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A«s Stabt tmb £anb.
Gießen, 30. Mai 1916.
Ueber den Verbrauch an Fleisch.
Die gegenwärtige Lage des FlÄschm-arktes zeigt eine besondere Knappheit. Man darf sich hierüber nicht ängstigen, da die Ursachen Licht zu verstotzen sind. Unsere kämpfenden Truppen müssen in erster Linie hinreichend Fleisch erhallen und matß die Zivilbevölkerung, die doch den Schutz des Heeres genießt, zurückstehen. Die Buchbestände sind ferner im letzten Jahve mrs verschiedenen Grün! den stärker als in Friedenstzoiven angegriffen Morden; da aber die gürten Futteraussichten und das bereits jetzt schon anfallende reichliche Grünftrttrr die Landwirte veranlassen, die Kälber zur Aufzucht aMustellen und die leeren Schwern-eställe mit Ferkeln ztz besetzen, sv wird dadurch begreifticherlvei.se der Biehmfftrieb aus den Schlachtvvchmärkten besonders schwach sein. Dieses Vorgehen der Landwirte wird man als einen Wechsel für die Zukunft nur mit Freuden begrüßen können; es wäre daher nichts törichter, als durch zu heftiges Verlangen nach Schlachtware diese Entwicklung M ^vren. Freilich verlangt diese Lage des Schlachtviehmartdes, augenblrcklick) eine besondere Enthaltsamkeit an Misch. Es ist dies aber in der gegenwärtigen Frühjahrs- und kommenden Sommerszeit wert weniger empfindlich^ da es möglich ist, sich durch den Genuß van Gemüsen und Obst einen Ersatz zu schaffen. Es (sind nur die Bedenken gegen die ft-eischlose Ernährung zu be- - kämpfen, die viele für gesundheitsschädlich halten. Es wäre nrüßig, eine solche Meinung ,widerlegen zu wollen, da sie sich im täglichen Leben für den, der offene Augen hat, durch Tatsachen von selbst widerlegt. Nur ein Beispiel von vielen sei hier angeführt. Ich erinnere mich an einen riesigen Schmied in einem kleiner Gebirgs- dorft der nie in seinem Leben Fleisch genoß, da er Ekel davor emp- lfaud und er war der stärkste Mann im Dorf. Freilich, die Natur 'der Fleischiger muß sich erst allmählich mngewöhneu, doch sicher rnur zum Vortell von Gesundheit und Wohlbefinden. Es gibt ! v«Le Begetariuner, die in Bezug auf körperliche Leistungen den i Fleischeffern nicht Nachsehen.
Eine weisende ^iffchrünLiNg ist ätft suher möglich und bat «oft schon stattgeftmden. Ueber die Mindestmenge an Eiweiß, sd« Pur Erhaltung- der Leistungsfähigkeit des Manschen notwendig K streitet die Wissenschaft noch heute. Die im Krieg getroffenen -Mahmchmen lehren uns MM wenigsten soviel, daß die Ueber
tragung dieser Ern^QS^theorie in die Praxis sehr unsichere Evgebuiffe gezeitigt hat. Man hat die Berechnungen ftir die menschliche Ernährung aUf der Grundlage der Emyelnährsboffe .^ehydrate anyestellt, ohne die Wirkungsweise bec NMchofftvLger erngechend tcntersncht und berücksichtigt zu haben. 'Man kann heute noch nicht mit Bestimmtheit sagen, wieviel Kartoffeln, Boot oder auch gemischte Nahrungsmittel als Mindest- nreuge sur den arbeitenden Menschen erforderlich sind. Es besteht doch kein Zweifel darüber, daß ebenso wie bei der tierischen Er- Evung auch die menschlichen Nahrungsmittel ihre ganz spezifische WrrkuwMraft haben, die oft mit dem Gehalt an Eiweiß, Fett «ßv. nutzt gleichlaufend ist. Jedenfalls hat uns der Krieg gezeigt, wre man nckt einer sehr erwnßariuLn Ernährung, die gewiß vielfach ünter das von der Wissenschaft angenommene Eiweißminimum heruirteramg, bestehen und arbeiten kann und daß man bei reich-- lcher Manzenbost ncht zu befürchten braucht, in der Leistungs- 'fchkgkert abzunehmen.
