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23.6.1916 Erstes Blatt
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166. ZatzkMig

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Der GZetzever Aszr l Ger

afäctnt täqlrdi, archer Ssrmtags. - Beilagen: viermal wöcbeMlick) GicheoerKamMeKbiättc r; t/mcmtni wochentt.Nreis- btettfffcfcen Kreis Kietzen (Dienstag und Frei tag zweimal monall. Qmd- wirlfchafirlche Zeitfr«Hen Fernsprech - Anschlüffe: sürbie Schriitleitung 112 Verlag,Geschäitsstelle51 Adresse Wie Drahtnach­richten: Anzeiger Siehe«. Annahme vsv Anzeige« für die Tagesnurnmer bis zum Abend vorher.

Echez Matt

Frettag, 25. Juni \ 9\6

Bez n gss re monall. 90 Bf^ mectel- jährl. Mk. 2.65: durch Ab hole- u. Zweigstellen monatl. 80 Ps.: durch die Post Akk. 2.45 viertel- jährl. ausschl. Bestellg. Zeilenpreis: lokal 15Ps.. ausw. 20 Pf. Haupt- schrrftleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für den politischen Teil und das Feuilleton: Aug. Goetz; für Stadt und Land, Vermischtes rmd Ge richtssaal: Fr. R.Zenz für den Anzeigenteil: H Beck, sämtlich in Gießen

Russische Angriffe abgeschlagen. Griechenland beugt sich dem Ultimatum?

(WTB.) Großes Hauptquartier, 22. Juni. (Amtlich.)

Westlicher Kriegsschauplatz.

Eine schwache englische Abteilung wurde bei Fre- l i u g h i e n (nordöstlich von Armentisres) abgcwiesen. Eine derüsche Patrouille brachte westlich von L a B a s s e c aus der englischen Stellung einige Gefangene zurück. O e st l i ch der Maas lentsMnnen sich Jnsanleriekämpfe. in denen wir westlich der Feste Vaux Vorteile errangen.

*

Durch Abwehrfeuer \ uiirb a südlich des Pfeffer- rückens und bei Dutz je ein französisches Flugzeug her- untergcholt. -Die Insassen des letzteren sind gefangen ge­nommen.

Unsere Fliegergeschwader haben gestern früh mit Truppen belegte Orte im Maast.il, südlich von Verdun, heute früh die Bahnanlagen und Trnppenlager von Ne- vigup angegriffen.

O e st l i ch c r Kriegsschauplatz.

Auf dem nördlichen Teile der Front hat sich, abgesehen von erfolgreichen deutschen Patrouillenunternehmungen, nichts ereignet. Auf die Eisenbahnbrücke über den Pripjet, südlich von Luniniec, wurden Bomben geworfen. Heeresgruppe des Generals non L i n s i n g e n.

Russische Vorstöße gegen die Kanalstellnng südwestlich Logischin scheiterten ebenso wie wiederholte Angriffe westlich von Kolki. ZwischenSokulund Liniewka sind die russischen Stellungen von unseren Truppen genommen und gegen starke Gegenangriffe behauptet. Fortgesetzte Anstrengungen des Feindes, uns die Erfolge no rd w e st l i ch vonLuck streitig zu machen, blieben ergebnislos. Beiderseits der Tprya und weiter südlich über die allgemeine Linie Swiniuchy Gorochow wurden die Russen weiter zurück­gedrückt.

*

Bei der Armee des Generals Grafen v.Bothmer wurden vielfache starke Angriffe des Gegners auf der Linie HajworonkaBobulince (nördlich von Przewloka) unter schwersten Verlusten für den Feind abge­schlagen.

Balkan-Kriegsschauplatz.

Nichts Neues.

Ober st e Heeresleitung.

