Ausgabe 
14.6.1916 Erstes Blatt
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emdie kriegt- und zivilgefangenen Deutschen zur Auszahlung gelangen. Für die Angehörigen besteht demnach kerne Be- ' fürchtung, daß die jetzt zurückgehaltenen 20 Prozent für den Empfänger endgültig verloren sein könnten.

Die Behandlung kriegsgefangener deutscher Offiziere in Frankreich.

Berlin, 11. Jnni.iWTB.) DieNordd. Mg. Ztg." schreibt unter der Ueberfchrift:Beantwortung unberechtigter französischer Repressalien."

Die schlachte Unterbringung und unwürdige Behandlung kriegsgefangener deutscher Offiziere in einer An­zahl tum Lagern in Frankreich ließ von jeher mrßeiwrdentlich zu wünschen übrig. Mehr als einmal rvar die deutsche Heeresverwal­tung genötigt, im Jtrteresse der deutschen Offiziere mit Bergeltungs- matzregeln einzugreisen. Zu den als schlecht bekannten Lagern, wie beson^rs Fougeres, Fort Barraiux und Le Puy, kamen seit April enve Anzahl neu eingerichteter, in denen die Verhältnisse noch be­deutend mangelhafter waren, besonders St. Angean, Cam'sade, Cl-ergoux-Bedrere, Mrougöres, Serviöves und Mons par la Pah. Diese Lager sind außerordentlich überfüllt und befinden sich, in alten verwahrlosten und beschnmtzten Gebäuden. Das Mvbckar ist mehr als dürftig, und die hygienischen Einrichtungen sind, wie in Frank­reich landesüblich, äußerst mäßig. So fehlt unter anderem jede Badoeinrichttmg; nachts stehen Kotkübeln in den Zinrmern. Die frmizösische Negierung behauvtet, daß die Ernrichknng der neu­gegründeten sch lecksten Lager eine durch die Mißstände in den deutschen Lagern Mainz, Halle, Villingcn und Küstrin begründete AiaßregÄ sei. Diese Behauptung ist vollkommen will­kürlich, da in den. genanntst Lagern keine Mißstände bestehn!. Daß die kriegsgefangeucn Offiziere von diesen Gegemnaßregeln ihrer Regierung selbst überrascht sind, zeigen die folgenden Briese französischer Offiziere aus Villingen, in denen ausdrücklich hervor- gehoben wird, daß dort'kern Anlaß zur Klage l^estand.

TicNorddeutsche Allgemeine Zeitung" druckt dann längere dkbschurtte aus Briefen französischer Offiziere an ihre Angehörigen ab, in denen diese ausdrücklich und besonders die gute Unterkunft, Verpflegung und das günstige Klima hervvrheben. Das Blatt fährt dann fort:

Natürlich wird die Heeresverwaltung sofort die nötigen Maß­regeln ergreifen, damit in den schlechten französischen Offiziers­lagern und vor allem in den sogenannten Vergeltungslagern, bald menschenwürdige Zustände geschaffen werden. Frcmzösisckje Offiziere in größerer Anzahl wurden irr einigen Lagern vereinigt, wo in genauer^ Anlehnung an die aus Frankreich eingehenden Berichte möglichst ähnliche Zustände geschaffen find. Im Interesse auch» der französischen Offiziere in Deutschland kann nur gehofft werden baft die französische Regierung nun endlich die Zustände in der Offizrersgefangenenl-agcrn von Grund auf verbessert und der Will kür der Kommandanten schleunigst ein Ende bereitet."

n'meg eccumrn. D-o^ettt war ihuul das Diktattrrgefetz bei KriegsMlsbnuch.

Am

k>c r lo^o; | mu t xu>t4. i i)

Griechenland.

rlin, 13. Juni. (Priv.^Tel.) Die

B.Z.a.M." be­

richtet: Nach einer Londoner Meldung desEcho de Pari verlangt die Entente die völlige Demobilisierung des griechischen Heeres, sowie die Absetzung der griechischen Beamten und der griechischen Polizei, die das unberechtigte Vorgehen gegen das Ententeheer" ermöglicht hätten.

