Ausgabe 
22.6.1916 Erstes Blatt
Seite
2
 
Einzelbild herunterladen

toiitbe, wie das Verhalten dieser Staatsmänner seit dem vorigen Jahre bewies, keineswegs eine Erfüllung der Wünsche der Verbandsmächte bedeuten, die danach trachten, Venizelos r sei es als Ministerpräsident oder Präsident einer hellenischenRepublik" wieder in die Macht ein­zusetzen.

Der ,^okat-Anzerger" schreibt: Wenn sich die Mel düngen als richtig erweisen sollten, würde ein Kabinett Zaimis wohl einen Wechsel in der Regierung, kaum aber im System bedeuten.

Berlin, 21 .Juni. (Priv.-Tel.) DerBerliner Lokal­anzeiger" meldet aus Budapest: Aus Athen wird dem BlatteUtrv", das in Sofia erscheint, gemeldet, daß Veni- selos auf ärztlichen Rat in den nächsten Tagen ein aus^- ländisches Bad aufsuchen will. Athener Blätter schreiben dazu, daß der Grund, weshalb Veniselos Griechenland der lasse, in der Unausfuhrbarkeit seiner Pläne liege.

Der bulgarische Bericht.

Sofia, 21. Juni. (WTB.) Gen eralstabs bericht: Die Lage an der Front von Mazedonien ist unverändert. Das 'schwache Artilleriefeuer dauert beiderseits an. Im Wardartale südlich von Doiran und Gewgheli war am 18. Juni der Artilleriekarnft etwas lebhafter. Air demselben Tage zersprengten unsere Patrouil­len am rechten Wardarufer südlich von Belassitza-Plcmina mehrere Kapallerünbteilungen, die Erkundungen ausführten und schlugen ne in die Flucht. Feindliche Flieger lvarfen erfolglos Bomben au' Pardeitzi und Doiran, sonne auf bewohnte Orte des Abschnittes Rnpek. Eines unserer Flugzeuge griff bei'Porto Lagos einen feindlichen Transport an, beschoß ihn und b.ioarf ihn mit Bomben, wobei die Schiffsbrücke getroffen und ernstlich beschädigt wurde.

Der türkische Bericht.

Kom stantLniochel , 21. Juni. (WTB.) Bericht des Haupt­quartiers:

An der Jrakfvvnt kein Ereignis' von Bedeutung.

Kauta sussrvnt: Auf dem rechten Flügel keine Verände- vuug. > Im Zentrum in einigen Abschnitte:! Artillerie- und Ju- fanteriefeuer. Auf dem linken Flügel scheiterte ein über-, raschen der Angriff, den der Feind mit einem Teil seiner Kräfte persuchte, infolge unseres glücklichen Feuers. Ein Flugzeug, das über Sedd-ül-Bahr erschien, wurde durch unser Feuer verjagt. Einige (Ähiffe des Feindes, die bei der Insel Keusten gesichtet wurden, wurden durchs unser Feuer verjagt. Am 18. Juni um 9 llhr morgens griffen neun Flugzeuge des Feindes El Arisch uftt Bomben und Maschinengewehren an. Durch unser Feuer wurden zwei Flugzeuge abgeschossen. Wir stellten fest, daß eines davon in Flammen gckhüllt abstürzte. . Dieser Luftangriff, der zwei Stunden dauerte, war ergebnislos, denn der Feind konnte keinen Schaden an richten.

Der russische Bericht.

PekiersPur g, 20. Juni. König Georg V. von England­war der erste, der auf die Nachricht von den Siegen unserer Ar- meen in Wolhynien und Galizien dazu telegraphisch! seine freund­schaftlichen Glückwünsche in außerordentlich warmen und herzlichen Ausdrücken aussprach.

