Ausgabe 
29.4.1916 Zweites Blatt
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Ar. M Zwertez Blatt

Erscheint tügllch mit Ausnahme des Sonntags.

DieGictzenrr Lamlttenblätler" werden dem Anzeiger" viermal wöchentlich beigelegt, das Xreirdlott für Len Ureis Gießen" zweimal wöcheritlich. Die ..Lcrtidwirtjchastlichrn Seit- fta-eu" erscheinen inonatlich zweimal.

JZ

M. Jahrgang

§am§tag, 29. April \9\6

Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schea Universitäts - Buch- und Steindruckerei.

R. Lange, Gießeru

SchriMeitung,Geschäftsstelle u.Trrrckerei: Schul» straffe?. Geschäftsstelle u.Verlag:^^D51,Schrift- leitung: ^^112. Adresse für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen.

Auseee EcräeaussichteK imb Wirtschaftskraft.

Unter dem Einfluß unsrer guten Ernieaussichken steigert sich uiffere militärische, volkswirtschaftliche und finanzielle Ueberlegenhait, die mit dem Fortschr eiten des Krieges immer größer geworden ist. Deutschlaird kann dank seiner miitlärischen Erfolge ein weit größeres Gebiet für Be­schaffung seiner Nahrung heranziehen als sonst. Das ^er­leichtert ihm seine glänzende Organisation, die selbst unsere Feinde anerkennen. Deutschland verfügt ferner in der Armee der Daheimgebliebenen üöer eine zahlreichere und größere Kraftmenge als seine Feinde. Endlich ist die Arbeitskraft der Gefangenen in Rechnung zu ziehen, und wir haben weit mehr Gefangene gemacht als unsere Feinde.

Deutschland wird also sicher imstande sein, den Be­darf an Nahrüngsstoffen siir seine Bevölkerung und an Futtermitteln für sein Vieh selbst zu erzeugen.

lieber den letztem einige Worte: Unsere Landwirtschaft war infolge des intensiveren Wirtschaftsbetriebes der letzten Fahrzehnte, durch den allein es möglich geworden, die für die Ernährung unseres Volkes während des Krieges nötigen Mehrleistungen hervorzubringen, für den Bezug von Kraft- futtermitteln vom Auslande abhängig geworden. Dadurch entstanden, namentlich während des letzten Winters, alle nröglichen Schwierigkeiten, die auch auf die Erhaltung un­seres Viehbestandes und die Hervorbringung der Molkerei­erzengnisse zurückwirken" mußten. Jetzt hat sich aber der Gesichtskreis erhellt. Einmal beginnt die Weidezeit. So­dann werden die in der Not der Zeit gemachten Erfahrung gen den Anbau von Futtermitteln wie die Verwertung der Mfallstoffe fördern. In absehbarer Zeit .werden endlich Kalkstickstosf und Ammoniak für die Düngung verfügbar. Und somit kann man sicher darauf rechnen, daß unsere Nah­rungswirtschaft ans eignen Fuß kommen wird, zumal da die Erfahrnngen dazu geführt haben, die Zahl der geeigne­ten Futtermittel immer mehr zu vergrößern.

Eine gute Ernte wird uuserm Wirtschaftsleben einen be­schleunigten Pulsschlag bringen. Das Geld wird schneller rollen. Das gesamte Wirtschaftsleben Deutschlands wird neue Kraft schöpfen fiir weitere wirtschaftliche und damit auch finanzielle und militärische Leistungen.

Die volkswirtschaftlichen Kräfte unserer Feinde nehmen dagegen dauernd ab. Sie verfallen trotz aller Anstrengun­gen in immer größere Wirtsund finanzielle Ab­hängigkeit vom Anslande. Die T r an s p o rtschwi-erigkeiten und der Frachtraummangel verschlingen Milliarden, die dem freien Meere" geopfert werden, und die im Verein mit den direkten Lieferungeir vom Auslande einem dauernden Aderlaß gleichen, dem die geschwächte Wirtschaftskraft der feindlichen Bevölkerung stetig ansgesetzt ist. Ihrer Volks­wirtschaft frrämcn keine neuen Kräfte aus der MvegsWirt­schaft zu. Die noch vorhandenen strömen in immer stär­kerem Umfange ab. Die Wage der Kräfte und damit des Sieges neigt immer mehr auf die Seite Deutschlands. So können wir mit starkem und wachsendem Vertrauen der Zukunft entgegenblicken, dank unserer Kraft und unserer Organisation.

