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Erster Blatt G
M. Zshrgang
Donnerstag, 4. Mai \9\ti
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General-Anzeiger für Oberhessen
ö c \ U 3 ö 0 C C i i : msnatl. 90 Pf., viertel-
jährb Mk. 2.65: durch Abhole- u. Zweigstellen monatl. 80 Pf.: burrfj die Post Mk. 2.15 viertel« jährl. ausschl. Bestell^ Zeilenpreis: lokal 15 Pf., ausw. 20 Pf. — Haupt« schriftleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für beit politischen Teil und das Feuilleton: Aug. Goetz; für Stadt und Land, Vermischtes und Ge-> richtsfaal: Fr. R.Zen;:
rrtaKrnrLnr« Md vertag der BrShi'schru Univ.-Such- und Steindrnckerei R. Lange. Schrrstleitung, Sefchäftrftelle und Druckerei: Schnkstr. 7. BechfsmiWn G^ß?,'
Ein neuer Entwurs über die allgemeine Wehrpflicht in England.
(WTB0 Großes Hauptquartier, 3. Mai. (Amtlich.)
KeftsiHrr Kriegsschauplatz.
Nördlich von Dirmude drangen deutsche Abteilungen im Anschluß an einen Feuerüberfall in die belgische Linie ein und nahmen einige Dutzend Leute gefangen.
In Gsgend Four de Paris (Argonnen) stießen unsere Patrouillen bis über den zweiten französischen Graben vor; sie brachten einige Gefangene zurück.
Beiderseits der Maas ist die Lage unverändert.
Oberleutnant Freiherr von Althaus schoß über dem baillettewalde sein 6. feindliches Flugzeug ab. Außerdem ist ein französisches Flugzeug im Luftkampf südlich des Werkes Thiamrconl zum Abfülrz gebracht. Zwei weitere sind durch untzre Abwehrgeschütze südlich des Talou-Wckens beim Gelöst Thimrmont, ein fünftes durch Maschinengewehrfeuer bei Hardonront heruntergeholt. Der Führer des letzteren ist tot, der Beobachter schwer verletzt.
OestlicherundBalkankriegsschauplatz.
Nichts Neues.
Oberste Heeresleitung.
Asquith, der leitende Minister Englands, besitzt eine rührende Unempfindlichkeit bei seinen vielen persönlichen Mißerfolgen. Immer wieder erhebt er sein vom Parlament geschlagenes und niedergedrücktes Haupt. Am 27. April hat er im Unterhause seinen Wehrpflichtkompromiß begraben müssen — und fünf Tage später holt er aus seiner Toga ein neues Gesetzmanuskript, das^r im Unterhaus mit stolzer Gebärde in die Höhe gehRlten hat. Die „ganze Angelegen^ soll „jetzt ein für allemal erledigt" wehren. Im einzelnen kennen wir die neue Vorlage nicht, aber Asquith hat Worte wie „allgemeine und direkte Wehrpflicht" gebraucht, und es herrscht kein Zweifel, daß die Engländer, aucb die zahlreichen stillen Gegner der jetzigen Regierung, angesichts des Ernstes der Lqg^ den pielbedachten Schritt zur allgemeinen Wehrpflicht, weil eben nichts anderes übrig bleibt, wirtlich zu tun gedenken. Es handelt sich, wie aus der neuesten Rede Äsquiths hervorgeht, in der Hauptsache um eine Auf- nmnterung der Bundesgenossen, die England immer noch ,rnit Vorwürfen überhäufen, daß es den Krieg nur mit seiner halben Kraft führe. Asquith verteidigte sein Land gegen solche Vorwürfe. Die englische Wehrmacht habe seit Kriegsbeginn fünf Millionen Mann überschritten, und da das Jnselreich .andere wichtige Kriegsaufgaben in der Seeherrschast und Finanzpolitik zu erfüllen habe, dürfe ein gewisses Maß der Rekrutierung nicht überschritten werden. Dennoch solle in der Wehrfrage das äußerst Mögliche geschehen. Eine gewisse Zähigkeit kann man Herrn Asquith nicht abstreiten. Aber er fußt dabei nur aus den anerkannten Charaktereigenschaften seiner Landsleute, die wir als erbitterte, gefährliche Gegner durchaus ernst zu nehmen haben. Es muß uns klar sein/ daß wir diesen Krieg nicht siegreich beenden können, ,wenn es uns nicht gelingt, England entscheidend zu treffen. Zwar