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25.4.1916 Erstes Blatt
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M. 9b

Der Ifnjefgtt

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Erste; Blatt

Dienstag, 25. AM lM

Botaff<msömJ Mtz Verlag der Srshl'schen Univ.-Such- mb Stenckruckerei H. Lasge. 5christlett«ng. Geschäftxsieüe und Druckerei: Schulstr. ?.

Äezrr g^vrel):

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Hauptquartier. 22. April.

(Amtlich.)

Westlicher Kriegsschauplatz.

An der Skratze Langemarck Ypern griffen die Engländer m den frühen Morgenstunden die ihnen von unseren Patrouillen am 19. April entrissenen Gräben an von denen sie etwa ein Drittel wieder besetzten.

Beiderseits des Kanals von L a B a s s ee sprengten wir mit Erfolg einige Minen.

Feindliches Feuer auf die Städte Lens und Rone forderte wertere Opfer unter der Bevölkerung: in Roye wurde em Kind getötet, zwei Frauen und ein Kind verletzt. - Argonnen zerstörten wir durch Sprengungen

fvsnzoslsche Postenstellungen auf der Höhe. La Fülle Morte und halten einen umfangreichen Trichter vor unserer Front vefetzt.

« kstlichderMaas wiederholten die Franzosen ihre Anstt-NAungen gegenToter Mann". Zweimal wurden sie durch Artllleriesperrfeuer von beiden Ufern zusammen- 8ttchos,en. ein dritter Angriff brach mit schweren Verlusten an unserer Stellung zusammen. Erbitterte Handgranatenkämpfe um das Grabenstück nahe des C a u r e t t e s - W ä l d ch e n s brachten es abends wieder in unseren Besitz: nachts gelang es den Franzosen, erneut darin Futz zu fassen.

^ Oestlich des Flusses lebhafte Artillerretätigkeit mit Nahkampfmrtteln. am Steinbruch südlich Haudromont und »üdllch der Feste Douaumont.

, beiderseitige Artilleriefeuer hielt im ganzen Kampf- aoschintt des Vtaasgebietes ohne Unterbrechung Tag und NrrHt^mit «mtzerordentlicher Stärke au.

In der Gegend nordwestlich von Fresnes-en-Woövre wumen Gefangene von der 154. französischen Division ae- macht. Hiermit ist festgcstellt, daß der Gegner in dem Raume zwischen jenem Ott und Avocourt seit dem 21. Februar i m ganzen 38 Infanterie-Divisionen an gesetzt hat, ns« denen außerdem vier Divisionen nach längerer Ruhe WlHer«uffüllung durch frische Leute, hauptsächlich aus E Nekrutenjahrgang 1916, zum zweitenmal ins Gefecht geführt und geschlagen worden sind.

OeftlicherKriegsschauvlatz.

Auch gestern scheiterten russische Angriffsunternehmun- gen vor unseren Hindernissen südöstlich von G a r b u n o w k a.

Balkan-Kriegsschauplatz.

Nichts Neues.

Oberste Heeresleitung.

_ (WTB.) Großes Hauptquartier, 23. April. (Amtlich.)

Meftlicher Kriegsschauplatz.

Unsere neugewonnenen Gräben an der Straße Lange- EckYpern mutzten infolge hohen Grundwassers, das einen Ausbau immöglich machte, geräumt werden. Gegen Morgen wurde südlich St. Eloi ein englischer Handgranaten- angriff abgeschlagen.

Englische Patrouillen, die nach stärkerer Feuervorberei­tung nachts gegen unsere Linien beiderseits der Straße Ba- pamneAlbert vorgingen, wurden zurückgewiesen.

Bei Tracy-le Val mißlang ein feindlicher Gasangriff- die Gaswolke schlug in die französische Stellung zurück.

Links der Maas wurden südöstlich von H a u c o u r t und westlich der HoheT o t c r M a n n" f e i n d l i ch e G r ä b e n genommen. Rechts des Flusses, in der Woevre-Ebene und auf den Höhen bei Combres blieb die Gefechtstütigkeit auf andauernd sehr lebhafte Attittettekämpfe beschränkt.

OestlicherKriegsschauplatz.

Südlich des Narocz-Sees endete ein russischer Angriff in etwa Bataillonsstärke verlustreich an unserem Hindernis.

Sonst außer stellenweise auffrischendem Artilleriefeuer und einigen Patrouillenkämpfcn keine besonderen Ereignisse.

Balkan-Kriegsschauplatz.

Nichts Neues.

Oberste Heeresleitung.