EKglcmds kommende Einsicht.

In England beginnt man den Wert der Landwirtschaft für die Bolkskräft und Volkswirtschaft einzusehen.

Jüngst schrieb dieTimes":Es ist wahrscheinlich, daß 'am Ende dieses Krieges nichts mehr so ist, wie es vorher, im August 1914, war. Und jo-llke etwas unverändert bleiben, so wird es wahrscheinlich nicht unser Ackerbau sein. Der Ackerbau ist der Vater aller Industrien. Zuzeiten wirkt die ganze Zivilisation so verwirrend, so zusammen­gesetzt, so erschöpfend, daß die Lebenskraft und die Männ­lichkeit einer Nation wieder an ihrer ersten Quelle erneuert werden muß. Es ist sozial von großem Werte, die Zahl unserer ländlichen Bevölkerung zu erhöhen, vorausgesetzt, daß sie die für ihr phhsisches Wohlsein günstigen Lebens- bedingungen hat."

In diesen wenigen Sätzen liegt eine volkswirtschaft­liche Wahrheit, die in Deutschland längst erkannt ist und nach deren Anwendung und Verwirklichung jetzt England strebt. Deutschland schöpft aus dem Jungbrunnen einer Kraft, dessen festeste Stütze mit die Landwirtschaft ist. Diese < Erkenntnis bricht sich auch in England Bahn.

Der Artikel derTimes" schließt mit folgender Mah­nung:

Es ist für unser Leben -notwendig, daß wir mehr Nahrung zu Hause bäum, und daß wir so weniger vom ausländischen Getreide abhängig werden, als wir es während der letzten 40 Jahre waren. Die Erhaltung unserer nationalen Lebenskraft, ja unseres Lebens sickbfl, hängt also von der Entwicklrrng unserer agrarischen Hilfsquellen im Lande selbst ab. Die Wiederherstellung unserer guter: Fi­nanzen steht ferner and} in einem Zusanrmenhang mit der Vermehrung der heimischen Vodenerzeugun-g. Schon aus ökonomischen Gründen kann eine Verschwendung von kost­baren nationalen Gütern, wie Landbesitz, nicht gestattet werden. Die jährliche Ausgabe vor: mehr als 250 Millionen Pfund (über 5 Milliarden Vüark), die die Nation bisher für auswärtige Nahrungsstoffe ai:s-gab, ist eine Ueppigkeit, die 1 man sich nicht weiter gestatten kann, wenn ein beträcht- ilicher Teil der Nahrung aus dem heimischen Boden gewon- -nen Werder: kann und wenn man nicht allzu viel Arme anderer: Industrien entzieht."

Das Zeugnis des englischen Blattes liefert uns den schlüssigsten Beweis dafür, einer: wie rickstigen Weg Deutsch­iland mit der planmäßigenund sYstematischen.Erhaltnmg und Förderung seiner Landwirtschast gegenüber der zeitweise erdrückenden Kvnktrrnrz überseeischer Jrnportländer einzn- ^schlagen hat.

Aus dem Reichs.

Berlin, 28. April. (WfTB.) Me im Verkehr mit Lebens- Imitteln herrschender: Uebelstände haben beit Minister des Innern veranlaßt, erneut darauf hinzuweisen, daß die Polizeibehörden ver­pflichtet sind, das! Publikum gegen Ausbeutung und

Ueber varteilung beim Einkauf von Lebensmitteln wirk­sau: zu schützen. Im besonderen wird in dem Erlaß auf die maß­losen Preissorderungeu sür solche Artikel des täglichen Bedarfs, für die feilte Höchstpreise bestehen, hingewiesen, sowie auf das aus­fällige plötzliche Verschwinden von manchen Lebensmitteln aus den Verkaufsstättcn, sobald eine Begrenzung der Verkaufspreise ange­ordnet worden ist. Die gesetzgeberischen .Handhaben zum Einschrei­ten sind den polizeilichen Organen in den Gesetzen und Verord­nungen über Höchstpreise, Wucher und Entfernung unzuverlässiger Personen 'vom Handel ufw. gegeben. Ein voller Erfolg in der Anwendung dieser Vorschriften kann durch verständnisvolles Zu­sammenarbeiten der Gemein de vor stände und Polizei vermal tunken erzielt werden. Die Aufsichtsbeh ö rden sind angewiesen, in diesem Sinne die erforderlichen Anordnungen zu kreftei:.

