten Erfolge, die viele unserer 5)aus- grauen im vergangenen Jahre mit dem Dörren der Gemüse und des Obstes gehabt haben, machen es zur Pflicht, m diesem Jahre aanz besonders darauf hrnzuweisen. Gedörrt^ Obst und Gemüse erfordert keine kostspieligen Glas'er. sondern nur etwas Zeit und Aufmerksamkeit. Gedörrte Gemüse und Früchte können nicht ver­derben. erfordern wenig Platz zum Aufbewahren und schmecken tm Winter, richtig behandelt und gekocht, wie frisch. (Näheres siche m der hiesigen Anzeige. , . . r A -, . f ,

** Gewerkschaft Fernre Gießen. E-s ist nun mehr bekannt geworden, daß die Firma Friedrich Krupp, A. G. m Essen, Käuferin des Bergwerks ist Wre wir vernehmen, tritt die Verwaltung der Gewerkschast, Grirbenvorstand und Direktion, von ih-rem Amte zurück: an stelle des Grubenvonstandes wird ein Repräsentant treten. Mit der Werksleitirng ist Bergassessor Dr. Wimmer aus Dortmund, der bisher als Oberleutnant im Felde war, be­baut worden. Ms Syndikus hat die Firma Friede. Kwupp Justizrat Grünewald bestellt. ^ ,

** Die Höchstpreise für Obst, welche am Sams tag nachnüttag bekannt gegeben wurden, lyaben wre eine Bombe eingeschlagen. Der Obsthandel ging bei den für Kirschen und Erdbeeren geforderten Phantasiepreisen von 80490 Mennig und 1.201.30 Mark recht schlecht. Am Samstag nachmittag gegen 4 Uhr war plötzlich an den offenen Verkaufsständen der Stadt ein Gedränge von Fronen und Männern, die zu den Höchstpreisen Obst kau­fen wollten. Zwischen Verkäufern und Käufern gab es hchige Auseinandersetzungen, die damit endeten, daß die Inhaber der Straßenstände entrüstet ihre schönen Früchte etnpack- ten und abzogen. Man drohte dabei, die Gießener bekamen nun iüberhaupt kein Obst, was natürlich bei den die Obst­stände Umringenden Entrüstung hervorrief. Gestern, Sonn­tag, wurde nun mit einem kleinen Preisabschlag, Kirschen für 70 Pfg und Erdbeeren für 1 Mk. losgeschlagen, was loszuschlagen war. Wegen der Ueberpreisforderung sind bei dem Polizeiamt mehrfach Anzeigen erhoben Die »andels- frauen berufen sich aber darauf, es fei ihnen von amt­licher Seite erlaübt, die Ware, welche fie noch zu nolwm Preise eingekauft, ohne Gewinn abzusetzen, so daß rn Gießen erst von heute ab Kirschen usw. zum festgesetzten Hocyst- preise verkauft werden müßten. r

** Der Kaninchen- und Geflügelzucht-Ver­ein der Eisenbähnbeamten für Gießen und Umgebung, welcher jüngst eine gut besuchte Mitgliederversammlung abgehast ten hat. beabsichtigt, am 1 Oktober d x s. eine ^offtlaii&iteUung su veranstalten, deren Lcittmg der Verbandsvorsitzende, Unter- Assistent Kl ö ß- Wieseck übernommen hat. Feiner wurde ^be­schlossen. am 1. Sonntag jeden Monats, begrünend am 2. ,um T I , eine Kaninchen-Börse abzuhalten, und - zwar soll der erste Markt im Garten der GastwirtschaftTamrhauscr , Frankfurter Straße, stattfrndeii. Man will mit dieser Verausta \* tima das Angebot und die Nachfrage nach Schlacht- und Zucht kamnchen regclir. Dieser Markt ist für wdermaim zugangig: es ^cmn jeder Besitzer von Tieren den Markt beschtckem Als ^taiw- geld iverden 20 Pfg. für ältere imd 10 Pfg. für. Jungtiere pra ^ Stück erhoben. Mit dem Marckt Nnrd eine Prämiierung ver-

