Ausgabe 
25.4.1916 Erstes Blatt
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1,17 ein:«-; er«-. : :-ä für das wir bisher alle Fahre

ungezählte .'Oiilftonen niv Tlusland gezahlt haben, das wir jetzt Ebn nicht v, h: zu beschaffen vermögen und daß dieser fast kosten - i. Ersatz obendrein frei ist von den schädlichen Wirkungen, die ee und ^ee bei reichliche n benutz ans Nerven und Herz ans- üli'ii. Soll amr etwas gescheh.'n, so muß sofort Hand angelegt werden, uevor die dein essenden Kräuter zu alh werden. Vorhanden uc daran genug und übergenug, um unser ganzes Volk zu versorgen.

Amtliche Persvnalnachrichten. l hat um 12. April d. F. den avang

Herzog

Ludwig W ö r i ß h o f f e r der Uebernahme der enlbuu^

Ter G ro ß- < 5 . oen evangelischen Pfarrest zu Maulbachj aus sein Nachsuchen von ihm übertragenen Pfarrstelle zu Wonsheim - i. >e 5 Gr 0 ßher z 0 gin hat am 5. April dem Ge-

memdere^.mer 0>eorg Jakob Weift in Rimbach i. O. das Silberne Kr.arz des VeMensvordens Philipps des Großmütigen verliehen. Tura^ h'ntschi.reßuirg Gwßh. Ministeriums des Innern wurden r- uachptehend genannten Lehramtsreferelckare zu Lehramrs- assessoreu ernanrtt: Karl Braun zu Maiuz, Karl B r a u n e w e l l zu ließen, Hermann Götz zu Dieburg, Mops Heisen- berger zu Mainz, Tr. Johannes Kohl und Josef Kuhn zu ^.armstadt, Wilhelm Nather zu Rimbach i. 0., Rudolf Neu- 111^1111 zu ^armstadt, Dr. Adolf Schach zu Offenbach, Artur 'Scharmann zu Butzbach, Karl Schell zu Mainz, Tr. Otto Schmidt zu Schlotten, Ludwig Starck zu Tarmstadt. m A " s z e i ch n u n g. Dein Gefreiten Havpel, der seit -degnin des Krieges denn Landwchr-Regt. Nr. 116 im Felde steht, wurde voni Großherzog die Hessische Tapferkeitsmedaille persönlich überreicht.

" Geh. Kirchenrat v. Schlosser (Frankfurt a. M.) begeht heute, am 25. April, seinen 70. Geburtstag.

Die Notwendigkeit der Preiserhöhung i nr Bn ch d ru ck g e w e r b e. Im Verhältnis zu den Preisen fast aller anderen Jndustrieerzaugnisse haben die Druck­sache nprc-.se auch gegenwärtig noch einen auffallend uie- drrgen Stand. Ganz ohne Preisauffchläge kann aber auch das Buchdrnckgewerbe nicht mehr auskommen. Papier, Me­talle für Typen und Platten, Walzenmasse, Druckfarben, Drucksrrrris, Waschöle, Putzlappen, Piltztücher, Schwämme, Seifen, Klebstoffe, Heftzwirn, Heftdraht, Bänder, Hestgaze, Bindfaden, Packstricke und alles, was sonst noch die Äuch^- druckereien brauchen, bevor sie ihre Arbeiten größere Druckwerke wie die verschiedenen kleineren Drucksachen fertig au ihre Kunden abliefern können, müssen sie um die Hälfte, das Doppelte und Mehrfache höher als vor dem Kriege bezahlen. Manches ist überhaupt nicht mehr käuf­lich, so daß zu minderwertigen Ersatzstoffen ge­griffen werden muß. So kosten z. B. die Ersatzmittel zum Waschen der Schriftformen und Druckstöcke 200 bis 300 Proz. mehr als die ursprünglichen Oele. Eine wettere Verschär­fung hat die Lage der Buchdruckereien durch den Mangel an Arbeitskräften und die Erhöhung der Löhne infolge des Steigens der Lebensmittelpreise erfahren. In Verbindung mit der vereinbarten Verlängerung der Gültig­keitsdauer oes Deutschen iBuchdrucker-(Lohn-)Tarifs bis Ende . 1917 kommt jetzt die Gewährung von Teuerungszulagen zur allgemeinen Durchführung. Die Mehrzahl der Buch-- druckereien hatte sich bisher mit einer nur lOprozentigen Erhöhung der sonst üblichen Drucksacheirpreise begnügt. Die neuerlich eingetretenen weiteren Verteuerungen der Her­stellungskosten zwing aber die Buchdruckereien, Satz, Druck und Buchbinderarbeit mindestens 20 Proz. höher als in der Friedenszeit zu berechnen. Außerdem müssen die Buchdruckereien bei der Berechnung des verwendeten Pa­piers, lveil bei diesem die Einkaufspreise meist um 100 Proz. Und mehr gestiegen sind, entsprechende Aufschläge in An­satz bringen. Möge diese Kriegsmaßnahme bei den Druck­auftraggebern das rechte Verständnis finden!

