Conftrlta verbleM, folge er bestr allgemeinen Wunsch, daß die auswärtige Politik Italiens in ihrem Wesen wie in der Person des Mannes, der sie vertrete, den Gei st ve r Kontinuität be- kalten soll. So werde auch im Auslände nidyt der geringste Zweifel über den Charakter der neuen Regierung herrsck-en. Der Name ' Somviuo lasse keinen Zweifel entstehen, daß die .Hoffnmrg der Fsindc und die Ungewißheit der Alliierten, wenn eine solche bestanden haben sollte, endgültig zerstreut werden würden.
Die österreichische Offensive gegen Italien.
i. Köln, 16. Juni. Laut der „Köln.. Ztg." erklärt die italienische Presse zu den österreichisch-italienischen M,nä?f-en: Für die Italiener handle es sich nicht darum, einen passiven/ oder aktiven Widerstand des Feindes zu Merwrndan, sondern vielmehr einen in voller Bewegung befindlichen Angriff aufzuhalten. Der „Secvlo" schreibt: Die Oesterreicher hätten den Tag, an dem die italienischen Gegenangriffe aussetzten, dazu benutzt, um ihrerseits wieder jene Bewegungsfreiheit zu erlangen, welche sie nun seit drei Wochen bewahrt haben. Es scheine, daß das aus allen Kalibern unterhaltene, außerordentlich heftige Geschützfeuer am 13. d. Mts. dazu bestimmt sei, einen neuen Durchbruchsversuch gegen die Ebene vorzubereiten, wahrscheinlich gegen den Monte Lovegrro, wogegen das feindliche Artilleriefeuer sich hauptsächlich konzentriere.
Der italienische Bericht.
Rom, 15. Juni. (MTB.) Meldung der Agenzia Stefani:
In der Nacht zum 12. haben einige österreichische Wasser- flnMQlge Bomben aus Venedig abgeworfen; sie verursachten an einigen Stellen sehr leichten Sachschaden, löteten eine Frau und verwundeten vier Zivilpersonen. Beim ersten Mvrgen- dämmern -des gleichen Tages näherten sich- italienische Torpedoboote einer Ortschaft der Halbinsel Istrien. Nach, Erkun- larng beschossen sie einen Punkt von militärischer Bedeutung in der NMe von Parenzo. Danach und während der Rückfahrt wurden die Torpedoboote von fünf feiudlichen Wasferflugzeugen hartnäckig aber erfolglc^ angegriffen. Sie kehrten sämtlich unbeschädigt zu ihrer Basis zurück; nur ein Torpedoboot wurde während der KMNpshaudlurig gegen die Küste am Vorderschiff getroffen, die Schäden sind aber leicht auszubessern. Am 12. morgens wies eines unserer Wasserflugzeuge in der oberen Adria den Angris eines feindlichen Flugzeuges ab und ließ trotz lebhaften Feuers der feiuMchen Abwehrgeschütze Bomben aus militärische Werke bei Trieft fallen.
Nom, 15. Juni. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlicher Besicht.
Im Laufe des gestrigen Tages war die Tätigkeit der beider* festigen Artillerien zwifckMt der Etsch und der Brenta heftig und unsere (^kundungsabtsikungen waren tätig. Unsere Artillerie zer- stvente feindliche Llbtsilungen, die sich du; dem Marsche befanden, und schoß wirksam auf mehrere Brücken und ausgestellte feindliche Batterien. An der Front bei P o sina warfen wir zwei Angriffs- Versuche des Feindes in der Richtung auf Monte Giove und Monte Brazzone zurück. Gestern abenv unteruiahm die tapfere Jnsanterie- brigade von Neapel (75. und 76. Regiment) mit Unterstützung von KavMerie-Abteilungen zu Fuß im Abschnitt von M o n f a l c a n e nach kurzer aber wirksamer Artillerievorbereisiing einen über- ras.cheÄ>en Neberfall auf die feindlichen Linien östlich von Mvnsal-
und südlich von San Antonio. Sie bemächtigte sich dieser nach eirrem hartnäckigen Kampfe vollständig. 488 Gefangene, darunter 10 Offiziere, 7 Maschinengewehre und reiche Beut" an ^Waffen, Munition und sonstiges Kriegsmaterial sielen in Misere Hand. Lustgeschwader aus Caproni bombardierten nrit vorzüglichem Erfolge den Babnhvs von Mattarelly (im Sugancrtal) und feindliche Hsger in der Nähe der Täler von Nos und Campomulo (auf dem Plateau von Asiago). Feindliche Flieger warfen einige Bomben auf Padua. San Giorgio di Novaro und Ponte Rösego. Sie .töteten zwei Personen und verursachten leichten Schaden.
