Mvntayy fette ent eme Krage: Döe «digWgar Siffem über die englische Staatsschuld liegen nvch nicht vor. Der gesamte mmrrnelle Betrag der Schuld habe am 31. März 2 140800 000 Pfund Sterling getragen., der Betrag der Schatzwechsel am 20. Mar 66 069 800 Pfund Sterling.
Ans der Budgetrede von Ascnrity ist nachOrtragen, daß die letzt zur Bewilligung stehenden 300 Millionen Pfund Sterling bei dem 'hitzigen Tempo der Veransgaüiuteg Uä Mitte der ersten August- Woche reiche» sollen.
Der Seekrieg.
§aag, 25. Mai. (WTB. Nichtamtlich.) Halbamtlich wird gemeldet, daß das holländische Ministerium des A^uß.ern durch den niederländischen Gesandten in Berlin der deutschen Regierung eine Protestnote über die Versenkung des Dampfers „Berkelstrve nt" gesandt hat. Der Text der Note wird dieser Tage in einem Ovangebuch veröffentlicht.
London, 26. Mini. (MZ7B. Nichtamtlich.) Lloyds Agentur meldet: Nach ltodj nicht bestätigten Berichten sind der französische Dampfer „St. Corentin" (216 Tonnen) und der italienffche Dampfer „Cagliari" (2322 Tonnen) versenkt worden Letzterer dtrrch einen Torpedo.
Bern, 26. Mai. (WTB. Nichtamtlich) Der italienffche Dampfer ,L e v a n z o" (3713 Tonnen) ist versenkt worden.
London, 26. Mai. (WTB. Nichtamtlich.) Lloyds meldet: Der italienische Dampfer „Ercole" (122 Tonnen) ist im Mittelmeer von einem U-Boot versenkt worden.
London, 26. Mai. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung des RLuterschen Bureaus. Der spanische Dampfer „Aurora" (2845 .Tonnen) wurde versenkt.
(Der spanffche Dampfer wird also woU Bamnoare an Bord gehabt haben.)
Drs dem Reiche.
Aus beut Hnuptansschuß des Reichstags.
l i n, 26. Mai. (WTB. Nichtamtlich.) In der heutigen Sitzung des Hauptausschusses des Reichstags wurde die Erörterung der Ernährungsfragen fortgesetzt. Es wurden Höchstpreise auch für Seefische gefordert. Staatssekretär Dr. Helfferich erklärte, er habe bei dem Aufbau des Arbeitssyftems der Zentraleinkaufsgesellschaft als Reichsschatzsekretär mitgewirkt. Das System scheine ihm richtig zu sein. Beim Getreideeinkauf in Rumänien hätte anfangs der Handel völlig freie Hand gehabt, sich aber trotz hoher Aufwendungen und Spesen um die Versorgung Deutschlands nur unzureichend betätigen können. Die Zentraleinkaufsgesellschast habe zweifellos eine wesentliche Besserung herbeigeftihrt. Die Valutafrage habe bei der Versorgung mit Lebensmitteln niemals eine 'Rolle gespielt und die Einfuhr von Lebensmitteln niemals behindert.
