anyeftNagen. — Diese Vvgelsbevger Sitte, ficfonteT# ine erntncrt ant£ noch tnt den linttelatterttchen Brauch deS „Micha-imes",
Kreis Friedberg.
. B<rt>-N<rL'yeiM. 16. Juni. Die Psingsttage l>aben K cntma( gc^igi, welch eine gwfc Ami-iechrngsfimfl das schöne -Vad-Na nheun ans die Bewolmer der näheren und weiteren Um- ausübt Trotz der irnchrnsttq.nl S&tfcenatff war die Zcchl der ?? W vier einen oder mehrere Tage aufhielsim, sehr detrachchch. Im Kv rhaus herrschte außerordentlich viel Verkehr. Am 1. ,Feiertage spielte eine Militärkapelle, am 2. Feiertage die KurkapelL unter Mitwirkung des Kornett-Virtuosen Louis Kümmel aus DarmM-t, der reichen Beifall erntete. Auch das Kur- *SJ5e£. r *. ^ SvTnrtags „Die selige Exzellenz" und Montags „Der Iuxbarvn gab, erfreute sich eines qnten Besuchs. 2ln beiden Tayen war das Haus vollständig ausverkauft. — Zurzeit sind 501y Drrgaste hier. Es fei nochmals daraus hm gewiesen, daß eine reiche. Auchocchl an Wohnungen besteht, da die Feldzugs teilnehmer sämtlich ul Lazaretten untergebracht sind. Die Lebensnrittelver- sorgsmg rst bestens geregelt und vollständig ausreichend.
Starkenburg und Rheinhessen.
A ^L a r m ^ a ö *' * 6 - $ un ** Das Personalverzeichnis der ^otzh. Technischen Hochschule für das Sommersemester i916 ist soeben im Druck erschienen. (Preis 20 Pf.) In diesem Sonrmer wird die Technische Hochschule von 826 deutschen Ssirdiereliden, 21 Hörern und 150 Gästen besucht. 400 Studierende sind aus Preußen, 273 aus Hessen, 45 aus Bayern, 16 aus Baden, 15 aus Sachsen. Ausländer rverden 65 gezählt, so daß die Ge- samtzahl der Besucher 1062 beträgt; 748 sind zum Militärdienst beurlaubt, es haben also 314 Vorlesungen belegt. Unter den Hörern sind 13 Damen und unter den Gästen 113.
A Darm stadt, 16. Juni. Als Ergebnis einer im vergangenen Winter gehaltenen Reihe von Lichtbilder-Vorträ- gen über den Weltkrieg hat Redakteur Mb. Kuh l m a n n -Darm- stadt, Landes Parteisekretär der Fortschrittlichen Volkspa ttri, 1400 Maick an die örtlichen Kriegsfürsorgen im Großherzogtum Hessen Lbg-eführt. Die Vorträge, die neben der SchiLernng der Leistungen unseres Volkes in Waffen, den Willen Mm Durchhalten hervor- -rusen und festigen sollten, tvurden im Aufträge der örtlichen Kriegs-- fürsorgen und, zum Teil bei freiem Eintritt, auch in Lazaretten, Schalen, Ortsgruppen des Flotten-Bereins und Arbeitervereinen gehalten und fanden überall beifällige Aufnahme.
Kreis Wetzlar.
— Wetzlar, 15. Juni. Auf der Friedrichshütte explo- d r^rte ein Winderhitzer und flog durch das Dach des Kesselhauses ins Freie. Dabei wurde der schon 40 Jahre in dem Werk beschäf t'gte Wiegemeister Diehl getötet. Zwei andere Personen er itten erhebliche Verletzungen.
ra. Braunfels, 15. Juni. Dem Fürsten Georg Friedrich zu So ! m s - B r a u n f e k s wurde die Rote Kreuz-Medaille dritter Klaffe verliehen.
Hessen-Nassau.
