Kr. M
Der Sietzener Anzeteer
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Mittwoch, H- Juni $16
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General-Anzeiger für Oberhessen
Die Durchbruchsversuche der Russen.
(WTB.) großes Hauptquartier, 13. Juni. (Amtlich.)
Westlicher Kriegsfchauplatz.
Gegen einen Teil unserer neuen Stellungen auf den Höhen südöstlich von Ypern sind seit heute örtliche Angriffe der Engländer im Gange.
Auf dem rechtenMaasufer beiderseits des von der Feste Douaumont nach Südwesten streichenden Rückens schoben wir unsere Linien weiter vor.
Oestlicher Kriegsschauplatz.
An der Düna, südöstlich von D u b o n a, zersprengte das Feuer unserer Batterien eine russische Kavallerie-Brigade. Nordöstlich von Baranowitschi war das feindliche Artilleriefeuer lebhaft.
Die Armee des Generals Grafen v.Bothmcr wies östlich von Przewloka an der Strypa feindliche Angriffe restlos ab.
Bei Podhajce wurde ein russisches Flugzeug von einem deutschen Flieger im Lustkampf bezwungen. Führer und Beobachter — ein französischer Offizier — sind ge fangen, das Flugzeug ist geborgen.
Balkan-Kriegsschauplatz.
Nichts Neues.
Oberste Heeresleitung.
Daß die russischen Kräfte aus dem Weltkrieg noch nicht völlig ausgeschatbet waren, konnte nran annehmen, auch nachdem sie lange Zeit operationsnnfähig blieben, um sich von den Schlägen dies letzten Sommers zu erholen und sich umzugruppi-even. Jetzt sind sie mit frischer Kraft z-u ihrem alten Angriffsziel, Galizien, zurückgekehrt und haben zweifellos Erfolge erstritten. Die österreichische Front ist wohl nicht durchbrochen, aber an einzelnen Stellen stark z urückgebogen worden.
Aus den jetzt Vorliegenden Meldungen der Obersten Heeresleitung unseres Verbündeten geht, so schreibt die Köln. Ztg., hervor, daß unter ganz ungeheuerlichen Verlusten dre Russen zunächst an der besfarabischen Grenze Mer die alten österreichisch-ungarischen Stellungen vorwärts gekommen sind und mit Bortruphen die Orte Zada- gora, dicht nördlich von Tschernowitz, Sniatyn am Pruth, genau westlich, und Hovödvnba an der Bahn von Kolomea nach der Landes grentzie erreicht haben. Hier ist also die Front unseres Bundesgenossen zurückgedräugt worden und der Raum am Einfluß des Sereth in den Dnjestr in der Hand 'des Feindes. Nördlich von Hvrodenka fliegt dem Dnjestr von Norden die Stryipa zu. Das Ostufer des Flusses ist aufgegeben worden am Unterlauf bis in die Höhe von Jvstotiez Anschließend darmr über Buckzacz und die Gegend nord westlich von Darnopol scheitern dagegen die russischen Angriffe und wurden an einzelnen Stellen, wo sie Erfolg gehabt hatten, durch erfolgreiche Gegenstöße sofort wieder ausgeglichen. Ebenso stellt sich die Lage dar bis in die Gegend östlich von Bvodh, wo erbitterte Kämpfe bei Sapanow westlich von Kremeniez noch im Gauge find. Mit den größten Massen erfolgte die russische Offensive aus dem Raum der Festung Rowno gegen Dubno—kLutzck, wo die öst-erreichischi- ungarischen Stteitttäfte au den Putilowkabach vorgeschoben ivaren. Die guten Verbindungen durch Straßen und Bahn, dre Rowno mit dem Hinterland besitzt, ermöglichten den Russen, immer neue Verstärkungen heranzuziehen. Das Gelände gestattete unserem Burrdesgenossen nicht, vor dem Styr eine Aüfrmhmestellnng zu beziehen, und seine Truppen mußten unter dauerirden schweren Nachhutkämpfen nach Westen. Es gehört zu