MegsMefe aus dem Wester!.
Telegramm unseres Kriegsberichterstatters.
(Unberechtigter Nachdruck, auch auszugstoeise, verboten.'»
Der siegreiche Sturmangriff auf die Höhe 304.
Großes Hauptquartier, 8. Mai 1916.
Seit dem deutschen Vordringen am Termitenhügel unb itnt Avrwonrt-Waide und den erfolgreichen Kämpfen um den 'Wen Ttarni erwarteten die Franzosen einen groß ei r An- xfvrff auf die wichtige Höjhe 304, die nun als nächstes bedeut- scrrttüs Hindernis vor der deutschen Front westlich der Maas IgG Schon Eiche März bereitete die französische Berichd- auf die Möglichieit ebnes Verlustes auch dieser becklung vor, 'ivälwend man durch sieb erb aste Besestigungs- rnchmteu und Anhäufung von Reserven die schon an sich sehr starken. Stellungen uneinnehmbar zu machen versuchte. Der Angriff ist nicht 51t der von den Franzosen vermuteten Zsit und unter den von ihnen erwarteten Umständen er- sdkgt. Erst vor zwei Tagen begann die artilleristische Vorbereitung, die nrit großer Gründlichkeit gestern nachmittag fortgesetzt worden ist Ich sprach Flieger, welche gerade dorr der Beobachtung zurückkehrten und nrir sagten, so etwas an schwerstem Trommelfeuer sei selbst an der Verdunfront noch kaum dagewesen. Dann begann gestern nachmittag der Angriff auf 304 und die Stellungen nordwestlich davon, ivelche in 500 Meter Breite ei g enommen wurden, so daß unser rechter Angriffsflügel südlich des Camarde- Waldes kämpft, wahrend auf der Höhe die französische Hauptverteidigungslinie genommen »vurde und unsere Posten den in schwerem Feuer liegenden Gipfel halten. Der Feind har sehr schwere Verluste an Toten und Verwundeten erlitten, im Verhältnis zu denen die unvertviundet gefabenen 40 Offiziere und annähernd 1300 Mann als eine geringe Zahl bezeichnet werden müssen.
Am Ostufer brachte uns gleichzeitig ein Angriff in den Besch der wichtigen Thiaumont-Fermeftellmrg, während ein Üstrich davon um dieselbe Stunde losorechender sehr starker frurrzöjischer Angriff nirgends vorwärts kam. Hierbei wirkten zum ersten Male in der Verdunschlacht Turkos und Z uave n mit. Etwa 300 Schwarze wurden gefangen ge- nonrmmr. — Die Zahl der kürzlich durch eine Windböe ab- §^?i«len wtü) uns unversehrt zrigetriedenen französischen Isfeld allons hat sich auf 17 erhöht, ein Teil davon war bemannt.
W. Scheu ermann, Kriegsberichtefftatter.
r a t u r, Ku n st u n d Photographien vom 9. November 1907 ist am 23. April 1916 durch Vermittelung der schweizerischen Regierung von der italienischen Regierung gekündigt worden,- sie ttitt daher gemäß Arttkel 8 am 23. April 1917 außer Kraft.
Berlin, 9. Mai. (Priv.-Del.) Das „Berk. Tagebl." meldet aus Lieben st ein: In Bad Liebenstein (Thür.) sind fünf Offiziere und 31 Mannschaften der türkischen Armee zur Pflege eingetroffen.
Köln, 9. Mai. (WTB.) Die städttsche Polizei hielt heute in zahlreichen Metzgereien Durchsuchungen nach Fleischvorraten ab. ' Dabei wurden bei dem Großschlächter Sommer über 10000 Pfund Schinken. Speck, Rindfleisch und Wurstwaren vorgefunden, die teilweise schon in Fäulnis übergegangen waren. Es stellte sich heraus, daß Sommer fortgesetzt gewaltige Mengen Fleisch nach anderen Städten zu hohen ^preisen ausgefiihrt hat. Die Polizei beschlagnahmte das unverdorbene Fleisch und führte es dem Schlachthof zu, wo es sofort verkauft wurde. Gegen Sommer, dessen Geschäft geschlossen wurde, ist Anklage erhoben worden.