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Die Lage an den Gestaden des ägäischen Meeres wird 'durch ihre Verworrenheit, die nunmehr den höchsten Grad erreicht hat, immer interessanter. In der Betrachtung der Zentralmächte bleibt es dabei, daß das Heer des Generals Sarrail in Saloniki eine lächerliche Rolle spielt, und das Bild vom versumpften Froschteich hat sich dort noch nicht geändert. Nur kleine Gefechte haben sich an der dortigen Front abgewickelt; zu einer wirklichen Offensive, die doch wohl der Zweck der englisch-französischen Niederlassung war, istes noch nicht gekommen. Da zeigt England die stärkste von seinen Künsten. Aus eigner Kraft den Gegner anzugreifen und zu besiegen, daran denkt es nicht ernstlich; es erwartet vielmehr alles von der Methode, die Bundesgenossen und ! Neutralen richtig einzuspannen. Seine große Flotte, deren i kriegerische Unternehmungen bisher so kläglich ausgefallen snü>, ist dem Jnsellande ein Machtmittel ganz eigener Art. 'Jetzt, wo man in London und Paris sich anschickt, dem neu­tralen Griechenland durch die Blockade die Gurgel zu- zudrücken, zeigt sich so recht, was das dreiste Gerede auf sich hatte, der preußische Militarismus bedrücke die Völker und den Weltfrieden. Der große Menschlichkeits- und Völker- rechtsapostel in Washington sollte sich einmal das Ka- :pitel genau vornehmen, das sich jetzt in Athen abwickelt. .Das Ultimatum, das die Feinde dem Kgbinett Skuludis ihaben überreichen lassen, ist der Gipfel einer rechtlosen und /gewaltsamen Handlungsweise. Die Ford-errrngen, die bem tföötttg Konstantin darin gestellt werden, erniedrigen ihn i^mn Diener der Fremden. Kein Recht der Souveränität ist jchm gelassen tvorden. Und sollte .Herr Wilson die Entschuldi- -girng gelten lassen wollen, es gehe ja alles auf unb luti- ^aem Wege, und die Weltherrschaft Englands auf dem Meere .sei eben ein gottgewolltes Schicksal der Menschheit, so darf i man ihm Vorhalten, daß ein recht großes Blutbad ans dem engl:sck>-franzvsischeri Vorgehen entstehen könnte. Wenn .Mnrg Konstantin im Gefühl seines Rechtes und Gewissens chie Forderungen ablehnte? Die englisch französische Flotte Iwar bei der Ueberreichung des Ultimatums vor die griechi­sche Küste gezogen worden, und»die Vorkämpfer für Kultur rmnd Zivilisation würden sich wohl nicht scheuen, ihre Ge­schütze auf wehrlose Städte zu richten. Es ist ein Heldentum .eigner Art, das die Engländer und Franzosen der Menschheit vorsühren. Was sollte der griechische König tun? Es heißt in einer Reutermeldung, Zaimis fei an die Stelle Skuludis' getreten und habe im Namen des Königs Konstantin die Fordernngen der Entente angenommen. Das klingt zu­nächst wie eme Enttäuschung für die Freunde des Königs Konstantin, allein noch ist nicht aller Tage Abend, und die Beziehungen zu den Fremdherrschern können sich noch wenden. Zmmis ist seit drei Jahrzehnten eine der einfluß­reichsten Persönlichkeiten des politischen Lebens Griechen­lands. Er führt, so entnehmen wir einer Berliner Mittei­

lung, den SpitznamenPsari", d. h. der Fisch, weil er stumm > wre die Massertiere den Wert politischer Entscheidungen nicht auf Worte, sondern auf klug überlegte Taten zu gründen pflegt. Aber man vergesse nicht: Zaimis ist ein Politiker von deutscher Bildung, Doktor der Rechte der Heidel- berger Universität, also ebensotentonisiert" wie sein König und außerdem ein langjähriger Gegenspieler zu Venizelos, schon seit 1906, als er als Nach­folger des Prinzen Georg von Griechenland auf ein­stimmigen Wunsch der Mächte Oöerkommissar von Kreta wurde. Dort geriet er wiederholt in starken Gegensatz zu Venizelos, der noch der einfache Rechtsanwalt, aber schon damals gefährlicher Oppositionsführer war. Auch als Zaimis 1910 nach Griechenland zurückkehrte und seinen Sitz in der Kammer wieder einnahm, führte er die Opposition gegen Venizelos. Noch in aller Erinnerung sind ja seine politischen Kämpfe mit Venizelos im Herbst vorigen Jahres vor der Landung der Vierverbändler in Saloniki. Von der vorläufigen Annahme der Forderungen bis zu deren Durch­führung 4 ift noch ein weiter Schnitt. Man kann sich viel Gründe denken, die den König davon abgehalten haben, dem unerhörten Ansinnen seiner Bedrücker sofort die richtige Antwort zu geben. Von einem Nochmaligen^Ap.vell an Anre- rika wird er sich schwerlich etwas versprechen. Obgleich nicht unr die Rechte Griechenlands, sondern auch diejenigen abueter neutraler Staaten verletzt worden sind. Darauf weist ein Aufsatz des bekannten Berliner Rechtslehrers Josef Köhler in derNationalzeitung" hin, worin es heißt:

Eine derartige Blockade enthält aber außerdem auch einen Eingriff in die Rechte der übrigen neutralen Staaten. Jede Blockade beeinträchtigt den Handel der Neutralen luü dem blockierten Staate aufs empfindlichste; sie hält Schiffe und Waren ab, alle Handelsbeziehungen zur See werden gelöst. Erfolgt die Blockade berechtigtermaßen, so muß dies ertragen wer­den. Eine unberechtigte Blockade- über ist ein unberechtigter, völ- ürrcchtlich verpönter Eingriff in. die Freiheit des Handels aller Neutralen, welche nach) dieser Gegend hin ihre Waren abzusetzen pflegen. Wird schon der Verkehr der neutralen Staaten durch den Krieg überhaupt gehemmt, so kann er durch derartige Blockierungen lercht zum Tode gebracht werden.

* *

Ter österreichisch-ungarische Tagesbericht.

W i e n , 22. Juni. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: 22. Juni 1916.

Russischer Kriegsschauplatz.

Gestern wurden bei G u r a h u m o r a russische Angriffe abgewiesen. Sonst südlich des Dnjestr keine besonderen Er­eignisse.

Westlich von Wisniowezpk griff der Feind neuer­lich mit starken Kräften an. Seine Sturmkolonnen brachen Lum Teil im Artillerie-Sperrfeuer, zum Teil im Kampf mit de nt ich er und österreichisch-ungarischer Infanterie zusammen. Er erlitt schwere Verluste.

Bei Burkanow schlugen^unsere Truppen russische Nachtangriffe ab.

Die in Wolhynien kämpfenden verbündeten Streit­kräfte machten nördlich von Gorochow, östlich der Linie Lo- kaczyKisielin und bei Sokul weitere Fortschritte. Sowohl auf diesen Gefechtsfeldern als bei Kolki scheiterten alle mit größter Hartnäckigkeit wiederholten Gegenangriffe der Russen.

Italienischer und südöstlicher Kriegsschauplatz.

Kerne besonderen Ereignisse.

Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs v. Höfer, Feldmarschalleutnant.

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Der russische Bericht.

Petersburg, 21. Juni, 4 Uhr abends. Westfront: Die erbitterten Kämpfe im her Gegend von Gadmitschi am Styr dauern an. Die Ortschaft Gr u z ia t y n ging wiederholt von einer Hand in die andere üb-er. Gestern nachmittag brachen unsere Truppen in die Ortschaft ein, nahmen elf Offiziere und 400 Sol­daten gefangen und erbeuteten sechs Maschinengewehre. Das deutsche Trommelfeuer zwang uns aber, die O r t- chaft neuerdings zu räumen. Mit wütender Hartnäckig­keit griffen die in der Ortschaft Wovoirtschin, nördlich von Kisielin operierenden Dentsck>en wiederholt, gedrängt durch das Trommel­feuer ihrer schweren und leichten. Artillerie, an. Am 20. Juni abends aber jagten unsere jungen Regimenter mit stürmischen Angriffen die Deutschen in die Flucht. Sie nahmen ihnen 9 Ma­schinengewehre ab und machten Gefangene, die zu verschiedenen Reg^nentern gehörten. Am 21. Juni morgens 2 Uhr grift «ns der Feind in der Gegend der Ortschaft Rapmiesto am Stochod-Ufer nordöstlich non Worontschin in geschlossener Formation an. Der Kamps wurde znm Handgemenge, in welchem die Deutschen, da sie unsere Truppen nicht aufhalten konnten, die Flucht ergriffen, indem sie Verwundete und Gefangene, deren Zahl bisher noch nvcht estgestellt werden konnte, in unseren Händen ließen. Erbitterte Kämpfe wüten in der Gegend von Msiekrn und werter südlich. Auf unserem rechten Flügel haben unsere Truppen im Verfolg des Feindes den Se r e t h überschritten. Die Gesamtbeute der Armeen des Generals Brussilow in der Zeit vom 4. bis 17. Juni beläuft sich ans 3350 'Offiziere, 169134 Soldaten, 198 Geschütze, 550 Maschinengewehre, 189 Bomben- und Minenwerser, 119 Artilleriemimitionswagen, 35 Scheinwerfer und bedeutendes Kriegsmaterial jeder Art. Zurzeit stellen wir die Gesamthöhe der Deute in der Zeit von: 17. bis 21. Juni fest.