Berlin, 23. April 1916. (WTB. Nichtamtlich.) Ein Geschwader von zehn deutschen Flugzeugen hat am 22. April die russische Flugstation Papenholm auf der Insel Ocsel angegriffen und mit 4 5 B o m b e n belegt wobei sehr gute Wirkung beobachtet wurde. Ein russisches Flugzeug wurde zur Landung gezwungen. Alle deutschen Flugzeuge sind trotz heftigster Beschießung unversehrt zurück- gekehrt.

Der Chef des Admiralftads der Marine.

(WTB.) Großes Hauptquartier. 24. April (Amttich.)

Westlicher Kriegsschauplatz.

Fast allgemein herrschte auf der Front lebhaftere Feuer- tätigkeit als in den letzten Tagen.

An mehreren Stellen fanden erfolgreiche deutsche Pa- trouillenunternehmungen statt. Südlich von St. Eloi wurden englische Abteilungen durch Feuer übgewiesen.

Im Maasgeb i et wurden gestern kleinere französische Haudgrauatenangriffe gegen unsere Watdstelluny nordöstlich von Avocourt zurückgeschlagen. Ebenso scheiterten nachts schwächliche Vorstöße des Gegners östlich vonToter Mann" Em starker Angriff brach in der Gegend des Gehöftes Thiau- nwnt vor unseren Linien völlig zusammen.

Ein englischer Doppeldecker wurde im Lustkampf östlich von Arra§ außer Gefecht gesetzt: die Insassen, Offiziere/, und gefangen genommen.

Oestlicher und Balkankriegsschauplatz. Keine wesentlichen Ereignisse.

Oberste Heeresleitung.

* * *

Vor den Feiertagen ist dem deutschen Volke eine un­erwünschte Kunde geworden. Präsident Wilson hat in Berlin ein Schriftstück, ausgefütlt mit Anklagen gegen Deutschlands Seekriegführung und mit der Androhung des Abbruches der Beziehungen, überreichen lassen, und wir wissen nach dem Wortlaut dieser Note, den die deutsche Negierung amtlich ver­öffentlichen ließ, daß diese jetzt vor einer schwerwiegenden Entscheidung steht. Der Neichskanzler ist aus deni Haupt- auartier nach Berlin zurückgekehrt. Spannung liegt auf allen Gemütern, aber sonderliche Aufregung ist nirgends wahr­zunehmen. Denn Wilsons Abneigung gegen Deutschlands Auftreten ist uns allen seit langem bekannt; der Gedanke, alle die Hindernisse, die er uns immer wieder zu bereiten Acht, entschlossen beiseite zu schieben, auch für den Fall eines Abbruchs der Beziehungen zwischen Washington und Berlin, ist ebenfalls nicht neu. Der amerikanische Präsident spielt alle seine Beschwerden, hinter denen sich der Wunsch England seine Hilfe, zu leisten versteckt, auf verletzte Menschenrechte hinaus. Wir haben immer und immev wieder daraus hin­gewiesen, wie scheinheilig und unberechtigt solche Vorhal­tungen smd, und die deutsche Regierung hat, so oft sich An­laß bot. von den amerikanischen Staatslenkern verlangt, daß sie mit ihren Wünschen und Entscheidungen im Z u s a m - m e n h a n g all jener an sich gewiß unerfreulichen Welt- vcgebenheiten bleiben müßten, die auch den Neutralen ein Stück ihrer Sorglosigkeit und Ruhe nehmen. Denn Eng­land hat durch seinen Hungerkrieg gegen das deutsche Volk, durch seine Willkür gegen Völker- und Menschenrecht uns gezwungen, die schärfsten Waffen hervorzuziehen und schnei- drs.ru gebrauchen. Wir sind im härtesten Kampfe für unsere Existenz, befinden uns mit der Methode unserer Krieg­führung am vollen Rechte und fühlen unsere Gewissen frei Wie sollten wir dem Gebote eines. Fremden gehorchen, der von uns Sanftmut und Duldung verlangt, wo er aus der andern Sette indirekt die Angriffe unserer Feinde verstärkt, was den Krieg verlängert. Niemals ist Präsident Wilson im Verlauf dec bisherigen kriegerischen Ereignisse als ein wahrer Menschenfreund, als ein sür sittliches Recht erglühter Schützer und Kampfer ausgetreten. Er hat vielmehr die im Weltkrieg notwendig hilflos gewordene juristische Kunst in blnseitigster Weise angewendet und seine Plädoyers nach der Art eines um rhetorische Hilfsmittel nicht verlegenen Advokaten reichlich mtt Humanitätsphrasen gespickt. Es hat darum im deutschen Volke niemand mehr eilt Verlangen und Mit Herrn Wilson Wer Recht oder Un- rocht, Menschlichkeit oder UnmenschlichVeit gat streiten Es handelt sich auch nicht mehr um den .Fall der Sussex, den der amerikanische Präsident zum Anlaß benutzt, sein ganzes deutschfeindliches Herz auszuschütten, wahrend leinen Feststellungen die Erklärungen der deutschen Regierung vom 10. d.M. entgegenstehen, nein, es bandelt ttch letzt noch einmal um die für Deutschlands Kamps und Sieg schwerwiegende Frage, die jüngst unter dem Vorsitz des Reichskanzlers von - berufenen Vertretern des deutschen Volkes ernst und gründlich eröttert worden ist. Sie a & 1 \< beanttI,ör £ t worden, daß Deutschland feine wirk­samste Waste gegen England ungehemmt und ungcschwächt, wenn auch mtt gerechten Rücksichten auf die Neutralen, gebrauchen zollte. Werden wir auf die Drohung Wilsons von unserem Entschlüsse abweichen oder nicht, das ist die Frage dm m wenigen Tagen beantwortet sein muß. Deutz chlands höchste Interessen stehen auf dem Spiel. Wir sind davon uoerzeugt, daß Herr v. Bechmann-Hollwea nach tiefgründigen Beratungen mit allen zuständigen Stellen nach Washington ab gehen lassen wird, die Deutschlands Würde, Ehre und Interessen entspricht. Alle ^tt Würde, Ehre und Interessen, erscheinen uns Wilsons Vorgehen als gefährdet. Es scheint Uns so, als hatten kennttnsreiche, die ganze Lage überblickende Fachnmnner uiid Polttiker einen Abbruch der Beziehungen zwischen Berlin und Washington nicht als so bedenklich eurMchatzt, wie es die Preisgabe der U-Bootwaffe wäre ?i e jetzt von uns fordert. Aus der gesäurten deut-