Vom 1. 9Tcai ab werden in Berlin Zuckerkarten ausge­geben, die. zum Bezüge von einem halben Pfund Zucker für je acht Kalendertage aus den Kopf der Bevölkerung berechtigen. Die durch die Best andsau simhure sestgestellten Mengen werden an gerechnet. In Gast- und Speisewirtschasten, Bäckereien. Konditoreien und Cafes darf Zucker zun: Verbrauch an Ort und Stelle ohne Karte abgegeben werden. Die Zuteilung am Krankenhäuser. Avotheken, Wohltätig­keitsanstalten, Bäckereien, Konditoreien, Gasthäuser usw. wird be­sonders geregelt.

Berlin, 29. Avril. (MTB.) Durch eine Bekanntmachung im Reichsanzeiger wird die Aus- und D n r ch f u h r von sämt­lichen Wären des elften Abschnitts des Zolltarifs Papier, Pappe und Waren daraus verboten. Ferner ver­öffentlicht der Reichsanzeiger eine Bekanntmachung über den Ver­kehr mit Süßstoff.

Arrs Stützt Scnrd.

Gießen, 29. April 1916.

Rückblick ttstb Ausblick.

Hinter rrns liegen zwanzig Monate KriegsWirtschaft, vor uns Aussaat und Beginn ber neuen Ernte. Die ersten Frühgemüse sind schon am Markt unb' die harten Monate, sin denen wir von 'dien Vorräten zehren mußten, sind größtenteils überwunden. Der Rest wird trotz der bestehen­den Knappheit leichter üb erstanden werden, denn die Zw fuhr frischer Gemüse nimmt täglich zu und mildert die b estehenden Beschwernisse.

Es wird daher in nächster Zeit 'besser werden und zwar wesentlich besser, da die neue Ernte sich den durch die Kriegswirtschaft gegebenen Verhältnissen anpaßt und in­folgedessen vielseitiger sein wird, als die letzte. Und wenn auch bis zum Herbst, bis die Ernte des Jahres 1916 unter Dach und Fach gebracht ist, noch mancherlei Schwierigkeiten zu überwinden sind, so belebt uns doch die Hoffnung, daß das Größte und Schwerste im allgemeinen hinter uns liegt und für günstigen Saatenstand die besten Aussichten bestehen.

Die Probleme, die die Ernährung der Bevölkerung in der Vergangenheit bot, waren.mannigfaltigster Natur und unterlagen ständigem Wechsel. Erst allmählich konnten die Formen gefunden werden, die die Erzeugung und die Lebenshaltung in der Kriegswirtschaft verlangte. Anfänglich beschränkten sich alle Maßnahmen auf die Preisgestaltung, um dann in immer weiterem Umfange sich der Einteilung und Verteilung, also der Bewirtschaftung und Rationierung zuzulvenden. Das Verteilungsproblem wurde schließlich in umfassender und sicherlich zufriedenstellender Weise gelöst, wenn auch der zuweilen angewandte und notwendige Radi­kalismus .Härten für Erzeuger und Vermittler mit sich brachte.

Dem Verteilungsproblem in der Vergangenheit steht das Erzeugungsproblem der Zukunft gegenüber. Die bisher auf diesem Gebiet ergriffenen Maßnahmen sind weniger radikaler Natur, aber um so großzügiger angepaßt worden. Die Einführung vor: Prämien durch die Kreise und Gemein­den, die in noch viel größerem Umfange als bisher gewährt werden sollten, die Ausgestaltung der Faserstoff- und Oel- anpflanznng, sowie die Maßnahmen zur Futtermittel- anpflanzung und Beschaffung bilden eine Vielseitigkeit der Erzeugung, die als eine erweiterte Grundlage der Bedarfs­deckung anzusehen ist. Der mit Reichsmttteln unterstützte vermehrte Gemüseanbau und die Ausdehnung des Anbaues durch Pflege der Garten- und Schrcbergartenkültur sichern ebenfalls eine wünschenswerte Steigerung der Erzeugung.

