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6.6.1916 Erstes Blatt
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Sufi» faul. Der fefll zSM deLlZHe ffisanet itt

bet fcffib 5<fe v ; W>«. Dsvr t wirb fcernftfei,

htfj^er schW^t!_fcS|pülÄgt VwÄL> tnrb t»£Ä

in fflirmmm stDV.

8an \> 0 k , 5.Ami (WDB. NdchtanMch.) MckdaMg be$ Reu- terschen Bureaus. UckerlebttüL vomMarrior^b die in Devon-- Port interviewt wurden, erzLWezr, daß ihr Schiff kurz nach 6 Uhr ins Gerecht kam. ,J3kl rrior" rMD ese n c e" gerieten zwischen 5 wei Linien denHcher SchlschtsiEe. DieDefence" flog in die Luft. DerWarrün^^ wurde mir Kugeln dnrchsiebt. Der Feind gebrauchte Gasbomben. Nach 17 Mirmten dampften die deutschen Schiffe, verfolgt von3ftBte?t%er britischen Schlacht flotte, weg. Der Wirrrivr" begann Waff«r zu machen, so daß. die Besatzung an die Pumpen gestellt wurde, bis schließlich ein Hilfsftchrzeug hinzu kam. Die Verwundeten wurden nach diesem Hilfsfahrzeng gebracht. Der Warrior" wurde 48 «Äunden geschleppt. Dann stellte sich heraus, daß däs Schiff verloren war. Das Schlepptau wurde gekawtt und der Panzer sank. In Itumouch erklärte einer der Geretteten, daß derWarrior" ein gewaltiges Feuer von fftttf deutschen Schiffen der Dreadnvu-ghd-Mrffe und von 20 Zerstörern auszuhalten hatte.

Eine englische Darstellung.

5. Juni. (Zf.) Rerrter meldet

aus Ednn -

Haag bourg'h:

Bereits früher hat Beattp mehrmals an der Stelle gekreuzt, wo fetzt die große Seeschlacht stattgefunden hat. 9Kber es war ihm niemals gettmgeic, die Deutschen aus ihnen Gewässern und Minen­feldern heranszülockeii. Lün letzten Mittwoch merkten die See­leute, daß dieser Tag endlich angebrochen sei. Es war ein wunder-, barer Morgen. Die Mannschaften gingen äußerst frohgemut in den Kamps. Dm MÄcha» um 4 Uhr, als sich das englisch Ge­schwader etwa 100 Mekken von der Westküste von Dänemark be fand, signalisierte intferc Borhut den Feind, der ungefähr hundert Schiffe zählte, darunter mindestens zwanzig große Schiffe und Schlachtkreuzer. In der Borhut des Feindes fuhren zahlreiche Geschwader leichter Kreuzer rack Torz»cdvbootszerstörer. Tie ganze Armada danffffte in nordwestlicher Richtung. Tie Verhältnisse waren zrrm Vorteil der Deutschen, die das günstigste Licht hatten, und die sich in der Nahe der Küste hielten, wodurch sie sich einen glücklichen Abzug sicherten. Auch das BZetter änderte sich zu ihrem Bortei!, denn ein leichter Regen verhinderte das klare Erkennet der Schiffe, wäAerck die britischen Schiffe bequem am Horizont zu unterscheiden waren, tzserz-u kam rroch, daß die Deutschen unter. Deckmrg der Küste Jütlands ihre Starke bequem verbergen konpten Trotz dieser ungünstigen Verhältnisse zögerte Beatty, getreu den Neberlieferungen der englischen Flotte, keinen Augenblick und ließ angreffcn. ?lls die Schiffe mit ihren schweren Geschützen ungefähr 15 Mecken voneinander entfernt waren, wurden die ersten Schüsse abgegeben. Roch den vuffpritzenden Wassersäulen zu urteilen, war kein DugenMck daran zu zweffeLr, daß die besten deutschen Schlacht schiffe Salven abgaüen, und obZldrch die berühmten neuenHinden buvg^^-Schiffe nicht in dem vfffziellen Bericht erwähnt werden, so besteht doch Grund zur Annahme, daß sie zahlreich vorhanden waren. Bon 15 Meilen sank der Abstand rasch auf 10 und 5 Meilen. Zuerst waren die britischen Kanoniere unbesttittene Heven Md nicht lange nach dem Beginn des Kampfes sah man, daß ein großer deutscher Kreuzer schwer getroffen war. Einen Augenblick später siykngen die Flammen aus dem Schiff, Und es sank beinahe fofcrt. Ärrrn näherten sich die deutsckien Schlacht- schrffe, und ihre Artuse rie verschaffte den Deuts ch e n eine an herardentl'i^he V Überlegenheit. Am fürchterlichsten für die Engländer war das deutsche- Minenfeld, das das britische Geschwader an volle Freiheit der Bewegungen hinderte, während die ZHHEne und die deutschen Tauchboote imstande waren, mit günstigem ErfaSg zu ebeneren.'

