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19/05/1916 Zweites Blatt
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va§ Ziel der schwedischen Politik.

Am 2. ptai brachte <ber schwedische Reichstagsabgeord- mctc Professor Gustaf Steffen die aufsehenerregende Interpellation wegen der Alandsfrage ein. Am 17. Mai tomtbe die Angelegenheit durch Erklärungen des Außen- .inrilisters Wallenberg und der schwedischen Parteiführer Offiziell erledigt. Was in den dazwischenliegenden vierzehn Tascn von der Vierverbandspresse dazu gesagt und ge- fdjmeben wurde, dürfte der schwedischen Negierung die Augen darüber geöffnet haben, daß das kleine Schweden- land nun ganz allein auf weiter Flur sticht. Die Freunde ^-Rußlands wollen ihm nicht helfen. Ja, ein französischer hatte die Idee, Schweden zu warnen: nichts sei fixt Schweden gefährlicher als ein besiegtes Rußland. Denn dieses würde sich in seinem Zorn und Schmerze sofort über die Alandsinseln auf Schweden stürzen, um sich schadlos M halten. Die Neutralen des Weltkrieges können den Schwe- ,den nicht helfen. Sie haben gerade genug mit sich selbst zu tun. Und Deutschland? Die Deutschen sollen ja die Alands­frage ins Rollen gebrächt haben. Eine deutsche Verschwö- nntj soll dahinter stecken. Genau wie in Irland. Minister Walümbevg und die Redner der schwedischen Kammer haben init Recht auf dieses hetzerische Gerede vierverbändlicher 'Stimmen überhaupt nicht geachtet und ans Deutschland !mit keinem Worte Bezug genommen. Deutschland schient '-mit stählernen Menschen mauern und Schiffen seine Ostfront irnd stärkt damit ganz natürlich auch die Stellung Schwe- Lens gegen Rußland. Aber mit Ränken und ,,Verschwö- rungen" mischt es sich nicht in die schwedischen Dinge. Auch ;DnLschland kann in der Alands frage nichts anderes sehen >als eine rein schwedische Angelegenheit. Das weiß man in Stockholm, und so blieb der Regierung nur übrig, an die Spitze ihrer Politik die Forderung strengster Neutralität zu 'setzen. Um so erfreulicher aber ist die Kühnheit, mit der das ganz auf sich selbst gestellte Schweden erklärt, daß es das .Alandsproblem als eine schwedische Lebensfrage ansehe und nichts unterlassen werde, um sein Recht und seine Interessen Mr wahren In Petersburg, London und Paris mag man erstaunt aufgehorcht haben. Denn wenn Minister Wallen- tbem auchaus leicht begreiflichen Gründen nähere SErttarrrngen verweigerte, so wird der Entente doch voll kommen klar sein, was man jetzt in Stockholm vor Hat. Schweden verlangt nicht nach dem Besitze des Mrndffchen Jnselkornplexes. Wie sollte es auch? Durch einen ^ieg? Angenommen, es gelänge, die Inseln dem jetzt geschwächten und zurückgedämmtcn Rußland mit Gewalt zu enkeißen. so käme wähl der Russe nach zehn oder fünfzehn Jahren und holte es sich von dem kleinen Schweden mit Zin­sen jirauf. Durch Kauf? Rußland hat diesesGeschäft" bis letzt nicht angeboten und es fragt sich, ob man etwas verkau­fen kann, was einem nicht gehört. Wand ist zurzeit lediglich vmr ruffischen Truppen besetzt Es ist nicht russisches Gebiet. Es lst ia politisch Finnland einverleibt und gehört zu Abos und Biornebvrgs Leben, hat also mit jenen Stüdtedistrikten erneu gemeinsamen Gouverneur. Alaird ist finnisch. Und das ist gut so. Als schwedisches Eigentum, etwa als ein irqend- w,e erzwungenes - Geschenk Rußlands, wie z. B. der.engli- sche Skandinavienforscher Edmund Gösse vorschlug, wäre Aland für Schweden ein bedenkliches Danaergeschenk, ein Sorgmikind, das wnr Unglück brächte. Also dies alles ist nicht das Ziel der schwedischen Politik. Sondern Schweden ££££ un j!JT a r tet von den europäischen Mächten, daß die vokkerrechtliche Servitut, die Äs auf Aland besitzt, aner-

