Ausgabe 
30.5.1916 Erstes Blatt
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^ovtanft:Hindenkmg bm Retter Ostpre,chenS-. Der übrige Ltzff brachte mufikcrkische Darbtetltngen.

81. B u tz b a ch., 30. Mai. Der Gefreite Christian Kemper im Jnf.-Rgt. Nr. 186 wnrde mit dem Eifernen Kreuz ausgezeichnet.

81. Manzenberg, 30. Mai. Dem evangelischen Pfarrer Leimbach von hier wurde die Pfarrstelle in Wahlen übertragen.

81. Ober-Rosbach, 30. Mai. Wegen vorsätzlicher Milch» f ä l s ch n n g wurde der Hofgutspächter Reh von hier vom Schöffen­gericht Franksirrt a. M. zu 800 Mark Geldstrafe verurteilt. Die Mädchen, welche die Fälschungen Vornahmen, erhielten je 100 Mk. Geldstrafe.

Starkenburg und Rheinhessen.

6. DÄrmftad>1, 30.Mai. 2Lm 2. rcnd 3 . Jimi findet in Dcrrmftadt die zweite Krie^stagung des Verbandes deutscher Kinderhorte statt. Da gevade dir Krregszeit dm großen Wert der Krnderhortarbeit uns täglich vo-r Äugen führt, und die Zeit nach dem Kriege an diesen Zweig der sozialen Arbeit noch große Anforderungen stellen wird, dürste diese Tagung in toeätait Kreisen lebhaftem Interesse begegnen. T-ie Än'liandttmgen finden im HotelZur Traube" (großer Saal) statt und sind öffent- lich. Anr Freitag wird G^eh.-Rot Prof. Ziehen-Wiesbaden über die Stellung des Kmderhvrtwesens im Gestmttorganismus der Jugendfürsorge sprechen. Die Verhandlungen am Scans tag be­grünen um 97 j> Uhr unb behandeln die Euwrdimng des Kinder- lwrtshstems in die Jtrgendfürsorge und die Durchführung in der Praxis, sowie die Ausbildamg von Hortnerinnen, Schulpffege- rinnen Und .Hekferrnnen. Da hier für die Zukunft tvohl ein großes Arbeitsgebiet auch für bezahlte Frauen fräste liegt, dürsten diese Themen besonders auch bernfsuchen.de Frauen berühren. Der Sams­tag Nachmittag bringt die überaus wichtigen Bestrebungen zum Schutze der 1214 jährigen Jungen und die Hortarbeit. Um 6 Uhr beschließt ein Bortrag von Stadtschulinspektor Linker- Frankfurt <l M. die Verhandlungen, i'lm Freitag werden den aus­wärtigen Gasten und Darmstckdter J^rteveffcnten die Darmstädter Horte, Schulgarten, Schulspeisungen, LLusstellungen von Hort- arbertm und gemeinnützige Dcrrmftüdter Anstalten zur Besichtigung offen sein und in Führungen gezeigt werden. Die Führungen beginnen vormittags 10 Uhr. Von 8 Uhr ab wird alle Aus­kunft im Bureau des Ortsausschusses, Hotel Traube, erteilt. Vorherige schriftliche Anfragen sind an Frau Karoline Balser, Darmstadt, Landskrvnstraßc 81, erbeten.

Wb. Darmstadt, 28. Mai. In dem Kriegs­gefangenenlager auf dem Truppenübungsplatz fand die Einweihung der vom Christlichen Verein jünger Männer in den Vereinigten Staaten gestifteten V e rsamm­ln n g s h a l l e in Gegenwart zahlreicher geladener Gäste und einer großen Anzahl von Kriegsgefangenen statt, die unter Musikbegleitung des Gesangenenorchesters in würdigster Form verlief. Universitätspro-fessvr Hall aus New Jork übergab den durch Lagerinsassen hergestellten Bau den von dem Jnpekteur der Gefangenenlager des 18. Zbrmeekorps, Generalleutnant Augustin, vertretenen Militärbehörden mit einer Rede, in bei er das Entgegenkommen der deut­schen Behörde hervorhob, worauf der Lagerkommandant Ge­neral Kosack die Schenkung mit warmen Dankesworten übernahm. Es folgte ein eingehender Rundgang durch das Lager. Die Feierlichkeit wurde mit Lichtbildervorführungen aus dem Lagerkeben beschlossen, denen gleichfalls Kriegs­gefangene in großer Zahl beiwohnten.