^bmiden. ^Euevnte. Das Stellv. Generalkommando des ^Armeekorps hat angeordnet, daß zur Förderung der freu* ernte alle verfügbaren Mannschaften der ut Betracht kom­menden Ersatztruppenteile mit Gebührnissen zu beurlauben sind Anträge siird von den Bürgermeisterereii direkt bei den Ersatztruppenteilen zu stellen. Wo Arbeitskommandos notwendig sind, können solche beim Großh. Kreisamt be­** Im heutigen Kreisblatt ist eme Bekanntmachung üb« die Regelung dos Handels mit Kaninchen und über Regelung der Beschaffung, des Absatzes und der Preise von lebendem Vieh veröffentlicht, woraus ioir besonders^ Hinweisen.

vreutzen anstatt der Betstunde einen Vortrag, rn dem er ousfuhr lich dieNot Ostpreußens und unsere Hilfe" wahrend oes Russen- einfalls schilderte.Die Kirche war sehr gut besucht. besonders von Frauen und Mädchen, denn viele Männer stehen tm Felde tm Mmpf gegen unsere Feinde. Am Schlüsse des Gottesdieiistes wurde eme Kollekte für die Ostdeutsche Ansiedler Hilfe erhoben r Ober- Lais, 26. Juni. Ter Krug hat in unserer Ge- memde ein weiteres, das neunte Opfer gefordert. Wchrmanu Kärl Kirchhof ist am 16. Juni tm Westen gefallen, mtchdem er wenige Stunden vorher seinen Eltern Mitgeteilt hatte - dieser Brief kam gleichzeitig mit der Todesnachricht er komme in den ersten Tagen auf Urlaub. Damit ist in mrserer Genumde das dritte Brüderpaar gefallen. Der letzte Gefallene war Adolf Kirchhof, ein Bruder des Karl Kirclchos. Außerdem starben auf dem Felde der Ehre die Brüder Richard und Rudolf Bock uno die Brüder Gustav und Mdolf Niest. Die Namen der anderen Gefallenen sind: Karl König und Karl Schädel. Nach der amtlichen Liste von Frankreich' ist weiterhin auch noch Wehrmann Karl Se u m gefallen. Vermißt seit Herbst 1914 sind bje Wehr­männer Gustav Bach und Friedrich) Gütz, sowie die Garüttten Rudolf Rack und Wilhelm Haas. In russrschcu Gefangenschaft befinden sich Schütze Otto Eich und Gefreiter Karl B a k. uns unserer Gemeinde stehen jetzt nahezu 100 Mann unter den Waffe § Airs dem oberen Vogelsberg, 25. Von der

ersten Brut der Schwalben sind viele Jungen aus Mangel an Nahrung zugrunde gegangen. Turchdaslang anhaltende Rogeu- wetter konnten die Mten iftcht m gemigender Menge Futter herbei, schassen uiid so nrußte manches Nest nnt Jungen lang)am verenden. Die schwarze, hier sogenaimteRauchschwalbe", welche meist m die Kuhstätte baut, hatte ja vorerst noch Nahrtmg an den m federn Statte oft zahlreichen Fliegen und Mücken. Doch auch dw,e auft gesparten Mengen wurden immer knapper, bis zuletzt alles auf gezehrt war und auch hier der Hungertod einsetzte. Obwohl nun schon fast acht Tage das Wetter sich geändert hat und die anscheinend unaufhörlichen Regencmellen, versiegten, ist man hrw doch noch nicht zur Heuernte geschritten. Gar vielerlei Arbeiten mußten erst noch verrichtet werden, die, geradezu, dringend notwendig ge­worden waren. Bor allem hieß es: die Kartoffelfeldes gereinigt, denn durch das lange Regewvett-er war das Untraut bedeutend in die HölM gekommen und hatte die fnngen Kartwscl-. pflanzen überragt. Nachdem mm das Unkraut alles besettmt ist stehen die Kartoffelfelder in geradezu lachender Fülle und Ockwu. heit da An trüben Tagen durfte auch das Wetterv stanzen der jungen .Dickwurz, Kohlrüben und des Krautes nicht vergessen werden. Mles dies sind Arbeiten, die dem Landwirte geraoe so dringend und nötig sind, wie die Heuernte.

/ Vermischte-.