hm," wird. Rach dem Pariser Vertrage

von 1856 darf Rußland keine militärischen Strcitkrüfte auf ß»«ser Inselgruppe halten, und nach dem Schleifen der dort errichteten Feste Bomarsund im Jahre 1854 war ebenfalls festgekegt wovdeu, daß diese Festung nicht wieder aufgebaut dürfe. Ueber iene Abmachungen hat sich Rußland hin- Vierverbandspresse hat ihm wäh- ^ ^r letzten Auseinandersetzungen geholfen, zu behaupten, daß es fern Fürsprechen nur gegenüber England und Frank- rerch uM nucht ge^nüber Schweden abgegeben habe. Das eine inristische Fmte. Durch den.Artikel 33 des Pariser Friedens wurde der Mandskonvention ausdrücklich der Cha­rter eines integrierenden Bestandteils jenes Friedens ge­geben, Und dadurch haftet Rnßlcord Völkervechtlich anch>

Schweden gegenüber. Aus dieser diplomatisch unerschütter lichen Grundlage baut Schweden seine Forderung aus, und es geht aus der jetzigen Haltung der Stockholmer Regierung nur das eine hervor, daß Schweden von Rußland die Schlev-

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fung der mit Beginn des Krieges aus Aland begonnenen Be­festigungen verlangt. Für dieses Verlangen setzt das König­reich Schweden seine ganze Lebenskraft ein. Nun wissen die Politiker der Entente Bescheid. Schweden wird kein zweites Griechenland sein, das sich einschüchtern und mißbrauchen läßt. Das ist der Sinn der großen Alandsdebatte in den schwedischen Kammern gewesen.

Stockholm, 18. Mai. (WTB.) Der Minister des Aeußern wiederholte in der ErstenKammerdie Erklärung, die er in der Zweiten Kammer abgegeben hatte.

Der Führer der Rechten >Try g ger führte daraufhin aus: Ich bm davon überzeugt, daß diese Kammer mit Zufriedenheit die Erklärung des Ministers des Aeußern gehört hat, daß an der Neutralitätspolitik, der wir zugestimmt haben, von der Regierung auch weiterhin festgehalten werden wird, und daß die Negierung bei ihrer Auflassung über den Sinn und die Bedeutung der so­genannten Alandsfrage für Schweden bleibt, die 1908 in einer von der damaligen Regierung unter einmütiger Billigung des Reichs­tags abgegebenen Erklärung so deutlichen Ausdruck erhalten hat. A,ie Lartex, der ich angehvre, hegt die wärmsten Hoffnungen, da^ dre Bestrebungen der Negierung diesen Standpunkt verwirk lichen und vollen Erfolg haben möchten.

Dve übrigen Parteiführer, K v a r n z e l i u s für die Liberalen, a v r i n s k h für dre .Sozialdemokraten, wiederholten die von ihren Parteiführern tn der Zweiten Kammer abgegebenen Erklä rungen.

Messbriefe aus dem westen.

Telegramm unseres Kriegsberichterstatters.

(Unberechtigter Nachdruck, auch auszugsweise, verboten.! Mincnsprengungcn und Gasangriff.

Großes Hauptquartier, den 17. Mai.