Westfront: In manchen Abschnitten der Front der Armee des Generals Brufsilow setzte der Feind seine wütenden Ge- geRan griffe fort. Ergänzenden Nachrichten über d-ieKämpse in der Gegend nötdlich des Dorfes Gadomftschi am Styr, westlich des Dorfes Kolli, zufolge ffelcn unseren Truppen am 17. Juni 98 Of- Mfere, 3137 Soldaten und 17 Maschinengewehre in die Hand. Wir wiesen durch unser Feuer die Offensive des Feindes, die durch Abteilungen deirtscher Truppen unterstützt wurde, die herbeigefilhrt worden waren, bei dem Dorfe Worontschine, nordöstlich von Kis- li»e, 7 Werft nördlich der großen Straffe Luck-Wladimir-Wolhynski zurück. Nach den Meldungen der letzten Stunden fi'khrten unsere Truppen in der Gegend des Dorpes Rogowftschi, südöstlich! des Dorfes Lokatschi einen Gegenangriff aus, wiesen den Feind ab und erbeuteten 16 Offiziere, 1200 Soldaten mit 8 Maschinengewehren. Man meldet aus dieser entscheidenden Aktion sehr kühne Manöver eines nnseter .Küstenbatailldne, das den Feind nicht mir von der Seite faßte, sondern ihn auch längs seiner Front angriff. Dieses Bataillon, idas einem der glorreichsten Schützenreg im enter an ge­hört, schlug unsere Gegner nicht nur in die Flucht, sondern nahm ihm auch die drei Geschütze der tapferen Batterie, deren Verlust im gestrigen Conrmunigue gemeldet worden ist, wieder ab. Außerdem machte das Bataillon 300 Gefangene und erbeutete zwei Maschinen­gewehre.

In der Gegend des Bahnhofes von Okbottrikow, östlich von Sarny, erbeuteten wir ein deutsches Flugzeug mit dem Flieger pud den Beobachtern, die landen mußten. In der Gegend von Gayworontschsla leistete der Gegner erbitterten Widerstand.

Aus dem äußersten linken Flügel zieht sich der Feind in Un­ordnung zurück Uud wird von unseren Truppen energisch verfolgt. Wir besetzten die Dörfer Zadowna, Grogynatz und Glybaka an der Lmie des Sereth.

An der Dnnafront versuchten in der Nacht des 19. Juni Uordlich vvn Spaglo, östlich des Wischnewkose-Sees, feindliche Rei­hen sich unseren Gräben zu nähern. Sie wurden von unserem Jn- sarrterieseuer abgewiesen.

Kaukasusfrvnt: In der Richtung von Bagdad in der Gegend von Serpul wiesen wir eine Offensive der gegnerischen Ka­vallerie und Infanterie mft schweren Verlusten für diese ab.

Bern, 21. Juni. (WTB.) Nichtamtlich.) Wie der!Bund authentisch erfcchrt, handelt es sich bei der deutschen Note übler den Kompensationsverkehr zunächst darum, daß für vorousgeleisLete Waren im Betrage von 17 Millionen Mark eine Gegenleistung erfolgt. Diese wurde bisher verhindert, weil die Entente die Ausfuhr von vor­handenen Kompensationswaren in ihren Bedingungen für den schweizerischen Import aus ihrem Gebiet nicht ge­stattete. Ferner dreht es sich um die Freigabe des' so- genannten deutschen Besitzes. DerBund" sieht in der Erklärung ^ des Bundesrates Schultheß in der gestrigen Bundesversammlung eine wirtschaftliche und politische Kund­gebung. Das Wesentliche sei für die Schweiz, daß die Hoff­nung auf eine befriedigende Lösung der Streitfragen nicht ausgeschlossen ist. Diese Erlvartung beziehe sich auf die Entente wie auf Deutschland.

Wilson im Wahlkampf.

New Dork, 21. Juni. (WTB. Nichtamtlich.) Durch Funkspruch von dem Vertreter des WTB. Präsident Wil­son sagte am Mittwoch in einer Rede: In den Vereinigten Staaten ist eine Unredlichkeit am Werke, die zer m almt werden muß. Sie geht von einer sehr kleinen Minderheit aus, aber von einer sehr tätigen und listigen Minderheit. Das sind diejenigen, die in diesem Augenblick eine Art vou politischem Erpressungsversuch unternehmen, indem sie sagen: Tuet, was wir wollen, oder wir werden bei den Wahlen Rache nehmen!

Der Seekrieg.

Englische Truppen in Rußland.

London, 21. Juni. (WTB.) DieDaily Mail" mel­det aus Petersburg, daß die britische Trupp eu­er nh eit, dre vorige Woche in Rußland angekommen ist, aus ein paar Hundert Matrosen besteht. Es handelt sich um

eine Panzerautomobilabteilungder Flotte.

Tie Schweiz und der Krieg.

