Ausgabe 
2.6.1916 Erstes Blatt
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Nr. 128

Erster Blatt

Der Stetze««r Lnzet-er erscheint tätlich, außer Sonntags. Beilagen: viermal wöchentlich HietzenriHamUlenbüttter; zweimal wöchentl.Nreir- dlallsürden Ureis Girtzen (Dienstag unb Freitags zweimal monatl. Land- mirlschafHiche Zcitsragen Fernsprech - Anschlüsse: snrdieSchristleitungll^ Verlag,Geschäftsstelleöl Adresse dir Dralitnach- richten: »nzeigerSietzrn. Annahme von Anzeigen für tue Tagesnunnner bis zum Abend vorher.

M. Jahrgang

Hreitag, 2. Jum 1916

mchener mzei

General-Anzeiger für Oberhessen

Kotatiousimtd und vei-lag der Srühi'schen Unio.Such- und Steindruckcrei R. Lange. Schriftieitung, Geschästsstelle und Druckerei: Schu!str. 7. atuäeiflmtcil: ö

ü c \ u a & o t c. inonatl. 90 Pf^ vierte- jährl. Mt. 2.65-. durch Ab hole- n. Zweigstellen nwnatl. 80 Pf.: durch diePost Dtt.2.45viertel- jährl. ansschl. Bestellg. Zcilenpreis: lokalloPf., ausiv. 20 Pf. Haupt­schriftleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für de,, politischen Teil und das Feuilleton: Aug. Goetz i für Stadt und Land. Vermischtes und Ge- richtssnal: Fr.R.Zenz-,

fälntitchm Gießen

Erfolgreiche seeschlachi unserer Hochseeflotte. Arsiero und Asiago genommen.

(DTB.) Ysi'vtzeiS HÄUptftuarticr. 31. Mai. (Amtlich.)

Westlicher Kriegsschauplatz.

Feindliche Torpedoboote, die sich der Küste näherten, wurden durch Artilleriefeuer vertriebeil.

Die rege Feuertätigkeit im Abschilitt zwischen dem Kanal von La Bassöe und Ar ras hält an. Unterneh­mungen deutscher Patrouillen bei Neuve Ctzapelle und nordöstlich davon waren erfolgreich, achtunddreißig Engländer, darunter ein Offizier, wurden gefangen ge­nommen, ein Maschinengewehr erbeutet.

Links der Maas säuberten wir die südlich des Dorfes Cumi6res liegenden Hecken und Büsche vom Gegner, wo­bei drei Offiziere, achtundachtzig Mann in unsere Hände fielen. Beim Angriff am 29. Mai erbeuteten wir ein im Caurette-Wäldchen eingebautes M a- rinegeschütz, achtzehn Maschinengewehre, eine Anzahl Minenwerfer und viel sonstiges Gerät.

Auf beiden Maasufern blieb die Artillerietätigkeit sehr lebhaft.

Oestlicherund Balkankriegsschauplatz.

Keine Ereignisse von besonderer Bedeutung.

Oberste Heeresleitung.

OT.) UrvtzeS, Hauptguartier. 1. Juni. (Amtlich.)

Westlicher Kriegsschauplatz.

Nördlich und südlich von Lens herrschte auch gestern Lebhafte Artillerietätigkeit.

Links der Maas setzten die Franzosen abends erhebliche Kräfte zum Angriff gegen denToten Mann" und die Cau- rettehöhe an. Am Südhange desToten Mannes" gelang es ihnen, in etwa 409 Meter Ausdehnung in unserem vordersten Graben Fuß zu fassen, im übrigen sind die mehr­fachen feindlichen Anstürme unter den schwersten Verlusten abgeschlagen.

Rechts der Maas wurden die Artilleriekämpfe fort­gesetzt.

Oestlich von Obersept drang eine deutsche Erkun­dungsabteilung in etwa 350 Meter Breite und 300 Meter Tiefe in die französische Stellung ein und kehrte mit Ge^ fangenen und Beute zurück.

*

Ein englischer Doppeldecker wurde westlich von Cambrai im Lufttampf abgeschossen. Die Insassen (Offiziere) sind verwundet gefangeri genommen wowen.

Im französischen Tagesbericht vom 29. Mai 3 Uhr nachmittags wird behauptet, am 28. Mai seien fünf deutsche Flugzeuge durch die Tätigkeit der ftanzösischen Flieger und Abwehrgeschütze vernichtet worden. Wir beschäftigen uns seit langem nicht mehr mit der Richtigstellung ftindlichcr Be­richte, möchten in diesem Falle aber, wo er sich um die Leistungsfähigkeit der jungen Fliegerwaffe handelt, doch be­merken, daß weder an dem genannten Tage, noch in der vor­hergehenden Woche überhaupt irgend ein deutsches Flugzeug durch feindliche Einwirkung verloren gegangen ist.