An der standrischen Front und südlich davon, im Raume meft» ji? nrF'?,^iN die Gegend südlich von Rohe zeigte sich die seind- ^t'llerie sehr rege, und der Feind nahm eine beträchtliche "Otzhl von Mmensprengungen vor. Um die Sprengtrichter ent- Nnckett« ffch sofort lebhafte Kämpife mit dem Erfolge, daß wir sämtliche Trichter besetzt haben bis auf einen. Vor Verdun rich- eten die französiMn Geschütze ein sehr lebhaftes Schießen, welches ,ich allmählich und zeitweilig bis zum Trommelfeuer steigerte, wJr*?'?! Stellungen auf der Höhe 304, indessen erstickte ein im cknschlutz daran versuchter Jnfanterieangrifs schon im Keime. Ein den der Feind , üblich von Arvas unternahm, war erfolgws. Ueber einen Gasangrtzs, mit welchem die Franzosen kürzlich eine unserer Divisionen an der Aisne zu überraschen versuchten, kann ich folgende nähere Mitteilungen machen: es war morgens, um wer Uhr, als Gasalarm die Schläfer ausschreckte, ^zn ziemlicher Breite hatten die Franzosen, auf den ihnen an- D>uid rechnend, Gas gegen unsere Gräben n begonnen welches man als dicke schwärzlich graue Nebel,chwaden herwikommen ,ah. Es stank, nach Chlor nnd wirkte zusammen schnurend auf die Atemorgane. Der Feind bUes m Abständen von je einer halben Stunde r ^^rvellen ab, und nach und nach wurde der

j° är' Niemand einen Schritt weit sehen konnte Fast sämtliche Mannschatten hatten sofort die Gasmaske,i angelegt imd ltz d-eren schütz aiicy durch die dicksten Giftwolken keine Beschwerden Einige Lende, die fahrlässiger Weise ihre Masken E..ber sich hatten empfanden große Uebelkeit, wurden ohn- P^Üken sich wegen Lungenbeklemmungen in ärztliche Behandlung begeben, üver böige Wind trug übrigens die Gas- ^teilte sie. wobei man noch acht Kilo- ^ %F ont i> ? n ekelerregenden Gestank wahrnahm. Tie k>er Franzosen kehrte sich bald darauf mit anscheinend viel peinlicherem Erfolge gegen sic selbst, als ein deutscher Artille­rietreffer nt ihr Gassiafchenlager schlug. Man sah stundenlang : xm dunkle Nebelwolke bei windstillem Wetter über den

ranzosifchen Gräben stehen. Bei Dünkirchen sind 40 feindliche Schiffe gelichtet ivorden, gegen welche unsere Wasserflugzeuge so­fort zu einem erfolgreichen Angriff aufsttegen.

_ W- Scheuermann, Kriegsberichterstatter.

Aus St<rdt nnd Land.

Gießen, 19. Mai 1916.

Kinderspeisurig in Städten.

In lefcter Zeit ist wiederholt darauf hinaewiesen worden, daß Ä^E^gemab dw einheitlich organisierte Verpflegung größerer Menschewmaffen viel billiger durchzuführen ist, als dies im Einzel-

vielgererrt und seine Geschichte.

Bvn Mund zu Mund geht in diesen Tagen der Name Biel- gereut, wo imsere tapfereir Verbündeten einen so schönen Erchlg errungen haben. Dre Hochfläche von Lasraun imd Vielgereut (La- E^Iolgaria: so haben die Italiener diese Namen ver- einen Deck des Bergtandes zwischen der Etsch und ^^'^k^Z^ ^rchsttömenden Branta. Auf dieser Hoch-

V®* P tm GesamtnamenHochlecke" ju b^eicinen pflegen, liegen die beiden Großgemeinden Bielgereut ^.A^n nnt ihren Teilgemeinden. Was den Charakter dieses merkwuÄngen unb fchonen Stückes Bergwelt betrifft, so hat Pro- n ^u^einern Aussatze bttGrenzboten" hervor- acöadm, dav es die Kalk- und Kreide>chichten des Gebirgsfckickes und d-re hohe Schönheit der Landschaft be- So ist ^kerm^eichntt durch kühne, zum Teil abenteuerlich Wipfel, Lne bis zu 2500 Metern emporragen, und durch Ä^ r i * l ^;'^ onc Talschluchten, zwischen denen - Dachfläche stehen geblieben ist, die groß genug ist,