bieten, haben die KriegMhrenden die Garantie, daß die Kriegslage und deren Konsequenzen nicht rörssitig und parteiisch beurtsill itntx&eit. Diesem gemeirrsamen Verorittlungsakt müßte sich auch der Papst anschließen, defsin Einfluß auf die katholischen Staaten nicht gering sei. — Die Antwort des Bundesrates erfolgt in der Abcndsitzjuug.
Die Eisenbahnlinie Saloniki— Athen.
Bern, 15. Juni. (WTB. Nichtamtlich.) Iw Pariser „Journal" wird an auffallender Stelle die Vollendung der Eisenbahnlinie'S aloniki — Athenals Großtat der französischen Industrie gefeiert, woran folgende bezeichnende Anspielungen geknüpft werden: Diese Linie kam/ für die alliierten .Heere Salonikis beträchtliche Bedeutung haben, da sie möglicherweise gestattet, zwischen Saloniki und Piräus eine Verbindung herzustellen. Wenn es andererseits den Griechen einfallen sollte, sich ihrer gegen uns zu bedienen, so würde sie nicht lange benutzt werden können, da sie an den Mstechtrecken dem Zerstörungsfeuer unserer Kriegsschiffe ausgesetzt ist.
Aus Rumänien.
B u k a r e ft, 16. Juni. (WTB. Nichtamtlich.) Der Vollzugsausschuß der konservativen Partei hielt eine Sitzung ab, in der folgender Beschluß gefaßt wurde:
Die Partei bedauert, daß es möglich war, daß Teile der rusfischen Armee zwei T age auf dem rumänischem Gebiete bleiben konnten, wo sie die Kämpfe gegen den Feind fortsetzten. Die Partei erklärt es für die Pflich. des Staates, alle Bewaffneten, welchem Staate sie angehören, beim Betreten des rumänischen Gebietes zu entwaffnen. Ferner fordert die Partei als Bürgschaft für die Zukunft, daß die Grenze streng überwacht werde, damit die Souveränität nicht verletzt werden könne.
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Die Kämpfe in Afrika.
Le Havre, 15. Juni. (WTB.) Das belgische Kolonial m i n i st e r i u m teilt mit:
Nachdem die deutschen Streitkräfte den Rückzug gegen Süden vollendet haben, scheinen sie sich in der Gegend von Kiteka zu konzentrieren. Die Armee des Generals Tombeur erreichte bei der Verfolgung des Feindes an drei Stellen die große Straße, die den Viktoria- und Tanganijkasee verbindet. Die rechtsstehende Kolonne besetzte am 8. Juni Ufnmbnra und setzt den Vormarsch auf Kiteka fort. Im Zentrum erreichten die beiden Kolonnen Lusa- raki bezw. Kafima. Kasima liegt ungefähr 200 Mometer östlich Usnmbura. Die linksstehende Kolonne erreichte Kagera, dessen Verb indnngswege mit dem Tanganijkasee von ihr beherrscht sind. Tie Fliegerleutnants Bebaegbe und Collegnow überflogen am 10. Juni an Bord eines Wasserflugzeuges das deutsche Fort Ki- goma, beschossen das deutsche Kanonenboot „Graf von Götzen", erzielten dabei zwei Treffer und beschädigten das Schiss schwer.
Zur Prasidcntcnwahl in Afrika.
