fcritfo cc wirken. Die Latscchje ergibt sich draAißh mrs den Anzeigen spalten jeder Tageszeitung, daß das Angebot an leerstehenden Wohnungen reclu erheblich ist und die Nachfrage weit übersteigt. Es kommt aber hier gerade sehr auf die Art der Wohnungen an und auf die richtige Einschätzung des Bedarfs an solchen Wohnungen. (^Gedankenlosigkeit und Schablone führen zu Zeiten einen Ueberfluß ganz bestimmter Arten herbei, so daß wir einen Teil des Mietaussalls jener Fehlerquelle ausbürden dürfen, die sich der 'Hausbesitz selbst zuzuschreiben hat. Es wäre auch ein Fehler, nach dem Einzelsall und angesichts besonders ungünstiger Jahre zu urteilen. Me Lebensdauer des Besitzes ist mit in Reck>- nung zu stellen, da wir ja mit möglichst beständigen Zahlen rechnen sollten, die ständig in Ansatz gebracht werden. Immerhin wird man den besonderen Verhältnissen Rechnung tragen und Sviel- raum lassen Wir dürfen daher dieser! Ausfall je nach der Kategorie auf Vio bis 3 /,o % der Werttaxe bemessen. Im übrigen zeugt das Angichot der leerstehenden Wohnungen, daß von einer absoluten Wohnungsnot keine Rede sein kann: man benennt mit diesem Wort Tatsachen, die vielfach ganz andere Gründe haben — davon war schon dre Rede.
7. Hiernebeu kommen eine Reihe von Hcrusbesitzerlasten zum Ansatz, die man im Laufe der Zeiten dem .Hausbesitz als einem leicht zu ergreifenden Objekt aufgebürdet hat: Wassergeld, Kanal- gebühren, Schornsteinfegergebühren und Grundsteuern! Auch sonst hat der ß^esetzgebcr den „leistungsfähigen" Hausbesitz belastet — ich will hier nur noch dve Haftpflicht des Hausbesitzers für Be- Lnchtnng der Eingänge, Treppen usw. und anderes mehr erwäh- wm. Durch Versicherungen, wozu denn auch die obligatorische Brandversicki-erung gehört, erwächst ein weiterer Posten, der ebenfalls auf die Ansgabenseite der Hausrechnung gehört. Was hier -nfammengefastt ist, l)at zum Teil doch sehr verschiedenen Charakter: cs sei aber Per zusammengestellt, weil es sich um Ausgaben handelt, die ganz unabhängig von der Wirtschaftsführung des Hausbesitzers sind.
a) Am ehesten abwälz bar ist das Wasfergeld. Und doch ist die Ausbürdimg dem Hausbesitzer gegenüber und auch sonst ein schweres Unrecht. So lgut man jedem Mieter einen Gas- oder elektrischen Lichtmesser setzen kann, so gut sollte man ihm auch einen Wassermesser setzen und ihn seinen Eigenverbrauch bezahlen lassen. Ter rücksichtslose Mieter schädigt den Hauswirt und seine Mitbewohner, indem er seinen Wein unter der stundenlang offenen Leitung kühlt oder seiner Photoliebhaberei die Zügel schreßen läßt und „wässert"^ ir. v. a. m.
d) Mit Kanalgebühven und Schornsternfogerg^dern bezahlt der Hauswirt für die Mieter und deren Bedürfnisse; auch hier wäre eine Mietsteuer auf die Mieter weit gerechter, wenn man nicht bei Kanal gebühren das öffentliche Interesse in den Vordergrund stellar und diese Kosten durch die Gemeindesteuer aufbringen will.
ch Me Grundsteuern stammen offensichtlich noch ans den Zeiten, wo man in roher Weise das fundierte Einkommen zu erfassen suchte und wo vielleicht in der Tat noch gewisse Aufweichungen der Städte in erster Linie geeignet waren, den Wert des Grundbesitzes zu steigern. So ssnd sie, wie die Wertzuwachsisteuer ein ganz verfehltes Mittel, weil man zur rechten Zeit die Bodenreform verpaßt hat, Imr fcic wir doch nicht herum kommen werden. Nur wird sie jetzt immer se^vieriger. Aber die Grundsteuer ist doppelt ungerecht, da sie ennnal den Grundwert ohne Schuldenabzng trifft, zum andern eine Doppelbesteuerung des Vermögens darstellt, der alle die entgehen, die ihr Vermögen in Staatsren^n oder sonst in Wertpapieren anlegen. Man sucht vergebens nach einer stichhaltigen Begründung für die Ungerechtigkeit. Indessen, solange sie besteht, ist sie von Einfluß auf die Hausverwalttchigs- rechmnng und beeinflußt den Mietpreis.
