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3.6.1916 Erstes Blatt
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Nvtkerdam, 2.^fmn <WTB. Nichtamtlich.) Der Lcylepp i>amtfKz(5<f)c tb*" ist mit Toten imb Verwundeten cazß dec «See* 1 schl<rcht nach dem Nienwen Waterweg unterwegs.

Rotterdam, (WTB. Nichtamtlich.) An Bord des

SchleppdampfersSchelde" befinden sich ansschließlick deuy'ck)e Seeleute. sind im ganzen acht Mann: ein Toter, w.i Schwer- verwundete und fünf Leichtverwundete. DieSchelde" ist noch nicht in Sicht des Nfauwe Waterwegs.

Haag ,2. Iirni. <WTB. Nichtamtlich.) DaS .stvrrespondenz bnroau erfährt, dich heute nachmittag der Fischomnofar Dmnidein 12 2" mit 15 deutschen Schmbriuhigon, die in der Nordsee cwfaesischt wurden, in Ämuioen anklnnnrm loird. Darunter sie sinder: sich ein Kapitän und zwei Leutnants zur See. Auch ein englischer Verwundeter ist an Bord. *

* W m i I *Tt- '

Glückwünsche.

Dre s«den, 2.Inm König Friedrich August hat an den Kaiser folgendes Telegramm gesandt:Mit hellem Jubel und seltener Begeisterung vernahm ich soeben von dein glänzenden Sieg unserer Flotte über den uns erheblich überlegenen Hauptteil der englischen Kampfflotte. Das ist einer der schönsten Tage in dieser ernsten Zeit unseres Vaterlandes. Unsere Flotte hat sich als völlig ebenbürtig der Landarmee erwiesen."

Konstantinopel, 2. Juni. (WTB. Nichtamtlich.) Der Sultan liest durch seinen ersten Adjutanten dem deutschen Bot­schafter seine Glückwünsche zum deutschen Seesieg übermitteln.

Siegesfeier in Berlin.

Berlin, 2. Jüni. (WTB. Amtlich.) Das Oberkommando feilt mit:

Anläßlich der siegreichen «Seeschlacht im Skagerak gegen eine große, feindliche Uevermacht sind die öffentliche:: Gobivlde zu b e - flaggen. Ferner sind zum Samstag, den 3. Juni, in Berlin und der Provinz Brandenburg Schulfeiern abzuhalten. Nach diesen Feiern sind die Kinder zu entlassen.

Der Oberbefehlshaber: von Kessel, Generaloberst.

Vlätterstimnien zum dentscheu Seesicg.

Amsterdams..Jtzmi. MTV.) DasAl lge m ee n.H an­bei s b l a d" schreibt über die Seeschlacht zwischen Skagerak und Horns Riff: Die Deutschen haben. unstreitig einen bedeu­tenden Erfolg errungen, der großen 'Eindruck machen wird, besonders jetzt, so unmittelbar nach dem -Erfolg der Oesterreichcr an der italienischen Front.

Budapest, 2. Juni. (WTV.) Die Nachricht eines glänzen­den Sieges der den:t s chen Hochseeflotte wurde in später Nachtstaurüe bekannt und löste überall, Jro die Kunde der pracht­vollen Kriegstat vernommen wurde, enthusiastische Jubel aus. Die Blätter betonen die moralische Wirkung der ruhm­vollen Seeschlacht rmd sproclien ijftc Bewunderung über den herr­lichen Schonng und den imbeuffamen Siegeslvillen der Seelvehr Deutschlands ans.

