Me «LmPße in OftcrfrAa.
London, 30.Mai. (WM'.) Amtlich wird' imtzeteilt. Wen«aL Nvr they, der Kommandant der britische« Truppen an der Nordgrenze von Rhodesien und des Nyassalandes meldet: Am 25. Mai rückten die britischen Truppen an der ganzen Eftenze zwischen dem N Y a s s a s ee undTanganjikasee über eine Entfernung von zwanzig Agilen in deutsches Gebiet. Der Feind wurde gezwungen, sich von Jpicana (20 Meilen nördlich von Karongn) und Jgamba (18 Meilen nordöstlich Forthill) gegen N e u - Lange n b u r g zurückzuzrchen. v t Ä . .,
General Smuts meldet, daß die Eisenbahnstation Sara an: 25. Mai van einer Abteilung seiner Truppen besetzt wurde. Eine andere Abteilung bewegte sich den Pangani- fluß abwärts über Murago Opuni nach Le Sara (?). Der Feind ging südwärts zurück. In dem Gebiet von Kondoa- Jrangi nichts Neues.
Die Pariser Wirtschaftskonfcrenz.
Paris, 30. Mai. (WTB.) Iw „Väatin" macht Cruppi Mitteilungen über die Mitglieder und das Programm der W!irt- s cha f ts ko n f e ren z, die am 14. Juni in Paris stattftnden soll. .Eirgland wird durch Runciman uud Bouar Law vertreten, Belgien burcb Bromeville mtb Baron Badens, Italien durch Daneo, Rußland durch PokrowSki und Prilejajeff, Serbien durch Mariukowitsch und Japan durch Sakatarn. Den Vorsitz ftchtt Clemeirtel. Das Programm zerfällt in Maßnahmen für die Zeiten des Krieges und des Uebevganges des Friedens. Während der Dauer des Krieges komme es mangels anderer ZusainLnenarbeit besonders darauf an, die Maßregeln zu vereinheitlichen, die den Handel mit dem Feinde unterlagen. Die Uebergangsmaßregeln sollten vor allem die Schäden wiä>er gut machen, die die Deutschen in Belgien und Nord- frmrkreich durch den „SRmib" aller lErzeugnifse und Maschinen verursacht Rotten, ferner den beträchtlichen Verlust an gekaperten oder zerstörten Handelsschiffen ansgleichen. Das nmste Mittel hierfür sieht Eruppi darnr, den Ländern der Berbüno-eten den bevorrechteten Gebrauch ihrer eigenen natürlichen Hilfsquellen vorzubehalten. Ferner raffe die Konferenz der Ausbreitung des deutschen Unternehmungsgeistes durch möglichst umfassende neue Schu^naßnahmen Halt gebieten, z. B. bezüglich des Uebersee- verkehrs durch die Schaffung eines Verkehrsbureaus unter den Alliierten. Gegen die UeberschioenÄNunig mit deutschen Erzengnissen, sowie gegen die zu erwartende massenhafte Rü'ckkehr der deutschen Kaufleute, die eine ernste bestimmt vorauszusehende ^Gefahr Kr die Micher der Verbmcketen bedeute, sollten die Abgeordneten dringende Vorkehrungen für die -Friedenszeit treffen. Es lsei das Ziel der Konferenz, die Zusammenarbeit während des Kriegs zu einem dauerhaften Einvernehmen zu gestalten. Hierher gehöre die Entwicklung der Industrien in den Ententestaaten. Rußland zum'Beispiel fordere für seine Ausfuhr die Entwicklung seiner Transportmittel uud die Errichtung von Freihäfen am Schwarzen .Meer. — Mau erstrebe in gemeinsamer tätiger Anstrengung die Befreiung der chemischen Industrie, die bisher ganz von Deutschland abhängig sei. Die belgische «und französische Metallin du strie erheische eine umfassende Wiederherstellung. Die 'Konferenz dürfe -nicht ein Schaustück sein, wo Trinksprüche und utopische ^Jdeen ausgetauscht würden. Die verbündeten Staaten erwarten von ihr, dcch sie nicht eine bloße Erklärung des Wirtschaftskrieges an die MAttlmLchjte darftelle, sondern eine Methodische und berechtigte Verteidigung, dazu bestiMnL, rückhaltlos praktische Ergebnisse zu erzielen.