Beatty, dem es entzsich gMrngen war, die deutsche Flotte ans ihrem sicherer Aufentbalt herrrusMocken, hielt sich, obwohl er stark iS frrc Minderheit war, Mhe an dem Feind fest, der in voller Starke war. Mit Hartnäckig^ert kämpften unsere Kreuzer, ob-, wohl die BerhW ttriffe un güniÄg waren, denn sie hatten das feste BerttMN, daß Verstärkung rm Anzug waren. Ms das Gefecht ein v«rr Sttuck«r gckrraert hatte, kam ,^?nvicibl^,In d^mitable" und ^nfs-ex-ible" in Sicht. Trotzdem war die größere GefechtMärfe rwch immer bei den Deutschen. Das Licht war so, daß dre engMhen Schiffe deutlich! gesehen werden kcrmcken, wahrend die deutsche Flotte hinter einem Minensetde im Schatten der Mfte Lra, wo auch der Nebel die deutschen Schiffe zu einem schwierigen MkpunS mwchfe. (DerNiemve Rotter- damfche Courant" fWvt Her mL Recht folgendes aus;Es scheint uns eine törichte Bshanpttrng, daß die deutschen Schiffe im Schatten der Küste weniger deutlich zu sehen waren, denn die Küste von J ü tla nd ist hier viel zu niedrig. Änd überdies im Schatten der Küste, während die SmeW im Westen stcnck!)

. In diesem Auaentckick des Geffckfes farck hanpffächkich ein er­bittertes Duell zwWen den schweren Kanonen statt. DieJ n- vicible" wurde, rurchdem sie mit größter Tapferkeit gekämpft und dem Feinde beträchtlichen Schaden beigebracht hatte, von ihrem Schicksal erreicht und sank rasch. B^attp wurde bald von seinen Befürchtungen befrett, als vier S«htach-tschiffe der großen F^lv t Le, dieValiantt^ dieBarham", dieMalaha" und die Warspite" am Hvrizmrtt austauchlen. Durch ihre Teilnahme am Kampf erhielt bk Schlacht einen vollständig anderen Charakter. Die .,Warspit^, die durch fünf deutsche Schlacht- Nhisfe oder Kreuzer ern^t^riffev. wurde, focht ruhm­reich und beschädigte^ oder versenkte drei ihrer Angreifer. Die DRaliorrt" varmnte ein deutsches Tauchboot und brachte es zum Lanken. Schließlich flüchteten dre Deutschen. Die Marcnschasten der Schiffe waren äußerst verärgert darüber, daß die Deutschen nvcht bis zum Aeußersten kämpfen wollten. Ms es dunkel wurde, hörten die großen Schiffe mit dem Feuern auf. Aber der Kampf wurde durch die kleinen Schiffe während der ganzen Nacht fortgesetzt, bis der Tag anbrach. Ms die brffffche Flotte nach ihren verschie­denen Haien zurückkchrte, war der Feind verschwunden.

Amsterdam, 5. Juni. (WTB.)Tyd" Mfvbge berichtet der in Ynruiden emgelausene hvMndifche DampferBexsy Anna", er sei bei der Ausfahrt ans dem Haffm von Mw Dame zwei beschädigten englischem Kriegsschiffen begegnet. Das eine hatte den Schornstein verform, und Beschädigungen an Deck, bei dem anderen war das Vorderschiff zertrümmert. Der in Dmuiden anOekommene holländische DampferRynstrvonr" be­richtet, daß er bei Grimsby dem «»glischen SchlachtschisfM a r l- borough" mit schwerer Schlagseite begegnet sei. Tie Havarie rtchrte von einem Dorpeffoschuß her. DerMarlbvrongh" war von zahlreichen Schleppdampfern umgeben, die ihm beistanden. .

bahnrnagnat James Hill hinierläßt dem Kvnrg ver Belgier zurWLederherfteÜung Belgiens 25MLllionen Franken.