den schwierigsten Aufgaben, die Führern wie Truppen gestellt werden können, unter solcheü Umständen abzuzieheti, wenn nicht Reserven gegen die Flanken des Verfolgers einwirken können. Daß die Einbußen unseres Bundes genossen empfindlich gelvesen sind, liegt in der Natur der Sache begründet, die russischen Erzählungen kann man aber mit gutem Gewissen als maßlose Uebertrei- ^""6 'abweisen. In diesem Teil der Klampfftont gelangte russische Reiterei bis Dortschin, westlich von Luzk. Gehalten ovgegen die Linie des Styr, wo Uebergangsversuche nach anfänglichem Gelingen schließlich doch scheiterten, so der russische Vormarsch von hier aus flankiert tvird. ->^der Angriff, taktisch wie strategisch, trägt in sich ein Mo- ment der Trägheit, das mit seinen! Fortschreiten sich steigert und schließlich zu seinem Erlahmen fuhrt, wenn der Sreger mcht den genügenden dauernden Nachwuchs an Kraft erhält. Er gel-mrgt an einen toten Punkt. Manche Anzeichen tonnte man dahin deuten, daß bei Luzk dieser tote Punkt bereits erreicht ist, doch wird man besser tun, die Nachrichten der nächsten Tage abzuwarten, ehe man ein Urteil fällt Fassen wir dre Lage noch einmal zusammen, so ist der rechte osterreichisch^irngarischc Flügel aus seiner vorgeschobenen Ausbiegung zurückgenommen. Das Westnfer der Strypa an der auch die Armee des Grafen Bothiner sicht, wird gehalten, und ebenso die Linie bis in die Höhe südwestlich von Dubno. Um Luzk zeigt die Front eine Ausbuchtung nach Westen, das westliche .Styrufer über Kolki und Chartorysk ist im Besitz unseres Bundesgenossen.
u 5? Bew ^inen Grund, übergroße Besorgnisse zu
hegen, alo tonnte es den Russen gelingen, wieder so weit vor- zudringen, als es im Anfang des Krieges geschah. Oester- u C a -k r, ^ ^.9 en an g r i f f e sind an allen Hauptein- m uchsstellen nachweisbar, haben aber offenbar nur im Raume ^arnopol stärkeren Erfolg gehabt, während westlich Luzk, an oer Polonka, nur Teilerfolge erkämpft wurden und bei Mly notv und Dubno ebenfalls unter Nachhutverlusten zurnck- gegangcn werden mußte. Der Rückzug gravitiert in der Richtung Brody Lemberg, auf das vielleicht auch von Tgrnopol uno Zaleszczyki aus zurückgegangen wird.
^hen also jetzt, so beißt es in einer Betrachtung des Ber- ' vor bet großen und entscheidenden Frage, ob die österreichisch-ungarische Heeresleitung den Stellungskrieg in Aufnahmepositionen und durch taktische Gegenangriffe ans flan- klerenden Rachbarraumen fortsetzen will, oder ob sie, der Rot und vielleicht auch dein eigenen Trieb gehorchend, den ihr taktisch ans erlegten Zwang zur Wiedererlangung der operativen Hand- Et, indem sie zum Bewegungskrieg zurückkehrt. Ist letzteres der Fall, so muß sie mit der Preisgabe gron^ Raume rechnen, um die Bewegungsfreiheit zu erlangen und au-It; S neL ,A U ^ugen, sich neu zu gruppieren und mit den aus Grabenkamps -und Durchbruch geschultem Truppen zu m a n ö v e r i c- r en. Natürlich bedarf es dazu aus Seite der Zentralmächte einer starken und beweglichen Artillerie, also der Zurückbringung des tostdaren Materials und einer Lösung vom Feinde, sowie unberührter Reserven. Ter genaue Verlust der Oester
reicher an Gefangenen ist noch in Frage zu stellen und zwar um so mehr, als die von den Russen angegebene Gesamtzahl zu der von ihnen genieldeteu Anzahl an erbeuteten Geschützen in einem auffallenden Mißverhältnis steht.