Berlin, 13. Juni. (Priv.-Tel.) DieB. Z. a. M." be- richtet: Im Hasen von Marseille sind neun griechische schiffe interniert und weitere im mittelländischen Meer angehalten und nach Marseille zurückgebracht worden. 22 griechische Schiffe wurden von Mylos nach Biserta geführt.

DieB.Z.a.M." meldet aus Genf: Der griechische Deputierte Strapos hat Venizelos wegen einer im interview gemachten beleidigenden Aeußerung zum Duell gefordert.

P a r i s, 13. Juni. (WTB. Nichtamtlich.)Pettt Journal" nleloet aus Athen: Der Ministerrat hat unter dem Vorsitz des Königs endgültig beschlossen, die allgemeine Domobili- sierung anzuordnen.

Der Seekrieg.

Der ttabmettswechsek in Italien.

Berlin, 13. Jnni. (Priv'-Del.) DasBerl. Tagebl/ meldet ans Lugmro: In Mailand fanden gestern Kund- g e b uu^nt der Kriegspartei, die ein Kabinett Bissolati verlangt, statt. Die Redner richteten offen Drohungen cm den Kv>n i g, falls er nicht ein kriegsfreundliches Mini sttpiuin gründen werde. Im ganzen Lande treffen die revo lutionären Klubs Anstalten für einen Aufstand, falls das neue Kabinett friedensfrenndlich werde. Man hört vielfach Aufforderungen z-um Sturze der Monarchie, wenn sich diese schwach" «erweisen sollte.

Bern, 13. Juni. (WTB.) Mailänder Blättenneldungen zufolge kam es in der gestrigen Kammersitzung, die eigentlich nnr für die Mitteilung der Demission des Ka­binetts war, zu äußerst stürmischen Zwischen­fällen. Turati griff die Regierung wegen der Nicht- unterdrücknng der Maiunrirhen in Mailand im Jahre 1915 an, wobei sich der Pöbel an dem Privateigentum der deut­schen und österreichischen und selbst der schweizer Bürger vergriffen hatte. Wir hoffen, schloß Turati wörtlich, daß solche Gewalttätigkeiten, wie sie die Regierung damals in Mailand gestattete, nickst mehr Vorkommen werden Bei diesen Worten sprang Salandra erregt auf und schrie Turati ins Gesicht: Das ist eine Lüge und Gemein­heit. Hierauf entstand ein allgemeiner großer Tumult. Die verschiedenen Gruppen riefen einander dite heftigsten Beleidigurlg-en zu, die Sozialisten besonders wandten sich Men Salandra. Der alte Präsident Marcora war nicht imstande, den wüsten Lärm zu übertönen. Salandra wieder­holte immer erregter die obigen Worte. Die Sozialisten antworteten mit anderen Anschuldigungen und Beleidi­gungen. Schließlich ergriff Salandra sein Portefeuille und verließ den Platz, während die Sozialisten weiter lärmten. Am Ausgang des Saales warf Salandra sein Portefeuille empört auf einen kleinen Tisch, während Abgeordnete ihn umringten und zu beruhigen suchten, worauf Salandra den Saal verließ.

Bern, 13. Juni. (WTB.) Soweit sich die Schweizer Blatter mit der italienischen Kabinettskrise befassen, er- ivarten sie ein stärker nchch links orientiertes Ministerium und damit eine verschärfte Krie gsp o tit ik. Die. Sorge für den Sieg der Alliierten werde derNeuen Zürcher Zeitung" zufolge mehr ahs bisher vor der Sorge für die Interessen Italiens den Vorrang erhalten. Nicht ausgeschlossen rst dabei, daß sich dies bereits auf der Pariser Wirtschastskonferenz bemerkbar machen wird. Eine Schwen­kung in der italienischen Haltung zu Montenegro unb Ser­bien wäre für den Ausgang des Krieges von noch größerer Bedeutung. Man entdeckt in den Ereignissen vom Samstag unschwer die Finger des englischen und französischen Bob-- schafters in Rom. /

Kabinett Boselli.