Der $eefdeg.

Paris, 5. Juni. (WTB.)Petit Parisien" meldet, daß ein franKösischer Darnpfer in MurseiDe die Besatz»ngen der englischen DainpferMaron Tw>o odmouthk^ und J'nlia Park", 16 Offiziere und 50 Mann gelandet hat. Ferner brachte ein anderer Dampfer die Besatzung des eng­lischen DampfersSonthaard" an Land. Sämtliche Dampfer sind von deutschen llrrterseebooten versenkt worden.

London, 5. Juni. (WTB.) Lloyds meldet aus Genüa, daß der italienische DampferMa tierso" (3607 Tonnen) am 27. Mai versenkt worden ist.

Aus dem Reiche.

Der iürVische Bericht.

Konftantimopel, 4. Juni. (WTBi) Amkkicher Bericht Des Hauptquartiers:

An der Jrakfrvnt keine VeränderNny.

Ka u kasnsffrvnt: Aus dem rechten FLlgel nichts, aNßer Zusammenstößen zwischen Erkunbungsabttckungen. In der Mitte warfen umsere TrnspPen trotz der Ungimst der Witterung ^"^bn ^'ge-l des Feiges durch wiederholte Vor- stößr nach Osten zurück; sie bcffnden sich heute etwa 40 Kilo­meter östlich von den früheren StellungW. Me feindlichen Ver­suche, den Rückzug zu decken, oder die wichttgen Stellungen in den Abschnitten, die der Feind hatte raumen müssen, wieder zu nehmen, scheiterten unter ucheren Bch-nettrmgriffen unter schrveren Ver­lusten für den Feind. Mpexn machten wir in einem .Kampfe 50 seirchliche Sokdcrten en, b&mükjtr einen Offizier

und e z bernteten zwei Mchchdnmgewehre, \o\mt eine Menge brauchbarer Waffen und vel.'chiebenes PirnierTnaterial Auf dem linken Flügel Scharmützel zwischen Erk-mhungsabteck'uTrgen. Bei nnem UeberfaL mxf eine feindlicke Erkundungsabtrilrmg vernich­teten wir erneu Teil dav«i «»d wschten den Rest xu Gefangenen Unsere ( »ytMrck ver»»echtze Hnvch iDermschendes und lviEan»s> Feuer ^x ink mm n \rk% Verkoste in den feindlichen Unterkünften Im übrigen ist nichts von Bedeutung zu melden.

Ein amerkkanisches Geschenk für Belgien.

r- Do! te r d-a «, 5 ^Lvni. (WTB.) DerRotterdamsche &ouuaü" meldet aus Le Havre: Der'amerikanische Eisen-

Berlin, 5. Juni. (WTB. Amtlich.) In der heutigen Sitzung des Bundesrats gelangten zur Annahme der Entwurf einer Verordnung betreffend das Verbot des A b- teufens von Schächten sowie eine Abänderung der Bekanrttmachung über künstliche Düngemittel vom 11. Januar 1916.

Berlin, 5. Juni. (WTB. Nichtamtlich.) In einem heute dem Reichstage zugegangenen Gesetzentwurf betreffend den Nachtragsetat für das Rechnungsjahr 1916 wird der Reichskanzler ermächtigt, zur Bestreitung einmaliger außer­ordentlicher Ausgaben die Summe von 12 Milliarden Mark im Wege des Kredits flüssig zu machen. Die zur Ausgabe gelangenden Schuldverschreibungen und Schatzanweisnngen sowie die etwa LUge^öreriden Zinsscheine können sämtlich oder teilweise auf ans ländische oder auch nach einem bestirnmten Wertverhältnisse gleichzeitig auf in- und ausländische Währungen, sowie im Auslande zahlbar, gestellt werden.