blutigen Verluste.stnd entsprechend den taktischen Verhältnissen sehr schwer, lassen sich aber nicht in Zahlen fassen. Die Entwick
lung'kueser glänzend eingeleiteten und mit enormen Mitteln aus- gesuhrten Offensive, bei der französisch' St übler und Flieger, belgische Panzerantomobite, japanisch- Artillerie und amerikanische JJcuimum tätig waren, hat gezeigt, wie gefährlich es war, Rowno und Sarny in den Händen der Russen zu lassen.
Das Zusamwennehmen der stärksten russischen Kräfte an der rumänischen Grenze hat die Türken entlaste!. Sie werden sich voraussichtlich wieder Erzeruin holen, noch bevor ui Galiz,e,i die Entscheidung fällt. Es ist sicher, daß de^ deutlche Generalstab auf die Dinge im Osten sein scharfes i£r tct ' ^erin schon der Betrachter inr Berner „Bund , von dem wir die obigen Ausführungen entnommen haben, an anderer Stelle sich zu der Auffassung bekennt,, a?o 3y ll frntttottott3t)UTtft der russischen Offensive erreicht ist und die Gegenoperation wirksam zu werdeii beginnt, so dürfen wir zur Bereitschaft unserer verbündeten Heere ein itod) größeres Vertrauen haben als der.Kritiker im neutralen Lager. Die Verhältnisse liegen heute günstiger als 1914, wo General Brudermann vom 26.—30. August gegen dreifache uebermackit rin Felde lag, bis er auf Lemberg geworfen wurde. Die Militärische Organisation und das Zusammen^ arbeiten der verbüiideten Mittelmächte arbeiten heute zu prä- Hunten ^ bcn Russen bauern* Erfolge beschieden sein
Der iürkischc Bericht.
.Konstantinesiel, 12. 3üni. (WTB.> Amtlicher Leeres, bericht. An der Iraksront keine Veränderung.
An der Kaukasus-Front machten ivir im Laufe örtlicher Kampfe am rechten und linken Flügel eine Anzahl von Gefangenen und eroberten eine große Menge von Gewehren, Telephonapparatm und Lchützengrabenmaterial. Das in unserem gestrigen Bericht gemeldete Gefecht, toelches mit der Vernichtung von ungefähr tausend rustiscken Kavalleristen endete, fand bei dem Flusse Zappe südlich des Ortes Tscheuleureck und östlich der Ortschaft Am a.dien, statt.
.Gestern vormittag tvarfen fünf feindliche Flugzeuge ungefähr kbuszrg Bomben aus Smyrna ab, die einige Männer, Frauen utw Koider töteten und einige Häuser zerstörten
Ans den anderen Fronteil liegen keine wichtigen Meldungen vor.
Enver Pascha beim Sultan.
, K o n st a n t i n o p c l, 13. Juni. (WTB. Nichtamtlich^
Krreasmrnrster Euver Pascha wurde gestern nachmittag vom Sultan ln Audienz empfangen, wobei er dein Herscher die englische Fahne, die während der englischen Besetzung aus dem Re- glerungsgebäude in Kut-el-Amara geweht hatte, sowie dic Sabel von vier englischen Generälen und etiva dreißig englischen OsNSrereu, die gefangen genommen worden ivaren, vorlegte. Der Sultan ivar lebhaft befriedigt, ordnete die Aufbewahrung dieser Siegestrophäen der türkischen Armee im alten Palast von Tepkapn an und entließ Enber Pascha äußerst huldvoll.
Der Ssterreichisch-uugarische Tagesbericht.