Kreis Wetzlar.

ra. Hörnsheim, 30. Mai. Gefreiter Ferdinand Engel H. wurde mit dem Eisernen Krery ausgezeichnet.

ra. Kölschhausen, 30. Mai. Als zehntes Opfer fiel aus unserem Dörfchen der Kanonier Ludw. Dörr.

ra. Ober rv< h, 30. Mat. Utüeroffiztec Sichrer y. Zimmer- m a n n, jetzt znm zweitennmle verwundet, wurde mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet.

Hessen-Nassau.

A R-odheim a. B., 30. Nim. Ein christliches Waldsost wird am Hrmmeffahrtstage, nachmittags von 3 Uhr ab, an der dicken Eiche bei Blasbach gefeiert werden. W werden sprechen Pfarrer Bechtvls heimer von Gießen iznb mehrere Geistliche der be­nachbarten Kirchspiele.

][ Marburg, 30. Mai. Nach den jetzt ejnlanfenden Mel­dungen haben die schweren Gewitter, die am Freitag abend und in der Nacht znm Sonnabend in der ganzen Umgebung tobten, strichweise Schaden angerichtet. In der .Kirchhainer Gegend wurden btt Niederungen überflutet, hier und da entstand auch Hagelschaden. ^ 5 n Weitershain bei Londorf brannte eine Scheune nieder, ebenso wurden dort zwei Pferde vom! Blitz getötet. In verschiedenen Ortnr wurde durch sogen. kalte Schläge Schaden augerichtet. Der Ge­witterregen, der ja den Saaten eigentlich nicht unerwünscht kam, hat letzt allgemeinen Landregen zur Folge. In den Landgernein- den des Kreises Marburg wurden fur Pillkallcn bis jetzt ins­gesamt etlva 4500 Mk. gesammelt. An der Spitze stehen die Ge­meinden des Ebsdorser Grundes Wittelsberg mit 569 Mk., Drei- hattjen mit 457 Mk. und Heskem mit 363 Mk. Außerdem sind noch eine Menge Möbel, Kleidungs- uud Wäschestücke usw. gesammielt worden. Die Grundsteinlegimg des hier zu errichtenden Jn- validenheimsfür Jäger und Schützen soll am dritten Pftngst- tag stattstnden.

§^?ukfurt ,a.M., 29. Mai. Heute früh spielte sich im Stadtteil Bockenheim eine blutige E i fe r su chu. stat ab. Der etwa 40jährige Arbeiter Friedrich Schmittt, Schlvßstt. 47a, gab aus seine Ehefrau mehrere Schüsse ab, von denen einer das Gesicht verletzte. Die Frau sand im Elisabethenkrankenhause Auf­nahme. Der Mann, der die Frau aus unbegründeter Eifersucht schon wiederholt mit Erschießen und Totschlag bedroht hat, ist seit der Tat verschwunden. Dem hiesigen Diakoni ssenHause sind in der letzten Zeit verschiedene namhafte Stiftungen zn- gewendet worden. Je 10 000 Mk. vermachten testamentarisch Fran Witwe Luise Hofmann geb. Albrecht mrd Frau Friederike Ko ch geb. von St. George. Der Privatmann Hermann Wagner überwies dem Hause einen nicht unbeträchtlichen Teil seines Ver­mögens. Fräulein Rose Livingstvn setzte den Tiatonissenverien durch sehr hohe Zuwendungen in die Lage, das von ihm gestiftete und gegründete Ncllinistift in unverminderter Weise sortsühren zu können. Außerdem stattete die Stifterin das Nellinihaus mit einer wertvollen Bücherei und zahlreichen Kunstwerken aus. Die Witwe des bekannten Historien- und Porträtmalers Otto Donner, Frau Helene Donner geb. von Richter, ist hochbetagt hie r gestorben.

Gedenket der GebArMgrspende fiir'z Me Ureuz"!

Briefkasten der Redaktion.

H. V. Rfterwrg 1b. Zur Aufklärung über die Anfertigurtg einer Kühlkiste wenden Sie sich am besten au den Gießener Haus- rauen-Verein, der hierüber schon Belehrungen erteilt hat.

Markte.