München, 5. Juni. (WTB. Nichtamtl.) Die Tagung des Deutsch-österreichisch-ungarischen Wirt­schaftsverbandes begann heute vorurittag unter über­aus zahlreicher Beteiligung. Präsident Dr. P a a s ch e be­grüßte die^Erschienenen und schloß mit einem dreifachen Hoch auf den König, Kaiser Wilhelm und Kaiser Franz Josef, an die Huldigungstelegramme gesandt wurden.

2rus Heften.

Die Ablieferung des im Großherzogtnm Hessen erlegten Wildes.

Der Mg. Nebel beantragt in der Zweiten Kammer, die Zweite Kammer wolle die Gvoßh. Regierurrg ersuchen, sofort Bestimmung zu erlassen, daß alles im Großherzlog- tum Hessen erlegte Wsilid vron dSm Versügiungsberechtigten gegen Bezahlung des festgesetzten Höchstpreises an den­jenigen Komun-alverband abz-uliefern ist, in dessen Bezirk es erlegt wurde.

Gedenket der Scbuürtagrjpende für'z Rote Are«;"!

A«s Stadt nnb Land.

Dießen, 6. Juni 1916.

Die Schule und die neue Sommerzeit.

In der hessischen Zweiten Kammer hat der Mg. Korell, Ingelheim einen Antrag eingebracht, der wohl überall Znstrrmmmg finden wtÄ).Die Kammer wolle beschließen, daß Grosth. Ministerium wivd ersucht, an- z-uordneu, daß her Unterricht in allen Schulen von Ppfinlgsten «an um 8 Uhr beginnt." In der Be- grirndung fuhrt Ahg. Korell zutreffend aus:

Ter Beginn der Schule um 7 Uhr nach der neuen Somurer- zeit ist nach meiner Erfahrung als Lehrer und Vater zu früh. Viele Eltern stimmen hiermit überein. In den Zeitungen haben angesehene Professoren der Kinderheilkunde sich gegen den zu frühen Schulbeginn ausgesprochen. Nach der Erfahrrmg von Lehrern kommen viele Kinder zu spät in die Schule und sind im Unterricht müde. Nach> der bisher allgemein geteilten Meiirung über die für d-ie Kirwer notwendige Ruhbett können diese Erfahrungen mit der neuen Sommerzeit nicht überraschen. Tie Forderung, man! socke die Kinder früher yn Bett bringen, wird von den Elterir, aus deren Urteil ich mich beziehe, erfüllt, aber es schläft fein Kind im Sommer um 8 oder 9 Uhr, nach deur Sonnenstand um 7 oder 8 Uhr ein, so wenig wie ein Kind von 7 Jahren um 6 Uhr, nach dem Sonnenstand um 5 Uhr ausgeschlaserl hat. Höhere Schulen beginnen z. T. jetzt noch um 8 Uhr. Fangt der Unter­richt nach Pfingsten um 7 Uhr an, so müssen answärttge Schüler, die mir bekannt sind, um 5 Uhr, nach dem Sonnenstand um 4 Uhr aufftehen. Wegen des Haushaltes )vbck es nicht gut möglich sein, einen Unterschied zwischen den Kindern unter und über 10 J«heen zu machen.

Die Einführung der Sornme^eit hat für Re gesamte Volks­wirtschaft und für das städtische Leben ihre großen Vorteckc, für das Land und ferne Acbett ist sie ein zlveffelhafter Fortschritt, worüber ich mir nähere Ausführungen bei der mündlichen Ver­handlung Vorbehalte; für die Schule irr Steckt imb Land erscheint sie mir schädlich und .ich halte eine allgemeine Amckerung im Interesse der Gesundheit der Kinder ftrr notwendig.

Es wäre gut, wenn die Regierung d-ie Ecgebttiffe mQ GffvhMngen der neuen Zeitrechmrrvg einmal rm ein­zelnen feststellen und dem Lande vorlegen würde, denn es ist in der Tat klar, daß die um -eine Stunde vorgerückte VSyc nicht etwa <mf alle Zweige des Lebens in gleicher Weife gewirtt hat.

