von Europa mit ferner Armee um Ludert, so färben die. Verbündeten 1 iwc Karte der Welt mit ilxreu Flotten und Armeen neu gezeichnet. Wir tömieu tue Blockade aufrecht erhalten und Teusichlands Ueber- see'taudet erdrrg'sein, sowie die deutict-eu Besitzungen se,tbalten. und dar' alles um einem geringeren Preis, als den, den Deutschland für dr- Behauptung Belgiens und des französischen Gebiets, das es letzt besiwr. halt, befahlen mich. Wir können uns keine bessere Let tion für den wahnsinnig .reMordenen Militarismus vorstellen, als daß er erfahren muh, das; alle seine auf Eroberung und 'liaub gc- richdeten Plane schließlich durch den von ihm übersehenen Faktor der Secherri chast rureitclt und in eine Niederlage verkehrt werden. Mer dir Flotte tm iwch nrehr als das, sie gibt uns Zeit, um neue Stpcitiräftc zur Niederwerfung der vorübergel)end siügnnck^l. Ar- nreen vorzubereiten. Wir müssen daraus achten, daß dieser Vorteil von uns ausgerrützt ivird. ^ ^
Daß die Entscheidmrg in diesem Kriege auf den Schlachtfeldern Europas fallen muß, hat unsere Regierung schon am Ausairg des Krieges gesagt.
Feiertsgsgefahren für die MunitionSlieserungen Englands.
London, 27. Mai. (WTB. Mchtamtlich) Lloyd George hatte im Mlllnttron.s'Ministerium eine Konferenz mit den Arbeitgebern vom Maschimmborr.Und Schiffbangewerbe vom Ciyde und Tyue>Bezrrk. Lloyd George wünscht zu erreichen, daßdie Arbeiter auf die P fingstferien verzichten, und sagte, daß die Osterfeiertage eine beklagenswerte Wirkung aus die Produktion der Nüuuitivn gehabt Hütten. Es sollten zwei bis drei Tage frei sein, aber tatsächlich mirri>e die ganze Woche nicht gearbeitet und die Fabrikation ging in beiden Wochen aus die Hälfte herunter. Gegentmirtig ist der Wunitionsb edar s sehr groß. Der Kamvf ist in einigen.Teilen s-chr heftig und wird auch an der britischen Front heißer und heißer. Feiertage seien undenkbar, da die VÄmitionslieferung darunter leiden würde. Wenn zwei oder drei Tage als alhgeminee Feiertage freigegeben würden, würde es uicmäglich, daß die Arbeiter pünktlich nach Ab- wLf der Frist Mr Mbeit kamen. Die Mrmitionsarbeiter nrüßten io viel Patriotismus baden, daß sie sich in den nächsten paar Monaten um ieden Preis besonders an- str engten Es handele sich dabei nicht allein um Mrmition, sondern auch uan Geschütze. Schwere Geschütze würden dringend verlangt, außerdem fehle es an Hunderten von Maschinengewehren.
London, 27. Mai. l'WTB. Nichtamtlich.) MeL-ung des Neuterschen Bureaus. Die Ar bei 1er führ er unterstützen die Forderung Lloyd Georges, daß die Munitionsarbeiter auf die Pfingstferren Verzicht«! solkn.
Ein englifcher Versuch, die spanische Neutralität zu brechen.
Bern, 28. Mai. (WTB. Nichtamtlich.) Der Madrider Vertreter des „Ech!^ de Paris" verzeichnet in der spanischen Hauptstadt umlausende Gerüchte, die er aber als falsch bezeichnet, wonach England die ausdrückliche Förderung, oder wie andere behaupten, eine einfache Anfrage wegen eines eventuellen Durchmarsches portugiesischer Truppen durch spanisches Gebiet nach Frankreich an die spanische Regierung gerichtet hätte.
Die Erfolge in Tirol.
Wien, 28. Mai. (WTB.) Der Kriegsberichterstatter des „Fremdenblattes" meldet: Bisher sind von den österreichisch-ungarischen Truppen über 250 Quadratkilometer italienischen Bodens besetzt worden. Versuche der Italiener, unsere Offensive aufzuhalten, sind erfolglos. Unsere Angriffssront gehl der Befestigungszone knapp der Befestigungszone, der italienischen Hauptstellung im Gebiet von Asiago und Arsiero.
Der italienische Bericht.
