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25.4.1916 Erstes Blatt
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Uchsl. Statut iwu chr l'veieu, i>ic übrigen eittfU>l>eu. In diesem Ab­schnitt wurde ferner ein von zwei feindlichen Bataillonen ausge- ^führter Angriff im Gegenangriff zurückgeschlagen, wobei etwa die Hälfte der feindlichen Truppe vernichtet, wurde. Auf i>nn linken Flügel wurden im Küstenabschnitt vereinzelte Angriffe .-des Feindes mit Erfolg zum Stechen gebracht.

Bei Sedd ül Bahr eröffneten zwei feindliche Schiffe ein funwirksames Feuer. Einige Flugzeuge 'erschienen in grosser Höhe -Und warf-cn Bomben ab, die ins Wasser fielen. An der Küste von Smyrna feuerten zwei feindliche Monitvre in Zwischenräumen Und zogen sich dann zurück.

Ein englischer Bericht über die Lage in Mesopotamien.

London, 23. April. MTB.) Eine Meldung des Kom­mandanten in Mesopotamien lautet:

Ein am Morgen des 23. April am linken T i gr i s u fer gegen die türkisch: Stellung ausgeführter Angriff scheiterte. Tie Stellung > wurde am 20. und 21. April, sowie während der Nacht und auch an: Morgen des 23. April unter Geschützfener genommen. In­folge der Ueberschtzoemnumgen war cs mir für eine Brigade mög­lich, auf einer sehr kurzen Front anzugreifen. Wir drangen in käe erste mid zweite feindlich-: Linie nach einein Vormarsch durch .'SAmpfe nnd unter Wasser - stehende Schützengräben ein. Einige Derne Abteilungen gelangten sogar in die dritte Linie. Indessen) vermochte sich die Brigade unter dem Gegenangriff des Feindes ,röcht zu behaupten und andere Brigaden, die zur Unterstützung gesandt wurden, konnten das überschwemmte Gebiet angesichts des heftiger Maschinen geivehrfeuers nicht durchqueren. Auch unsere Truppen aus dem rechten Ufer des Flusses vermochten nur geringen ^Fortschritt zu machen. _

London, 22. April. (WTB. Nichtamtlich.) Jas Kriegs- Ministerium gibt weitere Einzelheiten über die Kämpfe in Meso­potamien anr 17. vjib 18. April belännt: Wie sich- herausstellt, iuittternahin >der Feind seiner: Angriff mit ungefähr 10 00O Mann, die aus einer ganzem Division und Teilen von zwei anderen zu- sanrnvengesetzt waren. Diese gingen in dichten Reihen vor und dvangen. in einen Teil unserer Front ein. In nur 450 Meter .Fvmrtbreite einer unserer Brigaden 'konnten wir 12 bis 1500 türkische Leichen zählen. Es wird berichtet,^dass die Leichen ebenso dicht auf den arideren Wschnitten unserer Front liegen. Die Zahl der allein in der Nacht des 17. getöteter: Feinde wird auf über 8000 geschätzt. Nach verschiedenen Anzeichen wurden die Angriffe von Deutschen geführt, von deneii sich einige unter den Toten -befinden. Der Feind vermutete Erscheinend, da er einen Teil unserer Truppen durchs das Hochwasser abgeschnitten wähnte, dass er die 'Aussicht hätte, sie zu vernichten. Tie Gesamtsumme der britischen Sßertuffce äst viel geringer, als die Zahl der getöteten Türken. Am 18. unternahmen unsere Flieger bei stürmischem Wetter einen sehr schwierigen Evkumdungsflug. Das Hochwaffer breitet sich aus; der WassersÄnd des Flusses ist sehr hoch.