** Eine Unsitte. Die hauptsächlich unter der Schul­jugend viel verbreitete, nicht scharf genug zu verurteilende Unsitte, Gebäude und Einfriedigungen usw., na­mentlich solche mit frischem Anstrich, durch Beschmieren mit Kreide, Schmutz usw. zu verunreinigen, hat in letzter Zeit wieder sehr überhand genommen. Das Großh. Polizeiamt Gießen sieht sich daher veranlaßt, vor deni Be­gehen solcher Beschädigungen eindringlrchst zu warnen, sowie an Lehrer, Eltern, Vormünder usw. das dringende Ersuchen zu richten, die ihrer Obhut unterstellten Kinder mit allen ihnen zu Gebote stehenden Mitteln von der Verübung derartigen Unfugs abzuhalten. Das Auffichts­personal ist angewiesen, die Schuldigen im Betvetnngsfalle unnachsichtlich zur Anzeige zu bringen, im Falle der Strafunlnündigkeit der betreffenden Kuder aber die Bestrafung ihrer Äckern, Vormünder usw. nach Art. ,44 des Polizeistrafgesetzes herbeizusühren.

** Das Meteor. Um das erforderliche wissenschaft­liche Material zu erhalten, fordert das Physikalische Institut der Universität M a r b u r g alle Personen, welche das große Meteor am 3. April gesehen haben, dazu auf, ihre Wahrnehmungen, z. B. genaue Zeitangabe, Farbe und etwaigen Farbenwechsel der Lichterscheinurvg, über Himmelsrichtung und Winkelhöhe, in welcher die Epl-osion öder das Erlöschen des Meteors stattfand, die scheinbare Bahn (am bester! mit Skizze), ferner über die Bewegung und Formänderung des nachbleibenden Schweifes, und auch über etwaiges Geräusch nebst Angabe, wie lange Zeit zwischen Lichterscheinung und Geräusch verging, mitteilen zu wollen. Bon entfernten Orten ist schon von Wert, zu er­fahren, ob das Meteor überhaupt gesehen wurde.