Rom, 27. Mai. .WTB.) Amtlicher Kriegsbericht vom Fr-eittrg: Jur Lagarmatal erlitt der Gegner, der sich auf seine wn- <Wämai Angriffe gegen unsere Linien zwischen dem Etsch- und Brandtal versteift, gestern einen neuen blutigen Mißerfolg. Nach
üblichen heftigen artilleristischen Vorbereitung warf der Feind dichte Ir.innteriemasfen pu Sturm aus die Cogni Zugna und den Ev! Bwle vor, die durch das genaue und ruhige Feuer unserer toteren Truppen vernichtet wurden. Zwischen dem Brcmd- tal Hub Pvftna K die Lage unverändert. ZrvischOr Posina und Mach rSumten unsere Truppen infolge heftiger Kvuzentriernng des feindlichen Artkllericheuers, nachdem sie einen Angriff abgeschlagen hatten, die vorgeschobene Stellung auf dem rechten Flügel unserer Lime bei Schlügen (Asiago). Der Gegner griff gestern unsere Sttkbm-gen östlich des Val d^Affa an. Der Kampf dauerte den ranzen Tag Äer mit roechseludem Erfolge an und war auch am Abend noch nicht abgeschlossen. Jur Sugvnatal griff der Feffrd in der Nacht zum 24. Mar mehrmals den Monte Civarone an, er wu rde jedoch beständig zurückgeschlagen und erlitt schwere Verluste.
Eine unserer aus Infanterie und Alpenjägern bestehenden fteUmsvcsi la&ic in glanzendem iKerrascherrdem Vorgehten den Gegner ' von den Mhängen unserer Stellungen am Ibritoi llst^r des Maso- baches. An der übrigen Front setzte die feindliche Artillerie ihr » -SvöhnKches zerstreutes K«er fort. Bersch irdene Leche Angriffe auf das obere Bocke-Tal, aus die Pvdgvrahiöhe und im Abschnitt des Monte San Michele näeseu wir zurück — FküEiche warfen Bomben ans Gaktrmw, Thiene und Latffcura, denen einige Perstseren zum Opfer fielen, auch wurde ein leichter Sachschadm «rgsüchtet Eines Mserer SavWMMschwader bombardierte die feindlichen Stell;Argen zwischen dem Tdrrackll und dem Val d'Bffa. Aus dem Karst zvxrng einer unserer Flieger ans der Höhe von Achämievica eine» feindliche» Drachen M schneller Landung.
(gez.) Cadorna.
Lu«t«no, 28. Mai. Bericht vom 27. Mai: 5 Uhr abeichs. i Gestern tot allgemeiuen uLverrmdertr Lage. Kleine feindliche An- griffe wurden abgeschlagen. Fm Val Molrni (Ledrotale), gegen Serravalle und gegen den Bvnlevaß (Lagarinatal) und im Abschnitt von Posina tmuden feindliche Kompagnien mit Maschmen- geroehren bimi; unser Feuer vernichtet. Auf der Hochebene von A s ia q e intensive Tätigkeit der feindlichen Artillerie, die auf dem Montt: Verena in -Aelllmg ist. Gestern dauerte der Kampf auf rm- ierer Linie östlich des AffatÄtes fort. Fm Su ga uo tal e z og c n ckichÄnsere Truppen am 25. Mai nachmittags in guter Ord- mung von der vorgeschobenen Stellung des Monte Eiva- -rone zurück Gestern früh griffen feiMiche Kolonnen unsere Linien östlich des Ealav^ntotales an. Unsere dapsereri Alpin: lstel- chm feen Ansturm aus und führten einen Gegenangriff aus, »vobei sie fldem Feinde sehr schwere Verluste zufügten und ihm etwa 100 Gefangene und 2 Maschinengewehre abnahmen. In der Zone des Monte Nero griff der Feind in der Nacht vom 25..zum 26. Mai ae&nrfatte unsere Gräben aus dem Vrsic an, wobei es ihm gelang, ifar «einen Augenblick darin Fuß zu fassen. Ms Verstärkungen ein- «tvafen, wurde der Feind nach einem erbitterten Ge<Mrangrisf voll- fftLudig zurückg^chlageu uud lleß, 40 (gefangene und 2 Maschinen- .gewehrc iu unseren Händen. Artillerieaktionen im Hoch-But und «hn Mscknitt von Plava.
Feindliche WaLs^erflugze uge warfen Bomben au toic Lagune von Grado ab, ohne daß es Opfer gab oder Sachscha totxi verursacht wurde. Eines unserer Geschwader bombardierte die feindlichen Pvoviantdepots in Körtschach im Gailtale und zerstörte s«. Cadorna.
brUq<trische Bericht.