d) Auch Brandversscherung und andere Versicherungen müssen selbstverständlich als laufenoe Lasten ihre Deckung aus der Miete flicken. # .
Bestimmte allgemeine Prozentzahlen im Verhältnis zum Taxwert lassen sich hier für a—d zusammen wohl nicht angeben; das ist auch rnckt nötig, weil diese Ausgaben positiv feststehen, aber von Faktoren abhängcn. die nicht in bestimmter Abhängigkeit vom Taxwert stehen. Alles zusammen wird immerhin mit 7- bis,^4 °/o der Werttaxe zu rechnen sein. Die Llngaben dieser Verhältnissätze gründen sich auf ein ziemlich reiches Material, machen aber nur Anspruch aus ungefähre Richtigkeit. Ganz zuverlässige Zahlen könnten wohl rrur mit amtlicher Unterstützung ermittelt werden.. Diese Ausgabe an einem unbckingt zureichendeil Material sollte möglichst bald gcülcklich bearbeitet werden.
(Schluß folgt.)
A«s Stadt «nd Land.
Bietzen, 3. Mai 1316.
Zur Modefrage.
Der Modebund, Sitz Frankfurt a. M., hat, wie die „Kölnische Z-eitmrg^' schreibt, ^ in der kurzen Zeit seines Bestehens bereits den Beweis erbracht, daß die deutsche Bekleidungsindustrie gewillt ist, selbst unter den schwierigsten Verhältnissen durch gemeinsame Arbeit aller beteiligten Faktoren eine Verbesserung ihres Könnens, eine größere Selbständigkeit und weitere Absatzmöglichkeiten zu erringen. Wie groß das Interesse ist, das in. weitesten Kreisen den ernsten Bestrebungen des Mode- bundes: zu helfen und zu vermitteln, entgegengebracht wird, bezeugt die sich täglich nvchrende Liste seiner Ehrenmitglieder, unter denen sich die Königin von Württemberg, die Kronprinzessin, die Groß her zog in von Hessen, die Großherzoginnen Hilda und Luise von Baden, die Herzogin Viktoria Luise zu Braunschweig, die Herzogin Charlotte von Sachsen-Meiningen, die Prinzessinnen Max von Baden, August Wilhelm von Preußen, Fmedrich Karl von Hessen eintrugen. Der ernsten Zeit entsprechend klingt das Verlangen der deutschen Frauen nach einer einfachen, würdigen Kleidung. Künstler und Modo schaffende Firmen müssen es deshalb als Ehrenpflicht betrachten, darin Vorbildliches für die kommende Wintermode zu ersinnen. Der Modebund, Sitz Franksttrl a. M., schreibt daher in den nächsten Tagen einen Wettbewerb zur Erlangung von Entwürfen neuer Kleid- und Hutformen Unter deutschen Modekünstlern, Modegeschäften und Fabrikanten, Malern und Zeichnern ans. Die Bedingungen, Presse und Namen der Preisrichter werden bis Anfang Mcn veröffentlicht, doch dürfen wir heute schon verraten, daß mehrere der obengenannten Ehrenmitglieder dem Preisrichterkollegium beigetreten stick. Auch die Hauptbedingung svwo'hlt Ar die Serie I: fertiges Kleid, wie II: Entwürfe (Zeichnungen) wird unsere deutsche Frauenwelt interessieren: gefordert wird nämlich „ein Modell, das allen Ansprüche n au f St o j s s p a r sam k e i t en t s p r i cht, s o- weit es sich mit einer einfachen, tragbaren Form vereinen läßt". ^
" Amtliche Personal Nachrichten. Der Großherz o fl hat am 19. April dem Bürgermeister und Ortsgerichts- Vorsleher Rinn er in Gernsheim, Kreis Groß-Gerau, das All- gen'.eine Ehrenzeichen mit der Inschrift „Für langjährige treue Dienste" am Band des Philippsordens verliehen.