Wien, 2. Juni. (WTB.) DieNeue Fr. V resse" schreibt in einer Besprechung der Seeschlacht in der

No rdsee:

Der vierte große Zusammenstoß zwischen der deutschen und englischen Hochserflvtte, die Seeschlacht zwischen Skagerak und Horns Riff, hat mit einem großen durchschlagenden Erfolge für die deutsch Acarine geendet. Ochre Kennttiis der Einzelheiten läßt sich schon jetzt behaupten, daß die deittsche Flotte trotz ihrer Kleür- heit gezeigt hat, daß sie im kkttnHist überlegene .Kräfte anzrnvenden vermag. Die Seeschlacht zwischen Sürgerak rmd Horns Riff wird daS SeLdstbewusttsein der Engländer :md den .Hochmut, mit dein sie auf ihre Beherrschung des Meeres hingewiesen haben, er­heblich dänchfan.

DasNeue Wiener Journal" nennt die See­schlachteinen Triumph zur See. Sie sei gerade bekannt geworden, als der deutsche Kaiser bei dem National-Heros des deutschen Volkes, Hindenburg, weilte. Das Blatt fährt

fort:

Ter Dau-NfemdtdcSl Deutschen Reichs hat euren Schlag erlitten, der seiner Macht in der Welt die schnerstc lstrschntternng zufügtt, die sich nur denken laßt. Der Wahn Englands, mit seirrer Flotte die Herrschaft auf km verteidigen zu können, ist

hrutt in Trümmer gegangen. In dam gewaltigsdra: Zusammenstoß zweier Flotten, den die (sfaschichte des Seekrieges kennt, ist Deutsch­land Sieger geblieben. Wie es w Lande über alle seine Feinde triumphierte, so ist es jetzt- auch miß deni Meere der unüber­windliche Kämpfer. Die so furchtbare Niederlage der Engländer wird in England dem Willen zur Fortsetzung des Krieges wo ist einen entscheidenden Stvh versetzen.

Die übrigen Blätter enthalten wegen der vorgerückten Zeit noch keine eingehende Würdigung, drücken aber schon heute ihre Freude über den großen Erfolg aus, den die deutsche Hochseeflotte über die an Zahl überlegene eng lische Flotte davongetragen hat.

* * *

Der französische Bericht.

ParrV, 1.Juni. (WTB. Nichtamtlich.) 3 Uhr nachrnrt tay'S: Auf dein linken Ufer der Maas dauerte das Bom­bardement mit großer Heftigkeit fort. In der Gegend des Mort fromme wurde ein gestern abend gegen 8 Uhr anqesetztcr deutscher Angriff gegen die französischen Stellungen ans den Ostablfangen durch rmfer Feuer vollständig zurückyeschlagen. Auf dem rechten Ufer nahmen die Artilleriekämpfe einen Charakter äußerster Her tigkeit zu beiden Seiten des Forts Donau mo nt. Auf dem Reste der!Front:var die Nacht verhälttrismäßiq ruhig.

^tztt Nacht warf ein französisches Geschwader etwa 30 Granaten ab auf die Bahnhöfe von Diedenhvfen und von Audm^Le-Roman uick 50 Granate:: auf das Flugzentrum vvn Azannes.

1 1 Uhr abends!: Auf dem linkten Ufer der Maas« D ombor de immt mit Unterbrechungen in den Abschnitten des Waldes von Avo conrt und des Mort frommte. Auf dem rechten Ufer griff der Feflfa nach sehr heftiger Artillerievorbereitung unsere Stellungen von dem Gehöft von Thiaurnont ins nach Baup an. Nach mehreren frucht­losen Arrsitürmen drang der Fe in bin unsere Gräben der ersten Linie zwischen dem Fort Donanmont und dem Weiher von Baur ein. Ueberall sonst brachen die deutßhen Angriffe in unserem Maschincngew-hrsener zusammen, das dem Feittde schwere Verluste zufügtt. Mittlere Tätig kät der Ar- itillerie auf dem Rest der Frmtt. ^

Flugwesen: Nachmittags lvarf eine Gruppe deutscher Flug-zenge nresirere Bomben auf die offene Stadt Bar-!e-Dm ff8 Perionen der (ffvilbevölkernng tvurden getötet, darunter zwei Frauen und tricr Mlmöer und 25 wurden verletzt, darunter sechs Frauen unb elf Kinder. Ein von unseren Flugzeugen angegriffener Avmttker wurde gezimmgen, südlich vvn Bernecvirrt legend von MmU) m unsere Linien :ffederzugelien. Die beiden famdlicixnr Flie­ger wtrrden gefangen genomme::.

