Ausgabe 
23.6.1916 Erstes Blatt
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k M sS tzE x E 32, doÄ NKter in üft#F nt Garnison Tag, Strrafecw imi> bak? 9. Husaren-Megimeltt. Dar KmMrft wurde als kwg»Sgefirngen erklärt und nach Stettin überfährt. Äls er die Stufen dos WÄHelmAhiKher Sdstoffes Herabstieg, warf er nod} einen letzten ScheideEck auf das prächtige Gebäude ... Er hat es nicht wiederyefehen. Das war am 2 3. Juni, und dieser Tag kann als der des Untergangs des Kursta-ates §>essen-Kassel cmgesehe» werden. Das Land kam nzrter preußische Verwaltung, in die sich der Regie­rungspräsident von Möller und General Werder teilten. Am 8. Ok­tober wurde offmell Besitz von Hessen-Kassel ergriffen, und von Möller wurde der erste Oberpräsident der neuen Provinz Hessen- Fasson. Nur schwer fühlte sich die Bevölkerung in die neuen Ver- hältniffe ein, es fehlte vor allem: das höfische Leben, aber dann kam der französische Krieg, die hessischen Truppen nahmen daran glor­reichen Anteil, und allmählich söhnte sich die Bevölkerung mit den neuen Verhältnissen ans. Es wurde aus dem .Neinstaat eine blü­hende Provinz, imd besoirderS die Hauptstadt Kassel nahm, nachdem alle hemmenden Schranken, die die Kleinstaaterei gezogen hatte, gefallen waren, einen ungeahnten Aufstieg im modernsten Sinne. Wiederum stehen heute Kurhessens Sohne vor dem 'Feinde und haben sich die wiederholte Anerkennung des Obersten Kriegsherrn für Hellxmtaten erworben, die denen der Bätcr zumindest gleichstehen. Das vergossene Blut hat Kurhessen fester als je an das Reich ge­bunden. An der Spitze der Provinz steht seit langen Jahren Ober­präsident Hengstenberg, eine feste, ziel bewußte Persönlichkeit. Unter seiner Aera blickt die Provinz in diesen Tagen auf ein 50jöhri- ges Bestehen zurück, als Glied Preußens und des Reiches. N. H.

Auszeichnung. Dem Postschaffner Karl Frank, Unteroffizier im Jnf.-Regt. 14, wurde die Hessische Tapser- kettsmedaille verliehen. Der Wehrmann Karl Müller von hier, Nahrungsbcrg 6, im 2. Pionicr-Bat. Nr. 4, hat das Eiserne Kreuz 2. Klaffe erhalten. Oberheizer Ludwig Bellas von Gießen, der bereits mit dem Eisernen Kreuz aus­gezeichnet ist, erhielt die Hess. Tapserkeitsmedaille.

** Jugendwehr Gieße n. Samstag abend 8% Uf)t Ludwigsvloh.

** D<er Alic-efralrenverein will am 3. Juli im Klub ferne Näherei fiir die Kinderfiirsorge beginnen, und es haben sich viele hilfsbereite Hände gefunden, um Klei düng für bedürftige Gießener Kinder herzusbellen. Aber leider fehlt es jetzt sehr an Material dazu. Deshalb rr.nrde jede Hausfrau ein gutes Werk tun, wenn sie in ihren Schranken und Kisten noch einmal nachsähc, ob sich nicht irgend etwas Entbehrliches findet, vielleicht ein mt? moderner enger Kleiderrock für ein Kinderkleid, ein Vor­hang oder Fensternrcrntel, der ein prächtiges Mäntelchen 'abgeben konnte, oder sonst ein Stückchen Stofs, selbst tvenn es nur für ein Erstlingsjäckchen reicht.

** Städtis cher Lebensmittel-Verkauf. Es scheint nicht genügend bekannt zu sein, daß das in der neuen Schweineschlachthvlle des Schlachthoss zum Verkauf ge­brachte Rinderkraftfleisch ohne Fleisch marken ab­gegeben wird; es ist vielmehr mcr die Vorzeigung der Brot­ausweiskarte erforderlich. Durch Vermehrung der Bestände ist es möglich, nicht nur die in der Bekanntmachung vom 20. Juni festgesetzten, soirdern auf Wunsch auch größere Mengen abzugeben.