Am ssierd a m, 15. Jüni. ,(WTB.) Einem hiesigen Blatte zufolge meldet die Londoner „Times" aus New Bork: Der demokratische Konvent in St. Louis verläuft sehr ruhig. Man erwartet keine großen Differenzen. Bryan ist auf dein Konvent als Zeitungsberichterstatter anwesend. Wilson besitzt in dem Konvent Oie Uebermacht. Sein Programm enthält den Frieden, sowie die Förderung von Wohlfahrt und Politik, wobei das Land auf alle Vtög- lichkeiten gerüstet ist.
Die Pariser Wirtschastskonfererrz.
Basel, 15. Juni. (Zf.) Die Agence Havas meldet aus Paris: Die Wirtschaftskonserenz der Alliierten wurde am Mittwoch eröffnet. Br i a n-d begrüßte die Abgeordneten und sagte:
Es genügt nicht, zu siegen, es ist notig durch eine wirtschaftliche Union nach dem Siege die inte/rsive Entwicklung, die materiellen Hilfsquellen der alliierten Länder nnd den Austausch '.ihrer Erzeugnisse auf dem Weltmarkt zu garantieren. Der Krieg chät Für Genüge gezeigt, zu welcher wirtschaftlichen Sklaverei man uns fuhren wollte, und das Nebel war schon sehr groß, Unsere Gegner waren nahe an ihrem Erfolg. Die ungeheuren Opfer, die wir bringen, werden nicht vergeblich sein, wenn wir es verstehe, die wirtschaftliche Befreiung der Welt dnrch- zuführen Und die alten Handels Möglichkeiten durch eine freie Ber- ’brttmvng zwischen den Alliierten wiederherznstellen. Zu diesem Zwecke müssen wir entschieden in neue Bahnen eintreten, durch eine Vereinheitlichung und Koordination der verschiedenen Ak- mmm. Auch die wirtschaftliche Wiederaufrichtung der vom Feinde fetzt besetzten Länder ist intferc Ausgabe. Schließlich müssen wir das Innere unserer wirtschaftlichen Allianz gegen die gemeinsame Gestchr sicherstellen.
Nach einem Frühstück im Ministerium des Aeußern verfanrmelte sich die Wirtschaftskonserenz unter dem Vorsitz von Elämenßel und begann mit dem Studium der verschiedenen Berichte, die auf der Tagesordnung vorgemerkt find. Die Sitzung wurde gestern nachmittag um 5 Uhr beendet und wird heute fortgesetzt: werden.
D^e Geheimfitznng der französischen Kammer.
Bern, 15. Juni. (WTB. Nichtamtlich.) Laut „Temps" wird sich die heutige Kammersitzun g mit der Frage der evan-, tu eilen Vertagung der Geheim sitzmn g zu beschäftigen haben. Zur Möglichkeit der Vertagung der Gehsimsitzung schreibt das „Echo de Paris", daß man dem nrit gar Mne!m Bedauern' entgegensehe. Die Kammer hätte sich seinerzeit in ein Abenteuer gestürzt, ohne viel an die Schwierigkeiten aller Art zu denken, die eine Gchsimsitzung mit sich bringe. Jetzt sei man nachdenklich geworden, so daß man selbst bei den Anhängern der Gieheimsitzung rot* gewisse Unschlüssigkeil und Zögern, ja bei den Verständigsten einen völligen Umschwung der Ansichten feststellen könne. Tie Vertagung auf die nächste Woche sei nicht unwahrscheinlich. Zeit, gewinnen sei schon viel. .
Ein Antrag ans FriedensvermiMnug irr der Schweiz.