An der Kankaiusfront am rechten Flügel unbedeutende

Patrouillengefech-te. Im Z en tr u m liest der Feind infolge unseres iLff oO- Mii gegen »einen linken Flügel gerichteten Angriffs seine -r:tcllungvoll ständig im Slick, um sich 20 Kilometer :n nordwestlicher Ricktur^, znruckzurrch'TN Unsere Trnvven ver- wtgten oen Fnnd Auf dem lin^n Flügel nneien wir en:en über ra'cherwen Angriff leicht zurück, den der Fe:nd gegen unsere SrAlun- gen venuckvte.

Auf einem Fluge über die Inseln I m b r o S und M a v r o be­gegnete eins unserer Flugzeuge einem seindlickten Torpedo­boote, an: das es Bomben abwrrr. von denen zwe: ihr Ziel trafen, sonit ist die Lage unverärrdert.

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©orn mazedonischen Kriegsschauplatz.

Paris, 2. Juni. (WTB.) DerMatin" meldet aus Athen: Die deutsch-bulgrrrisckfien Trttpven lfnben ihre Linien südwärts in Richtung O kt:ine ausgede-hnt und schei­nen den Ort beßetzen m wollen. Eine deutsche Abteilung kam in Hadki Belik «ru. Die Türken ziehen AEerie «und Infanterie :n Xanthi zusamTnen. Die deutsche Regierung hat der griechischer: die Versicherung ge­geben, daß sie nicht plant, Kavalla oder Sud- Makedonien zu besetzen.

Der türkische Bericht.

Kon ftan tino p el, 2. Juni. (WTB.) Das Hauptguartier lmeldet:

An der Jrakfron t keine Verändertmg. Ein Milsiärfluazeua yriu im Abschnitt vonFelahie zloei feindliche Flugzeuge an und tzwang sie durch Mafchinengewchrfeuer zur Lcurdung.

Drc Kämpfe bei El Fasher.

London, 2. Juni. sWTB Meldung des Reutenchen Bu- reaus. Amtlich wird mitg? eist: Ms Ergänzung M den Berich­ten scher die Kämpfa gegn: dm Sultan von D a r f u r ist vom Sirdar nvär folgende Meldung eingetroffen: Nach sorgfältiger -^lmnng betrwl die feindliche Streitmacht, die bei Beringia in der Nähe von El Fasher besiegt wurde, 2600 Zchützm. Tie feind­lichen Verluste sind bchnücno schwerer, als bisher genreldet wurde. -r:e Kavallerie des Feindes Hit sehr gelittm. Bisher sind insgesamt über 3200 Gewehre konfisziert worden. Es werden noch immer Waffen abgeliefert. Unter der Beute befanden sich ferner vier Kanonen, 505 000 Gttvehrvatronen, 300 Pfnnd Schießpulver und eine große Menge Material zur .Herstelllmg von Pulver. Ungeiälw d:e fräiftc der wunnalen Bwölsinnng von 55 000 Personen ist bereits nach der Stadt zurückgekehrt.

Der in Aegypten komman^ iereiide Ossizier meldet, daß be­rittene australische und ireuseeländische Truppei: am Morgen des 31. Mai einen gelungenen Angriff auf die feindliche Front von Dir Salmamr, 20 Meilen öiftich von Katia, ansführten. Die Feinde wurden gezwungen, das Lager zu räumen. Sie wurden mir beträchtlichen Bertnstrn in östlicher Richtturg vertrieben

Am Morgen losten Flugzeuge die berittenen Truppen bei der Verfolgung ab. Sie fügten dem fliehenden Feinde mit Bomben tveiterc Verluste ^u.

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Italienische Beratung.