Bern, 21. Juni. (WTB.) Meldung der Schweizer De­peschenagentur. Bei Besprechung der Wirtschaftlichen Maß­nahmen, die der Bundesrat aus Grund seiner allgemeinen Vollmachten getroffen hat, kam Bundesrat Schulcheß, der Chef des volkswirtschaftlichen Departements, ans die schwie­rige wirtschaftliche Lage der Schweiz inmitten der Krieg- führenden zu sprechen. Er erklärte, daß die Einfuhr in die Schweiz aus dem Gebiet der Mittelmächte täglich 15300 Tonnen, diejenige aus den Ländern der Ver­bandsmächte und durch die Verbandsmächte 4600 To. betrage. Von den Mittelmächten beziehe die Schweiz Kohle Ersen und andere Rohstoffe, welche die Verbandsmächte nicht liefern konnten. Dafür würden die Verbandsmächte Lebensmittel liefern, die die Mittelmächte nicht geben könn­ten. Die Schweiz sei also von beiden Gruppen abhängig Von sbeiden Seiten komme man \ntit Wlünschen an die Schwerz heran, deren Erfüllung entweder ganz unmöglich oder doch sehr schwierig ser. Dre Mittelmächte hätten neuerdings für die Lieferung ihrer Rohstoffe Kompensationen verlangt und gefordert, daß die von deutscher Seite gekauften, in der Schweiz liegenden Vorräte zur Ausfuhr 'nach Deutschland sreigegeben würden. Der Bundesrat sei in dieser Sache mit den Verbandsmächten in Verhandlungen begriffen An­gesichts der freundschaftlichen Beziehungen zu beiden Mächte­gruppen hoffe der Bundesrat, von beiden Seiten die zur Auftechterhaltung des wirtschaftlichen Lebens in der Schweiz notwendigen Waren zu erhallen. Die Lage der Schweiz sei sehr ernst, aber der Bundesrat sei überzeugt, daß^ne be­friedigende Lösung Kunden werden kömie *

Kopenhagen, 21. Juni. (WTB.) Nach einer Stock holmer Blättermeldung wurde durch ein Seeverhör fest- gestellt, daß die Torpedierung des Hamburger Damp­ferEms" bei Falkenberg auf schwedischem Seegebiet durch ein russisches Tauchboot erfolgte. Mehrere Schüsse, die von dem Tauchboot gegen den Dampfer abgefeuert wur­den, fielen auf dem Lande nieder.

London, 21. Juni. (WTB.) Lloyds meldet: Der DampferBeachy" (471'8 Tonnen) und der französische DampferO l g a" (3129 Tonnen) wurden am 18. Juni, der italienische DampferPoviga" (3360 Tonnen) am 17. Juni versenkt.

Kristiansand, 21. Juni. (WTB.) Wie ein Telegramm aus Marseille an die hiesige Reederei Heilstein besagt, wurde der DampferAqnila" 100 Meilen vor Marseille von einem öster­reichischen Unterseeboot torpediert. Me gesamte Mannschaft ist gerettet.Aqnila" loar von Cardiff nach Livorno mft Kohlen unterwegs.

Stockholm!, 21. Juni. (WTB.) Eine genaue Untersuchung hat ergeben, daß der deutsche DampferEms" innerhalb der schwedischen Hoheitsgewässer von einem e n g l i - chen Unterseeboot torpediert wurde.

Bern, 21. Juni. (WTB. Nichtamtlich.) WieTemps" mel­det, ist der DampferSeaconet" aus Phftadelphia auf der Fahrt von Archangelsk nach London auf eine Mine gelaufen undgesnnken.

London , 21. Juni. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung des Reuterschen Bureaus. Der holländische Dampf erO rtis Tarda" ist gesn n ken.

3« Immelmanm Tod.

Berlin, 21. Juni. (Priv.-Tel.) Wie i>ieB. Z. a. M." tnclbet, hat der mft der Herausgabe eines Buches über den erfolg­reichen Kriegsdienst der deutschen Flieger beschäftigte Herr M a l - owsky in Berlin noch vor einigen Tagen von Oberleutnant fmmelmann einen längeren Brich erhalten, in dem er über eine besonderen Neigungen und die wichtigsten Begebenheiten seines Lebens ausführlich/ Mitteilung machte. Schon in seiner Jugend hatte er ein starkes Interesse für Maschinen und betättgte sich namentlich während seiner Studentenzeit reichlich sportlich. Viel Freude hatte er am rein mathematischen Studium. Am 1. August choß er beim ersten .Kriegsflug auf einem F'kker-Eindecker gleich, ein Flugzeug ab. Bis Anfang Juni wurden von ihm 15 Eng­länder abgeschvffen, von denen 14 aus eigenem Gebiet liegen. Nach einer Meldung derB. Z. a. M." aus Dresden enveckte dort die Kunde vou dem tödlichen Absturz Jmmelmanns als ge­borenen Dresdeners die größte Trauer. Die Kriegsausstellung, die gegenwärtig in Dresden stattftndet, enthält eure besondere Im­me l mann- Ab teil ung , welche die stärkste Anziehungskraft ausübte. Man sieht dort das Flugzeug, mit dem Jmmelmann seine ersten Lnftkämpse bestanden hat, eine zerschossene Gondel und einen zerschossenen Zylinder von anderen Flugzeugen Jmmelmanns, so­wie zahlreiche Beutestücke, darunter der: Rumpf eines abgeschossenen französischen Flugzeuges, eines beinahe völlig erhaltenen Doppel­deckers. >

