Ausgabe 
6.4.1916 Zweites Blatt
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Aus hindenburgs Zokdatenlaufbahn.

Zu seinem fünfzigjährigen MilrtürjiMllium, 7. April.

In viel« Berufe wächst man hinein, Soldat i st min, und so »at auch der größte Feldherr des jungen Jal/rhunderts, der nmi feit fünfzig Jahren des Königs Rock trägt, nie ver- leugnet, wozu er bestem,nt war. Durch Hindenbnrqs Linder- zeit wehte kriegerisch,or Troinmelklung, von den öippen der Gropmntter, a.us dem Mundo eines alten Gärtners ward chm lebendige Kunde von den Drangsalen und Großtaten der Freiheitskriege, der Vater tvar Offizier, die Mutter stammte aus einer Offizierssmnilie, die Amme war Marke­tendern: gewesen so schwankte der kleine Paul nicht einen Augendttck, welchen Beruf er später ergreifen wollte. Es lvar jellfitverständlich, daß, er so früh wie möglich ins Kadettenkörp-s eintrat, selbstverstäridlich, daß. er am 7. April 1866 wenige Monate vor Ausbruch des deutschen Krieges, 18ja$ri0, in das preußische Heer eintrat. Das geschah in Danzrg; das Regiment, das ihn ausnahm, war das dritte Garderegiment zu Fuß, das damals als Schwesterregiment des ersten neu errichtet wurde; in seinem Verbände ruckte er im Sommer als Leutnant ins Feld Und erntete im Kar- tätschenseuer von Königgrätz die ersten Lorbeeren. Leutnant von Hindenbnrg führte damals einen Schützenzug, der von einer eilig ans Rosberitz heranjägenden Batterie empfindlich auss Korn genornmen wurde; er ließ sofort Schnellfeuer eröffnen und warf sich, dann im Sturm auf die Geschütze. Eine Kugel streifte ihli am Kopfe urtt> warf ihn für einen Augenblick betäubt zu Boden; als er wieder aufsprang, waren drei Kanonen bereits erobert, zwei andere wollten sich davon machen, wurden dann aber auch noch eingeholt Und übenvältigt. Der rote Adlerorden vierter Klasse war sein Löhn; es bedurfte dessen nicht, um,den jungen Offizier anzuspornen, lebte er doch seinem Berufe mit Leib und Seele.Es ist die höchste Zeit, daß die Hindenburge mal wieder Pulver riechen," schrieb er vor Ausbruch des Krieges nach Hause,unsere Familie ist darin leider seltsam ver­nachlässigt." Und beim Ansmarsch füyte er hinzu:So leid es nrir tut, euch nicht noch einmal sehen zu können, so freue ich mich doch liber diese buntbelebte Zukunft; für einen Soldaten ist ja Krieg der Normalzustand, und außerdem stekr-e ich in Gottes Hand. Falle ich, so ist es der ehrenvollste Uno schönste Tod, eine Verwundung muß ja auch nur zum Besten dienen, und kehre ich unversehrt zurück, um so schöner." Aus dieser Ernpfitftmng heraus ist die Schlacht für ihn ohne Schrecken:Hört man die ersten Kugeln, so wird man in eine gewisse Begeisterung versetzt (sie werden stets mit Hurra begrüßt), ein kurzes Gebet, ein Gedanke an die Lieben in der Heimat und den alten Namen, und dann vor­wärts ! Mit der Zahl der Verwundeten umher macht die Be­geisterung einer gewissen Kaltblütigkeit oder mehr Gleich­gültigkeit gegen die Gefahr Platz. Die eigentliche Aufrebung tonrmt erst noch, dem Gefecht, wo man die Greuel des Krieges in den schrecklichsten Gestalten mit mehr Muße ansehen Muß."

