Ausgabe 
29.5.1916 Erstes Blatt
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Mann körperlich ertüchtigt. Vielfache ArlerLenmMg aus bcw Feld unb von den Er satzttuppente ilen beweisen. daF die durch die militärisch? Vorbereitung gegangenen jungen Leute den Aus- «chbcn. die das Herr an sie stellt, ganz besonders gewachsen sind. Die körveriiche Ertüchtigung, die dem jungen Manne in der Ju- tzendkr-mpagnie wird, sckMt ihn gegen die Mnflüsse der Witterung, wacht ihn zäher beim Ertragen all der körperlichen und geistigen !,Anstrengung des Feldes, widerstaickssähiger gegen Krankheiten und vermittelt seinem jugendlichen :md gerade deshalb so empfänglichen /Gemüt die richtige Einschätzung des Zusammeuarbeitens Mer für «ein Ziel. Er mirb durch die militärische Vorbereitung erzogen zu raschen Entschlüssen, Mr Verwendung aller von der Natur gegeba- Iten Hilfsmittel, zur Ausnutzung des Geländes und zur verständnis­voll«.: Ausführung erhaltener Befehle. Das sind Eigenschaften, \nc int Kampfe häufig zu wertvollem Schutz, aber auch im späteren Ibürgerlichen Leben stets von Vorteil sein weiden. Von vielen Eltern wird diese weitgehende Bedeutung der militärischen Ausbildung >nicht richtig erkannt. Wie lder Schüler in der Schule nicht für die Schule, folgern für das Leben leritt, so ivird der jlunge Mann in der /Jugendkornpagnre nicht nur ft":r das Heer, sondern auch für das «ganze Leben zu einein förderlich! tüchttgen und geistig regsamen Mann erzogen. Wenn sich Eltern von Söhnen im Alter von 1620 Fahren diese Bedeutung der militärischen Vorbereitung «richtig überlegen, müssen sie zu dem Gedanken kommen, daß sie beiit Unrecht gegen ihr Kind begehen, wenn sie es von der Jugend- INompagnio fernhalden, wenn sie es nicht dazu veranlassen, sich Lhr anzuschlreßen. Der Beginn der besseren Jahreszeit, welche ^Turnübungen im Freien und Geländeübtmqen begünstigt, möge deshalb für Ettern und junge Leute der Anlaß sein, die militärische Vorbereitung so zu bewerten, wie sie es verdient und wie sie be­wertet rverden muH im Interesse des einen Zieles, das wir heute alle haben: der Größe und Starke.unseres Vaterlandes.

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** te t die Kinder. Fn der vergangenen Woche ^srnd wieder «einmal zwei Kinder im Alter von 4 und 8 Jahren jimrch die Straßenbahn verunglückt. In beiden Millen hatten «die WagetrsAhver nicht die geringste Schuld, im Gegenteil ttst durch'ihre Aufmerksamkeit ein größeres Unglück verhütet worden. Der vierjährige Bub spielte mit seinem ein Jahr Äteren Brüderchen crnf dem Bürgersteig noch abends um ft/38 Uhr an der Marburger Straße. Nachdem der ältere ßFunge kurz vor dem heranrollenden Wagen das Geleise Wettlaufen halte, wollte der kleine Bruder hinterher, wurde ^lber von dem Wagen gefaßt, kam zu Fall und mußte mit itzebrvchenem Arm und Bein in die Klinik gebracht werden. 8 )er andere Fall ereignete sich in der Nahe des Kirchen- chlatzes. Der achtjährige Knabe lies nnnrittelbar in den zu­fällig ohne Strom laufenden Magen hinein, slo daß dev KVagenfiihrer sofort halten konnte und das Kmd nur un­erhebliche Hantabschjürfnngen davontrng. Diese Unglücks­fälle lehren, daß die Eltern nicht oft genug den Kindern das Gefährliche der Straßenbahn vor Angen führen tonnen >Wor allen Dingen ist dies nötig in den Familien, die in der tee der Straßenzüge wohnen, welche von der Straßenbahn kbenntzt werden. Dann sollte man überhaupt auch dafür !>Sorge tragen, daß Kinder abends nicht mehr mif der »Straße herum! außen, 'um sie nicht nur vor dem Ueberfahren üdnrch die Straßenbahn, sondert: auch vor anderen Gefahren cher Straße zu behüten. Kncker gehören nun einmal früh­zeitig ins Bett.

