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22.6.1916 Erstes Blatt
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Erstes Matt

Dsrmerstag, 22. Juni W6

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(WTB.) Großes Hauptquartier, 21. Juni. (Amtlich.)

Westlicher Kriegsschauplatz.

An verschiedenen Stellen der Front zwischen der bel- gW-franzö fischen Grenze und der Oise herrschte rege Tätig­keit imArtillerie- und Minenkampf, sowie im Flugdienst.

Bei Patrouillenunternehmungen in Gegend von Berry- uu-Bac und bei Frapelle (östlich von St. Die) wurden fran- zösischc Gefangene eingebracht.

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Ein englisches Flugzeug stürzte bei Puisieux (nordwest­lich von Bapaume) in unserem Abwehrfeuer ab. Einer der Insassen ist tot. Ein französisches Flugzeug wurde bei Kem­nat (nordöstlich von Vont-äMousson) zur Landung ge­zwungen, die Insassen sind gefangen genommen.

Oestlicher Kriegsschauplatz.

Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls von Hindenburg.

Vorstöße unserer Truppen nordwestlich und südlich von Dünaburg in Gegend von Dubatowka (nord­östlich von Smorgo«) und beiderseits von Krewo hatten guten Erfolg. In Gegend von Dubatowka wurden mehrere russische Stellungen überrannt. Es sind über zwei­hundert Gefangene gemacht, sowie Maschinengewehre und Minenwerfer erbeutet. Die blutigen Verluste des Feindes waren schwer.

Die Bahnhöfe Zalesie und Molodeczno wurden von deutschen Fliegergeschwadern angegriffen.

Heeresgruppe des Gencralfeldmarschalls Prinzen Leopold von Bayern.

Die Lage ist unverändert.

Heeresgruppe des Generals von Linsingen.

B-ei Gruziatyn (westlich von Kolki) wurden über .-den Styr vorgegangene russische Kräfte durch Gegenstoß zurückgeworfen. Feindliche Angriffe wurden abgewiesen. Nordwestlich von Luck setzte der Gegner unseremVor- dnngen starken Widerstand entgegen, die Angriffe blieben im Fluß. Hier und bei Gruziatyn büßten die Russen etwa lausend Gefangene ein. Auch östlich der Turya gehtesvorwärts.

*

Bei den Truppen des Generals Grafen von Bothmer kerne Veränderung.

Balkan-Kriegsschauplatz.

Keine wesentlichen Ereignisse.

Ober st e Heeresleitung.

Dre Verteidigung des Reichskanzlers gegen seine A 'Fverser und die gestern hier erwähnte Kappsche Beröffer lrchnng haben noch einige Nachspiele gehabt, die wir i hentr^n Textteil näher mitteilen. Davon ist sachlich a bedentfarnsten die Mitteilung Scheidemanns in einer Bre inner Versammlung, wonach der Reichskanzler bereits v längerer Zeit die bekannten Kriegsziele der großen Wir schaftsverbände und die damit verbundenen Eroberung Pinneweit von sich gewiesen" habe. DerLokalanzeiae grbt in einer offiziösen Anmerkung baut die nötige Erlänl rung, die im wesentlichen bestätigerw lautet und es ni unterstreicht, daß weitgehende Annextonspläne tm West aus diese Weise von Herrn v. B-ethmann Hollweg mißbilli worden seien. Das ist für die Oefserrtlichkeit etwas Nene und wir müssen gestehen^ daß, in diesen: Lichte gesehe E letzten Auseinandersetzungen, die sich nicht nur u den U-Bootkrreg drehten, vielleicht nicht ganz zwecklos ui mrnntz gewesen sind. Der Kanzler hat auf seinen Appell i Reichstag hin zahlreiche Freunde und Verteidiger gesunde von denen die nachstehend verzeichnete Aenßerung des will temberggchen Ministerpräsidenten: Weizsäcker besonders hc vorgehoben werden muß, der dem Kanzler volles Vertrau, schenkt und diese Erklärung auch im Namen der übrig Bundesregierungen abgegeben zu haben scheint. Auch in d Mehrheit der Zentrumspartei finbet Herr v. Bethmar .^ollNEg Unterstützung, und vor Wenigen Tagen bat He ^niru- Bachem für ihn und gegen gewisse Strömung der konservativen Politik eine Lanze eingelegt. Mm: ve langt, w:e Nur es hier auch bisher immer vertreten habe E n V?-, ftrc ^ ert leitenden Stacrtsmara:, solange t ? ßll; p^T gekommen ist, wo man die Meinungen üb die Krregszrele vergleichend gegenMerstellen und kritisch t W« 1 kann Wir hielten es für selbstverständlich, daß d denyche Kanzler auch nicht den Anschein erwecken will, a halte er es etwa mit den Grundsätzen der äußersten Linke die sich gegen rede Annexionspolitik ablehnend verhält. G rade aber d:e Mitteilung Scheidemanns wird es doch nöt machen, daß der Reichskanzler seine Grundsätze und Stir mungen etwas deutlicher vor uns erscheineil läßt Kein Ve nunstiger kann von ihm verlangen, daß er seine Pläne je vor uns enthüllt. Die Verwirklichung d Friedens und seiner Bedingungen vollzieht sich eben nic m der gleichen Werse, wre etwa ein Staatshaushaltsplan od e;n ^nhresunlerrichtsplan in der Schule sich durchfübr, M^Man muß mit d-m Feinde rechnen und mit Wm ©Mi ^ M° 5 ^ke>ten wrrkiamen, politischen Zugreifcns köuni 4 U"d der Staatsmann wür