Bern, 2. Juni. (WTB.. DemSecolo" zufolge ist crlcrudra ins frauptguartier abgereift, um mit dem König und^ Cadorna zu konferieren. Ä o n n i n o hat gestern die Botschafter Barräre und später Rernrel Rodd cruf der Con- ulta empfrrngeTr.

Die militärische Lage im Nnterhans.

London, 2. Juni. <WTB.) Meldung des Reuterschen Bu­reaus. Lord Kitchener hat heute früh eine große Zahl von Mit­gliedern des Unterhauses empfongeu. erklärte ihnen oie mili­tärische Lage und beantwortete verschiedene Fragen.

Stirnureu zu Wilsons Friedensrcde.

New Dort, 2. Ju::i. (WTB. Nichtamtlich.) Funkspruch von dem Vertreter des Wolff-Bur»aiu6. Die Zeitungen billigen die all­gemeinen Beweggründe, aus denen Wilsons Rede vom Soimabend abmo hervorging. Viele jedoch betrachten die Anregung, die Vec- eiwigten Staaten möchten in eine Verbindung von Staaten ein- treten, als mit der uationalen Politik in Widerspruch stehend. Eine Meldung derWorld" Es Wa.hiu.gtvn besagt, oaß die Rede Wilsons die Friedensaussichten der kriegführenden Völker beträcht­lich vorwärts gebracht habe und der Friedens-sache ein n allgemeinen und mächtigen Anstoß gab. ^ Unter der UebcrschriftWilsons Friedeirsrede in London willkommen geheißen" gibtSun" an hervorragerider Stelle die günstige Besprechung d'rDa-ly News" über di>e in der Rede Wft'ons enchatlencn Möglichkeiten wieder.

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N e w D o r k. 29. Mni. (DTB. Nichtamtlich.) Funkspruch Vvn dem Vertreter des Wolff-Bureane. Der Leitartikel derSun" über die amer: ko nisch e Note gegen die Postbeschlag­nahme besagt: Die schroffen Vorftellump n Lansings über die gerechten Beschwerden der Amerikaner gegen die Beschlagnahme der neutrale:: Post auf holder See werden di? Unterstützung eines jeden Landes finden, das> die gleich? Unbill erfährt. Ls ist gut, da das Staatsdepartemeiit eche ebenso feste Haltung gegen die Verletzung unbestreitbarer neutraler Rechte d'nrch Eiigland eiunimmt. Wvrld" sagt: Amerika hat das» Recht, zu verlange:!, daß Eng­land anfbört. seine Seeherrschaft zu mißbrauchen. England wird den Krieg nicht dadurch gewnmen. daß es Briefe liest, die die Bürger neutraler Staaten miteinander wechseln. Es wird auch nicht die deutschen Truppen aus Belgien und Frankreich vertreiben. N e w 2)ork Times" meint: Es könne kaum angenommen wer­den, daß England und >Frankreich dem Einspruch Lansings und den Fällen, mit denen er die den amerikanischen Interessen geschehene Unbill erläuterte, keine Beachtung schenken werden.

...

Der Kaiser im Osten.

Berlin, 2. Juni. (WTB. Amtlich.) Der Kaiser hat sich aus dem Bereich der Heeresgruppe des Fekdmarschalls von Hiitdenburg zu anderen dei'ttschen Heerosgrllppen der Ostfront begesieu. Am 31. Mai ist er in dem' Gebiet der Heeresgruppe des Feldmarschalls Prinzen Leopold von Bayern ein getroffen.

Der Seddeg.

London, 1. Juni. (WTB.) Lloyds Agentur meldet: Der DampferBaron Tweedmonth" (5007 Tonnen) nndJulia Par ft' (2900 Tonnen), beide unbewaffnet^ sind gefunken. Wie berichtet wird, ist auch der Dampfer Lady Ninian" (4297 Tonnen) nntergvgangen.

Aus dem Reiche.

