Ausgabe 
31.5.1916 Erstes Blatt
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Mny der ffirfflfl&MdjÄbfetet. In der anschließenden AuÄsvrache sprach Oberstabsarzt Medizrncllrat Dr. Rebentisch-Offenbach haiiptsächlich über Lazarettbeschäftigung und über die Mitwirkung ärztlicher Sachverständiger bei der Berufsberatung. Amtmtann Be chtel- Darmstadt verbr-eitete sich über die Rechts­beratung der Kriegsbeschädigten, über die Mitwirbrng der Ver­treter von bcrilssgenossensck>aftlick)en Organisationen bei der Be­rufsberatung und über- die G-rurrdsätze bei der Arbeitsvernttttelung. Ter Geschäftsführer des Mitteldeutschen Arbeitsnaäiweisverbandvs, Dr. Schlotter -Frankfurt a. M. sprach sodann über die S teilen Vermittelung an Wriegsbeschädigte, besonders über die Mitwirkung der öffentlichen ArbertÄnachweiÄstellen imd der Sonderarbeitsnachweise der 'BeruBverbände. Es müsse verlangt werden, daß der Kriegsbeschädigte nach seiner Leistungsfähigkeit bezahlt werde: die Höhe der^Rente dürfe nicht ans den Lohn drücken, hieran reihte sich unter Führung des' Direktors der Techuischen Lehranstalten, Profeffor Eber Hardt, ein Rundgang durch die Einrichtungen, die zur Berufiseimibung von Kriegsbeschädigten in den Technisclien Lehranstalten geschaffen worden sind. In der darauf wieder aufgenoittMenen freien Aussprache berichtete Laudgerichtsrat Dr. Krug-Mainz eingehend über die Erfahrungen des Ortsaus­schusses Mainz in der Durchführung der Fürsorge. Da die Ver­sorgung der nervenkranken Kriegsinvaliden bisher nicht be­friedigend gewesen sei, beabsichtige der Ortsausschuß Mainz mit Unterstützung der Stadt Mainz die Erri chtung eines Arbeitsheimrs. in dem den Nervenkranken Gelegenheit gegeben werden soll, sich! unter Anleitimg einer erfahrenen Meisters langsam wieder an die Arbeit zu gewöhnen. VeachteuÄvert waren ferner die Aüslsüh- rungen des Geh. Regierimgsrats von H ahn- Heppenheim an der Bergstraße über die Beschäftiming Verioimdeter in kleinen Laza­retten, über die Ausbildung ftn egsbeschädigter in der Landwirt­schaftsschule in Heppenheim und über den. Frühgemüsebau durch Kriegsbesckwdigte.

Schließlich wwrde noch das von Professor Eber Hardt, Offenbach entworfene Plakat, das zur Bekanntmachung der . Kriegsb'schädigtenfürsorgr in weitesten Kreisen des Großherzogtums dienen soll, vorgelegt und Mt geheißen. Die ganze Veranstaltung erwies sich, wie allerseits mrerkannt wurde, für die praktische Arbeit in der KriegsbeschNchchm-Fürsorge überaus förderlich.

Kreis Büdingen.

A Büdingen, 30. Mai. In unserem Kreise ist der Höchst- preissür Eier, beim Hühnerbesitzer abgeholr, von 15 Pfennig aus 17 Pfennig erhöbt worden. Händler und Ueberbringer der Eier dürfen 19 Pfennig für da? Stück nehmen.

F. E. Büdingen. 31. Mai. Der Voranschlag der letzten Kreistagsitzung schließt in Einnahmen und Ausgaben mit 408 789 17. Mark ab und enthält wie in den Vorjahren eine K'reis- umlage von 190 000 Mk. An Kapitalschulden aus der Friedenszeit sind 557 664 Mark vorhanden, denen ein Kapitalvermögen von 49 898 Mark gegenüüersleht. Für dieOstpoeußienhilfe" (Kriegs- Patenschaft für den Kreis Oletzko) Wurden 2000 Mark vorgesehen. Rechnungen und Voranschlag fanden Genehmigung.

Kreis Alsfeld.

--Alsfeld, 30. Mai. Im benachbarten Renzendorf wurde ein lOjährigerKnabe von einer explodierenden Gra­nate, die ein Anverwandter aus dem Felde mit heimgebracht hatte, lebensgefährlich verletzt.

Kreis Lmtterbarh.