Das neugeschüffene Krtegsenrährungsamt Berlin, 26. Mai. (WTB. Amtlich.) Der Reichskanzler berief zum Präsidenten im nengefchaffenen Kriegsernäh- rungsamte den Oberpräsiden ten der Provinz Ostpreußen, Herrn v. Batocki. Außer Herrn v. Batocki wurden in den Vorstand des Kriegsernährungsamts berufen: der Chef des Kldeifenbahmoefens, Generattmsior Grüner, der Unterstaatssekretär im Ministerium für Landwirtschaft, Domänen und Forsten Freiherr v. Falken hausen, sowie der Ministerialrat im Königlich bayrischen Ministerium des Innern Edler v. Brann, ferner der Oberbürgermeister von Planen imtßZo-gtlarcd, Dr. Dahns , Kommerzrenrat Dr. ing. Memsch in Oberchmsen, Generalsekretär Stegerwald in Köln, Kommerzienrat und Generalkonsul Manasse in Stettin und endlich Herr August Mstller in Hamburg. Diesen Heroen, die den Vorstand bilden, wird im Kriegs- ernährungsamt eine Reihe von Referenten für die Arbeiten der lauseichen Geschäfte sowie ein Beirat beigeordnet weiden, wie dies in der Bekanntmachung des Reichs kanz- levs über die Errichtung des neuen Amtes vorgesehen ist. Die neuernannten Vorstandsmitglieder hieltet: eine vorläufige Besprechung ab. Dqs Kriegsernährungsamt wird seine Geschäfte am kommenden Montag aufnehmen.
nicht gar M schön gewesen wäve, den ttafirifcontteit zu ea> fr euen . Ich Hmdenburgs Name selbst wäre, meine ich, manchem Hans nicht so vertraut geworden, wenn nicht Kinderlippen von i^u gesungen und Kinderaugen ihm zugeleuchtet hatten. Wen haben nicht Kindergeschichten in all dreser Zeit im Innersten erfreut! Aber all das sproßt doch aus ttefer Seelenwurzel auf. Grane Sorge hat die Kindesseele noch nicht beschlichen; erst wenn das Ende nahe ist, tritt sie an heran. Ich wüßte aber nicht, daß Sorge besonders geeignet wäre, die Kraft in Herz und Hand zu mehren. Einfach, unverworren sind die Ziele, deneit die Kindesseele entgegenstrebt. Sie kann nicht mehr ttagen, als der kleine Kopf umfaßt. Aber an dies begrenzte Gniße glaubt und darauf hofft sie mit noch Ungebrochener Zn verficht. Der Vater draußen im Felde, und der Kaiser, und Htndenburg, die werden es" ja sicher schaffen. Ich wüßte aber nicht, daß urrser, der Erwachsenen, zersplittertes Denken und Wollen mit all feinem Wenn und Aber, immer am Scheidewege, immer voll Bedenkerr und verspäteter Weisheit, erne größere Gewähr zu Sieg und Frieden bietet, als dieser einfach-starke, unbeirrbare Krnderglaube.
Ich meine aber das in vollem Ernst. Die Völker bis heute, und ich denke, auch das deuffche Volk heute, habeni tu den Wettern der Weltgeschichte noch immer ewige Macht uch ewrgen Willen am Werk gesehen. Sie mögen sich diese ewige Macht gedacht haben, wie sie wollten, mögen in der Deutung wunderliche Wege und Irrwege gegangen fern, in Einem werden sie immer Recht behalten und wird die Wahrheit immer auf ihrer Seite bleiben. Sie glaubet:, daß Weltgeschichte kein sinnloses Spiel blinder Gewalten rst, sre vertrauen, daß in ihr auch in tieffter Nacht und wildestem Sturm sich Ziele durchsetzen, um die es sich lohnt zu leben und zu sterben, sie bescheiden sich aber, daß das Größte über menschliche Kraft und Weisheit immer hinauszieht::
Gott sitzt im Regimerrbe Und führet alles wohl!
Wie wird man rnhig in solchem Glauben, fest auch wtder alles Bangen dieser Tage in diesem guten den sichet: Gottvertrauen.... „Es sei denn, daß ihr werdet, wie die Kinder." q $
*
Berlin, 26. Mai. (WTB. Nichtamtlich.) Der Staatssekretär des Innern hat die Anfrage Nr. 27 des Abgeordneten Dr. Werner (Gießen) schriftlich wie folgt''beantwortet:
Auf die Anfrage Nr. 27 beehre ich mich zu erwidern, daß Verhandlungen darüber schweben, wie den Uebelständen in BeMg auf Zeitungsanzeigen über Angebote und Nachfragen von Lebensmitteln und sonstigen Gegenständen des täglichen Bedarfs im Groß- und Zwischenhandel begegnet werden kann. Es steht zu hoffen, daß die Verhandlungen in Kürze zur Beseitigung der Mißstände füfyxen werden.