** Ein wichtiges Mittel zNm T«:rchhalten der K)i e Hb est än de. Der durch dei: Krieg und die Trockenheit 'des Jahres 1915 hervorgerufeue Futtermangel hat zur Folge ge-^ «habt, daß das Stroh int weitesten Umfange für Futterzwecke Ver- - l Wendung finden nach. Dorfftreti, die sonst in strohknappen Jahren ^Ersatz bieten konnte, steht zurzeit nicht in hinreichender Menge lzur Verfügung, weil die Erzeugung wegen Mangels an Arbeits- skräften izurückgegangen war und die Heeresverwaltung außerordent­lich starke Anforderungen cm den Dorsstteuvorrat stellt. Wenn icmch für das bevorstehende Wirtschaftsjahr die Stellung einer die Erzeugung vor: Torfstreu siäierstellenden ZaU von Kriegsgefan­genen. an die Torswerke veranlaßt worden ist, vermag dies für die nächste Zukunft an dem bestehenden Streumangel nichts zu ändern. Durch die Benutzung von W aldprodu kten zur Weide und zur Gewinnung von Fickter kam: wesentlich zur Linderung des Futter­mangels beigetragen werden. Von den staatlicken Forstverwal- !tungen ist Waldstreu in: inertesten Umfange zur Verfügung gestellt ch»rden. Von anderen Waldbesitzern scheint dies aber zum Teil noch nicht in dem ioünschenswerten Umfange geschehen zu sein. Der Bundesrat hat deshalb durch Verordnung über Streu-, Heide- und Weidenutzung auf nicht landwirtschaftlich genutzten Grund­stücke:: vom 13. April d. I. die Besitzer von Forsten und .anderen nichtlandwirtschaftlich genutzten Grund­stücken auf Anordnung der höheren Verlvaltungsbehörde ver- «pflichwt, den von dieser benannten Personen, Gemeinden oder Kom- munalverbänden die Gewinnung von Stteumaterial jeder Art, von Heidoa ufwuchs zu Futterzwecken oder sonstige Futtermittel, ferner das Beweiden der Grundstücke mit Schwein«: :md Rindvieh und die Herrichtung der hierzu erforderlichen Hürden und Unter- kunftsräu:ne zu gestatten.

** Ein schönes Geburtstagsgeschenk hat einer unserer Mitbürger, ein edler Menschenfreund, seinem 13 jährigen Töchterchen in diesem Kriegsjahr gemacht. Er ^schenkte ihm ein Kriegsschwcsterchen von 14 Monaten, dessen Water im Kampf fürs Vaterland gefallen und dessen Mutter nicht lange darauf verstorben war.

** Silberne Hochzeit feierten am 27. d. M. Werkstätten- Vorsteher Rupert und Frau. Obwohl das Fest in aller Stille begangen werden sollte, ließen es sich feine Kollegen und Unter­gebenen nicht nehmen, dem Jubelpaare ihre herzlichsten Wünsche warzubringen. t

** Der Anbau von Sonnenblumen und Mohn. Der Kriegsausschuß für Oele und Fette macht darauf aufmerksam. daß die Aussaatzeit für S o n n e n blu m en u u d Mohn bereits v e r st r i ch e n ist. Weitere Bestellimgen auf Saat­gut sind deshalb zwecklos. Dan? dem lebhaften Widerhall, den der Aufing des Kriegsausschusses im ganzen deutschen Volke gesunde:: hat, sind die Bestellimgen von Saatgut aus allen deutschen Gauen « Zahlreich eingelaufen, daß bereits zu Beginn dies^.Monats über das gesamte Sonuenblumensaalgut verfügt war. D:e Abliefe­rung der Sonnenblumenernte regett ftck m einfacher und zwcckentftweckender Weise wie folgt: Jede Station aller deut­schen Eisenbahnverwaltungen nimmt Sonnenblumensamen gegen ein Erttgelt von 40 Pfennig für das Kilogramm entgegen. Möge dem ausgewendeten Eifer im Herbst durch eine reiche Ernte ern schürver Erfolg beschieden sein. ' , , r r .