][ Marburg, 15. Juni. Der „Verein Jnvalidenheim für Jager und Schützen" hat anläßlich der Grundsteinlegung des Heims einen riesigen Jägertschako anfertigen lassen, der gelegentlich der Grunditeinlegung^eiorüchkeiten zunt Besten des Baufonds schon eifrig benage l twirrde und der auch fernerhin, z. B bei den in Aufsicht gestellten Wiederholungen des „Feldgrünen Abends" zu diesem Zwecke bereit gestellt wird. — Die Stadt Marburg beabsichtigt im> SchÄerpark eht Krieg^wa brzei chen in Gestalt einer für Kriegsfürsorgezwecke zu benagelnden Säule mit dnex Sonnenuhr anfzustcklen.
X Fulda, 14. Juni. In der dahier abgehaltenen Vertreter- versammllmg des Verbandes katholischer Lehrer Deutschlands wurde u. a. Kenntnis gegeben von den Vorarbeiten zur Gründung einer katholischen Lehrervereinigung Mitteleuropas Nach eingehender Anssprache sprach sich die Vertretertagmig grundsätzlich für den Zusammenschluß aus. Alsbald nach Wiederkehr friedlicher Verhäkttnsse soll der Verwirklichung des Planes, von dem man vornehmlich aus wisienschastlichem Gebiete reiche Früchte erwartet, nähergetreten rverden.
= Frankfurt a. M., 15. Juni. Der Kommandeur des Re- serve-Feldartlllerft^Redmrnts Nr. 63, Major Haus Freiherr von Wangenheim, ist einer schweren Krankheit, die er sich an der Front zu zog, erlegen. Der Verstorbene gehörte von 1990 b^ 1897 deut hessischen Feldartillerie-Megiment Nr. 25 und von 1899 biA 1904 dem! hessischen Feldartillerie-Regiment Nr 61 an Zuletzt war er Kommandeur der Reitenden Abteilung des Feld^ artillerie-RegiMents Nr. 10 in Hannover. — Die Familie Weidenbusch besitzt das Eiserne Kreuz in drei Generationen Der Groß-
uni) der Sohn erwarben sich das Ehrenzeichen im Kriege 1870/71 der Enkel verdiente eA sich in seiner Eigenschaft als Bize- feldwebel in dem gegenwärtigen Kriege.
ob. H a l l g a r t e n im Rheingau, 15. Juni. Nicht weniger als rund dreiviertel Millionen Mark haben die acht Hall° aartner Wein-Versteigerungen der Winzer - Genossenschaft, des Wmzer-Berems und der Vereinigten Weingutsbesitzer erbracht. Verkauf wurden insgesamt 327 Stück 1915er Hallgartner Naturwein das ^ 738390 stellten. Durchschnittlich kostete
^ Kassel, 16. Juni. Der Regierungspräsident von Kaffel hat die sofortige Wiederaufhebung des Verbotes der Haus- s ch l a ch t u n g e n für den gesamten Regierungsbezirk Kassel ungeordnet.
Das §ett in Sprache und Sprichwort.
Nicht nur in dar Träumen der sorgenden Hausfrau von heute spielt das Fett eine so grvße Rolle, in Sprachgebrauch und Sprichwort hat es schon immer einen breiten Raum eingenommen der beweist, daß man den Wert des Fettes von altersher wohl zu schätzen wußte. Nach den Angaben im 3. Buch Niofe galt das Fett als Tankopfer bei den Juden als ein besonders verdienstliches und wenn die guten Jahre des P haraonen landes bildlich darge- sttllt werden sollen, so spricht die Bibel von 7 „schönen fetten" Kühen, die aus dem Wasser steigen. Das Wort „Fett" als solches ist aber verhällnismäßig spät in die deutsche -Lunche gedrungen Es ist, wie Grimm sagt, ein unhochdeutsches, durch Luthers Bibelübersetzung eingebürgertes Wort, welches die echte hochdeirtfche Form „feiß" verdrängt hat, die man heute nur noch hauptsächlich aus dem Munde des Jägers