** H am sterei und Widersetzli chkeit. Ein Eisen bahner, Andreas Becker, der gelegentlich eines Fleisch- vertcrnfes an der Metzgerei Sack dem Ordnung haltenden Schulmrcrnn tätlichen Widerstand geleistet hatte, ist am Dierrstag vom Schöffengericht zu einer Geldstrafe von 100 Mark öjeitt. 10 Tagen Gefängnis bestraft worden. Bei einer Hausfuchun-g, die bei Becker vorgenommen wurde um festzustellen, ob er sich in einer Notlage befunden habe, vnirde eine größere Merschrnenge entdeckt, die nicht an­gegeben war.

** Der Qderyessrsche Verein stör Innere Mis­sion Kelt am DonnevAag, 22. Juni, seine Frühjahrslagmig in etwas größerem Umfang als sonst. Zuerst wurden einige wichtige geschäftliche Angekegercheiden erledigt; so vor allem die Wahl eines Nachfolgers für den verskubenen stellv. Vorsitzenden Landgerichts­direktor Sch m e ck e n be <f> e r, dem der Vorsitzende Pros. S ch i a n warme Worte Herzüchen Gedenkens widmete. Gewählt wurde an seine .Stelle znm Mitglied des geschafts sühreicheu Anschusses LandgerichtSrat Neuen ha gen, der die Wahl angenommen hat Nach einem kurzen Bericht über die letzte Vereinsarbeit hielten Stiftsdechant Klingelhö ffer (Lich) und Pfarrer Sattle (Staden) kurze Borträge über die dringendsten Aufgaben der In­neren Mission in Oberheffen. Dabei wurde eine Fülle der ver-^ schiedensten Gesichtspturkte für weiteren Ausbau der Arbeit heraus- gehvben. An einer kurzen Anssprache beteiligten sich Pfarrer Memmert (TarmstlüU) und Pfarrer Schwabe. Die ausführ­liche Erörterung dieser Fragen wmöe ans die Jahresversammlung vefichoben, um dem als Gast anwesenden Direktor des Evange­lischen Verbandes zur Pflege der weiblichen Jugend, Pastor Thiele ans Berlin, das Wort zu einem Vortrag überU n - sere Arbeit an der weiblichen Jugend" zu geben. Der Redner schilderte, was an evangelifch-kirchllcher Arbeit dieser Art geleistet worden ist; er wünschte auch'für die Zukunft religiöse kirchliche Arbeit an der Jugend; mit der hergebrachten Form des Jungsrauenveveins werde nicht auszukommen sein; er schilderte dann genauer die künftig notwendige Gestaltung der Arbeit und be­tonte dabei besonders die Notwendigkeit des Zusammenschlusses zum Zweck gemeinsamen kräftigen Vorgehens. An diesen Vortrag schloß "sich eine sehr reichhaltige Aussprache an; Pfarrer Schwabe schil­derte die Verhältnisse in Gießen, Pfarrer Memme r t berichtete von Nürnberger Erfahrungen, die Pfarrer Sattler (Staden), Reith (Hartershausen), Kahn (Orlenberg) gingen von ländlichen Bechältnifsen aus. Me Versammlung, die einen sehr anregendOi Verlauf genommen hatte, wurde gegen 6 1/2 Uhr geschlossen.

** lieber die handelspolitische Zukunft Deutschlands wird in der Hauptversammlung derBereini­gung zur Förderung deutscher Wirtschaftsinteressen im Ausland", die am Samstag, 1. Juli in Frankfurt, nachmittags um 4 Vs Uhr im HotelFrankfurter Hof" beginnt, der frühere fftzektor der Berliner Handelshochschule, Universitatsprosessor Dr. Jaftrow, Berlin, einen Bortrag halten, dein sich eine Aussprache auschüeßeu wird. Der Redner genießt als Bolkswirtschaftler und Weltwirt- schaftspolitiker, besonders in Fragen des Weltmarktes, einen weit über Deutschland hmausgehenden Ruf. Zu dem Bortrag Ist aud? Nichtmitgliedern der Zutritt gestattet, doch ist als Ausweis das Einladungsschreiben der Bereinigung notwendig, das allein zum Eintritt berec^igt. Man wende sich dieserhalb an die G e s ch ä s t s - stelle der Vereinigung zur Förderung deutsct-er Wirtschafts­interessen im Ausland, Köln, Hcmsaring 11 I., durch die die Zustellung kostenlos erfolgt.

