schvesKerLingB nkcht zu erSrtrrgen sind, und daß auch bet Zweck tÜToer rag Maßlos« ge^ertbeit Ueb^TtreiBtertgeTt durchsichtig gemtg ist. Gäviß kann es bei rMgättgüjen Bewe- Mingen nicht vermieden werden, daß viele verwundete und auch unverWundeLe Kämpfer iir die Hände des Feindes fallen, ist es doch ntttimter gerade das Schicksal tapferer, zäh ansharvender Abteilungen, daß ein verhältnismäßig großer Dell der Verluste aus Gefangene entfällt. Aber es braucht nicht erst betont zu werden, daß unsere Gesamt- verluste — die blutigen und hie an Gefangenen — auch nicht entfernt au jene Zcchlen heranreichen, die die Nüssen allein als Summe der Gefangenen anfühven, und ebenso sicher ist es, daß die blu t i gen Verluste des Feindes, der sein Menschenmaterial noch rücffichtsloser opfert als je früher, und bei dem vierzig Glieder tiefe Angriffe nicht zu den Seltenheiten gehören, nnsere Gesamtverluste um das Doppelte und Dreifache überragen. Daß einer unserer Generale gefangen genommen worden sei, ist uns ganz neu
Was die rufsischen Angaben über die B e n t e anbelangt, so ist es klar, daß bei der Räumung unserer Stellung nicht alles Material geborgen werden konnte und namentlich ohne Bespannung eingeführte und eingebaute Geschütze älterer Konstruktion preisgegeben werden mußten, doch sind auch in dieser Hinsicht die Angaben des Feindes über alles Maß hoch gegriffen. Wenn schließlich der Feind behauptet, daß er unftre ganze Nordostfront vom Pripjet bis zum Pruth durchbrochen habe, so zeigen unsere amllichen Berichte vom 12. und 13. Juni durch präzise Ortsangaben, wieviel von dieser Phrase zu halten ist. Es sei dabei gar nicht näher ausgefichrt, daß wir Dnbno ohne einen Gewehrschuß sreigegeben und daß wir bei Kolki Und Sokol dem Gegner schwere Schlappen zugefügt haben.
Wern die Nennung der dünnen Buczacz, Wicniewczyk, Kollow, Worobijottcka, Nvwv Aleksiniec, Sapanov, die Erwähnung von Sokol, Kolki, Ezartorysk — vvn lauter Orten, die in den letzten neun Monaten relativer Ruhe immer wieder als Punkte unserer Frontlinie angeführt wurden — beweist deutlich genug, daß die durch das Zusammenziehen überlegener Massen an einzelnen Stellen erkämpften russischen Ärfohge äuf weite Delle unserer Nordostsront ohne Einfluß und Nachteil geblieben sind.
Petersburg, 14.Jmri. (WTB.) Amtlicher Bericht.vom 13. Juni.
Westfront: Da die öfterreichisch-ungarrschen und österreichisch-deutschen Truppen sich an vielen Stellen dem! Angriff unserer Südarmeen entzogen, konnte die Gefangenenzahl gestern für den Augenblick nur wenig steigen. Die Gesamtsumme beträgt etwa 1700 Offiziere und 114000 Mannschaften. Die Truppen des Generals Letschitziki brachten, wie festgestellt wurde, seit Anfang der Kämpfe einen General, drei Regimentskommandeure, 754 Offiziere und 37 832 Soldaten als Gefangene ein, erbeuteten 120 Maschinengewehre, 49 Geschütze, 28 Bomben- und 11 Minenwerfer. Nordwestlich von Rozyzcze warfen unsere Truppen die Deutschen zurück und gingen näher an den Stochod-Ftuß heran. Westlich von Luck besetzten unsere Truppen den Torczin (24 Kilometer) und warfen den Kemd werter zurück.
An der Strppafront nördlich von Bobulince ivird weiter heftig gekämpft. Das Dorf Zarwaniea (6,5 Kilometer nördlich von Bobukmee), tm^e trotz erbitterter Verteidigimg von uns genommen In Mehreren Abschnitten fanden wir Anlagen vor, die der Feind in Mle aushsvorftn hatte, um) die bereits vorbereiteten Stellungen a^zubauen.