Oestlicher Kriegsschauplatz.

Die Lage ist unverändert.

Balkan-Kriegsschauplatz.

Ein schwacher feindlicher Angriff an der Südspitze des Doiransees wurde abgewiesen. Bei Brest (nordöstlich des Sees) wurden Serben in englischer Uniform gefangen genounnen.

Oberste Heeresleitung.

: . » . *

Seeschlacht zwischen Skageral untz yorns Kiff.

Berlin, 1. Zum. (WTB. Amtlich,) Unsere Höchste- flotte ist bei einer nach Norden gerichteten Unternehmung am 31. Mai auf den uns erheblich überlegenenHaupt- terl der englischen Kampfs!otte gestoßen. Es ent­wickelten sich am Nachmittag zwischen Skagerak und Horns Rrff nue Reihe schwerer für uns erfolgreicher Kampfe, die auch während der ganzen Nacht andauerten.

In diesen .Kümpfen sind, soweit bisher bekannt, von uns vernichtet worden: Das GroßkampfschiffWor- spite , die SchlachtkreuzerQuen Mary" undJn- oefatlgable" zwei Panzerkreuzer, anscheinend der Achrllesklasse. ein kleiner Kreuzer, die neuen ZerstorerfuhrerschiffeTurbulent",Nestor" und Alcaster", sowie eine große Anzahl von Tor­pedobootszerstörern und ein Unterseeboot Nach einwandfreier Beobachtung hat ferner ei n e große Relhe englischer Schlachtschiffe durch die Ar­tillerie unserer Schiffe und durch Angriffe unserer Torpcdo- bootsflottillen während der Tagesschlacht und in der Nacht schmere Beschädigungen erlitten. Unter anderem hat auch das GrohkampffchiffMa lbo ro ugh", wie Gefang- genenaussagen bestätigen, Torpedotreffcr erhalten. Durch inehrere unserer Schiffe sind Teile der Besatzungen unter­gegangener englischer Schiffe aufgefischt worden, darunter die beiden einzigen Ueberlcbenden derIndcfatigablc".

Auf unserer Seite ist der kleine KreuzerWies­baden' während der Tagesfchlacht durch feindliches Ar-

tillcriefeuer und in der Nacht S. M. S.Pommern" durch Torpcdoschuß zum Sinken gebracht worden. Uebcr das Schicksal S. M.S.Frauen lob". die vermißt ist und einiger Torpedoboote, die noch nicht zurück- gekehrt sind, ist bisher nichts bekannt. Die Hochseeflotte ist im Laufe des heutigen Tages in unsere Häfen eingelaufen.

Der Chef des Admiralstabes der Marine.

Englische Verluste.

Vernichtet:

Großkampfschiff Warspite, 28 000 Tonnen, 182,9 Meter Länge, 28,7 Meter Breite, Besatzung unbekannt, erbnut 1913.

Schlachtkreuzer Qu een Mary, 30000 Tonnen, 213 Meter Länge. 27,1 Meter Breite, 1090 Mann Besatzung, erbaut 1912.

SchlachtkreuzerJndefatigable, 19050Tonnen, 169 Meter Länge, 24,4 Meter Breite, 780 Mann Besatzung, erbaut 1909.

2 Panzerkreuzer der Ächillesklass e. Tie Panzerkreuzer der Achilles klasse haben 14 800 Tonnen, 146 Meter Länge, 22,4 Meter Breite, 700 Mann Besatzung und sind erbaut 1905.

Ein kleiner Kreuzer ohne nähere Angabe.

Die 3 neuen Zerstörersührerschiffe Nestor, Turbulent, Ale asto r.

Eine große Anzahl von Dorpedobootszerftvrer.

1 Unterseeboot.

Schwer beschädigt:

Großkampfschiss M a l b o r o u g h, 28 000 Tonnen, 178,8 Me­ter Länge, 27,4 Meter Breite, 950 Mann Besatzung, erbaut 1912.

Es sind dies alles durchgehend Schisse modernster Bauart, deren Bestückung hier nicht angegeben ist.

Deutsche Verluste.

Vernichtet:

Linienschiff Pommern, 13 900 Tonnen. 125.9 Meter Länge. 22,2 Meter Breite, 743 Mann Besatzung. Erbaut 1905.