Die Reise der Abordnung des deutschen Reichstages nach Sofia.

Sofia, 20. JUni. Tie Vorbereitungen für den feierlichen Empfang der Abordnung des deutschen Reichstages sind in vollem Gange. Tie Regierung hat einen KvÄüt bewftligt und einen Ausschuß eingesetzt, welcher einen Arbeitsausschuß mft der Ausarbeitung des Programms betraute. Dieses ist nunmehr end­gültig folgendermaßen festgesetzt: Am Sonntag, den 25 Juni nachmittags Ankunft in Nisch und Besichtigung' der Sehens^ würdigkeften, am Abend Weiterjvhrt nach Sofia. Bei der An­kunft in Sofia findet eine Begrüßung durch die Sobranjedeputierten und die Vertreter der Behörden, später ein Essen beim deutschen Gesandten statt. Am Montag folgt ein Besuch der Museen und ein Frühstück beim Ministerpräsidenten, am Nachmittag ein Besuch der L-vbranje, der Kathedrale usw., am Abend ein Essen im Offi­zierskasino aus Einladung des Sobranjepräsidinms und Facketzng vor dem Offizrerkasmo. Am Dienstag ftndet ein Automobftallsslug nach DaNki uud Bewirtung durch die bulgarische Presse statt, mittags ein Essen der Sofioter Kammer für Handel und Industrie am Nachmittag ein Besuch im Spital und ein £ee im Borispark der von den mazedoniscknm Landsmannschaften gegeben wird, am Abend Vorstellung im Nattonaltheater und ein Abendessen im Stadtkasino das von öen Stadtverordneten gegeben wird. Darauf folgt ein Konzert im Stadtgarten. veranstaltet von Kriegsschülern. Mittwoch erfolgt eine Fahrt rm Sonderzug nach Kueftc n di l und Weiter- fährt im Automobil nach dem Rilo kl oster. Donnerstag findet die Besichtigung des Klosters und der Umgebung statt. Die Wefter- fahrt erfolgt in Automobften über Tubnitza. Sainvkow, Tscham- koria nach Baniakostenetz und nach kurzem Aufenthalt die Äefter- fahrt im Sonderzuge nach Plovdiv, wo die Stadtverordneten im Zarsbimeongarten zu Abend essen. Am Freitag erfolgt die Be­sichtigung Plovdivs, mittags Abfahrt nach Tirnovo, am Sonn­abend die Besichtigung der historischen Denkmäler und ein Früh­stück auf Einladung der Stadtverordneten, nachmittags' ein Besuch der Zuckerfabrik in Gornaorechovitza, wo das Abendessen einge­nommen werden wird, dann Abfahrt nach Rustschick und Be- sichtigung dieser Stadt, sowie Frühstück in der Präfektur Mittags erfolgt die Rückreise nach Belgrad mft Sondordampfer.

Aus dem Reiche.

Bundesratsbeschlüsse.

Berlin, 21. Juni. (WTB.) In der heutigen Schling des Bnndes'rats gelangten zur Annahme der Entwurf einer Bekanntmachung über Preisbeschränkungen bei Ver­käufen von Seilerwaren, der Entwurf einer Bekannt­machung üb-er das Verbot des Dorverkaußs von Ge­

treide der Ernte 1916 und der Entwurf einer Verordnung über untaugliches Schuhwerk, sowie der Entwurf einer Bekanntmachung betr. die Erittevorschätzungen für 1916.

Zur Einführung neuer Briefmarker schreibt die Kaiserlrche Reichspostverwaltung derBoss. Ztg." fvlgendes:

. Anläßlich ber bevorstehenden Eruführung einer c u ßerordentlrcherv Reichs ab gäbe, die mit den Post- und Telegraphengebühren w>raus- sichtlich vom 1. August ab erhoben werden wird, wird die Reichs- Po stverwaltung vorerst folgende Postwertzeichen neu herausgeben:

F r e i m a r k e n zu 2% Pfg., 1% Pfg. und 15 Pfg.