München, 9. Mai. (WTB. Nichtamtlich.) Wie die Korrespondenz Hofftnann meldet, hat sich der Staatsminister des Königlichen Hauses und des Aeußern, Dr. Graf v. Hertling, heute abend für einige Tage nach Berlin begeben.
Nm dem Reiche.
Berlin, 8. Wci. (WTB.) Auf die vierte Krieqs- aulelh« wurden in der ersten Maiwoche 276 Millionen rSta neu Ungezählt. Gleichwohl haben sich die von den «Nwcchiis.aife,, fiir Zwecke der vierten Kriegsmileibe her- Darlehen nm dii Millionen Marl verringert, fürs jetzt auf die vierte Kriegsanleihe 8704 >SlrLwnen Mark gleich 81,3 Prozent des gesamten gezeich- -Mten Betrages crng^ahlt worden, davon nach Abrechmmo i . o. -lüi mit Hilfe der Da rteh-ensrasse n nur 354,2 - Mcklron en Mark, also rrrrr wenig über 4 Prozent der bisher (Kber-Haupt gelerstoten Ernzahknngen.
sv&n-Jh^ T ^ K ' ^ . MDB.) Der „Reichsanzeigett'
lZE- Ueoerernttlnff zwischen Deutschland und , gtaltci: bet reffend den Schutz an Werken der Lite.
Ans Hessen.
rb. Tarmstadt, 9. Mai. Tie Regierung hat den beiden Ständekammern zwei Gesetz-entwürfe zugetzen lassen, die sich mit der Regelung wichtiger rechtlicher Fragen beschäftigen. Ter erste betrifft die Befreiung' gemeinnütziger, auf die Errichtung von Wohnungen für Minderbemittelte gerichteten Unternehmungen von Stempel- und Gerichtsgebühren. Das zurzeit bestehende Gesetz darüber vom 9. Juni 1894 will seinem Wortlaut nach unter bestimmte Voraus setzmrgen Gesellschaften jeder Art und Genossenschaften, Gemeinden und Stiftungen, die sich die Beschaffung von Wohnungen für Unbemittelte zur Aufgabe stellen, Freiheit von Gerichts gebühr eir und Stempln für das Unternehmen gewähren. Es handelt sich hier, rein äußerlich bettachtet, uni ein persönliches Abgabeuprivileg der genannten juristischen Personen, das dazu dienen soll, die Bestrebungen zu fördern und zu unterstützen, die daraus gerichtet sind, dem unbemittelten Teile der Bevölkerung billige Wohnungen zu verschaffen, die den sittlichen und hygienischen Anforderungen der Neuzeit entsprechen. Die Praxis und ihr folgend die Rechtsprechung, hatten aber die schon bei der Beratung des Gesetzes zutage getretene Anschauung übernommen, nicht nur die Veräußerung von Liegenschaften seitens der gemeinnützigen Beigesellschaften nnd. Genossenschaften an Unbemittelte, sondern sogar die Hypothek, die diese zur Sicherstellung des Kaufpreises bestellten, für gebühren- und stempelsrei zu erklären. Zudem ging man bald dazu über, den Begriff „unbemittelt" als gleichbedeutend mit „minderbemittelt" zu erklären und damit gewann die ganze Frage eine erhebliche Bedeutung sowohl für die betreffenden Gesellschaften usw. und ihre Mitglieder, wie auch für die Staatskasse. So !am es, daß die Stempelfreiheit auch für den Verkauf von Häusern an Personen, .deren jährliches Einkommen deu Betrag von 3000 Mark überstieg, uni) für dei^ Verkauf non villenarligen Häusern (nach bem Gesetz vom 7. Aug. 1902, betreffend Wohnungen für Minderbemittelte) in Anspruch genommen wurde, und zwar nicht nur von der Gesellsckwft usw. als Verkäufer, sondern auch von dem Erwerber, dem angeblich Minderbemittelten, wodurch die Staatskasse merkliche Ausfälle an Stenrpel- einnahmen erlitt. Ties veranlagte die Regierung, den Begriff „minderbemittelt" durch eine Gesetzesänderung so genau festzulegen, daß zukünftig aus keiner Seite mehr ein Zweifel -obwalten kann. Tie Regierung ist der Meinung, daß derjenige nicht mehr