Die Bersorgirng Polens mit Lebensmittel«.
Stockholm, 30. Mai. (WTB. Nichtamtlich.) Laut t,Mverrska Daghlabet" haben dV Emtenteländ-er jetzt -eingewilligt, daß von Ame-rika gesandte Lebensmittel nach Polen dirr ch ge lassen werden, vor allem unter der Bedingung, daß Deutschland und Oesterveich-Urrgarn versprechen, aus den Von ihren Truppen irr Polen besetzten Gebieten^ keine Lebensmittel auszuführen. Man märtet nun mit Spannung ans die Antwort der dentzchen und ö-sberveichifch-Nngcrrisc^n Regierung. Da es aber j^-enfalls noch 5 bis 8 Wochen dawert, bevor die Lebensmittel aus Amerika erntreffen, hat sich der polnische VertrauensrNann zusammen mit der amerikanischen Hilss- Lnnmission an die Behörden der skandinavischen Staaten mit der Mtte van Vorstreckung von Lebensmitteln gewandt. Norwegen hat schon 4000 Tonnen Getreide und Mehl versprochen. Man hofft auch von Schweden einen solchen Vorschuß zu erhalten, der dann bei Eintreffen der Sendungen aus Amerika wieder zuttrckerftattet werden solle.
Die Versorgung Serbiens.
ILondvn, 30. Mai. (WTB.) Unterhaus. Btryre fragte, ob der Regierung bekannt sei, daß in Serbien eine Anzahl Menschen täglich verhungere, und die Mrrgen infolge des Mangels an Nahrungsmitteln so entkräftet seien, daß die Möglichkeit eines Wiederauffchwungs der Bevölkerung ernstlich vermindert sei, db von zwei verschiedenen neutralen Seiten ein Angebot gemacht wutt>e, leistungsfähige Organisattonert der öebensmittelverteilung verfügbar zu machen, und ob die Dienste, die Serbien der 'Sache der Alliierten geleistet habe, nicht soviel Anerkennung verdienen würden, daß es die gleiche Unte rstützung erhalte, wie Belgien. Lord Robert Cecil antwortete, er habe keine amtliche Kenntnis davon, daß die Bevölkerung verhungere, aber er könne nicht zweifeln, daß in anbetracht der bisherigen Erfahrungen betreffend der Art, wie der Feind die Bevölkerung besetzter Gebiete behandle, die Lage in Serbien sehr ernst sei. Anerbietungen von Neutralen habe die Regierung mehrere erhalten, aber kerne, die eine wirksame Organisation für die Verteilung und' Kontrolle gewährleiste. Die Regierung habe von Deutschland und Oe st erreich - Ungar tt verlairgt, daß sie ebenso für die Zivilbevölkerung Serbiens, Montenegros und Albaniens sorgen würde, als Entgelt für die Erleichterungen, die für die Unterstützung der Lage der Polen gewährt würden. Die Regierung erwarte die Antwort. Ans weitere Fragen, wie sich die Dinge gestalten würden, wenn keine genügende Antwort erteilt werde, sagte Cecil, offenbar sei nichts in Serbien ohne die Einwilligung der deutschen und österreichisch-ungarischen Regierung möglich. Er kenne noch nicht
Ergebnis des Anerbietens. .Aber wegen der allgemeinen Fragen über Serbien habe er die Vertreter interessierter Kreise wiederholt gesprochen. Jedesmal sei mitgeteilt worden, daß die Regierung einen endgültigen Plan erwarte, der die Einzekheiten einer mit Sicherheit wirkenden Organisation für die Verteilung und Kontrolle ergebe.
