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12.4.1916 Erstes Blatt
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«ttfcfflt, Europa? Unter gleichzeitiger Bedrohung' Vorschriften zu ma­chen, und durch die Verletzung der Neutralität Belgiens hat es be­wirken, das; es sein Uebergemicht selbst um den Preis eines allge­meinen Krieges Herstellen will und dadurch, das; es die Grundlage der europäischen Politik, wie sic durch Verträge festgelegt ist, zer reitzt. Die Absicht der an dem Kriege beteiligten Verbündeten ist, die.en Versuch zunichte zu machen und dadurch den Weg für ein internationales System zu ebnen, welches den Grundsatz gl ei

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ober Rechte f ü r alle zivilisierten Staaten sicher- ItcUett wird.^ (Beifall.) Wir wollen als Ergebnis des .Krieges den Grundsatz festlogen, daß internationale Probleme durch freie Unter Handlung unter gleichen Bedingungen zwischen freien Völkern be handelt werden müssen und daß eine solche Uebereinkunst nicht län- ger durch das überwältigende Gebot einer Regierung, die von einer militärischen Kaste kontrolliert wird, aufgehalten und, beherrscht wird. Das ist es, was ich unter Vernichtung der militärischen Herr­schaft Preußens verstehe, nicht mehr, aber auch nicht weniger. Auf das Schicksal Belgiens, Serbiens und Montenegros bezugnehmend, sagte Asguith,daß die Verbündeten nicht nur Schützer von Ver-- ' r a g s r e ch t e n , sondern auch von unabhängigen Staa- - e it und der freien Entwicklung schwächerer Länder seien. Beifall.) Es gab kaum einen größeren Zynismus, als wenn der deut­sche Kanzler beanspruche, daß Deutschland vor allen Mächten daran bestehen müsse, verschiedenen Nationen Gelegenheit zu freier Ent wicklung innerhalb des Rahmens ihrer Muttersprache und ihrer nationalen Individualität zu geben. Der Versuch, Preußisch-Poleu i: germanisieren, sei während der letzten Jahre hartnäckig betrie beu worden, und es sei dies das größte Fiasko der preußischen inneren Politik gewesen. Was soll wohl das vlämische Volk von der Aussicht denken, die ihm vom Reichskanzler gestellt wurde,

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nachbarlich mit den Deutschen zusammenzuarbeiten, die ihre Kir chen verbrannten, ihre Städte plünderten, ilwe Fel! und ihre Freiheiten niedertraten. Asguith

A twort an den R ei chs ka n.z le r i st sehr einfach. Die Verbündeten wünschen und sind entschlossen, das alte Belgien wieder erstehen zu sehen. (Beifall.) Es darf nicht bauentb unter dem leichtfertigen und verruchten Angriff auf seine Freiheit lei­den, und was niedergerissen wurde, muß tviederhergestellt und auf gebaut werden. (Lauter Beifall.) Asguith sprach sodann von dem hinkenden, schwächlichen Versuch des Reichskanzlers, die Unter­seeboot-Kriegführung zu rechtfertigen und sagte: Wenn ne Alliierten ihre Herrschaft zur See dazu benutzen, wirtschaft- 1 idfien Truck auf die Feinoe auszuüben, so bedienen sie sich eines' Rechtes, das für jede kriegführende Macht in der alten und neuen Welt anerkannt ist, und sie haben sich bemüht mrd bemühen sich noch, so weit als möglich die daraus erfolgenden. Unmrnehmlichkei- mi für den neutralen Haiwel zu mildern. Sie sind bereit, die Gesetzlichkeit aller ihrer Maßregeln zu rechtfertigen und zu be­weisen, daß sie mit den Grundsätzen und dem Geist des auf die

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Entwicklung des modernen Krieges angewandten Völkerrechts über cinstimmen. Diese Maßregeln wurden mit genauester Be

rücksichtigung der Menschlichkeit durchgeführt und so viel wir wissen, kann nicht ein einziges Beispiel angeführt wer­den, daß durch die Blockade der Verbündeten das Leben eines .Neutralen verloren ging. (Beifall.) Die deutsche Unterseeboot- ^kampagne wurde lange vor unserer königlichen Verordnung vom März 1915 begonnen und entwickelt und sie wurde rücksichtslos durchgeführt, ^ sowohl gegen Neutrale, wie gegen Kriegführende und mit rücksichtsloser Verletzung des Völkerrechts und der Mensch- ü.bfcir. Asguith schloß: Können wir nicht dankbar sein, daß wir mt Verteidigung unserer Sache nicht zu solchen Entstellungen di r Tatsachen und zu solchen Sophistereien genötigt sind, wie sie vom Kanzler vorgebracht rvurden? Wir Verbündeten kämpfen Seite an Seite für eine große' Sache mit würdigen Mitteln, reinen Händen und reinem Gewissen (Beifall) und Seite an Seite haben wir ebenso wie den Willen auch die Macht, die Freiheiten -. Topas zu verteidigen. (Lauter Beifall.)