^ Berlin. 26. Juni. Auf dem T e g el er See d« vn dem gestrigen schönen Wetter der Tummelplatz zahlreicher $>00 war, ereignete sich am Nachmittag ein s chweres ungiua. ^ mit 9 Personen besetztes Segelboot teuierle. uno wmtliche ^ fassen, darunter em 7fahriger Knabe, nelen ms Waner. ^achout einige andere Boote zu Hilfe gekommen waren, den größten Anstrengungen, eure Person nach der anveren aus oem Wasser zu ziehen. Der Besitzer des veruugluatm, Segelbootes, der Kaufmann Tetzke aus Scholteberg, war völlig erschöpft, al s^ ec ut eines der Boote gezogen wurde: von lemen beiden Töchtern konnte nur die eine gerettet werden, wahrend die zweite den Tvo in den Fluten fand. - LautBerliner Tageblatt" ergaüen.dre behördlichen Ermittlungen, daß der Unfall durch eme Unvoriich- tirrfeit des am Steuer sitzenden Rtannes öexbtngeTuört nnrrDe

* Burg bei Magdeburg, 25. Juni. (WTB. Nichtamtlich.) 5acute früh 2V» Uhr en t g l e i ste bei der Einfahrt m den hiesigen Bahnhof der mit einstündiger Verspätung von Magdckburg em- treffende Güterz ug 6 7 9 5. Aus dem ersten Teste des Zuges fvrangen bei ein« Weiche 7 Güterwagen aus den Gleisen und sperrten die Hauptgleise. Nach siebenstündiger Arbeit waren che Hauptgleife frei. Die Strecke MöserBurg wurde eingleisig be­fahren. Vom Zugpersonal wurde niemaiw verletzt. T« Sachscha­den ist beträchtlich. Die Ursache des Unsalls ist unbekannt.

* Köln 24 Juni. (W. B. Amtlich.) Heute vormittag um 5 Uhr 2 bMm/en tgleisten aus dem Bahnhof ln-Ntpp es von dein Nachlgüterzug 6874 die Lokomotive des Zuges und acht Wagen. Der Heizer des Zuges wurde bei dem Unfall getötet Der Lokomotivführer wurde schwer und zwei Mann des Zugbeglett- Personals leicht verletzt. Die Ursache des Unfalles ist unaufgeklärt Die Untersuchung ist eingeleitet. Der Personenverkehr der Zuge wird durch Umsteigeu ausrecht erhalten. Die Schnell- und Guter- zöge werden, soweit erforderlich, umgeleitet.

UttiVersitäts-NQehVrchten.

-- F r a n l f u r t a. M., 26. Juni. Der Rektor der Universität Frankfurt. Professor L. P o h l e , wurde vom Kultusminister für die Zeit bis Ende März 1918 zum Vorsitzenden der Kommissionen für die kaufmännische Diplomprüfung und die Handelslehrerpru ung ernannt. Tie Mitglieder der Verbindungen Verein deutscher Studenten, Marcomannia und Teutonia konnten in die Kammer des Allgemeinen Studentenausschusses der Universtttlt keine Ver­treter entsenden, da sie sämtlich im Felde stehen. Auch der Deutsche Ehrislliche Studentenverein konnte in die Kammer B aus demselben Grunde leine Vertreter entsenben.

Kreis Friedberg.