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Sreq und die bosnische Nrisr.
Z o »do n, 30. Mai. (WTB. Nichtamtlich.) Mckdmrg des Neuterschen Bureaus. Das Auswärtig Amt gibt bekannt: Da die deutsche Regierung versucht, die Beschuldiguugxn des deutsche n R eichs ka nz l ers gsgen die britische Regierung wegen der Haltung in der bosnischen Krise zu unterstützen, ist es wünschenswert, Tatsachen fest^nsteklen. Oester Ungarn annektierte durch einen Federstrich Bosnien und die Herzegowina und äübrct-e dadurch willkürlich einen interirationalen Vertrag ab. Großbritannien erhob gegen dieses Vorgehen Einspruch und weigerte mb, es anMerkentum, bis die anderen Mächte, die an dem Vertrag lvoren, düs taten. Die diplomatischen Aktenstücke be- schsckMM M ndchr: wtt den fyturtmmi «ndever Mächte, die da
mals nMEckkar intevesfiert Ware::, aber, l«nn man ffe dUrch- sielft, findet man darin genügend Material, unr die Beschuldigung des deutschen Kanzlers zu entkräften. Der erste Dell der Beschuldigung lautet: In der bosnischen Krise wendete Deutschland den Krieg ab. Großbritannien äußerte darüber in Petersburg sein Mißvergnügen. Es wird der Versuch gemacht, dies durch Auszüge aus den Depeschen des deutschen Botschafters zu erhärten, die teilweise ans Gerede und Bemerkmrgen des damaliger: Botschafters in Petersburg, Sir Arthur Niooffon, beruhen. Sir Arthur Nieolson erklärt entschieden, daß dieses Gerede nicht wahr ist. Es stellte sich heraus, daß von dem deutschen Kanzler während der bosnischen Krise der Vorwurf erleben wurde, daß die Haltung der britischen ^Botschaft in .Pevrs- burg nicht im Sinne einer friedlichen Löftmg war. Nicvlson wurde davon verständigt und schrieb am 9. März 1909 an Grey: „Ich weiß ganz aen-au, daß der Eindruck besteht, daß ich ihn (den russischenMinister des Aeußeren) in der deutschfeindlichen und österreichfeindlichen Politik best ä r kck e. Das ist durchaus unrichtig. Ich habe niemals geraten, eine Richtung einzufchlasen, die die Kluft Zwischen ihm und Wien erweitern könnte." Das war die Politik, die Nieolson während der ganzen Krise konsequent verfolgte. Es erübrigt sich auch, auf die gegen Grey -erhobene Beschuldigung einzugehen. Eine vom Kanzler gegen ihn persönlich erhobene Beschuldigung ist, daß Grey erklärte: er glaube, daß die britische öffentlich^ Meinung den Krieg Großbritanniens auf Deutschlands Seite billige. Grey hat niemals, weder bei einem Dürer noch bei einem anderen Anlaß eine solche Erklärimg über -die bosnische Krise abgegeben. In einem zusarmnenfassenden Bericht, den -er am 29. Februar 1909 an Sir Arthur Mcvlson schalle, kamen folgende Sätze vor: Nichts als wirtschaftliche Zugeständnisse können für Serbien ohne eüven erfolgreiche:: Krieg errecht werden. Wenn Serbien seine territorialen Ansprüche ncht aufgibt, wird es zum Kriege kommen. Ich erfuhr von Jswolslli im Oktober, daß diese Ansprüche wahrscheinlich schließlich aufgegeben werden müssen. Ich gab zu verstehen, daß wir Rußland dabei unterstützen würden, d-urchzusetzen, was durch eine diplomatische Unterstützung erreicht werden kann, , daß wir aber die Dinge nicht bis zum Kriege treiben würden. Und weiter: Wir sind der Ansicht, daß es in keinem BerMtnis zu -den Interessen, die auf dem Spiele stehen, sein würde, für territoriale Ansprüche Serbiens einen Krieg zu wagen, in den vielleicht der größere Teil des europäischen Kontinents verwickelt werden würde. Die Erklärung des Auswärtige:: Amtes schließt: Ter Eindruck, den man aus den diplomatischen Auf- zeicknungen von 1908/09 erhält, ist, daß der Krieg im Jahre 1909 abgewe:tdet wurde, weil Rußland die serbischen territorialen Ansprüche gegenüber -Oesterreich nicht bis zu dem Pnnlle eines europäischen Krieges unterstützen wollte. Dieser Standpnnll war auch der der britischen Regierung, die niemals davon abgewichen ist. Wenn Deutschland im Jahre 1914, als die österreichischen Forderungen an Serbien bis zu dem Puntte der Vernichtung der serbischen Unabhängigkeit getrieben wurden, denselben Standpnnll eingenommen hätte, wäre der Krieg dmnals vermieden worden.