** Vom Gi ebener Bolksbad. Im ersten Vierteljahr wurden in unserem Volksbad im ganzen 22539 Bäder (gegen 22 376 im gleichen Zeitraum 1915 und 28 887 in 1914) abgegeben. Im einzelnen entfallen die Bäder wie folgt: Schwimmbäder 7249 (7914 und 13188), Bol'ksbäder 3 . 10 Pfg. 2526 (2399 und 2763), Wannenbäder erster Klasse 808 (738 und 998), zweiter Klasse 3230 (3163 und 3397), dritter Klasse 1631 (1526 und 904) Brausebäder 6211 (6339 und 7006), Heilbäder 384 (297 und 623). Die Einnahme betrug Mk. 7135 (6807 und 8779). Die Zahlen beweisen, daß die Benutzung der Anstalt im Kriege nachgelassen hat, doch ist der Besuch des Bades durch unsere Frauenwelt während der letzten zwei Jahre stets gestiegen, was um so erfreulicher ist, als sonst die Zahl der abgegebenen Bäder noch mehr zurückgegangen wäre. Auffällig ist, daß die billigen Volks- bäder verhältnismäßig nur schwach benutzt wurden und daß ebenso das Wannenbad dritter Klasse 3 , 40 Pfg. sich nicht größeren Zu­spruchs erfreut. Als die Wanne dritter Masse noch nicht bestand, war die Nachfrage nach einem billigen Wannenbad, besonders aus Kreisen der Frauenwelt, sehr groß, und jetzt, wo die Einrichtung getroffen ist, rechtfertigte sich kaum die Hoffnung, die die Bade- verwaltung in geldlicher Beziehung darauf hegen muß. Es ist aber wohl anzunehmen, daß, wenn der Friede eingekehrt sein wird Und wieder normale Verhältnisse vorliegen, unser Volksbad sich wieder gedeihlich weiter entwickeln wird.

** I n de r Herberge zur Heimat kehrten im Februar ds. Js. 555 Gäste ein (gegen 832 in den gleichen Monaten 1915 und 1438 in 1914). Von diesen nahmen 99 Herberge gegen Ar­beitsleistung an, (118 u. 700), während 456 Gäste Selbstzahler waren (714 u. 798). Im Arbeitsnachweis der Herberge waren 48 offene Stellen gemeldet, von denen 43 mit Arbeitskräften be­setzt wurden. Unter den besetzten Stellen befand sich nur eine ein­zige außerhalb und 42 in der Stadt Gießen. Bon den Unterge­brachten waren 10 gelernte Handwerker und 33 imgelernte Ar­beiter.

** D i c ne u e S 0 m m e r z e i t. Die Notwendigkeit, mit den für Beleuchtungszwecke verfügbaren Rohstoffen und Erzeugnissen

.sparsam umzugehen, hat dazu,geführt, die Zeit während der Monate

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DLai bis cinschl. September, ialfo während der Geltungsdauer des Sommerfahcplans der Eisenbahn, durch Verordnung des BnndeS- rats vom 6. April ds. Js. um eine Stunde vorznverlegen. Durch diese Frühertegung der Stunden während der Sommermonate, wie sie schon vor'Ausbruch des «Kriegs jahrelang von den verschiedensten Seiteil aus volkswirtschaftlichen und volkshygienischen Gründen an- gestreüt worden ist, wird, da die Lebensgcwohnhe'Uen großer Be- völkernngskreise lediglich von der Uhr abhängig sind, das Tage­werk in höherem Maße, als es jetzt der Fall ist, dem Auf- und Untergange der Sonne angepaßt und vielfach vor Eintritt der Dunkelheit beendet werden können. Insbesondere wird der städti­sche Verkehr sich weniger lange während der Dunkelheit abspielen. Die Folge hiervon wird zwar eine nicht ziffermäßig bestimmbare, aber sicher erhebliche Erspa r nis an Leucht Mitteln sein.

** Erhebung der Kartoffelvorräte. Im vaterlän­dischen Interesse ist es unbedingt erforderlich, ein genaues Bild über die gesamten im Reichsgebiet noch vorhandenen Kartoffel- Vorräte zu erhalten, da die Reichsregierung nur, dann in der Lage ist, die auf dem Gebiet der Kartoffelversorguug erforderlichen Maß­nahmen in richtiger Weise zu treffen. Da Grund zu der Annahme besteht, daß bei der letzten im Februar erfolgten Bestandsaufnahme vielfach ungenaue Angaben gemacht worden sind, ist nunmehr eine erneute Vorratsethebung von Reichs' wegen angeordnet worden, die M i t t w 0 ch , den 26. d s. M t s., vorgenommen wird. Hier­bei hat jeder Besitzer von mckhr als 20 Pfund Kartoffeln seine gesamte Kartoffelmenge g e w i s s c n h«l f t anzugeben. Es ist vaterländische Pflicht jedes einzelnen, diese Angaben nach genauester Prüfung zu macken. Niemand darf sich sagen, auf seine verhältnismäßig kleinen Vorräte oder kleine Unterschiede komme es nicht an. Denn gerade diese kleinen Vorräte und Unter­schiede ergeben in ihrer Gesamtheit ganz beträchtliche Zahlen. Wer bei der^ neuen Erhebung seiner Verpflichtung, genaue und gewissen­hafte Angaben zu machen, entgegen handelte, w ü r d e s i ch s ch w e r am Wohl des Vaterlandes versündigen und hätte außerdem, falls bei einer Nachprüfung seiner Angaben sich deren Unrichtigkeit ergeben soUte, empfindliche Strafen zu gewärtigen. Ferner können die verschwiegenen Vorräte im Urteil für den: Staate verfallen erklärt werden.