Auch den Krieg von 1870/71 machte Hindenburg beim dritten Garderegiment zu Fuß mit und zwar größtenteils als Regimentsadjn-tant; er focht bei St. Privat, Becrumont und Sebent mit, nahm an der Belagerung von Paris und an den Aus falls gesechten bei Le Bourget, Startes und Epinal, teil und erhielt neben den Schwertern zum Roten Adler­orden das Eiserne Kreuz zweiter Klasse; auch in diesem Feldzuge blieb ihm die eherne Kaltblütigkeit, die ihn bei Tannenberg und an den Masurischen Seen nicht einen Augenblick verlassen hat, treu. Nach der furchtbaren Schlacht bei St. Privat konnte er schlicht nach Hanse schreiben:Ich begreife selbst nicht, wie ich! bei der ganzen Aktion so kalt­blütig sein könnte. Ich habe öfters nach der Uhr gesehen und alle Gesechtsinomente an Ort und Stelle gleich auf dem Pferde notiert." Daß er unter diesen Umständen vorwärts kommen würde, war voranszusehen, und so wurde er bereits 1872 Premierleutnunt; von 1873 bis 1876 zur Kriegsaka­demie ab kommandiert, wo er zu den engeren Schülern des kürzlich verstorbenen Professors Oberstleutnant P o ch ha m - m e r gehörte, wurde er dann zur Dienstleistung im Generat- stab herangezogen und hat von da ab mit kurzen Unter­brechungen beinahe ständig als Generalstäbler gewirkt: seit 1878 als Hauptmann im zweiten Armeekorps, seit 1881 im General stab der ersten Division zu Königsberg, dem er nach Absolvierung einet kurzen Kompagnieführerzeit im 58. In­fanterieregiment in Fraustadt (Provinz Posen) unter Be­förderung zum Major bis 1888 angehörte. In diesem Jahre wurde er zum Generalstab des dritten Armeekorps versetzt und im nächsten als Abteilungschef in das Kriegsministe­rium berufen. 1891 wurde er Oberstleutnant, zwei Jahre später erhielt er das 91. Infanterieregiment in Oldenburg, 1893 stieg er zum Oberst auf, 1896 trat er an die Spitze des Generalstabes des 8. Armeekorps. Das Jahr 1897 brachte ihm die Beförderung zum Generalmajor, 1900 wurde er Generalleutnant und befehligte als solcher bis 1903 die 28. Division in Karlsruhe, und im Januar 1903 erfolgte seine Ernennung zum Kommandierenden General des 4. Armeekorps in Magdeburg. 1905 wurde er zum General der Infanterie befördert und 1911 auf eigenen Wunsch zur Disposition gestellt.

In dieser ganzen Zeit ist Hindenburg sich immer gleich geblieben, ein unermüdlicher, ernster Arbeiter, der das Wort unwichtig" aus seinem Wortschatz gestrichen hatte, ein Offizier, der in strategischen Problemen lebte und doch dabei ein vortrefflicher Kamerad, ein gütiger Vorgesetzter blieb, dem der Dienst nicht die Freude au geselliger Behag­lichkeit, an einem glücklichen Familienleben zu stören ver­mochte. Der eiserne Sieger von Dannenberg hat nie ver­leugnet, daß er ein Herz besitzt, tausend Züge stimmen darin überein, daß er von rücksichtslosem Strebertum ebenso entfernt war, wie von kommißhafter Ueberhebung. Wie er sich zu seinen Untergebenen stellte, das veranschaulicht ein hübsches Geschichtchen, das aus seiner Fraustadter Haupt- mannszeit berichtet wird. Ein Soldat erhielt damals die Nachricht, sein Vater sei schwer erkrankt, er möchte um­gehend Urlmrb nehmen und nach Hause kommet:. Da in den andevn Kompagnien des Regiments nur bei Sterbefälten Urlaub gewährt wurde, versprach sich der Mann von einem derartigen Gesuch nur wenig Erfolg, reichte es aber trotz­dem beim Unteroffizier ein, durch den es an Hauptmann von Hindenburg gelaugte. Dieser entsprach sofort dem Ge­suche, ordnete an, dem Soldaten von der Kompagniekammer eine gute Uniform zu geben, und wies einer: Gefreiter: an, ihn zur Bahn zu bringen, damit er bei: rechten Reiseweg einschlage. Bei der Rückfahrt lverpaßte der Urlauber seinen Zug und kam in Fraustadt mit einem halben Tag Ver­spätung am Das liebliche wäre nun gewesen, daß der'Mann in den' Kasten gewandert wäre, Hindenburg ließ^abcr die Entschuldigung geltet: und diktierte Ihm keine Strafe zu, da irgendwelche Klaget: über die Aufführung des Mannes nicht Vorlagen. Der gat^ze Hindenbnrg liegt in dieser Ge­schichte, der ganze Hindenburg, der seine Soldaten nicht nur als Material betrachtet, sondern sie auch als Menschen wertet und behandelt.