^ Diese Hochflächen sind 'ganz Eefelmäßig galtet mib bangen nur durch ganz schmale Landzungen mit - ön Durchnagung die schäumenden Wild- 'JZLT'X? ^betren. Ein solches Gebilde sind die zwei bei R«ch^l (^rrk)nari) zusammenhängenden Hochflächen von Viet- gereul und Lasraun. Dre ^rnze sisckzsormige Hochfläche von Viel- ^erne Lange von höchstens 16 Kilometer und eine durch­schnittliche Brette von 56 .Kilometer. Von ihr gehört übriges stur ein kleiner,Teil zu , Italien. Ihrem östlichen Rande finb ^ die Un fast genau nordsüdlich ver- ^itzende Wassericheide zwi,chen Etsch nnd Po und zugleich die '.Stc^engrenze bilden (Sk ist dies ganze Land deutsches Siedelungs- $et>tet «us der Hohenstaufenzeck und war bis vor nicht allzu langer Zeit ein deutsches Sprachgebiet, das in ununterbrocheiiem Zu- fanmrenhange mit dem älteren bodenständigen Deutschtum ^im stand dmem ausgedehnten ehemaligen deutschen Sprachgebm ist dre bodenständige alte Mundart in neuerer Seit

vnfteht man aus der Hochfläche von s nc(b überall Deusich, aber es ist bei der eingesessenen ^evMerung nicht wehr die Muttersprache, sondern es ist beim Militär oder m den Badeorten als Landes- und Verkehrssprache Arbeit rm Auslande geradezu als Fremdsprache lreudemscheLusern hat fest zu seinem arten Voi^tume gehallen. St. Sebastian, das ansehnlichste Teil- ,k° r f ?on Viel gereut, bewarb sich 1906 beim Deutschen Schulverein Mn Gründung einer Schulvereinsschule, aber die Machenschaften der ^nßebevta jmiKtenhiejm Plan zu verhindern. Der Schulbau wu^tt dessen m Vielgereut selbst und in größerem Maßstabc

Tie GroßKemeinöe Welgereut hat vom frühen Mittel-alter

m t^- le ü n f- eine Art SaairernfrrilW ^bildet

&*%<**£ Ite aus fünf Weilern und eurer trotzen

A..zatzl von Einrelhofen. Sie um,opt ein Gebiet von etwa einer L^.uaoratmeile. Ein früherer Pfarrer von Vielaereut Ton Botte-, hat eine dankenswerte Geschichte dieser Siedelung geschrieben Er

haushall möglich ist. Verschiedene Städte oder Gemeinden haben sich aus Grund nüederholter vom Minister des Innern ergangener Erlasse_zwecks Einrichtung von Speisehallen mit den Organisationen der freiwckligen Liebestätigkeit in Verbindung ge­setzt, und soweit sich Organisationen zur Einrichtung solcher Hallen gegen Gewährung angemessener Zuschüsse nicht bereit fanden, selber solche eingerichtet. Mit der Einrichtung von Speisehallen oder Volksküchen sind fast überall sehr gute Erfahrungen gemacht worden, ebenso mit der Einführung fahrbarer Küchen, die es ermöglichen, ein nahrhaftes und dabei durchaus billiges Mittag­essen für die minderbemittelte Bevölkerung bis an ihre Wohnungen zu bringen, nnd die insofern den Vorzug vor den Speisehallen verdienen, als bei ihrer Verwendung die an sich erwünschte Ge- ftchlossenheit des Familienlebens voll erhallen bleibt, während durch die Speisung in den Volksküchen dessen Lockerung von mancher Seite befürchtet wird.