IM Abschnitt des Dnffeseres und weiter südlich nähme: unsere Truppen nach Ueberschceitung des «Flusses auf dem andere: Mer er« Marge befestigte Punkte, so den Flecken Zaleszchki. De Vormarsch wird weiter fortgesetzt. Das Dorf Horodenka nordwcst lrch von Zaleszchki ist in unserer Hand.
IM Abschnitt des PrruthMähern sich nnsere Truppen zwische: Boran (14 Mieter östlich Czernowrtz) und Hepolokoutz (10 Kilo Meter srLösüich Sniatyn) dem linken iFlußufer. Um den Brücken kopf^vo» Czernowrtz wird heftig gekämpft. In den geräumter OMschastwr lich der Femd riesige Mengen Kriegsgerät zurück. G l«ß an der Eisenbahn Dnbno—Brvdy ein ganzes Fernsprechnetz ebwso große Mengen Patronen, Minenwerfer, Kraftwagen Schmäl,purgierst, dazu sehr viele Wagen und ein Vorratslager zu rtrck. de^elben Gegend bei dem Dorfe Malumilczy (14 Kilo^ Dubmo) ließ der Faind ein weithin' sichtbarer LenknM zur Erinnerung an die österreichischen Siege in Forn einer hohen Säule Mit dem österreichischen Adler darauf unversehr zurück. In dem Dorfe Sadagora (5 .Wonwter nördlich Czernowitz erbeuteten wir ein großes Depot Mit Monier- und Schwebebahn- Trartertol.
Nordwestfront: An der Dunafront und südlick
Du na bürg beschossen die Deutschen mehrere Punkte unsere: Stellungen.
^F^ont: Unsere Truppen gingen unbemerkt a die türkischen. Stellungen an. der Straße nach Diarbekr Hera: griffen den ruhenden Feind an und eroberten sein Lager Ter Fein grng unter schweren Verlusten fluchtartig zurück. Im Raume vo Rewanduz wunde ein türkischer Angriff ab gewiesen
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Ein bulgarischer Bericht.
Sofia, 14. Juni. (WTB.) Generalstabsbericht. «m 1$ 'Juui näherten ,rch ,echs feindliche Schiffe der Meste-Münduna Gegen *41 Uhr er öffneten die Schiffe das Feuer gegen cne Küste von der Mündung des Flusses bis Kale Burun. Das Feuer war be- londers auf die Dörfer und Gehöfte am Ustr lund auf unabgeerntete Fe^er gerichtet. Um 1 Uhr nachmittags griffen vier unserer Flugzeuge die Schiffe mit Bomben an und zwangen sie, sich in voller Geschwindigkeit in der Richtung auf Thasos zu entfernen Unsere Luftfahrzeuge wurden heftig, aber wirkungslos von der feindliche AEerre und Maschinengewehren beschossen, sie kehrten jeiwch wohlbehalten zurück. Tie Beschießung der Küste verursachte keine Verluste. An der übrigen Front ist die Lage unverändert.
Der türkische Bericht.
14. Juni. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlicher Bericht.
An der Jrakfront, in der Gegend von Fellahie, hat von unserem Artilleriestuer beunruhigt, sein Lager wert außer Schußweite unserer Kanonen' verlegt. Russische Trup- Pen, auf hie wir bei Kilan. südwestlich von Ksar Schirim stießen, wurden wm eurer unserer Abteilungen gegen Norden hin verjagt.
An E Kaukasus-Front scheiterte am rechten Flügel ein Ueberfall, den ein Tell der feindlichen Kräfte versucht hatte, rn unserenr Feuer. Im Zentrum zeitwellig Artlllerie- und Jn- fanterretampse. Am linke:: Flügel örtliche Artillerie kämpfe. Un- auf seßrdllch-^^Vor^s^^^b^ unternahmen erfolgreiche Ueberfälle
In de:: Gewässern von Smyrna schoß ein feindlicher Monitor, von zwei Fliegern unterstützt, etwa 20 Granaten ohne Wirkung gegen das Ufer 1 üblich von Fetsche ab und zog sich dann zurück. Ein anderer Monitor wurde in der Nähe der Insel Krusten durch um er Artilleriefeuer auf die hohe See getrieben
Sonst nichts Wichtiges.
Lebensmittelteuerung in Holland.