Berlin, 26. Mai. (WTB.') Der Reichskanzler beabsichtigt, sich demnächst für einige Tage nach Süd deutschland zu begeben.
Arrs Stadt un6 £an£«
Gießen, 27. Mai 1916.
Sonntagsgedanken.
.... „Es sei denn, daß ihr werdet wie die Kinder"... DrA Wort Jesu hat die Kinder in die Weltgeschichte eingeführt. Es ist eine jener unscheinbaren Taten, die rrw- ermeßlrche Wirkungen nach sich ziehen. Wie kaut es wohl dazu? wie zu der Stimmung, aus der es geboren ist? Er 'kannte doch die Kinder, auch wo sie nicht sehr nachahmenswert erscheinen. Er schilderte sie, wie sie am Markte fitzen, sie haben sich verz-ankt, das Spiel sich gegenseitig verdorben: „wir haben euch geflötet und ihr habt nicht getanzt, wir haben einen Klagegesang angesttmmt und ihr habt nicht geweint." Der Mann des harten Lebenskampfes, der — auch er — um seittes Volkes Schicksal ringt, kann an irndtschem Eigensinn rmd Unverstand keinen Gefallen finden. Er geht seinen Weg mit reifer Weisheit, in männ- lrcher Ensichlossenheit. Und dennoch die Kinder! Aber ihm hat sich ja alle tiefste Anschauung von der ewigen Macht, die über chm und seinem Volke, über der Menschheit, über Hnnmel und Erde waltet, in den einen lieben Vaternamen ges'Mnnrelt: Gott, der himmlische Vater! Er reicht dem
k° n er hat auch für das verirrte
noch treue Vateran-i« offen. Wie faßt fich's sicher tvohueu ,n sicherer vut, trotzig kämpf« unter seiner FAHruno, ja
s^rben rn ftrnen Händen. „Cs sei denn, daß ichr werdet wre dte Kruder." ^
.. r ® § A. sehr viel von imfern Kindern die Rede in diesem Kriege. S« haben ja freilich recht kindisch qe° schölten, wenn chwenibie Siegesfederu verkürzt ivurden. Und es ist allerhand .Klage laut geworden über Marmel an Zucht und wüstes Wesen, das daher karu Aber sie haben wrrklich allerhand geleistet, und mit welcher Hinaebnua und ,rreude. Manch Schmeichelkätzchen hat noch ein &ob£ ftux£ für die Rerchsbank herausgcholt, das sonst wohl bis heute ,n gutem Gewahrsam geblieben wäre, ilnd immifcr Berges,«« hätte seine Liebesgabe nicht erhalten wenn's
Reichsbuchwoche 28. Mai bis 3. Juni.
Das Zentralkomitee der deutschen Vereine vom Roten Kreuz, Abt. 19, Gesamtausschuß zur Verteilung von Lesestoff Äus^ f " k £It veröffentlicht folg« irden
Die im Juni v. I. veranstaltete Kriegsbuchwoche hat einen reichen Ertrag gebracht, Das deutsche Volk hat freudig b . ie ^S^nhett benutzt, seine Opferwilligkcit zu zeigen. Etwa eine Million Bücher ist damals für die Krieger int Felde und m beit Sctjraretten zusammengekommen. Die allermeisten dieser Bücher waren verwendbar und nur ein geringer Teil erwies sich als ungeeignet. Allen, die bei dem wichtigen Werke nntgewirkt haben, sagen wir unseren wärmsten und aufrich tigsten Dank.