Das ist, gegenüber den Feststellungen unseres Reichskanzlers, eine höchst mangelhafte Verteidigung, die eigentlich alles bestätigt, was Herr v. Bethmann Hollweg über die englisä-e Hetzpolitik ge- sagt hat. Die paar Sätze, die Nieolson an Grey geschrieben haben soll, sagen uns gerade genug, und wir können :ms denken', daß der volle Wortlaut dieses Briefes u::s noch mehr sagen würde. Auch Greys eigentümliche, an Nieolson gerichteten Sätze sind nur die Schalen des englischen Kriegsverhetzungsapsels.
Der Seekrieg.
Algier, 30. Mai. (MTB. Nichtamtlich.) Meldung der „Agenec Hävas". Ein Unterseebvot ohne Flagge versenkt« im westlichen Mitteln«-«: den «englischen Dampfer
^rimkby". 26 Mann, die von der Besatzung gcwettet mtfo nach Algier zurückgebvacht wurden, erklären, daß zw ei andere englische Dampfer in den gleichen Gewässern torpediert worden sind.
Aus bm Reiche.
Die Ausfuhr von Lebensmitteln aus Deutschlaud verboten.
Berlin, 30. Mai. (WTB. Nichtamtlich.) In der letzten Zeit ist in der Presse mehrfach die Befürchtung geäußert worden, daß eine Ausfuhr von Lebensmitteln aus den Gebieten des Deutschim Reiches stattfände. Tatsächlich ist jedoch die Ausfuhr aller irgendwie wichtigen Lebensmittel, jetzt auch Spargel, verboten. Der Reichskanzler ist zwar ermächtigt, Ausnahmen von den Verboten zu gestatten, es besteht jedoch die Uebereinstimmung zwischen dem Reichsamt des Innern urrd dem Kriegsernährungsamt, daß die Zahl dieser Ausnahmen a«s das denkbar geringste Maß beschränkt werden und daß in jedem einzelnen Falle ein« scharfe Prüfung im Einvernehmen mit dem Kriegsernäh- rungsamt stattftnden soll. Völlig läßt sich die Ausfuhr von Lebensmitteln aus Deutschland aus geographischen Gründen nicht vermeiden. Eberrso wie beispielsweise zahlreiche deutsche Orte an der österreichischen Grenze auf den Bezug von Lebensmitteln aus dem benachbarten österreichischen Gebiet angewiesen find, gibt es umgekehrt auch eine Arrzahl österreichischer, namentlich böhmischer Fabrikorte, die die Einfuhr von Lebensmitteln aus den benachbarten deutschen Kreisen nicht entbehren Lnneu. WeM jedoch gelegentlich in den Zeitungen die Vermutung ausgedrückt wird, daß eine Ausfuhr von Obst und Gemüse nach Holland und Dänemark uud damit mittelbar eine Begünstigung und Versorgung Englands stattgefunden häbe, so ist dies völlig unzutreffend.
Die Arbeit des KnegSernährungSamtes.