Sofia, 28. Mai. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlicher Bericht twm 27 Mai. Heute drangen urffere im Strumagebiet ope- rirrenden Truppen aus ihren Stellungen vor. Sie besetzten den Sbdau^gang des Engpasses von Rüpel (?) sowie die anstoßenden Döh-u und westlich des Styrnraslusses.
Berlin. 29 Mai. Das „Berliner Tageblatt" erhält von hesvnower Tüte die Mitteilung, daß, die Drohung einer En- 'tcntc-s )caiirtt j.» Mca-zedonien em reiner SSIjiff
sei. Das in Saloniki versammelte Ententeheer l>ade 240000 Tiann betragen, hiervon seien 20 000 dliann krank, 40000 Mann für den Traindienst abgegangen. 30000 Ätann, meist Australier und dceu- seeländer, seien in le&tec Zeit nach Frankreich zurückbet ordert worden. Die Nachricht über die Bersamullung von 100 (XX) oder mehr Serben in Saloniki sei gleichfalls unwahr. Alles in allem leren nur 6000 Serben von Kvrsu nach Saloniki ab gegangen. In Korfu stünden heute noch 100 000 Serben, wovon aber nur 39 000 kampffähig seien.
Der türkische Bericht.
Kvnstantinopel, 27. Mai. (WTB.) Das Hauptguartier meldet:
An ber Iraksront keine Veränderung.
Arr der Kaukasus fron t unbedeutende örtliche Feuer- gesechte und Kämpfe zwischen Erkundigungsabteilungen.
Zwei Flugzeuge, die Sedd-ül-Bahr und die Meerenge überflogen, wurden durch das Feuer unserer/Geschütze in Richtung aus Jmbros verjagt. Unsere Artillerie beschoß in wirksamer Weise die seffMichm Fliegerschluppest auf der Insel Ke u st en und Ada, und die gedeckten Unterstände feindlicher Beobachtungsposten, die sich dort und aus der Insel Hekra befinden. Fast überall, wo unsere Geschosst einschlugen, brachen Brände ans. In den llnter- standerc kam es zu Explosionen.
Bon den übrigen Fronten ist nichts Wichtiges zu melden.
Daö serbische Heer.
Mailand. 27. Mai. (WTB. Nichtamtlich.)' Nach einer Meldung des „Seoolo" wird oie Verschiffung der Serben nach Saloniki, die olstre Zwischenfälle erfolgt ist, nächstens beendet sein. Das reorganisierte serbische Heer zählt danach 10 0000 Mann, wovon 50000 nicht mehr selddiensttauglich sind und hinter der Front arbeiten.
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Gallien i i.
'Paris, 27. Mai. (WTB.) Der frühere französische Kriegsminister General G-allieni ist heute früh ge- torben.
Ein russisches Kriegsernährungsamt.
Kopenhagen, 27. Mai. (WTB.) Das Pressebureau des russischen Ministeriums des Innern berichtet, daß der Rat im Ministerium des Jnneru, Kowalewski, zum Bevollmächtigten für die Lebensmittelangelegen- heiten für ganz Rußland ernarrnt worden ist. Er habe weitgehende Vollmachten erhalten.
Ein Brand in der Petersburger Admiralität.
Berlin, 29. kNai. In der Petersburger Admiralität brach, wie der „Berliner Lokalanzeiger" meldet, am Donnerstag mittag ein gefährliches G r o ß f e u e r aus. Der M a r i n e m i n i ft e r Grigorowitsch entkam mit knapper Not, indem er aus dem dritten Stock- werk sprang. Der Ministergehilfe M u r a d j e w erlitt schwere Brandwunden. Der Schaden sei außerordentlich bedeutend: unersetzliche Akten seien verloren gegangen. In der Gesellschaft spricht man von dem Racheakt eines sehr hach- tehenden Beamten.
Russische Bersprechnngerr bezüglich der Alandsinseln.