*

" Amtliche Personaluachrichten. Der Gro-ß- Herzog hat den provisorischen Lehrer an der Oberrealschule zn Gießen Josef Klein Mm Zeichenlehrer an der genannten An­walt ernannt.

** Ferienso nderrL«Mr zu ermäßi gteu Fa hr­preisen. UrfprÄWlich war beabsichtigt, in diesem Jahne feine Ferienfonderzüge mit ermäßigten FÄh-rpreisen ans den poeuMch- hessischon Blchrion zu befördern. Nunmehr ist in der Zusammen­kunft der beteckigten Eisenbahnbehörden in Baden-Baden beschloss^ worden, Ferienzuge nach dem Harz, nach Thüringen, München, Stuttsmtt, Frechuvs abzulafsen, aber auch nur dann, wenn die Berpflegung der Reiserchen in den Gndgebieten der Sonderzüge sichevgesteklt ist und für jeden Zug mindestens^ 200 Fahrkarten ver- 'käuft find. Für große Streifen sind 600 Fahrkarten erforderlich, und zwar z Wärter und dritter Masse Msampfeu.

** Mißbrauch der AuffschrifftFeldpostbrief". Nach § 25 der Fechpostordmrng haben Sendungen in rein gewerb­lichen Angelegenherkm der Msücker oder Empfänger feinen An- pruch ans Gebühr«n0eVgünstffgmvm. Die iLchersendung von An­preisungen und Anechfettmgen v«n gewerblicher Art unter der BezeichmmgFeckposibvief" ist daher'wnznlassia. Tie Kommando­behörden uno Truppenbefehlshaber wer'den ersucht, die ihnen in unerlaubter.Weise zugependen. «Sendungen rein gewerblichen Inhalts der FÄdposfe oder ilwstansbalt z-u übergeben, damtt gegen den Miß­brauch der (^bLhiraffrpihnt eingeschrittcn -werden fernn.

** Die Pr eise tn den Bahnhofs wirN cpapr en. Der Verband der deutschen Bahnho sswirte hatte an den preußischen Eisenbahnmiirister die Bitte gerichtet, das amtliche Preisverzeichnis in den Bahnl)vfswirtscbaften NTährend des Krieges außer Kraft zu setzen, da die ständige Aerckerung der Lebens­mittelpreise auch eine anderweitige Festsetzung der Preise ftir Speisen und Gettänke erforderlich mache. Diesem Wunsche sind bereits einige EiseubalMdirettionen uachgekommen. Dis Eiseirbahndirektton Köln z. B. hat in den Wartesäleir ihres Bezirks^ eine Bekanntmachung cm- bringen lassen, wonach die amtlichen Preisverzeichnisse für die Dauer des Krieges keine Gelturrg haben. Die Wirte wurden jedoch verpftichtet, die ortsüblichen Preise nicht zu überschreiten. Nunmehr hat der Rdinister auch allen übrigen Erseickahndirekttonen anheim- gegeben, in ähnlicher Weise zu verfahren. In Preußen imnten die hl>hen Pachtpreise vieler Bahnhofswirtschaften herabgesetzt.

** Verkehr mit Verbrauchszucker. Im An­zeigenteil der heutigen Nurnmer befindet sich eine Bekannt- mackMng des Oberbirrgermeisters über die Regelung ' des Zuckerverbrauchs in Gießen. Darnach darf Verbrarrchszucker im Meinhandel nur gegen Aushändigung von Attckerkartear abgegeben werden. Vorlänsig ist die auf jede Person cmt- fallende Menge auf 750 Gramm für den Monat festgesetzt. Ju Kaffeehäusern, Konditoreien, Gastwirtschasien usw. darf Zucker nur als Zugabe zu den bestellten Speisen und Ge­tränken abgegeben werden.

** Die Ferien in den Gießener Volks- \ A u le n sind wie folgt festgesetzt: Pfingstferien vom 11. bis 17. Juni, Sommerferien vom 13. Juli bis 9. August, Herbst- serien vom 28. September bis 11. Oktober, Wechnachtsferien vom 24. Dezember bis 7. Januar.