Die vereinfachte deutsche Speisekarte.

Be rl in, 31. Mai. (WTB. Amtlich) Der Bundesrat ha.t am Mittwoch abend den längst erwarteten Eingriff in den Betrieb der ösferrtlichen Speise- und Gastwirtschaften vor­genommen in Gestalt einerVerordnung über die Vereinfachung d-er Beköstigung", wie ihr amt­licher Name lautet. Die Neuregelung der Dinge ist das Er­gebnis langwieriger Beratungen zwischen den'Behörden auf der einen und den Sachverständigen und Interessenten auf der anderen Seite. Sie bezweckt weitere Ersparnisse in den Hotels, Restaurationen und sonstigen Speisennrtfchaften, und zwar Ersparnrfle, die sich nicht'nur in einem Mci:rder- verbrauch von Fleisch und Fett, sondern auch an Leine::, Seife und Svda (diese letzteren beim Geschirrabwaschen) zeigen sollen und loerden. Bisher waren die Wirte vielfach trotz der Schwierigkeit der Beschaffung der nötigen Fleisch mengen, aus Gründen des Wettbewerbs gezwungen, ihren Gäste:: eine mehr oder minder reichhaltige Auswahl der verschiedensten Fieischspeifen zur Verfügung zn stellen. Die Bundesratsverordmtng scigiltet diesen Wettbewerb aus, in­dem sie ganz einheitlich die Answahl der Fleisch oeffen, sowohl bei der Berabfolgimg nach der Karte, wie bei der Aufstellung fester Spersefolgen, beschränkt.

Nach dem Wortlairt der neuen Verordnungen dürfen in Gast-, Schank- und Speisennrtschaften, aber auch in M- milienhesinen, PeTtsionaten, Kasinos, Vereins- :rnd Er- rischungsräurnen aller Art, an den Tagen, an denen die Berabfolgmrg von Fleisch urtb Fleischwaren überhaupt zu­lässig ist, zu citwr Mahlzeit nicht mehr als zwei Fleischgerichte zur Wahl gestellt und an den einzelnen Gast zu jeder Mahlzeit nicht nrehr als ein Fleischgericht ab­gegeben ivrrden. Alle anderen Gerichte bleiben von der Re­

gelung unberührt. Feste Speisenfolgen dürfen nur eine Suppe, ein Fisch- oder Zwischengericht, bei dem Fleisch nicht verwendet ist, und dann einen Gang aus Fle:scd und Beilage sowie Süßspeisen oder Käse odeck Dunstobst oder Frückte entlMlten. An fleischlosen Tagen ist ein wei­ters Fisch- oder Zwffche:rgericht, zu dem Aeisch nicht ver­wendet worden ist, erlaubt. Zur iveiteren Fetterspar- nis dürfen warme Speisen, zu deren Bereitung Fen ver- ivaiwt ist, nicht mehr auf besondere:: Borlegeptatren oder -Schüsseln serviert werden, es sei denn, daß es sich um gleitt> zeitige Verabfolgung an zwei oder mehrere Personen han­delt. Die Berabsolgultg von roher oder zerlassener Butter zu warmen Speisen ist verboten. Ms Fieisck im Sinne der Verordnung gelten Rind-, Kalb-, Schaf-, Sävveine-' und Ziegenfleisch, sowie Fleisch von Geflügel und Wild aller 2lrr, a u ß e r de m Kops und den inneren Teilen.

Im übrigen bleibt es den: Wirt oder Betriebsinhaber auch nach der neuen Verordnung überlassen, muh frier Wahl roveisen nach der .Karte oder festen Speisenfotc^ anzubrer-n. Auch die Neuregelung sichert, wie man sieht, der auf den Gasthausbesuch angewiesenen Bevölkerung bei aller Lauch die^ Verl/ältnisse gebotenen Verernsachmig die Möglichkeit ausreichender Sättigung und die erforderliche Abweä^eluug. Do bei besonderen Anlässen (Festlichkeiten usw.) ein Be­dürfnis nach größerer Reichhaltigkeit der Speisekarte v. liegen sollte, können die Beltzirden Ausnahmen zulassen. Tie>8erort>uung tritt am 7. Juni in Kraft.