London, 11. April. (WTB. Nichtamtlich.) Unter­st a n s. Auf mehrere Fragen antwortete Premierminister A sq uith, es würde nicht angebracht sein, im einzelnen auf die verschiedenen Gegenstände einzugehen, die auf der Kon­ferenz der Alliierten in Paris besprochen worden sind. Im einzelnen war das Ergebnis der Konferenz eine er­neute Bekräftigung der völligen Solidarität der Miierten, die Feststellung der völligen Uebereinstiminnng ihrer An­sichten -und die Versicherung der Einheitlichkeit in der Krieg­führung. Mit Bezug auf seinen Besuch inItalien sagte Asguith, bei dem Besuche sei besonders bemerkenswert die äußerst eindrucksvolle Kundgebung einer erhöhten Freund­schaft zwischen dem britischen und dem italienischen Volke, die durch ihre Waffenbrüderschaft bekräftigt worden ist. Es wäre nicht angebracht, mehr im gegenwärtigen Augenblick zu sagen.

gerten drei Kompagnien den Dienst. Als Grund wurde angegeben, daß die Mannschaften zu wenig Urlaub hätten. Schließlich rückten die meisten Mannschaften noch aus. Zwanzig Soldaten wurden verhaftet.

Eine schwedische Note über Englands Posträuberei.

Stockholm. 11. April. (WTB. Nichtamtlich.) LawD.r- gens Nyheter" veröffentlicht die große argentinische ZeitungLa Nacion" in Buenos Aires eine frühere Note der schwe­dischen Regierung an den Staatssekretär Lan- sing, in der Nordamerika zum. gemeinsamen Vorgehen, gegen Englands Po stbesch l a g na hme ausgefordert wird. Tie Note lautet: Während des jetzigen Krieges hat die schwedische Regierung Euer Exzellenz mehrmals ein diplomatisches Zusammen­arbeiten vorgeschlagen, um gewisse internationale Gesetze zu schützen, die von größter Wichtigkeit sind, aber v-on England ver­letzt werden. Ihrer Verantwortung wohl bewußt, versäumt die Regierung feine Maßregel, die solchen Uebergrissen zuvorkommen kann. Sie sieht sehr wohl ein, daß es für die Zukunft eine Gefahr bedeutet, wenn Gesetze, die von ungeheurem Wert für die Zivili- lation sind, andauernd verletzt werden. Ter Wunsch. daß sie ge­achtet werden, ist der Grund dafür, daß die schwedische Regierung sich! mit Euer Exzellenz wegen dieser Angelegenheit in Verbindung setzt. 'Hierauf folgt eine Schilderung des englischen Vorgehens, das als eine schwere Kränkung der internationalen Rechte neu­traler Staaten bezeichnet wird. Die Note schließt: Demzufolge stellt die schwedische Regierung der Republik der Vereinigten Staaten ein Zusammenarbeiten anheim, um Mittel zu finden, det fortgesetzten Kränkung der internationalen Rechte vorzubeugen. Tie Negierung bittet um möglichst baldige Autwort, um sich eventuell auch mit anderen Staaten in Verbindung zu setzen.

Der Mannschastsmangcl in England.

Rotterdam, 11. April. (WTB. Nichtamtlich.) Der Rotterdamsche Cour." meldet aus London: DieTime erfährt, daß der Chef des G e n e r a l st a b e s und die militärischen Mitglieder des Armeerates dem Kabinett in sehr deutlichen Worten mitgeteilt haben, wieviel Männer sie sofort benötigen, um ihren Pflichten gegenüber der Nation und den Alliiertest zu erfüllen. Das Kabinett werde nun Mittel und Wege finden müssen, um diesen Bedarf zft decken Es werde sich nicht länger damit begnügen dürfen, zu beraten, es werde darauf bedacht sein müssen, daß die Opfer, welche das Volk fordert, gleichmäßig verteilt werden.