** Von zahlreichen Althändlern und deren Frauen werden augenblicklich die Dörfer und Städtchen des Odenwaldes besucht, wo sie alte Möbel, Uhren, Hausgerät, Por­zellansachen, altes Steingut u. dgl. von den Einwohnern für billiges Geld zu erwerben suchen, um die Sachen später mit hohem Gewinn an Altertumssammler weiter zu veräußern. Vielfach nutzen die Händler die Notlage der alleinstehenden Kriegerfrauen aus und erwerben die wertvollen Gegenstände zu Spottpreisen. Audi der Bevölkerung Oberheffens ist dringend anzuraten, Kunst- und kunst­gewerbliche Gegenstände ihren Heimatgemeindeu möglichst zu er­halten. Sollte aber eine Verkaussnotwendigkeit vorlieqen, dann möge man Sachverständige zu Rate ziehen, die ohne Anspruch auf Vergütung gern dem Laien zur Seite stehsä

** Das he uti ge Kreisch lact enthält ein Gesetz betreffend Renterr- und Invalidenversicherung und-Betaunt- über das Verbot der Verwendung von Eiern und Eierkoniorven Kur Herstellung von Farben; über die äußere Kennzeichnung von Waren und über die Arrsimhure tanb- stuwlner Kinder in die Taubftummen-AnstalMt des Landes.

** Al4e lÄeckem s mitte°lper kaufsstell« befindet sich

von Montag, den 26. ds. Ms. ab in dem AeSSode der alten Go- werbeschule, Asterweg, Nr. 25 und ist geöffnet Montags, Mittwochs und Freitags, nachmittags von 26 Uhr. Vom' gleichen Tage an ist die Verkaufsstelle stieostadt Nr. 61 geschLosten.

** Städtisch «er Eierderkatuf. Me der Stadt zug! 0 - wiesenen ausländischen Eier werden künftig in Reihenfolge der Brotkarten bezirke an die Einwohner der Stadt Gießen verteilt werden. Bei der % Zt. vorhandenen AnzaHl können vorerst nur die Bezirke I und II berücksichtigt Werden. Airs gäbe tag ist Samstag, der 24. J'uni 1916.

Gegen Borzeigen der Brotkarten ausweiskarte werden 3 Eier zum Preise von 68 Pfennig abgegeben. Me Abgabe wird durch Aufdruck eines Stempels auf der rechnen Vorderseite der Ausweis­karte vermerkt. Näheres siehe Bekanntmachung.

**Ein wirklicher Oelersatz." An der Menge von Ersatzmitteln für Speiseöle, die im Anzeigenteil der .Presse auf­tauchen. oder von findigen Leuten sonstivie vertrieben werden, hat man einen Anhalt dafür, daß ein gutes, brauchbares Ersatzmittel bis heute kaum gefimden sein düxste, allerdings auch einen süßeren Maßstab für die Trfilglichkeit, mit der Oel für Speffezwecke be­gehrt wird. Der BossisdM Zeiticng wurde unlängst einwirk­licher Oelersatz" mitgeteilt, ein Ersatz, der im r^inischen Jn- dusttiebezirk schon lange in Haushaltungen und Gasthöfen als brauchbar erwiesen sein soll und der vom.Kiichenchef eines großen Essener Gasthofes stammt. Wir gebm dieses Rezept unter allem Vorbehalt nach der erwähnten Quelle wieder 1In zwei Liter Wasser läßt man für 30 Pfg- Carrageen (isländisches Moos) und für 10 Pfg. Eibisch 20 bis,30 Minuten zilcheu. Durch ein Tuch oder Sieb schlägt man die Flüssigkeit, die vor allem nicht zu dick werdeir. darf, durch. Das ist das ganze Rezept. Alles andere findet die Hausfrau von selbst. So, daß die Gesäße, peinlch sauber sein müssen, daß ein Eigelb mit Gewürzen und 1/4 Liter des halbwarmen Oelerfatzes' um solchen handelt es sich natürlich rrur eine brauchbare Majonaise ergeben, dcch der Oelersatz, der an und für fid> bitter schmeckt, besser mit Zitronen als.mit Essig beim Anrichten des Salates vermischt wird, daß man dort, wo der Oelersatz ncht ständig gebraucht wird, daß man dort, wo der Oelersatz nicht ständig gebraucht wird, der besseren Haltbarkeit wegen gleich eiwn Schich Essig Kllgibt, daß man niemals mehr anrichtet, als gerade in irächster Zeit nötig ist usw. Carrageen und Eibisch sind in jeder Drogerie erhältlch."