sich gründlich verrechnen, der etwa sich vornehmen wollte e

von langer Hand vorbereitetes Programm restlos zu ver­wirklichen. Er bleibt bestenfalls aus eine Auslese guter Bedingungen des Friedens angewiesen und wird, je nach der Situation, die eine mehr, die andere weniger bevorzugen. Auch Bismarcks bekanntes Wort in seinenGedanken und Erinnerungen" darf hier angeführt werden:Internationale Streitigkeiten, die nur durch den Volkskrieg erledigt werden können, habe ich niemals aus dem Gesichtspunkte des Göt­tinger CommentS und der Privatmensuren-Ehre aufgefaßt, sondern stets nur in Abwägung ihrer Rückwirkung auf den Anspruch des deutschen Volkes, in Gleichberechtigung mit den anderen großen Mächten Europas ein autonomes, politisches Leben zu führen, wie es auf der Basis der uns eigentüm­lichen, nationalen Leistungsfähigkeit möglich ist." Dieser Ausspruch gibt dem Reichskanzler von Belhmann. Hollweg ein Recht, in manchen Situationen des Weltkrieges für sich dasselbe Recht und dieselbe Notwendigkeit in Anspruch zu nehmen. Aber wenn wir einen Vergleich ziehen zwischen Einst und Jetzt, so dürfen wir doch mindestens einen Unterschied heute offen hervorheben, der das Wesen Bismarcks von sei­nem Nachfolger von heute abhebt. Bismarck beherrschte dje Kunst der Politik so, daß er oft ohne alle Aengstlichkeit seine Gedankenschätze, seine persönlichen, allgemeinen An­schauungen freigebig dem Volke darbot. In dieser Beziehung scheint uns Herr v. Belhmann-Hollweg, besonders in dieser schweren und ernsten Zeit, zu wenig zu tun, wenn wir auch sein schönes Lob des deutschen Volkes noch in guter Er­innerung haben. Frhr. v. Zedlitz, der bekannte freikonser­vative Politiker, gibt ihm in der letzten Nummer desTag" den folgenden Rat:

Tie Konservativen stehen der Politik des Reichskanzlers nicht ohne Mißtrauen gegenüber, der auswärtigen wie der innern. Auf jenem Gebiete ist das keine konservative Besonderheit. Auch das Pronunziamento Kapp kann der konservativen Partei nicht angekreidet werden; das erhellt schon ans Kapps Darlegung der Notwendigkeit der Demokratisierung des preußischen Wahlrechts. Beim Lesen seiner Denkschrift habe ich den Eindruck eines edlen Vollblutpferdes gewonnen, das, lange mit starker Kraft verhalten, schließlich mit Geivalt der zügelnden Hand durchbricht und nun blind und haltlos durchgeht

In bezug auf die Angriffe gegen die auswärtige Politik des Reichskanzlers . weist dieGermania" sehr zurzeit auf deren Wirkung im feindlichen Auslande hin. Man schließt dort daraus auf schwere innere Zerrüttung und einen bedenklichen Niederbruch der Volkskraft in Deutschland und schöpst so neue Hoffnung auf Sieg und neue Kraft für die Fortführrma des Krieges. Unter diesem Gesichtspunkte ist daher äußerste Zurückhaltung in der öffentlichen Kritik des verantwortlichen Leiters der Reichspolitik geradezu vater­ländische Pflicht. Ans der anderen Seite sind Erscheinungen wie die Kappsche Denkschrift, die Gräfesche Rede im Reichstag u. a. m. ohne Zweifel Anzeichen hochgradiger Spannung der Stimmung weiterer Kreise von unbestreitbarer starker vaterländischer Gesin­nung. Hier ein Sicherheitsventil zu öffnen, wäre längst schon die Ausgabe weiser Regierungspolitik gewesen. Einen Weg, dies Ziel und zugleich die Nutzbarmachung wertvoller jetzt brachliegender Kräfte für das Vaterland zu erreichen, habe ich im vorigen Hochsommer imTag" und auch anderwärts gezeigt. Wel­chen Weg man aber auch wählen mag, es ist hohe Zeit, das Ver­säumte nachzuholen.