werden aus einem englischen Gesetz über die allgemeine Dienstpflicht, nach den Angaben eines Londoner Blattes, höchstens 200 000 Mann mehr als Feinde gegen uns aufmarschieren, und Grund zu irgend welcher Beunruhigung liegt für uns nicht vor. Allein die Stimmung im englischen Parlament, die einen Asquith am Ruder läßt, weil sie keinen Riß im Innern den Augen der Welt bloßlegen will, spricht 'dafür, daß die Stunde zur Umkehr für unseren Hauptfeind noch nicht gekommen ist. Durfte doch Asquith in seiner Rede ! sogar sagen, er glaube, „daß die Lage der Alliierten zu Wasser und zu Laude niemals besser gewesen sei als im gegenwärtigen Augenblick". Das ist freilich angesichts der Katastrophe in Mesopotamien, der irischen Misere und vieler anderer „Fortschritte" eine Selbstbetäubung aller Urteilskraft: aber die Engländer dulden solche Aussprüche, weil sic eben, wie der unglückselige, mit Selbstanklagen aus dem Amt^. geschiedene Staatssekretär für Irland, Birrel, alles daransetzen wollen, um mit einem undurchdringlichen Schleier Englands Note zu bedecken. Daß jedoch Asquith den Mut fand, sich chrit Vitt und Wellington zu vergleichen, die zu ihrer Zeit gleichfalls der Kritik ihrer Landsleute ausgesetzt gewesen feien, ist ein starkes Stück! Asquith hatte wohl die Kritik seines Hauptgegners, der „Times", im Auge, die am 2. Mai folgende Sätze geschrieben hatte:
Die Ereignisse der verfloffenen Woche haben dem' Lande die Notwendigkeit einer Aeuderung in der Neuerung klar gemocht Das Vertrauen des Volkes in die Regierung hat kurz nacheinander dreimal einen ernsten Schlag bekommen. Iedn versteht, daß der Fall von Kut cl Amara hauptsächsich eine Folge der Unsicherheit und der Schwäche des Ministeriums ist, das ' überhaupt kein Verständnis hat, Krieg zu führen und nur einen Sieg verlangt, um die vorausgegangenen Fehler wieder zuzudecken. Kein Mensch zweifelt daran, daß der irische Aufstand eine unmittelbare Folge der Vernachlässigung der Regierung ist, und was das Fiasko der Rekrutierung betrifft, so ist das wohl der deutlichste Beweis dafür, wie wenig die letzte Ausflucht der Regierung, daß sie in Uebereinstimmnng nrit dem Volkswillen handle, Stich hält. Wenn wir jetzt schwach genug sind, nach all 'dem Bestehenden denselben Männern weiter zu erlauben, den Krieg auf dieselbe Weise weiterznsühren, dann wird er bis zum Ende eine unnötige und endlose Spielerei bleiben. Es ist nur eine Frage der Zeit, aber früher oder später werden wir das Opfer eines neuen Unglücks, möglicherweise eines. Unheils, das nicht wieder gut zu machen ist. Ein großer .Krieg kann nicht mit Erfolg geführt werden von einer Regierung, die aus 23 Köpfen besteht. Von diesem alten Schlendrian hat di? Regierimg sich nicht losmack-en können: ihre Mitglieder sitzen alle, sestgerostct in der Routine ihrer täglichen Bursauarbeit. Jede Acndcrung in der Lage findet die Regierung unvorbereitet.
Und nun der Vergleich mit Pitt und Wellington! Die Zähigkeit Asguith, der sich aus einer Tür herauswersen läßt und zur andern wieder ins Haus kommt, ist doch wohl von etwas anderer Art als diejenige Wellingtons, der im spanischen Feldzug zwar langsam und vorsichtig, aber doch nicht sprunghaft und plötzlichen Eingebungen folgend, seine Entschlüsse gefaßt hat. Vor der für die Engländer siegreichen Schlacht bei Salamanca hatte Wellington doch keine Blamage aufzuweisen, wie der Sportstreich in Mesopotamien es gewesen ist.
Der österreichisch-ungarische Tagesbericht.
Wien, 3. Mai. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: 3. Mai 1916.
R u s s i s ch e r K r i e g s s ch a u p l a tz.