** In der ,.M ahnung an alle Hundebesitzer" (Nr. 95, 2. Blatt, vom 22. 4.) ist ein Druckiebler nnterlaufen. Da? Recht des Jägers, jagende Hunde zu erschießen, fnßt nicht auf 8 225, sondern aus § 228 des Bürgerlichen Gesetzbuches.

Landkreis Gießen.

tz- Hungen, 25. April. In den letzten Kämpfen fiel Unter­offizier Heinr. Knarr von hier, Jinf.-Regt. 186. Schon seit Kriegsbeginn im Felde wurde er mit dem Eisernen Kreuz aus­gezeichnet und zum Unteroffizier befördert.

Villingen, 25. April. Auf dem FelÄe der Ehre ftel sder Ersatzreservift Adolf Hehler von hier beim Jnf.-Regt. 81. Kreis Büdingen.

A Büdingen, 2b. 5lprU. Die Hessische Tapferkeilsmedaille erhielt der Musketier Biedenkopf. Aus dem Felde der Ehre starb der Vizefeldwebel Hohenadel.

D a u e r n h e i m , 25. April. Aus dem Felde der Ehre starb der Musketier Runk im Jnianterie-Regiment 117.

4ck G l a u b e r g, 25. April. Die Hessische Tapserkeitsmedaille erhielt der Fahrkanonier G 0 l l im Fuß-Artillerie-Regiment 3.

# Himbach, 25. April. Das Eiserne Kreuz erhielt der Musketier Reibert.

Nidda, 25. April. Die Hessische Tapserkeitsmedaille erhielt der Musketier Kraft im Infanterie-Regiment Nr. 168. Der Großherzog überreichte die Auszeichnung dem jungen Krieger persönlich.

, # Selters, 25. April. Die Hessische TapferkeitÄnedaille erhielt der Gefreite Sellheim int Fell)-Artillerie-Regiment 25.

# Wenings, 25. April. Das Eiserne Kreuz erhielt der Gefteite Rosenthal.

Kreis Lnuterbach.

Ll. L a u t e rb a ch , 24. April. Das leichtfertige Um­gehen mit Petroleum beim Feueranmachen hat apr ersten Osterseiertage wieder ein Menschenleben gefordert. Die Ehefrau des Fabrikarbeiters Ott er dein wollte in der Frühe das Feuer zum Käffeekochen in der Küche anzünden und hatte die Petroleum­kanne auf dem Herde stehen, wahrscheinlich auch Petroleum auf das Feuer gegossen. Die Kanne explodierte und das breni^ende Petroleunr ergoß sich über die Frau, deren Kleider im Nu in Flammen standen. In ihrer Verzweiflung 'wollte sie sich in die nahe vorbeistießende Lauter stürzen, wurde jedoch von ihrem Ehe- manne, der noch inr Belte lag und auf die Hilferufe seiner Frau derselben nacheilte, daran verhindert. Die Frau, deren Kleider vollständig vom Leibe abbrannten, hatte am ganzen Körper der­artige Brandwurcden erlitten, daß sie nach einigen qualvollen Stunden vom Tode erlöst wurde.