Vertrauen gegen Vertrauen! Möge der Reichskanzler besorgt darum sein, den Eindruck zu verhüt ei:, als sei er :n Audienzen mit Vertretern der äußersten Linken offen- herziger und vertrauensvoller als bei anderen Gelegen­heiten ! Warum hat er seine Meinung über die Kriegsziele der großen Wirtschaftsverbände nicht vom Forum des Reichstags verkündet?

Der österreichisch-ungarische Tagesbericht.

. Wie». 21.Zum. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird vertantbart: 21. Juni 1916.

Russischer Kriegsschauplatz.

In der Bukowina, in Ostgalizien und im Raume vm Radziwillow keine besonderen Ereignisse.

In Wolhynien haben die unter dem Befehl de Generals von Linstngen stehende» deutschen und österreichisch ungarischen Strcitkräste trotz heftigster feindlicher Gegen wehr abermals Raum gewonnen. Bei Gruziatvi wiesen unsere Truppen in zäher Standhaftigkeit auch dri tnrrten Massenftog der Russen völlig ab, wobei 609 Ge fangen- verschiedener feindlicher Divisionei, cingcbracht wur den^ insgesamt sind gestern in Wolhynien über 1006 Russe, gefangen worden.

Italienischer Kriegsschauplatz,

, DieLage ist unverändert. Im Plöckennbschnitt kam t i lebhaften Artilleriekämpsen. An der Dolomitenfront wie sen unsere Truppen bei Rufreddo einen A-rgriff unter schwe ren Verlusten des Feindes ab.

Drenta und Etsch fände» keine qrüherci Kümpfe statt. Vereinzelte Vorstöße der Italiener scheftrr ten; zwei feindliche Flieger wurden abgeschossen,

S ü d ö st l i ch « r K r i e g s s ch a » p l a tz.

An der unteren Vojusa haben die Italiener, von Feuer unserer Geschütze gezwungen, den Brückenkop von Fe ras geräumt. Wir zerstörten die italienische, Vertcidigilngvanlagcn und erbeuteten zahlreiches Schanz

Der Stellvertreter des Chefs des Gencralstabs v. Hofer, Feldniarschallcutnant.

Sekundanten der Rsichskanzlers.

Stuttgart, 21. Juni. (WTB.) Ministerpväsiäeut Di. v. W >e i z s u ä e r führte in der heutigen Sitzung her Zweiten Karniner am Schlüsse einer längeren Rede folgeuves aus: Der Herr Abgeordnete Körner hat auf ein Telegramm ^ezug genommen, das er dem Herri: Reichskanzler an: 6. d. Mts. geschickt und das' einen Glückwunsch zu desseuj Reichstagsrede vom 5. enthielt. Obgleich nicht gerade ver­pflichtet,' sage ich ganz gern ein Wort über diesen Glück­wunsch. Jene Rede des Reichskanzlers hat nrich umsomehr gefreut, als ich in der Stunde, in der sie gehalten wurden mir die Frage vorgelegt hatte: Wie kann jenen gegen die .Lei­tung des Deutschen Reiches gerichteten gemeingefähr­lichen Denkschriften und den daran sich anknupftn- den Kriegsfabeln der Garaus gemacht werden, jenen Denk­schriften, die das dem Steuermann des Reichsschisfes nicht persönlich, wohl aber im Interesse guter Fahrt durch die sturmgepeitschte See so bitter notwendige Vertrauen zu untergraben suchten? Des vollsten Vertrauens der Bundes­regierungen war der Reichskanzler gewiß. Wie aber stand es in der Bevölkerung? Jene Rede hat'dem Nebel das verdierrte Ende bereitet. Indem ich dies ausspreche, betrete ich nicht das Gebiet der Parteipolitik. Vergessen wir das Kaiserw- nicht: Ich kenne keine Parteien mehr. Unsere Sturmkolonnen stehen in West und Ost in fester Geschlossenheit. Diese Ge­schlossenheit muß uns auch über alle verschiedene Auffassung voi: Einzelftagen den Weg zu Hause beseelen.

Berlin? 21. Juni. (WTB.) DerBerl. Lokalanz." bringt eine Meldung aus Breslau über eine Erklärung des Abgeordneten Scheide mann iu einer öffentlichen Versammlung, in welcher mit Bezug auf die vor Jahresfrist von sechs Wirtschaftsverbänden dem Reichskanzler unter­breiteten Eroberungspläne gesagt wird:Wir hatten die Genugtuung, aus dem Miinde des Reichskanzlers zu hören, daß er mit jenen Eroberungsplänen nichts zu tun habe:: wolle, daß er sie weit von sich weise und daß er sie wie alle ähnlichen Pläne au fdas Entschiedenste mißbillige."