-Ü-. Freien-Steinau. 31. Mai. Wiederum forderte der Krieg ein Opfer von unserer Gemeinde. In Rußland starb den Tod fürs Vaterland Wehrmann Kasvar H o f m a n n.

A Heisters , 31. Mai. Lehrer Wilhelm Rabenau von hier, der f«t Kriegsbeginn beim Jni.-Regiment 116 steht und in Nordfrairkreich verwundet wurde, bat das E i f e r n e Kreuz er­halten und ist zum Leutnant der Res. befördert worden.

Kreis Schotten.

r. GlaUhKtten, 31. Mai. Gefreiter Friedrich Ritzel Sohn von Adam Ritzel, int Reserve-Dragoner-Regiment Nr. 4 wurde Mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet.

F. C. La u b ach , 30. Mai. Mit den: Eisernen Kreuz er st er Klasse wurde Unteroffizier Alwin Moses von hier, Sohn des Gastwirts Moses, im Pionier-Regiment Nr. 29, aus . bezeichnet.

r. AuK dent nördlichen Boy-elsberg, 31. Mai. Ein Unwetter, wie wir eS seit langer Zeit nicht erlebt haben, ging am letzten Freitag abend, kurz vor Mitternacht, über unsere Gegend nieder. Das mit dem! Unwetter verbundene Gewitter entlud sich mit grösser Heftigkeit: gewaltige Regennvassen gingen, fast eine halbe Stunde lang, nieder, so daß vielerorts die Dorfstraßen unter Wasser standen. Auch in Scheunen war das Wasser eingedrungeu Beträchtlicher Schaden nmrde den Obftbäumen, den Erdbeerpftan- zungen und Genrüsebeeten in den Gärten zugefügt. Leider haben auch die !Feldsrüchte, die gerade zurzeit in schönster Pracht dastanden, stellenweise unter dein in gewaltiger Menge uieoecgegangeneu Re- geu sehr gelitten. Der hier angerichtete Schaden erstreckt sich auf das Korn, das infolge der bisher herrschenden Witterung in schönster Blüte bereits auf einem langen Halm stand> Menu in den ersten Tagen ivieder schönes Wetter eintritt, kann der eingerichtete Sckwden zu einem guten Teil wieder ausgeglichen ivorden. Bei gutein! Wetter werden die Haln« wieder aufgerichtet und die Blüten reifen weiter.

§ Aus dem Vogels berg, 30. Mai. Eine Beere, welche durch ihren altzährlichen reichen Ertrag viel mehr angepflanz-t zu werden verdient, ist die Stachelbeere. Sie gleicht in jeder Lage unseres Gebirges. Selbst Nachtfröste schaden ihr zur Zeit der Blüte wenig. Dies kann man dieses Jahr wieder so deutlich sehen; eine wunderbar schön« Entunckelung haben die Beeren angenommen, trotzdem, daß es zur Blütezeit ein paar Nächte gefroren hatte. Nicht allein in den Gärten, muh außerhalb von ihnen an gehegten Plätzen und dergleichen sollte man die Stachelbeere aupslanzen, denn aus der reifen Beere, die vorerst einmal dem Munde so wohlschmeckt, werden auch noch verschie­denerlei andere NahMMgs- und Erftischungs mittel zubereitct, die nicht weniger munden. Daß Mau aus der Stachelbeere einer, guten und wohlschmeckenden Gelee zubereiten kann, weiß wo bl jedes aber einen guten Wein aus ihr zu keltern, dürfte an verschiedenen Orten wohl noch wenig bekannt sein. Vereinzelt findet sich auch die Stachelbeere unldwachsend in den Wäldern vor und jedes null ist dann £m solcher Strauch, der gelegentlich von den Waldbesuchern gefunden wird, mit guten Beeren reich behängen.

Kreis Friedberg.

e. Bad-NaUheim, 31. Mai. Am Samstag abend fand im RestaurantGaudes" die 48. (Generalversammlung des Kur- und Verschönerungs-Vereins statt. Der longjälnige Vorsitzende, Lelwer August Wagner, möfsnete die Versammlung mit einer längeren Ansprache. Redner verbreitete sich in längeren Ausführungen über die Einführung der Winterkur, bei der er besonders hervor hob, daß Bad-Nauheim rund 10 000 kranke und verwundete Militärpersonen, darunter 1600 Offiziere und unter diesen ^ehn aus der Türkei, während der Kriegszeit beherbergt habe. Aus dem voin dem Vorsitzenden vorgetragenen Jahresbericht ergab sich, das Bad-Nauheim, kraft seines guten Rufes, mit 23 420 Kur­gästen und 306 938 Bädern im letzten Jahre tatsächlich an der Spitze sämtlicher Badeorte steht. Tiie Zahl der Mitglieder beträgt zirka 300. Der Verkehrskommission, der Kommiissioft für Blumen­schmuck, der Sanitätskolonne, dem Lmidesverein für Vogelschutz * wurden wieder größere Summen überwieseir. Für Neuanschaffung von Bänken, sowie Winterfütterung der Vögel, wurden größere Beträge verausgabt, auch an der neuen Kveisstraße nach Fried­berg wurden Rul-ebänke angebracht. Bon Verschönerungen sind die Neuanlage nach dem Ludwigsbrunnen, sowie die Bepflanzung