^Jmmechin stehen uns bei einer richtigen Verteilung noch genügende Fleffchmengen zur Verfügung, die ansvechen, UM zum chemmten den Mrndestbedarf der Bevölkerung an Fleisch zu decken
Um eine gleichmäßige Verteilung von Fleisch ,nnd Fleischware^n .-u ermöglichen, sind die Gemeinde« nnd KvMmunalVerbände durch Gesetz verpflichtet, eine Berbrauchsregelung in ihren Bezirken Po r^unehmen. Aber auch ohne dies muß der Einzelne seine Fkeischwst auf das Mindestmaß beschränken und so ernterlen, daß fte in gleichmäßigen Abständen in den Wochentagen verzehrt wird. Wer geschlachtet hat und konserviertes Fleisch vchrtzt, soll es retzt allmählich verbrauchen, uM das frische Fleffch möglichst M schonen.
J 68 imved > t ' dür die Knappheit an Fleisch die Landwirtschaft verantwortlich machen M wollen und es ist bedauerlich, ivenn rrreruhrmde Menrungen verbreitet werden, als würden die Landwirte schlachtreifes Vieh um des bei anderen Gewinnes wegen zurück- hakten. Wer eine kleine Ahnung von der Landwirtschaft hat, der weiß, datz ein solches Verfahren für den Viehhalter sehr veickust- rerch wäre, besonders in der gegenwärtigen Zeit der teueren .Kraft- guttermittel, da gemästetes Viel) täglich Futter verzehrt, ohne an Gewicht zuUvnehmen. Wir muffen im Gegenteil die Landwrrte dach anhatten, ihr Vieh doch wenigstens solange zu futtern, bis es einigermaßen schlachtreif ist.
... darf M dem in diesem Kriege so oft bewahrten Vater
lands chcn Srnn der Bevütkerimg das Vertrauen haben, daß in Ar gegenwärtigen schwierigsten Zeft des Fleischmgrktss der Lage 'Rechnung getragen wird. Wir dürfen alsdann hoffen, daß wir -vor Emtrrtr des Winters lvivder eine normale Lage des Fleisch- marktes bekommen werden.
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"...^u).tliche Personalnachrichten. Das Ehrenzeichen für Mitglieder freiwilliger Fenerwehren wurde vom Groß- verliehen dein Wilhelm W a g n e r zu Ebersheim.
2 * L an dgerichtsdirektor August Schmeckender ist, nne wir schon milgeteilt haben, am 27. Mai im „ -ebenchayDe gestovben. Sein Heinrgaiig wird in Gießen -allgemein betrauert, oa er ein Mann von ernster Lebensauffassung war mrd über sein Fachinteresse hinaus am ösfent- lichen und besonders am religiösen Leben durch Rat und Tat lerlnahm. Dres trat auch äußerlich dadurch hervor, daß er weltlichesr Mrtghed der hessischen Landessynode war und im Aprrl 1913 als stellvertretendes Mitglied in den Provinzial- ausschuy sowie als Mitglied in den Ausschuß für die Pro- vrnzralslech-enanstalt trat. Auch das Vertrauen der Bürgerschaft hatte er sich in vollem Maße erworben, so daß er 'als Mitglied der nationalliberalen Partei, 1913 in die hiesige Stadtverordnetenversammlung gewählt wurde, ohne jedoch 2*6? Amt antreten zu können. Schmeckenbecher war im ^ayre i *ob geboren, studierte Iura, bestand seine Fakultäts- prüftrng rm Herbst 1879 an der Landesuniversität Gießen,
sewe ^aaksprüsuwg für den höheren und Der-
WMLngsdienst im Frühxuhr 1883 und fand dann längere z-eit als Gerichtsafsessor beim Großh. Amtsgericht Lauterbach mtb als Richter bei den Großh. Amtsgerichten Nidda und Gießen Verwendung. Am 29. Mai 1'889 wurde er als Amrsrichter beim Großh. Amtsgericht Lauterbach augestellt und im Januar 1894 in der gleichen Eigenschaft an das Großh. Amtsgericht Darmstadt II versetzt. 1897 wurde er beim Großh. Landgerrcht Gießen zum Landgerichlsrat ernannt. Nachdem Schmeckenbecher nach mehrere Jahre als Oberlandesgerichtsrat beim Großh. Oberlandesgericht Darmstadt tätig war, erfolgte am 16. November 1910 seine Er- Eurung zum Landgerichtsdirektor beim Großh. Landgericht Gieß-en. Schmeckenbecher hat sich in seinen Fachkreisen immer als liebenswürdiger Kollege bewährt, und war ein Mann von makellosem Charakter, der als kenntnisreicher, tüchtiger Richter von vorbiDlicher Gewissenhaftigkeit und Pflichttreue besonders geschätzt würde.