Oestlich von Rarancze schoß ein österreichisch-ungarischer Kampfflieger ein feindliches Flugzeug ab. Sonst nichts von Bedeutung.
Italienischer Kriegsschauplatz.
Die Kämpfe im A d a m e l l o * Gebiet dauern fort. Bei Riva und im Raum des C o l di L a n a kam cs zu deftigen Artilleriekämpfeu. Ein italienischer Angriff auf die Rotwand-Spitze wurde abgewiesen.
Südöstlicher Kriegsschauplatz.
Ruhe.
Ter Stellvertreter des Ehefs des Generalstabs v. Höfer, Feldmarschalleutnant.
Asquith über die englische Wehrpflicht.
London, 2. Mai. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung des Reuter scheu Bureaus. Im Unterhau sc gab Premierminister Asauith eine Erklärung über die Rekrutierungs politik der Regierung und über andere Fragen ab. Er betonte, die Beratung über das Wehrpflicht gefetz der letzten Woche habe gezeigt, daß der Vorschlag der Regierung, die Rekrutierung nach und nach durckizuführen, die Gunst des Hauses gesunden habe. Er schlage daher^ vor, das Haus möge sich unverzüglich mit allen Seiten der Frage an Hand der einzigen Maßnahme beschäftigen, die ihm' morgen vorgelegt werden solle. Er betonte weiter, daß die gesamte Wehrmacht des Reiches zu Wasser und zu Lande seit Beginn des Krieges fünf Millionen Mann überschritten habe und daß die Austechterhalttmg der Seeherrschast durch die Flotte und die Handelsmarine, sowie die Finanzierung der Alliierten der britischen Rekrutterung Grenzen setze, die für die anderen kriegführenden Staaten kaum oder überhaupt nickt vorhanden seien. Die Zahl der Mannschaften, welche der vollständige Entwurf der Regierung zu gestehen wolle, werde die gegenwärtig verfügbare Anzahl derjenigen Männer umfassen, die aus der Industrie genommen werden könnten, ohne das Land zur Erfüllung seiner anderen Verantwort!ichkeiten unfähig zui machen. Diese Pflichten seien zu einer erfolgreichen Fortführung des Krieges ebenso wesentlich, wie die Aufrechterhaltung der zum Frontdienst festgesetzten Mannschaftszahl. Insbesondere die Erklärungen der Vertreter der Arbeiterpartei am 27. April hätten! die Negierung zu dem Glauben ermutigt, daß der allgemein?.' Wunsch bestehe, die ganze Angelegenheit ein für allemal zu erledigen. Er hoffe, daß der Entwurf zrr diesem Ziele führen werde. Asguith wandte sick dann gegen die Krittker der Regierung und erinnerte das Haus daran, daß Pitt und der Herzog von Wellington am Vorabend der Schlacht von Salamanca genau denselben Kritiken ansgesetzt gewesen seien. Seine Antwort an die Kritiker gehe dahin, daß, welche Irrlümcr und Fehler auch begangen worden seien, der Anteil des britischen Reiches an der gemeinsamen Sache der Alliierten beständig gewachsen sei und beständig von Monat zu Monat wachse. Auch glaube er, daß die Lage der Alliierten, zu Wasser und zu Lande niemals besser gewesen sei, als in dem gegenwärtigen Augenblick.
Rotterdam, 3. Mai. (WTB. Nichtamtlich.) Tie „D a i l y New s" glaubt, daß es möglich sein wird, mit Hilfe des neuen! Tienstpflickügesetzes noch 200 000 Mann auszubringen. Im übrigen glaubt das Blatt nicht, daß Asguith seine Feinde durch dieses äußerste Zugeständnis versöhnen wird. Tie Drenstpflichtbewcgung bezwecke nur, ihn und die Koalition in Verruf zu bringen. — Tie „Daily Chronicle" schreibt, cs sei noch zu früh, um feststellen zu können, wie die ^Neuerung ans die Stimmung der bürgerlichen Bevölkerung' hinsichtlich des Krieges wirken werde. Nur ein sehr oberflächlicher Beobachter könne in Abrede stellen, daß bereits ein Unterschied zu bemerken sei, und zwar in ungünstigem Sinne. Man könne aber jetzt, wo man einmal zum Zwang über gegangen sei, nicht mehr während des Krieges einen einmal eingesck-lagenen Weg verlassen, und das Beste, was man tun kö'.rne, sei, den Tienstzvxmg so gut und so logisch wie möglich du rchgu führen. Das Blatt ist mit dem Premierminister einer Meinung, daß durch die Einführung der Dienstpflicht die Streitfrage, welche hierüber bestand, aus der Welt geräumt iverden wird, glaubt aber nicht, daß die Angriffe auf die Regierung aufhören werden.