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Konstantinopel, 22. April. (WTB. Nichtamtlich.) Das Hauptquartier teilt mit: An der Jrcrkfront büßte der Feind sin der Schlacht von Baitissa, die am 17. April aus dem reckllen. Tigrisuser i nicht aus dem linken, wie irrtümlich im gestrigen Be­rich gemeldet ist) geliefert wurde und mit der Niederlage des F-eindes endete, üder 4000 an Toten undVermintye- f e ti , sowie 14 Maschinen gewehre, einen Major, zwei Offiziere vrnd einige Soldaten ein. die er in unseren Händen zuruclliess. Diese am'Tigrisuser gelieferten Schlachten lassen sich bis km,cb neu­lich 20. Avril bis zur letzten Phase, der Schlacht vonl 17. April Aügendei'massen znsammensassen: Die von -unseren, Truppen am 47. April unternommenen Gegenangriffe zur Wiederervberung öder vorgeschobenen Stellungen von Beitissa dauerten in der Nacht zum 18. April 7' ..Stundenlang. Schliesslich wurden die beiden aut dieser Front befindlichen feindlichen Brigaden aus ihren Stellungen verjagt. Inzwischen sandte der Feind drei Brigaden, um unsere Angriffskolonneu in der Flanke zu überraschen, sowie uni den Rückzug seiner eigenen Brigaden aufznhalten und sie wieder vor- zuweibeu. Die herbeigveilten Brigaden konnten keinerlei Ergebnis erzielen und zogen sich mit den Brigaden der vorderen Front zu­rück. Wir-erbeuteten in den von uns wieder eroberten vorgescho­bene Stellungen 13 Maschinengewehre, während wir seinerzeit ncrr lein Maschinengewehr dort zurnckgelassen hatten, und nahmen ein-en Major, 2 Offiziere und 13 Soldaten gefangen. In den Kämpfen allem an dieser Front zählten wir über 2000feind- Ii cf»e Leichen. Die Gesamtverluste des Feindes werden ans mindestens 4000 geschätzt. Am 18. herrschte Rühe. Am 19. unter- nochm der Feind in der Stärke von einer Division einen verztzver- fe&eit Gegenangriff gegen unsere vorgeschobenen Stellungen bei Beitissa. Wir ließen ihn bis aus 10 Meter an unsere Graben her­ankommen; dann griffen unsere Truppen mit dem BaionE an Und zwangen den Feind, sich unter Zurücklassung zahlreicher Toten fluchtartig zurückzuziel-en; außerdem eroberten wir noch ein Ma- schnvcmgewehr. Am 20. mackste der Feind keinen Angriffsversuch: er schien mit dem Aüttanspcai seiner Verwundeten und der Beer­digung seiner Toten beschäftigt. Während dieser 4 Tage fand keine wichtige Diktion auf dem linken Tigrisuser und in der Gegend von Felabie statt, abgesehen von einer zeitweilig aus setzenden Be­schießung. 2ki Knt-el-Amara ist -die Lage unverändert.

An der K a u k a s u s f r o n t fand auf dem reckten Flügel kein Kumps von Bedeuttmg statt. Ein gegen den rechten Flügel des Tschorulabschnittes gerichteter feindlicher Angriff-tvurde angehal­ten. Wir nahmen dort einen Offizier und 60 Mann gefangen. Einige seindlick)c Kriegssckstffe ersckstenen von Zeit zu Zeit <rn der Küste bei Smyrna und beschossen die Insel Ebensten, sowie einige Teile der Küste. Feindliche Flugzeuge überflogen Phocva und die Vorstadt Smyrnas, Cordelia, über die sie einige Bomben ab- wacfen, ohne eine Wirkung zu erzielen. Am 20. führte eines unserer Flugzeuge einen Ueberlandflug von 300 Kilometer über die Wüste El-Kantava am Suezkanal in drei Stunden aus. Dort belegte es die feindlichen Truppenlager erfolgreich mit Bomben und kehrte unversehrt zurück. Unsere Kamelreiterabteilungen über­raschten in der Gegend des Kanals eine starke berittene Patrouille des Feindes, Löteten 7 Mann Und verfolgten den Rest, der flüchte.

Die Kämpfe an der Kankasusfront.

Konstant in opel, 22. April. Amtlicher Heeresbericht.

Bon der Irak front kerne Nachricht von Bedeutung.