Kreis Schotten.

e. Lardenb aich, Kreis Schotten, 23. April. Dem Ser­geanten Mölcher in einem Feld-ArtillerieRegiment, Inhaber des Eisernen Kreuzes 2. Klasse, wurde in den Kämpfen bei Verdun die Hessische Tapserkeitsmedaille verliehen.

Ulfa, 25. April. Schwer betroffen wurde die Familie Kontrad Jäger II. von hier. Die beiden Söhne mußte sie dem Vaterlande geben.

Kreis Frkedberg.

Bl. Friedb'erg-Fauerbach, 25. Llpril. Dem Land­sturmmann Kohlmeier von hier, beim Landsturm-Jnfanterie- Regiment Nr. 17, wurde am 13. April die Hessische Tapferküts- medaille verliehen.

Bl. Butzbach, 25. April. Dem Mitglied des hicsiaen Turn­vereins, Karl Koberer, einem Sohn des Schuhmachermeistcrs Köberer, bei einem Garde-Schützew-Bataülvn, wurde die Hessische Tapserkeitsmedaille verliehen.

Bl. Holz hausen v. d. H., 25. Aprll. Der Kanonier Ernst Köhl starb im Alter von 25 Jahren den Heldentod fürs Vater­land.

Vilbel, 25. April. Franz Josef E r l e n b e ck von hier wurde mit dem Eisernen Kreuz er st er Klasse aus­gezeichnet. Die hiesige Gemeindevertretung spendete ihm als Au- erlennung für seine Taten eine wertvolle Uhr mit Widmung.

= Vilbel, 24. Aprll. Gerade als ein hiesiger Metzger einem Frankfurter Llufkäufer eine größere Menge Fleisch zu- fühven lvollte, überraschte ihn die Polizei dabei und beschlagnahmte das Fleisch. Metzger und Käufer kamen zur Anze-ige.

Kreis Wetzlar.

--- Wetzlar, 24. dlprll. Ein hiesiger Händler versuchte eine große Sendung Fleisch sechs Zentner als Eilaut unter der BezeichnungLederabfälle" einem Frankfurter Gasthaus znzuschmuggeln. Tie Frankfurter Polizei wurde jedech telegraphisch von dem wirllichen Inhalt der Sendung verständigt, beschlagnahmte das Fleisch, auf dem dortigen .HauptbahnHofe und schickte es nach hier zurück.

^ ra. A tz bach, 24. April. Die hiesige Holzversteigernng ergibt für die Gemeindekasse die schöne Einnahme von 17 000 Mark.

** Fellingshausen, 24. April. Dem Pionier Louis Rüspel er vom II. Bionierbataillon wurde die Hessische Tapserkeitsmedaille verliehen.

ra. L e u u , 24. April. Feldwebel Philipp S ch l a u d r a f s im Res.-Jnf.-Regt. 98 starb den Ehrentod.

Hessen-Nassau.

g Eschwege a. d. Werra, 25. April. Aus Aerget darüber, daß ihn seine Mutter zu einer Ausfahrt nach einem Nachbardorse nicht mitnehmen wollte, beging in dem Dorfe Rönshausen ein 12jähriger Junge S e l b st m 0 r d durch Erhängen.

= Cr 0 nberg. 24. April. Prinzessin Friedrich Karl von Hessen feierte am Ostersamstag ihren 44. Geburtstag. Aus diesem Aulaß trafen auf Schloß Fricdrichshof ihre Schwestern Prinzessin Viktoria von Schaumburg-Lippe und die Herzogin E'harlotte von Sachsen-Meiningen ein. Auch ihr Sohn, Prinz Phi­lipp von Hessen, hat sich aus dem Felde zu kurzein Besuche hier eingestellt.