So gewährt der Rückblick und Ausblick nach den Schwie­rigkeiten und Sorgen, die hinter uns liegen, die Hoffnung, daß die größten Hindernisse überwunden sind oder bald überwunden sein werden und daß die künftige Zeit uns besser gerüstet findet.

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Der Walpurgisiag (1. Mai) im deutschen Aberglaubeu.

Der dem Donar geweihte Malpurgistag (Wal Peru tag) trägt in seinem reichen, fast drrrch ganz Deutschland und bis in die nffsffchen Ostseeprovinzen verbreiteten, besonders in: Ober- und NieLersächsischen blühenden Llberglauben rein heidnischer: Charak­ter. Vor allem ist es die vorangehende Nacht, in der alle Zauber-» machte losgebwrden werden. Ter Tag ist reich an Schicksals- bedeutungxm. Wenn es regnet, gibt es nach Watttke (Der deutsche VoMaberglanbe der (Äeganwartch ein unfruchtbares Jähr; regnet es dagegen in der Nacht, dam: erwartet man in Westpreußen, Provinz Sachsen und Schlesier: ein gutes Jahr; vom Tau am d.Rorgen glatürt man in Holstein auf ein reiches Butterjahr schließen zu dürfen. An diesem Tage geborene Kinder werden, so fcifct es in (Schlesien, blöde und ungeschickt. Nacht und Tag fink des Zaubers voll mit dem Morgentau kann man Sommersprossen vertreiben, Butter in Menge . machen, und wer sich im bebauten Grase des Morgens nackt wälzt, schützt sich dadurch gegen Behexung, Un-ge- ziefer usw. In der Nacht zieht der Böse mit den aus Beim oder Elsterschwänzeu und dergl. reitenden Hexen nach dem Blocks bxrg (Brocken), wo sie einen Tarrz aufführen und den Schnee wegtrvgen, was jedenfalls auf ein altes Opserfest, wahrscheinlich zur Ver­mählung Wodans mit Frepa, des Sonnengottes und der Erdgöttm, sich b^ieht. Und von da ziehen sie nach aßen Achtungen aus, um Schäden zu sttften. Deshalb schließt man in den meisten Gegen-, den Nordderttsthlaichs Türen imd Fenster währmrd der Nackst fest zu, legt Besen vor die Sämelle urch Macht auf Türen imdj Fensterladen Kreuzje, die wahrscheinlich aus den ganz ähnlichen Zeichen für Thors und Donars HamMer entsprungen find. Auch in Tirol findet in dieser Nackst ein allgemeinesAusbremren^ oder Verjagen der Hexen statt. Besonders muß' mau an diesem Tage aelwrene Kinder nrit reichem Zauberschutz umgeben, weil sie sEst Mlsgetauscht und behext werden. Wenn am 1. Mai in der Mttnark Vieh aus getrieben wird, legt man ein frisches Ei und ein Beil unter die Eckiiwelle und bedeckt es mit Rasen: so wird das Vieh vor Behexung geschützt. Zwmge des dem Donar geweihten Ebereschenbairmss werden in der Nacht über die Haus- nnd Stalltüren gesteckt, um den fliegDrden Drachen aüz'uhalten,

und mit den 5 ein: Sonnen au fggug geschnittenen Eberescheuzweigen schlägt man die Kx,he auf das Kreuz, nur sie milchreich zu machen,