** Die Verständigung zwischen Stadt und Land. Das Verstehen zwischen Stadt und Land hat in den letzten Jahren vor dem Kriege stark gelitteir und ist, nachdem es während der ersten Krregshälste sich wesentlich gebessert hatte, iwiedier schlechter gew-o^den. (Dfytve die Ursachen und Auffassungen untersuchen zu wollen, die dieses Mißverstehen verschuldet haben, soll nur darauf hingewiesen werden, daß sein Bestehen dauernde und unnötige Schwierigkeiten in unserer wirtschaftlichen Ordnung und Regelung schasst. Da es auf diesem Gebiet an Schwierigkeften an und für sich nicht mangelt und das Aufhäusen unnötiger Schwierigkeiten nur störend und hemmend wirkt, so sollte endlich die Neigung, sich gegenseitig zu bekmnpfen, fallen und das Bestreben her- vortreten, einander zu verstehen. Ist hierfür beiderseitig der gute Wille vorharrden, so werden sich auch Wege finden. Erleichtert werden solche Neigungen durch, die sich anbahnenden neuen unmittelbaren Verkehrsbeziehungen zwischen Stadt und Land, durch die der Landwirt in die Bedürfnisse und Bedrängnisse des Verbrauchers und der Verbraucher in die Mül-en und die Arbeitslast des Landwirtes Einblick gewinnt. Einsichtsvoktes ^Verstehen der beiderseitigen Schwierigkeiten wird dem Verständnis der beiderseitigen Lage und Auffassungen den Boden ebnen. Die schwere Last der Kriegszeit, die das deutsche Volk in den Ernährungsfragen gemeinsam zu tragen hat, soll Stadt und Land mehr denn fe aufeinander anweisen. Ein gegenseitiges Verstehenwvllen und Berstehenlernen wird wesentlich mit dazu beitragen, die Ernährungsnöte zu mil- )ern. Gemeinsam getragene Not muß zu dauerndem Ver- tehen führen.
** Gießener HauZfrauen-Verein. Die Mit- glreder des Vereins hatten gestern Gelegenheit, eine Neuerung auf him-swrrtschaftlichem Gebiete kennen zu lernen, nänrlich; die Kühlkiste. Ihre Herstellung ist einfach und vlllrg. Ihre Verwesung ist dringend anzuraten, sie sollte in kernem Haushalte fehlen. Fräulein Moser, Gartenstr.30 hat es -übernonrmen, gegen einen mäßigen Preis geeignete Krjten von Verwundet-en Herstellen zu lassen. Aufträge werden bei Frl. Möser und in der Geschäftsstelle, Mäusburg^ 5, angenommen.