Bern, 15. Juni. (WTB. Nichtamtlich.) Bei Beratung der politischen Abschnitte des dritten bundesratlichen Nen- tralitätsberichtes im National rat äußerte Scher - rer-Füllemann, er empfinde es als einen Fehler, daß es> der Bundesrat bisher unterlassen habe, den Kriegführenden seine guten Dienste für eine Fri. ed ensverinittlnng anzubieten. Gerade in letzter Zeck seien Mitteilungen durch di* Presse gegangen, ans welchen hervorgeht, daß neutrale Staaten 'untereinander in Fühlung getreten seien zur Bespreck)ung einer Bermittlungsaktion. Es falle aus, daß die Schweiz sich nstht unter diesen neutrales Staaten besinnt. Die nordrschen Staaten hätten in dieser Richtung mchp getan, als die Schtvech. Er möchte daher beim Bundesvap avfta«ren, ob dieser solche Schritte schon getan habe, wenn nicht, WEM er es nicht getan habe, nnd ob er nicht in nächster Zeid solche Schvirte zu tun gedenke. Scherrer sagte weiter: Nach dem Haager Uebereinkomm-en ist es ein formelles Recht der Neutralen, ihre Dienste anzubieten Dieses Recht wird erst lchMüg, toenn sine Erklärung der Kriegfübreirden vortiegt, daß das vorgeschlagene- ' 7ftesi nü'! genehm sei. Die Neutralen haben überdies die nrora lsiche Wlickst/ ihve Dienste anzubieten. Die .Kriegftchrendetr haben ohne '^7sruchme einen pheermvllen Frieden für ihre Tapferkeit vewsimt. Dü heutige Kriegslage ist ztveffellos geeignet, einen gemeknfarne:' Schritt der Neutralen zu verMÜassen. Wenn alle neutceüe-u ’ -ot&aUn zusammentreten und ihre guten Dienste
Aus dem Aeichr.
Berlin, 15. Jüni. (WTB.) Von Händlern rmd Verbrauchern wird jetzt vielfach die bevorstehende Han f- und Flachsernte aufgekauft. Wie amtlicherjeits mit- getreilt wird, dürste demnächst diese Ernte beschlagnahmt werden, so daß ihre Lieferung dann nur noch mr die vorn pve?rßischen Kriegsministerimn geschaffene Kriegs- Flachsbau-Gesellschaft m. b. H. erfolgen darf. Diese Gesellschaft wird den Flachs zu einem angemessenen mit Zustimmung der Behörde festgesetzten Preise erwerben und be- stinrmten Rüst- und Aufbereitungsanstalten zur Verarbeitung zuführeu. Der Verkauf der Ernte an Händler oder! Ber'brauchler ist unter diesen Umständerr zwecklos, da später die Lieferung doch nicht erfolgen kann. Das Rösten des Strohes und die Ausarbeitung der Fasern durch Landwirte wird dagegen auch später erlaubt und erwünscht bleiben.
München, 15. Juni. (WTB.) Bei Beratung des Post- etats im Finanzausschuß der Abgeordnetenkammer traten die Redner aller Parteien mit Ausnahme der Vertreter der Liberalen, ebenso wie die beiden Berichterstatter für die Aufrechterhaltung des bayerischen Post reservates ein. Sie verwarfen den Gezanken an eine lLinheitsmarke. Der Vorsitzende des Aus- chjusses Dr. Pichler erklärte, es berühre eigenartig, daß der Reichstag gerade in der gegenwärtigen Zeit einen Antrag auf die Beseitigung der bayerischen Briefmarke angenommen habe. Der Finanzausschuß der Kammer solle sich durch einen nachdrücklülzen Beschsmß für die Beibehaltung der bayerischen Marken aussprechen. Der Ver?ehrsminister von G-e i d l e i n erklärte, die bayerische Briefmarke bedeute einen Teil der Selbständigkeit der bayerischen Postverwaltung. Die deutsch-nationale Gesinnung - und die Opserwilligkeit Bayerns würden außer Frage stehen. Die bayerische Briefmarke lbt'tde die Unterlage für die Einnahmen dtzr bayerischen Post.
Berlin, 16. Juni. Die im Reichsamt des Innern gestern abgehaltene W'irtschaftsplan-Konferenz, die von etwa 100 Teilnehmern aus dem Bundesrat und den einzelstaatlichen Minifljerien beschickt war, verhandelte bis zum EMend. Es wird angenmnmen, daß die Besprechungen auch noch den heutigen Tag Wer sortdanern. — Der „Vorwärts" meint, aus der Art, wie die Nahrungsmittelfragen beharchell werden, sei ersichtlich, daß Herrn von Batocki zu Unrecht die Bezeichnung Diktator beigelegt wurde.