(WTB.)Giornale d'Ftaliw

ver-

Das neue

Berlin, 13. Juni.

Zeichnet das Gerücht/ daß der Abgeordnete Bo selli den mnllichen Auftrag erhielt oder in Kürze erhält, ein Ka­binett zju bilden. Man wisse nicht, ob Boselli geneigt ist, BWung desselben zu übewiehmen; wenn ja, so würde er ein Kabinett auf nationaler Grundlage bilden, rvie Es d,e Stunde verlange. Man glaube, daß Boselli, der von allen Parteien sehr hoch geschätzt wird, sofort die nötige Unterstützung finden würde.

Rom, 13. Juni. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung der Agenzia Stefans. Boselli hat heute morgen Schritte zur Bildung oes Kabinetts begonnen. Er wirb im Laufe des Tages den Besuch einiger Politiker empfangen, oie er zur Besprechung der Lage gu sich berief.

Die Beauftragung Bosellis mit der Kabinettsbildung kommt überraschend schnell, nachdem der König nnr wenige Pvlittker angehö-rt hat mit dem offenbaren Zwecke, die Krise baldigst zu beendigen. Boselli besitzt, so schreibt man der Ztg", eine reiche politische Erfahrung, er war M-chnal Minister, für Ackerbau, Schatz, Finanzen und Kul­tus; er ist Präsident des italienischen SchulvereinsDante Mighi-eri" und verttitt einen liaurischen Wahlkreis in der Kam«ier Trotz seines Greifenalters ist er körperlich und Leiskig rüstig. ^ r

Der König hatte Boselli auch im Mai 1915 dir '

mit bex Ka­

binettsbildung beaufttagt, als Salandra infolge der Opvo sition Giolittis zurücktrat, doch lehnte Boselli damals init rur ^Degrundung ab, Salandra müsse bleiben, um den

DieTubantia"-Untersuchmrg.

_ . 13. Juni. (WTB.) DieNorddeutsche Allgemeine

Zeitung bringt eine ausführliche Veröffentlichung über die Unter­suchung derDubantta"--AngLlegenhett. Bon zuständiger Stelle ist danach der niederländischen Regierung als Ergebnis der deutschen Untersuchung mitgeteilt worden, daß die in den Rettungsbooten der tubantta" gefundenen Dorpedoteile von dem dentschen 45-Zenti- n ntet>23 do ncd®rpedo 2033 herrühren. Dieser Torpedo ist ain E März 1916 nachmittags 4 Uhr 43 Minuten 4 Seemeilen 7wrd- öpsich des Noordhinder Feuerschiffes vo:i einem deutsck)-en Unter­seeboot als F e h l s ch, u ß a u \ einen britischen Zerstörer abgefenert worden. Diese Tatsache wird durch eine dem Artikel derNorddeutschen Mtgemeinen Zeitunch^ bei gefügte Erklärung des deutschen Admiralstabes Pom 9. Juni belegt. Ter verschossene Torpedo 2033 ist von keinem dentschen Unterseeboot oder einem anderen dentschen Kriegsfahrzeug wieder an Bord genommen wor­den, wie dienstliche Meldirngen aller in Frage kommenden Kom­mandanten bestätigen. In der Nacht vom '15. zum 16. März, wo dieTubantia" .uuterging, befand sich kein deutsches ^ fi uchbovt oder ein anderes deutsches Kriegsfahrzeug innerhalb zehn Seemerlen um die Untergangsstelle derTubantia", wie aus den diensckrchen Meldungen aller in Betracht kommenden Kriegs- lahrzeuge hervorgeht. Tie Gutachten der technischen Sachver- sland'.gen lassen es wohl als möglich erscheinen, daß das Schm gegen bcn treibender! Torpedo gestoßen ist. Fehlgegangene Torpedos können oft viele Tage umherschavimmen, wobei der exploswnsfähig bleibende Kopf in Schräglage mehrere! ..'l.etcr unter Wasser bei einem Zusammenstoß mit einem Gegenstand explod!eren muß. Die erschöpfende deutsche Untersuchung hat zur lleoerzeugung der deutschen Regierung ergeben, daß kern deutsches Krregssahrzeug dieTubantta" versentte. Dem Attikel sind an- . geschlossen eme Erklärung des deutschen Admiralftabes über die in ^Ealtenen tatsächlichen Angaben, ferner ein Gutachten des Werftdapartements des Reichsnmrrneanttes über die Beschädi­gungen derTubantta" und die daraus zu zieherrderr Schlüsse.