** Nur H-öchstgebvke finden Berücksichtigung. .'Jett atefex oder rnhaltlich ähnlicher Bedingung werden häuftg m den Tageszeitungen Waren angedaben. Bei klurpp vorhmü^nen WbeMnitteln oder, wie sich- daS neuerdings gezeigt hat, bei starkn Muhftage nach Klerntkeren ist die Klausel ein. stark prerssteigerndes Döomeut. Jeder, der Wert darauf legt, die betveffcnde Wäre M erlangen, setzt von vornherein das PreiSgebot h.xh an urrd der Verkäufer eriieht aus den gebotenen Preisen die Dringlichkeit der Nachfrage und den Grad der Knappheit und richtet sich natürlich entsprechend ein. Oft grmug hält er weiter zarrück, bis erhShtö Angebote eöüausen. Zweiseüvs hat diese Geschäftsllansel die Wirkung, die Preise anziehen zu lassen, umsomehr dann, wenn, wie uns von emwandfteier, mit den Verhültrüssen genau vertrauter Seit" mrtgeteilt wird, die betreffenden Verkäufer die Ware sehr häufig gar nicht besitzen, sondern nach Kenntnis des angebotaum Preises irgendwie besck-affen. Wenn dieser Tatbestand vorliegt, dürfte der 8 5 des Gesetzes über übermäßige Preissteigerung vom 23. Juli in Anwendung rammten, je nachdem auch mit der Wrkung der Un- zuläff igkeftserklärung.
Obstausfuhr aus deutschen Obstgegenden. Das Bestreben, sich für die kommende Obstzeit vorzudecken, führt letzt )chon, wie aus verschiedenen deutschen Obstblaugegenpen berichtet wird, dazu, daß Händler für sick) oder im Aufträge die Ernte aufzukwrfen suchen. Es liegt die Gefahr nahe, daß 'kapitalstarke Hände in mrerlvünschtem Umfange Obstvorräte im Herbst in die Verfügung bekommen, und 'dementsprechend Verwendung und Preise von sich aus bestimmen. Ein Geschäft, das, wie die TiingL liegen, nicht so sehr risikobehaftet ist, tmc num glauben nlöchte. Es ist verständlich, daß einzelne Landesteile gegen dieses Vorgehen ailf- treten und die freie ungeregelte -^Ausfuhr unterbinden; die Interessen der Gesamtheit lassen sich dabei derart wahren, daß Versand nach Ermächtigung durch eine zeirtrale Verwaltaorgsbehörde auf'Grund von Bersmrdschernen gestattet wird. Diese 'Regelung beabsichtigt Baden durchzuführen. Es werdeir Vorkehrungen ge- ftwffen, daß zunächst der badische, eigene Verbrauch seine Deckung findet, Ueberfchüsse werden zur Ausfuhr geörackft. Gleichzeitig sollen Obsthöchstpreffc (nichjt für Frühobst) jede Willkür der Preisbewegung ausschließen. Gegen Verscmdscheine kann nach Berücksichtigung des badischen Bedarfs Obst &rr Ausfuhr gelangen; schnell verderbliches Obst wird bei den ApssuhrbidmgunMN besonders berücksichtigt.