London, 3. Mai. (WTB.) Wie gemeldet wird, hat Asquith« im Unter Hause die Worte gebraucht: Allgemeiner und sofortiger Dien st zwang. Es herrsche einiger Zweifel über den genauen Charakter der Vorschläge, die morgen dem Unterhause vorgelegt werden sollen. Aber allgemein wird geglaubt, daß die Vorlage den ganzen am 25. April angedeuteten Regievungsplan enthält.
Der Aufstand in Irland.
Amsterdam, 3. Mai. (WTB.) Wie ein hiesiges Blatt aus London erfährt, schätzt der Korrespondent der -,Times" in Dublin die Anzahl der R e b e ll e n, die an dem Aufstand von Anbeginn teilnahmen, aus 500. Ihre Verluste seien schwer. Der gesamte Sach schade n , der durch Brände an Häusern ungerichtet worden sei, bettage mindestens 300000 Pfund Sterling. In der König
lichen Hibernian Akademh gingen fünf Gemälde englischer Maler Zugrunde. Die Rebellen hielten stand, solange sie noch im Besitzt des Postamtes ivaren. Sie nahmen drei brittsche Offiziere, zwei Unteroffiziere und fünf Soldaten gefangen. Als das Gebäude nickst: länger verteidigt werden konnte, und der Rebellenßührer Connolly ernstlich verwundet wurde, beschlossen die Rebellen, zu flüchten, und empfahlen auch ihren Gefangenen, die Flucht zu ergreifen, um ihr Leben zu retten. Zwei Unteroffiziere, sowie drei Soldaten sind unverletzt entkommen, während die Rebellen zu Dutzenden nieder- gesckosscn wurden.
London, 3. Mai. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung des Reu- terfchen Bureaus. Unterhaus. B i r r e l l hat d e m i s s i o n i e r t.
Birrell sagt über seinen Rückttitt, er habe die möglichen Erfolge der Sinn Feiner-Bnvegung unzuttessend eingeschätzt. Er habe zwar ihren Charakter, die Zahl ihrer Hilfen und der Otte, in denen dies? offenbare Treulosigkeit überwog, gewürdigt, aber er hätte sich die Möglichkeit solcher Vorfälle, wie sie stattgeftmden hätten, nicht vorgestellt. Er habe Asquith sein Rückttittsgesuch i überreicht, sobald der Aufstand nieder geworfen gewesen sei. Zuw Schlüsse sagte Birrell, seit Beginn des Krieges habe er es als feixt« höchste Pflicht angesehen, sich zu bemühen, Europa das Bild ungeteilter Einmütigkeit in Irland sehen z-u lassen. Um diese großk Ausgabe durchzuführen, habe er ein großes und schweres Risiko übernommen. Aber es sei auch viel erreicht worden, und die irischen Soldaten, die aus allen Kriegsschauplätzen kämpften, seien noch, immer die besten Vertreter ihres Laardes.
Du bl i n , 3. Mai. (WTB. Nichtamtlich.) Reuter meldet amtlich: Tie Zahl der Toten in den Spftälenr allein bettägt 188 wovon 65 Soldaten und 122 Aufständige und Zivilpersonen sind. Es wurden 179 Gebäude durch Feuer beschädigt ober zerstört.
London, 3. Mai? WTB. Nichtamtlich.) Unterhaus. Asquith teilte mit, daß drei der irischen Aufftändigen, nämlich Pearce, Clarke und Maedonagh. die die republikanische Proklamation unterzeichnet haben, vor ein Kriegsgericht gestellt, schuldig befunden und lMte früh erschossen wurden. Drei ander/ Ausständige wurden zu drei Jahren Gefängnis verurteilt.
Die Sommerzeit in England.
Rotterdam, 3. Mai. (WTB. Nichtamtlich.) Der „Rotter- damsche Courant" meldet aus London: Dem „Daily Telegraph" zufolge wird die Regierung demnächst ein Sommerzettges-etz ein- bringen. Andere Blätter berichten, daß eine derarttge Maßregel wenigstens ernstlich erwogen werde.