der Kreisstraße nach Friedberg mit schattenbringenden Bäumen anzuführen. Den Kassenbericht erstattete an Stelle des aus Ge­sundheitsrücksichten aus dem Vorstände ausgeschäeden en Herrn Wallmann der neu eingetretene Hausbesitzer Richard Schwab. Tie Einnahmen betrugen 518 Mark, die Ausgaben 534 Mark, das Vermögen beträgt 458 Mark. Bei der satzimgsgemäß vorxu- nehmenden Bvrsticmdswahl wurden die ausscheidenden Mitglieder die Herren: Gkstwirt Gaudes, Stadtverordneter Jakobi, Beigeordneter Kissel, Mllabesitzer Lentz, Kauffnaun Bern­hard Schwab, sowie an Stelle des Herrn Wall mann Richard Schwab durch Zuruf gewählt. Die Vertretung deö Vereins im Vorstände des Konitzkystifts übernimmt wieder der Vorfitzende Lehrer A. Wagner.

Starkenburg und Rheinhessen.

^b D a r m st a d t, 31. Mai. In verschiedenen Zeitungen inden sich Nachrichten über Engagementsverhandlungen zwischen dem Münchener Hoftheater und dem Generalmusikdirektor von Weingartner. Die Generaldirektion des Darmstädter Groß­herzoglichen Hostheaters erhielt, wie das .Darmstädter Tageblatt" erfährt, folgende Depesche: Nachrichten über mich und München ind vollständig erfunden. Generaldirektor von Weingartner.

Kreis Wetzlar.

A Wetzlar, 3l. Mai. Am Himmelsahrttag findet von 4 Uhr arr ein M i l i t ä r - K o n z e r t im Schühengarten statt, das aus­geführt wird von der Kapelle des Ers.-Batl. Jns.-Regts. Kaiser Wilhelm.

ra. Wetzlar, 31. Mai. Der Landwirtschaftliche Verein des Kreises Wetzlar zählte im abgelaufeneu Vereinsjahre 662 Mitglieder gegen 735 im Vorjahre. Nach der Jahresrechnung lehen einer Einnahme von 3491,25 Mk. insgesamt 3586,57 Mk. Ausgaben gegenüber, worin 4925 Mk., aus dein Vereinsvermögen entnommen, enthalten sind, die zur Zeichnung von Kriegsanleihe verwendet wurden. Sämtliche ausscheidenden Vorstandsmitglieder wurden wiedergewählt.

r». Groß-Alten st ädten, 31. Mai. Gemeindevorsteher Rücker ist von seinem Amte zurückgetreten. Die Zusammen­legung der Feldmark wurde unter ihm vollendet, wichtige Wege­bauten ausgesührt und die Quellen zur Wasserleitung gefaßt. Von der letzten Ernte lieferte unser Dorf mit seinen 78 Haushaltungen 5800 Zentner Kartoffeln, 1192 Ztr. Roggen und 308 Ztr. Hafer ab. Zur Förderung der allgemeinen Volksernährung wurde eine Heide- läche von 3*/, Morgen urbar gemacht und mit Kartoffeln aus­gestellt. Ebenso sucht man den Flachsball wieder zll heben.

! Hessen-Nassau.

Bezirkstag des Deutschen Flcischewerbandes für Hessen und Hessen-Nassau.