Hort, der von einem feisten Hirsch spricht. Die zahlreichen volkstümlichen Sprichwöiier, die sich mit dem Fett beschäftigen, weisen natürlich in erster Lini-e mir das Fett hin, das in der Küche verbraucht wird. So gibt ein altes Gprickstvott den guten Rat, den Deutschland seinen Feinden zum Trotz jetzt wohl zu befiügen weiß, „vom eigenen Fett zu zehren, Ms zur Ernte", das man noch häufiger in der Form ferchet „Vom gett zehren, wie der Dachs". Ganz auf unsere Gegenwart zuqe- schnitten ist das Sprichwort: „Wer gern Fett ißt, sucht es wohl", uiid auch .bie nt der Eifel oft gehörte Wahrheit: „Wenig Fett gibt magere Suppen", findet man häufiger denn je bestätigt. „Tat is allw fett, speck in botter toGraden", dieses alte Lübbener Wort ebenso wie das warnende „Tweerl-ei Fett ich dem Brvde is un- gesuiid", hat augenblicklich an Geltung verloren. Wenn es einem < Menschen aber ganz schlecht geht, so sagt das Volk von ihm „Es fohlt ihm nichts als Fett, wenn er nur .Kohl hätte. .." Das all- bet'annte Wort „Fett schwimmt oben" findet sich in allen deutschen Mundarten und kehrt auch in der drolligen Redensart wieder: „Fett gehört obenan", sagte der alte düere Hund und nahm tun ersten Platz. Zur Eharettenstik von Menschen imrd das Fett vielfach in volkstümlick>en Redewendungen angewandt. Schon in der Bibel heißt es: „Er bcüstet sich wie ein fetter Wanst imd macht sich fett imd dntt. Bon einem besonders TicLn sagt das Volk: „Er lmrd tu seinem eigenen Fett ersticken", oder m schlesffcher Mundart: „A is fn fett, a mecht ufplotzen" oder recht anschaulick^: „Er ist so fett, man muß einen Schnaps darauf trinken, wenn man 'hn. ansieht". Auch, etwas gröblich, „er ist so fett, wie das Shwein des heiligen Antonius" und „fett und geil lvie eme Klosterkatze". Von Menschen mit eckigeii Formen aber erklärt der Vvlksmimd voll Ironie „Er fft fett wie der Mmrd im ersten Viertel", oder „tvie em Flack>sstengel", „wie eilt gemästeter Sperling", oder er braucht das ktilme Bild: „Er ist so fett, lvie eine Lampckß weit der Magere vom Essen ebenso wenig fett wird, wie die Lampe durch das OÄ. In ffbertrag«neln Smne sprach man schon inr Mittelalter von einer
Im felüt
erwarten untere Hngctjörigra den regdmämgen emgaitg des Heimat- blattes. Um eine Unterbrechung in der Zuteilung M vermeiden, woilc man
den fcidpolt-vcLug
des Sicßencriinrcigcrs Mrs z. vierteil.
schon jetzt erneuern
ÄUc tzollamser nehmen die vcsteilung entgegen, öer viertcrjahri. vcing vc- trägt Mir. z.S5 cinlchiickilch der Umschlag- Scviiyr. liutzcrdem vcrmtticil Me ScltcUnngm wie vtsher auch die
öeschäslsstcUc des öicßencr Amcigcrs
die Recherniigen in England und Frankreich i nach
wie vor befleißigen, haben dazu geführt, daß die
Franzosen und Engländer selbst den französisch-englischeii Rack>- richten keinen Glauben mehr schenken wollen. Und nun fordert man Midlich mit lauter Stimme Aufrichtigkeit und einen Nach- rrchterwrewt, der es verhüte, daß den feindlichen -Berichten nach- genwe wehr Glauben geschenkt wird, als den eigenen: „Ich hoffe nrcht, als Anaränst verdammt zu werden," heißt es im „Daily Chrontcle , „wenn ich die Behanpttrng wage, daß die Bevölkerungen Frankreichs und besonders Englands in rmlauterer :fiei St über die , kriegerischen Ereignisse im Dunkeln gehalten lverd^u. In Frankreich hat dists zu einer merllichen Verwirrung der Gemüter bei- getragen Zwar werden zahlreiche Persönlichkeiten aufgeklärt, aber diese laufenden Aufklärungen sind zwecklos, da sie nicht weitergegeben werden dürfen. Ueberdies hat man nicht einmal die Herausgeber der wichtigsten Blätter ins Vertrauen gezogen, was sie doch sicherlich davon abgehalten hätte, durch unklare Artikel über Frankreich und seine Alliierten die Benvirrilna non zu vergrößern w z. B. ist es unerklärlich, warum die Frachtenfrage zwischen England und Frankreich nicht öffentlich dargelegt werden darf Hierdurch imrb ein inniger Zusammenschluß zwischen den Völkern verlnndert. Selbst die aufgeklärtesten französisck>7n Großkanflente schieben, mangels geeigneter Ansklärungen, die Schuld an bm hohm fitsten egoistischen englischen Motiven zu. Wenigstens in dieser Be- ^iehung^ nüßte dem Rasen der Zensur endlich Einhalt getan werden, icoch schlimmer scheint es mir aber um die englischen fiensnrverhält- nfiw zu stehen. ^ Denn während unsere Regierimgsmitglieder von ihren 5nsoimattonen keinen Gebrauch machen dürfen, scheinen die englisa>en mit ganz wenigen Ausnahmen in vielen Fallen über- Q informiert zu sein. Wir verlangen Mehr Licht, denn wir
bedürfen dessen wahrhaftig sehr nötig. Eine Fortsetzung dcs gegen- Ieisigen Verschleieruiigssyltems Muß die Alliierten einander immer VF evtsremden, statt die von allen Seiten so heiß gewünschtr Einigkeit zu erreicken "
fetten Pfründe und Luther llagt, das Carlstad gute „fette", starke Mgen auslegt. Von einer Sache, bei der nichts mehr zu gewinnen ist, heißt es: „Davon ist das Fett abgeschöpfi", oder auch „davon wrrd er lern Fett bekomnieu", ein Sprichwort, das sich, auch in der holländischen Sprache findet. Schlägt man jemand mit seinen eigenen Waffen, so hat man ihn in „seinem eigenen Fette gebacken". Als scharfen Tadel eines Zudringlichen kann man in der Eifel ^ren: „Er schwätzt eirrem das Fett von der Suppck" und von dem schlauen Egoisten heißt es: „Er weiß das beste Fett abzuschöpfeu. Hat eiirer eine Rüge bekommen, so bemerkt der Nächste schadenfroh „Er hat sein Fett gekriegttß oder „Der hat sein Fett inwendig". Psychologischer Scharfblick spricht aus den Wahrheiten „Es ist immer Fett in cniderer Leute Schüsseln", oder „Manchen hält man für fett, und er ist nur geschwollen". Bemüht man sich, durch unzureichende Mittel eine verfahrene Sache zu bessern, so nrtellt der Volksmuud: „Das macht den Kohl auch nicht fett!". Echter Humor aber blitzt aus der Redensart „Was ivir zusammen fett werden, sagte der spindeldürre, arme Bogt zum schnaufenden Schulzen, als er eine Trantonne ausgewischt hatte." Bon unfruchtbarem Werk^ wie van allzumagei^r Suppe gilt das Wort „Hier sind keine Fettaugen draustß Das erinnert an die drastische Berliner Liebeserklärung „Du bist der einzige Ftttfleck auf der sonst so öden Bouillonsup^ meines Lebens^'. Ist jemand arni geworden, so vergleicht man ihn mit den Gänsen und berichtet: „Man hat ihm die Fettfedern ausgerupfi!" Plant aber jenrand eiiren scharfen Angriff auf einen anderen, so sagt die warnende Volks stimme: „Tanfit wirst du ihm schön ins Fettnäpfchen treten'
Vermischtes.