# Nieder-Roßbach, 26. Juni. Der Lehrer Philipp Mohr wurde zum Leutnant d. R. befördert.

-- Ans der Wette rau, 25. Juni. Endlich ist das Wetter so, wie es des Bauersmanns Wunsch war. Eben macht, nie ein ländliches Sprichwort sagt, die Arbeit Junge. Alle .Hände voll sind zu tun. Bor allem ist die H eu e r n t e einzubringm. Mau kann ruhig belMupten,' daß in den letzten 10 Jahren lolmes Wiesenfutter nicht m finden war, ww heuer, testwei,eZagcrt da-s Gras gleich dem zu fetten Korn. Viele Muhe und Schweif-,verursaM das Mähen, zumal die besten Arbeitskräfte emgezogen und. DE) überall zwanglos geschaffeneiiArbeitsgemeinschaf­ten" tun das Ihre, daß keine Wiese nngemäht stehen bleibt rr man dieses Jahr zwei Wagen ermet. wo man im vorigen trocknen Jahr iiicht einen einbrach:e, wird man mm von Futtermangel nicht sprechen kömnm. Gut war die bisherige kühle Witterung den Tickwurzpflanzen, die prächtig wachsen, so daß ein Nachsetzen nicht nötig ist. Auch' die Gemüsepflanzen zeigen gutes Wachstum. Sehr zu statten kommt das gute Wetter den Kartof­feln. die bei der Nässe nicht gedeihen wollten. Nun aber ttehen die Frühkartoffeln schon teilweise in Blüte und es steht insbesondere auf leichteren Böden eine gute Ernte in Aussicht. Einen vorzüg­lichen Ertrag liefert auch der überall zum erstenmal emgebame Winterravs: diese Aecker werden fetzt noch mit Trckwurz- pslanzen gesetzt. Was das Obst anbelangt, so muß man sagen daß die Emtwicklung der Früchte sehr gut vorwärts geht. Vielfach tritt die Apfelbaumgespinstmotte auf, die durch Verbrenncu un­bedingt vernichtet werdm mitß.

Starkenburg und Nheinhessen.

^ Hoch st i. O., 25. Juni. In der Zeller Feldmark wurde das dreijährige Kind des Waldarbeiters Schlick von emer Kreuzotter in daS Gesicht gebissen. Das Kmd verstarb nach kurzer Zeit an den durch den Biß verurjachlen Verglftnugs-

erscheinungen. ^ ^ ^ . , .

i>. Aiainz, 23. Juni. In der heutigen Sitzung der Stadtverordneten wurde vom Oberbürgermeister die Rlit- teilung gemacht, daß das K r i e g s w a h r z e i ch e n am Samstag, 1. Juli, vormittags 11 Uhr, in 'Anivesenbeit des Großherzogs em- geweiht werde. Zum uubefoldeleu Beigeordneten ivurde wieder auf 6 Jabre Kommerzienrat Haffner einstimmig gewählt. - Tie Bonsiaziusstraße wurde in H i n d e n b u r g st r a ß e, der Bonifaziusplatz in H i n d e n b u r g p l a tz umbenannt. Z»rr Er­richtung einer H a u s b c s i tz e r k a m m e r hatte sich die Ber- sammlung gutachtlich zu äußern. Einstimmig war man der Ali» icht, daß die Errichtung solcher Kammern nicht zweckiiiaßig sei und ging dahin das Gutachte,i. Für den Ausbau des rechten Rhein, users wurden 44 000 Mk. bewilligt.

Landkreis Gießen.

* Beuern, 25. Juni. Gefreiter Ludwig Ranft iin Inf.- Regiment Nr- 224, ein Sohn des Schreinernieisters Wilhelm Rmük. wurde mit dein Eisernen Kreuz 2. Klasse aus­gezeichnet. Ranft steht seit Kriegsanfang mit seinen drei Brirdern vor dem Feinde und war vor seiner Verwundung aktiv im Jns.- Regiment Nr. 116.

Kreis Bltdingen.

4b Büdingen. 26. Juni. 'Fürs Vaterland starb der Einj.- Freiwillige O e h l, Sohn des Großh. Kreisveterinärrats Oehl.

4 b D ü d e l § h e i m, 26. Juni. Der Lehrer Peter G e r f i n wurde zum Leutnant d. R. befördert. . ^ e> . m . r .

(T Orlenberg, 26. Juni. Den Heldentod fürs Vaterland starb der Musketier Otto Eißner, nachdem er 6 Monate im Felde stand und in den nächsten Tagen seinen ersten Heimaturlaub erhalten sollte. Die bedauernswerten Eltern trifft sein Tod um so schwerer, als sie bereits den zweiten Sohn verlieren. - Der Fürst Jost Christian zu Stolberg-Noßla-Ortenberg, der bereits schon einmal verwundet war, wurde in den schweren Kämpfen des Ostens bei erfolgreichem Reitergefecht gegen eine große russische Ucbermacht durch einen Bauchschuß schwer ver­wundet und durch Exc. von Linsingen persönlich durch lieber- relchung des Eisernen Kreuzes erster Klasse ausgezeichnet. Auch feine beiden Brüder Prinz Ernst und Hans besitzen diese Airs- zeichnung. Beide waren verwuiidet und zivar Prinz Erlist sehr schwer, sie stehen aber bereits seit langer Zeit wieder im ^elde.