Po st karten zu 7p- Pfg.

Postkarten mit Antwortkarte zu 7# und 7^Mg.

Srermarkenheftchen mft 30 Freimarken zu &/ 2 Pfg. (Vertanssprers 75 Pfg.).

Mit dem Vu:kauf der neuen Wertzeichen toird in den letzten Tagen des Juli bei den Postanstalten begonnen werden. Me Marken zu 2^ Pfg. werden es jedermann ermöglichen, etwa vor­handene Beitände an Marken oder Postkarten zu 5 Pfg. aufzu­brauchen.

Me bayerische Postverwaltung wird eigene neue Markeft heraus geben.

Ein Lebensmittelheirat für Bayern.

M ölt che n, 21. Juni. (WTB. Nichtamtlich.) Die Korrespon^ denz Hoffmann nreldet: Der König hat aus Antrag des Staats- mmrsters des Innern verordnet, daß zur Vorberatung aller Fragen, [ U o r ^brsvrgungderbayerischen Bevölkerung nt tt Lebensmitteln von ausschlaggebender Bedeutung sind beim Staatsministerium des Innern für die Tauer des Krieges ein Beirat gebildet wird. Seine Tättgkeit soll sich auf dLe' Würdigung aller mit der Bolksernährung im Zusammenhang stehenden Wirt)chaftlichen Fragen erstrecken. Dazu gehört iusbe- loudere die Würdigung der Maßnahmen, die iimerhalb der von der oteichsleittlng gegebenen Grenzen fiür einen größeren Zeitraum getroffen werden können. Ter Beirat wird afts sechs hervorragen- , ortretern aller beteftigten Kreise bestehen mW in kürzeren.' Zeitabffanden berufen werden. In Bedarfsfällen werden besondere (sachverständige zugezogen.

München, 21. Juni. (WTB. Nichtamtlich.) Finauzminister von Breuniug gab im Fi na n zaus schuß der Kammer einen Ueberblick über die Lage des Staatshaushaltes als Grund- Zur Beurteilung des Stenerbedarfes und erklärte, daß für ore Jahre 1916 bis 1917 mft einem Fehlbeträge vom 22800000 ..nark zu> rechnen sei. Wenn jedoch 1917 kein Fricdensjahr werde, so fti mit erheblichen Mehrausgaben und Mindereinnahmen zu rechnen Die Deckung des jetzigen Fehlbetrages verlange einen Zuschlag von 30 Prozent zu den direkten Steu- den gesetzlichen Bestimmungen müsse der Zuschlag zu allen. Steuergattnngen und Steuerstufen prozentual gleich­mastig sein. Berichterstatter Dr. von Cassel mann erklärte, Wegen der austerordentlichen Kriegs Verhältnisse sei es aber ge­boten, nach dem Vorgang der anderen Bundesstaaten die lleineren Oinrommen, namentlich auch den Mittelstand zu entlasten, und dic größeren Einkommen entsprechend stärker heranzuziehen. Er be­antragte, Einkommen bis zu 1800 Dkark zuschlagftei zu lassen und aus die anderen Zuschläge vvir 10 bis 50 Prozent zu legen.

Berlin, 21.Juni. (WTB.) Generaloberst von Moltke, der Chef des Generalstabes der Armee, wurde heute nachmittag von einer großen Trauergemieinde zur letzten Ruhestätte geleitet der schlichten evangelischeii Jnvalidenkirche an der Scharnhorst- straße wsr der Sarg mit der irdischen Hülle des Generals unter zahllown kostbaren Kränzen aufgebahrt. Zur angesetzten Stunde erschienen, begleitet von ihren Gefolgen, die Kaiserin, die Kro,i- prinzeffin, Prinzessin Eitel Friedrich und Prinz Llugust Wfthelw ^uf den ersten Banken nahmien die zaUreicheir Familienmftglieder des Enffchlafimen Platz, dann folgten Vertreter des Kaisers von Oesterreich und der deutschen Fürsten. Auch der Reichskanzler war amrcfmb. Generalsuperintendent Lahns en hielt di^Gedachtnis- rede wit dem grundlegenden Text:Sei getreu bis in den Tod" aus der Offenbarimg Johannis. Die Beisetzung erfolgte auf dem altehrwurdigen Jnvalidenfriedhof, wo schon so viele große deutsche Männer ruhen.

Uns Hessen.

Dic Heidelbeerernte.