An der Kauka snsfrvnt wurden die feindlichen Kräfte, die sich im Abschnitte von Mvtiki unmittelbar südlich von Bitlis befand«:, durch einen überraschenden Angriff, den soir unternahmen, genötigt, Rückzugsgefechte in der Rich­tung auf Bitlis zu liefern, wobei sie Hunderte von Toten zurück­ließen. Nach einem Kampfe von vier Stunden, der sich vom Berge Kozma bis östlich von Musch hinzog, 'wurde der Feind nach Osten, znrückgeworfen. In den Kämpfen, die sich am Berge Kop, in der Umgebung der Höhe 2600 bis östlich von Aschkale abspielten, die Angriffe der Russen zirm Stehen gebracht, und durch einen von uns unternommenen Gegenangriff wurde der Feind vorr den Höhen und Abhängen nördlich von diesem Berge zurück- geschlagen, wobei er schwere Verluste erlitt. Im Tschorok- gebiete nur Scharmützel. Eine feindliche Abteilung, die von Trapezunt nach Süden vorzurücken versuchte, wurde im Ab- schnittc von Tjevizlik zum Stehen gebracht. IM übrigen finden Gefechte zwischen unseren Küstenwachabtellungen und der bei Bolathanc gelandeten russischen Abteilung statt.

In der Nacht des 6. Llpril hat eines unserer Wasserflug­zeuge bei einem Angriff auf Jmbros und Tenedos mit Erfolg Bomben auf Einrichttmgen des Feindes am Hasen von Tenedos und ebenso aus sein Lager geworfen.

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Die Adresse Wilsons an den Kongreß.

New York 22. April. (Funkspruch des Vertreters von WTBh In seiner Adresse sagte Präsident Wilson: In Verfolgung der Tauchbootkriegsührung gegen den Handel der Feinde, die Deutschland trotz des ernsten Einspruchs imserer Re­gierung unternommen hat, iydbm die deutschen Tauchbootkomman- bantcn Handelsschiffe mit immer grösserer Lebhaftigkeit angegrif­fen, nicht nur auf hoher See um England und Irland herum»

sondern wo immer sie sie antreffen tvnmeu, uiu* -ui e-.aec _onie, die immer und immer unbarmherziger und iinmer untcrichwbs- loser wurde, und, während die Ääonarc dahingingen, weniger und weniger unter Beobachtung irgendwelcher Schranken, und sie haben bedenkenlos ihre Angriffe aus Schiffe jeder Nationalität nnd Schisse, die sich in jeder Art von Diensten befanden, gerichtet. Eine Tragödie auf «L>ee ist der anderen gefolgt in einer Weise und unter solchen Beglellnmständen, dass offenbar wqrde, daß diese Kriegführung, wenn das noch eine Kriegführung ist, nicht fortge­setzt werden kann ohne handgreifliche Verletzung der Gesetze der Menschlichkeit. Was auch die Ansicht und Absicht der deutschen Re­gierung ist, sie hat offenbar bewiesen, daß es ihr unmöglich ist, solche Angriffsmethoden auf den feindlichen Handel innerhalb der Grenzen zu halten, die durch Vernunft oder Menschlichkeit gesetzt werden. Einer der letzten und schrecklichsten Vorfälle dieser Kriegführung war die Vernichtung der ,,Sussex". Dieser muß, wie die Versenkung derLnsitania", als ein einzigartig tragischer nnd ungerechtfertigter Fall angesehen werden, dass er ein schreckliches Beispiel für die Unmenschlichkeit der Tauch- üootkriegführung ist, wie sie die Kommandanten der deut­schen Fahrzeuge in den letzten zwölf Neonaten betrieben haben. Wenn dieser Vorfall für sich allein dastünde, so könnte irgend eine (Erklärung, eine Missbilligung durch Deutschland, eine Fest­stellung eines verbrecherischen Fehlers oder willkürlichen Un­gehorsams seitens des Kommandanten des Fahrzeuges, das den Torpedo abgefeuert hat, gesucht oder angenommen werden; aber unglü-cllichLrweise steht er nickst allem. Tie jüngsten Ereignisse machen den Schluss unausweichlich, dass er nur ein Beispiel, obwohl eines der schwersten und betr ü be n d sten Bei s pi el e, ist für den Geist und die Art der Kviegsführung, die hie deutsche Regierung fälschlich angenommen hat, und die von Anfang an die deutsche Regierung dem 31orwürfe aussetzte, dass sie alle Rechte der Neutralen beiseite wirft, indem sie nur ihr eigenes augenblickliches Ziel im Auge habe. Die amerikanische Regierung hat sich bemüht, sich von jeder zUweitgehenden Handlung oder Einspruch durch bedächtige Erwägung der ausserordentlichen Umstände dieses Krie­ges, der keinen Vorgänger in der Geschichte kennt, sernznhalten, und- liess sich in allem, was sie sagte oder tat, von den Gefühlen eckst er Freundschasi leiten, die imnver das Volk der Der-emigten Staaten gegenüber dem dentschlen Volke gehegt hat und auch sort­fährt zu hegen. ^