Kleiner Kreuzer Wiesbaden. Die kleinen Kreuzer der Städteklasse haben 32504900 Tonnen, 300370 Enn Be­satzung und sind zwischen 19031912 erbaut.

Vermißt:

Klemer Kreuze Frauen lob, 2700 Tonnen, 104,4 Vdeter Lange. 12,3 Meter Breite, 281 Mann Besatzung. Erbaut 1902.

Einige Torpedoboote.

Die kriegerischen Ereignisse haben sich in den letzten beiden Tagen überstürzt uno die politischen vorerst weiter in den Hintergrund treten lassen. Selbst die Mise des Reichs­kanzlers nach Süddeutschland, die ihn auch nach Darmstadt geführt hat, erscheint uns fürs erste weniger beachtenswert, als die herrlichen Waffen taten, mit denen der neue Kriegs­monat, der 22. des Weltkrieges, anhebt. Arsiero und Ariago, die bei Begann der österreichischer Offensive als Hauptverteidigungslinie bezeichnet wurden, find non unfern Waffenbrüdern aus ihrem Siegesläufe genommen, der Weg nach Benetien ist dadurch zwar noch nicht vollkonnnen frei, aber es ist eine breite Oesftrung entstanden, durch die italie­nische Militärkritiker schon jetzt in der verschleierten Angst ihrer Besprechungen den Furor teutonicus auf sich herein­brechen sehen. Und während das erste Stadium der öster­reichischen Offensive sich langs.am und sicher auswirkt, über­rascht uns heute morgen die Nachricht einer gewaltigen See­schlacht in der Nordsee, der ersten nach dem ruhmreichen Gefechte an der Doggerbank, deren für sich verlustreichen Ansgang dchs bedrängte 2Wiou heute noch nicht einzu- gesteh-en wagt. Man darf daher auch diesrnal gespannt sein, wie Reuter Geivinn und Verlust der Seeschlacht zwischen Skagerak und Horns Riff in englischer Buchführung auf den Tafeln der Geschichte eintragen will. Mit kurzen knappen Worten hat der Chef des ')Ldnnralstabes das Ergebnis einer Seeschlacht mitgeteilt, die jedenfalls die ungeheuerlichste Kraftentfaltung darstellt, die bisher auf See erlebt wurde, tlnd der Erfolg ist unser.

Auf englischer Seite waren die Verluste überall schwer, auf unserer hingegen im Verhältnis zu den errungenen Er­folgen außerordentlich gering. Nach dem Bericht des M- miralstabs ist unsere Flotte glücklich wieder in den heimi- scheu Hafen erngelaufen. Sie hat in offener Seeschlacht ohne jede Unterstützung der .Küstenbefestigungen der mächtigsten Flotte der Welt eine siegreiche Schlacht geliefert. Ihrem Führer, wie allen Kommandanten und Schisfsvesatzungen sagt ganz Deutschland seinen Dank.

In derDeutschen Tagesztg." heißt es: Die größte m o d e r n e S e e s ch l a ch t ist mit dieser Begegnungsschlacht in der Nordsee ausgcfochten worden. In Anbetracht der ge­waltigen neuzeiligen Kriegsmittel und der Tatsache, daß unsere Blaujacken die Hauptmacht der englischen Kampfflotte vor sich hatten, geht ihr Rahmen weit über den aller anderen Seeschlachten, jedenfalls seit Erfindung des Schrffspanzers, hinaus. Unsere. Flotte hat dabei überaus glänzend abgeschnrtten. Gewiß sind auch unsere Verluste au sich st^nerzlich, aber dem Verlust der drei stärksten englischen Dreadnoughts steht kein entsprechender deutscher Verlust gegenüber. Dabei ist dieser Erfolg erfochten worden gegen eine erhebliche englische Ucbermacht. Uirser-e junge Marine hat eine gewaltige innere Ueberlegenheit über die erste und größte Flotte der Welt gezeigt. Sie hat einen Erfolg glänzendster Art errungen und ihre Flagge mit un-i sterblichem Ruhm bedeckt.

Die österreichisch-ungarischen DageSveMhte.

Wien, 31.Atai. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: 31. Mai 1916.

RussischerKricgsschauplatz.

Die erhöhte Gefechtstätigkeit an der besfarabischen Front und in Wolhynien dauert an.

Italienischer Kriegsschauplatz.

Die unter dem Befehl Seiner K. und K. Hohett des Generalobersten Erzherzogs Eugen von Tirol aus operierenden Streitkrüfte haben Asiago und Arsiero genommen.