Kopenhagen, 28. Mai. (WTB. Nichtamtlich.) Die Petersburger Zeitungen veröffentlichen folgende von dem Pressebureau des Außenministeriums versandten Notizen:
In unseren diplomatischen Kreisen erhält mau die Ueberzeugung, daß nach dem Wortlaut der Antwort des chwedischen Ministers des Aeußern W a l len b e r g auf )ie Interpellation wegen Befestigung der Alands- ins eln und nach der Gutheißung dieser Antwort durch beide Kaminern diese Frage ihren akuten Charakter verloren habe. Gleichzeitig, versichern unsere gut unterrichteten diplomatischen Kreise, die demnächst beginnenden Verhandlungen wegen der Mandsinseln würden die Besorgnisse Schwedens noch mehr zerstreuen. Rußland werde Schweden gegenüber gerne die Bürgschaft dafür übernehmen, daß alle auf den Alandsinseln im Hinblick auf die Kriegsverhältnisse getroffenen Maßnahmen auch mich dem Kriege liquidiert werden. Ueberdies dürfte nach dem Kriege überhaupt die Frage wegen der Jxyelu im Interesse beider daran, interessierten Parteien neu erörtert werdem
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Schwierigkeiten Englands im Sudan.
London, 27. Mm. (WTB.) Das Kriegsamt meldet:
Ae Haltung das Sultans von Darfur gegenüber der Regierung das Sudans war in letzter Zeit unüefriedigerrd und urrgeberdtg gewesen. Fn den letzten Tagen des Monats Februar begann er an der Grenze Kordorfans bei Jeb-el-Elhella eine Streittnacht zusanrmen- zuziehen. Eine auZ Truppen aller Waffengattungen zusammengesetzte Abteilnng unter dem Oberst Kelly versammelte ftch in Nahud und besetzte Ende MürK NmshcmM und Ieb-elMhrKa. Fn der Folge rückte sie ans Abial vor, wo Borberettungen zu einem Vormarsch auf El Fasher, der Hascptsüidt Ali Dirmrs, getroffen NTurden. Am Id. Mai begann der Vormarsch. Der Bericht des Oberbefehlshabers vom 25. Mjai meldet, daß die Streitntacht Kellys den Feind nnt Erfolg schlug und El Fasher am 23. Mjai um 10 Uhr morgens besetzte. Das Gefecht verlies sotgenderumßeu: Der Hanptkampf er- eiguete sich in der Nähe des Dorfes, Benngdr, 12 Mellen nördlich der Hjauptstadt, wo der Feind 2000 bis 3000 Mann stark eine verschanzte StÄlung am Morgen des 12. Mai irate hatte. Das Kainel- reiterkorps veöanlaßte chn mit Erfolg, diese Stellung zu verlaffen: er griff dann unsere Truppen mit äußerster Schnelligkeit und Verzweiflung an. Der feindliche Angriff begegnete unserem vernichtenden Feuer. (W gebuvg nur wenigen, bis aus 10 Vards an unsere Jffrieu heranznkommrn. Unsere Truppen unternahmen eine» Gegenangriff und schlugen den Feind vollständig, dessen Verluste auf min-- bestens KXX) Mann geschätzt werden. Der Sultan von Ali Dinar floh, wie berichtet wiro, frühmorgens am 23. Mai mit einem kleinen Gefolge. Wir hatten 5 Tote und 23 Verwundete Vor dem Gefecht und während desselben führte ein Offizier vom Königlichen Fliegerkorps eine wichtige Erkundung durch. Es gelang ihm, mit Bonchen und Mttschinengewehcstner eine große feindliche Streitmacht aus Rettern und 2000 Mann Infanterie zu einem ungeordneten Rückzug zu zwingen. Der Offizier selbst wurde durch ein Geschoß am Oberschenkel verwundet, konnte aber nach Abial zurückkehren. Kriegszustand i« Irland.
L o ud o n, 27. Mai. Fn D u b l i n wurde heute bekannt gemacht, daß wegen der in gewissen Teilen Irlands noch immer andauernden Unzufriedenheit und Unruhen das Kriegs recht in ganz Irland bis auf weiteres in Kraft bleibt.
Der Zeekrieg.
Berlin, 29. Mai. @m (Gewährsmann der „Bosfffchen Zeitung" meldet aus London, daß dieFurchtvorderU-Boots- gefahr erneut gestiegen sei, so daß ein Teil der englischen Flotte ans dem Aermelkanal nach dent Mittelmeer beordert worden sei, um die englisch-französisck-en Transporte nach Saloniki und Aegypten zu beschützen. Ae Engländer benutzen jetzt vielfach für die Truppen- und Muntticmstransporte im Mtttelmeer griechische und spanische Dampfer.