jchen Presse Trugt denn auch Lein einziger Ton der Angst Besorgnis heraus. Alle Aeußerungen sind auf den Ernst der Lage gestimmt, diejenigen, die nie Befürworter des scharfen U-Bootkrieges gewesen sind, stellen fest, daß wir nur unftren Interessen, nicht fremdem Machtgebot ge­horchen müssen, uiid zahlreiche Blätter begrüßen sogar die Zuspitzung der Lage als die Möglichkeit, uns von allen Hemmungen und .Hindernissen endgültig loszumachen. Das entscheidende Wort hat der Reichskanzler: wir wollen ihm nicht vorgreifen, aber wenn) er die Znnrutungen Amerikas kühl aber höflich abweist, wird er das Herz des Volkes für jlch haben, das ganz andere Lasten und Gefahren auf sich genommen hat, als das drohende Gebaren des Herrn Wilson ste uns in Aussicht stellt. '

23. April In Besprechmkg der Note Wilsons an DeutscAand stellen die Blatter fest, daß die 'Ikote, obwohl ste so häufig die Menschlichkett, das Völkerrecht mib das Recht be ?rr^ e ^ eu betont, gleichwohl eines der einseitigsten und un­vollständigsten diplomatischen Schriftstücke ist. Die Blätter weisen aus dre KrieyÄieftrurigen Amerikas hiii und auch darauf daß Wilson noch kein Wort gegeii das Vorgehen des Verbandes'

insbesondere Englaiids, gefunden habe, dessen Aushungerungsplant dos Vorhergehende gewesen sei, während der U-Bootkrieg wir eine Folge darstetle. Die. durch die Note geschaffene Lage sei außerordentlich lrttrsch. Ohne der Antwort Deutschlands! vorgreifen zn wollen, glauben die Blätter, daß sich das Deutsche Reich die nnrksamste Waffe gegen die unnvenschlichen Aus­hungerungspläne des Verbandes durch die Note Wilsons nicht werde entioinden lassen. Die Blätter enthalten sich eines eingehenden: Urteils, weil die Antwort Deutschlands abgewartet werden müsse, geben jedoch der Ueberzeugung Ausdruck, daß das Deutsche Reich nach sorgsamer und einsichtiger Erwägung der tiefernsten .Lage Amerika in würdevoller Weise zu begegnen wissen werde.

Budapest, 24. Aprtt. (WTB. Nichtamtlich.) Tie Blät- ter bezeichnen die amerikanische Note als ein Werk geisti­ger Verblendung und bewnen einmütig die vstenkundige und ein­seitige Stellungnahme Wilsons zu Gunsten Englands und der Alli- ierten gegen Deutschland und die Verbündeten.