Im Raume nordöstlich von Asiago vertrieben unsere Truppen den Feind aus Gallio und erstürmten seine Höhenftellungen nördlich dieses Ortes. Der M o n t e B a l d o und Monte Fiara find in unserem Besitz. Westlich von Asiago ist unsere Front südlich der Assa-Schlucht bis zum eroberten Berg Punta Corbin geschlossen. Die über den Posina-Bach vorgedrungenen Klüfte nahmen den Monte Priafora.

Neuerliche verzweifelte Anstrengungen der Italiener, uns die Stellungen südlich Bettale zu entreißen, waren vergeblich. In dem halben Monat seit Beginn unseres An­griffs wurden 3 0 3 8 8 I t a l i e n e r, darunter 6 9 4 Offi­ziere. gefangen genommen und 299Geschütze erbeutet.

Heute früh belegten mehrere eigene Seeflugzeugc den Bahnhof und militärfiche Anlagen von SanGiorgio d i N o g a r a mit zahlreichen Bomben. Im Bahnhofsgebäude wurden vier Treffer beobachtet.

Südöstlicher Kriegsschauplatz.

Nördlich der unteren B o s u s a haben unsere Truppen italienische Patrouillen verjagt.

Lage unverändert.

Der Stellvertreter des Chefs des Generalstads v. H ö f e r, Feldmarfchallerttnantt

Wien, 1. Juni. (WTB. NichtmntUch.) Amtlich wttL verlautbart: 1. Juni 1916.

Russischer Kriegsschauplatz.

Unsere Stellungen in Wolh-ynien starken gestern wieder mehrere Stunden unter dem Feuer der feindlichen Artillerie. Nachtsüber mehrfach heftiges Vorfeldgeplänkel.

Auch an der befiarabifchcn Front hält die Tätigkeit des Gegners an.

Jtalieni scherKriegssch-a uplatz.

Unstre im Raume nördlich von Asiago gegen Osten vorrückenden Kräfte haben die Gehöfte Mandrielo er­reicht und die Straße östlich von Alante Fiara und Monte B a l d o überschritten.

Oestlich von Asiero wurde der Monte Congo sowie die Höhen südlich von Cava und Tresche erobert. Bei Arsiero selbst faßten unsere Truppen auf dem südöstlichen P o s i n a - U f e r Fuß und wiesen einen starken Gegenangriff der Italiener ab.

Ebenso scheiterten feindliche Angriffe auf die Stellungen unserer Landesschützen bei Chi eso (im Brandtal) und öst­lich der Pafi'o Puolc.

Die Nachlese im Angriffsramn ergab eine Ver­mehrung der gestern gemeldeten Beute auf 3 1 3 G c s ch ü tz e Unsere sonstige Gcsamtbeute ist noch nicht völlig zu übersehen. Bisher wurden 148 Maschinengewehre. 22 Minenwerfcr, sechs Kraftwagen. 600 Fahrräder und sehr große Munitionsmengen, darunter 2250 schwerste Bomben eingebracht.

Südöstlicher KriegsMauplatz.

Keine besonderen Ereignisse.

Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs v. H ö f e r, Feldmarschalleutnant.

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Vom mazedonischen Kriegsschauplatz.

Paris, 30. Mai. (WTB5 Meldung dcr Agenoc HavaZ^. Der Marineminifter Laoaze hat dem Mmiswrratc mügtteüt, daß die Ueberfiihrurrg der serbischen Truppen von Korfu nach Saloniki beendet *sei. Er verlas einen Brief des serbisck^en Kronprinzen, der die französische Marine dcrzn beglückwünschte

Athen, 31. Mai. (WDB. Nichtamtlich.) Von dem Ver­treter des Wolffscheri Bureaus. Der neue Chef der eng­lischen 9Narinemission Palme-r ist hier in Begleitung des Kapitäirs ^Nells und des Scknffslei i tncrnts Charell ein getroffen, um für ein Jahr Dienst bei der griechischen Regierung zu nehmen. Die Einzelheiten des Dienstver träges werden zivischen denr Marinenrinister und denmeuen Instrukteuren in nächster Zeit festgesetzt und unterschieben.

Saloniki, 1. Juni. (WTB.') Meldung der Agencc Havas. Die Frurrzo seu haben gestern uachlnittag P o r v - besetzt.

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Der türkische Bericht.

Konstantinopel. 31. ALai. i.WTB.) Amtlicher Bericht; An der I r a k f r o n r keine Veränderung.

An der K a u k a s n s s r o n t vertrieben ivrr eine GrkuudvNqK' abtnlung, mit der der!Feind gegen unsere Swllnmr twebrn wollte. Ans dem linken Flügel kamt es nur zu örckrchen