London, 27. Mai. (WTB.) Lloyds Agentur meldet: Der britische Dampfer „El Argentino" (6806 Tonnen) und das italienische Segelschiff „Australia" (1586 Tonnen) sind in den Grund gebohrt worden.
London, 27. Mai. (WTB.) Lloyds Agentur meldet, daß der Dmnpfer „Herku les", dessen NatioualiW noch nicht feststeht, versegrLt maMu fft.
V ? r l tji. 28. Mai. WTB.) Ein deutsches Tauchboot l>at am Vormittag des 26. Mai vor der Themsemündnng den belgischen Leichter „V a l h a r d i n g" versenkt.
London, 28. Mai. .'WTB.) Lloyds meldet: Der ttallenyche Dampfer „Mora via" (3506 Tonnen) ist im Mittelmeer tor> p e d i e x t worden und gesunken.
Der neue Staatssekretär von Elsatz- Lothringen.
Berlin, 28. Mai. (WTB. Anrilich.) Der Kaiser uni König hat den Regierungspräsidenten Frhr. v. Tscham^ mer'unb Qnaritz in Breslau zum Stu<r ts sekretär für Elsaß-Lothringen, den Polizeipräsidenten öon Iagow in Berlin zum Regierungspräsidenten in Breslau, den Polizeipräsidenten v. Oppen in Breslau zum Polizei-- Präsidenten in Berlin und den Lcmdrcrt und Polizeidirektor v. Miguel in Saarbrücken zum Polizeipräsidenten in Breslau ernannt.
Aus dsm Reiche.
Berlin, 29. Mai. Zum Besuch des Kaisers, der Kaiserin und der Herzogin von B r a u n s ch w e i g bei den Austauschgefangenen des österreichisch-ungarischen Heeres am gestrigen Tage wird berichtet: Das Kaiser- paar wurde von dem fürstlichen Prior des Ordens der Malteser Graf Hardegg und dem Kommandanten des Lazarettzuges Gras Bodau empfangen und besuchte jeden einzelnen der Kranken an seiner Lagerstätte. Die Kaiserin überreichte jedem ein Bild des Kaisers mit dessen Namensunterschrift und ein Lorbeerreis. Der Kaiser unterhielt sich mit einzelnen von ihnen längere Zeit und ließ sich eingehende Schilde-« rungen ihrer Erlebnisse geben. Der Aufenthalt des Kaiserpaares in dem Lazarettzug dauerte fest zwei Stunden. Der Zug verließ abends 10 Uhr den Bahnhof. Der nächste längere Erholungsaufenthalt soll in Leitmeritz ftattfiichen.
Berlin, 27. Mai. (WTB. Amtlich.) Gestern nachmittag fand die erste B orstands si tzun g des neuen Krie gser nährun g s amtes statt. Zmn Vorstände gehören außer dem Präsidenten Balocki Unlerftaiatssekretar im Landwirtschastsministerium Freiherr v. Falbenhausen, der Ches des Feldeisenbahnwesens Generalmajor Gröner, der königlich bayerische Ministerialrat Edler v. Braun, Generalsekretär Stegerwald (Köln), Dr. Müller (Hamburg), Kommerzienrat Dr. M. Reusch (Gute Hoffnungshutte), Oberhausen) und Oberbürgermeister Dr. Dehne (Plauen). In der Sitzung wurde die Geschäftsordnung des neuen 9lmtes fest- gestellt und eine Reihe der dringendsten Fragen der Lebensmittelversorgung beraten. Insbesondere wurde die Frage der Ausfuhrverbote, wie sie in den verschiedenen Bundesstaaten mrd Landesstellen bestehen, besprochen und eine einheitliche Behandlung dieser Angelegenheit in Angriff genonimen. In den beiden nächsten Wochen lverden in umfangreicher Weise Verhandlungen mit Vertretern aus Kreisen der Landwirtschaft und Industrie, von Kvnsu- mentenorganisationen und vom Handel, mit den großen Städten stattsnll>en, um die Wünsche und Bedürfnisse der betreffenden Kreise lernten zu lernen. Eingehender wurde weiterhin die Frage der Massenernähruna in den großen Städten beraten. Am Dienstag der nächsten Woche wird der Vorstand erneut zusarrrmentreten.