Hei-delberg, 15. Juni. (WTB. Nichtanttlich.) Bei der lienttgen Reichstagsersatzwahl im Wahlkreise Heidelbergs Eberbach-Mvsbach wurde der natiortalsibevale Kandidat Gehet mrat Professor Dr. Nisser mit rund 4000 Stimmen gewählt. Ein Gegenkandidat war nicht ausgestellt.
Lörrach, 15. Juni. (WTB. Nichtamtlich.) Vorlänsiges amt liches Wahlergebnis. Bei der Reichs tags-er satzwa.hl im dritten badüschen Wahlkreis wurdeu bei 16 844 Wahlberechtigten 4 716 Stimmen abgegeben. Davon erhielt Georg van Eyck, Fabrikant in Qefslingen (Zentrrmr), 4707 Stimmen. Vier Gemeinden von Wakdshnt stehen noch aus.
A»»» Stadt re-rrd Land.
V-ießen, 16. Juni 4946.
** Mn-tldche Per ßou ackna ch rr cht*n. Der Groß h^r^-o g hat am M. Jmft bat Drreftvr an der Realschule zu GerusVM. Dr. Karl Denä g, auf sein Nachsuchen in den Rnh«>° stand versetzt. — Der Gn-o ßch<- rtzuo-g hat am 14. Juni den Oberlehrer an der höheren Mädchenschitle mrd dem Lehrerinnensennnar zu Mainz, Professor Dr. Jvhamves Ledroit, mit Wirkung vom 15. Juni 1916 au zum DireLar der Realschule zu Gernsheim ernannt.
" A uszei ch n n n g. Den: Unteroffizier der Landwehr 5 ch u b e ck e r, einem geborenen Gießener, wtirde die Hefssiche' Tapferkeits medaille verliehen.
** Briefvermittlung zwis chen Deutschland und dem feindlichen Anslaud. Das stellvertretenoe (Generalkommando des 18. Armeekorps I>at sich q*fei^en,
der Hilfsstelle der Deutschen Friedensgesellschast dtz' Briew-ermitte- lung zwischen Derrtjchland und dem feindlichen Ausland über dem neutralen Ausland, denr besetzten Gebiet Russisch-Polens und dem neutralen Auslmrde zu entziehen mrd die Ausübung dieser ^jmqtca einer unter denr Narnen Kriegsftirsorge neugeschafsene sitsile^ zu übertragen. Leiterin dieser Stelle ist Frau Tony Kwast-Hrl- ler, Briefe mrd sonstige Znschristo'' zur Weiterbeförderung für Zivilpersonen sind zu richten an: „Kciegsfürsorge für^Brief- und Nachrichtenvermittelung Stuttgart". Den Briefen sind deutsche Briefmarken ohne Ueberdrück im Wert vvir 20 Pfg. für das neutrale Ausland nnd ein internationaler Antwortschein beizulegen.
** Tie am 1. Juli 1916 fälligen Zinsen der rn das Hessische Staats schul dbuch eingetragenen Forde-, rungen werden bei allen in Betracht kommenden Hessischen Kaffen und bei den Reichsbanka'nshalten vom 17. Juni ab gezahlt. Dom gleichet: Tage ab wird die Staatsschuldenkasse die durch hie Post oder durch Gutschrift auf Reichsbank-Girowuto zu berichtigenden Schnldbnchzinsen überweisen.
** Vom Benehmen in D-Zügen. In letzter Zsit sind mehrfach Besch:,nerd-en von Rsisenden scher das Ranchen^ in den Nichtraucherabteilen und in den Seitengängen der v - Züge ein- gelanfen. Das Verbot wird nicht nur von Soldaten, sondern auch häufig von audereir Reisenden übertreten, ohne daßl sie sich an-, scheinend bewußt sind, daß sie gegen die allgemenren Anordncmgen der Bahnverwallung und gegen om Bestimmungen der Eisenbahnverkehrsverordnungen verstoßen, und sich damit strafbar Machen. Ferner sind zurzeit viele Reisende der Ansicht, dafz bei Platzmangel in den Zügen Männer anci. in den Franenabteileir ausnahmsweise untergebracht werden düffen. Dies darf jedoch nach Wie vor unter keinen Umständen stattfinden. Dias Personal ist erneut angewiesen worden, Reisende, die gegetr die einschlägigen Bestimmungen verstoßen, unnachsichtlich zur Anzeige zu bringen.