DerBerliner Lokalanzeiger^' benrerkt hierzu, daß die erwähnte Denkschrift der sechs Wirtschaftsverbände die Annexion von Belgien, der angrenzenden ftanzösischen Küstengebiete bis zur Somme, der Kohlengebiete, der De- partemerits du Nord und Pas de Calais sowie die Angliede­rung von Teilen der Ostseeprovinzen und von südlich davon gelegenen Gebieten forderte. Diese maßlosen Eroberungs­pläne habe der R e i ch s k a n z l e r in der Tat niemals zu den sein:gen gemacht, wie auch aus seinen wiederholten Er­klärungen im Reichstage hervorgehe, in der:en er seine K r i e g s z i e l e in allgemeinen Umrisse:: migedeutet habe (erhöhte Bürgschaften stir die Grenzsicherung und Einfall- tore, Neugestaltungen usw.)

Berlin, 21.Juni. (Ä.) DieNorddeutsche Allgemeine Zeitung" schreibt: Durch das.in die Presse gelangte Rundschreiben des Geuerallandschaftsdirektors Kapp ist eme erneute Erörterung des Falles hervorgerufen worden. Die Presse beschäftigt sich rns- besoirdere mit den Eingangssätzen der Käppschen Erklärung: Kapp Machte der Politik des Reichskanzlers den Vorwurf der Unfähigkeit und Schwäck-e; der Reichskmrzler gebrauchte gegen Kapp persönliche Schimpf Worte. Diese Darstellung des Sachverhalts tirä'b in einer Reihe von Zeitungen abgelehnt. DieKreuzzeitung" dagegen tritt ihr bei, indenr sie erklärt. Kapp sei tatsächlich persönlich beschimpft worden. Das Blatt unterläßt die Prüfung der Frage, ob die Kappsche Denkschrift nicht weit über jede zulässige Kampfesweise hinausgegaugen ist.

Dadurch werde:: folgende Angaben notig: Die Kappsche Denk­schrift behauptet, die Handhabung der Zensur erwecke den Ein­druck, daß sie weniger in den Dienst der vaterländischen Sache, als in den der gegenwärtig an leiteirder Stelle befindlichen Märmev gestellt wird, zuml persönliche:: Schutz gegen Angriffe, denen fie wegen ihrer Haltung ans politischem und Wirts chastspolftischem Ge­biet ausgesetzt sind Die Denkschrift spricht von dem Gefühl der vaterländischen Kreise, daß die politische Leitung ihrer Ausgabe nicht gewachsen fei und fährt fort: Der 'Reichskanzler beruft sich dem­gegenüber aus die unbedingt notwendige Einigkeit des Volkes, das in solcher Zeit voll Vertrauen hinter chm stehen müsse. Die Pa­role der Einigkeit sängt an, bei uns dieselbe unglückliche Rolle zu spielen, wie einst 1806 das nach Jena gefallene staats­verräterische Wort: Ruhe ist die erste Bürgerpflicht. Die Denk­schrift sagt, das! Volk schenke der Versicherung der poliEschen Lei­tung, daß nicht llnentschlosseuheit, vielmehr nur die nüchterne Ab- wägung aller in Betracht kommenden Momente in der U-Bootsrage führend sei, keinen Glauben mehr. Jetzt hat es ertänM, daß es nicht Mint, sondern Wankelmut ist, der diese Waffe seit über Jahresstrst nicht geführt, sondern immer wieder gehemmt hat. Die Denkschrift erhebt ferrcer die Vorwürfe der Preisgabe unseres völkischen An­sehens, der mutlosen Unentschlossenheit und der Ueberschi-eitung der Grenzen, die der Nachgiebigkeit durch unsere Ehre gezogen find usw.

Hiernach kann meinand über den klaren Tatbestand im ZiyeLiel sein. EG lagen Angriffe von unerhörter ?lrt vor, die eine scharfe Abwehr im Staatsinteresse erforderten. Es gccht nicht an, daß man jetzt versucht, den Angreifer als Beerdigten hinzu- stellen.

Rücktritt der griechischen Kabinetts.

L o n Ü o n. 21. Juni. (WTB. Nichckimtlnh.) Di- ..Dailft News" meldet mis Athen: S k n l n d i S n n d f e i n K a b i - ne t t h a b f n d e tn iffiuniert.

Von zuständiger Stcfte liegt eim' Bestätigung der Mol-

dmig nicht vor.

Berlin, 22.Juni. Zu den Gerüchten über den Rücktritt des griechischen Kabinetts sagt dasBerl. Tage­blatt": Man muß die Nachrichten, solange sie ans^chließsich ans griechenfeindlichen Quellen stammen, mit Vvrbehalr aufnehmen. Ein Ministerium Zaimis oder Rh alläs