“ Auszeich n unge n. Leutnant d. R. Neurath un Jnf.- Leib-Regt. 117, fomnt. zum Landw.-Jnf.-Regt. 349, erhielt das Eiserne Kreuz 2. Klasse. — Dem Unteroffizier Ernst Fleck denn Reserve-Fußartillerie-Negiment Nr. 3 wurde das Eiserne Kreuz 2. Klasse verliehen. Fleck ist schon seit einem Jahr Inhaber der Hessischen Tapferteitsmedaille. — Dem Musketier Will). F l e ct vom Jnianterie-Regiinent 17 wurde zu gleicher Zeit die Hessische Tapjer- teitsmedallle verliehen. — Feldmfterarzt Helmut Haupt erwarb sich das Hessische Sanitätskreuz aih Kriegsbande und das Eiserne Kreuz 2. Klasse. _ .
Gießener HauSfrauen > Beretn. Donnerstag, den 4. Mai, abends ÖA Uhr, spricht in der Mitgliederversammlung des
Gießener Hausfrauen-Verems Lazarettpsarrer Keller über „Heer und Heimat, Erinnerungen und Ermahnungen". Herr Keller slanv 17 Atonale als Sanitätsnnterosfizier und Lazarettpfarrer im Felde und ist zurzeit als Lazarettpsarrer in Bad-Nauheim tätig.
** Von der Ersrischungsstelle des Roten Kreuzes am Bahnhof wurden im Monat April 17 742 durchreisende Soldaten, darunter 1177 Verwundete erfrischt. Die Sanitätskolonne hat 668 Verwnndeten-Transporte ansgesührt und in 177 Fällen sonstige Lilie geleistet.
** Die hessische Lazarettzeitung Nr. 19 enthält in ihrem allgemeinen Teil eine Erzählung von 9lugust Gottlob Aöeißner. Der geistliche Herr und der Telinguent, einen weiteren Beitrag zu dem Preisausschreiben: „Ist der Verwundeten-Unter- richit den Kriegsbeschädigten von nutzen?" Einiges von den Tann- städter Verwundeten-Werrstätten für Hrflzarbeiter, ein Mertblatt des Bundes der technisch-industriellen Beanrten über die Verwendungsmöglichkeit Kriegsbeschädigter im technischen Beruf (Metall-, Masckftnen-, Elektrizitätsindustrie), ferner Aroeitsmarkt, Lazarett-Beratung mck Rätsel-Ecke. Die Gießen er Beilage enthält folgende Beiträge: „Der Wille siegt", Gedicht von Reinhold Braun, Unsere Kraft von Reinhold Strecker, Die Schlacht bei Hanau 30.—31. Oktober 1813 von H. Berger, Tie Beschäftigung unserer Verwundeten, Das Greßener Soldatenheim, Verwundetem Unterrrcht, sowie sonstige Ankmrdigungen.