*' Kaninchenzucht der Ei sen b a h n a n g e st e l l t en. film dem ministeriellen Wunsche, daß. die Eisenbahnbeckensteten d:e ^Kaninchenzucht irr größerem Umfange pflegen, ausgiebig nach- i-ukommen, ist jetzt die Einrichtung getroffen worden, daß ans den 'Stationen selbst größere Behälter erbaut werde::, die für die Kaninchenzucht bestimmt sind. /r .

** Warnung vor B u t t e r e r s a tz m i t t e l n. Es kann nicht eindringlich genug vor den in letzter Zeit wiederholt zun: «Verkauf gelangten Ersatzmitteln für Butter gewarnt werden. ^:e Können nicht nur Butter in: Nährwert in keiner Weise ersetzen, son- idenn werden auch zumeist zu einem so hohen Preise feilgeboten, daß dieser zu ihrem wirklichen Wert in gar keinem Verhältnis steht.

** Landwirtschaftliche <£r ut&arbeiten im Be- |£j f 7 e 1 8. Armeekorps. Nach einer Mitteilung der

Kafscler Landwirtschaftskammer hat das stellvertretende General- rcmmnaudo des 18. ArmjsekorpÄ in einer soeben erlassenen Verord- nuw; darm:f hingewiesen, daß die für die Frühjahrsbestellung ge- rropenen Be,ammung«r über Beurlaubung von Unteroffizieren und ..'cannschLften sinngemäß auch für die gesamten Erntearbeiten aufrecht erhalten bleiben. Ties gelte insbesondere für die Dauer des zu erteilenden Urlaubs und für das zur Behandlung der Ur- raittrogt vorgeschriebene Verfahren. Zugleich wird die schon früher ausgesprochene Bitte erinnert, mit allen Mitteln darauf hinzuwirken, daß nur wirklich begründete Urlaubs- ? 1 yy ^^tzlbiortet und weitergegebeu werden, da andern­falls die beteiligten Stellen, insbesondere diejenigen im Felde, nicht :n der Lage seien, den an sie gerichteten Anttägen auch nur an­nähernd zu «ttsprechen. Auch sei es zur sachgemäßen Behandlung .^^chlbsianttäge unerläßlich, daß die in Betracht kommenden Zivubehörden, insbesondere die Bürgermeistereien. Kreis- und Landratsümter eine bestimmte Urlanbsdauer beantragen. Als sehr zweckmäßig so wird in der Berordnmrg betont habe sich nach dem Berichte des landwirtschaftlichen Sachverstäickigen das stell­vertretende Generalkonunando des 18. Armeekorps die für die Früh­jahrsbestellung in den Bezirken einzelner Landratsämter gettoffene Enrrichtung bewährt, wonach zur gesamten Organisation der Feld­bestellung in den einzelnen Gemeinden drei Vertrauensmänner von dem Bürgermleister bezw. dem ^Landrat bestellt worden seien. Die Aufgabe dieser VerttauensMänner ^stehe darin, in erster Linie dafür zu sorgen, daß alle bebanungsfähigen Flächen b eb.ru t bezw. ordnungsgemäß abgeerutet werden, daß hierzu die Beurlaubutrg der erforderlichen Leute aber auch nur dieser beantragt und daß vor allem die gegenseitige Aushilfe bei den landwirtschaftlick-en Ar­beiten geregelt wird. Das stellverttetende Generalkommando des 18. Armeekorps gibt auch bei dieser Gelegenheit der berechtigten Erwartung Ansdruck, daß es dem einmütigen Zusammenarbeiten aller in Bettacht kommenden militärischen und zivilen Stellen ge­lingen werde, die für das Vaterland gerade in diesem Jahre be­sonders wichtigen Erntearbeiten zu einem glücklichen Abschluß zu bringen.