Gießen, 30. Mai. Marktbericht. Airs dem heutigen Wochenmarkte kostete: Butter das Pfd. 1,90-0,00. Hühnereier das Stück 20-00 Pfg., Käse das Stück 10-00 Psg., Käsentatte 1 Stück 30 Pfg., Kartoffeln der Zentner 5,70 bis 0,00 Mark, Milch das Liter 30 Pfg., Spinat 29-00 Pfg. das Pfd., Gelberüben 1015 Pfennig das Pfd., Rosenkohl 2530 Pfg. d. Pfd., rote Rüben 00 Pfg.,

Zwiebeln baS Wwb 50-00 Pfg., NM-

Blumenkohl 0000 Pfennig, Sellerie Id80 ^

Kopfsalat 6-10 Pfg., Spargel b0-70 Psg-

Kohl 10-16 Pfg. das Päckchen, Lm.ch 6-* Jggjg 7 hi j

Rhabarber 2000 Pfennig das Pfund. Mark z

l^llhr ._ _ _

Wettcraussichten in Lessen am Mittwoch, den 31. Mai im

Ziemlich heiter, trocken; etwas wärmer. __

Letzte 2 Iad?r*ditctt«

Die Haltung der dänischen Presse. . ^

Kopenhagen, M. Mai. (WTB. MchtanttlrÄ.) HedvMche Wolffmeldung betreffend die Zurückweisung ru\\ y , Lügen über die Zustände in d«en deutschen st« « neu lagern ist von der gesamten däupchen Prell e^nnr - nähme einer großen dänischen Zeittmg wtgQ'chnneg^ überhaupt von der dänischen Presse fast systemattph die <tr ^ d-entschen Mitteilungen im Gegensatz KU denen anderer nicht gebracht werden.

Verkchrsernschrankungen in Italien.

Lugano, 30. Mai. Wie ittilieMche Zerttmgeu mrEen> wird der Zugverkehr auf der Strecke Mailand--Ven eo^li für das Publikum nur bis zum Smuamcampauga bei Pescytera- rnit zwei Zügen täglich aufrähterl-alten. Strengstens verwten nr die Reise in die Provinzen Verona, Vicenza, Padua unv Benemg, und zioar gilt das Verbot nicht nur strr die Fahrt aus der Elsen­bahn sondeftt aucl) aus Automobilen und allen anderen Wagen. Schweizerisch'^ Blätter berichten, daß die vollftärrdige ^chLtepwrg der italiemsckwn Grenze bei Porlez-za und Ponte T" Einstellung des Dampferverkehrs mit Lugano in atternacyfter Zeit verfügt werden wird.

Die Kriegskosten Italiens.

Lugano, 30. Mai. Nach einer Zunnmncrrstellrmg des Na- tionalökortoTnen Einaudi intEvrriere della Sera", dve ank- den Veröffentlichungen des Schatzamtes beruht, betragen me Kriegskosten Italiens bis zum 30. Atwil 1916 7^0, Millionen Lire, wobei nur die Mel)rausgab«r in der ßir Heer und Adarine gegenüber derselben Periode im letzten Frledens- jahr 1913/14 und die 9Rehrausgcchen für die Kriegsvorberertmog- von August 1914 bis Ende Mai 1915 in Betracht gezogen sirrd. Die ersteren Mehrausgaben betrugen in den betreffenden 11 Monaten 5579 Millionen für das Heer und 323 Millionen für die Rcarlne. Tie Llnsgaben für die Kriegsvorbereittcngen betrugen 1616 Millüi- nen stir das Heer und 162 Millionen Lire für die Marine. In außerordentlichen -Einnahmen verschaffte sich das Schatzanrt im April durch dre Ausgabe von Schatzbonds 51,2 Millionen Lire- Einaudi befürwortet die vermehrte Ausgabe von Schatzbonds.

Die englische Transportnot.

K ö l n, 30. Mai. Nach derKölnischen Zeitung" hat, wie über London aus New Dork berichtet wird, Runciman bei dem Be­suche einer Schiffahrtswerft erklärt, daß der Mangel an Sch.iffsranm sehr bedenklich für England gewor­den' sei und daß in der nächsten Zeit energische Maßnahmen ge-', ttoffen werden müßten. Jedes vorn! Stapel gelaufene Schiss habss für England die gleiche Bedeutung wie eine gewonnene Schlacht. Wenn kein anders Mittel gesttnden werde, so wüttre man not-^ gedrungen , zu einem staatlichen Schiffahrtsmonopol für die Dauer des Krieges kommen, um die Volksernährung uud den Bestand von Heer und Flotte sicherzustellen.

Aüanschikai schwer erkrankt.

Berlin, 30. Mai. (Priv.-Tel.) DieVoffrsche Zeitung^^' meldet aus Amsterdam: Das japanffche BlattAshi" berichtet nachf derTimes" aus Peking: Jüansck>ikai ist <nn letzten Freibag? erkrankt. Sein Zustand ist so erifft, daß er nicht mehr sprechew kann. Es wird behauptet, daß er vergiftet wurde.

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