A Frankfurt a. M., 25. Aprll. Wie Frankfurter Blätter berichten, hat der Stadtverordnete Lion folgendett Antrag an die Stadtverordnetenverslunmlnng gerichtet: Ich beantrage, die Stadt-

verordnetenversamnllung wolle beschließen, dgn: Ätzagistrat zu er­

suchen 1. eine B r. staudsau fna h m e der in Privatbesitz auf- aespeickerten Nahrungsmittel veranlassen unter Ansetzung von Freiheitsstrafen für wissentlich nnrichttge Angaben, 2. er­forderlichenfalls eine Rationierung der für die Aufspeicherung zulässigen Mengen der Nahrungsmittel, sotoic die Beschlag­nahme aller über die zulässigen .Höchstmengen im Privatbesitz l^lfgespeicherten Nahrungsmittel unter Erstattung angemessener Preise anzuordnen und sie auf dem Marktwegc nach Bedarf und in rationierten Atengen der Bürgerschaft lvieder zur Verfügung zu stellen.

fe. Wiesbaden, 24. April. Um der auch hier herrschen­den Milchknappheit zu begegnen, hat der Magistrat vern'igt, das; in .Kaffees, Restaurants, Pe>llionen, Hotels und anderen Betrieben, in denen Getränke gegen Entgelt verabfolgt werden, vom 28. April d. IS. ab Milch zu Kaffee, Tee oder Kakao in irgendeiner Forrn nach 10 U hr morgens nicht veriveudet oder gegeben werden dan .

GevZehtsscr^L.

th. Dar m st a d t, 22. April. Wer darf s i ch A r ch i t e f t nennen? lieber die schon oit bestrittene, noch ungeklärte Frage, wer sich als Architekt bezeichnen darf, hat kürzlich das Oberlandes- gericht T^armstadt eine interessante Entscheidung getroffen, welche jedenfalls die deutsche Architektenschast nicht befriedigen wird. Ein Baugeiverbetreibender, der nach Beendigung seiner Lehrzeit als Maurer in 'einem Baugefchäft gearbeitet, war später von einem Architekten als Bauausseher beschäftigt worden^ hatte schließlich ein bautechuisches Bureau eröffnet und bezeichnete sich als Inhaber des­selben mit Architekt. Tie Freie Architekten schlaft erhob gegen den Mann die Mage auf Unterlassung dieser Bezeichnung mit der Be­gründung, daß der Titel, den der Beklagte sich beilege, gegen die Bestimmungen des Wettbewerbsgesetzes verstoße, denn jener sei ohne akademische Bildung, besitze nicht einmal das Maß von Kennt­nissen eines Bautechnikers, soweit solche von staatlichen Bange- werkschulen als für den Bantechniker unumgänglich nösig verlangt iverden. Das Oberlandesgericht hat die Klage abgewiesen und da­bei das Folgende ausgeführt: Allerdings habe man nach den Wör­terbüchern unter einem Architekten einen Bcrnkünstler, einen Bau­meister zu verstehen und tatsäcllich wurden früher auch nur solche Bausachverständige als Architekten angesehen,^ die eine akademische Bildung sich angeeignet und dabei eine Prüfung abgelegt hatten. Im Laufe der Zeit aber hat die Anschauung, wer als Architekt anzusehen sei, eine Wandlung erfahren, was vielleicht eine Folge davon ist, daß für Akademiker inzwischen an den technischen Hoch­schulen die Diplomprüsuugen eingeführt wurden und diese Prü­fungen zur Ausblldung für den höheren Staatsdienst im Baufach berechtigen. Tie neuere Rechtsprechung verneint auch schon mit Be­stimmtheit die Voraussetzung akademischen Studiums beim Ar­chitekten. Die Benutzung des Wortes Architekt für Ban­sachverständige ohne akadenrische Bildimg ist so allgemein bei der Bevölkerung gang und gäbe, so daß die Allgemeinheit durchaus nicht mehr daran denkt, daß unter dem Architekten ein akademisch gebildeter Bausachverständiger unbedingt zu' vermuten ist und daß für diesen Begriff der frühere Besuch einer Hochschule das tvesenb- liche ist. Der Architekt wird heutzutage weniger als Künstler, son­dern mehr als Gewerbetreibender angesehen, man sieht in ihm einen Fachmann, der Entwürfe, Zeichnungen^ von Gebäuden in mehr oder weniger geschmackvoller Weise anfertigen kann. Das Oberlandesgericht hat diese Grundsätze auf den Beklagten angeweu- det und festgestellt, daß er hiernach sich Nwhl als Architekt be­zeichnen kann und ein Verstoß gegen das Wettbewerbsgesetz nicht vorliegt, weshalb die Klage abgewiesen wurde.