> Der Abg. Lang, stellte in der Zwefteu .Kammer den Antrag, die gesamte Heidelbeer-Ernte zu beschlagnahmen oder .Höchst-. preise im Klein- uird Großhandel festzusetzen, die Ausfuhr zu verbieten und beit Termin des Erntebeginns nach Gemarkungen pder Kreisen festzusetzen uird fernerhin die Bereitung von Heidel- beerwein zu verbieten oder doch wenigstens einzuschränken

Aus Sicrdt urrd Lsrnd.

Gießen, 22. Jrmi 1916.

** Amtliche P e r f o n a l n a ch r i ch t e n. Ji den Ruhe" stand versetzt wurde am 27. Mai der Lehrer an der Volksschule zu Bermersheim, Kr. Worrns, Wilhelm P a b st auf sein Nachsuchen, unter Anerkennung seiner langjährigen treuen Dienste, mit Wirkung vom 1. Juni 1916 an. Gleichzeitig wtirde ihm das Silberne Kreuz des Verdienstordens Philipps des Großmütigen mit der Krone ver­liehen. Das Ehrenzeichen sürMitglieder freiwilliger Feuerwehren wttrde vom Großherzog verliehen an Martin R e i tz V. zu Laubenheim.

** Personal-Nachrichten dev Eisenbahndirek- tionMaiuz. Ernannt: Zum Bahnhofsvorsteher: Wenbahn- ptattikant Klein, Bensheim, zurzeit Brüssel; zum rechu. Oberbahn- asfistenteu: techu. Bureauasftsteut SEressig, Mainz; zum Ober- bahuasfistenten: Eisenbahnassistent Lau, Äßmannslxuffeu; z»rm Lademeister: Ladeschaffner Riedel, Arhellgeu; zum WeLchenftekler 1. Kl.: Werckienfteller Klingler, LaugenlonsiMm; zum Wagemmft scher: Hilfswagenaufseher Valentin, Wiesbaden: zum Weichen­steller: Bahnwärter Muders, Oberwesel; zum Schaffner- Hilfs­schaffner König, Worms. Versetzt: Techn. Eisenbahnftkretär Ott von Mainz nach Darmstadt, Hahn von Kassel nach Mainz- Lokomotivführer Mang vou Kranichstein nach Heppenheim: Unter- assiftent Heß von Gvoß-Zimmern nach Hainstadt; Lokomotivheizer Woks 'von Weinheim nach Hamburg-Rothenburgsort; komm, llrrter- affiftent Henkel von Zugmeldestelle Abteischneise nach .Klein-Au­heim ; Weichensteller Rrrdolf von Armsheim nach Bingen; Wagen­aufseher Georg von Koblenz nach Worms; Eisenbahngehilfe Michael von Gaulsheim nach Bingerbrück, Kohn von Eiserne Hand nach Landesdenkmal, Weber von Landesdenkmal nach Eiserne Hand' Bahnwärter Merk von Bingen nach Gcucksheim. Gestorben: Gütervorstcher Bernau-Worms, Bahnwärter Sehuert-Babenhausen'

** Zucker. Es ist vielfach die Auffassunq hervor^etre- ten, daß bei der Bestandsaufnahme der uZckervorrÄe am 25. April 1916 bei Vorräten von mehr als 10 Kgr. nur das Gewicht anzumelden gewesen wäre, das sich nach' Mztlg von 10 %t. ergäbt, und daß daher auch bei der Zuckerverbrauch^- regelung der Stadt nur die so reduzierte Zuckevmenge auf den Kopf und Monat zustehenden ucker in Anrechnung ge­bracht werden dürfte. Diese Auffassung ist durchaus irvia und steht mit dem klaren Wortlaut der Bekanntmachuna des Dundesrats vom 10. April 1916 über den Verkehr mit Verbrauchszucker im Widerspruchs Cs ist dort in ß14 be- tinrmt, daß jeder, der mit Beginn des 25. April 1916 Zucker in Gewahrsam hat, ihn der zuständigen Behörde auzuzeiqcn hat.Die Anzergepflick)t erstreckt sich nicht auf: ck) Zucker­vorräte, die rnsgesamit 10 Kgr. nicht übersheigen." Durch diesen Wortlaut ist klargestellt, daß alle Vorräte, die 10 Kar übersteigen, anzeigepflichtig loaren, und daß ivgeirdwelche Abzüge nicht davon m machen waren. Da den emzeluan Gemeinden nach den MsführungM:stEMmcM deS Noichs-