Mit Bezug auf den Weg, der in AussM genommen worden ist, falls Deutschland nicht sofort einen Verzicht auf^die gegen­wärtige Art der Kriegführung gegen Passagier- und Frachtschiff erklärt und in die Tat nmsetzt. sagte Wsilson: Zu dieser Ent­scheidung bin ich mit schmerzlichsten: Bedauern gekommen. Ich bin sicher, dass alle bedackstsamen Amerikaner der Möglichkeit eines Vorgehens, wie es in Llussicht g«wmmen ist, mit anf- richtigem Widerstreben entgegensehen werden, aber wir dürfen nicht vergessen, dass wir in gewisser Weise und durch den Zwang der Umstände die v e r a n t wo etlichen Wortführer s ü r die R e ck> te der Menschheit sind, und dass wir nicht sttll- sck'weigend dabei stehen dürfen, während diese Rechte allmählich vollständig beiseite gefegt werden. Im zermalr.leiden Strome dieses schrecklichen Krieges sind wir es der Rücksicht auf unsira eigenen Rechte als Nation, rmsevem Pflichtgefichl als Vertreter der Rechte der Neutralen in der ganzen W-elt und einer gerechten Auffassung der Rechte der Menschheit schuldig, jetzt mit äußerstcun Ernst und Festigkeit den Standpunkt einzunchmen, den ich ein­genommen babe, und zwar im Vertrauen darauf, dass ich Ihre Billigung und Ihren Beistand finden werde. .Mle enrst denkenden Männer nrüssen sich in der Hoffnung vereinigen, dass die deutsche Regierung, die in anderen Fällen als Verfechter alles dessen dagestanden hat, für bis. wir jetzt im Jntmesse der Menschlichkeit eintreten, die B e r -ech t i g u n g u n s e r e r Forderungen an­erkennen .möge und ihnen in de'n Geiste begegnen wird, in denr sie gestellt worden sind.

Washington, 22. April. (WTB.) Während der Ver­lesung der Lldresse herrschte gespannte ernste Stille. Als Wilson rnit dem AuÄrucke der "Hoffnung, daß Deutschland so handeln werde, daß ein bedauerlicher Bruch stnit Amerikq abgewenHet werden könnte, brach das Haus in Beifallsrufe aus. Wilson verlangte keinerlei Maßnahmen vom Kongreß.

Amerika und Japan.

London, 24. April. (WTB.) DieMorning Post" meldet ans Washington vom 21. April: Der japanische Bot­schaft e r hat dem Staatsdepartement einen Einspruch gegen das Einwanderungsgesetz, das asiatische Einwanderer ausschliesst, überreicht. Das Gesetz durchlief das Repräsentanten­haus und liegt dem Senat vor. Die japanische Regierung erhebt dagegen Einspruch, well es gegen die Würde des japanischen Vol­kes verstoße und den guten Glauben der japanischen Regierung in Frage stelle. Der japanische Einspruch hat in Regierungskreiseni eine' gewisse Beunruhigung hervorgerusen.

od;tlic mit j \j\j6 viftfyi-üu», tüi Werke von etwa 11^/2 :orn» lioncn Kronen, u n t e r g ega ng e n sind.