1itc.N1 l I l h C

Molmv, 13. Jmri. (WTB.) Das Ritzansche Bureau meldet: c 0 Sv im ty er /,E wm h" aus Stockholm ist gestern nachmittag in errr Mrnenseid bei Falsterbo gevccken 'und wurde in die Luft ge- 1 p r e n g t. Ein Mann wirrde durck). die Explosion getötet, vier andere und ettrunken. Der Kapitän 'imb die übrigen vier Manch der 3>esatzung wnrden in Malmö gelandet.

A m u iden , 13: Juni. (WTB.) Ter Kapitän des norme- grschen DampfersBure" erzählte, daß sein Schiss am *' A$Uin, um 4 Uhr 50 Minuten nachmittags Greenwicher Zeit, 55 Grad, 39 Minuten und 30 Sekunden nördlicher Breite und 3 Grad, 50 Minuten und 30 Sekmrden östlicher Länge gesunken ist Obwohl er und feine Leute weder ein UBoot noch, die Wetlen- bahn eines Torpedos sahen, hatten sie doch den Eindruck, daß der ^-ampfer nicht auf eine Mine gelaufen, sondern von einein Torpedo getrosten worden ist. Sie sahen ungefälir um 1 / 2 6 Uhr, als sie sich im Schnfssboot in der Nähe der Unfallstelle befanden, das Periskop eines Unterseebootes aufiauchen und rasch wieder ver­schwinden.

Stockholm, 13. Juni. (WTB. NichtamtlicheAftonbladet" meldet: Der deutsche DampferHollandia" wurde heute auf dem Wege nach Lick es innerhalb der schwedischen Hoheits gewässer von einem russischen oder englischen Unterseeboot beschossen. Ter letzte -Lchuß fiel, -als der Dampfer iurr eine Minute von der schwe­dischen Küste enffernt war. TieHollandia" wirrde jedoch- n r ch t getroffen.

Tim bm Reitze.

Die Reichsckleidungsstekle.

Die weitgehend Sicherimg der Web-, Wirk- und Strickwaren durch die Heeresverwalttmg fi'rr mckitärische Zwecke und die im Unteres,e dieser Sicherung am 1. Februar 1916 angeordnete Be- Ullagnahme eines großen Teiles der vorhandenen Gespinste iirnd Bekleidungsstücke hat den Verkehr mit den genannten Waren für den Bedarf der bürgerlichen Bevölkerung so beeinflußt, daß eine be­hördliche Regelung und Verwaltung der Bestände geboten war Diesen Zweck verfolgt die Bekanntinachung überdie Rege­lung des Verkehrs mit Web-, Wirk- und Strrck- waren für die bürgerliche .Bevölkerung vom 10 Juni 1916.