Landkreis Gießen.

-ü-. Allertshausen, 29. Mai. Aus unseren: Dorfe forderte der Krieg bis jetzt 2 Opfer. Es sind dies Musketier Friedrich H o r n: a n n und Ers.-Res. Adolf H i l l g ä r t n e r.

e. Röthges, 29. Mai. Der seit anfangs März im Felde stehende 20jährige Heinrich Langwasser von hier erhielt das Eiserne Kreuz 2. Klasse.

# Stockhausen, 27. Mai. Das Eiserne Kreuz erhielt Lehrer Karl Michel.

Kreis Büdingen.

E a l b a ch, 27. Mai. Die Hessische Tapserkeitsmedaille er­hielt der Sergeant B § h r. *

Kreis Lauterbach. * f

M. Herbstein, 29, Mai. In der Nacht von Freitag au Samstag wurde das laudwirtschastliche Anwesen des Eyrillus Tra ud hier bei einem im Vogelsberg niedergegangenen schweren Gewitter durch einen Blitzschlag eingeäschert. Das Vieh sowie der größte Teil deS Hausgerätes konnten durch das rasche Eingreifen der Bewohner gerettet werden.

-ü- Herbstein, 29. Mai. Die Erörterung einer wich­tigen Zeitfrage führte zu der am 25. d. M. hier abgehal­tenen amtlichen Lehrerkonferenz. Von zwei Rednern, Held­mann - Crainfeld und Mnller-Ober-Moos, lvnrde das nicht mrr für die Schule, sondern auch für die Mgemein- heit interessante Gebiet behandelt:Wie soll der Krieg unseren Unterricht in Geschichte und Erdkunde beeinflussen?" Als Gipfelpunkt drang die Forderung durch, daß das. was eben im Gedankenkreise der ganzen Welt steht, dem kindlichen Geiste unbedingt näher gebracht werden müsse. Für die uitterrichtliche Behandlung der Kriegsereignisse und Kriegsländer sei deshalb stets Sorge zu tragen.

4l Maar, 27. Mai. Zum Leutnant d. L. befördert wurde der Vizefeldwebel Lehrer Seng. Gleichzeitig erhielt er die Hessische Tapserkeitsmedaille.

Kreis Schotten.

Breungeshain. 27. Mai. Die Hessische Tapierkeits medaille erhielt der Unteroffizier Stein in: Jns.-Rgt. 17.

§ Herchenhain, 27. Mai. Gestern abend gegen 11 Uhr zog ein schweres Gewitter über unsere Gegend, begleitet von an haltenden: Blitz und Donner. Starke Regengüsse entluden sich und richteten vereinzelt Schaden an durch Fortschwemmen von Erde und Steinen. Durch Blitzschlag ist kein Schaden angerichlet worden.