Auf der D ü n a f r v n t bombardierte die deuHche Mtillerie heftig die Gegend des Brückenkopfes von Uexfüll und den Nord­

abschnitt der Stellungen von Jakobstadt. Ist der Nacht vom 20. Juni ergriffen die Deutschen nach einem intensiven Bombar­dement unsere Infanterie süolich von Smvrgon die Offensive. E- gelang dem Feinde, in einem Abschnitt in unsere Gräben einzu­dringen. Durch eine Aktion unserer Artillerie rmd durch einen Gegenangriff wurde er jedoch daraus vertrieben rmd z-og sich gegen seinen Ausgangspunkt zurück. In den anderen Abschnitten dieser Gegend wurden alle Versuche des Gegners durch unser Feuer und unsere Bajonette zurückgeschlagen. Feindliche Flugzeuge warfen auf Wileika etwa 40 Bomben ab. Am Ogynskikanal einige Zu­sammenstöße und heftiges beiderseitiges Artilleriefener. ^

Kau k a susfront: In der Richtung auf Diarbekrr töteten unsere Aufklärer in eineni Hinterhalt eine bedeutende feindliche Truppe, die einen vorgeschobenen Posten anfheben wollte. In der Richtung von Mossnl (Gegend von Rewandusch' hatten unsere kürzlich gebildeten Regimenter, bestehend aus Georgiern, ein glück­liches Zusammentreffen mit einer zahlreichen Kurdanbande, die die Flucht ergriff, wobei sie eine große Zahl Toter verlor. In der Richtung von Bagd.rd warf ein Handstreich' unserer Kosaken die Türken aus der Gegend von Kasr-i-Schirin zurück.

Der (hrkischc Bericht.

K o n st a n t i n o pe l, 22. Juni. (WTB. Nichtamtlich.) Das Ho"!.rquartier teilt mit: An der Jrakfront und im 2lbschnitt vo.. Fellahie keine Veränderung. Am! Euphrat unternahmen wir einen überrasck.enden Angriff gegen einen englischen Vorposten, töteten neun engliiche Soldaten und naünen ihre Gewehre. Im Abschnitt der Ortschaften Serkol und östlich von Kasr Schirin, östlich und nördlich Beuch bedrängen unsere Truppen, von Frei­willigen unterstützt, andauernd die Russen. '

K a u k a s u s f r o n t: Auf dem rechten Flügel keine merkliche Veränderung. Im Zentrum' heftiger Gewehrkantpf. Auf dem linken Flügel Scharnrützel zwischen Erknndnngsabteilnngen. Ein überraschender Angriff, den schlvache feindliche Kräfte gegen zwei Punkte unserer vorgeschobeu.cn Stellungen nnternahnren, wurden leicht abgewiesen. Am 18. Juni nach Mitternacht überflogen zwei unserer Flieger die Inseln Jmbros und Tenedos und warfen er­folgreich Bomben auf Fliegerfchnppen und zwei Torpedobovve. Das eine Torpedoboot, das eine Ärmbe arrf das Deck traf, wurde von dem anderen nach der Insel Tenedos' geschleppt. An zwei Stellen der Flieg er schuppen brach ein Brand ans. Bon feind­lichen Flugzeugen, die am 18. Juni El Arisch angriffen, wurden drei abgeschossen und ein Flieger gefangen. Das erste Flugzeug fiel ins Meer und ging unter. Das zweite fiel auf die Reede von El Arisch: der Beobachter und der Führer wurden durch ein anderes Flugzeug gerettet. Das dritte Flrrgzeug verbramite mit dem Beobachter, während der Führer gefangen wurde. Ein eng- lisches Kriegsschiff drang in die Bucht von Sheik Mantije an der Küste von Medina ein und bombardierte das Mausoleum Sheik Hamije.