Auch mit der in manchen Städten eingeführten kostenlosen Speisung schulpflichtiger Kinder sind gute Erfahrun­gen gemacht worden. Wlie von der Stadt Tondern berichtet diese Einrichtung dort schon vor dem Kriege. Schon rm Winter 1912 wurde der erste Versuch xnit einer lleineren Anzahl von Kindern gemacht, die kostenlos gespeist wurden. Bei der größc- n^-?^I?^^Erzahl während des Krieges wurden die Markthallen für tae Speisung dmutzt und neuerdings werden an den Wochentagen etwa 300 Kinder in der Watteschicke kostenlos gespeist. Die Kinder, von denen die Hälfte Kriegsteilnehmern gehött, stehen im Alter von 3-14 Jahren. Der Magistrat von Tondern weist ausdrücklich daraus hin, daß die mit der Kindersyeisung gemachten Erfahrungen außerordentlich günstig waren, die Kinder fast ausnahmslos blühend aus,ahen iind gegen Krankheit und Witterungseinflüsse viel wider­standsfähiger als früher waren. Die Kosten für die Bespeisung wa- vkn auch verhältnismäßig rnedttg, da die meisten Kräfte sich unent- ck^ltlicki in den Tpenst der Sache gestellt hatten.

Die guten von der Stadt Tondern und anderen Städten ge­machten Erfahrungeii werden auch andere Gemeinden zu gleic^m Einrichtungen ermutigen, die um so wehr empfohlen werden können, als -einmal eine Kinderspeifung sich viel leichter durchführen läßt

eine Sponung von Erwachsenen nnd ferner durch eine derartig orgamsterte Verpflegimg einer Unterernährung der Kinder ans den unteren Schichten der Bevölkerung, !vie sie leicht bei der augenblicklichen Knappheit und Teuerung der wichtigsten Lebens- §Ä^^^^vetmi könnte, erfolgreich entgegengewirkt ioerdm kann. Schließlich auch infolge der bei einer solchen Einrichtung notwendi- gen ^entrollneimng des Einkaufs für einen größeren Teilnehmer- P-SJ** cf ft'tte Märkt von Konsumentenschichten entlastet toerden, die häufig durch unorganisierte Bedarfsdeckung Schwierigkeiten der Lebensmittelversorgung verutt'acht haben.

*

**, Vermeidung von Ansammlungen vor den L a den. Ern Weg zur Verhinderung einer Ansammlung von Kauferscharen vor Lebensmittelgeschäften, nämlich der, den fleisch-, Vutter-, Milchkarteri usiv., aus die an dem je­weiligen Verkaufstage ein Anteil von der einen oder anderen Ware entfällt, Nummern zu geben, so daß jedermann werß, wann seine Karte bezugsberechtigt ist, ist zuerst in einer Berliner Vorortgemeinde zur Anwendung gebracht worden, und zwar beim Verkauf des von der Gemeinde beschafften Fleisches. Der Versuch hat sich aufs beste bewährt und soll dak^r fortgesetzt werden. Die bis um 12 Uhr mittags von den Inhabern der bekanntgegebenen Kartennummern nicht in Anspruch genommenen Mengen wurden zum freien Verkauf gestellt und waren, da es sich nur um ganz bescheidene Reste ,)andelte, bald ausverkauft. Jedes Gedränge, jedes unnütze Zarten wär vermieden, und wenn auch aus Gewohnheit dre merften Käufer in der ersten Verkaufsstunde aus Be- orgnrs, daß sre sonst doch vielleicht unberücksichtigt bleiben tonnten erschienen waren, so wickelte sich doch dre Waren­ausgabe einfach, schnell und ohne Störung ab. Ein ähnlicher Weg rst hrer ijt Gießen bei der Butterverteilung beschritten worden. Dre vu.^en Erfahrungen, die man dabei erzielte, auch beim Ererverkauf zir verwerten, hat man leider bis jetzt noch nicht für nötig befunden.

**<D,^r Sparg e l. Unsere gewaltige Jrckandsproduktion au Spargel, soll uns m diesem Jahre ein wesenlliches Hilfsmittel stur, unserer Voltsernahruug gerade über die schwierigste Zeit der Versorgung hmwegzuhelftn. Diese Zeit ist gerade jetzt gekommen, ?? Wmtergemuse und Winterobst verbrmicht sind, wo Milch^und Fleisch besond^s knapp sind und wo die Kartoffeln allmählich ihren Wohlgeschmack verlieren. Unter diesen Umständen ist es er- sreickich,^ wir m bk)an Jahve gezwungen sind, sehr viel mehr frischen Spargel als sonst zu verzehren, da unsere sonst sehr große Fabrikation von Spargelkonserven in diesem Jahre erheblich ein­geschränkt werden muß. Man darf nur hoffen, daß die Produzenten