--- FrankfUrt a.M., 31. Mai. Bei sehr guter Beteiligung aus dem Verbandsgebiet hielt der Bezirksverein des Deutschen Flaischer- verbandes für Hessen und Hessen-Nassau in derAlemannia" seine Frühjahr shauptversamMlung ab. Im Mittelpunkt der ausgedehnten Verl-andluiigen, die Obermeister L a u tz - Darmstadt leitete, standen die durch den Krieg hervorgerufenen wirtschaftlichen Maßnahmen ür das Fleischergewerbe. Der Vorsitzende bot einen U-eberblick über die derzeitige .Lage, die ernst sei, da Man mit einer solchen Kriegs- daner nicht gerechnet habe. Der Regierimg sei jedoch wegen der mangelnden Fleischversorgung kein Vorwurf zu machen, sie habe im guten Glauben gehandelt. Obermeister Pfeiffer-Frankfurt ftchrte in einem Borttag über die Maßnahmen zur Fett- und Fleischversorgung die vielfachen dabei zu Tage getretenen Miß­stände ans die ungezählten Zwischenhändler zurück, da diese nicht über die geringsten Fachkenntnisse verfügten. Auch die Ausfuhr Verbote der einzelnen Bundesstaaten müßten als schwere Hemm niffe für eine geregelte Fleischzufuhr angesehen werden. Direktor Ph. D e i s n e r - Frankfurt behandelte die Beschlagnehmung der Häute und Fette. Ec begrüßte die Erhöhung der Häutepreife, ob­wohl die Preislage noch nicht ganz den zurzeit obwaltenden Ver­hältnissen entspreckle. Lobenswert sei jedoch das Eintteten der Roh- häute-Aktien-Gesellschaft für die Interessen der Fleischer. Men Vorträgen schlossen sich rege Besprechungen an. Der geschäft­liche Dell des Bezirkstages brachte u. a. auch die Wiederwahl der ausscheidenden Vorstaiidsmitglieder Stahl- Limburg, S a ck --> Gießen wnb S chwarz-Fulda. Obermeister Lautz wurde aber­mals in den Reichsverbandsvorstand gewählt.

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0 Ans dem Kreise Frankenberg, 31. Mai. In letzter Zeit sind im hiesigen Kreise wieder Zigeuner mifgetaucht. In einem Falle war es eine Bande von beinahe 50 Köpfen, die über die Waldecker Grenze abgeschoben wurde. Im nördlichen Teile des Kreises, z. B. in den Gemarkungen Harbshausen und Kirch- lvtheim, richten dieWildschweinciniden Kartoffeläckern großen Schaden an. IN der Nähe von Willersdorf wurde ein kaum der Schule entwachsenes MädckM belästigt. Der Täter ist jetzt in der Person eines Burschen aus einem Nachbardorse ermittelt worden. Ter Landrat des Kreises fordert in nachahmenswerter Weise die Landwirte, welche Ferkel zu erschtvinglichcn Preisen höchstens 65 Mark für das Paar, abgeben wollen, auf. ihre Adressen schriftlich ^oder mündlich mitMtellen. Es soll ans diese Weise versucht werden, den bedürftigen Bewolm-ern zu Schweinen zu verhelfen. Die Kgl. Oberförsterei Frankenberg hat den Kriegerfrauen, Um ihnen die Teilnahme au den Holzverfteigerungen zu ersparen, je nach Größe der Familie Holz zum Taxwerte überlassen.

--- Frankfurt a. M, 30. Mai. Staatssekretär Dr. Sol stattete heute nrittag vor seiner Wreise imch Berlin dem Völker Mu seu m unter Führung von Hvfrat Dr. Hagen einen längeren Besuch ab. Tie städtische KriegskomMission zeichnete als Artteil bei der nengegründetm Reichsgemüsestellc 60 000 Mark. Für die Einrich.tung einer städtischen Schweinemästerei stellte sie 200 000 Mark zur Berfügrmg.

Diez, 30. Mai. Ein Grabdenkmal der Gräfin Walburga von Eppstein in der hiesigen Stiftskirche wird alrgenblicklicb aus Veranlassung des Kaiserlichen Hofmarschallalntes zu Berlin wieder hergestellt. Die Gräfin Walburgia ist eine Ahn- fran des Kaisers. Mit der Ueberwachung der Herstellungsarbeiten des prächtigen Epitaphiums wllrde der Bezirkskonservator Geheim rat Luthmer (Frankfurt) betraut.

ra. Älus Nassau, 31. Mai. Die in LinrbUrg tagende Hauptveesannnlung der Gemerbcvereine Nassaus war von etwa 260 Vertretern besucht. Im Mittelpunkt der Verhand­lungen starrden zwei ivichtige Fragen: Engerer Zusammen schluß des Handwerks zur Uebernahme größerer Lieferun­gen, besonders Heeresueferungen, und Fürsorge für die aus dem Felde heimkehrenden 5-andwecker. Der ziveite Vor­sitzende, Architekt Wolf-Wiesbaden, begrüßte die Erschie­nenen namens des Zentralvorftandes. 74 Mitglieder des Gewerbev-er'eins für Nassau und 145'Söhne von Mitgliedern starben bisher den Ehrentod fürs Vaterland. Die finan­ziellen Verhältnisse des Vereins haben sich sehr gebessert

vermischter.