A Bon den Viehseuchen. Nach der Statistik vom 15. Juni herrschte die Maul- ;und Klauenseirch^ in Kirrhessen mir noch in in einem Gehöft, während sie im Regierungsbezirk Wiesbaden völlig verschwunden ist. Me Schweineseuche wurde dagegen in Kurhessen in 68 Gehosten, welche sich auf 39 Gemeinden in 11 Kreisen verteilen, und im Regierungsbezirk Wiesbaden in 31 Gehösten, welche sich auf 26 Gemeinden in 6 Kreisen verteilen festgestellt. Im Großherzogtum Hessen wurde die Maul- .und Ktanenseu.che irur noch in 7 Gehöften, welche sich auf 2 Gemeindden in 2 Kreisen verteilen und die Schweineseuche in 38 Gehöften, welche sich auf 12 Gemeinden in 7 Kreisen verteilen festgestellt.

M Zwergpferde. Eine Sehenswürdigkeit sind die Zwerg­pferde, die sogenannten klein st e n Pferde der Welt, aus dem bekannten Hagenbeck'schen Tierpark, welche Sonntag imd Montag, den 25. und 26. Juni, und Sonntag, den 2. Juli, auf dem hiesigen Juxvlatz an der Lahn zur Vorführung gelangen werden Für jeben Besucher bilden diese zierlidwu Zwergvserdchen emeu Gegenstand des Staunens. Alan könnte bei ihrem Anblick in Ver­suchung geraten, sie für lebendig gewordene Kinderspielzeuge zu hakten. Da ist zum Beispiel Hans, der nur 70 Pfund wiegt. Mit seiner zierlichen Gestalt bildet er das Entzücken aller Kinder. Zum Schluß einer jeden Vorstellung hat die Direktion des Unternehmens für die Besucher eine besondere Ueberrascbung bereitet : Elli, das Jnng-Pserdchen; dos Tierchen wiegt nur 35 Pfund, seine Hufeisen haben die Größe eines Markstückes. Die Schaustellung bildet in der Tat eine Sehenswürdigkeit, deren Besuch wirklich ernpfohlen werden kann.

Landkreis Gießen.

e. L i ch, 23. Juni. Die Stenographen-Gesellschaft »G a b e l s b e r g e r" in Lich beginnt am Mittwoch. 28. Juni einen Anfänger-Lehrgang in Stenographie für Damen und Herren. Die Kenntnis der Kurzschrift ist heute Bedürfnis für jedermann geworden, durch diesen Kursus bietet sich die beste Gelegenheit, die Stenographie nach bewahrtem System zu erlernen. Näheres siehe Anzeige.

Kreis Friedberg.

QeffeitJRaffag.

ra. Naunheim, 23. Juni. Jnfotge schwerer Verwundung tarb im Alter von 39 Jahren Lanösturmnum« Heinrich Ulm be\\ Ehrentod.

ra. Weilburg, 22. Juni. Die städtische KriegÄSrforge be- absichtigt fiir die hiesigen Familien wie auch für Einzelpersonen eine Kriegsküche einzurichteu. Es soll eine warme Kost, Ein­topfgericht, verabreicht werden, deren Preis sich voraussichtlich aus 20 bis 40 Pfennige stellt. , t .