.. ^ T ® €U &S V€ Kennzeichnung von Waren. Mehrfach sind darüber Klagen laut geworden, daß der Käufer beim Einkauf notwendiger Bedarfsgegenstände, die in verschlossener Pak- kung oder in festen Behältnissen abgesetzt zu werden pflegen, übervort'eilt und durch allerhand Einlagen in die Umhüllung über Gewicht oder Maß des Inhalts getäuscht werden, da der Wert der Ware, den der Käufer infolge der Packung zu be- urteften nicht in der Lage ist, zu dem geforderten Preise in keinem Verhältms stand. , Namentliche bei Konserven aller Art, Fleisch-, Gemüse-, Obst-, Fischt- und Atilchkonserven, waren wiederholt solche Falle zutage getreten. Diesen Mißständen tritt die Bekanntmachung des Bundesrats vom 18. Mai entgegen, die den Reichskanzler ermächtigt, anzuordnen, daß bei Gegenständen des täglick^eir Bedarfs Packungen oder Behältnisse, in denen sie an den Verbraucher abgegeben werden, mit bestimmten, Herkunft und Inhalt kennzeichnenden Angaben zu versehen sind. Insbesondere können Angaben vorgeschrbckben werden über die Person dessen, der die Ware in den Verkehr bringt, die Zeit , ben Inhalt nach Maß und nach Za h l, Ma ß ode r Gewicht, den Klein ver kaufsprei s Dre Bestrmmmrg der Waren, aus die die Berechnung Anwendung ftndet und die Gestaltung der Bezeichnung im einzelnen ist dem Reichskanzler uberlassen. Tirrch die nerie Vevordmrng wird erwr Uebervorteüung des Käufers wirksam eutgeg«igetveten und die Verfolgung der Uebervo-cteilimg, die nach den bestehenden Ver- ordnungen infolge des Fehlens kennzeichnender Angaben außerordentlich scktzEig war, wesentlich erleichtert werden.' Begrüßens- wert ist ebenfalls das durch die gleiche Bekanntmachung erlassene Verbat, den Preis für Gegenstände des täglichen Bedarfs, die
zu m Weit er verkauf unter Festsetzung eines Klein- verkaufspreises geliefert worden sind, nachträa- ^ich.^u erhöhen. Auch auf entgegenstehende Abreden können 8urcht berufen, selbst wenn die Abvchen vor dem Inkrafttreten meser Verordmmg getroffen worden sind. Tie Preis- erho^iivg auf Lager befindlicher, M früheren, billiqev«i Preisen eingeraufter Waren ist. Mich tonnt Neu erMgfte Waren gleicher -lrt teurer werden, durck>aus ungerechtferftgt, wurde aber leider
von dem Produzenten xu diesem Zwecke oft sogenannte „Ueber- llebezettel" zur Verfügung gestellt wurd-err. Diesenl Mßstand begegnet die neue Verordnung, indem sie solche Preisstergerung unter allen llnrständen verbietet und strafbar macht. Das für die lleber- trctung der Vorschriften der Verordnung angegebene Strafmaß ist Geldstrafe bis m 1500 Mark und Gefängnis bis zu sechs Monaten oder eftre dieser Strafen. Neben der Strafe kann auck) auf Einziehung der Waren erkannt werden, die nicht mit den vovgeschri-ebenen Angaben oder mit unrichtigen Angabeii ver-' sehen sind, oder bei denen die Preisangabe unkenntlich gemacht oder der Preis erhöht ist, ohne Unterschied, ob sie dem Verurteilten gehören oder nicht. Ist die Verfolgung oder die Verurteilung einer bestiinullen Perfon nicht ausführbar, so bann auf die Einziehung! selbständig erkannt werden.
** Giießeuer Freilichtbühne. Errtgssen der ersten Ankündigung der Ltufführung von Wallensteins Lager am nächsten Sonntag sei ausdrücklich darmff hingewiesen, daß Anfang und Schluß der Vorstellung um eine Stunde früher gelegt worden sind, also Beginn 57* Uhr, Ende 7 Uhr. Auf diese Werse können die Besucher der Aufführung, selbst wenn sie die Straßenbahn nicht lveuutzen, rechtzeitig zum Abendessen m Hanse sein.
Ä ** Ter g ewerbsmäßige Aufkauf v4-n Butter, Käse, Eier und Milch im .Kreise Gießen bedarf einer Er- laubnis des Großh. Kreisarntes Gießen. Näheres ffche im An-, zeigenteile unseres Blattes.
Die Weinversteigerung der Großherzoglich Hessischen Weinbaudomänen ver nr a ltung am 27. Mal 1916 war sehr gut besucht und erbrachte wieder em ausgezeichnete? Ergebnis. Viele Nummern wurden weit über die Schätzung zu geschlagen. Es wlirde im einzelnen erzielt:
1912er
Weingut: Erlös im ganzen:
Bingen: 23 720.— Mk.
Nacken heim: 32 370.— Mk .
Insgesamt:
Erlös vre Halbstück: 778.— Mk. 1027.— Mk.
56 59ö.— Mk. 905.- Mk.