K o n sta n t.i no Vel, 22. Juni. (WTB. Nichtamtlich.)- dung der Agentur Milli. Tie Russen melden in ihrem Bericht vom 16. Juni, daß sie Ser pol von neuem besetzt jutb unsere Truppen zurückgeschlagen hätten. Diese Behauptung ent­behrt der B e g r ü n d u n g. Kein russischer Soldat befindet sich oeaenwärtig in Serpol und Umgegend. Als die Russen, die bei Kasr Schirin geschlagen waren, in Unordnung in Dichtung Kermanschah flohen, batten sie, um sich der Verfolgung zu ent­ziehen. bei Serpol imd Cehab eine kleine Streitmacht aufgestellt, die ebenfalls die Flucht ergreifen nrußte, sobald die unsrigon erschienen. >

Grausamkeiten der Russen in Persien.

K o n st a n t i n o p e l, 21. Juni. Die ^Agentur Milli meldet: Die von den Russen an der mtnjelmanischen Bevölkerung begangenen Grausamkeiten werden alte Tage schlimmer. Me Russen morde­ten die ganze Bevölkerung, Frauen und Kinder mit ein­begriffen, der letzhin in ihre Hände gefallenen Stadt Saoutch- blak (in Persien). Einige Greise, die durch ein Wunder diesent Blutbad entronnen und auf türkisches Gebiet geflückpet sind, er- zählten es mit Tränen in den Augen rmd zeigten ihre zahlreichri Verletzungen, die sie bei den erwähnten barbarischen Handlung^ der Russen davmrgetragen hatten.

Ein feindlicher Flieger über Karlsruhe.

Karlsruhe, 22. Juni. (WTB. Llmtlich.) Von zustäw diger Seite geht uns folgende Mitteilung zu: Heute nach­mittag belegten feindliche Flieger die offene.Stadt Karlsruhe aus außerordentlich großer Höhe mit Bomben. Bedauerlicherweise fielen zahlreiche Zivilpersonen, vor allem Frauen und Kinder, die einer Vorstellung anwohnen wollten, dem Angriff zum Opfer. Mili­tärisch bedeutsamer Schaden ist nicht angerichtet worden. Bis jetzt steht fest, daß zwei Flugzeuge, darunter ein eng­lisches, liwks des Rheins zur L a n d u n g gezwungen wov den sind. Die Insassen sind gefangen.

Ein holländisches ZentrnlM,Kfuhrbnreau.

Haag, 22. Jimi.^ (WTB.) Gestern fand eins Versamm­lung von Landwirten statt, in der die Errichtung eines ZentralausfuhrbureLns von la ndw i r t s cha f t l i ^ ch en Erzeugnissen beschlossen nmrde. Man fürchtet nämlich, infolge der einseitigen ?liwfuhr nach DentsMand, wo vorüber­gehend sehr hohe Preise bezahlt werden, dauernde Absatzgebiete zu verlieren^ .Das Bureau wird trachten, die Erzeuger zu bewegen, daß sie nickst aües, was ausgeführt werden kann, nach einer Rich^ tung au-sfühven.

Der französische Handel.

Paris, 22. Juni. (WTB. sirichpuwtlich.) ,/Temps" ver­öffentlicht die amtlichen Zahlen der H au-de l s sta t i stik. Da­nach betrug 'der Wert der Einfuhr im ersten Bierteljahr 1916: von Nahrungsmitteln 780 609 000 Francs, von notwendigem In­dustriebedarf 1256 740000 Frarrcs, von Fertigfabrikatcn)