ANS Siafci mi$ Co«©.

G ießen, 6. April 1916.

Die Tätigkeit des Lesehalle-VereirrS.

Mat: schreibt uns:

Der Lesehalle-Verein hat im Kriegsjo.hr 1915 seinen Aufgaben mich Kräften gedient. Trotzoem bei gebotener ^Spar­samkeit wenig neue Bücher angeschafft wurden, sind im ganzen 28117 Bände aus der Bücherhalle ausgeliehen worden gegenüber 25 043 in: Jahre 1914. Diese Steigerung um über 3000 Bände wäre in Friedenszeiten. durchaus als erfreuliches Ergebnis zu buchen, in den gegenwärtigen Zeitläuften liegt sie nicht in Der Linie gleichmäßiger Entwicklung: es wirkt sicherlich der Drang mit, durch planloses Leset: über gespannte, besorgte oder leere Stunden Hinzugleiten. Das soll mm: nickst loben und nicht sckielten. Es muß uns für jetzt genug sein, daß unsere Benutzer nichts dem Inhalte nach Schädliches in die Hände bekommen. Vielen ist Muße und Tätigkeit, ist alle Gewohnheit des Daseins verschoben und verändert, und mancherlei geistiges Wesen und Streben, ^das vordem verborget: blieb, wird an der Oberfläche sichtbar. Das Bedürfnis nach, tiefer Bildung äußert sich, unstät noch und oft verworren, aber vernehmlicher als in den Zeiten gesicherten Behagens. Bei unfern Truppen in der Garnison, bei Rekruten tmd Landsturmleuten, bei Vernnmdeten und Genesenden tritt es zutage. Aus dem Felde vernehmen wir, was unsere Hoffnung beflügeln muß. Im Unterstand und in der Ortsunterkunft sind an allen' drei Fronten f r e i 2 Bereinigungen entstanden zwischen Lehrern aller Grade und Bauern und Arbeitern zu ge- mcinsatner Lektüre und gemeinsamen: Unterricht im Geben und Nehmen herüber und hinüber im Angesichte der Gefahr findet sich der Deutsche zum Deutschen. Dieser neue Geist hat uns an­gesprochen aus den Dankschreiben auf unsere W e i h n a ch t s - gäbe. Wir hatten an die Kompagnien unseres Regiments je ein Bücherpaket geschickt mit ans ge wühl den Erzählungen, Schriften über Geschichte und Naturgeschichte, Volksausgaben der Klassiker; auch Bilderheste waren beigelcgt,

damit in eure rauhe Welt

ein Strahl von Kunst und Schönheit fällt."

Den Verteidigen: unserer geistigen Güter" hatten wir die Sendung gewidmet, sie ist sehr günstig ausgenommen worden und hat hie und da den Grundstock einer Ko m Pa gn i e bi bl io* t hek abgegeben. Auch einzelne Soldaten haben sich draußen der heimatlichen Bücherhalle erinnert und Wünsche an uns gelangen lassen. Ihnen hilfreich! zu sein, war unseren Bibliothekarinnen! eine besotrdere Freude.

Die Lesehalle am Selterstor wird viel besucht. Des Zeitungslesens ist ja kein Ende im Wellenschlags der Geschichte. Wer aber heilsame Entspannung sucht zwischen dent vorigen und dem nächsten Tagesbericht, der wird sie finden in Broschüren, in Wochen- und Monatsschriften. Auch hier bleiben wir zumeist im Bereich der Zeitereignisse, aber der Blickpunkt ist eit: anderer, und wir versichert: uns leichter der notwendigenRuhe in der Be- weguttg". Die Kutrst mag uns heute nur flüchtig berühren, sie wartet auf eine stillere Zukunft; die Sttmmjung für ihre Gebilde ist auch jetzt nicht verflogen. Es war» uns möglich, die reiche Schuchardsche Sammlung im Verkehr über Bücherhalle und Nni- versitätsbibliotlstk nutzbar zu machen. *

Stadt, Kreis und Bezirkssparkasse haben uns wie früher unter­stützt, und auch die Bürgerschaft ist uns treu geblieben. Die Ver­minderung der Vditgliederzalst von 324 aus 296 ist in Anbetracht der wirtschaftlichen Verschiebungen unerheblich zu nennen. Daß Friedensanftalten wie unsere Bücher- und Lesehalle in solcher Kriegszeit bestehen und das ihrige leisten dürfen, bestärkt tinsern Stolz und erhöht unsere Zuversicht.