Für 5 Halb stück 19!1er Oppenheimer nmrden 12 460.— Mk erlöst oder im Durchschnitt 2t 92.— Mk. Ein Halbstück 19I5ei Bodenheiiner Notwein kostete 980.— Mk. Der Gesamterlos an beiden Tagen beläuft sich auf: 133 000 Mk.
** Mahnung des 1. Zieles der S-Iaatsfteuern 19 16. Das 1. Ziel der diesjährigen Staatssteuern kann noch bi? zuni 5. I u n i d s. I s. ohne Mahngebühren an Großh. Bezirkskasse — Senkenbergstraße 7 — bezahlt werden.
** Kranken- und Invalidenversicherung d-er im Dienste der freiwilligen Krankenpflege iw Kriege tätigen Schwestern. Bisher war mau in bebei- ligden. Kreisen der Ansicht, das %ivc Niiterstützuug des Sauitäts-, dieustes auf dem .Kriegsschauplatz und im Heimatgebiet verwendete, Personal sKranknrpfteger und -Pflegerinnen) sei verftcherungsftri,. weil es sich nur freiwillig geleistete militärische DicerslleistungQr handele. Dieser Ansicht tritt nun das Neichsverftchernngsantt in einer grtnidsä tzli chen Entscheiüuiig ent Men. Danach müssen für alle Personeii, die im Dienste der freiwilligen Krankenpflege imj Kriege, einerlei ob im Etappengebiet oder imi Inland, gegen EntgÄt tätig sind,^Versicherungsbeiträge entrichtet werden. Dws wird selbst dann der Fall sein nrüfsen, lvenn es sich um Personen handelt, die nach ihrer wirtsck-aftlichim und sozialen Stellung nicht auf Ber- ricktuirg von Lohnarbeit angewiesen sind und sich der Krankenpftege nur Kr die Kriegszeit fteiwillig widmen. Als Beschäftigungsort, aii dein die BerficlMung bewirkt werden muß, gilt der Sitz der Oberleitung, der die Aussendung und die Versetzung des Krankenpfleg eperson als obliegt. Als beitroigispslichftger Arbeitgeber hat in allen Füllen die Heeresleitung zu gelten. Da nach cinvr Aufstellung des Königl. Pretrß. Kriegsministeorums über die „Ose- bnhrnisse des Personals der ftevvillÄven Krankenpflege^^ die Schv» stern in der Etappe und im Heimatgebiet neben Beköstigung ufw einen Geldbetrag voir 33^30 Mk. nronallich ereilten, wird Der- ftcherniigspflicht also wohl ausua'hnrslos vorliogen.
LmrdkreiS Giktzen.
^ e. Grünberg. 30. März. Vetermärsrzt der L. Dr. Kark ^ t e i n erhielt zum Eisernen Kreuz die Hessische KriegSverdrenst-l medaille am Bande der Tapferkeitsmedatlle.
4h L i ch , 30. Mai. Der Förster D ö r m e v - ArnSbuvg hat vor erniqen Tagen einen kapitalen Auerhahn im Gewicht von 28 Pfund erlegt. Der Balg des gewaltigen Tieres soll präparierte werden.
e. M ü nster bei Lich, 30. Mai. Unteroffizier Aug. Sieg, der im Dtärz das Eiserne Krerrz erhielt, wurde jetzt im Mai mit der Hessischen Tapferkeitsmedaille ausgezeichnet.
ts. Nodheim, 30. Mai. Der Gefreite Heinrich Kroll, Sohn des hiesigen Landwirts Heinrich Kröll VIH., ist mit dem Eiserne,r Kreuz ausgezeichnet worden. Seit Anbeginn des Krieges hat er im Feld-Artillerie-Regiment Nr. 19 an den Kämpfen in Belgien, Rußland und Frankreich teilgenommen. — Wie man allenthalben von Jagdpächtern rühmen hört, zeichnen sich die hiesigen großen Waldungen, besonders diejenigen nach dem Vogelsberg zu, durch einen besonders gute»: Wildstand aus. Darum wird vielfach der Wunsch geäußert, die Regierung möge doch an- ordnen, daß ein Teil des WildeS abgeschosfcn werde, um dadurch die Fleischnot etwas zu mindern.