Haag, 14. Juni. (WTB. Nichtamtlich.) Heute begab mehrere Hundert Frauen zum Minister des In und zuni Bürgernrcister, um Adressen wegen der enornum L e Ullw ci eucruil 9 m überreichen. Der Minister teilt -Gerung Maßregeln ergriffen Ijabc, um der Bevöl ^ Verfügung stellen zu könne::. Ui " mQd E* kartorfctn. hrr Weh zu große Ausfuhr entstand
ab.mhelstu. habe die Regierung die noch vorhandenen Kartoffel- Vorräte beschlagnahmt und die Grenzen für die neue Kartoffelernte geschloffen.
Ein Tagesbefehl au die englische Flotte.
Basel, 14. Juni. (Zf.) Die Agemce Havas meldet aus London: Admiral Jellicoe richtete folgenden Tagesbefehl aii die Flotte:
,^Jch wünsche den Kommandanten der Geschwader, den Kapitänen, den Offizieren und Mannschaften der Großen Flotte Meine höchste Befriedigung über die Art und Weist auszudrücken. Mit der sie im Laufe des Seegefechtes am 31. Mai känipften. In diesem Augenblick, ih dem vollständige Mittelungen noch fehlen, ist es unmöglich, in Einzelheiten einzutreten. Aber schon jetzt weiß ich genug, ivn endgültig erklären zu können, daß die glorreichen Traditionen, die uns Generalionen tapferer Matrosen hinterlassen haben, rn der würdigsten Weise aufrecht erhalten worden sind. Ungünstige Witterungsverhaltnisse haben uns den völligen Sieg geraubt, auf den wir zählten. Unsere Verluste sind schwer; viele unserer tapferen Kameraden sind nicht mahr unter- uns, aber obgleich es schwierig ist, über die Verluste des Feindes genaue Auskünfte zu erhalten, ist es zweifellos, daß sie sicherlich nicht geringer sind als die unsrigen. Ich besitze sckgin jetzt genügend Mitteilungen, um diese Erklärung in vertrauensivürdiger Weist abgeben zu können. Ich hoffe, in ^kurzer Zeit der Fl ölte hierüber vollständige Mitteilung inachen zu können. Immerhin wollte ich Meiner vollen Befriedigung über die Leistungen der Truppe und Mein Vertrauen auf eine:: völligen Sieg in der Zukunft nicht weiter hinausfchieben. Ich kami nicht anders' schließ.en, als indem ich erkläre, daß die Ent- jchloffenheit und der prächtige Opfergeist, die die Verletzten bezeugen, mich mit der tieffteit Bewunderung erfüllen. Ich bin stolzer als je, die Clhre zu haben, eine Flotte zu kommandieren, die von solchen Offizieren u**d solchen Matrosen gelenkt wird."
Amsterdam, 14.Juni. (WTB.) Nach einer großen Anzahl von einlaufenden Meldungen hat die englische Admiralität die im Atlantischen Ozean befindlichen Kriegsschiffe u n v e r z ü gl ich nach England zurück berufen. Außerdem haben ldie in^ben indischen Gewässern und im Mittelmecr be- smblichen .Kriegsschiffe Anweisungen -erhalten, die Hälfte der Besatzungen sofort n a ch E n g l a n d z u r ü ck z u s ch ick e n. Drest Acaßnahmlen werden hier in Zusammenl-ang gebracht mit den in der Seeschlacht vor dem Skagerat erlitteneii großen Material- und Mannschaftsverlusten der englischen Flotte.
Drei englische Admirale pensioniert!
Lond>on, 13. Juni. (WTB.) Drei Admirale, Sir George Egerton, Si.r Irvderic JnglerfieM und Sir Artur Farguhar wurden auf ihren Wunsch pensioniert; dafür sind vier Vizeadmirale, Sir F^ederic Hamilton, Sir Cecil Burney, Frederic Pcchan und Sir Alexander Bethel zu Admiralen befördert worden.
Eine neue Rede Wilsons.
