Francs; bet 9&rrt brr Einsicht betragt oITo
- 0^1 000 Francs, was gegenufer bmt entsprechenden Zcit-
rninR des Jahves 1015 eine Zunahme pon 650 767 600 Francs bflgentet. Dagegen betrug der Wert der A'U s fu h r von Nalnungs- mLLÄn im gleichen Zeitraum 141144 000 Francs, de§ Industrie- bodarfes 236 012 000 Francs, der Fettig-abrikate 658 242 000 Francs, der Postkollis 72 541 000 Francs. Der Wert der Ausfuhr sst ge^nckber dein ersten Vierteljahr des Vorjahres um 195 856 000 Francs gestiegen. „Temps" bemängelt, daß^ die Einfuhr fec Aus- Estchc bedeutend übertreffe, woraus sich für die Handelsbilanz ein mnrer ungünstigeres Bild ergebe. Bei einem weiter regelmäßig verlaufenden Berlstlttnis zwischen den Käufen im Ausland und der Aussicht berechnet das Blatt, daß für das ganze laufende Jahr der Wert der Käufe im Anslande 5 Milliarden Francs übersteigen it»erl>e. Angesichts der Abhängigkeit dos Wechselkurses von dieser Tatsache verlange die Lage eine ernsthafte Beachtung.
Die vergewattigung Griechenland?.
Petersburg, 22. Juni. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung der Petersburger Telegraphen-agenttrr. Die Vertreter der Vier- vewiband-siniä ch te werden am 22. Juni der griechischen Regsterung ein Ultimatum überreichen, in welchem sie fol- cgende Forderungen anfsteklen: Die Denwbilisierung, die Bildung <ir«s Kabinetts, das eine wohlwollende Neutralität verbürgt und bemt ist, sch den Wünschen einer gesetzmäßig erwählten Kammer zu fugen, und Ersetzung der unter fremden Einfluß handelnden Polizeibeanrten durch Beamte, die im Einvernehmen mit den Bier- v erbandsmächten ernannt werden.
Bern, 22. Juni. (WTB.) Mailänder Blätter melden aus Athen, Skrulndis habe der Kammer die Demission des Kpbstmetts mitgeteikt. Im Phalervn seien mehrere Kriegst schliffe 5rr Lllkrierten eingetroffen.
Wtheu, 22. Juni. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung der AgQloe Havas. .König Konstantin empfing gestern nachmittag im Schlosse von Totti Zaimismck) gewährte den: r u s s i - fchem Gesandten eine Audienz. Die Gesandten von Frach- rech, England und Rußland überreichten gestern nachmittag dem Mnisterpräs identen Sk u ln dis eine gemeinsame Note. Dieses Schriftstück bestätigt zwar den Willen der drei Schutzm ächte Griechenlands, seine Neutralität nicht zu stören, setzt aber aus- enrander, daß sie gegenüber dem gegenwärtigen Kabinett ernste Verdachtsgründe hatten arrgeftcfes seiner Duldung der deutschen Propaganda in Griechenland und seiner Haltung ge- legerrLüch .des Eindringens der Bulgaren in griechisches Gebiet. Andererseits fei die griechische Verfassung in den letzten Zeiten nicht nrnner treulich geachtet worden, vor allem angesichts dev letzten allgemeinen Wahlen, die trotz der Mobilmachung zahlreicher Wähler stattgefunden hätten. Indem sie sich aus 'die Verträge stützen und nur das Interesse des griechischen Volkes im Auge haben, haben Frankreich, England und Rußland beschlossen, von Grrechevrand die unverzügliche Ausführung folgender Maßnahmen zu verlangen: 1. Tatsächliche und allgemeine .Demobilisierung der griechischen Armee, 2. Ersetzung des Ministeriums Skuludis durch ein Kabinett, das alle Garantien hinsichtlich der Beobachtung einer wohlwollenden Neutralität gegenüber der Entente erfüllt, entsprechend den Verpflichtungen der griechischen Regierung, 3. Auflösung der Kammer und allgemeine Neuwahlen, 4. Ersetz-mg der Polizeibeamten, welche allzuoft aut dreänÄändischen Einflüsterungen gehört haben. Falls die griechische Regierung diese Forderungen nicht annehmen sollte, würde sie allein Ar die Ereignisse verantwortlich sein, die daraufhin ein- treten könnten.