Päckchen mit Butter, Fettund Honig. Seft dem Einsetzen der wärmsren Jahreszeit Mehren sich wieder die Magen der Truppenteile, daß Päckchen mit leicht schmelzbaren Stoffen, wie^ Butter^ Fetten, Honig usw. infolge mangelhafter Verpackung beschädigt eingehen. Solck>e Sendungmr sind für den Empfänger nicht nur meist ivertlos, soickern sie beschmutzen auch viele andere Päckchen, Briese und Zeitungen sowfe Me zur Ver­sendung der Feldpostsendungen dienenden Beutel. Es wird daher erneut darauf hingewiesen,, daß Lebensmittel aus leid# schm^z- witen Stoffen während der warmvn Jahreszeit nur in Blech- b e h a l t e r n mit fest schließenden Deckeln verschickt werden dürfw, nnd daß Serckungen solchen Inhalts, wenn sie nur in Pappküsten odn dergleichen verpackt sind, von den Postanstalten unbedingt zu- ruckgewresen werden müssen. Von der Versendung von Butter u n d F et t ins Feld währmck der Sommermonate kann, wogen der leichten Vererblichkeit dieser Stoffe selbst bei ausveichendec Ber- packuug, nicht dringend genug abgeraten werden.

'^ Geflügelzucht in der Kriegszeit. Um dem wcangel an Fleisch zu begegnen, muß zielbewußt von allen Seiten vorgegangen werden.^ Wer schnell liefert, liefert dorwelt. Der Vermehrung der großen Schlachttiere sind von dm Natur gewisse Grenzen gezogen. Monate und Jahre iverden vergehen, üye. der alte Bestand wieder erreicht ist, und mich die mft Recht emp^hfene Kleintierzucht nimmt Teil an dieser durch die Zeit verursachten Begrenzung. Nur die Geflügelzucht kmm schnell und mckegvenzt zur Fleisch Produktion in der Gegenwart ^übergehen; hfer sollte man mcht vergessen einzrrsetzm und der Not der Zeit Rechmmg tragen, indeni man die Geftügelhalttmg vermehrt. An einem Absatzgebiet wird es nicht fehlen, und Hobe, sehr hohe Preise fordern geradezu hierzu auf. Wenn bei der Geflügelzucht brüten empfohlen werden, so erwäckK dem Geflügelzüchter dev Vorteil, daß die Kosten für die Anzucht sich verbikligmr.

Küken laufen unter den Erntewagen und verlangen fein. Futter. Es ist van Wichtigkeit, daß man brn Grundsatz, tu diesem Jahre f*Pötbrutcn ztl erzeugen, mit allem Nachdruck zur Geltung bringt. Jede Bruthenne muß genutzt werden, wenn sie sich ztmu Brüden meldet. Unsere Geflügelbestände fönnen sich leicht verdreifachen lassen. Die klerrren Züchter in der Stadt rmd auf dem Lande stehen heute zagend vor der angvdeutefen Aufgabe. Wir beschaffen wir!nns das Futter? KomiMb Zeft, kommt Rat. Der Sommer bittet manche Stoffe, manches Futter, rack vor dem Winter firckeu alle Produkte der Geflügelzucht gut zahlende Käsrser oder Dermrntmvg im eigenen Hcnrshalt. Demnach können in dieser Krier^ül Spät- bruten in der Geflügelzucht aufs wärmste empsichifen werden.

** Eine Unsitte, die besonders gerügt M wecken ver- drent, rst das Ecfenaöschnerden beim SvaWerrngehen durch die Fluren. Um ein paar Schritte zcu sparen, sieht mau uNbedacht- same Menschen die Ecken an sich kreuzenden Weyen äbschtrecken und Richtwege ^ einschlagen. Wenn ein solches Verfahren schmt früher sehr zu mißbilligen war, daun erst recht in der jetzigen Krirgszeit. Uckberdies machen sich die Urhcker des UrchulgS wegen Sachschaden strafbar.