Berlin, 30. Mai. (WTB. Anrtttrh.) Der Vorstand des Kriegrsernckhivmigsanrhes beschäftigte stch in der heutigen Sitzung u. a. mit dem g-egenw'rrttgen Stande der Versorgung auf den verschieden«:: Lebensünttelgebieten. Insbesondere wurde geprüft, auf welchen Wegen für die nächste Zeit der schwerarb-eitenden Bobölk«''r'rrng beson- bexe Mengen von Ncchirnnysmitteln zugeftchrt werden können. Außer den, wie bereits bekanntgegebchr, von der Reichsgetveidesbelle für diesen Zweck Mt Verfügilng gestellten zwei Millionen Zentnern Brotgetreide soll«: noch verschiedene andere Quellen euschlossen werden. Sie sollen insbesondere solchen Staaten und Jndrrstriegemeinden zugute kmnmen, welche die Mafsenspeisung in erheblichem Umfange in zweckmäßiger Weise zur Durchftiihrung bringen Die bezüglichen Beratungen sollen in einer am Samstag ftattfindeuden Besprechung mit Vertretern der Städte iat£> Ardustr-iebrHittKe zchm Abschluß gebracht werden, damit möglichst schon vor Pfingsten praktische Fortschritte erreicht werden Ferner wurde die Frage der Butter- und FettVerfwrgMng rnit den Bettretern aller beteiligten Stetten besprochen. Diese BesprechMrg $olt vom Vorstände morgen Kn^ E-we geführt und das ^gednis in Form be- [Ummler Vorschläge dem Reichskanzler unterbreitet werden. Die Tagesordnung für die, wie schon bekcrmttgegeben, in der -nächsten Woche ftatffindenden Beratungen mit Vertretern der Verbraucher, der LandrvMts'chast, der Industrie und des Handel wurde festgestetlt. BesprechAngea: mit Vertretern des Ernährunqßgewierbes (Bäcker, Zuckerbäcker, Welcher und Gastwirte) solberr alsbrckd nach Pfingsten stattfinden. Die Organisationen sollen um Vorschläge vor: Vertretern ersucht inerden. Der im Reichshaushaltscmsschuß angeregten Ergänzung des Vorstandes b^crf) zwei Vertreter der LaUdwitrtfchiast wurde zilDestmrnrtz. Mit den bei
den Ernährungsftagen besoriders beteiligten Frauen beabsichtigt das Kriegsernährungsamt ständige Fühlung herzustellen, indem t>t/e Ernennung einiger Frauen zu Mitgliedern des Beirates in Aussicht genommen ist, wegen deren Auswahl :wch verhandelt wird. Daneben soll für Fragen, die die Frauen besonders berühren, ein aus Ver- treterinnien der verschiedenen Berufe und Organisattorien bestehender, nach Bedarf einzuberufender Fraueirbeirat für das Kriegsernährungsamt gebildet werden
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Berlin, 30. Mai. (WTB. Nichtamtlich.) S. M. der Kaiser hat sich wieder znr Front begeben.
B e r l i n, 30. Mai. (WTB. Nichtamtlich.) Dem Reichstag ist der Entwurf eines Kriegskontrollgesetzes zugegangen, durch das der Rechnungshof ermächtigt wird, für die Rechnungslegung der Einnahmen und Ausgaben der Schutzgebiete bis zum Schluß des Rechnungsjahres, in dem der Krieg beendet wird, Erleichterungen arrzuordnen, oder auch von der Legung einzelner Rechnungen ganz abzuschen. Der Rechnungshof wird ferner ermächtigt, die Prüfung der Rechnungen über diese Einnahmen und Ausgaben nach seinem Ermessen zu beschränken oder sie an seiner Stell« einzelnen Mitgliedern des Rechnungshofes oder der Verwaltungsbehörden zu übertragen und hierbei eine vereinfachte • Prüfung zu gestatten. Auch kann die Mitwirkung von kaufmännischen oder anderen Sachverständigen bei der Rechnungsprüfung zugelassen werden. Dem Bundesrat und Reichstag ist alljährlich eine vom Rechnungshof aufgestellte Uebersicht über die von iym gemäß diesen Bestimmungen getroffenen Maßnahmen vorzulegen. — Dem Reichstag ist ferner der Entwurf einer dritten Ergänzung des Besoldungsgesetzes zugegangen.