setzt sind di« damals geschenkten Bücher längst verteilt, ebenso vwle andere Bücher. Mit Stolz tonnen wir sagen, datz ,eit Beginn des Krieges im ganzen fast sechs Millionen Bücher und Hefte an Lazarette und Truppenteile verschickt worden ,rnd. Die Lazarette innerhalb der Grenzen des Reichs ftnd setzt im allgemeinen als befriedigt anzusehen. Auch die Schiffe der Kaiserlichen Marine, die Besatznirgen der Forts, die Landsturmer, welche Gefangene bewachen oder Eisen- bahnen und Brücken schützen, wurden nicht vergessen, und die planmäßige Versorgung der deusichen Kriegsgefangenen in Feindesland mit deusichen Büchern, die ihnen hochwillkommen find, ist in Angriff genommen. Immer dringender ist es aber geworden, den Truppen an den Fronten und in den EtlsiiPengebteten geeigneten Lesestoff zu verschaffen. Auch in dieser Richtung ist schon viel geschehen. Manche Truppenteile besitzen oeresis eigene kleine Büchereien. Zahlreiche Soldaten- herme s:nd eingerichtet worden, die einen Leseraum und zum Terl auch eine Ansleihebücherei haben.
Trotzdem hat das Verlangen nach Lesestoff nicht nach- gelanen, sondern wird sogar immer stärker. Für die Truppen ist guter Lesestoff fast ebenso notwendig wie die tägliche Nah- rung. Die Größe des Bedarfs ist nicht verwunderlich; denn für d:e Mtllionenheere s'nd auch Millionen von Büchern nottg. Große Mengen von Büchern und Zeitschriften sind übrigens im Laufe der Zeit aufgebraucht worden oder sonst während des Krieges zugrunde gegangen.
Da die Buchervorräte jetzt überall auf die Neige gehen, so wenden wir uns vertrauensvoll an das deutsche Volk mit der Bitte, uns nochmals mit einer Büchersammlung zu Hilfe zu kommen. Die Sammlung ist so gedacht, daß m der Woche vom 28. Mai bis 3. Juni d. I. Bücher für unsere Truppen in den durch ausgehängte Werbeblätter kenntlich gemachten Annahmestellen abgeliefert werden. Zahlreiche Buchhandlungen haben sich für diesen gemeinnützigen Zweck zur Verfügung gestellt: Von den Ortssammelstellen aus gelangen die gespendeten Bücher zu den Landes- und Provirtzial- Sammelstellen und werden von dort aus den aus dem gleichen Landesteile stammenden Trtippenteilen an der Front als Liebesgaben übersandt. — -Wer seine Gabe nicht aus dem häuslichen Büchervorrat entnehmen kann, kaufe ein Buch beim Buchhändler, der die Auswahl mit seinem Rate gern erleichtern wird. Wer nur wenig Geld ausgeben kann, bedenke, daß schon für den geringen Preis von 20 Pfennig etwas Geeignetes zu haben ist. Die Haupsiache ist aber nicht, daß einer viel gibt, sondern daß er es gerne und in der rechten Gesinnung tut. Wir sind überzeugt, daß auch diesmal das deutsche Volk unserem Ruf mit gebefreudigem Herzen folgen wird.
i •
Hausbesitzer- und Wohnnngsnot.
Vom Hausbesitzer-Verein nstrd uns grfdnicben:
Dte vor einiger Zeit im „Greßeiier Anzeiger" gebrachte Darstellung hat dte Hausbesitzer- und Wvhiiungsnvt zuteesfend ge- schildert. Dte darin beklagten schmierigen Verhältnisse bestehen aber nicht nur in Gießen, sondern sind in allen Städten Deutschlatids! anzutreffen. Deshalb haben sich die Reichsbehörden, einzelstaatlichen Körperschaften und Kommunalvettretnngen auch schon ernstlich mit der Frage befaßt, wie der inzwischen als wirklich vor- haiideii erkannten mißliche:: Lage des Hausbesitzes wirksam abgeholfen werden kann. Die Interessen des Hausbesitzes sind die Interessen der Allgemeinheit. Das Wohnen ist neben der Ernährrmg das wichtigste Lebei^bedürftns. Da die Gesamtheit des Volkes cmffs Wohnen angewiesen ist, gehen die Interessen des Benutzers! der Wohnstätte nrit frmerc ihres 'Eigentümers Hand in Hand Dazu fommsnt unzählige andere Beteiligte, dte Geldgeber, Hppotheken- lltterefsenten, Steuerbehörden, Geschäftsleute, .Hand-werker usw Sie alle ftnd unmittelbar oder mittelbar an der Lage des Haus^ befttzerstandes interessiert.