** Bestandsanmeldung beschlagnahmter Metalle. Obgleich wiederholt auf Anregung von amtlicher Stelle in der Presse auf die Verpflichtung zur regelmäßigen Bestands- Meldung für die durch Verordnung M. 1/4 15. KRA. vom 1. Mai 1915 beschlagnahmten Metalle hingewiesen worden ist, laufen die Bestandsmeldungen bei der Metallmeldestrlte noch immer nicht Mit der nötige!: Pünktlichkeft und Genauigkeit ein. Da eine Unterlassung der Bestandsmeldung recht erhebliche Strafen nach sich ziehen kann, so wird den Gewahrsamhaltern immer wieder dringlichst geraten, auf die Meldetermine und die ergangenen Meldevorschriften zu achten. —. Die nächste Bestandsmeldung bon Metallen gemäß Verordnung M. 1/4 15. KRA. ist am 1. Mai 19-16 fällig und muß, unter Zugrundelegung des Bestandes vom 1. Mai 1916 spätestens bisi zum 15. Mai bewirkt sein. Zu beachten ist, daß die Bestandsmeldung nur für die durch die Verordnung M. 1/4 15. KRA. betroffenen Gewahrsam Halter und nur für die dieser Verordnung unterliegenden Metalle gilt. Die außer der Verordnung M. 1/4 15. KRA. und deren Ergänzungsverordnungen erlassenen Bekanntmachungen über die Meldepflicht und die Beschlag- nahüne von Metallen citifjülten andere Meldebestimmungen und haben, soweit nach ihnen periodische Meldcbestimmungen erfolgen müssen, andere Meldestichtage festgesetzt. Zur leichteren Unterrichtung der Besitzer beschlagnahmter Metalle ist eine Uebersicht über die Be st immun gen der allgemeinen Beschlagnahme herausgegeben, die von der Metallmeldestelle der Kriegs- Rohstoff-Abtellung des Königlich Preußischen Kriegsinrinisteriums, Berlin W. 9, Potsdamer Straße 10/11 bezogen werden kann.
** S a a t g e r st e. Der Futterverteilungsstelle der Stadt Gießen ist Saatgerste zur Verfügung gestellt worden. Näheres ist aus einer Bekanntmachung in unserem Anzeigenteile zu ersehen.
** Viehhandel. Den Landwirten Muß dringend emp-, fohlen werden, schlachtreifes Vieh an die beauftragten Händleü ab,zugeben, wenn diese bei ilmen vorsprechen. Das Vieh wird durch Händler den von den Kreisen eingerichteten Mnahmestellen Angeführt und von diesen an die Metzger zum Schlachten verteilt. Auch, der Bedarf des Feldheeres an Schlachtvieh muß dauernd aus dem Lande gedeckt werden. Jeder Viehhalter muß sich daher bewußt sein, daß er das große Ganze schädigt, wenn er grundlos schlachtreifes Vieh zurückhält!
Landkreis Gießen.
LJ Grüningen, 3. Mai. Zehn Knaben und acht Mädchen sind von Pfarrer Weber konfirmiert worden.
LJ Holzheim und Dorf - Gill, 3. Mai. Dahier wurden 26 Knaben und 23 Mädchen durch Pfarrer Freitag konfirmiert.
Ll Lang-Göns, 1. Mai. Gestern„ wurden durch Pfarrer Weber konfirmiert 24 Knaben und 17 Mädchen.
LI Lang-Göns, 3. Mai. Zu unserem Bericht vom l. ds. Mts. wird uns ergänzend mitgeteilt, daß der 14 jährige Arbeiter Sp. in einer hiesigen Schusterrverkstätte einem dort arbeitenden Russen ein kleines Tssching, keine alte Schußwaffe, zeigte. Unversehens ging das Tesching los rmd ttas den Russen ins Auge, worauf er ins Gefangenenlazarctt nach Gießen überfuhrt werden mußte. Der Arbeiter Sp. hatte nicht die Absicht, den Russen zu treffen.
Kreis Alsfeld.
e. Alsfeld, 3. Mai. Dem Fahrer Karl Hahn wurde die Württembergische Tapferkeitsmedaille verliehen.
Kreis Lauterbach.
A Lauterbach, 3. Mai. Das Anwesen des Kaufmanns Schmoll am Steinweg ging für 27 000 Mk. in den Besitz des Kupferschmiedcmeisters Heinrich Hardt über. — Gefreiter Ludwig Wenzel, Inhaber der Hessischen Tapferkeitsmedaille, wurde mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet.
S. Ilbeshausen, 3. Mai. Tie „Villa Alles" in Hochwaldhausen ging für 20 000 Mk. in den Besitz der Dürerschule über.
rr. S ch l i tz , 3. Mai. Am vergangenen Sonntag wurden 35 Knaben und 21 Mädchen in der Stadtschule konfirmiert. In die Volksschule wurden neu aufgenonnueu 71 Kinder, während in die Bürgerschule 8 Kinder eintraten. — Weit über einen Zentner an G u m m i a b \ & 1 1 e n brachte der Sammeleifer der hiesigen Volksschüler ein.
Kreis Schotten.