Saloniki, 22. Juni. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung der Agence tycfocg. Ein Geschwader der alliierten Flotte hat den Msehl erhalten, vor dem Piräus zu kreuzen. Dies? Kilnd- wird unter Umständen von einem .La ndu n gsko rps : usiierffcftfct werden, dessen Eingreifen von den Ereignissen abhanden wird. l
Arnrahme der Forderungen durch Griechenland.
Athen, 22. Juni. (WTB.) Meldung des Reuterschen Bu- verms. Zaimis machte einen Besuch auf der französischen Gcsandschaft, wo die Gesandten der Ententemächte eine Konferenz aMelten urch gab im Namen des Königs die Erklärung ab, daß Griechenland alle Forderungen der Eutent «rnnehme.
London, 22. Juni. (WTB.) Der Athener Korrespondent - der „Times rnefbet, daß der Beschluß des Kabinetts Skuludis, zu demissionieren, aus der Lage zu erklären sei, in die das Kabinett durch die Blockade und das Stillschweigen der Alliierten gekom- ; rt *ot fei, aus dem hettwrging, daß die Repressalien gegen die augen- b-ücllrche Regierung gerichtet sind.
Berlin, 23. Juni. Zu den neuesten Nachrichten aus Griechenland heißt es im „Berliner Tageblatt": Wenn auch das ganze, wohl von Benizelos inspirierte Programm, nach dem der Brerverbarrd seine Regierungstätigkeit auch in den von ihm noch nicht okkupierten Kreisen des griechischen Gebiets auszuüben gedenkt, zur Annahme gelangen sollte, so bleibt immer noch fraglich, ob die gewählten Wege zum Ziele führen. Dieses Ziel fft «e Wiedereinsetzung Benizelos in die Regierungsgewalt. Er Wörde d<rnn nach den Linien feiner früheren Abmachungen einen neuen Bündnisvertrag mit den Verbandsmächten schließen und die L-treitkräfte' derselben durch Griechenlands Heer und Flotte verstärken. Aber noch hat das griechische Volk es in der Hand, mit dem Stftnmzettel Benizelos eine herbe Enttäuschung zu bereiten und für alle die Leiden und Drangsalierungen gebühren.'» zu gnittieren, die es sich seit den Tagen der Besetzung Salonikis gefallen lassen mußte.
Die „Post" sagt: Wie sich der König, dem der Entschluß zur Kapitulation unter den Willen der Zwingherren bei seiner oft erprobten Charakterfestigkeit sehr schwer geworden sein mag. versönlich der nengeschaffenen Sachlage gegenüberstellen wird, entzieht sich vorläufig noch jeder Kenntnis.
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zu Horen, daß er ntft jenen Eroberunasplänen nichts -J.il tun haben ivvlle (gewattiger Beifall.), daß er sie weit von sich loeise und daß er sie wie alle ähnlichen Pläne auf das Entschiedenste mißbillige. — Die „Norddeutsche Allgem. .Zcitg." bemerkt dazu: Dar-' über, was der Friede uns bringen muß, hat sich der Reichskanzler wiederholt öffentlich im Reichstage ausgesprochen, soweit mie er es für möglich hielt. Aus diesen seinen positiven Erklärungen ergibt ssch zugleich seine Stellung zu den bekannten, Mm Teil weit darüber hinaus gehenden Kriegszielen der wirtschaftlichen Verbände.
Die Ernte 1916.