Wien, 13. Juni. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: 13. Juni 1916.
Russischer Kriegsschauplatz.
.„Am Pruth südlich vonBojan wurde ei» russischer An- gnff abgrwiesen. Jn Zadagora.Snyatin und H 0 ro- Dntftt fft feindliche Kavallerie einqerückt. Bei Bnrkanow all der Strypa scheiterten mehrere russische Vorstöße. Nordwestlich von Tarnopol stehen unsere Truppen ohne Unterlaß im Kampfe.
. Bei Sapanow wurde ein russischer Angriff durch unser Geschutzfeucr vereitelt. Südwestlich von Dubno tr,even wir einen feindlichen Kavalleriekörper zurück.
In Wolhynien hat feindliche Reiterei das Gebiet vo" Torozyn erreicht-, es herrschte zum größten Teil Ruhe Bei Sokul am Styr trieb der Feind seine Truppen zum Angriff vor^ er wurde geworfen.
Auch bei Kolki sind alle Uebergangsversuche der Russen gescheitert. Die Zahl der hier eingebrachten Gefangenen stieg
•*^11 M \7 T/l f .
JtalienischcrK riegsschau platz.
An der Front zwischen Etsch und Brenta und in den Dolomiten waren die Artilleriekämpse zeitweise, wenn die Sichtverhältnisse sich besserten, sehr lebhaft. An mehreren Punkten erneuerten die Italiener ihre fruchtlosen Angriffsversuche.
S ü d ö st l i ch e r Kriegsschauplatz. Unverändert.
Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs i > v. k^ö fe r, Feldmarschalleutnant.
Ereignisse zur See.
Am 12. morgens drangen drei feindliche Torpedoei nh eiten in den .Hafen von Parenzo ein. Sie wurden durch Abwehrbatterieu und Flugzeuge vertrieben. Ihr Geschützfeuer blieb wirkungslos. Nur eine Mauer und ein Dach wurden leicht beschädigt, memand verwuiidet. wäh rend dic Batterien und die Flieger Treffer erzielten.
Mlottenkommandn
Deutsche Ui,d französische Justiz.
Berlin, 14. Juni. (WTB. Nichtamtlich.) Die „Norddeutsche Allgemeine Zeitung" schreibt unter der Ueberschrift: Deutsche und französische Justiz:
Zwei in Deutschland kriegsgefangene französische Offiziere. Leutnant & e I c <t) f e und Leutnant Hcrve, nmrvM vor kurzem wegen Gehorsamsverweigerung zu 1 und V/ 2 Jahren geftungsha f t v erurteilt. Sic hatten sich geweigert, dem Befehl, zum Appell auzutreten, Folge zu leisten, indem sic Krankheit vorschützten. Dem deutschen Vorgesetzten, der sie zum Appell abholen sollte, leisteten^ sic tätlichen Widerstand, Leutnant .Herde ließ sich mißerdeM zu Schimpfworteii hinreißen. Das Urteil wurde durch das Kriegsgericht gesprochen und nach eingelegter Berufung durch das Oberkrieg^gcricht bestätigt. Trotzdem cs hier sich also ^?-?i«kochtsgÄtig«V gerichtliches Urteil handelt, ließ die ftan- zosiiche Ragienung, ohne daß sie den Versuch inüchte, die Rechtskraft der Urteile zu prüfen oder irgendwie anzusechten, als Vergelten u g s' m a ß r e g e l ztnei kriegsgesangene deutsche Offizte'-e in Fektungshaft überführen. Die deutsche Regierung ist durch diese frauzosi,che Willkürmaßregel zu einer Gegenmaßregel gezwungen worden. F n r jede nder deutschen Offiziere wurden o^,f 1 >.rau z o ftf che Offiziere m ein deutsches Fcstungs- gesauguis übergeführt, in dem sie so lange verbleiben werden, bis die beiden deutschen Offiziere ins Offiziersgefangenenlager zurück- gekehrt und.