als minderbemfttelt anzusehen sei, dessen steuerpflichtiges Ein^ kommen den Bttrag von 2600 Mark erreicht. Aber es wäre doch nicht unbedenklich, die für die Steuerfreiheit zu ziehende Schranke lediglich auf dem Einkommen aufzurichten; die Möglichkeit sei nicht ausgeschlossen, daß Personen mit einem jährlichen Einkommen unter 2600 Mark ein Haus ern-erben, das nach Größe und Raumeinteilung über ihr Bedürfnis hinaus geht. Es wird daher im Attikel I des Gesetzes bestimmt, das Gesetz über den Urkunden- stempel vom 12. August 1889 in der Fassung vom 24. März 1910 dahiu zu ändern, daß erstens nur solme Gesellschaften usw., deren Zinsen oder Dividenden sich aus höchstens 4 Prozent des eingezahlten Kapitals be,chräuken, die Stempelfreiheit genießen sollen mrd daß zweitens bei Veräußerungen eures dieser Häuser oder einer Wohnung an Minderbemittelte nur solche, deren Einkommen den Bettag von 2600 Mark nicht erreicht, Stempelsreiheit erhalten. Sie tritt nicht ein bei gewerbsmäßigem Grundstücks Handel und aftch nicht, wenn nach Lage der Umstände anzunehmen ist, daß der Minderbemittelte das Haus oder die Wohmuig nicht oder nicht vorwiegend für sich und ferne Familie zum Wohnen benutzen -wird.
Nach Art. 2 des Entwurfs soll das Gesetz, betr. die Gerichts- kosten vom Dezember 1904 dahin abgeändert werden, daß Gesellschaften jeder Art und Genossenschaften, sowie Unternehmungen von Gemeinden, Kommunalverbämden, Kirchen und Stiftungen, sofern deren Satzung, die an ihre Mitglieder ziu zahlenden Zinsen oder Dividenden sich auf höchstens 4 o/o des ein gezahlten Kapitals beschränkt und dies im Fall der Auslösung den Mitgliedern zugesichert, der etwaige Ueberschuß aber für gemeinnützige Zwecke bestimmt wird, für das Rechtsgeschäft eftrschließlich der zu stellenden Hypothek, Bürgschaft usw. die Vergünstigung der Gebührenfteiheit genießen, desgleichen auch der Minderbemittelte; als „minderbemittelt" gilt auch für den oben festgestellten Begriff. Im Att. 3 wird ftrner. den Beschwerden der gemeinnützigen Baugffellschaften und Genossenschaften entsprechend-, bestimmt, daß den neuen Vorschriften rückwirkende Kraft auf anhängige Sachen genießen.
Tie zweite Regierungsvorlage betrifft die Belastung von Grundstücken mitvererbliich-enundveränßerlichen A bba u rechten. Art. I behmrdelt die grundsätzliche Zulässig- . t ®' er Begründung vererb!ich.er und veräußerlicher ?lbbaurechte dinglicher Art. Sie sollen jedoch rmr begründet iverden, wofür einem wirklichen Bedürfnis entspreche und sind daher von einer Genehmigung der Oberen Bergbehörde abhängig, (öegen einen die Genehmigung vertagenden Beichluß soll nur eine beftistete Beschwerde zulässig sein. Der Art. 2 stellt die rechtliche Natur des Abbaurechts als eine Grundstücksbelastmrg klar und die folgenden Artikel regeln die daftir gegebenen Vorschriften, besonders des Art. 68 des Ein führ ungs ges etzes zum B. G. B. und die Art. 7, 20,22 und 84 des B. G. B. Nach Art. 7 erlischt das Abbaurecht mit allen an ihm bestehenden Rechten., wenn die Obere Bergbehörde aus Antrag des Grundsttickeiguttümers rechtskräftig festgestellt hat, daß das Mineral völlig abgebaut ist, oder daß es nicht mehr abbauwürdig ist. In letzterem Falle darf die Feststellung nur da»m erfolgen, wenn das Mbaurccht seit länger als zehn Jahren nicht mehr ausgeübt worden ist.
Meteorologische Ssobachturrgen der Station Gießen.
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Regen
Höchste Temperatur am 6. bis 9. Mai 1916: -f-14,9' 0. Niedrigste „ „ 8. „ 9. „ 1916: 8- 3,9*0.
Niederschlag 9,4 mm.
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