Berlin, 22. Juni. (WTB.) Eine Bekanntmachung des B-u N'des r a t s ordnet die Vornahme einer E r n t e v o r - schätzun g für 1916 an.'Die Schätzung erstreckt sich auf Winter- und Sommerweizen, Spelz, Eme und Einkorn, Winter- und Sommerroggen, Gerste und Gemenge aus diesen Getreidearten; ferner Hafer (auch im Gemenge mit Getreide und Hülsenfruchten), sowie Lartoffeln, Zuckerrüben und Futterrüben. Die Landeszentrakbehörden können sie auf andere Früchte ansdehnen. Die Erntevorschätzung findet für Brotgetreide urvd Gerste in der Zeit vom 1. Juli bis 20. Juli, für Hafer zwischen dem 1. und 20. August, fiir Kartoffeln und Rüben zwischen dem 1. und 25. September statt. Die Durchführung erfolgt in der Weise, daß auf Grund der Ernteflächenerhebung (Verordnung vom 18. Mai 1916) von den zu diesem Zwecke ernannten Sachverständigen oder Vertrauensleuten Durchschnittshektarerträge für die einzelnen Gemeinden festgestellt werden. Durch die Schätzung soll so frühzeitig als möglich ein Ueberblick über den zu erwartenden Umfang der Ernte an Getreidearten und Früchten, die für menschliche und tierische Ernährung hauptsächlich in Frage kommen, erlangt werden.
Die Verwendung von Pappe zum Schuhzeug.
Berlin, 21. Juni. (Amtlich.) Durch eine heute vom Bundesrat beschlossene.Verordnung soll dem Ueberhand- nehme n der Verwendung von Pappe und ähnlichen widerftandsunfähigen Stoffen für ledernes Straßenschuhzeug Einhalt geboten werden. Für einzelne Schuhteile eignen sich bewährte Kunsterzeugnisse ebenso gut wie Leder, und unter den heutigen Verhältnissen inuß mit dem Leder so viel als möglich gespart werden. Wenn aber die Knappheit und der hohe Preis des Leders die Fabrikanten veranlaßt hat, sogenannte Strapazierstiefel mit Pappsohlen in den Verkehr zu bringen, so ist das eine Uiffitte, unter deiv sowohl die Verbraucher leiden als die Händler; sie wirkt auch insofern höchst unwirtschaftlich, als durch den schnellen Verschleiß solcher Stiefel das brauchbare Leder, das sie enthalten, ungenügend ausgenutzt wird. Deshalb ist nnn- mehr für den Absatz und die Laufsohle die Verwendung von Pappe überhaupt verboten, die Brandsohle mxt> die Hinter- kappe müssen überwiegend aus L^der bestehen, Wsähe ohne kräftige Oberflecke aus Leder sind unzulässig. Die Verordnung tritt erst in 2 Wochen in Kraft, damit die schon begonnene Fabrikation zu Ende geführt werden kann und das durch die Bearbeitung in Anspruch genommene Leber erhalten bleibt.
Verbot des Vorverkaufs von Getreide der diesjährigen Ernte.
Berlin, 22 .Juni. (WTB. Amtlich.) Im Zusammenhänge mit der öffentlichen Bewirtschaftung der bevorstehenden Getreideernte ist (wie im Vorjahre) ein Verbot des Privaten Vorverkaufs von Getreide dieser Ernte unerläßlich. Das Verbot, das durch die Bekanntmachung des Bundestats vom 21. Juni erlassen wurde, erstteckt sich aus sämtliches Brotgetreide, aus Hafer, Gerste und Mischfrucht, außerdem auch auf Buchweizen, Hirse und Hülsen- früchte^ sowie Oelftüchte, ferner auf Futtermittel, die der Verordnung über den Verehr mit Kraftfuttermittekn vom 28. Juni 1915 unterliegen. Me Kauftierträge über diese Er- zeugursse (einschließlich der vor Inkrafttreten der Verbotsverordnung geschlossenen) sind nichtig. Von dem Verbote sind ausgenommen: 1. Verkäufe von Saatgetreide (Roggen, Weizen, Gerste und Hafer), die unter Jnnehaltung der vom Rerchskanzler erlassenen besonderen Besttmmungen abgeschlossen werden; 2. Verkäufe von Hafer und Gerste, sowie Mengkorn und Mischfrucht, in der sich Hafer befindet, au den Komntunalverband, in dem das Getteide gewachsen ist, an die Zenttalstelle zur Beschaffung der Heeresverpflegung, oder an Beaufttagte des Kommunalverbandes oder der Zenttalstelle; 3. Verkäufe der übrigen Getteidearten an Komnrunalverbände und die Reichs getteifeestelle (bezw. deren Beauftragten); 4., 5. und 6. Verkäufe vou Buchweizen, Hirse und Hülsenftüchten an die Zenttaleinkaufsgesellschast, von Oelfruchten an den Kriegsausschuß für pflanzliche und tierische Oele und Fette, und von .Kraftflittermitteln an die Bezugsvereinigung der deutschen Landwirte.