Der politische Mitarbeiter derMorning Post" be­richtet, daß Asguith, Mac Kenna und Chamber lein im Kabinett einen Ausschuß bilden, der mit der vorläufigen Untersuchung der Rekrutierung s frage betraut worden ist.

Laufe des März wurden etiua 50 feindliche Handelsschlfse mit ruyd 10 > <>:> Tonnen, davon etwa 75 0Ü0 Tonnen buich* U-Boote, versenkt. Dazu kämen noch zwei Hilfskreuzer von^ zusammen 18 000 Tonnen, die ja auch der Handelsflotte ent­nommen sind. 1F

Neue englische Gelüste.

London, 11. April. lWTB.) Unterhaus. Haslaw (ragte, ob die Regierung angesichts der fortwährenden Zerstörung von Handels- und Passagicrschfffcn ohne Warnung durch den (ycuib ebenso der Vernichtung von neutralen Schiffen, erwägen! wolle, ob es nicht angezeigt sei. den neutralen Regierungen sen Vorschlag zu machen, den Verlust an Tonnage durch Ver­wendung feindlicher Schiffe rvctt zu machen, die in^ neutralen Häsen interniert sind.

Lord Robert C e c i l erwiderte, die britische Regierung er­wäge die Frage der Indienststellung feindlicher, in neutralen-

liegender Schiffe; sie müsse aber in erster Linie von den ueu- tralen Regierungen selbst entschieden werden. Bei ihrer Entschei- mng würden die neutralen RegierANgen zweifellos den Umstand in Bettacht ziehen, daß die Vernichtung von Handelsschiffen durch Verringerung der Welttonnage dem Handel der Neutralen nicht weniger berühre, als den der Kriegführend ein Die Vorschläge der neutralen Regierungen zur Sicherung feindlicher Schiffe, Die von beit Neutralen in Dienst gestellt würden, würden vor der Beschlag­nahme von der brittschen Regierung sorgfältig erwogen werden.

Eine Ansprache des Königs von England.

London, 11. April. (WTB. Nichtanttlich.) Der König empfing im Buckinghampalast die französischen Parla­mentarier, wobei er folgende Ansprache hielt:

J-ch heiße Sie als MÜglieder der gesetzgebenden Körperschaften der großen Republik willkommen, mit der in enger Vereinigung inid gegenseitigem Verttanen verbunden zu sein, ich mich freue Dieses Vertrauen wird, wie ich hoffe, dauernd sein. Ein Besuch une der Ihrige, trägt dazu bei, den beiden Völkern die herzliche Zusammenarbeit, in der sie sich betätigen, noch näher zu bringen denn sie gibt der Ernhert ihrer Ziele eine konkretere Form Wenn 'P K ewige Orte, wo Munition hergestellt wird, besuchen roerden '? '^rden Sw erst when, wick sehr wir uns anstrengend .oeer und Marme-mit allem Nötigen zu versehen. Wenn Sie unt den Bewohnern unserer Städte sprechen, so werde;: Sie er­fahren, welchen Anteil sie nehmen an den Leiden, die ein kriege- ' mcher Eindringling der unschuldigen Bevölkerung ewiger ch.er nördlichen Distrikte anferlegt hat, und wie warm nur die glanzende Tapferkeit des ganzen französischen Volkes bewnn- dcrn. Sie werden auch selbst sehen, wie einmütig das Volk in England, ohne Unterschied der Rasse, des Standes oder der poli- ti,chen Parte: entschlossen ist, den Krieg fortzuführen lene. Bedrohung mit Ueberfall und Wirren, die den friedlichen swichchritt Europas verhindert, endgültig aus dem Wege geräumt 1 -^? ie Alliance bei Monte, die dies vollbringen werden beruht - icht nur aus dem cp t infamen Interesse, dieser Bedrohung ein Ende zu machen, dae sie alle und auch die schwergeschädiaten Lanier Belgien, Serbien und Montenegro in gleiche/ E 9 unc nur haben, sondern sre beruht auch ans unserem gleichen Ideal

w ' l 9 riei> ^ n sind die Ideale des britischen

^tkes hier w der Heimat und m den .Kolonien. Wir wünschen mestn Fnedm. für selbst und tvünschm ihn auch für anbere VfAttonen. SBir glauben daß in .feiner A.sbreitnnq allerwätts tue beste ..Hoffnung fnr die Zukunft der Menschheit liegt F ü r

Franzöfische Zweifel.