** Bert e ilun g von Br ennspiritus. Bon der Reichsbranntweinstelle ist der Stadt Gießen eine beschränkte Menge Brennspirit ns überwiesen worden, die gegen Bezugsmarken an Minderbemittelte und für Zwecke der Gesundheitspflege zum Preise vou 55 Pfennig für den Liter verteilt werden soll. Anträge ans Zuteilung von Bezugsmarken sind auf dem Stadthaus, Zimmer dir. 15, zu stellen. Näheres siehe in einer amtlichen Bekanntmachung der Stadt Gießen.
** Die Hessische Lazarett-Zeitung Nr. 22 enthält in ihrem allgemeinen Teile folgnrde Beiträge: Merkwürdige Gespenstergeschichte von Johann Peter Hebel; Die Arbeitsgemcin- schaften der Ktiegsbeschädisien-jFürsorge III; Bon der edlen Zeichen- kunst; Ein Zwiegespräch von Theodor Geibel: Austausch der ältesten Jahrgänge deZ Landsturms; Arbeitsmarkt; Lazarett-Beratung und Rätselecke. Die Gießener Beilage bringt: Am Naroczsee, Gedicht von Günther Holstein; Tie Bienenzucht für Kriegsinvaliden, von Unteroffizier Mellinger; Me „deutschen Barbaren", wie die Beschinrpfung enckstand, von Hermann Haupt, Lazarett-Beratung; Das Gießmer Soldatenhsim; Musilpslege; Verwuwdetenuntersicht.
"" Die Verwendung des S ü ß st o f f e s. Die Reichs-- zuekerslelle kann Gewerbetreibenden bis au.f weiteres den Bezug von Süßstoff znrn Zivecke der Herstellung folgender Erzeugnisse gestatten : Dunstobst, Kompott (das sind eingemachte ganze Früchte oder größere Fruchlstücke), Schaumwein und schaumweinnhnliche Getränke, Wermutirein, Liköre, Bowlen (Dlaitrank), Pnnschexttakte aller Art, sowie Grundstoffe für solche und ähnliche Getränke, Obst- und Beerercweine, Essig, Mostricb und Senk, Fischntarinaden, Kautabak, Mittel zur Reinigung, Pflege oder Färbung der Haut, des Haares, der Nägel oder der Mundhöhle.
Landkreis Gießen.
e. Lich, 16. Juni. Jmi Schloß Lich fürdat Sontttag, den 18. Juni 1916, nachmitbags 4 Uhr, sin Wohltätigkeitsü> k o n z e r t unter Leitung von Ferdinand Kaufmann und unter Mickvirkung von Frl. Thilde Walther (Gesang), Darmstadt statt Näherse siehe Anzsige.
Kreis Büdingen.
B a d - S a l z h a u s e n, 16. Jrtni. Am 2. Juni ds. Js. hat die Landesversicherungsanstalt in Dcrrnrstädt in Bad-. Salzhausen ein neues Kindererholungsherm eröffnet. Da mit Salzhausen nicht nur Badekuren, sondern anch Trinkkuren verbunden sind (Schwefel-, Lithium-, Salz- und Eksen- quellen), außerdem herrliche, weitverzweigte Wälder in nächster Whe sind, ist mit Bestimmtheit zu hoffen, daß die Kuren erfolgreich sein'werden. Ausgenommen werden skrophulöse und fchwächliche Kinder. Gesuche rrm Aufnahme ind an den Vorstand der Landesversicherungsanstalt in Darmstadt, Wilhelmittenstraße 34, zu richten, bei dem alles Nähere zu erfahren ist.
Kreis Lauterbach.