F. C. Schotten, 3. Mai. Die Kreisschulkommission Schotten hat angeordnet, daß in den Gemeinden, in denen in diesem Jahre ein H a u p t m a i k ä s e r f l u g statlfindet, die schulpflichtigen Knaben vom 10. bis 14. Lebensjahre sich in den Vorinittags- stunden bis 9 Uhr, so lange der Käserflug dauert, also drei Wochen, unter Aufsicht bestimmter Personen an dem Vertilgen der Käfer beteiligen.
□ £aitbac(j, 2. Mai. Ter Fahnenjunker Hermann Denn, Sohn des Gerichitsaktuars Tenn, der seit bcnt 17. Januar im Jnf- Roch. 138 steht, wurde zum Fähnrich und gleichzeitig zum Leutnant befördert. Durch! Tapferkeit aus gefahrvollem Patvouillew- gang war er vor kurzem mit dein Eisernen^ Kreuz 2. Klaffe ausgezeichnet worden. Der llntevofstzier Willi Harrot im Jnf- Rogt. 82 hat das Eiserne Krery 2. Klasse erhalten.
lU W e t t e r s e l d, 1. Mai. Von der hiesigen Arbeitsstelle sind 4 französische Kriegsgefangene entwichen.
Kreis Friedberg.
— Friedberg, 2.Mai. Das Kreisamt bestimmte in einer bemerkenswerten, auch nachahmenswerten Verfügung, daß zur Belohnung für die Zeichnung der letzten Kriegsanleihe durch Schüler ein schulfreier Tag n i d) t zu gewähren ist. Ebenfalls soll an den Tagen nach der Bekanntgabe eines Sieges der Unterricht in der Regel nicht ausgesetzt werden. Nur bei wichtigen Nachrichten soll während des Unterrichts auf die Bedeutung des Ereignisses hingewiesen werden und der Rest des Schultages unterrichtsfrei sein. Ein schulfreier Tag sott nur bei großen entscheidenden Ereignissen gewährt werden.
Bl. Friedberg, 3. Mai. Ter hiesige Gewerbeverein teilt folgendes mit: Anr 1., 2., 3. und 4. Mai finden in der Ge wcrbeschule Zusmnmenkimfte der einzelnen HandwerkSziveige statt, in denen die Bildung von Fack)gruppen bewerkstellrgt toerderr soll. — Der Musketier Heinrich Mattes von liier, im Jüs.- Regt. Nr. 81, der sich gegentvärtig hier im Lcyarett befindet, erhielt die Hessische Tapferkeüsnredaille.
Bl. Bad-Nauheim, 3. Mai. Ein Fleisch- uick Wursthamster, lvelcher von Frankfurt a. M. gckonunen lvar, ivurdc ani Samstag erunscht, als er nrit über 50 Pftmd in Baft Nauheim zusammwrgehamstertcr Fleisch- und Wurstwareu abfahren UwUte. Tie Polizei beschlagnahmte die schönen Sachen iuck der Frankfurter nrußtc mrt leerem Rucksack abfahren. tz"
Bad-Nauheim, 3. Ndai. Das 1. Sin fo n i c ko n z c r t per Kurkapcllc findet cm Donnerstag, den I. Mai im Kon- zerthaus statt. Den Reigen der diesjährigen großen K.mzerlaus- führungen eröffnet das erste Srnfoniäkonzerl der Kurkapelle unter
Leitung von Professor Hans Minder stei n und unter sotrsa.jcher Ätilwirkung des vorzüglichen Leipziger^ Pianisten Otto Wein- reich. Ter gewaltigste unter den deutschen ^ Tondichtenr. Llckwrg van Beethoven, hat ausschließlich an diesem Abend das Wort! Seine „Egmont-Ouvertüre" und seine „Heldensinfonie" (Erorca- bilden die beiden Eckpfeiler des Prograrnms. Zunschen beidsr spielt Otto Wein reich das größte der Klavierkonzerte des Meis^rs, mit welchen! der Künstler erst kürzlichl unter Leitung von Promjor Nikisch in einem großen Konzert in Leipzig einen starken Erfolg hatte. Weinreich ist dem hiesigen Publikum kein Fremder, er trat bereits vor einigen Jahren in einem^ unserer Konzerte auf uni hatte damals einen schönen Erfolg mit einenl neuen Klavierkonzert von Julius Weißmamr. Seinem erneuten hiesigen Auftreten dar man mit Interesse entgegensehen.