Queeultown, 24. April. (WTB.) Der italienische DampferJozeef Agost Focherczeg" (?) ist von einem Unterseeboot versenkt worden. Die Besatzung wurde gerettet.

London, 24. Aprll. (WTB.) Nach einer Lloyd-Meldung wurde am Samstag morgen die französische BarkC ha- uaral" (2423 Registertonnen) torpediert. Tie Wiannschaft ist, wie angenommen wird, gerettet worden.

Ter Kapitän und 16 Mann des DanrpfersFeliciana" (4277 Registertonnen) sind durch einen Dampfer aufgenvinrnen worden. Nach dem Rest der Mannschaft wird gesucht. ^ TieFeli- ciana" ist vollkommen verloren. Sie war imbelvafsiiet. Nach einem anderen Berichte wnrd: die gesamte Mannschaft gelandet.

London, 22. April. Lloyds melden aus Queenstown: Der norwegische Dampfer And ist bei Daunts-Rock ge­sunken. Die Mannschaft ist hier eingetroffen.

Paris, 24. April. (WTB. Nichtamtlich.) DerTemps" meldet: Auf der Reede von Algier ereignete sich an Bord des beladenen PetroleumdampfersNotre Dame d'Afrigue" eine heftige Explosion. Sieben Per­sonen wurden verwundet. Infolge des ausgebrochenen Bran­des gelang es nicht, das Schiff zu retten, das in dev Nähe des Hafens unterging. Die Ursache der Explosion ist unbekannt, man vermutet Unvorsichtigkeit.

Aus China.

Peking, 22. April. (WTB.) Meldung des Reuter scheu Bureaus: Tuan-Schi-Jui Hut die Ministerprcksidcut- schaft und das Portefeuille des Kriegsministcriums, sowie die Bildung des neuen Ministeriums übernommen. Füan- Schih-kai hat darin eingewilligt, alle Zivilgewalt an das Ministerium abzutreten. Man hofft, daß die Uebernahme des Präsidiums im Ministerium durch Tuar-Schi-Iui, der ein entschiedener Republikaner ist, den Süden versöhnen wird.

Schanghai, 24. April. (WTB.) Meldung desReuter- schen Bureaus. Der chinesische KreuzerHai-Jung" stieß, während er am Samstag abend Truppentransporte nach den Südinseln des Tschusan-Archipels begleitete, mit dem DmnpferH sin hu" zusammen und brachte ihn zum Sinken. Von den tausend an Bord befindlichen Soldaten und der Besatzung wurden dreißig Mann gerettet.

Aus dem Uerche.

Der Verbrauch von Tee.

Berlin, 22. April. (WTB. Amtlich.) Der Kriegsaus- schuss für Kaffee, Tee und deren Ersatzmittel G. m. b. H. macht bekannt, daß von den verordnungsgemäß gemeldeten und bei ihm verbuchten Beständen an Tee demnächst ein nennenswertes Quantum voraussichtlich freigegcbcn werden kann. Um den dringendsten Bedürfnissen des Publikmns zu genügen, wird hier­mit unter den nachsteheiüen Bedingungen einstweilen eine Quote von insgesamt 10 Prozent des angenieLdeten Tees dem Verkehr sreiaegeben. Die BcdingiUiFen sind: 1. Es dürfen im Kleinver- kauf dem cinzelnen Käufer nicht mehr als 125 Gramm auf ein­mal verabfolgt werden. 2. Für guten Konsum-Tee darf dabei der Preis für das Pfund (500 Gramm) 4,50 Mk. für lose Ware, 5 Mk. für gepackte Ware nicht überschreiten.

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B e r l i n, 22. April. (WTB.) DerReichAarizeiger" ver­öffentlicht eine Bekanutnmchuilg über die Todeserklärung K r i e g s v e r s ch o l l e n c r mit einer längeren Begründung.