*

** D ie Provinzial-Jungvieh-Weiden in O b e r h e s s e n sind- vordem niemals so stark in Anspruch genommen als während des Krieges und haben sich damit als ein wahrer Segen für unsere Pferde- und Rindviehzucht erwiesen. Während man früher stark auf unsere Viehzüchter einreden mußte, um) diesen die Vorteile eines regelmäßigen Weideganges für den Nachwuchs klarzumachen, fällt darüber in den letzten Jahren in den landwirtschaftlichen Bespre­chungen schon kein Wort mehr. Im Jahre 1915 war die Zah! des zum Weidegang angemeldeten Viehs so groß, daß man einer: größerer: Teil davon zurückweisen mußte, und Heuer ist es nicht anders gegangen, weil »die verfügbaren Jrrngvieh- weiden nicht Raum genug gewähren und der Größe nach immer nur eine gewisse Anzahl Tiere ausnehmen könnem Man ist bei der Aufnahme der Fohler: von dem Gesichts­punkte ausgegangeri, tunlichst nur Stnter: anzunehmen, weil solche für die weitere gedeihliche Entwicklung unserep oberhessischen Pferdezucht von Wichtigkeit und ausschlag­gebender Bedeutung sind. Leider mußte man die angemel­deten Wallache vom Weidegang zurückweisen. Bei dem Rind­vieh, das zur Weide zugelassen wurde, war in der Hauptsache maßgebend, daß die Abstammung von Herdbuchtieren nach­gewiesen wttrde. Der Landwirtschaftskammerausschuß ist bei der Auswahl der Tiere sür die Weiden im übrigen ganz un­parteiisch vorgegangen und hat seine Bestimmung nur nach diesen sehr vernünftigen Gesichtspunkten getroffen. Die Be­setzung der Jungvieh- und Fohlenweiden wird wie folgt sich gestalten (die in Klammern gesetzten Zahlen zeigen die Be­setzung in 1915): Tiergarten (Auftrieb 2. Mai) 34 (32) Fohlen und 126 (120) Rinder, Wernings (Auftrieb 3. Mai) 27 (24) Fohlen und 80 (67) Rinder, Lauterbach ^Auftrieb 5. Mai) 26 (29) Fohlen und 94 (75) Rinder, Zell (Auftrieb 6. Mai) 35 (24) Fohlen und 74 (73) Rinder. Im ganzen sind zugelassen 117 (109) Fohlen und 374 (335) Rinder oder überhaupt 491 (444) Tiere, also gegenüber dem Vorjahre rund 50 Tiere mehr. Wünschen wir den zur Weide kommenden Tieren einen guten Erfolg in der Sommerftffche.

** Zur An rnel dung der Kaffee- und Tee Vor­räte. Es wmde bereits daraus hingewiesen, daß die gesetzliche Pflicht zur Anmeldung aller Kaffee- und Teevorrüte in zahlreichen Fälle:: noch nicht erfüllt worden ist, obgleich die Unterlassung ber Anmeldung mit strenger Strafe bedrolst ist. Der Kri^gsausschuß für Kaffee, Tee und deren Effatznrittel, G. m. b. H., Berlin W 9, Bellevuestr. 1 4, erinnert deshalb wiederholt an diese allen Be­teiligten obliegende Verpflichttmg. Anmeldepflichtig sind: bej Kaffee Mengen von 10 Klg. und mehr: bei Tee Meiner: von 5 Klg. ur:d mehr. Bei Tee bestehen im Publikum md} Zweifel darüber, ob die in Paieten befindliche Ware ebenfalls der Arrmeldungs- pflickt mtterliegt. Dies ist der Fall: alle Teemengen über^

5 Klg. sind anmeldepflichtig, auch wenn sie schon verpackt sind. Es ist ferner vorgeschrieben, daß, wer Kaffee urrd Tee h: Gewahrsam hat, verpslickstet ift^ die vorhändencÄ Mer^. gen getrennt nach Art urrd Eigentünoer rmter Bezeichnung der Eigentümer und des Lagecnn-gsortes anznzeigen. Der Ausdruck Gewahrsam" wird vielfach nicht richtig verstanden. Mit diesem Worte soll ausgedrückt werden, daß derjenige,^ der Kaff« oder Tee aufbewahrt, im Hause hat, sei es im Haushalt oder in Der- - kaufs ge schäften, Lagerhäusern, ohive Unteffchied, ob die Ware ihm ooer einem anderen gehört, verpflichtet ist, die Ware anzumelder:. Es wird noch besonders daram mrfmerksam ge­macht, daß die Bekannttnachung-en des Herrn^ Reichskanzlers über Kaffee rmd Tee am 7. April 19'1 6 bereits in Kraft ge­treten sind, ihre Geltung also nicht etwa erst abhängig ist von der Veröffentlichung im örtlichen Amtsblatt oder svnsttgen orts­üblichen Bekanntmachungen.