New Pork, 13. Juni. (WTB.) Meldung 8es Neuterschen Bureaus. In seinen Ansprachen an die Zöglinge der Militärakademie in Westpoint sagte Wilson, daß die Vereinigten Staatm, wenn die Zeit für den Friedensschluß gekommen sei, eine uneigennützige Rolle spielen würden. Unter allem, was die Vereinigten Staaten wünschten, sei nichts, ivas sie durch einen Krieg erlangen müßten. Wohl aber gebe es vieles, was die Vereinigten. Staaten tun müßten. Sie müßten vor allem dafür sorgän, daß ihre Lebensinteressen nicht durch irgend eine andere Nation bedroht werden. Ueber die Rüstungen sagte Wllson, die Welt werde emfchen lernen, daß Amerika >oirklich meint, ivas es sagt Wilson erklärte weiter, es hribe ihn in der letzten Zeit sehr beunruhigt, daß einige von denen, die die amerikanischen Bürgerrechte envorben o iPr • ttTerm auch nach seiner Meinung nur eine sehr kleine Zahl sei, den Geist Amerikas nicht in sich anfgenommeii Hütten und andere Länder dem Lande, dessen Bürger sie geivorden seien, vorzögen Für Menschen, die Amerika nicht über alles stellten, fei in Amerika kein Platz. WAon schloß: Wir sind bereit, uns mit den übrigen Völkern der Welt zu vereinigen, um dafür zu forgen, daß die Gerechtigkeit, an die wir glauben, über alles zur Herrschaft gelangt.
Der seekrieg.
. . Berlin, 14.Juni. (WTB.) In der Nacht vom 13. zum 14. ^unu wurde das deutsche Hilfsschiff „Herrmann" ia der Norrkooping-Bucht (südöstlich der Stockholmer Schären) von vierrussischenZcrstörernangegriffen und nach tapferer Gegenwehr in Brand geschossen. Das Schiff ist von der Be- sttzung gesprengt worden. Der Kom-mandant und ein großer Teil der Besatzung wurden gerettet.
Line Rede des Grafen Tksza.
Budapest, 14. Juni. (WTB.) Int Abgeordneten- hause brachte der Finanz minister Telesky eine Kriegsge- w i n n st e u e r ein, ferner eine Vorlage über eine ergänzende Vermögenssteuer, die bei Vermögen von über 50 000 Kronen beginnen soll.
Dann ergriff Ministerpräsident Graf Tis za das Wort. Er erinnerte an die Offensive gegen Italien, über die er, da sie noch fortdauere, sich nicht in Eftizelherttn ergehen tvolle; jedoch könne er schon jetzt erklären, daß die Armee unverwelklichen Lorbeer errungen habe. Er gedachte weiter in Ausdrücken größter Bewunderung des Seesieges der deutschen Verbündeten gegen die englische Flotte. Die gewaltige russische Offensive kmbe Rußland an zwei Puntten erhebliche Erfolge gebracht. Er würbe es für eine Beleidigung der ungarischen Natton betvachten, wollte er die mißlichen Ereignisse verheimlichen, jedoch könne er hinzufügen, daß die österreichisch-ungarischen Truppen mit mivergleichlichem Heldenmut, Ausdauer und Siegeszuversicht den Kampf fvrtsetzen, der größte Teil der Front sei unverändert f e st in der Hand der österreichisch-ungarischen Truppen Alle notwendigen Maßnahmen zur Abwehr seien getroffen worden, so daß er die begründete Hoffnung ausdrücken könne, daß die jetzigen unangenehmen Vorfälle bloß vorübergehende Episoden bilden und Oesterreich-nUgarn volles Vertrauen in den endgültigen Sieg hegen könne. (Lebhafter Bei'all.)
Nach einer Verabredung mit Baron Burian, dem Minister des Auswärtigen, verbreitete sich Tistzä auch über Fragen der Vorgeschichte dds Krieges. Die Erklärung des Barons Burian schildert, so erklärte er u. a., die Lage in der Zeit der Affäre von Cusablanca, aus welcher Zeit der österreichisch-ungarische Botschafter in Paris folgendes berichtete:
„^ngcano gior vier f eyr dose Rcktschkäg Es will Frankreich zum Kriege treiben. Bon den Ministe Clemencemi und Pichon wurde gesagt, daß jetzt die Zeit der R vanche gekommen^ fei, und daß sie so günstig niemals wiede kehren werde. Oesterreich-Ungarn ist mit dem Balkan besckMi Und kann dem deutschen Bundesgenossen nur sehr geringe Hi leisten. Deutschland steht cktso jetzt vereinsamt Rußland, Frankre Und England gegenüber. Man wird Italien dahin bringe daß es sich seinen Pflichten als Bundesgmwssen entziehe."