** P v ft k r e d i t b r i e f. Zn Beginn der Reisezeit w-rck aus die durch den Krieg in den Hintergrund getretene neuere postalische Ernrtchttmg, den Postkreditbrief, auftn.erksam gemacht. Die- str ermöglicht es dem Inhaber, sich mtterwegs jederzeit bequem mit Geldmitteln zu versorgen, so daß er nur einen für kürzere Zeit er­forderlichen baren Betrag mit sich zu führen braucht. Tie Postkre­ditbriefe, die eine Gültigfeitsdauer von vier Monaten haben, kört- nen lauf Bettäge bis 3000 Mark lauten. Wer die Ausftettnag eines Kreditbriefs tvünscht, braucht mrr den Betrag, über den er ausgr- fertigt werden soll, mit Zahlkarte bei einer Postanswlt des Deut­schen Reiches an das für den (ßinzahluatgsort zuständige Postscheck­amt einzuzahlen oder von seiner Postscheckrcchcung auf die bei demselben Postscheckamt anznlegende Pyftkreditbrief-Rechmtng zu überweisen. Dabei ist auf dem Vschnitt der Zahlkarle oder der Ueberweisung die Person, für die der Kreditbrief bestimmt ist, genau nach Nanren, Wohnort und Wohnung zu b^eichnen. Das Postscheck­amt Tenbct den Kreditbrief der als Inhaber bezeichnten Person un­verzögert portofrei zn. Aus Grund des Postkreditbriefs können bei allen Postanstalten des Deutschen Reichs an einem Tage Bettäge bis zu 1000 Mark abgehobcuc laerben. Dabei mnß der Llbheber seine Berechtigung zur EmpfangMchme von Bettägeu durch eine auf ihn lautende Postanslveiskarte Nachweisen. Tie Kosten eines Postkredit­briefs sind nur gering, curßer d-er Zählkarten-- oder der lieber* weiftmgsgebühr (10 Pfg. oder 3 Pfg.) wecken erhoben: 50 Psg. für die Llusferttguug icrck 10 Pfg. für jede Rückzahlung bis 100 Mt., 5 Pfg. mehr für je IM Mk. bei höheren Bettägen.

** Postscheckverkehr. Die durch den Krieg geschaffnen Verhältnisse haben mit aller DrmgLchkert dargttan, daß der Uuckanf an Barcktoten und sonstigen baren ZahkungÄnitteln auf das ge- ttngste Maß beschränkt und der bargeldlose Zahlungs­ausgleich in weitem Umfange gefückert rverdcni r.nch Diffem Ziele dient auch der P o st s ch e ck v c r ke hr, der zugleich das Zah­lungswesen vereinfacht, verbilligt und b e s ch l e u n r g t. Im Deutschen Reiche nehmen jetzt gegen 140 000 Minden am Post- scheckverfahren teil. Der Teilnehmertteis' ist aber noch viel zu klein. Erst wenn die Beteiligung sehr groß ist. kann sich der bargeldlose Ueberweifttngjsverkehr, dessen Pflege die .Hauptaufgabe deS Post­scheckwesens bildet, recht' entfalten. Die Gebühr für eine Ueberwei­sung von einem Postscheckkonto aus ein anderes' ist sehr niedria; sie bettägt ohne Rticksicht auf die Höhe^ des Betrags mrr 3 Pfg. und wird vom Aussteller der Ueberweisung erhoben. In den nächsten Tagen werden die Brieftträger ein Merk­blatt über den Postscheckverkehr nebst Vordruck zuMAntragaUsEröffnuug eines Postscheckkontos verteilen. Men denen, die dem Po'ischeckv^wkehr noch fern'lehrn, bietet sich hierdurch eine bequeme Gelegenheit, sich ein Postscheck- kottto eröffnen zu lasten.

Bom Reichs -Kursbuch ersiheint Anfang Juli eine neue Ai^gabe zunr Preise von 2 Mk. 50 Pfg. Bestellungen nehmen sämtliche Postanstalteu und Buchhandlungen entgegen. Der bezug für mehrere aufeinander folgende Ausgaben ist zltrzeit auf« gehoben.

B a n k e n f ch l n ß in Gießen am P f i n g st f a in 8 t a g. Wie die hiestgeu Banken und Bankiers in der nächsten Nummer deS A/ bekannt mache», werden, bleiben am PfingstsamStag, den 10. Juni, alle Kassen und BurearrS geschlossen.

Landkreis Gießen.

** 2 ich, 5. Juni. Der Gefreite Lehrer Ernst Fischer au- Lich im aktiven Jnf.-Regt. Nr. 87, welcher vor dein Krieg alR