Kreis Alsfeld.

--- Alsfeld, 25. Juni. Auf der Nachbarstation Breitenbach entgleiste der Abendzug. Menschen kamen nicht zu. Schaden.

Kreis Lauterbach.

-tl-. Moofer-Grund, 25. Juni. Fast gleichzeitig mit Ein tritt des Sommers verließ il>»s das Regenivetter und blauer Lümmel muntert zur Feldarbeit auf. Die Dickwurzpflanzell sind gesteckt und die Kartoffeln so ziemlich gesäubert. Die Heuernte hat nun allgemein begonnen. Die meisten Schulen haben für einige Wochen Heu- und Notserien gegeben. ^

Kreis Schotten.

4P Breungeshain. 26. Juni. Das Eiserne Kreuz erhielt der Pionier Wilhelm S t e i n . ^ t

4b Herchenharn, 26. Jun,. UnserJohannrmarkt fällt in diesem Jahre aus. ^ , .

E La ubach. 26. Jnm. Am verflosiencn Donnerstag abend, am Fronleichnamstage, von 9 bis 10 Uhr abends, hielt in der hiesigen Stadtttrche Pfarrer Hildebrandt aus Heilsberg in Ost-

Krei!

Wetzlar. - ^

ä. Wetzlar, 26. Juni. Infolge Aenderung der Richtpreise für Schlachtvieh hat der KrersauSschuß einzelne Höchstpreise für Fleisch aeändert: es kosten vorläufig: frisches Schweinefleisch nnt eiugewachsenen Knochen 1,80 Mk., 5ioteletts 1,90 Atk., Rindfleisch mit 20 Proz. Knochenbeilage 2,20 Mk.. Lendenstück ohne Knochen 2.90 Mk. und Kalbfleisch mit 25 Proz. Knochenbe.lage 1,o0 Alk ä. Oberkleen, 25. Juni. An den Folgen emer plötzlich aufgetretenen Lungen- nnd Rippensellentzülidimg starb im sechzigsten Lebensjahre der G e in c i n d e. v o r st e h e r Reuter von hier. Das Hinscheiden des Verstorbenen wird umsomehr betrauert, als vor kurzer Zeit sein Schwiegersohn fürs Vaterland ftarb und seine Tochter nunmehr mit zwei unniündigen Kindern ganz allein steht.

Hessen-Nassau.

bv. Rodheim a. d. Bieber, 26. Juni. Am 24. d. M. waren es 25 Jahre, daß Andreas Dönges von hier als Werkmeister bei der Firma (^eorg Philipp Gail zil Gießen tätig ist.

m. Dillenburg, 26. Juni. Der Stadtvorstand und der Ausschuß unseres Verschönerungsvereins genehmigten einstimmig den Vorschlag des Bürgermeisters, als Platz für den zu schaffenden H e l d e n h a , n die Waldpartie an der Friedrichsruhe vorzusehen.

o-. E s ch w e g e a. d. Werra, 24. Jnni. Aus der Eisenbahn- strecke NiederhoneGöttingen ivurde heute vormittag in der Nähe der Station Eichenberg der 29jährige unverheiratete Bahnarbelter R i p v e l aus Hohengandern von einem Personenzuge über- fahren und getötet.

Frankfur t a. M, 2o. Jmn. Eine Verordnung des Magisttats untersagt es, in Wirtschaften jeder Art, Hotels, Kaffee- Häusern ferner in Pensionen, Kantinen .und ähnlichen Betrüben! bis elf'tthr vvrmittggs Eier in irgendwelcher Form zu ver­abfolgen. Zuwiderhandlungen werden nnt Gefängnis bis zu sechs Monaten oder mit Geldstrafe bis zu 1500 Mart bestratt Ferner ist die Ausfuhr von solchen Lebensmitteln aus Frankfurt ver­boten, die der Bevölkerung durch Berteilungsstetteu bezw. Lebens­mittelkarten verabfolgt werden. Uebertretungcn des Ver­bots werden mit (^säuqnissttafe biS zu sechs Monaten oder nut Geldstrafe bis zu 1500 Mark geahndet. .