. Paris, 11. April. (WTB. Nichtamtlich.) Unter der Ueber- T,e Lehren der großen Schlacht" fordert Autark vermut- Uch oer Historiker der Pariser Sorbonne, in der Zeitung Le Journaldaß man .den l^ldenhaften Mannschaften in den Schützengraben die täglich der grausamsten Wirklichkeit gegen- uomtunden, offen wge was man bei den gemack!ten Anstrengnngm uad der ganzen physischen und moralisckien Wirklichkeit zu Hof m ooer zu furchten habe. Er sagt: Packen wir die Wahr bei nn Jv e * Wurzel, warten wir nicht, bis sie aus dem Wege ouvch dre komplizierten Kanäle der Hierarchie fade und kraftlos geworden m, verkehrt ober entstellt wird, um dieses uiclts- fjeitrügerische Ettvas zu werden, das man vffiziel Wal>r-

Eine Meuterei in London.

^Amsterdam, 11. April. (WTB. Nichtamtlich.) Der -Lcicgraaf' meldet aus London: Heute früh verwei­

Ein deutsch-rumänisches Handelsabkommen.

Berlin, 11. Zlpril. (WTB.) DieNordd. Allgem. Ztg chreibt: Die aus Bukarest eingegangene Meldung, daß zwischen der rumänischen und der deutschen Regieritng ein Abkommen zur Erleichterung des Warenaus tau sch es getroffen worden sei, ist nach unseren Erkundi gungen zutreffend. Das Abkommen wurde am 7. Llpril in Berlin vom ^Staatssekretär des Auswärtigen Amtes und idem rumänischen Gesandten unterzeichnet. Danach verpflichten ich beide Regierungen, für den Bedarf des anderen Landes die Ausfuhr ihrer Erzeugnisse soweit es der eigene Bedarf zuläßt und mit einem Vorbehalt wegen des Kriegsmaterials zu gestatten, und zwar ohne die Erteilung der Ausfuhr­bewilligung von besonderen Gegenlleistnngen abhängig zu machen. Sie verpflichten sich femter, einander grundsätzlicki auch die Durchfuhr von Waren aus dritten Lan­dlern zu gestatten. Durch diese Mmachnngen, für deren Durchführung noch besondere Maßnahmen in Aussicht ge nommen sind, beabsichtigen beide Regierungen die wirt­schaftlichen Beziehungen zwischen Deutschland und Rumä­nien, die durch den Kriegszustand stark gelitten haben, soweit wie möglich wiederhlerzustellen und lentsprechend den gegen­seitigen Interessen zu erleichtern.

Minifterwechsel in Griechenland.

Athen, 11. April. (WTB.) Ueber die endgültige Er­ledigung der Min ist er kr ise wurde gestern amtlich mit- geteilt, daß Staatsanwalt Chatzakos, der als einer der bedeutendsten Juristen Griechenlands gilt, das Justizministe­rium übernimmt, welches ihm Rhallis überläßt, wo ür dieser den durch den Rücktritt Dragumis' erledigten Posten des Knanzministers üdernirnmt. Hierzu wird aus Regierungskreisen bemerkt, daß dieslem Zwischenfall keine Bedeutung beizumessen und daß er aus die weitere Haltiiiia des Ministeriums von keinerlei Einfluß sei. Die Politik der Regierung werde trotz aller Schwierigkeiten, die die Entente den Finanzen Griechenlands bereite, mit der größten Ent­schlossenheit weitergesührt, und so können die Versuche der ® n i e r nt r e ^ öemgeriftifd^en Kreise, einen ftabintü^

Wechsel herbelzufuhren, als kläglich gescheitert bezeichnet werden.

Eine Geheimfitzung der holländischen Ersten Kammer.