, Die ^ neue Bundesratsv-erordnung bezweckt houpttächkich die glerüMamge Verteilung und den sparsamen Verbrauch der vor­handenen Bestände, danttt bei einer noch so langen Tauer des Krieges kein Mangel eintcitt und auch nockt Vorräte vorhanden find, wenn nach Fnedensschluß durch Rückkehr von Millionen von Kriegern in die bürgerlichen Berufe ein starker Bedarf einsetzt Neben der Fürsorge für die B^darssbefrüdignng der Bevölkerung im allgemeinen, soll die durch die Verordnung geschaffene Reichs­bekleidungsstelle Web-, Wirk- und Staren für die Behörden, die öffentlichen und privaten Krankenanstalten und ähnliche Anstalten bereilstellen, die Stoffe für die notwendigen Uniformen der bürgerlicli-en Beantten besorgen und die Herstellüna und den Vertrieb von Ersatzstoffen fördern.

Die der Verivaltungsabteilung obliegende Verbrauchs­regelung erfolgt nicht auf der Grundlage einer Beschlagnahme der in Deutschland vorha,rdcncn Bestände. Man hät von einer olchen ti es ei nsch neid L nde u Maßnahme Abstaiid gcnomnien vielmehr dem legitimeii Handel möglichst viel ^Freiheit gelassen und nur dort cingegriffen, wo dies zur Stteckimg der Vorräte und zur Verhinde­rung preistreibender Spekulationen nöttg erscheint Dies^ Ziel soll vorläufig erreiclst werden, durch eine Beschränkung des Ab- wtzes im Kleinhandel bis 1. August 1916 (Konttngent) und nach diesem Zeitpunkte dauernd durch Aufhebung der Bezugs- freiheit und Erlaubnis der Angabe im .Acinverkehr lediglich geaeu Bezugs)chein. Um deii sogenannten Kettenhandel zu ver- huidern und den Verbrauch einzuschränken, ist angeordnet, daß Fa­brikanten und GroMandler nnr au solche Abnehmer Ware liefern d-itten. nick denen sie bereits vor dem 1. Maß. 1916 in dauernder. Gefchattsverbindung gestanden l-abcn, ferner daß die gewerbsmäßige Herstellung von BckleidmigsMcken nur dann vor genomulen tverden darf, wenn der Gewerbetreibende von seinen Müden einen fcften Auftrag schriftlich erhalten hat, in dem Stückzahl und Preis für reden Gegenstand angegeben sind.

Zur Sicherung der Vorräte hat jeder Gewerbe-

t r eiben oe, der Kleinhandel Mit den von der Ver­ordnung ergriffenen Waren betreibt, un Verzug-

11 -O " ,'Ul Uull ^

T i n b 1 i ci" c u W a v r n auijunc h m e n. Hierbei finb die bei- if 1 .^ en . Kieinhaudelsverkaufspreise unter Zugrundelegung der ereile nnzipetzen, die deni in der Bekanntmachung über Preis- UZchrankuugen bei Verkäufen von Web-, Wirk- und Strickwaren vom. ^ 0 . Marz 1916 vorgeschriebenea Preisen entsprechen. Vor Abschluß der Inventur dürfen die Waren nicht ^ 55 uu ß e r t werden. Nach Abschluß der Inventur dürfen von K? Fn.der ausgenommmen Waren bis 1.Angust1916höch- n e n s ^ 0 v H., n a ch d c u i n d e r I n v e n t u r e i n g e s e tz t e tt 6 veränßett werden. Vom 1. August 1916 ab

dunen Gewerl'etrerbende im Klcinhand,'l und in der Maßschneiderei f^rrL V Verordnung ergriffenen Waren nur gegen Bezugs- andre Vwbraucher veräußern Die Bezugsscheine sollen nur ^ T 9 I J. e und auf Antrag mteilt werden. Der ?^ 0 'teller neup die Nottvendigkeit der Ansckwffrlng auf Ber- Beläitigungen der Antragsteller werden ÄwJl" bnr Neichsberleidun.zs!>!le aufzustellenden Grund- ^ lt Bezugsfctxnne werden von einer diirch cm^EEDentralbAorden zu bestimmenden Behörde des Wohn- ]%£ r? Au^agftellers ausgefettigt werden Wer auf Steifen geht. B^ar^alle vor ferner Abreise sich den Bezugsschein be- Bezugsscheine sind freizügig, d. h sie be- Reiche zum Einkauf der darauf be- sonstigen Waren. Dadurch wird gewerbetreibende s.ttne Kunden behäfi,