Aus und Land.
Dießen, 31. Mai 1916
** Wegen unvorhergesehener Schwierigkeiten muß heute das Familienblatt ausfallen.
Amtliche P e r s o n a l n ach r i ch t e n. Der Groß- y e r z o g hat am 24. Mai den Reallehrer an der Realschule zu Oppenheim Anton M i n n i ch aus sein Nachsuchen unter An« erkeninlng seiner langjährigen treuen Dienste mit Wirkung vom
1. Juni 1916 an in den Ruhestand zu versetzen und ihm die Krone gum Ritterkreuz zweiter Klasse des Verdienstordens Philipps deS Großmütigen verliehen.
** Ober hessischer Knnstverern. Die bereits iangekürtdiate Ausstellung! des Dresdener Künstlerbunides ist krunmehr hier angelaugt. Die Sammlung umfaßt zirka 70 Werke der Malerei, Graphik und Plasttk von 12 Mnstlern. Eine weitere Sammlung von Oehgemälden, Aquarellen und Radierungen hat der Frankfurter Kiir^stler Hermann Trenner ansgestellt. Ferner zeiat die Kunstgewerbliche Gruppe des „Wermar-^Bnnd^, dem Eisenacher, Göttinger, Hallenser, Jenenser, Münchener und Weimarer Künstler nick» Künstlerinnen >angehören, eine abwechslungsreiche Ausstellurvg von kunstgewerblichen Gegerrständen in B.at i kar b e tt e n, Schmncksachen und Zier stücken .Die Ausstellung ist morgen, arn Himmelsahrttage, wie an Sonntagen von 11 bis 3 M>r ununterbrochen geöffnet. An Werktagen, außer Samstags, von 11 bis 1, Mittwoch nachmittag auch rwch von 3 bis 5 Uhr.
** Schickt Bücher ins F^ld! Aus allen FeLdpvffbrreftn klingt diese Bitte heraus, und nie ist die Gelegenheit, ihr Folge, zu geben, Einstiger gewesen als gegewvärtig, wo der Gesamtaus- schuß zur Betteilrmg von Lesestoff im Felde -und in den Lazaretten, erne Untervrganisation des Roten Kreuzes, ein« Reichsbuchwoche ins Leben ruft, die vom 28. Mai bis 3. Jrsri bori-ert. Nur sollten diesmal nicht, wie das im Borstchve zum Teil der Fall gewesen, alte -erlesene Bücher choeu Weg ins Fckv nehmen, sondern, ausgehend von der Erkenntnis, daß fick nuftvö tapferen Truppen im Felde das Beste gut gcaatq ist, fällten noit Bücher gesandt werden, die zu billigen Preisen in jeder Buchhandlung vorrätig sind .unt> a:ff die mrsere Truppen doch wohl als Tank für ihre Arbeit ein Recht haben. Wer keine Lust oder Gelegenheit hat, selbst eine Auswahl zu treffen, kann auch Geld- bettäge in jeder Höhe stiften, für derchr gewissenhafte B-rwendMrg! und Mrechnung jede B::chhandlung den amtlichen Stellen gegenüber verpflichtet ist.
** 5)ausschlachtungen. Bon zuständiger Stelle wird der „Darmstädter Ztg." mitgeteilt, drß das Verbot der Hausschlachtungen längstens bis 1. Oktober d. I. in Kraft bleibt. Jeder, der jetzt noch Ferkel einlegt, kann also damit rechnen, sein selbstgezogenes Schwein im Laufe des Winters schlachten zu dürfen. Wer in der Lage ist, Schweine zu mästen, sollte es deshalb schon im eigenen Interesse nicht unterlassen.