6. Lauboch, 29. Mäi. Bon: Freitag auf Samstag nacht entluden sich in Lau back und Umgegend mehrere, stundenlang anhaltende, schwere Gewitter, welche von -einem ununterbrochen vierstündige:: Regen begleitet waren. Ter Blitz schlug mehrercmal ein, besonders in die elektrisch? Leitung, ohne jedoch- zu zünden oder sonstigen Schaden anzurichten, nur die elekttische Beleuch­tung erlitt einige Zeit eine Unterbrechung. In dem' benachbarten Orte Ruppertsburg siel ein sehr starker, wolkenbruchartiger Regen, svdaß alle Stvaßcn: überflutet wurden. Ebenso in Wetterfelb Fversnseen, Lardenbach. Stockhausen, Sbockbäuser-Hos, Flenftmgen imb- Mücke. In Lardenbach und ans dem Stockhäuser-Hof tvurdet: durch die Wasserftnten frisch geackerte und besteckte Kartoffel­äcker :nit den gesetzten Kartoffeln vollständig fortgeschwemmt, ebenso andere Aecker, die bereits mit Dickwurz besetzt waren. Am Bahnhof in Stock hau sei: ist an drei Stellen der hohe Rain an der Lahn abgerittscht, -ohne jedoch störend auf den Bahnbetrieb em-uwirkeu, denn die Eromasse ist im m:grenzeirden Wassergraben sitzen gebl:ebest. In Stockhausen ist ebenfalls hinter den: Getneiude brmrnen ein Stück von der hohen Böschung ins Rutschen gekommen Auf Mücke hat es so stark und- anhaltend geregnet, daß die Hof- reite des Zimmermanns Röhria vollständig im Wasser ftand. und er und seine Familie auf Hilfe aus Flensungen warten mußte, die ihu und sein Vieh rettete. Hofveite, Keller und Biehftälle wäre:: mit Wasser gefüllt. Die benachbarten Befvv-Hner eilten herbei, um dem sich stauenden Wasser Abzug zu ver­schaffen, damit Menschen und Vieh gerettet werden konnten Der Fahrweg zwischen dem Hause Röhng, Postschaffner Bend-er und der Wirtschaft Schumann war e:n See Unter dem prasselnden Regen wurden auch Kiesel bemerkt, jedoch hat man keinen besonderen Kieselschaden wahrgenommen, nur die Kornäcker liegen teilweise und stellenweise wie gewalzt da. Be: eintretetwem Sonnenschein und Wind wird sich das Korn größten­teils wieder aufrichten. Ein solch arges Unwetter hat se:t vielen Jahren unsere Umgegend nicht erlebt; selbst die älteste:: Leute wißen von so einem gewaltigen Naturereignis nichts zu melden.

A Sichenhausen, 27. Mai. Das Eiserne Kreuzerhielt der Unteroffizier Kalbfleisch im Nes.-Jnf.-Rgt. 223, Sohn des Großh. Försters Kalbfleisch.

Kreis Friedberg.

# Rockeuberg, 27. Mai. An: 11. ds. Mts. starb den Heldentod Lehrer Ludwig Pa bst, Leutnant d. Res., Ritter des Eisernen Kreuzes. Am 12. Januar 1916 wurde er verwundet und rückte nach seiner Genesung anfangs Mai aberinals ins Feld. Er trat am 1. September 1914 freiwillig zun: Heere ein.

Starkenburg und Rheinhessen.

F C. Mainz ° Momba ch, 29. Mai. Durch die Witterungs­verhältnisse begünstigt, wurde die S n l a t e r u t e in dieser Woche

beendet. Sie hatte un ganzen nur v:ec Wochen gedauert. Die Preise hielten sich bis zuletzt aus guter Höhe und die Ware fand flotten Absatz. Gegen die Vorjahre waren nur a /a der bebauten Flächen bestellt.

ch. Vom Rhein, 29. Mai. Die ZetttralbiMn:issron für die Rheinschifsah-rt war zu einer Sitzung in Mannheim zusammen- getteten, der die Vertteter bezw. Bevollmächtigtet: für die Rhein­schiffahrt der Staaten Bayern, Elsaß-Lothringen, Hessen, Baden, Preußen und der Niederlande anwohnten. Den Vorsitz hatte der Vertteter der Niederlande. Vor allem wurde über eine preußisäfe Anregung, eine Llonderimg des 8 25 der Rheinschiffahrts-Polize:- ordnung vorzunehnwn, damit für die Zukunft eine so lange und folgenschwere Sperrung des Binger Loch-Fahr­wassers vermieden tverden würde. Die Schiffahrt sei dirrch diese Sperrung sehr beeinttäcktigt worden. In langen Berl-andlungen vermochte man sich über diese 'Frage aber nicht zu einigen, lveshalb schließlich beschlossen wurde, diese Ängelegenhett Vertretern der Re­gierungen zur Erlediguim zu übertragen und dabei Vertteter der beteiligte:: Interessenten hinzuzirziehen. Ueber die Bemannung der Rhcinschiffe :m:rde ebenfalls verhandelt und schließlich Erleichte­rungen für die Strecke vom Niederrhein bis St. Goar den Säf-ifsern genehmigt. Anregungen zur Verbesserung der Trinkwasserversor-. gung der Rheinschiffe sollen in dem Sinne Erfolg haben, als für die großen Hastmplätze Wassertankboote eingeftihrt, für die kleineren Plätze Ventilbrunnet: am Ufer geschaffen lverdcn sollen. Die Ar beiten zur Verbesserung der Schiffahrtsverhältnisse auf dem Waal wurden beendet.