Y. Butzbach, 2. Mai. Leutnant der Res. Prozessor Georg Flach, Sohn des hiesigen Bürgermeisters Flach, ist gefallen. Die Leiche ist nach seinem Heimatsorte Butzbach überiührt. Die Beisetzung findet am 4. Rlai 1916 statt.
Butzbach, 3. Mai. Auf dem Felde der Ehre starb der Unteroffizier WÜHelm Harras, früher Lehrer an der hiesigen Stadtschule, gebürtig aus Ober-Gleeu. - Der Hilfsschwester am hiesigen Reservelazarett Frau Anna S t ö r i k o wurde die R o t i Kreuz m edaille 3. Klasse verliehen.
Bl. Ockstadt, 3. Mai. Reinhardt Lang von hier, im Inf.-Regt. 353 im Osten, erhielt das Eiserne Kreuz.
- W o h n b a ch, 3. Mai. Dem Wehrmann Otto Müller in einem Pionier-Reginrent wurde die Hessische Tapserkeits- medaille verliehen.
Starkenburg und Rheinhessen.
Alzey, 2. Mai. Ein kaum drei Jahre zählender Junge des in Rußland kampserrden Baterlmcksverteckigers,St. von hier ging am 2. Feiertag ohne Mssen seiner Angehörigen zum Bahnhof und passierte ruft anoeren Reisenden unbemerkt die Bahnsperre. Kurz entschlossen bestieg er den gerade nach Worms abfahr enden Perfonerizug. Unterwegs wurden die Insassen des Wagenabteils aus den jugendlichen Reisenden cmftmerksam und ftogten ihn, wo er hinfahre, worauf der Junge prompt erwiderte: „Ich fahrno Rußland bei mei Batter." In Monsheim wurde der Stationsvorsteher auf den Sachverhalt aufmerksam gemacht, und ordnete die sofortige Rückreise des Jungen an, so daß die inzwischen benachrichtigte Mutter ihr Söhnchen am hiesigen Bahnhof wieder in Empfang nehmen tonnte.
Kreis Wetzlar.
14 Dorn holzhausen, 1. Mai. Drei Knaben und sechs Mädchen wurden dahier konfirmiert.
tj Hochelheim, 1. Mai. Sieben Knaben und sieben Mädchen wurden dahier konfirmiert.
Hessen-Nassau.
st Marburg, 3. Mai. Tie Stadt Marburg gibt jetzt die Rasenplätze und Grabländereien, in den vmchickenen Anlagen usw., zum Preise von 1 Mark für 200 Quadratmeter zur Bepflanzung mit Kartoffeln und Gemüse an hiesige Einwohner ab.
— Frankfurt a. M., 2. Mai. Nach viertägigem Aufenthalt in Bad Homburg begab sich gestern früh gegen 6 Uhr die K a i s e r i n über Frankßlrt nach Berlin zurück. Auf dem Bahnsteig unterhielt sich die Kaiserin abermals mit Feldgrauen. Ein besonders herzlicher Gruß ward ihr von dem gerade im Nebengleis einlaufenden Militärzug aus der Westfront bereitet. - Aus Lebensüberdruß machte das 60jährige Dienstmädchen Elise Zwinger in der Köniqsteiner Straße seinem Leben durch Erhängen ein Ende.
vermischter.
* Berlin, 2. Mai. Das „Berliner Tageblatt- meldet: Die kürzlich verstorbene Frau Julie Gerson-Liebermann, Gattin des vor längeren Jahren verstorbenen früheren Mitbesitzers der Firma Hermann Gerson, hat ihr gesamtes Vermögen von drei Millionen Mark für wohltätige Zwecke bestimmt.
Amtlicher Wetterbericht.
Oeffentlichcr Wetterdienst, Gießen. Wetteraussichten in Hessen am Donnerstag, den 4. Mai 1916 : Zunehmende Bewölkung, zeitweise leichte Niederschläge, etwas kühler. _ _ _ _
Letzte Nachrichten.