* Stiigebauer im Dienste der Entente. Die ^Gazette de Hollande" veröffentlicht en^n umfangreichen Artckel über einen neuen Roman von E. S t i l g « b a u e r, in dem Belgien verherrlicht und das deutsche Heer beschimpft wird. Erst vor kurzem hatte dem gleichen Schriftsteller ein Aussatz von ähn­licher Tendenz in einem Amsterdamer Blatt kräftiges Lob der eng­lischen und französischen Preffe eingetragen. ES kann also kein Zweifel bestehen, daß Stilgebauer sich zu einem Liebling der Entente- preffe entwickelt.

wöchenü. Aederficht k^rToderMe l «Herr.

19. Woche. Vom 7. bis 13. Mai 1916. Einwohnerzahl: angenommen zu 33100 (intt. 1ö0ö Mann MMär). SterblichkettSziffer: 28,50*/^.

Nach Abzug von 13 Onsfremden: 7,85

EL starben an

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Folgen der Geburt

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Lungentuberkulose

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©umm«: 18 (13) 17 (12) - 1 (1)

A n itt.: Die in Klammern gesetzten Ziffern geben an, wie viel )er Todesfälle in der betreffenden Krankheit auf von auswärts nach Gießen gebrachte Kranke kommen.

Veröffentlichung des Großh. Kreisgesundheitsamts Gießen. Med.-Rat Dr. W a l g e r.

Amtlicher Wetterbericht.

O effentlicher Wetterdienst, Gießen. LLetteraussichten in Hessen am Donnerstag, den l. Juni 1913: Ziemlich heiter, meist trocken; Temperatur wenig geändert.

Letzte Nachrichten.

Kriegsrat in Petersburg.

Wien, 31. Mai. DieWien-er Allgem. Ztg." meldet aus Sofia: Das BlattDnevuek" meldet aus Petersbilrg, daß in Zarskoje Siselo 'Unter dem Vorsitz des Zaren ein .Kriegsrat stattfand, -an denr die Generale Fwanoff, Alexan­drewitsch, Brnssilow, Radio Dinritriew, Kuropatkin und sämtliche Armeekommandanben, Ministerpräsident Stürmer und Saso-now teilnahmen. Der Kriegsrat hat die Entschei­dung bezüglich der Maßnahmen getroffen, die für die deutsche Front notwendig sind.

Die Besetzung von Rüpel und Demir Hissar.

Haag, 31. Mai. Die englische Presse ist bemüht, die Besetzung der Gebiete zwischen Rüpel und Dernrr 5)iffar für ein für die Griechen katastrophales verhängnisvolles Ereignis hinzu­stellen. Tie Bevölkerung von Serres und Mazedonien befinde sich dadurch in der schwierigsten Lage, denn sie werde jetzt vom Hunger bedroht. Jetzt, nachdem Demir Hissar durch die Bulgaren besetzt sei, irrüsse die Anfuhr vmr Lebensmitteln, welche bisher von den Franzosen mit Automobilen nach diesen Gebieten geliefert wurde, aufhören. Der Vormarsch von Demir Hissar kann aus zwei Rich­tungen erfolgen, erstens aus Serres und zweitens gegen den Strumalauf. Die venizelistischen Blätter erschienen in Trauerrand wegen der Tatsache, daß die Bulgaren im­stande waren, das Fort Rüpel zu besetzen, das das weitestvorgescho- bene Verteidlgungswerk ist.

Kundgebungen in Saloniki.

Amsterdam, 31. Mai. In Saloniki wurde am Sonntag, wie dieTimes" berichten, eine große Stt-aßendemvustrativn, dre nitter Führung englischer und fiauzösischer Abteillmgen den Schmerz Griechenlands über die letzten bulgarffchen ?iraßnahmen gegenüber General Sarrails StellungiM dartun sollte, peinlich gestört. Als die Prvzeffion, in der englische, frmrzösffche und ser­bische Fahnen gettagmr wurden, die Hauptstraße passierte, ver­anstalteten griechische Soldaten trotz der Absperrung durch sranÄvsffche Gendarmerie eine Ge ge n kund ge bu n g Md überschrieen den Lärm der ProAeffiou imt Hochrufen auf König Konstantin und Deutschland. Damft errnchte die Prozession ihr Ende und es kam zu Zusammenstößenc zwischen f«mzösischen Gendarmen und grischffchen SoLaten.