F.C. Wiesbad en, 22. Juni. Heute vornüttag, als sich die Fronleichuamsprozession durch die Adotsstraße bewegte, feuerte der Kaufmann Hemr. Schott auf seine Mutter, die aus dem Fenster der Prozession zusah, einen Schuß ab und vertetzte sie an der Schulter leicht. Daraus richtete er die Waffe gegen sich und brachte sich durch den Schuß in der Herzgegend schwere Verletzungen bei. Der Kaufmann Heinrich Schott, der mit seiner Mutter in Unftffedeu lebt, war heute unerwartet gekommen, in die Stube der Mutter getreten und hatte den verhängnisvollen Schuß auf die ahnungslose Mutter abgegeben.

io. ^ u s N a s s a u, 23. Juni. Grünfutter ist heuer, be­sonders bei den verringerten Viehbeständen, in einem solchen Neber- lutz vorhanden, daß der größte Teil des Klees gemäht und als Heu eingebracht werden konnte. Die Heuernte verspricht un­gewöhnliche Dlengen. Die Kartoffeln haben sich recht gut ent­wickelt. Ebenso die Dickwurz. Das Getreide zeigt geradezu einen untadelhaften Stand. Johannis-, Erd-, Him- und Stachelbeeren ind auch gut geraten.

A Fried ber g, 23. Juni. Nach Meijahriger Panse sindet in diesem Jahre wieder -eine Hauptversammlung des Oberhessischen O bstba uVereins am Sonntag den 2. Juli zu Gießen im Felsenkeller statt. Neben den üblichen Punkten der Tagesordnung wie Rechnungsablage und Aufstellung des Voranschlags, wird Kgl Garteninspektor Huber, Vorstand der Obstbaülehranstall in Ober zwehren bei Cm'sel, einen Vortrag halten über das zeitgemäße Thema:Die O bst Verwertung zur Kriegszeitt'. Alle Mitglieder und Freurrde des Obst- und Gartrubanes sind fteund- lichst eingelcrden. Am Vormittag findet in demselben Lokal eine Baumwärterversammlung statt, in welcher Gr. Garteninspektor John aus Friedberg einen Bortrag halten wird über:Neuer Erfahrungen in der Schädlingsbekämpfung".

** Bad-Nauheim, 23. Juni. Sämtliche gesellschaft­lichen Veranstaltungen erfreuen sich in diesem Jahre einer überaus lebhaften Beteiligung und zeigen, wie viel bester der Be such Bc>d-Nalcheinls im Vergleich zu letztem Jahre ist. ES sind zurzeit etwa 5090 Kurgäste hier. Das Kurhauscheater ist sehr oft vollständig ausverkaust und in der letzten Zeit hatten besonders das statt gespielte Volksstück »Das Glücksmädel" und die von Frank furter Theatermitgliedern gegebene OperetteDie Schöne vom Strand^ außerordentlich starken Erfolg.

fc. Butzbach, 32. Juni. Gestern ist das Ersatz bataillon der 81-er, das etwa fünfviertel Jahre hier geftaTtbeit Hai, abgerückt, um sein neues Quartier in Kir darf bei Bad-Homburg $u beziehen. Als Ersatz für die 81er wird ein TeiL des Landsturnrbabaillons in Gießen, etwa 500 Mann, n«ch hier verlegt.

Bl. Aus der W e t 1 e r a 11 , 22. Juni. Als am Anfang des Monats die Regenperivde ernsetzte und sv lange anhielt, wmdeu Besürchttrngen laut über iläuhteile, die der Regen der schon teilwesiie in Blüte stehenden Winterfrucht bringen kömrte. Als nun erst die kalte Witterung nach Beendigung des Regens folgte, kcmnten sich schlimme Propbeten nidst gemcg tun, zu prophezeien, welche schrecklichem Folgen diese MtternngsumschLäge haben würden. Und wo sind heute die falschen Proplieten mit ihren Prophezeiungeu. Gerade das Gegenteil ist eingetroffen. Das damals in Blüte stehende Korn hat fiel) tu seinem Kbru kräftig entwickelt, Gerste Und Hafer sind gerade durch den Regen kräftig in Halm geschossen, während der Weizen angeublicllich so l-errlicbi in Mute steht, wie nie zuvor. Tie KVrrtoffeln haben sich kräftig entwickelt, während dem Obst, insbesondere beu Aepseln, der Reyeu zur richtigen Zeit kam, und das Ungeziefer, insbesondere d« Rampen, btttrd) die kalten Tage großenteils vertilgt wurden.