Deutschland und Amerika.
i. Köln, 3. Mai. Laut der „Köln. Ztg." wird der Washingtoner Berfthterstatter der ./Times" diesmal besonders ungeduldig, weil die Antwort Teutscylands auf die jüngste Note der Bereinigten Staaten noch nicht eingetroffen. Gr meldet seinem Blatte untenn 29. v. M., die Antwort Teutschlands auf die amerikanische Note wird demnach,st erwartet. Manche bleiben bei der Beurteilung der Lage zuversichtlich. Das Einzige, ivas Kar liegt, ist, daß Deutschland bei der allgewohnten Uebnng bleiben wird, die Angelegenheit auf die lange Bahn zu schieben. Mmr schweibt dem Grasen Bernstorf die Aeußerimg zu, der deutsche Kaiser habe den amerikanischen Botschafter in Berlin empfangen, weil er dem Präsidenten Wilson nahelegen nwllte, es sei eine Torheit, wenn zwei alte Freunde in eure Srreitigkeft über eine fachmännische Auslegung eirrer internaticmalen Gesetzgebung geraten wollten. Auch wollte Kaffer Wilhelm dem Präsidenten sein volles Vertrauen auf die Grundsätze des F-riedens und Schiedsanttes bekannt geben. Man bespricht ausgiebig die Frage, ob der Präsident zu weiteren Unterhandlungen bereit sein würbe.
Sir Edward Grcu erkrankt.
Haag, 2. Mai. (Reutermeldung.) Sir Edward G r e ti ist seit einigen Tagen erkrankt. Er ist nicht in der Lage, seine Geschäfte zu versehen. (R. W. Z.)
Die Stimmung im Lager der Feinde.
Bern, 2. Mai. (WTB. Nichtamtlich.) Ein Londoner Brief des „Giornale d'Jtalia^ vom 27. April macht darauf aufmerksam, daß man einem weiteren W i n t e r f e l d- zug mit schrecken dort entgegensehe. Die allgemeine Auffassung verlange, haß inan mit den heute vorhandenen Kräften kräftig dreinschlage. Es sei dringend nötig, eine allgemeine erschöpfende Offensive zu ergreifen, um eine Lösung des Riesenkampfcs in diesem Jahre zu erreichen. Man verfichere, daß die M ilit är kon fer en z der Verbündeten auf diesen Gedanken gestimnrt sei. Die öffentliche Meinung der, Verbündeten verlange auch eine weitere Zrffaimneimrbert nrilitärischer Kräfte. Eine italienische Kritik des Falles von Kut el Amara.
i. Köln, 3. Mai. Der „Köln. Ztg." zufolge besprickü General Corsi in der „Tribuna" den Fall von Kut-el -Amara, wobei er ausführt, die Englüicker unternahmen ihre Operationen in Mesopotamien ganz wie einen Kolonialkrieg, ohne dem Unfftand Rechnung zu ttageu, daß sie sich einem Gegner gegenüber befanden, der militärisch unter der Leitung einer eurvpäffchen R^ackft, Teutsck- lands. stand. Es handelte sich aber nicht darum, wie in einem Kolonialkrieg. irgend einen streifen Land zu besetzen, sondern eilte Armee zu bekämpfen und zu überivindeir, die nach allen Regeln der Taktik ausgebildet war. In dieser, übrigens rein englischen Unternehmung, wie bei der Tardanellenoveration. ist der Miß- erfolg in der Tatsactxe zu ftrchen^ daß die an sich richtigen, politischen nnd strategischen Pläire keine elvnso sorgfältige ttcktische Durch- lüdrung ninden.
AmtZrcher Teil.
Bekanntmachung.
Wegen Boruahme von Walzarbeiten ivird die Kreissrraße Torf'Gill—Hof-Gill für die Zeit vom 3. Mai bis zum ll.Bkai l. Js. für den Automobil und Fuhrwerksverkehr gesperrt.
Der Verkehr wird über Holzheim, Eberstadt und Lich un» geleitet.
Gießen, dm 1. Mai 1916.
Großherzogliches Kreisamt Gießen.
Or. U s i n g e r.