Briefkasten -er Redaktion.

N. K. Wie bereits in Nr. 94 mitgeteilt, haben die Angehörigen der m Gefangenschaft geratenen Kriegsteilnehmer im Falle der Bedürftigkeit Anspruch auf die Löhnung des betreffenden Heeres- angehöriqen. Auch der Umstand, daß Sie Aufwendungen zur besseren Verpflegung und Kleidung Ihres in Gefangenschaft befind- lichen Ehemannes machen mußten, begründet den Antrag auf Aus- zahlung der Löhnung.

g. Fulda, 24. April. Au* dem vorgestrigen Schweine- markt waren 1 Läufer und 230 Ferkel aufgetriebeu. Bezahlt wurden für Ferkel je nach dem Alter 55, 60 und 70 Mark das Stück. Der Handel war bei einem Preisrückgang in kleineren und mittleren Ferkeln äußerst lebhaft. Das Angebot genügte kaum der stk^eb'raae.

Meteorologische Beobachtungen der Siatioit Stehen.

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Amtlicher Wetterbericht.

Oeffentlicher Wetterdienst, Gießen.

Wetteraussichten in Hessen am Aiilttvoch, den 26. Avril 1916: Wechselnde Bewölkung, stellenweise leichte Niederschläge, keine wesentliche Temveralurveränderuug. _

Letzte Nachrichten.

Der Reichskanzler.

Berlin, 24. April. Der Michskanzler hat am Montag mit» tag ben amerikanischen Botschafter, Herrn Gerard, empfangen, und diese Unte-rredimg allein hat mehr als eine Stunde in Anspruickii genommen. Die maßgebenden Stellen sind noch zu keinen' endgültigen Entschluß gekommen.

Das amerikanische Va!k über die Note Wilsons.

Amsterdam, 25. April. DieMvrning Post" erfährt unter dem 20. April aus Waslsington: Enthusiasmus über einen Krieg mit Deutschland gibt es nicht. Amerika wünscht ihn nicht, weder in der Presse noch, in der Oeffentlichkeit. Wilson wird von der deutschen Presse Amerikas bitter und scharf angegriffen.St. Luis Amercia" sagt: Amerika tverde durch einen Mieg eine englische Kolonie werden und seine Unabhängigkeit verlieren. Roosevelt greift Wilson tvegen seiner bisl?erigen Haltung an, bte veranlaßt habe, daß Amerika in Deutschland nicht ernst ge­nommen werde. Bvn den Mitgliedern des Kongresses greifen bisher besonders die folgenden drei Wilson offen an: Ter Führer der Republikaner int Repräsentantenhaus, Mann, der sagt: Wilson will das Land in einen Krieg treiben, um der eigenen politischen Zwecke willen und weil er die Deutschen haßt: Senator Smith aus Michigan, ein Republikaner, der Wilson Mangel an Voraus­sicht und Torheit vvrwirft, und Senator Berdmann ans Mississippi ein Demokrat, der Wilson unneutral nennt, iveil er England be­vorzuge. In ähnlichem Sinne lassen sich die meisten amerikanischer Blätter vernehmen.

Das Kriegsgericht in Soloniki.

Ath e n , 25. April. Das englisch-französische Kriegsgericht in Saloniki verurteilte zwei griechische Untertanen aus Jaßnl) wegen Spionage zum Tode. Das Urteil wurde durch Füsilieren der beiden sofort vollstreckt. Den hiergegen protestieren-» den griechisck)en Behörden erwiderten die Franzosen, Spione lstitten leine Milde zu er warn-" - Sonst ist die Lage unverändert.

Unaben- Penflona!

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mit Vortduile, erteilt

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fiadi a. III. I einlährigenzeugnis. 1M ss J