- Frankfurt a. M., 25. Jmn. Zfmschen den Haltestellen Louisa imd Oberschweinstiege sttcßen am Samstag infolge falscher Weichmstettung und Signalgebung zwei Züge der Wald bahn zusammen. Beide Maschinen wurden schwer beschädig! und mußten außer Betrieb gesetzt werden. Menschenleben mmeii, obwohl die Züge stark besetzt uwren, nicht zu Schaden Die un Stadtbezirk zum Zwecke des Verkaufs angebauttn F r u h k a r tos fein wurden gestern vom Magistrat zu Gunsten der Bevol kerung Frankfurts beschlagnahmt Den Kartoffeler^ugern zah.! ! die Stadt vom 1. Juli d. I. ab für den Zentner 9.50 Mk.frei Ab ^ lieserungsstelle.

Börsen-Wochen-ericht.

Frankfurt a. M., den 23. Juni 1916. Auch in der soeben zurückgelegten Berichtswoche blieb das Geschäft im f r ? ie n B e r k e h r an der Börse wieder außerordent­lich still Angesichts der mehrcrwähnten Besttebungen die Tätig­keit der Spekulation, solange wir uns im Kriegszustand befinden,, ein zu dämmen, beobachtet diese streiigc Zurückhaltung, um der Ge- mbr zu entgehen, daß die Umsatzsteuer krasng erhöht wird, lvas, solange eine solche Verordnung Gesetzeskraft hatte, den Gefchofts- standUnterbinden würde. Tie Beratmigen über die zu ergreifenden schritte zur Buhst fe wurden von den hierbei in Betracht kommenden Instanzen diese Woche festgesetzt und dabei ift von verfchtedenen Setten auch die Ansicht vertreten worden datz eme teil weile Wiedereröffnung der Börse, wobei das Geschäft sich lediglich auf Kaisaumjätzc zu beschränken hätte, den gegenwärtigen Zustand, bei welcheni die Umsätze tm Freioerkehr sich ohne feglrche, Kon­trolle der Börsenaussichtsorgane vottziehen, vorzuziehen sei. So­weit die Vorschläge für die Einschränkung der Geschäfte tn werteit während des Krieges in Betracht kommleii, hat Ue der Handelsminister als geeignete Grundlage sur wertere .^^rh^d- l un gen bezeichnet. Nun bleibt abzuwarten. ob man zu emer Ver­ständigung gelangt. Wenn auch ^ Au^Mick Gewr^t ul^r den Ausgang der Verhandlungen noch nicht bestem, io neigt man doch überwiegend der Ansicht M. datz die angckdrohte Erhöhung der Umsatzsteuer vermieden werden wird. Du .^tung de^. Mmrtt^ war denn mich im ganzen eme zuv-ersichttiche. &me Stutze findet derselbe in der Flüssigkeit deS G e Id st an d e S ., i namentlich dem Anlagemarkt M-'aPen ^nrntt. Tw Anmg^er^.- konnten denn auch ihre Preise gut behauvten Anleihen waren verschiedentlich, vom Kapita^ gefragt, während ausländische Anleihen vom neutralen^ Ausland^E<nwmnwn ^r- deu Bei uns kommen noch fortgesetzt auSlcmdische Unbihen zum Verkauf, wodurch ZahUmgsmittcl für ^e ^fuhr von Lebens- mftteln u fonsttgeu Produttcn und von unS beirottgten Erzengnstsen beschafft werden so daß es unter Führung der.^ifcmz^rttrale möglich ist, weiteren Stergerimgen der T<^wmirei,c zu Unsere Gegner snckwii in Amerika und Stabmcüneit X-nlzibnx abzchchließewuni sich die Mittel für diesen Zweck.zu verschnswn. Iin übrigen werden wenig Finanzgeschäfte abgeschmstem Ver- schiedene Ltädte lassen sich die Genehnngung zur, dbmtahme^n Al'leiben zitr Bestreitung der durch den Krug stark gesteigerten Ausgaben erteilen. Auch eine mdirsttiette Endung .vnrde diese Woche vollzogen: die Errichtmrg der Ungmuicksen Ordol-Uttien- Gescllschaft, die in cniger Verbindimg mit der Bayerischen Stick- sto ff - 2l ktten-Gesell schuft stoht. Größere Dttsverfchteoungeii smdiN der verflossenen Woche nur in weingeii W^ten emgetretem ^n Rtontanpa Pieren waren nach mehrfachen ^ochwankmigeii Bock)nmer, Phönix und BiSmarckhütte höher , von and^en ^iidustE'apiemi ivareii Schuh- und Lederfabrrk-Aktten gefragt. Adlm und Ophwt- 1S b^ttächtlick) höher, auch Wessels besser. Die Mtten chemvcher Fabriken lagen gleichfalls fest, Rüstungswette waren starker schwmt- kend Reinmetatt bedeutend besser aus unkonttvttieroare C>e. uchte bezüglich emer Kapitalerbölnmg. Höher waren auch Admick^ld uich Schweinftwter GuWahtkuael-Banken. schismhrts- und Ersen- bahnaktten wenig verändert . Privatdiskonw 4 Prozent.