Der Verkauf wird also im ganzen lediglich an die Organisationen und Stellen gestattet, die später an der Bewirtschaftung und Verwertung der betreffenden Erzeugnisse beteiligt sind. Eine Ausnahme bildet die beschräntte Freigabe des Saatguchandels, die zur Erleichterung der für die Produktion wichtigen Beschafftng von Saatgut erfolgte.
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burtmbefcSrtinfiatg ist, wenn nicht eöt innerer Umschwung ün Denken des Volkes emtritt, nichts Großes auszurichten. Wohl aber kann man vielen Eltern die Freude am KiApe verstärken, wenq man die große Sterblichkeit und KrÄillichkeit im zartesten Lebens- after durch Verbreitung ber besten Kemrtnisse in Bezug cnis Ernährung und Pflege bekämpft. Zwischen den großieii Kriegen sind last 15 Millionen Säuglinge in Teut>chland> gestorben: die Hälfte hätte gesund heranwachsen, bei ungezählteii arideren hätte bessere Körperentwickelung erzielt werden können; noch jetzt könnten wir jährlich etrva 200 000 Kinder mehr am Lebeii erhalten, ohne die Qualität der Rasse zu schädigen. Wir müssen uns irr ganz Deutschland zu einen! Kriege gegen dieses Volks übel organisieren.
Professor La.ngstein fühtte in seinem Vorträge über „die Aufgaben des Säuglings- und Kleinkinderschutzes im Deutschen Reiche" etwa folgendes aus: Nur eine einzige Altersstufe hat bisher an den groß.en Fottschritten auf gesunvheitticl-em Gebiete zu wenig teilgenommen: der Säugling und in gewissem Grade auch das Kind im vorschutpslichtigen Alter. Zwar haben auch hier die letzten Jahre Fortschritte gebracht. Es ist aber Gebot der Stunde, daß jede Gemeinde Säuglings- mrd Kleinkinderschutz mit in ihr Programnr crufnimmt. Wir verlangen heute von den Bundesstaaten und dem Reöche große Mittel, da es unbedingt notwerüng ist, daß gewisse Mindeftforderun- Fen erfüllt werden. Das ganze Volk muß durchdrungen weiden von den Kenntnissen jener Grundsätze, durch die wir !den Säugling und das _ Kleinkind gesund erhalten können. .Kinderhygiene mnß lln- t^ichtsgegenstand werden. In der Volksschube wird dauert begonnen, in der Pflichtf-ttbildungsschule muß der Unterricht fortgesetzt weöden. Das Ergebnis der bisherigen Versuche ist er* mutigend. Wir brauchen vor allem auch eine Vettiefung in der Ausbildung der dlerzte in der Säuglingskunde. Der Staat darf nicht mit Lehrstühlen in der Kinderheilkunde sparen. JSoti den Kommunen erwarten tvir in erster Reihe die Schaffung vM S än g-, l in gs fü rso r g estellen, ferner von Mütter heimen. Wir verlmrgen eine bessere Versorgnng der erkrankten Sänglinge in den Krankenhäusern. Jede Einrichtung des SäuglingssckMtzes muß. >vie- derum ein Zentrum werden, von dem aus durch Unterrichtskurse für Hebammen, für Pflegerinnen die Kenntnisse ins Volk hinaus gehen. _ An jede ärztliche Hilfe für den Säugling muß sich die soziale anschließcn. Diese Reichslwochen hilf« muß am bejten noch in erweiterter Form auf den Frieden au sche-, d e h n t