Die Butter- und Fettversorgvn-.

B c r l i n , 2. Juni. (WTB.) >'lm Dtittwoch vormittag führte der Boruaiid des Kriegsernä sirun gs« m tes dve Ber»tu:> gen^über die Regelung der Butter - und Fettvers^rgung zu Ende. Es wurde die Errichtung einer dem Amt an gegliederten biese ^lmpckegenbeit e: nheitl. ich bearbeiten soll, be­schlossen. ^xhon vor ihrer Errichtung soll eine .Reihe vm: Br- Mmmungen dem Reichskanzler zur liMirtigeu Einführung cmv- wylen werden, um die^ Butter- nnk» Jettversorgung, vor allem in den größeren Städten imd Jndu st riebe zirken, siii,er und gleichmäßiger zu gestalten: Beschiagnadme des größten Teils aller Molkerciburter ffir die Zentralernkausi^eiettse^itt: der Zwam: zur Einführung von Fettkarten m rwertmäßiger mi

und Begrenzung für alle Gemeffwen nüt mehr als 5000 Ernnwffner. Beschränkung des Bntterversandes an Private ans das ihnen nafr der Fetttarte zustelrende QuanMm. Drrbei soll Vorsorge getroffen werden, daß die Erzeugung von Mück und die Zufuhr m den Molkereien durch jene Eingriffe nicht leidet. Eine umfaugreich- Verteilung von Kraftfutter gegen die Bervffichtunq zur Mil- und Bmterlieierung fall erstrebt werden. Di'- anschließende Be> ratung der Zuckerkrage hatte das erfvuliffv Ergebrns-, bas. aus den zur Verfütternng bestimmten Zuckerlxffänden erhebliche Mengen sofort .prm Einmachen von Ob st frcige geben werden können. Die Verwendung von Saccharin als Zuckercriatz soll möglichst weit ausgedehnt werden. Die Be­ratungen über Gemüse, Kaff« und Toeverfargung kamen noch nicfa »um Abschluß. Dringend emofahlen iuurde die möglichst reich li.ckj- Gewinnung eines einheimischen Mättertees, für welche jetzt die höchste Zeit ist.

Eine besondere Mteilung des .Kriegsernäln'ungsaTntes soll sich mit der svstematischeu Bekämpffmg der verschieo-men Arten von Warenwucljer, Schiebungen :md unlauteren Anzeigen '-»urä Einwirkung ach eine schnelle und wirksame Bestrnftrng dfafar Ber

gehen beschien.

Nachmittags fand eine längere Beratung des Verstandes mit Vertretern der Bergarbeit^norganisationar statt, wobei die Bssuirbe der von ihnen verttetencn Kreise besvrvchen wurden und praktische Vorschläge zur Befeittguny von Mißstrmden gemacht worden sind.

w. Frankfurt a. M., 2. ^>rmi. Gemeinden und Fabrik- unternebmimgen wenden sich vielfach in Sachen der Ernäsirun g der Bevölkerung siczw. Arbeiterschaft an vas .Krfaqsministerivm beM. an das Generalkommando. Das Generalkommantw weist da rach hin, daß derartige Einaaben für die Folge stets an das neugefchaffeneKr ic gsernahrnng samft" in B«-lrn zu ' len sind. v

Dir Lebensmittelversorffrmsi gesichert.