Hrffen-Nassau.

H M arburg, 29. Mai. Von heute an treten im hiesiger Kreise folgende Butterhöchstprcise in Kraft: Beim Verkaufe un mittelbar an Verbraucher in der Stadt Marburg für Süßrahm­butter aus Molkereien 2,50, für alle andere Butter 2,10, im Land­bezirke des Kreises für Süßrahmbutter aus Molkereien 2,40, für alle andere Butter 2,00, beim Verkaufe an die Gemeindceinkaufs stellen in: Landbezirke durch. Bicktererzeuger für Süßrahmbutter aus Molkereien 2,35, für alle andere Butter 1,85.

ra. B i e d e n k o p s, 28. Mai. Die S t a d t r e ch n u n g für 1914 ergab in Einnahmen 276 536,34 Mk., in Ausgaben 268 423,51 Mk.. mithin ein Ueberschuß von 8 112,83 Mk. Von diesen entfallen au das Wasserwerk 1 480,50 Mk., auf das Elektrizitätswerk 2 222,10 Mk Tie Einnahinereste betrugen 3 816,89 Mark.

ra. G r ä v e n w i e s b a ch , 28. Mai. Bürgermeister Delle hier hat der Gemeindevertretung erklärt, daß er sein Bürgermeister­gehalt während der Kriegsdauer den bedürftigen Krieger- f a n: i l i e n der Gemeinde zuweisen werde. Bürgermeister Belte hat selbst zwei Söhne im Felde.

si Ki r chhai n, 28. Mai. Für Kalbfleisch ist im hiesigen Kreise der Höchstpreis auf 1,80 Mk. und für Schweinefleisch auf 1,60 Mk. das Pfund erhöht worden. RtndslÄ>er darf nicht mehr als 1 Mk. das Pfund kosten.

ke. W i e s b a d e n , 29. Mai. Der Kreistag des Land­kreises bewilligte zur Bestreitung der gesetzgemäßen Leistungen an Familienunterstühungen für 1915 nachträglich 600 000 Mark und für 1916: 2,5 Millionen Mark, welche durch eine Anleihe aus­gebracht werden sollen.