M. Salz, 15. Jmri. Lluf dem gestrigen Z i e g e u m ax 1 1 jit Lanterbach wurde sin der hiesigen Gemeinde gehöriger zwsijähsiger Ziegenbock (Sa-cmer Raffe) zu dem außergewöhnlich hohen Prsise von 1>60 Rtff. für sine Germsinde in Westfalen, die ihn zu Zucht- zwecken benutzen will, angekanst. Es ist dies eilt deutliches Zsichen, daß> auch die Ziegenzucht für die ärnrere Bevölkerung sinen schönen Verdienst sinbrmgen kann, wenn sie sich. sine reinrassige Zucht angelegen ssin läßt, zumal die Ziegen, tote hier im Vogelsberg^ durch ausgiebige W.sidegelegen heit sine billige Aufzucht erfahren.
Kreis Schotten.
^Stumpertenrod, 1b. Jimi. Dem Lehrer Ltldwig S ch m a n d t, der bis zu seiner Einberufung die hiesige Schulstelle verwaltete, wurde in Anerkennung seiner Führung bei einem Sturm auf feindliche Stellungen das Eiserne Kreuz und die Hess. Tapferkeitsmedaille verliehen. Lehrer Schmandt ist Leutzmnt in einem ponmierschen Regiment; liegt zurzeit verwundet inr Lazarett zu Offenbach.
^ Vom oberen Bvgelsberg, 15. Juni. In den msi- sten Dörfern >des oberen Vogclsberges wird kein Jahr sin alter! sckiöner Brauch von der Jugend vergessen. Es ist dies das sog. „Mai ft ecken". Die Dorfbnr scheu versammeln sich am Samstag abend vor den Pfingsten, holen aus dem Wald Tannen-, Fichten- nnd Buckenäste. An jedes Haus, darin sich aus der Schule ent- laffene Mädchen befinden, werden solche Aeste angenagelt nnd zwar in siner Höhe, daß sie nickst lsicht abgesissen werden können. In sinzelrren Dörfern findet man sogar die Bannrzwsige auf dm Dachfirsten befestigt. Soviel Mädchen in einem §5ause sind, soviel Zwsige werden angebracht. An dem nun folgenden Morgen des ersten PfingsttageS schauen die Dorfschönen jede nach j>em „Mäi- stecken". Gar oft findet die eine oder andere statt eines Elftes aut Hause, eilten, wilden Dorn, der mit einem Strohssil umwunden ist, auf dem Misthaufen. Dieser Anblick ist natürlich kein ergötzender für das betreffende MädckM. Es bedeutet für sie, daß sie bei der am 1. Mai jedes Jahres stattsindeirden „MädchenVersteigerung" also nicht gestsigett, sondern in den „Pferch" getan worden ist. Bei der erwähnten Versteigerung der Mädchen, die jedes Jahr am 1. Mai abgehalten wird, >geht es lsolgendernraßen zu: Jeder Dorfbursche stsigert sich ein Mädchen ans dem Dorfe, gewöhnlich ein solches, zn dem er Nsignng hat; z!n dmr er, wie der länNickw Ausdruck lautet: „zu dem er geht". Der Prsis wird oft sehr hoch, wenn z. B. sin Jüngling seinen Sck-atz unter allen Umständen stsigern will, oder wenn mehrere auf ein Mädchen reslsitiaren. Nach vvrhesigien Mmmhungen psird> dann von! je 1 Mark des Stsigerungsprsists einem fünf oft gar 10 Pfennig abgegeben. Dieser manchmal nicht geringe Betrag wird alsdann nach der Bersteigernng vertrnnkeit od>er anderwsitig verzehrt. Jedesmal kommt es natürlich vor, daß das eine oder anwre Mad-ßen nicht von sinem Burschen gesteigert worden ist: es b>mmt dann, nur man zu sagen pflegt „in den Pferch." Solche erhalten dann beim „Maisteck'en" sinen wilden Dorn auf dem Miste, anstatt eines Astes am Hause. Das Ergebnis der Versteigerung mrd noch in der Nacht auf emem großen Bogert Papier öffentlich an d-rS Rat- oder Back-