' ».

** Eine Sitzung der Stadtverordneten- Versammlung ist auf Freitag, den 7. April 1916, nachmittags 5 lkhr, anbercrurnt. Auf der Tagesord­nung steht: 1. Mitteilungen. 2. Errichtung eines Logier- Haus-Erweitevungsbaues auf dem Grundstück Flirr X Nr. 128 durch die Gewerkschaft Gießetter Braunsteinb>ergwerke. 3. Er­richtung eines Aufenthalts raumes am Wißmar er Weg durch die Firma A. u. W. Denninghoff. 4. Umbauten im Gas­werk; hier: Kreditbewilligung. 5. Gaslieferung für die Be­leuchtung der Wagen auf dem Bahnhof Gießen; hier: Kredit­erweiterung. 6. Beschaffung von Zählern für das Elektrizi­tätswerk; hier: Kreoitbew-illigung. 7. Festsetzung des Preises für Eis aus dem Schlachthof. 8. Verkauf einer alten Feuer­spritze. 9. Rechnung der Plockschen Stiftung für 1914. 10. Voranschlag der Plockschen Stiftung fiir 1916. 11. Vor­anschlag der Armenkaffe für 1916. 12. Gesuch des Kinder- gartenvereins um Unterstützung.

Auszeichnung. Dem Lehrer an der Stadtknabenschule, Leutnant der Res. Adam wurde für die Kämpfe bei Derdun da? Eiserne Kreuz erster Klasse verliehen und vom Kaiser persönlich überrreicht. Leutnant der Reserve Gerichtsreferendar Nudott B r ü ch e r vom Jnf.-Regt. 140 erhielt bei der Durch­führung einer gewaltsamen Erkundigung das Eiserne Kreuz 2. Klasse. Außerdem erhielt er am 25. März die Hessische Tapfer- keitSmedatlte.

**ZurErledigungderanläßlichder Ausfuhr-, Durchfuhr - und Einfuhrverbote dem Reichskanzler ob­liegenden Geschäfte ist eine besondere Dienststelle eingerichtet und mit ihrer Leitung der Präsident des' Kaiserlichen ^tattfttscben Amts, Herr Delbrück, bettaut »oorden. Er führt im amtlichen Verkehr die BezeichnungReichskommissar für Aus - und Ein­fuhrbewilligung". Seine Eteschäftsräume befindet: sich in Berlin W., Lützowufer8. Die Zentralstellen für Ausfuhrbewilligung unterstehen dem Reichsbommissar. Zur Vermeidung von Verzöge­rungen muß daher dringend empfohlen werden, Änttäge, betref­fend die Ausführ-, Durchfuhr- und Einfuhrverbote, foferu sie nicht. zunächst den Zentralstellen für Ausfuhrbewilligungen zuzustellen sind, nicht an das Reichsautt des Innern, sondern an den Rei chs - komnrissar für At:s- und Einfuhrbewilligung, Berlin W. 10, L ü tz o w u f e r 8, zu richten.

** Warnung. Der Polizeipräsident von Frankft:rt warnt nochmals vor dem Treibet: des ehentaligen Pfarrers Theodor Gustav Immanuel Wange mann, anr 17. April 1865 zu Cam- min in Pommern geboren, der am 25. Februar d. I. nach Ver­büßung einer Gefängnissttase gegen den 8 175 Stt.G.B. und wegen unberechtigten Tragens von O fsiziers-Umform aus der Straf­anstalt entlassen worden ist. Er hat sogleich wieder Verkündungen ix. a. mit Geistlichen, deren Gastfreundschaft er rtt Anspruch nimmt, angeknüpft und darauf hingearbeitet, bei Versammlungen reli­giöser Gemeinschaften (Sekten) aller Art als Redner auszutreten, natürlich nur für seine So-nderinteressen Propaganda zu machet:. Wangemann hak dabei auch schon wieder dett Versuch gentacht, fürfein, Waisenhaus in Rustschuk in Bulgarien" zu kollektteren, ttotzden: ihm kurz vor seiner Entlassung amtlich eröffnet worden ist, daß das Kaiserlich deutsche Konsulat in Sofia das yöttge vor­bereitet hat, um zu verhittdern, daß er seine frühere Tätigkeit dort ^wieder auftiintmt.