** Briefkasten. Mit dem Nenanstrich der Briefkasten in der Stadt lvird demnächst begonnen werden. Dem Publikum wird daher möglichste Vorsicht bei deren Benutzung an ernp fohlen.
** Städtischer Seefischmarkt findet Freitag, den
2. Juni 1916, vorm. 6 Uhr, in den Marktlauben statt. Verkauf von besten, frischesten Seefischen (Schellfisch, Cabliau, Schollen, Dorsch, Seelachs, Rauchfisch als Ersatz für Rauchfleisch, neue Salzheringe).
** Eilnftuhr nnck WerLri-eH von fchw«iz,«r , dis che m und norwegischen Käse. Die Zenttalernkauft^ gefellschast, tu. b. $x, teilt ans Grund der Verordnung vom 11. März 1916 mit, daß sie bis auf weiteres dem Handel allgemein die Genehmigung erteilt, .KGe ans Schweden un Norwegen ein- zuführen und in den Verkehr m btingem Bei jeder Einfuhr fft mrc die vorgeschrieber« Anmeldung vorzrunehweu, auf welche dir Z. E. G. ansnähmslos iwitteilen wird, daß sie auf die Ablieferung! verzichtet. Ferner wird die Z. E. G. zunächst bis man 31. Fall 1916 die Einfuhr von Schtveiser KUe unter der Bedffrgnns, daß sich ldie Emftchr in den von der Z. EG vorgrschriebenen oFrm vollzieht, dem Handel überlasten. Die Abdrücke für die Geschäfts- verkeh rund die vvrgchchricbenen Bckingnngei: sind unentgeltlich von der Berechwungsstelle für Schweizer Mse, München '8, erhältlich. Die wesentlichsten BsdiNgimgen gehe:: dahin, daß Zahlungen cm Schwerer Lieferanterr :rur durch die Vermittelung der genannten Verrechnungsstelle erfolgen üürfen und daß! für den Betrieb im Jülcmde gewisse Beschränkungen beWiglich des Verdienstes vorgeschrieben rverden. Tier Höchstpreis, der bei M>giabe von Käst an die Verbraucher gefordert uud gezahlt werden darf, bctt-ägt bis auf weiteves 2.30 Mark für «n Pftmd.
** Fürsvrg-e für bie Kriegsbeschädigten im Grv ßherzlo^gtirm Hessem. Auf Einladmrg des Laudesaus" schvffses Kr die Krvegsbesck^gteuftttsorge im Großlvrzogtnw Hessen fand am 26. ds. Ms. in den Technischen Lehranstalten in Offen- bach a. M. eine Dersancmttmg der Bvrsitzewden :wd der Gefchäfts- ftihrer der örtlichen Ansschüffse der KriegsdeschLdigt«Mrsorge statt, ltnt die bisherigen Erfahrungen in der ft'ttrqsbefchädigtt'uff, ttorge mrszudruschen und pvaktrsche Fragen ans dem gx>memsa:ni»r Arbeit gebiet zu besprechen. Der Vorsitzende des Landesansschusses, (Yeheim- rat Dr. D i etz - Darnfftadt gab in längeren Ausfühnmgen einen eingehenden lleberblick über die allgerneinen Gesichtspunkte hei der Durchführung der Fürsorge. Er teilte dabei mit, daß die Grvßh. Staat^regierrnDg beabsichtige, die L a n d nni itt s ch.a f t s sch n l e n in den Menst der KttegsibefchiidigtenKr sorge zu steften ivonn ein Bedürfnis hierfür vorliege. Ebenso sei sie bereit, Kurse für Kriegsbeschädigte zur Erlernung der F e in ob st - und Frü h- gemüsezucht an der Obst- und "?i>einbauschule in Oppenheim einzurichten, um auch auf oiese Weise emc lohnende Ver- dierrstmöglickskeit, für Wciegsibeschähigte zu schaffe^:. I,: Verbindung damit stteffte er die Frage der Ansiedelung und -dit -Kapitalabftn-i