* * *

Die öftcrreichisch-urrgarischeu Tagesberichte.

Wien. 22. April. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich itürb verlautÄart: 22. April 1916.

Russischer Kriegsschauplatz.

Versuche russischer Abteilungen, sich nordwestlich Dubno nahe vor unseren Linien festzusetzen. wurden durch Feuer vereitelt. Sonst nur die gewohnten Artilleriekämpfe. Italienischer Kriegsschauplatz.

Am Südflügrl unserer küstenländischen Front wurdm^mchrere nächtliche Angriffsversuche der Jtalie-rcr auf unsere St.llunz östlich Monfalcone ab gewiesen.

Fm Piöcken-Abschnitt kam es nachts zu lebhafter Feuer­tätigkeit.

Im C o l d i L a n a - G e b i c t brach ein feindlicher An­griff auf den Sattel zwilchen dem Settfaß und Monte Sief in unserem Feuer zusammen.

Südöstlicher Kriegsschauplatz.

Keine besonderen Ereignisse.

Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs v. Hofer, FeldmarschLlleutnant.

Wien, 23. Apnl. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird vcrlautdart: 23. April 1916.

Russischer und südöstlicher Kriegsschauplatz.

Nichts Neues.

Italienischer Kriegsschauplatz.

Gegen den Südwestrand der Hochfläche von DobUdo hat ein feindlicher Angriff eingesetzt: sonst beschränkte sich me Gefechtstatlgtelt an der küstenländischen und Karnrner Front auf örtliche Artilleriekämpfe.

Am Col di Lana haben unsere Truppen den Stütz­punkt auf dem Grat nordwestlich des Gipfels wieder besetzt und gegen euren feindlichen Angriff behauptet. Der Gipfel selbst steht unter kräftigem Feuer unserer Artillerie. Auch im AUgana-Abschnitt und bei Riva fanden lebhafte Geschütz- kampfc statt. . '

Der Stellvertreter des Chefs des Gencralstabs v. H ö f e r, Feldmarschalleutnant.

Wien, 24.April. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wiw verlautbart: 24. April 1916.

N u s s i s ch e r K r i e g s s ch a u p la tz. c Dle Gefechtstätigkeit war gestern an der ganzen Front wesentlich schwacher a!s gewöhnlich. Eine Mne die der Fe/no östlich von D o b r o n o u tz sprengte, richtete nur in den russischen Graben Schaden an.

Italienischer Kriegsschauplatz.

Die Kämpfe am Südwestrande der Hochfläche von ^o- berdo dauern fort. Mehrere durch Bersaglierr geftrhrte An- ginffe brachen m unserem Feuer zusammen.

^ l5ol di Lana schlug di- tapscri- Besatzung des Grat-Stutzvunktes fünf feindliche Angriffe blurig ab.

Südöstlicher Kriegsschauplatz.

Ruhe.

Ter Stellvertreter des Chefs des GcneralftaüS v. Hofer, Feldmarschalleutnant.

' * . »

Neue Kämpfe in Mesopotamien.

Koiistantinopel, 23. Aprll. (WTB.> Das Sauntguar. tier meldet:

Sit der Nacht vom 20. zum 21. April nmfcnt feindliche An- griffe gegen unsere Stellung bei Tissa leicht zurückgeschlagerr. Vom 21. bis znm Mittag des 22. April beschoß der Feind zeit­weilig unsere Stellungen von Fel a hie <uif dem Ihtfot Tigris-» ufer. Gegen Mittag verstärkte er die Beschießung und griff im- wlittelbar darauf diese Front mit Truppen <m, die auf eine halb« Division geschätzt werden. Unsere Reserven richteten, jedoch un­verzüglich einen hefttgen Oksgemugriff gegen die an greifendes Kolonnen. Nach zweistündigem Bajonett kämpf ließ der Feind etwa 2000 Tote auf dem Schlachtfelde zurück und wirrde zur Flucht in feine alten Stellungen gezwungen. Die Verluste des Feindes wälzend der Schlacht vom 22. April betrugen mehr als 3000 Mann. Unsere Verluste sind unbedeutend. Bei Kut-ej Amara ist die Lage unverändert.

Aus der Kaukasus front nichts von Bedeutung auf dem rechten Flügel. Jur Zentrum überrunrpeLüen wrr eure feindliche Ab­teilung, die ans hundert Mann geschätzt wird. Ern Offizier und