*

Die DarlehenSkaffenscheine zu 50 Mark.

Beschreibung der auf Grund des Gesetzes vom 4. August 1914 ausge fertigten Scheine.

Tie Dqrlehenskai'smtscheine zu 50 Mark sind 15 Zentimeter breit und 10 Zentimeter hoch. Sie bestehen aus Hanfpapier, das als fortlaufendes natürliches Wasferzeichett eine von Lorbeer- zweigeit umgebene Kaiserkrone trägt. Auf der Rückseite befindet sich links ein aus gemischten (roten, blauen, grünet: und gelben) Pflanzenfasern bestehet!der Streifen. Die Vorderseite ent­hält eilten Untergrund in gelblicher, rotbrauner und gomrblauer Farbe. Der äußere graublaue Raud> zeigt zwischen geraden Ein- fassmigslinien eine verschlunaetie Guillochen mit Rosettett in den vier Ecken. Aus der J'imensläche befinden sick> stilisierte Reichs- abz eichet:. Tie linke Gruppe v on Ab Zeichen ist von eurer aus

einzelnet: Bogen bestehenden Umrahmungen umgeben und zeigt ein senkrecht stehendes, graublau gehaltenes Schwert vor einer bm Hintergrund mit ihren Sttahlen erfüllendar Sonne, darüber zwei kreuzweise angeordtrete Zepter und über deren Mitte, ine Sonne zum großen Teil verdeckend, die Karserttone, Sonne, Zepter und Krone srud in rotbrauner Farbe gedruckt. Rechts befindet sich an entsprechender Stelle, ebenfalls in einer gleichartigen Um- rahnmng, eit: Reichsadler in rotbrauner Farbe. Zwischen den beiden Gruppen von Reichsäbzeichen steht oben und unten je eme schraffierte 50 in rotbrauner Farbe. Im übrigen ist der Unter­grund der Vorderseite durch ztveifarbige «gelbe und graublaue) Stenre und Rosetten ausgefültt, die zrmr Teil die Zahk 50 ent­halten. Der freie Papierrand der Vorderseite läßt einen gelblichen, aus Punkten bestehenden Utttergrund erkennen. Ferner enthält die Vorderseite folgenden Aufdruck in detttscher Schrift:

Darlehenskassenschein.

Fünfzig Mark.

Berlin, 5. August 1914.

Reichsschuldenverwaltung.

v. Bis hoffshuusen Warnecke Viereggt

Müller Noelle Diclchuth Springer

In den beiden unteren Ecken ist der Kontrollstentpel in tief­blauer Farbe und darunter aus beiden Seiten der Sttaffatz an­gebracht. Textauftruck und Strassatz sind in grünlich-schwarzer Farbe hergestellt.

Tie R ü ck s e i t e ist in grüner Farbe gedurckt und zieigt einen in der Mitte geteilten rechteckigen Rahmen, auf dem schraffierte Verzierungen, durch lichte Eck- und Mittelstücke unterbrochen, aus dunllem Grunde l)ervortteten. In jedem der beiden ein- geschlossenen Felder befindet sich in medaillonarttgem, verzier­tem Rahmen, links von stilisierten Eichen-, rechts von sttlisierten Fich tenzweigen tnit Früchten umgeben, ein Brustbild der Germania. Beide Bilder haben das Antlitz einander xugewendet: das auf­gelöste Haar ist mit der Kaiserkrone und einem Lorbeerkranz geschmückt: die erhobene Hatrd hält einen Zepter, besten Spitze den preußischen Mer ttägt. Ter übrige Teil innerhalb des Rahmens wird von einem aus verschlungenen Linien gebildeten Untcrgrundmuftcr mrsgefüllt. Nach außen ist der Rahmen von einem doppelten Rand in zartem Linienmuster umgebet:. Der Aufdruck, welcher die Brustbilder der Germania und die sie umgebenden Verzierungen teilweise verdeckt, lautet in deutsche- Schrrft:

Darlehenskaffenschein.

Fünfzig Mark.