* * *
Tie Antwortnote an Amerika.
Berlin, 4. Mai. Ucoer die Antworttote an die amerikanische Regierung, die im Laufe des heutigen ^Nachmittags, spätestens morgen vormittag dem amerikanischen Botschafter Herrn Gevard übergeben und dann auch sofort der Oeffentlichkeit mttgeteilt tverden soll, sagt das „Berliner Tageblatt": Es waren zuletzt nur noch kleine stilistische Feinheiten notwendig, die heute erledigt sein dürften. Die Hoffnung auf eine stiedlickre Regelung habe zum mindesten keine Abschwächmrg -erfahren. —■ Die „VossischeZei- tung " schreibt, die Note sei ein sehr umfangreiches Schriftstück. Ter Reichskanzler und die anderen zu den Beratmrgen im Großen Hauptquartier zugezogenen Persönlichkeiten würden im Lause des heutigen Tages nach Berlin zurückkehren. Herr Gerard hrbe gestern abend denr Staatssekretär von Jagow einen Besuch ab^ gestattet.
Die englische Agitation in Griechenland.
Sofia, 3. Mai. <WTB.) „Kambana" erfährt, das eng* lische Balka nkom it e e in Dra ma und Serres entfalte unter der Bevölkerung eine lebhafte Tätigkett gegen die griechische Regierung. Es verbreite einen Aufruf, in dem die Bevölkerung aufgefordert wird, nicht mehr der griechischen Regierung zn verttauen und sich England anzuschließen. Der Aufruf macht viele Versprechungen, wie die Gewährung von Ernte-' Vorschüssen -an die Äau-ernschaft, und beschuldigt die Regierung des Abkommens mit Bulgarien, Serres abzutteten.^ Schließlich wird empfohlen, die gegenwärtigen Abgeordneten nicht anzuer- kenncn. Dadurch würde eine Regierungskrise hervorgerufen und die Rückkehr Veniselos hcrbeigesührt werden. Im Dorfe Mutafi wurde einer der Agitatoren, ein Engländer aus Malta, von der griechischen Polizei sestgenonrmen.
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Der türkische Bericht.
K o u st a n t i n o p e l, 3. Mai. (WTB. Nichtamllich? Aus dem Großen .Hauptquartier wird geirreldet: Einige feindlich, Schiffe erschienen in den Gewässern von Smyrna und N e k r' und beschossen einige Punkte an der Küste erfolglos. Von den anderen Fronten gingen Nackrichterr von Bedeutung nicht ein.
Ein türkisch-englischer Gefangenenaustausch.
London, 3. Mai. (WTB. Nichtamtlich.) Amtliche Meldung. Der tüvlisck.e .Befehlshaber in M e s o p o t a in ien hat darin ein- gewilligt, Townshend s Kranke und Verwundete gegen eine gleiche Zahl nmhamedanisch - t ürkischer Gefangener auszutauschen. Ein. Ho- spttalschiff und andere Schisse sirrd zur Abholung der Briten ab- gegangen.
Eine kleine britische Mteilung verließ Ab n scher am 29. April und traf in der Nachbarschaft auf eine stark befestigte feindliche Llbteikung: sie kehrte unbelästigt zurück. Ein britischer Offizier ist,getötet und ein eingeborener Soldat verwundet motben.
Die Alandsrage imschwedischen Parlament.
Stockholm, 3. Mai. (WTB. Nichtamtlich.) Reichstagsabgeordneter Professor Gustaf S t e f f e n hat gestern in der E r st e n schwedischen Kammer eine Interpellation wegen der Aland frage etti gebracht. Er stellt darin zunächst die Aufsehen erregenden Tatsachen der russischen Befestigungen auf der A l a n d i n s e l g r n p p e fest und erklärt: Llland muß immer als russische Brücke nach Schweden bettachtet werden, die sich gegen die vitalsten Teile unseres Landes wendet. Vom b'festigten Aland aus bel-errscht mau außerdem das Bottnische Meer. In der jetzigen Lage ist dieser Umstand der wichtigste als Voraussetzung für eine russisch-englische Operation gegen Nordsiandmavien, teils um eine freie Verbindung, teils um ein militärisches Zusammenarbeiten zu erreichen. Tie Befestigungen aus Aland sind so angebracht, daß sie offensiven Zwecken dienen. Ihre Lage läßt keinen