* Was gerettete englische Seeleute über die Seeschlacht erzählen. Im allgemeiiten setzt England seine Verschleierungsverchche in bezug auf die Seeschlacht vom 1. Juni fort. Was mr Berichten in den englischen Zeitungen steht, bringt immer von neuem das Märchen von der deutschen Ueberzahl und den giftigen Zeppelin-Gasbomben- Nur hin und wieder sickert etwas durch, was den Stempel der Wahrheit ttägt. So erzählt einer der wenigen Ueberlebenden des Zerstörers „Shark" in den „Times" von den Leidensstunden der Sckfiffbrüchigen, bis sie endlich aufgefischt wurden. »Als ich von den Holztrümmern unseres Schiffes aufgegriffen wurde," so berichtet er, „war ich am Ende meiner Kralle, denn es war sehr kalt und ich hatte iiicht viel Melder an. Während niehrrrer Stunden, die uns unendlich lang wurden, hatten wrr Ueberlebenden alles getan, um uns in Bewegung zu erhalten. Damit unser Blut nicht erstarrte, sprangen wir über Bord und schwammen rund um das Wrack. Wenii einer sen,e Schwimmrunde beendet hatte, so wurde er von den anderen wieder heraufgeholt, die dann ihrerseits hinuntersprmrgen. Bei diesem Schwimmen aber verloreii ivir noch einen Mann, der nicht inehr die Kraft hatte, sich auf dem Wasser zu hatten, und der vor unseren Augen iinterginq, ohne daß wir ihm hätten Hille bringen können." Recht traurig ist die Llnkiinst der kaum 100 geretteten Matrosen in Portsmouth gewesen, die mst „Queen Mary", EJnvmeible" imd EWarrior" und anderen Schiffen die Seeschlacht mitgemacht hatten. Die Behörden hatten es wohlweislich verhütet, daß das Publikum etwas von deni Eintreffen dieser kümmerlichen Reste der großen Besatzungen erfuhr. Ein heftiger, kalter Regen strömte hernieder, als die Geretteten von der Bahnstation nach deri Schiffsbaracken zogen. Viele vo,i ihnen zeigten in Haltung und Gesicht deuttick^e Spuren des Kampfes auf Tod und Leben, aus dem sie kamen. Fast alle trugen geborgte Mäntel über den dünnen Anzügen, die sie bei ihrer Rettung getragen hatten.
'AllerleiHeiteres aus dem Jahre 187 0. Im Jahre 1870 sandte ein Landwehrmann, der vor dem Berliner Stadtgericht einen Prozeß hatte, aus dem Felde als Antwort aus eine Vorladung das Gesi,ch: „Ich bitte den Termin in der Sache gegen die Witwe T. zu vertagen, da ich in den nächsten Tagen einen Termin mit Louis Napoleon habe." — Ein englischer Berichterstatter teilte folgende Episode von der Schlacht bei Spicheren mit Die Brandenburgischen Jäger lagen int Anschlag und zielten o gut, daß fast jeder Schliß ein Treffer ivar. Als nun einer der Jäger dem kommandierenden Leutnant eine zu lange Parise zu inachen schien und der Lelltnant, darüber ungehalten, mrsrief:
Amtlicher Wetterbericht.
Oeffentlicher Wetterdienst, Gießen. Wetteraussrchten in Hessen am Sain.stag, den 17. Juni ISIS- Zl^nttich^heiter, trocken, tagsüber warm. _
Letzte Nachrichten.
Die Bedeutung von Verdun.
Köln, 16. Juni. Oberst Rousset erklärt, wie die „Kölnische Zeitung" nreldet, zur Lage unr Verdun im „Petit Parisien": Die Deutschen beschossen sogar die Verteidi- gungsstellen, welche die Forts Tavannes und Souville miteinander verbinden, sich auf Froide Terre hirrausziehen und welche jetzt die Kampffront der französischen Verteidigung bilden. All das beweise eine Beharrlichlkeit, die sich durch nichts beirren lasse. Die Einnahme Verduns hätte zwar ft'ir die Deutschen vier oder fünf Monate nach dem ersten Angriff nicht die ursprünglich erwarteten Folgen, aber sie müsse unbestreitbar große moralische Wivkunq haben, weshalb Verdun nicht fallen dürfe.
400 600 Mmrn französische Verluste vor Verdau.
fithen, 16. Juni. Wie jetzt bekannt wird, hat kürzlich in einer diplomattschen Gesellschaft ein ftanzösischer Offizier sich geäußert: Es ist wahr, daß wir beim Angriff auf Verdun 400 000 Mann verloren haben. Ein wertvolles Eingeständnis!