Gleichzeitig hat die dcicksche Regierung ein nicht zu rechtfertigende^ Urteil, das gegen den in Frankreicki kriegsgefangenen Leutnant der Reserve Erlcr ergangen ist, mit Vergeltnngsmaßrcgeln beantwortet. Leutnant Erler zündete beim Vormarsch ans Paris
Befehl fernes Vorgesetzten ein Haus an, aus dem Zivilisten (Freilcharler) auf deutsche Soldaten ^schossen hatten Für diese völlig gerechtfertigte Maßregel trug nach militärischen Gesetzen nicht er die Vcrantwortimg, sondern ausschließlich der Vorgesetzte, der den Befehl erteilt hatte. In seinem Tagebuch erwähnt Leutnant Erlcr die Anzündung des Hauses. Er siel kurz daraus schwerverivundet in französische Gefangenschaft. Der Vermerk im Tagebuch führte zu einem gerichtlichen Verfahren n>egen B raubst i r t n n n , das mit der Verurteilung Erlcrs zur Degradation und zwanzig Jahren Z n ch t h a u s endete Trotzdem die deutsche Regierung ein umfassendes Entlastnngsmatcrial für Erlcr das icinc Schuldlosigkeit außer Zweifel stellt, nach Frankreich sandte' lehnte die französische Regierung dic Wiederaus nah,ne des Versah' rcns ab, weil das Entlastungsmaterial keine/neuen Tatsachen ent halte.
Leutnant Erler befindet sich im Militärznchthaus zu Avignon und wird als gemeiner Sträfling behandelt Er liegt in demselben Schlaffaal mit den anderen Zuckfthäuslern und hat täglich zehn Stunden lang Matten und Körbe zu flechten Geistige Beschäftigung ist ihm nicht gestattet.
Dir deutsche Hoeresverivaltnng hat dafür zehn fran- z ö s i s ch e O f s i z i e re i n M ilitär st rasa n ft alten übergeführt, in denen sie unter gleicher Behandlimg, wie sic dein Leutnmit der Reserve Erler zuteil wird, verbleiben, bis dieser Offizier in ein ^Offtziersgefangenenlager verbracht lvird Da Deutschland etwa die dreifache Anzahl an kriegs- gefangenen französischen Offizieren wie umgekehrt Frankreich hat. kann man hier etwaigen weiteren französischen Repressalien ruhigen Blutes entgegensehen.
Geldsendungen an Kriegsgefangene in Frankreich.
Berlin, 13.Juni. (WTB. Amtlich.) Von den Geld icndungen an kriegs- und zivilgefangene Deutsche in Frank reich werden neuerdings infolge Verordnung des 'französi chen Kriegsministeriums 20 Prozent einbehalten und der französischen Staatskasse zngeführt. Die französische Regierung sucht diese willkürliche Maßregel durch den Hin weis zu rechtfertigen, daß in Deutschland Geldanweisiingen an kriegs und zivilgefangene Franzosen zum Goldparikursk ausgezahlt und nicht zu dem für die Empfänger derartige, Geldsendungen vorteilhafteren niedrigeren Kurs, den di- ,)eutsche Mark gegenwärtig infolge der Verminderung de, deutschen Ausfuhr im neutralen Anslande besitzt. Dieser Standpunkt der zuständigen deutschen Behörden ist rechtlich an sich unanfechtbar. Im Interesse der beiderseitigen Kriegs und Zivilgefangenen wird jedoch beabsichtigt, mit der sran zösischen Regierung unter Hintansetzung des grundsätzlichen Standpunktes ein erträgliches A b k o m m e n über die beider seitigc Behandlung von Geldsendungen an Gefangene zu ver einbaren. Das Abkommen wird rückwirkende Kraft besitzen so doü fttzt zurückgehaltenen Beträge nachträglich auch