Mü n chen, 28. Mai. (WTB. Mchtamtlich.) Fn den reichen Zimmern der Residenz empftng heute vormittag II1/4 M)r der König, der die kürzlich ihm vom Sultan verliehenen Auszeichnungen angelegt hatte, die türkische Parlamentsabordnuug und die f ie begleitenden Herren des Auswärtigen Amtes 'in einstündiger Audöenz. Der Mnig zog jeden der Gäste, die von dem türkisck)en Generalkonsul vorgestellt wurden, ins Gespräch. Die Türken wohnten alsdann der IParademusik von der Feldherrnhalle aus bei, dtlrch die türkische Nationalhymne und Hochrufe des Publikmns begrüßt.
München, 28. Mai. (WTB.) Ae türkischen Parlamentarier trafen heute vormittag um i^10 Uhr aus dem Bahnhof ein. Am Schlosse wurden sie vom türkischen Generalkonsul Kemmerich empfangen. Im Fürstenfalon be. grüßte alsdann Staatsrat v. Hirschberg die Gäste namens der bcryerisck-en Staatsregierung und die ebenfalls anwesenden Vertreter der Kammer der Abgeordneten und der städtischen Behördeir mit einer Ansprache, die mit einem Hoch auf den Sultan, sein tapferes Heer und das tapfere Heldenvolk der Osmanen schloß. Hieraus erwiderte der Vizepräsident der osmcmischen Kammer, Hussein Diahid Bey, in türkischer Sprache, wobei er den Wunsch ausdriickte für das weitere Gedeihen des Deutschen Reick)es und mit einem Hoch auf König Ludwig schloß. Am Schllrsje beider Reden spielten die Militärkapellen die entsprechenden Hymnen. Auf dem Wege n-ach dem tzrotel wurden die Gäste jubeltrd begrüßt.
Stuttgart, 28. Viai. (WTB.) Der Staatssekretär des Michskolonialamtes Dr. S 0 l f hat heute in Tübingen das feiner Vollendung entgegengehende 'Tropen-Genesungs- heim, sowie das dortige Deutsche Institut für ärztluhc Mission besichtigt. Er begibt sich morgen vormittag 9 Uhi 8 Minuten nach Frankfurt a. M.
Att» SS<rvt nnb Land
Gießen, 29. Mai 1916
Die Bedeutung der militärischen Borbereitung der Jugeud.
Nach AusbruL des Krieges hat das Krügsnttnisterffnn tm Zusammenarbeiten mit den Landes behörden eine Organffotwn für die milttärisckje Vorbereitung der Fugend geschaffen. Anch im Groß- herzagtum Hessen konnte diese Einrichtung so erstarken, daß ungefähr V 4 Fahr nach Gründung der ersten Fugendkompagnie im Großhcrzogtmn über 24 000 fange Leute in den FuNeudkompagnien vereinigt ivaren. Aese Zo-Hl hat im Laufe des Krieges beträchllich nachigelassew Die Gründe sind verschiedenartig; Viele Angelwrige der Jugend ko mpa gnien sind in das .Heer eingestellt worden, viele Führer wurden durch die mikitärische Emberusung der häufig mit ihrer Person eng verknüpften Tätigkeit in der mllttärischen Ju- gcnrdausbiwung entzogen, der Mangel an euvachsenkm Arbeitern stellte an die Arbeitskraft der Jugendlichen ganz besondeir Anforderungen, und endlich und nicht zuletzt hat die anfangs helle Begeisterung der Jugendlichen für die mllitärische Vorbereitung der Fugend nachgelassen. Gerade dieser letzte Umsbaud rechtfertigt es, ein Nöahnwort an die Jugend und an die Ettern zu richten:
Arr der militärischen Vorbereitung der Jugend wird jetzt über I1/2 Fahre gearbeitet. Eine große Anzahl junger Leute, die düse Älusbildung durchgemacht haben, sind, wie bereits erwähnt, in das Heer eingestellt worden. Die militärischen Stellen haben sich also ein Urteil über den Wert dieser Ausbildung bilden können, und wenn man heute an Eltern und junge Lehrte die Mahmnrg richtet, sich der militäriscki-en Vorbereitung anzuschliefen, so kann man dies tun, gestützt aus die Erfolge, die von der Heeresleitung beobachtet wurdm. Es handell sich nicht, wie oft gesagt wird, um eine Sob datenspielerei oder um ein inhaltloses diack-iahmen militärischer Lleuferlickftett, sondern um eine solvohl für das Heer wie für den betreffenden jungen Mamr hocheruste Sache. # Die Mnfterrmg der Jahresklasse 1917, die außerordentlich günstige Ergebnisse hatte, hat gezeigt, daß die inÄÄ VmbtteÜML der Jugeud hm