werden. Regelung des .Haltekinderwesrs, allgemeine Durchführung. der Generalvormundschaft iverden aus diesem wichcigert Gebiete größten Nutzen schaffen. Einen viel breiteren Raum als bishler werden wir der Bekämpfung der Säuglingsstrrbtichöeit aus dem Lande einräumen müssen. Tie Mütter müssen von ausgebildeten Fürsorgerinnen besucht und beraten werden. Wir brauchen Schulen für Fürsorgerinnen und für Kirlderpflegerinner^ Unermeßlich groß» sind im vors ckjulpsliclitigen Atter die Scistiden durch Erttankungen der verschiedensten Att, die Infektionskrankheiten, die englische Krankheit, Skrofulöse und Tuberkulose. Ganz leicht möglich in organisatorischer und auch in pekuniärer Hinsicht ist die Augliederung der Kleinttnderftirsorgestel'le an die Säug-, lingssürsvrgesteNe. Wir werden ferner Krippen, Klein-, ki n de r b e w a hr an stal ten nnd auch Kindergärtien unter den denkbar günsttgsten hygienischen Verhältnissen zu gründen! haben. Wir werden aber auch durch Ausdehnung der offenes Kleinkinderfürsvrge den Müttern in das .Haus nachgehen und deren Äinn für Familienerziehun'g heben müssen. Notweirdig erscheint vor allem die innigste Zusammenarbeit der Organisation mit der Regierung. Vorbildlich^ ertveist sich hier Ne Arbeit des Bayerischen Landesverbandes ^für Säuglings- und Kleinkindersürsorge, der in allen Fragen dieses Gebietes vom Ministerium gehött wird und, auch auf die Verteilung der Staatszuschüsse maßgebenden Einfluß hat. Tie Beschaffung von Mitteln kann heute i% ber. Zeit ber Milliarden nicht mshr die Schwierigkeiten wie in früheren J«hren machen, denn das B^oußtsein, daß auf dem Gebiete des Kinder-, schutzes die größten Leistungen vollbracht werden müssen, ist unter dem Einfluß des Krieges binnen einem Jahr Gemerngut des! deutschen Volkes geworden. >
Im Anschluß daran erstattete Hoftat Meier-Mönchen den Bericht über die Enfftehungslgeschichte der auf.Anregung der Herzogin zu Brauuschweig für den Säuglings!- mrd Mainkrnderfchsrtz ein geleiteten Aktion, ihren Zweck, ihre Gliederung und ihre Satzungen. Die Herzogin habe als erfte eine Spende von 10000 Mk. gegeben. — lieber Beginn und Att der Sammlung wird Arbeits- aus schuß und Beirat in der nächsten Zeit beschließen. Grund-, sätzlich wurde bestimmt, daß die in den einzelnen Bundesstaaten gesammelten Bettäge auch m diesen Ländern verbleiben und zum Ausbau des Säuglings- und Kleinkinderschutzes dottselbst dienen.
Berlin, 22.Juni. (Priv.-Tel.) Die „B. Z. a. M." meldet aus Köln: Der Erzbischof von Köln hat in einem Erlaß an die Pfarrer der ländlichen Nachbarschaft der Stadt Köln seinem lebhaften Bedauern Ausdruck gegeben über die tiefgehende Erbitterung, die zwischen der städtischen Bevölkerung und der den Kölner Gemüsemarkt beschickenden Landbevölkerung einzutreten droht. Er fordert die Landbevölkerung auf, die Notlage der städtischen Bevölkerung nicht durch übertrieben hohe Preise oder durch Fernbleiben vom Markte zu erschweren.