B e/rftin , 2. Juni. (WTB. Nichtamtlich.) Der Präsihient des Kriegs/rnährungsiimtes, von? B a to cki, stellte sich frnrtr imStaatS- hausHbltsaus)chusse des Abgeordnetenlxrufa:' vor und führte dalvi u .a. aus, er habe schon jetzt die fafte lsicherzerrgung gsvonnen^ daß die Versorgung der Bevölkenmg mit LÄensrnsircktt durch­aus gesichert sei, so daß n«m mit vollem Vert rau e n der Zukunft eMgegcnsehen könne. B?rhandene Mißstände örtlicher Natur könn. ten durch geeignete Maßnahmen beseitigt werden. D«s würde voraussichtlich bereits in den nächsten Tagen geschehen, denn es müsse in dieser für die Botksernährung kr i t isck je u Zeit alles %m Befriedigung der Bedürfnisse der Dcrbrmicher getan werden. Ter Landwirtschaftsminister wies darmtt hin, daß man jetzt über die letzten Schwierigkeiten tnfolge der Mißernte des Vorjahres, be- souders über die gegenwärtige Fleischlliap ph e i t hffn o e g kv nu n « : müsse, wobei es sich mrr um eine Uebergvngszeft l>mdele, da bn günstigen Eruteaus sich ten später eine wesentliche Erleichterung ein- tretcn werde. Bis dahin müsse namentlich der Fleischverbrauch eingeschränkt werden. An Frühkartoffeln erwrrte man für Deutschland einen Ertrag vvn IVk Millionen Zmttner. _

Airs Stadt und Land.

* G: eßen , 3. Juni ISIS.

Sonntaqssfedanke».

Und Fluch Vvn allem der (ftefridfc!" Sie fbPÜfc uns wirk­lich alle auf harte Proben. Immer neue Gefbast nimmt sie an, ein gar versckffedenes Gesicht kehrt sie den Einzelnen zu. Und ist doch immer dieselbe unerbittliche, die den Schlag der schnellen Stunden nicht beschleunigt und uns warten heißt, warten von einem Tag zum andern, bis das Ende ercklich kommen wird, siegreich, herrlich, wie wir hoffen und ver­trauen. Bis dahin: GeduL!

Aber doch, sie bewährt sich, für ÄdvpenbNcke lichtet sie den Weg imd Mgt, daß wir uns ihr nicht umsonst gebeLgt haben. Im Lazarett erzählten Verwundete vmr den ersten Tagen vor Verdun. War das herrlich, als die feindlüche Frönt in der Woevreebene Msammendrach. Der Stellungs­krieg, der endlose, war zu Ende, der Sturm brach los, und vorwärts ging's in unaufhaltsamem Drang. Sie meinten wohl: durch, dem Feinde bis ins Herz! Aber wenn's auch anders kan:, ein Entgelt halten sie doch: die Geduld, die sich bewichrt hatte, die wird es auch ferner tun. Nicht arrders wird's gewesen seü: aus den Tiroler HShen. Wie hatten sie da ansgeharrt, einen Sommer, einer: Wrtrter durch, in Eis und Feuer, den Unversöhnlichen, hie Ver ehrt am Werke lvaren, den Tapferen das Leben sauer zu machen. Und sie lvarteten in zälier Geduld der Stunde, da den Barb aren ver gönnt sein würde, über die trerllose Kultnr des Südens berzufallen. Sie warteten, und die Sturrde kam: wie don- irern die Gesclchtze, nun bald schon bis in die Ebene hinein. Ziehst nicht Georg von Fqnrndsberg mit hinab, und attenauhe Landsftncchtlieder' über tönen tnächtig die tveicheu Laute Italiens? Und sie, unsere geliebten blauen Jungen, denen in diesen Tagen stürmisch unser Herz entgegenschlägt! Wie haben sie Geduld üben inüssen auf. ihren stölzen Panzern, ihren kleinen Wachschiffen fl: der Nordsee. Wenn sie auf kurzen Urlaub beim kamen, auf weiter Lairdfahrt, ich könnte sagen von Wilhelmshaven bis Freiburg in Baden, man merkte, wie es in ihnen brodelte über dem ewigen Stille- liegeu, die einen fast wie in wenig verschärftem Friedeus- dienst, die andern in aufreibendem Ausguck nach dem Feind