Die Sttnnnnng in Mcrnza.

Lugano, 31. Mai. Die ZeitungBenetv von Padua" ver­öffentlicht eine Korrespondenz aus Vicenza, in der es hcrßt: IN V i c e n z a ist man viel ruhiger und gefaßter als in Padua, obglelch ein Teil der Provinz vom Feinde besetzt ist. Einige Ortschaften, die von den Kanonen des >Feindes bedroht sind, werden von der Zivilbevölkenuig geräumt. Auch Asiago gehött dazu, es rst aber übertrieben, zu sagen, das Stäbchen sei in einen Schntthaufm ver­wandelt worden. Viele seiner Häuser, die oberen Swckwerke und die Dächer sind aus Holz. Von diesen sind welck)e von den ftrnd- lichen Bombe,: gettoffen worden und medergebrannt. Vicenza ist zum Hirn und Herzen des Kampfes geworden und der Feind weiß es Fast kein Tag vergeht, an dem nicht Meger ein- cLer n^hverc Male über der Stadt erscheinen und Bomben abwersen, bis letzt aber nnt geringem Erfolge. Die Bevölkerung ist sehr aufmerksam, so daß e§> bis jetzt mu wenige Tote gegeben hat. Ungeheuer ist die Bewegung der Trichpen. Der Zu- und Abzug derselben ruht keinen Augenblick, weder am Tage noch bei Nacht. ^ Im ersten Augenblick hat man den Eindruck, als ob die Menschen. Pferde, Kar.oneu und Karren vom Fieber getrieben würden, als ob ein toll gewordenes Hirn ihre Vewegimgen leite. Bei näherem Zusehen erkennt man aber die Methvde und Ordnung. Der erste Eindruck ist mir das Resultat der Intensität der »Erscheinung. Ter niilitarische Automobildienft hat einen kolossalen Umfang angenommen. Tausende von Ccrnrmns fahren unermüdlich, geführt von wunderbaren Lenkern, die imstande sind, 50 Stunden ohne Unterbrechung zu fallen. Vicenza sieht mit Schmerz und Bitterkeit, seine umliegeiidcn Berge, seine grünen Höhen vom Feinde besetzt, aber es übergeht den Schmerz ohne zu llagcn und ohne zu weinen imd seine Ruhe entspricht der stdrhe des Oberst­kommandierenden. Cadonra. Vor einigen Tageir speiste er in einmi Restaurant. Allgemein fiel sein guter Humor und seine geist­sprühende Unterhaltung guf. Tann aber sagen sich die in Vicenza aittlk: Wir haben ein riesiges, an Zahl und Soldaten dem Feinde weit überlegenes Heer, gut bewaffnet und gut ansgerüstet. Word es dem Feiiide gelingen, in die Täler mrd die Ebene hcrabzu- steigen, wird er es überhaupt wageit? Es ist wenig wahrscheinlich! Alle Äliisgänge sind durch eine ungeheure Ueberzahl von Truppen gedeckt und in der Ebene lvtürdc die gegnerische und unßwe Ar­tillerie mindesteiis gleichövertig sein. Nichts deutet daraus hin, daß der Feind sich in diese gesährluoc Unternehinung einlasft-'. wird. Sodann sind alle Vorkchrnugeii getcvffen, um zu verhindern, daß sich die Oesterreicher in den Besitz der Berge setzen. In Schro kam es einmal iovgen des Vorrückars der Ocsterreicber zu einer Panik, die jetzt aber vorüber ist und sich hoffentlich nicht wieder- holeii tvird.

Meuterei in Aegypten.

Am ste rvamt, 31. Mai. Wie ein Londoner GrwThrsmann meldet, haben latü Mitteilungen aus Aden Anfang Mai zwei Regimenter indischer Truppen südlich von Kairo ge­meutert. 16 europäische Offiziere und annähernd 100 englische ©oßirten kamen dabei ums Heben. Die meuternden Reginrenter werden in einem Lager von südafrikarnscheu Truppen bewacht. Die Ursache der MünVevei soll in ungenügender Ernährung KU suchen sein, weil die Äebensmitteltronsporte ausgeblieben waren^;