** S e i f e - E r s a tz. Da der Seifemnangel bei der Wäsche­behandlung vielfach, nnmernlich in den Großstädten, wo zur Rasen- bleiche keine Gelegenheit ist, eine Chlorbleiche nötig macht, sei ängstlichen Hausfrauen zur Beruhiguirg gesagt, daß mittels Anti- chlor. eurem Gegenmittel des bekannten Blerchchlors, die gefürchtete schädliche Wirkung auf die empfindlichen Gespinstfasern oöllrg auf­gehoben wird. Mail rechnet vom Chlor auf 1 Eimer 10 bis 15 Gramm. Mit heißem Wasser aufgelöst . und drrrch ein dichtes Tuch gegossen, läßt man die Wäsche je nach Bedarf bis zrr 20 Minuteir darin bleichen, um sie sofort in das Arrtichlorbad zu legen, das man ans 40 Granrnr unterschweiligsanrcm ^tatron mit 10 Litern Wasser bereitet. In 'diesem muß ste dann zwecks sorg­samer Wirkung 'A l Stunde liegen, um in üblicher Weise gespült und rveiter behandelt zu werden.

Mttsvsr?ULLZ-rrsehr.-»e!?Lsi?.

M a r b rr r g , 28. April. Der Direktor der Medizirriscben Klinif der Universität Marburg, Geheinrrat Prof. M a t t h e s, hat eine Berufung in gleicher Eigenschaft an die Universität Königs­berg erhalten.

spidpicsi Ser vereMWsn KranMner ätaStthraler.

Opernhaus.

Sonntag, den 30. April, abends 6 11l',r:Ter Roftnkavalier.E Montag, den 1. Mai, geschloffen. Dienstag, den 2. Mai, abends 7 Uhr:Königskinder." Mülivoch, den 3. Mai, abends 77, Uhr: Die Kaiserin." Donnerstag, deir 4. Mai, abends 7 Uhr: ^Oberon." Freitag, den ö. Mai, abends 7V, Uhr:Polenblut." Samstag, den 6. Mai, abends 7 Uhr:Der Bärenhäuter." Sonntag, den 7. Mai, abends 7 Uhr: »Don Juan." Montag, den 8. Mai,

abends 77, Uhr:Die Kaiserin."

Zchaufpielhavr.

Sonntag, den 30. April, nachmittags 3*/* Uhr:Die deutschen Kleinstädter." Abends 7 Uhr:Traumulus." Montag, den 1. Mai, abends 7 1 /, Uhr:Die Hexe von Orleans." Hierauf: ^Die Komödie der Irrungen." Dienstag, den 2. Akai, abends 6 Uhr: ^Fanst." Mitlrvoch, den 3. Mai, abends 77, Uhr:Goldfische." Donnerstag, den 4. Atai, abends 77, Uhr:Wie einst im Mai." Freitag, den 5. Mai, abends 7 Uhr:Hamlet." Sainstag. den 6. Alai, abends 77, Uhr: Zum ersten Male:Will rmd Wiebke." Lustspiel in 4 Akten von Fedor v. Zobeltitz. Soirntag, den 7. Mai, nachmittags 3 Uhr:Die deutschen Kleinstädter." Abends 67, Uhr: Faust." Montag, den 8. Mai, abends 77, Uhr:TraurnilluS."

Markte.

Gieße», 89. April. Marktbericht. Auf bem heutigen Wochen markt kostete: Butter das Psuiid 1,900,00 Mk.: Hühner­eier das Stück 20-00 Pfennig: Käse 810 Psenirig, Kase­matte 3 Pfennig das Stück: Welsche 0.000^)0 Alk.; Ochsenfieisch das Piund 2,00-0,00 Mk Kuhfleisch 2,00-0.00Mk. das Pflind, Rindfleisch das Pfund 2,00-0,00 Mk., Schweinefleisch das Pfund 1,80-0,00 Mk., Kalbfleisch das Pßmd 2,00-0,00 Alk., Hammelfleisch das Pfund 2,000,00 Mk.; Kartoffel» der Zcnwer