Die Fleischnol in Frankreich.
Bern, 16. Jnm. Auf der BÄamnilung der Bürgermeister der großen französischen Städte unter ^Teilnahme des Ministers des Jennern wurde angesichts der Fleisch- tenerung, welche durch die Verminderung der Pvodukttvn und die ungenügende Einfuhr, sowie durch den Riesenverbranch des Heeres verursacht wäre, ein Beschluß gefaßt, daß die Fragen der Ernährung des Volkes und des Heeres einheitlich geregell werden! müssen, iim den UnMträglichkerten durch die Militärische Regufi- rierung für die Zivilbevölkerung zu begegnen, empfahl die Ver- jamnllung die Schaffung cknes LandesernährimgsamteZ in Paris <lls Betteckungs- und lleberwachungsstttle für Verkäufe des verfügbaren Viehbestandes.
Italien empfindet keine Entlastung.
Lugano, 16. Juni. Die Erfemrttris aus dem Berichte Eadornas, daß die italieai-ifdj-e Gegenoffensive kein« Fortschritte macht, wie der „Evrriere della Sera" über »die Lage offen em^steht, erregt Besorgnis, namenttich, da als zweifellos feftsteht, daß Oesterreich von der ttalierrischen Front keine Truppen weggenommen lmt, um sie nach der Ostfvrmt zu schicken Die Russen fahren sott mit ihreir ^iegesnachiden, die die Ge-^ fangenenzahl ins Märchenhafte hinaufschrauben. Auch meldet eine mchtoffizielle russische Drahtung die Folierung von Czernvwitz. Tie Meldungen aus dem österreichische -Kri^spressequartter und die deutsche Feststellung, daß die Offensive aufgehalten wurde, werden von der ttatt-misckren Presse naturgemäß uurerdrückt. Im-
vnumvm, UliqclJUllCIl, UU'-»Ul| .
„Donnerwetter, so schießen- Sie doch endlich!" antwottete der Jäger: „Herr Letltnant, ick Hab' ihm noch nicht!" Der Leutnant chren volllommeii befriedigt nnd sagte: „Ach so!" Knrz darauf krachte ein Schuß, ein Franzose pitrzelte drüben zu Boden; der Brandenbiirger Jager „hatte ihm endlich gehabt^. — Ein Bayer erhielt bet Sedan um 10 Uhr einen Schuß in den Arm. Gleichgültig sagte er: „Da hob i hall mei Frühssi'ick b'komme/ Er lleß stch nicht stören tmd kämplle iveiter. Als ihn ein paar Sttmden pater eine Kugel in die Artist traf, sagte er niedersinkend: „Jetzt hob i l)att mei Mittaqbrödel. Nu is a g'ntig fiir heut!" - Eine Probe ostpreußischen Soldatenhitmors tvird aus der Schlacht bei Coiireellcs berichtet, die a,n 14. August stattfand. Dott lagetr strh Franzosen und das Ostpreußifche Greltadier-Regiment Nr. 3 ziemlich nahe gegenüber und beschossen sich gegenseitig heftig. In diesem Geschoßregen springt plötzlich ein Oschreiiße auf, unb mit den Worten: „Na eenen mol eck mi doch griepen!* läuft er quer über die Straße, packt einen Franzostli beint Zkragen und bringt ihn iniverw»,ndet als Gefangenen herüber. Teils wobt die Ueberrafchung, teils die Fiircht, den eigeueit Kameraden zu treffen, mochten die Franzosen davon abgehalten haben, ans ihn z« zielen.
* En g l i sich - f r a n z ö s i s ch e Z e n s u r s. ch me r z e n. Dir zuneh»iwiide Un^ftiedenHeit und das Mißtrauen der Bevölkerung in Ctigland und Frankreich in die offiziellen Schilberiuigini der jeweiligen Kriegslage fiiidet in einem von detu Franzostn Philipp.- Millet im „Daily Chronicle" versöffenttichten Attikel beredttw Ausdruck Die Methode des LenguenS, der Entstellungen und des Brffchweigens unri'chmlick)er Tatsachen, deren
merhin ist zuzugeben, daß die italienischen Besprechungen meü zurückhaltender sind, als es den ruffischen Absichten erttspricht.