Infolge der Mäßigung und Einsicht der beiden u; mittelbar interessierten Großmächte, welche die österreichisc ungarische Diplomatie durch freundschaftliche Jnterventic eifrig unterstützte, gelang es damals, die sich auftürmendk Wolken zu zerstreuen. Der englische Staatssekretär dl Aeußern widerspricht der Behauptung des Reichskanzler daß England sich in der Krise, in welche die russisch PolrtiknachderAnnexion trat, nicht auf die Sei der nach einem Ausgleich strebenden Faktoren gestellt he sondern bemüht war, den Gegensatz zwischen Ruf
l a n d u n d u n s b e z i e h u n g s w e i s e D e u t s ch l a n d z verschärfen. Der englische Staatsmann bezeichnet die
auch durch Schriftstücke bewiesenen Erklärungen des deut- ' schen Kanzlers mit dem auch zwischen ritterlichen Feinden ganz ungewohnten starken Ausdruck „Eine Lüge erster Klasse" und leugnet, daß England wegen Bosnien einen Krieg entzünden wollte. Was nun Sir Edward Grey wollte, das muß er wohl selbst besser wiffen, abjer es ist gewiß, wie dies Herr von Bethmann Hollweg bewiesen hat, daß in Petersburg der englische Vertreter, welcher der Vertraute und Ratgeber der russischen Regierung gewesen ist, mit allen Mitteln die zwischen uns und Rußland infolge der bosnischen Frage entstandenen Gegensätze schürte und schließlich seiner Mißbilligung und Enttäuschung Ausdruck gegeben hat, daß sich die russische Regierung infolge der entschiedenen Stellungnahme unserer Monarchie und Deutschland endlich in die vollzogene Tatsache fügte. Dies wird auch in dem Bericht unseres Petersburger Botschafters vom 6. März 1909 bewiesen, in welchem gesagt wird, daß die englische Botschaft und ihre Satelliten einen großen Eifer in der standhaften Unterstützung der Blusfpolitik Jswolskis bewiesen. Als in Petersburg, fuhr Tisza fort, Ernüchter:mg eingetreten und infolge der festen Haltung Oesterreich-Ungarns und Deutschlands in den russischen Kreisen der Mut gesunken war, unr zum Kriege zu treiben, so stellt der Bericht vom 4. April unseres Botschafters fest, zwan-g die Erkenntnis der Lage Jswolski, ohne auf die englischen Ratgeber zu hören, sich nach Zarskoje Sselo zu begeben, um seirren Herrscher über die kritische Lage zu unterrichten, worauf die Zustimmung zur Aufhebung des 25. Artikels des Berliner Vertrages ohne Vorbehalt gegeben wurde. Noch am selben Tage berichtete unser' Botschafter:
„Tie eingetoetene Wendung ist der Aufmerks-amkeft der englischen Diplomatie nicht entgangen, und sie ist bemüht, diese Wendung für ihre letzten Ziele nuszunützen. Der englische Botschafter Nicolson, sowie sein amtlicher und nichtamtlicher Generalstob, schlägt jetzt Gefühlssaiten an. Er versucht ans diese Weise die Spaltung zwischen den Zentralmächten und Rußland zu erweitern. Es ist Eure Exzellenz bekannt, wie die englische Presse den hiesigen englischen Botschafter in seine:: Bemühungen unterstützt. Den machuwellistischen Ver- treiern Englands reichen die Vorkämpfer des russischen Parlamentarismus brüderlich die Hände."
Aus diesem Berichte ersehen wir ,wäe unsere auswärtigen Vertreter ebenso ime die deutschen die englische Friedenspolitik als wenig vertrauenswürdig beurteilten.
Das Schriftstück des Ministers des Aeußern beleuchtet sodann die Haltung Englands auf der Londoner Balkan- konferenz und sagt: „Die Haltung Greys war gutgläubig, insofern er eine Lösung der schwebenden Fragen und mithin den Erfolg seiner Bemühungen aufrichtig zu fördern bestrebt war. Gutgläubig war er auch, als er bei seinem abweichenden Standpunkt keinen Hehl daraus machte, daß die näheren politischen Beziehnngen zu Rnßlcrnd England eine rastlose Unparteilichkeit nicht gestatten. Bei der Verhandlung einzelner Fragen empfanden wir dies nur zu sehr."
Sodarm heißt es: „Während des Balkankrieges und nackr diesem konnte der Konferenz Zeit gegönnt werden; denn damals war noch keine der Großmächte durch eine offene Herausfordernng berührt. Allein Ende Juli 1914 konnte England, wenn ihn: der Frieden Europas wirllich an: .Herzen lag, ihn nur noch retten, wenn es das unserem berechtigten Auftreten gegen Serbien sich, in den Weg stellende Rußland nicht unterstützte und seine Neutralität erklärte."