^ m b£,t beu°ch'

^ ?}!} ^ er y ii}m - ^upeh die Verordnung erteckten Vollmacht

*3? ^r-zeichms derjenigen GegenstÄide er- lassen,^ auf welche die Vorschrift der Bekanntmachung, abgesehen vE emi^n Ausnahhmm, fetm Anwendung fiL (fr Ti* Itft 0 ^itöBcfoniiepe fallt für die in der Freckiste enthaltenen )ott. Für sie ist auch ein Bezugsschein on Berkauf uiiterliegt Nicht der Beschränkung

N 20 v. H. wahrend der Uebergangszeit. Wohl aber finden bte Borfchrifien, wonach Großhändler nur an solche Abnehmer Ware liefern dürAi, mit denen sie berecks vor dam 1. Mai 1916 in dauemider Geschäfisverbindung gestanden bälxvi, die Borschrifieir über die gSverbsmäßgre Herstellung von Bekleidungsstücken und die LLLL R»llerd.n^stcllc M.henden

^ Verbrauchs solcher Gegenstände, die hanptfachlick) dem Luxus oder der Wnnehnckichkeit dienen, ist durchs kern öffentliches ^-nbereffe gebotm: sie würde vielmehr wetten Nachteil gereichen, weil sie viele Personen, die mit Herffellung folcher Erzeugnisse beschäftigt sind, brotlos macht, loeriven durch ^dic Freigabe solcher Erzeugnisse Waren gespart, deren die Masje per Bevölkerung zu ihrer Bekleidung ww, s' 37 ^ vermißen werden, daß bereits settiggestellte, unterworfene Konfektion nicht am Lager bleibt, da- ch unmodern und teckweise wertlos wttd imd zum Schaden der Allgemmicheit verloren geht. v

deren eingehende Durchsicht für jeden G> ^rouveiidig ist, enthält n. a. Stoffe aus Seide und Haiweide, sowie gewisse Waren daraus. Bänder, .Kordeln, Schnür- ^5-:'?^>entcager, Strurnpfbänder, Spitzen, Besatzsttckereien, Ta- Mutzen, Hute, Schleier, Schirme, Teppiche, Bettüber- oecken, farbig? Tnchdeckeri. abgefmßte Gardinen, und Vorhänge, Tüll- garmnen gewifse wollene Damen- iaib ManLelstoffe, gewisse baum- wollene Kleider- irnd Schürzetistoffe, gewisse 5>errenstofse, Pelze, ^auglingswasche, Tafchentücher, Korsette und Korsettschoner, qe- musterte weiße Ti,chzeuge. Kragen, Manschetten, Krawatten u a. m. Vielfach find Stoffe und Waren freigegeben, deren Preis ein,' oeftimmte G^nze überschreitet, wie z. B. fertige Rockanzüge für Herren übyr 7p Mark, Tamenmäntel über 60 Mark, Kleinhandels­preis. Eme innstliche Erhöhung billiger Waren aus oder über diese H-rcigrerM ist unzulässig, weil nach der am 1. Aprll 1916 in Kraft ZL^Ei Bundesratsvero rdmmg über die Poeisbeschränkmige!, Web-, Wirk- und Strickwaren zu kettiem höheren Preise verkauft, werden.würfen als dem, den der Verkäufer bei Gegenständen und Berranfen glerchex oder ähnlicher Art innerhalb'der .Kriegszeit vor dem 1. Februac 1916 zuletzt nachweislich erzielt oder als Verkaufspreis f^tge,etzt hät. Fehlt es an einem solchen Preise ^wr smd du Gestehuiigskosten zuzüglich Unkosten und angemeffenen ^Ennne hoher als dieser Preis, so sind die Gestehungskosten z-u-. zuglich Unkoften und angemesseueu Gavinne maßgebend.«r K^uler welcker glaubt, übervorteilt Ar sein, kann binnen 2 Wochen nach Abschluß des Kaufes FeUtellung des Preises durch ein Schiedsgericht beantragen.