Darunter befindet sifti in kräftiger, leicht verzierter Ausführung die Zahl 50, die mit ihrer unteren .Hälfte in die untere Leiste des Rahmens, sie unterbrechend, hineinreicht. Umzogen sitrd die Ziffern von einem schmalen weißet: Rande. Außerhalb des Rahmens, auf der zarten Linien Umrandung, sttrd links imtert und rechts oben Buchstabe und Nummer des Scheins in roter Farbe ausgedruckt.

Der freie Papierrand läßt einen in gelber Farbe hergestellten Schiutzdruck erkennen. Dieser besteht aus einzelnen schräg ge­stellten. Zeilen, die aus den sich wiederholenden Worten DARLEHENSKASSEN SCHEIN MARK FÜNFZIG MARK zusammengesetzt sind.

Alrchrrche Nach richte«.

I;raelitijche Keligionrgrmein-e. Sottrr-ienft in der Synagoge (Süd-Anlage^

Samstag, den 8. April 1916: Vorabend: 6.45 Uhr.

Morgens: 9.66 Uhr.

Nachmittags: 3.36 Uhr.

Sabbatausgang: 7.55 Uhr.

Srraelitischc Neligionsgesellschast.

- Sotterdieilst.

Sabbatfeier am 8. April 1916* Freitag abend 6.46 Uhr.

Samstag vormittag 8.36 Uhr.

Samstag nachmittag 3.36 Uhr.

Sabbatausgang 7.55 Uhr.

Wochengottesdienst morgens 6.45, abends 6.36 Uhr.

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Meteorologische Beobachtungen der Station Sietzen

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April igo jii

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Regen

5.

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7,6

6.9

88

10

6.

7 36

7,4

6,9

89

10

Höchste Temperatur am 4. bis 5. April 1916: 4- 13,6' 6. Niedrigste . 4. , b . 1916: + 7,4* C.

Niederschlag 2,9 mm.

Amtlicher Teil.

Bet r. : Das Verbot der AitsfuHr von Rindvieh, Schafen und Schweinen und von Fleisch und Fleischwaren aus dem Großlierzogtum Hessen.

Auf Grund der Verordnung des Bundesrats über Fleischvcr- sorgung vom 27. März 1916 (Reichs-Gesetzbl. S. 199) hat die Reichsfleischstelle angeordnet, daß im Groß Herzogtum Hessen die für die Heeresverpflegung ihm auferlegten Mengen von Schlackt^ Vieh (Rindvieh, Schafen und Schweitren), sowie die zur Versorgutlg der Zivilbevölkerung einschließlich der Garnisonen, Lazarette und Gefangenenlager aufzubringenden Schlachttiere der genannten Arien aus dem Lande selbst besckmflt tverden müsse::. Aus diesem Grunde sehen wir uns veranlaßt, die Ausfuhr von Vieh der genannte:: Arten und von Fleisch und Fleischwaren (K 11 der Verordnung) aus dem Großherzogtum mit sofottiger Wirktmg zu verbieten.

Alle in bezug auf die Ausfuhr von Vieh und Fleisch ein­zelnen nichchessischen Landesteilen gegenüber zugestandenett Erwach tiguttgett werden hiermit zurückgezogen. Bereits in dieser Hinsicht abgeschlossene Kauf- und Lieftrungsvertragx dürfen nicht mehr aus- geführt werde».

Weitere Entschließungen im Sinne obiger Verordnung blei­ben Vorbehalte::.

Darmstadt, der: 3. Llpril 1916.

Grvßherzogliches Ministeriim: deS Innern, v. H v m b e r g k.

An den Oberbürgermeister zu Gießen, die Großb. Bürger­meistereien der Landgemeinden des Kreises, Großb. Polizei- amt Gießen und Großb. Gendarmerie des Kreffcs.

Auf vorstehendes Verbot mack«n nur Sie mit dem Aufttage aufnterksam, sofort unb iviederholt ortsüblich bekannt zu mackie'n. alle Viehhändler, Metzger und sonstige Beteiligte zu bedeuten tmd jede Zuwiderhandlung zur Attzeige zu bringen Auch die Post- ämter und Gütcrabfettigungen sind zu verständigen.

Gießen, den 4. April 1916.

Grvßberzogliches Kreisamt Gießen.

I. B. - Langer mann.