Wenn Grey findet, die Entente sei nicht besiegt, sv können die Mittelmächte in aller Bescheidenheit darauf Hinweisen, daß sic es noch viel weniger sind. Ein Blick auf die Kriegslage entscheidet die Fraigie, welche Partei sich mit ihrem Standpunkte im Gegensatz zur tatsächlichen Lage befi:rdet, Wirklichkeit ist, daß als Ergebnis und Lohn unserer gerechten Sache und der übermenschlichen Leistungen unserer heldenmütigen Truppen die Wage des Weltkrieges aus allen Kriegsschauplätzen sich zugunsten unseres Bler- bundes geneigt hat, und daß wir diesen Erfolg uns nicht mehr entwinden lassen. Durch Zwang und Notwehr wurden wir in den Kampf gedrängt. Das verlieren wir auch nach unseren glänzenden Siegen nicht aus dem Auge. Unser Kr i e gs z i e l ist, unsere Sicherheit gegen die Meder- kehr solcher böswilligen Angriffe kräftig und dauernd zu gestalten. Wir erheben keine übertriebenen Forderungen. Aber diese Sicherheit werden wir im Feuer des Kampfes und in heiliger Begeisterung fest schmieden. Die Vorsehung allein weiß es, wie vieler Hammerschläge es 'noch bedürfen wird, ehe wir nns von dieser neuen Heimatgründung ausruhen können. Mein im Vereine mit seinen treuen Bundesgenossen wird Oesterreich-Ungarn ans dem mühevollen Wege seiner heldenmütigen Krastentfaltung nicht vor dem Endsiege innehalten. Bekanntlich erwarten unsere Feinde die Wende des Ktiegsalückes von jener großen, vereinten Krastanstrengung, zu der sie sich schon seit langem vorberetten, und von unserer Erschöpfung in jeglicher Achtung. Wir hüben alles getan und werden ohne Wanken alles tun, was zur Vereitelung ihrer Msichten erforderlich ist. Und auf Gottes 5)ilfe vertrauend, hoffen wir, ^daß auch diesen beiden Erwartungen unserer Feinde eine gründliche Enttäuschung beschieden sein wird. Durch die Fortsetzung des Kampfes können sie nur noch mehr Leid verursachen, aber die ehernen Schritte des Verhängnisses werden sie nicht anfznhalten vermögen. Die Friedfertigkeit der Monarchie ist jedem Zweifel entrückt. Mer die Worte Gwys vom 10. Mai auf uns anwendend, können auch wir sagen: Oesterreich-Unbarn und seine Waffengeführten können keinen Frieden dulden, der die Verbrechen dieses Krieges nicht gutmachen würde..
Eine Aussprache.
Budapest, 14. Juni. (WTB. Nichtamtlich.) Mgeord- netenhaus. Nach Tisza sprach Graf Michael Karolyi namens der Unabhängigkeitspartei. Er betonte im Anschluß an die Ausführungen des Ministers des Aeußern, daß die Monarchie ausschließlich eiuen Verteidigungskrieg geführt habe, und gab der Entschlossenheit Ausdruck, bis zur siegreichen Beendigung des Krieges durchzuhallen. Graf Julius A n d ra s s y erklärte namens der Verfassungsvartei bezüglich des wirtschaftlichen Kampfes, daß die Gefahr der Aushungerung «beseitigt sei. Es liege im eigenen Interesse des Landes, auch dafiir zu sorgen, daß die Bundes- und Wcrffengenossen das nötige Getreide aus seinen Beständen erhallen. Die volle Verantwortung für die Fortsetzung des Weltkrieges falle der Entente zur Last. Da die Gegensätze zwischen den Kriegführenden nicht zu überbrücken seien, bleibe nichts anderes übrig, als den Kampf hartnäckig bis zürn endgültigen Siege fortzusetzen. Der Redner besprach schließlich die.polnische Frage und wies darauf hin, daß der deutsche Reichskanzler bereits zweimal erklärt habe, er sei nicht geneigt, Polen an Rußland zurückzugeben. Auch wir, sagte der Redner, sind der Meinung, daß Polen nicht dem Zaren zurückgegeben werden darf. Der folgende Redner, Graf A p p ow y i, erklärte, gemäß der Aufnahme der hier und im