Reicktsbekleidungsstelle und den zur Ueberwachnng der Vorichrifien bettauten Personen sind Lim fangreiche Befugnisse zur Kvntrollierung der Durchführung der Ber- ^ r a n u u g gegeben. Sft können u. a. Warenlager besichttgen, Auskimtte eruholen und Gff chä ftc- aufzeich. iungen eins ehe n. Die zu­ständige Behörde kann Betriebe schließen, deren Leiter sich in Be­folgung der Pflichten, die ihnen durch die Verordnung auferkegt find, unzuverlässig zeigen.

.. . Zuwiderhandlungen gegen die Vorschriften der Berordnämg smd Mit Gefängnis oder Geldstrafen bedroht.

*

.... ^er lin, 13. Jmri. (WTB.) Der,Mttchsanzeiqett^ ver» offentlrcht die Blckrmnttnach.mrgen betreffend Aenweruntzien der Berordrmngen über aerichtlrche Bewilligung von Zahlungsfristen uno über die Folgen der nicht vecht- zeittgen Zahlung einer Geldfordermrg, ferner über die K- willigung von Zahlungsfrisben an Kriegsteilnehmer und dre Geltendmachung von Hypotheken, Grundschrllden und Reiipenschulden, über die Regelung des Verkehrs mit Web-, Wirk- und Strickwaren für die bürgerliche Bevölke­rung, aufterdeni betteffend die von der Mgelung des Ver­kehrs mit Web-, Wirk- und Strickwaren für die bürgerliche Bevölkerung ausgeschlossenen Gegenstände.

. Berlin, 14. Juni. Wie demLokalanzeiger" berichtet wird, beschlossen in M a n n h e i m die Vertreter der H i r s ch- Dunckersch en, der christlichen und der freien Tabakarbeiter-Organisationen in einer geinein- samen Sitzung, eine 25prozentige Lohnerhöhung zu fordern.

Vom Berliner Arbeits markt schreibt' der Vorwärts": Die Zahl der bei 38 Verbänden der freien lGewerkschaften ermittelten A r b e i t s l o s e n ist in der Woche vom 29. Mai bis zum 5. Juni von 2372 auf 2133, das ist um 239 oder 10,8 Prozent gesunken, zum größeren Teil als Folge der Mehrbeschäftigung von Holzarbeitern, in ge­ringerem llmfange als Wirttmg steigender Nachsinge von Töpfern. Endlich haben auch die zahlreichen Mmeldungen vmi Arbeitslosen während der Psingsttvoche Einfluß geübt.

Das Ergebnis des Nichtrauchertages in Sach- sen war, wie dasBerliner Tageblatt" meldet, ein Zusam­menkommen von 190000 Mark in bar, davon allein 40000 Mark in Dresden.

Asss Stabt unb '£anb.

Gießen. 14. Juni 1916.

Erlrteaussichten im hinteren Bogelsberg.

Ta das Frühjahr regenreich! war. stcht das Gras unseren Wiesen in einer solchen Fülle, wie seit Jahren nicht. Besonders schars ist der Gegensatz znm vorjährigen Grasstand. Nur die befteu Wiesen brachten damals neben der geringen Heuernte einen Grummetertrag. Tie Weiden und Bergfviesen sal)-er aber braun verbrannt ans. In diesem Jahre haben wir eine vorzügliche Heuernte. Von schlechteren, sog.einschürigen" Wiesen erlasst mau einen zweiten Schinttt. Sobald die regnerischen Tag? der Pfingstwoche ovrbei sind, wird man liier allgemein mit beirt Mähen des Heugra,es beginnen Ter Klee zeigt einen für unsere Höhenlage beachllnswert guten Stand. 9luf mana>n Aeckern ist der zwecke Wuchs fast handhoch. - Tie Weiden haben sich