^zähll, wie die Gemeinde gegen Ende des 12. Jahrhundetts aus Wcckdgebirg her vor gegangen, bald darauf

be l Trienter Bischofs Friedttch Zn

^ ^ater durch andere Deutsche aus den benachbatten Berggemernden im Vwentmischen verstärkt word^i sei. Plötzlich }^ f e ?^ ttte bes 15 Jahrhunderts, so bemerkt er, erscheinenUr- Italienisch", und es ist sicher, daß um 1560 in ^in italienischer Sprache geredet wurde. Twtzdem 'erhielt sich die alte Mundatt im gewöhnlichen Verkehre Volkes verstand zwar Italienisch, konnte *3 E? entwede r Uber Haupt Nicht oder nur fehlerhaft sprechen (vLiZZ - ^ tC ^ Zeugnisse dieses Italieners selbst in der

.^lSemelnde VrelgEM eine ursprünglich rein deutsche Bevölke- Zn lahrhundettelang trotz der verwelschenden Ein-

flusse von Kirche und Amt an ihrer Muttersprache festhielt uird

zubüßcn^^ ^ ^ m bk geraten ist, sie vollkommen ein-

*

^bs^^-Ü^^ling Fontanes. (Zum Tode Richard Kahles.) Der Tod Richard Kahles ennnett an einen großen Schau- l t - ne m br gefeiertsten.Heldendarsteller der Bettiner Hof- wihne, den die Gegenwart schon fast vergessen hatte. Die 17 Jabre ^5 er nach emem freiwilligen Abschied von der Bühne auf der 5)öhe semes Könnens m ftiüec Zurückgezogenheit gelebt, waren- lang genug für die stüchllga Kunst des Minren, um ihn durch andere Götter rm Herzcft der Theaterfreunde zu verdrängen. Aber für immer wird sem Name mit einer Glanzzeit des Schauspielhauses verknu-ft lein, die uns aus den .Ktttiken Theodor Fontanes und lebendig entgegentrckt. Auch ilw hat Laubes Äldler- als n bm jungen Künstler als ettten Charakter- ^^?bchzrger Stadttheater verpflichttte. Aber seine volle Rerfe erreichte er erst in Berlin, wohin er, 1871 gerufe'n Erhell und Natürlichkeit seiner Begabung, die der Epoche des Memingertums und der theatralischeii Bose ^t und urwüchsig blieb, spttcht Mein schon die Tatsache daß Kahle ein besonderer Liebling Fontanes war. Der große Dichter der ia auch auf der Buhne m erster Limnie dgn Menschen suchte' S bm unbarmherziger Verurteiler aller bloßen Mache und Virtuosität; mit unbeirrbarer Sicherheit wußte er, das Sein

^ f ° fd>at l er ont.ullen Kulissenreißern tyenajt ging, so urmg hing er an den wenigen, in deren Person- ?en Mten K>ern erkannt hatte. Zu btefen wenigen bövte Jtatjle, bepi er stetsein lebhaftes Interesse, eine wobl- motivierte Vorliebe" entgegenbrachte. Bei dem Gastspiel Kahles flfr ^ Schauspielhaus engagiert wurde,' nennt

Au befriedigende Kritiker seine Darstellung des Lear millendet: ..Nur mt' ttner einzigen Stelle wurd' ich leise von der ^^.veruht, ob hier nickst nach der Sckte des Pathologischeii hin ein werug zu viel geschähe." Von Kahles 9Narinelli sagt er eckst ontanisch:Das beste des Lebens ist ein .Kammerherrenschlüssel eur Mnz runger Kuß, ein Jeu; unter allen Spielen aber steht Spul mtt Menschen wieder obenan. Reite sie, sporne sie ^VVe.sie, vor allem malträtiere sie; aber immer ruhig Etwa Grundsttmmung heraus ist der Mattnelli des 5>errn Kahle konstruiert ... In seinem Spiel war vielleicht der vollen-