s. S t e i n b a ch , 29. Mai. Musketier Ludw. R e u s ch l i n g von hier, im zwölften Monat im Felde siebend, nunrnehr im Westen, erhielt für mutiges Verhalten an der Ostfront die Hessische Tapferleitsmedaille.
e. Weickartshain, 30. Mai. Durch Verleihung des Eisernen Kreuzes ausgezeichnet wurde Leutnant d. R. Friedrich Tröller. Die gleiche Auszeichnung haben sich feine Brüder, die Vizeseldwebel Georg Tröller und Will). Tröller erworben. Wilhclni Tröller ist anßerdein Besitzer der Hessischen Tapferkeits- mcdallle.
Krkis Büdingen.
Büdingen, 30. Mar. Die Sammelzeichnungvi der Schulen des Kreises zur dritten Kriegsanleihe betrugen insgesamt 73 877 Mk.
Kreis Alsfeld.
o. Flensungen, 29. Mai. Der Ersatzreservift Georg Eckhardt von hier wurde mit der Hessischen TapferkeitSmedaillo ausgezeichnet.
A R om r od, 30. Mai. Der seit 17 Monaten vor ^»em Feinde stehende Füsilier Ludwig WLßner von hier, Sohn des Desinfektors Wößner, wurde zuin Geireiten ernannt.
Kreis Schotten.
□ Laubach, 30. Mai. Nach Abschluß des ersten Schuljahres der hiesigen Gewerbeschule, die unter Leitung des Vorstandes des Ortsgeiverbevereins Schreinermeister Wilhelm Stotz steht, fand gestern mittag in der Turnhalle eine Ausstellimg von Arbeiten der teilnehmenden Schüler statt. Es waren durchweg zufriedenstellende Leistiingen, die von regem Fleiß und Streben zeugten. Den Unterricht hatte Zeichenlehrer Endres aus Nidda erteilt. — Gleichzeitig legten die Schüler Högg, Franz, Kopp von Laubach und Konrad von Ruppertsburg ,m Metzger-, Zimmer- inann-, Schmiede- und Schlosserhandwerk vor einer Prüftmgs- kommission die Gesellenprüfung ab. In kurzer eindringlicher Ansprache wies Hauptlehrer Höhn auf den bedeutenden Wert des praktischen und theoretischen Unterrichts in jedem Handwerk hin und forderte zu reger Teilnahme auch an der Gemerbeschicke von Schülern der Umgebung Lanbachs auf. — An der hiesigen Eisenbahn siel beim Abladen von Schienen dem Arbeiter Heinrich Becker eine solche auf das Bein, wodurch er schwere Quetschungen erlitt.
Kreis Friedberg.
M. Fri«eldberg, 30. Vöai. Karl Schrertz, Kriegsftei- williger, (.^cfvefter tm Res.-Jnf.-Rgt. 224, Sohn des Speisewirtü Karl SckMntz, ivurde zum Untevoffizftr bi-fördsot — Eftfreiter Hein- 5^ wn Faikeftbach beim Flch-Att.-Rogt. 18,
die Hessische Tapiftrkmtsniedmlle. Dem Obe-rpostsck-affner Lldolf Schauermann wurde vom! Kaiser ba* Allgemeine Ehrenzeichen Dienstzeit verliel-eti. Das Ehreiizeicheft wurde ihm durch Postdrrektvr Harros hier Übersicht.
V. B u tz b a ch , 30. Mai. Am Sonntag abend fand hier in
lionUA* ■ .. rj - --- der autbesuchten Stadtkirche eine Vaterländische Sviuv 1
zremlich (tilgmm. 3ÄW und zwar in der Weift, daß dem Häudter stund e, Hindenburgfeier. statt. Hanptlehrer Storch dielt eiww)