st- A u s d e m T a u n u s , 28. Mai. Ueber der Gegend zwischen Sode:: und Bad Homburg v. d.5). entlud sich am Freitag abend ein folgenschweres Unwetter. Das von einem prasselnden Hagel­schlag begleitete etwa 45 Minuten währende Gewitter begann sein Zerstörungswerk in Soden. Hier setzten die riesigen Regenfluten die Ortsstraße:: in wenigen Augenblicken unter Wasser, verstopften die Kstnäle, überschwemmten die Gärten und Felder und ver­schlammten einige Kurbrunnen. Die taubeneigroßen Hagel stücke rissen die Früchte von den Bäumen. Der Hagel fiel so dicht, daß er Samstag früh noch an verschiedenen Stellen in dicken Scknchten lag. Am schlimmsten hat der hock>gelegene Ort Neuenhain gelitten. Die von den Höhen herabstürz enden Wassermengen gruben in den Aeckern und Wiesen tiefe Gräben. Vor Soden durchbrach die ^Flut die ihr im Wege stehenden Gartenmauern verschiedener Villen und riß sie weithin ein. In den Obsthainen riß der 5)agel einen großen Teil der jungen Früchte herab und knickte auch viele Bäume um. Ein Bild der Verwüstung bieten aber die bekannten Erdbeeranlagen Neuenhains. Was hier die Eisstücke nicht abschlugen, das richteten sie derart zu, daß die Haupttrute als verlöre:: gelten kann. Der Schaden läßt sich vorerst auch noch nicht annähernd übersehen, jedenfalls ist er außerordentlich l>och. Bei Mammolshain litten unter dem Wetter neben den Erdbeerd.ilturen auch die großen .Kirschenwälder. Auch in Cronberg darf die Hälfte der ge­samten in diesem Jahr sehr verheißungsvollen Erdbeerernte als vernichtet angesehen werde::. Fast alle der schon reisend«: Beeren sind, soweit sie der Hagel nicht abriß, angeschlagen und werden fleckig. Strichweise gingen auch die Aprikosen und Pfirsiche verloren. In Oberursel drangen die Wasserfluten in die Keller der tiefer gelegenen Hätiscr und zerstötten die hier lagernden Vor­räte. Von verheerender Wirkung war der Hagelschlag in Bad Hom­burg, wo ungezählte Fenster in Trümmer gi:wen: auch die schönen Glasn:älereien der katholisck>en Kirche in Kirdorf sielen dem Wetter ztcn: Opfer. Verhältnismäßig gering ist der Schaden, den das Un­wetter den Gettei de selber:: zuftigte. Die der Mainebme zu belegenen Gemarkungei: sind vom E^ewitter völlig verschont geblieben; ihnen wurde der Segen eines anhalte:ü)en durchdringenden Regens zuteil.

Amtlicher Wetterbericht.

Oeffentlicher Wetterdien st, Gießen. Wetteraussichten in Hessen am Dienstag, den 30. Mai 1916 Wechselnd bewölkt, meist trocken; tagsüber etwas wärmer.

Letzte Nachrichten.

Der neue reichsländische Staatssekretär.

Berlin, 29. Mai. DieBvssische Zcittmg" schreibt; Der neue Staatssekretär für Elsaß-Lvthring-en trnd Nachfolger des zum Reichsschatzsekretär ernannten Grafen von Röden: Frtzr. von Tschammern und Q::aritz ist am 26. Dezamber 1869 in Brunzclwaldau lRegierungsbezirk Liegnitz) geboren, worrde :m Fe­bruar 1897 Regiert:ngsassessor und wirr als solcher bei dem Land­ratsamt in Tarnowitz als Hilfsarbeiter tätig. Im September 1899 mit der Leitung des Lgnbratsamtes in Lüben beauftragt, wurde er dort in: Mai des folgenden Jahres zum Latchrat ernannt. Im Jahre 1906 kam er als Hilfsarbefter ins Finanzminflterium und wurde ein Jahr später zum Geheim«: Fmanzrat und vorttag-enden Rat im September 1910 zt:m Geheimen Oberfinanzvat ernannt. Seine Berufung zum Regierungspräsidentet: in Breslau erfolgte im Oktober 1911.

Die Pariser Geheimsitzungen.

Gens, 29. Atai. Uebernwrgen werden die Chefs der fran­zösischen Kammergruppen den Text der Bedingungen erfahren, unter denen Briand zur Abhaltung von Gehei m si tz:: n g e n bereit ist. Briand will in diesen Sitzungen nicht fviederholcn o^ec er­weitern, was er in dem HeervsicmAschuß über die Kampflage der Front bei Verdun bekannt gab oder bekannt zu geben vorhat. Aus den geheimen Sitzung«: sollen Ramien und Daten möglichst aus­geschaltet rverden. Alle posittven Reformanträge seien der Regie­rung zum Studium rechtzeittg zu übermitteln.

tilg. SM. Frinnn, Ortsgruppe Sieles

Unsere Mitglieder bitte ich, sich, soweit möglich, bei sder Reichsbuchwoche zu beteiligen. Bücher, Zeitschcisten und Geld wolle man an unser Mitglied Fräulein A. Kühne, Seltersweg 26, gesälligst bald einsenden, 'damit von seiten des Vereins eine Kriegsbücherei zu­sammengestellt werden kann. [^Dj Die Vorsitzende.

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