deffte Moment der letzte, wo er, in Ungnade entlassen, stumm aus aus der Gegenwatt des Prinzen scheidet. Wer so abgehen kann der mnß bleiben Kahles Name hattse rasch einen so guten Klang Aowonncn, daß dieser Wunsch erfüllt wurde. Worte des höchsten §obes sindet Fontane für Kahles Franz Moor:Vielleicht ist der nock. uremals ^ reich gespielt worden, und wenn uns eben

pachdas sichere Werfen und ;^angen von drei Messern entzückte m Ä e ^ e W r V J unswettehen, aus den drei Masern fünf und ^ en sunsni s^ben. Immer neue Geschicklichkeiten, immer neue

aber blaibt di-

Heterogenen, das a Tempo Hervottrttenlassen der entaegengeietzte-, sten Empsindmrgen: Angst, Hofsnüng, Freude. Die^Kunst kann ^?^ber mcht hinaus. Freilich tadelt er später an ihm daß er in K 0 ;?s IIe r uachdenke: ,^ch bewundere das ganz austtchckg und werde doch der Sache nicht ftoh." Er könnte mir freilick oitt-

2-s-m kwX xrrt ^Mensch, so lang er strebt." aber erdacht v^n diesem Streben nnd Irren einen zu tvettgehenden Gebrauch

c5t ^^,ist auch gut. .Herr Kahle hat

L" ^ ^u gesicherten und umlorbeetten Funda- menten er ein für alle nial ausruhen könnte. Sitatt dessen ver-. bleuer in anem beständigen Wtthsel feiner Anschauungen " Trotz pnancher ttusstelllingen blieb er ihm -aber treu urrd fand für ihn so wie, selten für einen Künstler. Ihm in seiner Mttster- folgen, sei eut Genutz deri ihm sonst nur noch Döttng und.

^ >Tages, oft auch ganz speziell die ^bnds, fallt von eineni ab, und die reine Luft wirklicher erquickt den Ermüdeten und facht die alten Hoffmrngen auf goldene, schone Tage wieder an." , 1

-ksudonerLampentag" zu Ehren von

i V c ? ce 6 hting aIe Auf ganz eigenartige Weise haben ^ aucr } Pp Wiederkehr des Gebnrtstirges von Flo- renoe Nightmgale aefE,.lener edlen Frau, die sich als eine der s^^willigen Krankcilschwestern ein bleibendes Denkmal gesetzt ^000 ^ndonerinnen haben an ihrem Gedenktage lleine Papplampen für 10 Pfennig verkauft. Mehr als 4 Mllionest dieser Lanwch^i sollen von den m.ermüdlichen Verkäufersimen die von V»5 Uhr morgens bis 7 Uhr abends ihre Ware feilbdten' abgesetzt- worden sein. Der Erlös war für den Frauendiimst ö! Kriegszeiten" besckmmt. Daß man gerade einen^ ^anit^itaa" veranstaltete,, bezieht sich auf den Beinamen von Flwnmee^Nigh- die Dame nnt der Lampe" genannt wurde, seit ff? a? eillem rührenden Bilde festgehalten hatte,

s^ bei eurem schlummernden verwundeten Soldaten mackst und sorgsam das Licht der Lampe m ihrer Hand abblendet Eine Dame nnt einer Lampe lvird immer in der großen Geschichte des Landes sortleben," so lauten die darauf bezügliche Worte ^ona- fettowe, , alv ein edles Beispiel guter, heldenhafter Weiblichkeit" Die ^tatue von Florence Nighttngale auf dem Waterlooplatze war an dem Lampeutage prächtig aus geschmückt. Zwar wurde sevade an der Veränderung des Denkmalssockels gearbeitet, abe das Gerüst war geschickt .mter einer dicken grünen Lorbeerranke verborgen, die in der Mitte einen Schild aus gelben Blumen ttug

1854^bi /^ ^ lnniim sebildeten InschriftFrauendienst