Haag, 11. April. (WTB. Nichtamtlich.) Me Erste Kammer trat heute mittag v/- Uhr in öffentlicher Sitzuna zusammen. Auf Antrag Dr. Kiwper und 9 anderen Mit- güedern wurde beschlossen, £>« Regierung zu ersuchen, in der Ersten Kummer dieselbe Mitteilung zu machen, wie in der Zwerten Kammer rn der Geheimsitzung am letzten Diens­tag Dr. Kuyper sagte, daß die Erklärungen ber krieafüh- renbn Regierungen einen beruhigenden Eindruck gemacht hatten Er sprach der Regierung für ihr Auftreten ans dem Gebiete der äußeren Politik seine Anerkennung aus und be­tonte. daß die Erste Kammer das Recht habe, ebenso be­handelt zu werden wie die Zweite, damit sie sich ein Urteil über dre Regrernngsmaßnähmen bilden könne, zumal es sich um rnternatwnale Fragen handle und die Reaieruna erklärt habe über Daten zu verfügen, die eine Zunahme d« Gefahr für dre Niederlande befurchten lassen Ministervrä- Cort van d er L i n de n erklärte die Bereitwilligkeit der Regierung, auchi dre Erste Kämmer in einer Geheimsitzuna zu informieren. Die Regierung habe vorige Woche die Ein­berufung einer Geheimsitzuiig der Zweiten Kammer nur des­halb als nötig erachtet, da diese Kammer ohnehin schon- fammengetveten war, während der Einberufung der Ersteii Kammer «ne zu diesem Zwecke viel größere Bedeutung zu­gemessen worden wäre. Sodann fand eine Geheimsitzuna statt, die ungefähr eine Viertelstunde dauerte Hierauf ver­tagte sich die Kämmer bis zum 25. April.

Der Seekrieg.

Die Erfolge unserer U-Boote.

^ Berlin, 11. April. (Priv.-Tel.) DieB. Z. a. M." schreibt: Nach den bis heute morgen eingelansenen Nackrtcki- ten wurden seit 1. April über 80000 Tonnen f er löblicher Handelsschiffe versenkt. Im Laufe des Monats Januar lmrrden rund 20000, im Februar nn b 40000 Tonnen feindlichen Schiffsraumes vernichtet. Im

Engkische Minen.

Berlin 11 April. (WTB. Mchtamtlich.) DieTimes" vom 7. April meldet an versteckter Stelle folgendes: Ein Taucher, der das Wrack derT u b a n t i a" untersuchte, kehitte nach dein Vaag zuruck, um Bericht zu erstatten. Der Schleppdampfer, der ihn von dem Wrack zurückbrachte, vernichtete aus seinem Rückwege 24 treibende Mimen.

Von zuständiger Weise erfahren wir hierzu: Die Minen können nur innerhalb des Gebiets angetrofferi worden sein, das nach der Erklärung des deutschen Admiralstabes vom 4. Februar 1915 von oeutichen Minen unbeoingt freigehalten wird, und müssen dem­nach feindliche Minen gewesen sein. DLe englische Nachricht stimmt übrigens auch mit den letzthin gemcvchten Beobachtunaen üeut Icher L)treitlrafte überein, hernach wurden englische Minen im Gebiete der Noordhinder-, ?Naas- und Schonwenöank-Feuer !chstfe bis zur Phornpenbank festgestellt, also in dem Gebiete dicht unter der--holländischen Küste, wo deutsche Mrneii nicht gelegt werden. Die angetroffenen englischen Minen waren außerdem nur Sun: Teil verankert, znm andern Teil waren es treibendcl Minen. Allem an zwei Tagen, dem 1. und 2. April, schossen! deutsche Seestreitkräfte im englischen Kanal .26 treibende enw lische, nicht entschärfte Minen ab.

Zur Versenkung der DampferPalembang" undTubantia".

l sx' C ¥?R er £ am s April. (WTB. Nichtamtlich.) Der «chlsfahrtsrat hat heute seinen Spruch über die Versen- H. n \ ^ c , r - den DampferPalembang" und .bekanntgegeben. Es wird darin der Hergang der beiden Unfälle nochmals ausführlich geschildert und das Material der Zeugenaussagen zusammengefaßt. Der Schisf- sahrtsrat gelangte zu dem Schlüsse, daß im FallePalenü- I bang die erste Explosion durch das Springen einer Mine, die in einiger Entfernung von derPalembang" trieb, ver- ursacht wurde. Die zweite Explosion rührte von einem To r- pedo her, das aus einiger Entfernung abgeschossen wurde und die Palembang" traf. Das Torpedo kann nicht durch den englischen Zerstörer abgeschossen worden sein, es ist aber nicht ausgeschlossen, daß es auf den Zerstörer ge- ^ >* Q F.' 'k>n verfehlte und diePalembang" traf. Die dritte Explosion muß ebenfalls einem Torpedo zugeschrieben werden, das äuf diePalembang" selbst gezielt war.