Aus Griechenland.
Bern, 16. Juni. Anläßlich eines Festes Lnt Stadion in Atheck haben nach dttn „Temps" große Bvlksknndgebnn gen für den König stattgcfundeu. Das Blatt stellt natürlich die Sacke >so dar, aLs feien die Kundgebungen bestellte Arbeit und der Zug nur mW Kindern nnd Agenten der Gchermpvlizei zusammengesetzt gewesen. Als nach der dlnkunft des Königs ein ftngiettes Attentat mißglückte und der Täter verhaftet worden war, zogen die Teilnehmer der Kundgebuiiy vor die v eni zeli sti s ch e n Zeitungen, wo fix die Fenster einwarfen, und Hochrufe auf den Kömg ausbrachten. Dabei wuvden Ruse: Nieder mit den Verrätern' laut Auf das Bureau der Zeittmg „Nea Hellas" iinrrde sogar geschossen Altes dies habe sich nach dem „Tensid" unter den Augen der Polizei abgespielt, die nicht eingefchritten sei.
Dir Blockade gegen Griechenland.
Amsterdam, 16.Juni. Die Blockade gegen Griechenland wird nach Lmwoner Meldungen jetzt Milder gehandhabt. Vor dient: werdeii Lebensmittel in gewissem Umfange zngelassen. Die griechischen Militärbehörden in Saloniki erst arten nach einer Londoner Mättermeldurrg, sie hätten keinen Auftrag zur DemvbiÜfterung er- l>dten.
Athen, 16.Juni. Die Presse greift fortdauernd die En- tettte lwfttg arr uiid betoifi die Einigkeit aller Griechen, ohne Unsiw- schied der Parteifärbung, gegenüber dem brutdeti Eingriff des Biet- verlxnrdeS. Alle Nachrichten über einen bevorstebetiden Mickttttk des Ministeriums sind unrichtig und tendenfiös. Vielntrhr !>?rrscht unter den Mitgliedern der Regiernng vvllstlindiges Einverne^meir darüber, daß durchaus^ kein Grund vorliegt' der die Regierung bewegen könne, aPzudMiken.
Das Schicksal dks „Warspile". l ^ $ ontmin Vvessemekö-ungen beruh.
tm dw „Baseler Nachrichten" scher die See,'ckstackt l>eim' Skamrrak folgendes: Bnm Angresien der britischen Schlattstsä ific lvar
nnlit dre vielgenannte „Warspite", sondern der „Ba rbam" das zwrft aufwmmende Schiff. Schon zwei Minuten nacck Brm7rn dieses neuen Kampwb,chin1tes hatte einer der densschm Sckl'w kreier emen glücklichen Treffer ans den „Bachtm", der glatt durckpchlagen vmrde. Was den „Warspite" betrifft, so km mir er dsu 400 Merlan der Heimfahrt nur einen Teil mit eigen ritz Mascklnen znrücklegen. Ein Matrose sagte dariiber: FAr die
deutsche ^mnayme, daß oieses Schlachtschiff gesunken sein tnüsse, jnrd schmi Gründe vorhanden. Es stand im ZimsiMm der schreck-, lichen Mtion nnd hatte das Feuer der ftärkssim und zahlreichsten detttschen Kriegsschiffe anszuhaltoit. Der „Warspite" mußte sich in d»-r Schlackt znrückfiehen nnd zürr Bsisis zurückkebven. Zuletzt mußte er geschleppt werden, mnrdessi'ns nenn Aeonate wrrd von idnr kerne Rede sein. Mau vernimntt jetzt auch daß der sttchwe Emtard« Dampfer „Campania" als Mvttersckifi für Se.ßlng^nge bei der Flotte Llvratttis war. Die „Campania" lvar es, die den verschossenen Panzerkreuzer „Warrior" zehn Stunden laug iwieppke .bis er wegjank.