Neuerdings hat. man im preußischen Parlament und auch im Reichstag an vesichredenen Punkten an gesetzt, uni die schwteriqen ^agen M lösen, mit denen man sich bisher — das zeigt sich doch letzt deutlich ^ leider Mel zu wenig beschäftigt hatte und die man «ls nti ewiges Klagelied betrachtet hatte, das nur den Hmrsbesitz migehe und mcht einmal ernst zu nehmen sei. Be: näherem Züschen
überrascht dte Fälle der sich answerfenden Fragen und der Umfang der durch die Beziehungen zu vielen, wenn nicht fast den mtiftai Gebieten unseres Volkswirtschaftslebens verwickelten Aufgaben.
In Gießen hat man als eine Abschlagszahlung auf Abhilfe vor kurzem wieder dte Frage der Kanalgebühren angeschnitten. Der Hausbesitzer verein hat seinerzeit vor Einsührung der Kanal- gebühren auf's lebhafteste, bis' an die höchsten maßgebenden Stellen, sich dafür — leider vergeblich — eingesetzt, daß der der Allgenrern- hsit durch die Kanalisation zukomnumde Vorteil auch durch die allgemeine Steuer bezahlt werden müsse, wiewohl man nwßte, daß gerade der Hausbesitz desienige sei, der dann erst recht in der -Londerabgabe der dann noch Heeren Grundsteuer getroffen worden wäre. Aber man war der Ueberzengung, daß auch einmal der Tag kommen werde, an dem' der bis' heute bei der Grundsteuer immer noch nicht gestattete Schnldenabzug gesetzlich möglich sein werde, ßJr ^ cmrt bte Sonderabga.be der Grundsteuer auch bei der Konrmunglsteuer in einer allgemeinen Einkommen- und Vermögens- steuer^mit zum Ausdruck kommen würde.
^Die jetzige Zeft ist aber nicht geeignet, an der Frage der Kanal- gebuhren zu rühren. Der städttsche BoranschLag darf dadurch für oreses Rechnungsjahr, nicht um gestoßen werden.
Es ist kein Zwttf-el,^ daß, die Kanalgebühren Mr reichlich be- Eslen waren, daf^ sie sich bei der hohen Ainorttsatvon in etwa -.0 Zähren bis auf geringe Betriebsumlagen abtrogen, und daß dann mit einem Schlage der städtische Haushalt sich vvr erneii an- sehnlichieil Ausfall gestellt steht, daß anderseits gerade durch die Kanal gebühren dem städtischen Haushalt ein Ausgleich für allerhan d andere Zwecke und iwtleidende Gebiete entstanden war und daß dadurch vielleicht auch eine Erhöhung der städttscheu Steuer bisher wesentlich Mi wer hindert wurde. Ter Hausbesitz kann aber kein In- tcrejse daran haben, nur durch eine Herabsetzung der Am-orttsatrons- anote für länger hinaus noch mit dieser Abgabe bepackt zu bleiben, ^abei muß der Gefahr, daß etwa mit einer „Erleichterung" oder bald nach euter^ solchen das Gegenteil wieder in anderer Form durch Steuererhöhung eintritt, mit allen Mitteln begegnet werden, ^er Hausbesitz vertragt eine wettere Bekastnng nicht mehr.