.' . r ubanti a" handelt es sich nach dem Ur-

- Schiffahrtsrates ebenfalls um ein Torpedo. Die j nt den Booten derTubantia" gefundenen Metallftücke ' rühren ohne Zweifel von einem bronzenen Schwartzkopftor- pedo her. Das Torpedo wurde entweder von einem U-Boot lM:r von einem Torpedoboot ohne vorherige Warnung ab- geichosjen. Es muß, da kein anderes Schiff in der Nachbar­schaft war, derTubantia" zugedacht gewesen sein.

. - ev ^! x ' April. (WTB.) DerReichsanzeig^ mel­

det: Der Kaffer Hut dein Oberleutnant zur See Otto Stein­brück, Konnnandanten eines U-Bootes, den Orden Pour le merite und den Oberleutnants zur See Wenning er und v. Werner, beide Kommandanten eines U-Bootes das Ritterkreuz rnit Schwertern des Hausordens von Hohen- zollern verliehen.

London, 11. April. (WTB. Nichtamtlich.) Lloyds Agen­tur meldet: Der italienische Dampfer ,;U n ion e" (2367 Tonnen) ist torpediert worden.

San Sebastian 11. April, (WTB. Nichtamtlich.) Mel­dung des Reuterschen Bureaus. Vier Mann der Besatzung des spanischen DampfersSan t anderino" sind ertrunken Der Rest wurde von entern norwegischen Dampfer in St. Jean de Luze gelandet. Nach einem Telegramm aus Bilbao wurde von dent deutschen U-Boot der Besatzung 15 Mitmten Zeit gelassen, um das Schiss zu verlassen.

London, 11. April. (WTB.) Meldung des Reuterschen Bureaus. Der DampferEllaston" (3796 Tonnen) ist versenkt worden. Die Besatzicng wurde gerettet. Das Schiff war nnberwaffnet.

London 11. April. lWTB. Nichtamtlich.) Lloyds daß der spanische DampferSan t a n d erino" torpe­diert und versenkt sein soll. Von der Mannschaft hat man kerne Nachricht.

Nach ebner werteren LloydnEnrng ist der en gl ische Damp­ferMarean Abbey" versenkt worden: die Besatzung wurde gerettet. J

Lpndom, 11 April. (WTB. Nichtamtlich.) Llotchs meldet aus Cardift: -Ler schwedgche DampferLibra" hat den Köpftwi und die Bemcttrnung des norwegischen Dampfers Sio- l y st" an Land gebracht, der 25 Meilen nördlich von Ushant von emem denftcheii Unterseeboot versenkt wvrdeii ist

Nizza, 11. April. (WTB.) Der englische Dampfer Livonian", der aus New-Eastle hier eingetvoffen ist, hatte an neun Manu der Besatzung des am 30. März im Atlaw- tischen Ozean von einem deutschen Unterseeboot torpedier­ten französtschun SegelschiffesSt.H'ubert" an Bord

Paris, 11. April. (WTB.) Meldung der Agence Havas: Ein enMcher Dampfer hat die Besatzung des däni-

chen DampfersCaledonia" nach Marseille gebracht.

Der dänische Dampfer ist im Mittelmeer von einem öster­reichischen Unterseeboot torpediert worden.

Lin Tagesbefeh! hindendurgs.

Königsberg, 11. April. (WTB. Nichtamtlich.) faet vorliegende FeldzeitungWacht im Osten" veröffentlicht fol­genden Armeetag.esbesehl des Generalseldwarschalls von v in de nbur g:

Hauptquartier-Ost, 7. April. Der Erinnerungstag an meinen vor 50 Jahren erfolgten Diensteintritt soll nicht Cornberg eben ohne daß ich in GeöanTen bei den mir anverirauten Truppen em- kehre. Ich weiß sehr wohl, daß ich meine Erfolge sehr wesentlich aus ihre Treue, AusdNier und Tapferkeit zurückzuführen habe Darum danke ich> Euch heute so r c cht v o u Herzen ür alles das, was Ihr vor dem Feinde geleistet habt Dessen/ Kraft \\t tni Erlahmen begriffen. Daher wetter vorwätts mit Gott für Kaiser und Reich. Der Sieg ist uns gewiß.