Kreis Wetzlar. - -*' -

ä. Wetzlar, 23. Juni. Den: Kreiskomnmnalverbaud sind für diese Woche vom V i e h h a n d elsverband überwiesen 22 Rinder, 48 Schweine und 34 Kälber, die sich wie folgt aus die einzelnen Bürgerineistereien verteilen: Bürgermeisterei Aßlar

3 Rinder, 7 Schweine rmd 6 Kälber, Draunsels 3 Rinder, Schweine und 5 Kälber, Atzbach-Launsbach 3 Rinder, 5 Schweine und 3 Kälber, Greifensteiu 2 Rinder, 3 Schweine und 3 Kälber Hohensolms 1 Rind, 1 Schwech und 1 Kalb, Rechtenbach 1 Mnd, 3 Schweine und 4 Kälber, Schöffengrund 1'/, Rlnd, 4 Schwerue und 3 Kälber m,b Stadt Wetzlar Rinder, 18 Schweine und 9 Kälber.

Krofdorf, 22. Juni. Beim Herdansachen fingen die 51leider der BergmaunSfrau Wilhelm Koch Feuer. ES gelang z>var beherzten Personen, die Flammen nach kurzer Zeit zu er stecken, dod) erlitt die Frau schwere Brandwunden am ganzen Leibe.

vermocht«».

* Zu der interessanten Frage St^tou^

.ens der Haare nach starken Erschütterungen liefert Dr. Ste-

ani Oppenheim in einem Frankfurter Hospital einen wertvollen Beittag. In einem hiesigen Lazarett befand sich em 29jahriger Landwehrmmm, ein Metzger aus dem Odenwald, robust, derb innerlich imd äußerlich, jähzornig, immer necllustig, aber selbst gegen Angriffe sehr empsürdlich. Der Mann befand sich wegen eines Nervenschocks in ärztlicher Behandlung. Er wies an seinem normalgefärbten, tief dunkelbraunen .Haupthaar ein vollständig weißes Haarbüschel von ziemlichem Umfang aus. Der Mann er­zählte, daß in St. Quentin, in seiner Nähe ein Schrapnell ge­platzt sei, das vor seinen Augen vier Kinder zerrissen ^habe, wo­bei er bewußtlos wurde. Im Lazarett entdeckte man das weiße Büschel. Aus Beftagen erklärte er, daß ihn beim Platzen des Schrapnells nicht der starke Knall oder die Moglichkeil, selbst ge­troffen zu werden, am meisten erschreckt habe, sondern der An­blick der Kinder, da er selbst fünf besitze. Dr. Oppenheim meint, daß diese Tatsache wohl den Schluß zuläßt, daß leicht erreg­bare Menschen zum plötzlichen Ergrauen mehr neigen, als phkeg- watische, eine Tatsache, die auch andere ähnliche, nicht selbst be­obachtete Fälle zu bestätigen scheinen.

* Fuchsfarmen in den Vereinigten Staaten. Der immer steigende Bedarf an Fellen hat besonders in Kanada die Fud)sjagd schon seit Jahren zu großer Bedeuttmg erhoben, so daß gerade die wertvolleren Felle wie die der Silberfüchse durch die Ausbeute vou Jagden allein schon lange nicht mehr gedeckt werden können. Dies führte zu dem eigentümlichen Betrieb von og. Frlchssarmen, in denen die Tiere gesundheitlich kontrolliert und tzerongerichtet werden. Besondere Maßnahmen erheischt der Schutz gegen Diebe. Wie bei Schafherden die Schäferhunde sind hier Fuchs Hunde dressiert, um entflohene Füchse wieder einzubringen. Die Zuchtversuche sind, da sie sich als sehr lohnend erwiesen, inrmer weiter ausgebaut worden und haben neuerdnrgs auch, wie der Proinelheus berichtet, eine große Anzahl von Gründungen in den nördlid^en Bereinigten Staaten zur Folge gehabt, die dem neuen Gewerbe wad)sende wirtschaftliche Bedeutmtg zukommen laßen.

«rechliche Nachrrchte».

Irraeütische RellHionsgemeitt-e.

«otteSdienft in der Stzuagoge (Süd-A»<MK«z.

Samstag, den 2 4. Juni 1916: Vorabend: 8.80 Uhr. MorgenS: 8*80 tS)t. AbendS: 10.00 und 10.40 Uhr.

Israelitische Reli-ionsaesellschaft.