Die jüngsten Reichstagsverhandlungen zeigen, wie ernst die Wohirungsfrage noch werden wird. Arrch »och hem Kriege w erde t: Maßnahmen notwendig sein, die eine Erhöhung der H p poth e kz insen hintan haItm sollen, da sotist unabsehbarer schaden die Folge wäre.
Wenn die Einsicht sich immer mehr durchsetzt, daß es nan mit Oer steuerlichen und sonstigen Belastung des Wohuuivgsweseus genug Ttt wenn andesieits für billigeres Hypothekengeld und Abgaben- erlcichterung gesorgt wird, und wenn endlich als Folge der jetzigen Vcremiachung aller Lebensverhältnffse dte Ansprüche an die Wohnungen in vernünftigen Grenzen gehalten werden (wobei man sich nur immer auch einmal in die Lage dessen, der dte AufwenÄungen befahlen muß, denken soll), dann können, wenn auch keine ftrgen- lreren, so doch einigermaßen erträgliche Zeiten für den Haüsbesitz kommen.
*
** Amtli.ch>e Personalnachrichten. Der Groß- he czo g hat am 24. Bsiii l. Js. dem Pfarrer Wilhelm Leim- bach zu Münzenberg die evangelische Pfarrstelle zu Wahlen und dem Pfarrer Wilhelm Vogel zu Fürseld die evcmgelffche Pfarr- stellezu Wonsheim überttagen. — In den Ruhestand versetzt ivurde E 2L Aprll der Lehrer an der Volksschule zu Grebenau, im Kreise Als seid, August Merz aus sein N-aclffuchen unter Anerkemrung seiner laugtährigen treuen Dienste vom 1. Juni 1016 ab. Gleich- zeitig wurde ihm das RitterÄeuz 2. Klasse des Verdienstordens Philipps -des Großmüttgen verliehen. — In den Ruhestand verletzt wurde am 10. Mar der Lehrer Augustin Otto zu Obetts- Hausen, Kreis Offenbach, auf sein Nachsu-chen wegen geschwächter Gesundheit mit Wirkung vom 1. Juni 1916 an.
A u s z e i ch n u n g. Fähnrich zur See Hans Metten- h e i m e r , Sohn des verstorbenen Kaufmanns Hermann Metten- hermer, ist das E i s e r n e K r e u z 2. Klaffe verliehen rvorden. — Obersignalgast Julius Baiser aus Gießen auf S. M. Schiff Rostock" wurde mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet.
** Auszeichnung. Feldwebelleutnant Karl Ritter aus Gießen, beim Landsturm - Infanterie - Ersatz - Bataillon XVHL 47. Fechenheim, wurde das,Ehrenzeichen für Kriegsfüsiorge" verliehen.
** Beförderung. Stabshornist Gefreiter Richard Goß von bier, Inhaber des Eisernen Kreuzes, wurde zum Unterofftzier befördert.
** Generalmajor z.D. Kurt von Dewitz, von 1899—1903 Kommandeur des hiesigen Jnf.-Regts. 116, ist am 12. April in Wiesbaden gestorben. Generalmajor v. Dewitz war ein vorbildlicher Soldät und Kamerad, der allgemein geachtet und beliebt war. Bis z-u seinem Tode behielt er ein reges Interesse für das hiesige Offizierkorps, dessen er auch in seinem Testamente mit einer größeren Stiftung gedachte.
** D ie Gießen er Freilichtbühne veranstaltet inorgen in -acht Tagen ihre erste Atiffichrung, und zwar wird Waller: st eins Lager in Szene gehen. Die Vorbereitungen sind von Herrn Karl R-otteck, dem früheren Mitglied unseres St^adttheaters in umsichtiger und fachmännischer Weise geleitet worden, uiid versprechen eine eindrucksvolle Aufftchrung. Wir verweisen auf die Anzeige in unserem heuti^gen Matte.