Frankfurt a. M., 22. April. (WTB.) Das Stellver­tretende Generalkommando des 16. Amneeiorps teilt mit: 9Lach einer Verfügung des Königllick>en Kriegsministeriums können Ausgrabungen von Lerck)en zur Rück'füh- rung i n die Heimat für die Monate Mai, Juni, Juli, August und September nicht gestattet werden.

Berlin, 23. April (WTB.) Der Reichskanzler ist heute, aus dem Großen Hauptquartier kommend, hier eingetroffen. __

3 Hts> rrnd Land.

Gießen, 25. Aprll 1916.

Mn deutsches Flugzeug über Dover.

. L o n d o n, 24. April. (WTB. Nichtamtlich.) Das Kriegs- anrt gibt bekannt: Heute morgen 11.45 Uhr erschien ein feindliches Flugzeug über Dover und kreiste in einer Höhe von 6000 Fuß über der Stadt. Die Wwehrgeschütze eröffneten das Feuer und verjagten das Flugzeug, das keine Bomben abwarf.

Die Pariser Wirtschaftsronferenz.

Paris, 22. Aprll. (WTB. Mchtamtlich.) Meldung der Agence Havas. Die Eröffnungssitzung d des intcrparla- ürentarischen Wirtschaftsausschusses wrrd^ am nächsten Donnerstag rm Luxemburg-Palast unter dem Vorsitz des Präsi­denten Poincaro, der am ersten Abend an der Versamnllung teil- nehmen wild, stattfindem. (5m Festessen, in dessen Laufe Brckaud eine Rede hält, wird alle Parlamentarier und Vertreter der alli­ierten Nationen vereinigen. England wird durch 42, Italien durch 43, Serbien durch 14, und Portugal durch 10 Abgesandte ver- tteten sein. Rußland wird ebenfalls eine Berttetung haben.

Aus dem sranzösischen Parlament.

Paris, 24. Aprll. (WTB. Nichtaintlich.) Infolge des Wider­standes der Anhänger der Regierung kam hie Interpellation des Abgeordneten Vernarb über die Mißerfolge der Zensur in der Kammer nicht zur Besprechung. Briano lehnte es ab, aus sie einzugehen und forderte Vertagung. Trotzdem der Interpellant auf bestiuimte Fälle hinwies und der Abgeordnete füufsin-Dugcns mit Enthüllungen drohte, wicrde die Besprechung mit 306 gegen 189 (Stimmen vertag t. Im weiteren Verlauf der Debatte beschwerte sich R u f f i ii - D u g e n s, dass verschie­dene von ihm bei dem Kammerpräsidenten cingereichte schriftliche; Anfragen nicht imJournal Offieiel" abgedruckt worden seien. Er erblickte darin eine Boeirnrächtignng seines Rechtes als Ab­geordneter. Deschanel erklärte, ex glaube im Geiste der Ge­schäftsordnung zic handeln, wenn er die Anfragen nicht abdrucken ließ, da sie gegenüber dem Feinde nicht ohne Nachteil veröffent­licht werden konnten. Der Präsident forderte Nuffin-Dugens auf, aus diesem Grunde auch von der Verlesung abzusehen. Der Red­ner versuchte dies jedoch, so daß ihm der Präsident schliesslich, nachdem er das Haus besragt hatte, das Wort entzog.

Kammer und Senat vertagten sich sodann bis zum 18. Mai.

Russische Vorbereitungen an der bessarabischen Grenze.

Berlin, 22. April. (Priv.-Tel.) DieVossische Zeitung" meldet aus Bukarest: Das BlattSteagul" meldet aus un­terrichteter Quelle, dass Russen an der bessarabischcn Grenze Schützengräben bauen, die sich von Mamorniza bis Reni ziehen. Russische Deserteure erzählen, dass die Russen in den letzten Tagen Nowo Sieliea und Bojan räumten und die Bevülkermig in das Innere des Lcmdes abschoben.

Der Seekrieg.

5dopenHagen, 22. April. (WTB.)Polittken" füllt fest, dass im Perlausc des Klffeges insgesamt 43 dänische

Sammelt Teekräuter.

(Ausschneiden und aufheden!)