Sabbatfeier am 24. Juni 1916:

Freitag abend 8.30 Uhr. Samstag vorm. 8*30 Uhr. Nachm. 4.00 Uhr. Sabbatausgang 10.40 Uhr. Wochen­gottesdienst morgens 6.00, abends 8.30 Uhr.

Amtlicher Wetterbericht.

Oeffentlicher Wetterdienst, Gieße«. Wetteraussichten in Hessen am Samstag, den 2i. Juni 1916: Zunehmende Bewölkung, trocken, warm, heute Gewitterneigimg.

Letzte Nachrichten.

Die Gefahr eines mexikainschen Kriegest

i. Köln, 23. Juni. DerKöln. Zig/' zufolge erfährt derNewyork Herald", daß Carranza entschlossen sei, den Krieg schleunigst h e r b e i z u f ü h r e n. Er wolle die Mobilmachung der Mextkaner und erwarte, daß Spanien seine guten Dienste anbieten werde.

i. Köln, 23. Juni. Laut derKöln. Ztg." erfährt das Echo de Paris" aus London: der Konsul der Ber­einigten Staaten in Beracruz hat Weisung er­halten, sich an Bord, eines amerikanischen Kriegsschiffes zu begeben. Die Wahrnehmung der Interessen der Vereinigten Staaten wurde dem Vertreter Frankreichs übertragen. In den amerikanischen Arsenalen herrscht eine fieberhafte Tätig­keit. Eine Division Torpedoboote ist in See gegangen. Die amerikanischen Panzerschiffe wurden auf der Höhe Zampieo- Beracruz gesichtet. Ä ^ _

Basel, 22. Juni. Hxrvas mribet ans Washington: Von allen Seiten werden dvc Miliztruppen nach der mexikanischen ^ Grenze geleitet, wo bereits 60 000 Mann reguläre eingetroffen sind Amerikanische Schiffe blockieren die Küste Mexilbs. In den amerikanischen Arsenalen herrscht große Tätigkeit. Eine Mvi- sion Torpedoboote ist in See gegangen. Die amerikanischen Pan­zerschiffe wurden aus der Höhe von Tampirv, Veracrnz ufw. ge­sichtet. Der9äew York Hevald" sagt, es sei wcchrschemlich, daß die amerikanische,! Soldaten, wie im Jahre 1914 Beracruz, Tam­pico und Tuzpan besetzen werden, um die Zerstörung der Pe-. troleumgrubm m verhindern, die engllsch-amerikanischen Gesell­schaften gehören und Pettvl«mr für die englische Flotte' produ- z^eren. General Carranza s«he den Krieg zu beschleunigen.

Ein polittscher Mord in Petersburg.

Wien, 22. Juni. DieReichsl«st" berichtet ans Rußland: In Petersburg baten Rev-ottrtüm«re den als Munitionsarbeiter ver- fs^rdeten ^tgenten der Ochrana (Gecheimpolh« zsrm Schutze des Zaren'» Lawrentjew entlarvt und in seiner Wohnung as< gräßliche Art ermordet. Darauf sei die Polizei auf eine weit­verzweigte Berschwvrrrng gestoßen, bw sichFliegende Revolutionäre Abteilung"' nannte, und der neben Arbeitern auch HochsthulstndeTtten angehörtenI« einer Gehermdnicücvec töurden nebst anderen revolutffmären Schrift en mvch ein TodeÄnteil gegen den MLnisteNpräsidertte« StÄrmer und den Kriegsminister Schmwa-, jew gefmlden, das vollstveckt werden soll, falls im Herbst der Krieg ^ noch andanert. Die Arbeiter sollen auch g<Di«mt haben, die Muni- tronSfabrik m Wassilewski Osttow in die Luft zu sprengen. Auf diese Vorgänge ist die laSmrflche MeLdirng derRieffch" zurück-^ Mrsichven, daß zahlreiche Arbeiter und Studenten mut>aftet ivurdeir.

Prttrz Georg von Griechenland in Berlin.

Be rl in, 22. Juni. Prinz Georg von Osiiechenland, der; Bruder .König Konstantins, ist Tmrncrstag abend in Berlin eupv troffen. Der Prfirz verbrachie den Dag in dar RchchöbruptstadL Mch wird sich nach der Schweiz begehc^