Berlin, 22.Juni. (Priv.-Tel.) Die „B. Z. a. M." meldet aus Leipzig: Im Heim der Mazdaznan-Loge, deren Mitglied Oberleutnant Jmmelmann gewesen ist, fand gestern für die Angehörigen und Freunde des verschiedenen Jmmelmann eine schlichte Gedächtnisfeier statt. Auf ausdrücklichen Wunsch seiner Mutter unterblieb jede Aeuße- rung von Trauer. Die Leiche Jmmelmanns"wird in Dresden beigesetzt werden.
Ans Stadt ttttfc Land.
C> ießen, 23. Juni 1916.
Der 5ee!rleg.
Ern deutsches Tauchboot in Eartagena.
Cartagena, 22.Juni. (WTB.) Meldung des Reuterschen Bureaus. Das deutsche Unterseeboot „U 3 5" kam gestern abend hier an und ging an Dock, um Reparaturen vornehmen zu lassen. Der Sekretär der deutschen Botschaft machte einen Besuch aus demSchrff. Der Kapitän hatte ein Handschreiben des Kaisers an König Alfons Mit, das den Dank für die Behandlung der Deutschen aus^ Kamerun aus^sprach. Das U-Boot fuhr unr 3 Uhr morgens wieder ab. Außerhalb des Hafens verfolgten Torpedoboote die Bewegungen des Urtterfeebootes.
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_ gottfron, 22 Fmri (WTB. Nicht-nEich.) KaMän und Mannschaft, des holländischen Dampfers „Otis £ 0 a ' mtb tn Barmouth gelandet worden. Das Hinterschiff Explosion weggerissen worden, die Mannschaft ging **7 kne Boote und wurde von einem Passagierdampfer ausgenommen.
Bern, 22. Jnm (WTB. Nichtanttlich.) „Petit Journal" aus Fecamp: Der Dreimaster „France et Russie" Bruttoremn-ttmmen) wurde im Mittelmeer durch em Unterseeboot versenkt. Dre Besatzung ist gerettet.
Aur dem Reiche.
Der NeichSka«zler und die .KriegszieLe.
i. n, 22. Juni (WTB.) Blättermeldungen züftlge hielt
der Nevststagsapgeordnebe Sch e r de m a n n in einer Breslauer Versammlung eine Rede, in bet er folgendes ausfühtte: Als vor einem (achte die ,echs »ittschaftsvcrbände dem Reichskanzler Warnten Erobe ru n gs pl äne unterbreiteten, wurde ich Patteifveunden beim Reichskanzler vorstellia um -n.misktz u trfrbcu gegen diese Pläne Wir verwiesen dabei auf ' Revhstaqe am 4. August 1914 abgegebene Erklärung um; wir halten bit Genugtuung, aus dem Munde des Reichskanz^
Berlin, 22. Juni. (WTB. Arntttch.) Auf Grund d Verordnung des Bundesrats betreffend Abänderungd Süßstoffgesetz cs ist der Rcichszuckcrstelle vom Reich kanzler die Ermächtigung erteilt worden, rn Fällen dringe den Bedarfs zu anderen als in den bisherigen Bekann machungen (vom 25. Avril nnd 7. Juni) bezcichneten Zweck Süßstoff an Kommunalverbände nach Maßgabe der verfti baren Bestände zu überweisen. Die Komtnunalverbän haben Bezug und Verbrauch in ihrem Bezirke nach Anw> sung der Reichszuckerstelle zu regeln. Die Verordnung vo 25. April gestattete den Bezug von Süßstoff durch Gewerk trerbende für dre Limonadenherstcllung, die Verordnung vo eme Anzahl anderer Herstellungszwecke, jede gleichfalls nur durch Gewerbetreibende.
. Berlin 22. Juni. (WTB.) Die Zentralci, k au fsge se llsch a ft m. b. £>. teilt mit, daß sie zur E teflung von Auskünften und zur Erleichterung des Verkeh mit der Presse und anderen Organen der Oeffentlichkeit ei N a ch r i ch t e n a b t e i k u n g eingerichtet hat. Sie bittet d her alle einschlägigen Anfragen an diese Stelle, und zw. brieflich, unter der Adresse Behrenstt.21, Telephonanschli Antt Zenttum 9520, drahtlich unter Zentralkauf Nachric tenstelle Berlin zu richten.