Der Rhein-Mainische Verband für Volksbildung macht folgende zeitgenrässe Mitteilung: Kaffee und Tee sind in letzter Zeit im 'Preise erheblich gestiegen und werden noch weiter steigen, ia vielleicht zeitiveilig überhaupt nicht zu haben sein. Diese Tatsache lässt den nachstehenden Hinweis dringend geboten erscheinen. Jeder- manrr ist in der Lage, sich kostenlos und mit leichter Mühie in be­liebiger ^ Menge einen durchaus schmackhaften und bekömmlichen Er­satz für den Deke zrr beschaffen, da wir eine ganze Anzahl wlld- rvachsender Kräuter besitzen, die sich recht gut an Stelle des ^ees verwenden lassen. In Vettacht kommen vor allem Wald­meister, junge Blätter von Brombeeren, Himbeeren, Erdbeeren und .Heidelbeeren (Blaubeeren), die Blütenl des Feldstiefmütrerchens, der Schafgarbe, der L i n d e und des F l i e d e r s (Hollunders), ferner auch die Bluten und'Blätter des Schwarzdorn s (Schlchenstrauch), dce Blatter des Weißdorns und des W a l n u ß b a u m e s , die roten Fruchthütten der H ageüutte, die wilde Pfefferminz. Auch gettocknete A p f e l s ch a l e n lassen sich vorteilhiaft zur Teeberer- tung verwenden. Das Trocknen der Kräuter darf nicht direkt in der Sonne geschehen, sondern erfolgt am besten in luftigen, trockenen und schattigen Räumen, kann aber auch bei mäßiger Hitze durch Dörren vorgenommen werden. Man vergesse nicht, die Krauter während des Trocknens genügend auszubreiten und mehrfach umzu­wenden; sie behalten dann mehr oder weniger ihre grüne Farbe, sstls ganz besonders aromatischer Teerersatz empfiehlt sia> der Wald­meister, der aber unbedingt bereits in diesen Wochen gesammelt, wer­den muß, da sein seiner Duft erhebliche Beeinträchtigung erfahrt, sobald die Blüten aufbrechen. Man trocknet die Kräuter am besten jede Art für sich und stellt dann Mischungen nach persönlichem Ge­schmack her. Vom Waldmeister nimmt Man wetzen des k .ästigen (ve- schmacks zweckmäßig nicht zu viel, «mischt also höchstens 1015 Teile Waldmeister z. B. mit 8590 Teilen Brombeer- und Himbeer- blätter. Der Tee von gettockneten Zungen Heidelbeerblattern steht im Geschmack dem russischen Tee nicht nach und wird besonders von Kindern gern gettunken. Der Tee aus den roten Frucht hu! len der .Hagebutte erinnert im Geschmack sehr an Vanllle. Bei dem Sam­meln der Brombeer- und Himbeerblätter dürfen natürlich nicht die jungen Triebe ganz abgerissen werden, weil

mandadurchdieBrombeererntestarkbeeintrach-

tigen würde. , . .

Niemand sollte versäumen, sich m der nächsten Zell Mit aus­reichendem Vorrat an derartigem Teeersatz ans einheimischen Kiau- tern zu versehen. Vor allem aber sollten auch die Stellen, ivelche die Versorgung der Bevölkerung mit Lebensmitteln sich angelegen sein lassen, diese Kräuter im großen sammeln zu lassen und dörren. Es könnte dadnrckf ähnlich wie dmch das Boerensammeln ärmeren Kinderii auf dem Lande ein lohnender Verdienst verschafft werden. Wir wollen auch nicht vergriffen, daß der Bedarf unserer tfefo* grauen an einem warmen, bekömmlichen und woh.jchmeckenden Ge­tränk ausserordentlich groß ist, weil der Waffexgenuss grosse Ge­fahren für sie bietet. Amen wird vielleicht bereits in den nächsten Monaten ein Päckchen mit deutschem Tee willkommener sein, wie manche andere Liebesgabe, denn Durst ist bekanntlich wert schlimmer als Hunger. Noch einmal sei daraus hingewiesen, dass wrr hier