Wrtteraussichten in Hessen am Dienstag, den 27. Jnni 1S16 '

Wechselnd bewölkt, zeitweise Niederschläge, wenig warm.

Letzte NachrWen.

Derbedeutungslose" Verlust von Thiaunwnt.

Gens 26. Juni. Der nach jedem erlisteren französischen geschick unederkehreiidc Pariser Trostspruch von dennnvermeiü- lichen Schivaukuligen bei so mächtigen Zmammennof-Ln wie fetzt ain rechten ^taaZufer" kehrt auch in der Ha v as no te zum Fall des «W Thiannwnt wieder. Der Mttä^ritEr des -.ZEiralde- DebatS" schrieb irorh unmittelbar vor Bekanutn^räeii tneses bederi tenden Verlustes: W sei fraglos die gegnerische Alchcht. sich m deir Besitz des KammdS, der Douaunront mit Froide Terre verbindet nnd Fleury behc-rrscht. zu setzen. Nicht mmder almungsvoll sprach sich Oberleutnant Pris imRappel' au», der abernrals ciklart, li>emi Verdun ttotz dos lvurrderbareii Widerstandes v erlore n gmg,. ^ S auf W® weitere Soitfekmg des Krieges kemen beiTbat Einfluß ausuben. denn dreier jet von der russischen Massen- Wirkung abhängig. - Zur richtigen Emschatzmig der Parper Zei­tungsartikel muß man sich gegenwärtig halten daß deren Verfasser ausnahmslos' die erste amtliche Meldung,zum Ausgangspunkt nah- men, daß es den Franzosen gelungen sei. den deutschen Vorstoß vor Fleury anzuhalten. ^Kurz danach gcht der^amttiche ttanzosische Bericht zu. daß die Deutschen einen Test von Fleury besetzt haben) In allen Darstelluiigen wird !Flenry alG Schlüssclvunkt der Haupt- Verteidigungslinie bezeichnet.Temps" undTcbats" bcwpeu sich angelegentlich mit der Möglichen Bedeuttmg der von dcn Leutschm in die Hauptverteidigungslinie geschlagenen Brefchc. Die Kampfe her letzten 48 Stunden ivcrden ättseitig als die liartn ästigsten K ainpfe ,'Zt Begiirn der Berdunsckstacht huigestellt. DerLyoner Refmbli- cam" zollt rückhaltlos den deutschen Angreifern die Merkennwig. b< sic prääittge Energie entfalteten. . . .,

Öuaano, 28. Jwii. DieAgcnzia aternn' )d)mK Mi hem Kall der fteffe Xltiaumanl: Mm, dürfe f>rn uamnunNiiftw Sstiwankungen des Kampfes, die nur einen relativen Omflutz aus 'das Ergebnis hätten, keine übertriebene ^dautung beimessen Das Endresultat hange von anderen Eretgumcn ab, die zu gs gelieuer Zeit eintreten müssen und denen die Deutschen bem besten Wftlen nicht eiitgehen würüeru