Berlin, 21. Jwii, vormittag n*nbee die Grüntvrno
Versammlung von Dentschlands Spende für Säui
^l5^^uderschutz" im Sitzungssaal i Herrenhauses in (^ege»vatt ber Pvotekt-orin, der Herzog Viktoria Luise zu Braun schweig abqelEn. Tie Vl ammttmg war außerordciftlich zahlr«cki besu«ht. Ehrenvorsitzen tzud ^HZ^ka^ler und (^neral-Fetzmiarschall o. Hindenbm Der Bmsftxnde, .KabmeEstat Dr. v. Bshr-Pinnow, wies m> einem WiMommengrust tm die Prr^eßttnin darauf hin, daß die L völkerungsftage rn Deutschland, die ohnehin infolge des sslebutte ruckganges und der hohen Säuglingssterblichkeit und -kränllil kett eine ernste gewesen sei, infolge der Kriegs Verluste noch me cmn forgsanieu Bohandkung bedürfe. GegLn die gewollte E
5V Jahre Hessen-Nassau.
Aus Kassel wird uns geschrieben:
In diesen Tagen ist ein -halbes Jahrhundert dahingegangen., seit der Kurstaat Hessen-Kassel nach jichrhundettelan^em Bestehen unter eigenen Fürsten ans demselben Hause seine Selbständigkeit einbüßte und der Grund zu der heuttgen Provinz Hessen-Nassau gegebM wurde. Bei dieseml Anlaß, sei heute an die Zustände erinnert, die zur Neugestaltung der politischen Lage hier im Herzen Deutschland führten. Wilhelm I., der letzte Kurfürst von Hessen-Kassel, harte 1848 in erbittetteM Ringen mit feinem Volke gestanden, es war ihm die Verfassung abgerungen worden, dann verließ der Kurfürst Kassel und verhängte über den Kurstaat den Kriegszustand. Die Folge war der Einzug der bekannten „Strafbayern", die das Land besetzten, nnd schlieWich trat nach dem dänischen Kriege eine Entfremdung mit Preußen ein. Bismarck mvchte dem Dualismus in Deutschland ein Ende. Am 15. Juni 1866 überreichte der preußische Gesandte von Röder in Kassel eine preußische Sommatton, wonach Kurhessen seine Truppen auf Friedens- snß setzt, die auf Bundesbeschluß angeordnete Mobilssrerung unausgeführt läßt, andernfalls aber einen Krieg zu gewärtigen habe. IM Palais in Kassel wurde Mimsterrat gefeilten. Alle Minister rieten dem Kurfürsten, unter Protest die preußischen Forderungen mrzunehmen, der Fürst aber» falsch beraten von anderer Seite, rang mit sich, und als er noch einnral mit seiner Gmiahlin gesprochen, erffärte er sein „Nein?". Die Somjmatwn wurde abgefeimt, und in derselben Nacht noch ließ Preußen die Kri egser kl ä- rung überreichen. Das Volk aber, das in atemloser Spannmig vor deM Schlosse auf die Entscheidung gewartet hatte, verkost, als es die ablehnende Antwott an Preußen erftihr, den Matz. Es ahnte das Folgenschwere des ^Entschlusses.
Am andern Tage begannen die Truppen Hals über Kopf Kassel zu verlassen imrd rückten nach den Besttmmungen der Brmdesmobili- siwmng noch der Bundesseste Mainz ab. Sie kamen nicht dazu, sich mit den Preußflnheeren in der Schlacht zu messen. Der Kur-' fürst aber blieb aus Schloß. Wilhelmlshlöhie, getreu seiner Bersscfe- tting, daß er ans dem Boden der Bundesverfassung stehend, sich nicht im Kriege mit Preußen befinde. Am 19. J«ui rückten die Preußjen in Kassel em, voran das 39. JnfaMvrte-MWwE, boun