'** Der Verein der Fortschrittlichen Volkspartei veranstaltete am vergangenen Dienstag im „Großherzog von 5)siftn" einen Familienabcnd, bei dem der L-andesparteiseki)eiLr Redakteur Knhlma^n aus Darmstadt einet: Lichtbildervortrag über das Thema „Deutschland im Weltkrieg" hiell. Der Vottragende behandelte das Thema in anschaulicl>er Weise und unterstützte seine Ausführungen durch eine große Reihe vorzüglicher Bilder vm: allen Kriegsschauplätzen. Neben der kriegsgefchichlliäMr Seite des Themas, das durch reichliches Karten material erläutert wurde, erörterte Herr Kuhlmann eine Reihe kriegstechnifcher Kapitel, wie der „Mnen- und Schützengrabenkrieg", „die moderne Artillerie", „der Luftkrieg", „das Untesieebootswescn" usw-, so daß der ganze Umfang des mit allen Mitteln der modernw Technik durchgesührten Weltkrieges gut zur Darstellung kam. Der Redner erntete ft":r seine Darbietungen, die in der Mahnung — durch tteues Aushalten der Dahsimgebliebenen den militärffchen Steg unserer Triippen zu vervollständigen — ausklangen, lebhaften Beiall aller Amoefenden.
** Gieße ne r Hausfranen-Berein. Ws eine be- onders zeitgemäße Einrichtung verdient dte Kühlkiste, dte an die Stelle des Eisschrankes zu treten geeignet erscheint, gewertet zu werden. Ist doch ohnehin nicht jeder in der Lage, sich, einen Ete-.
' chrank lanzusckwffen,^ und selbst da, wo eine solche Einrichtung vorhandeil ist, scheut die Hausfrau leicht die Ausgabe::, die mit der Füllimg der oft recht gefräßigen Schräiike mit Eis verbimden sind — ganz abgesehen davon, daß die Beschaffimg vor: Eis infolge der Transpvrtschwierigkeiten mü> des Personalmangels in diesem Jahre von manckiertei Zufälligkeiten abhängig ist. Es toäre nun durchaus verfehlt, iverur die Hausfrai: bei der Sorge um BesclMffting von Nahrungsmitteln auf die Bereithaltung von Eis überhaupt verzichten wollte. Im Gegenteil darf in disiem Jahre auf die Möglichkeit der Kühlhaltung von Speisen toeinger derui je verzichtet werden. Es gilt vielmehr, iei>en Speiserest aufzubewahren und auch beim Eintrftt von Hitze brauchbar zu hatten; jegliches Ueberbleibsel der Mahlzeit muß. noch verwettet werden, und dazu ist es eben erforderlich, daß es durch geeignete Borttchtungeii vor den schädlichen Eftiflüssen der Hitze bewahtt werde. Kühl genossen, wirk«: außerdem bekanntlich dte verschiedensten Gewichte, z. B. Puddings, ebenso Getränke besonders erftischend. Die Küylkiste gestattet nun, ohne größeren Aufwand und ohne erhebliche Platzbeanspruchun g dte gleichen Zwecke, wie sie der Eisschrcurk erfüllt, zu erreidKn Dabei ist es nur nötig, ihr ztvei- oder dreimal wöchentlich bescheidene Mengen Eis ttnzuverleiben. Sie ÄMelt in ihrer Einrichtung der Kochkiste und kann von jedermann ohne Mühe selbst hergeftellt tverden. Ter Vorstand will den Mitgliedern des Mreins die'Kühlkiste im Gebrauch vorführen und Anleitung zu ihrer Hcrte'llung geben. Laut der heutigen Anzeige soll dies Moittag, den 29 Mai' nachmittags von 5 bis 8 Uhr in der Geschäftsstelle, Mäusburg b geschehen.
** Ein heftiges Gewitter mit starken Regengüssen machte gestern abend gegen 9 Mr der drückendem


