Aus dem Reiche.
Die KriegSgewmnsteuer.
Berliu , 11. April. (WTB.) Im Hauptausschuß des Reichstages erklärte zur Fra^e der Kriegsgcwinnbc--
cuerung von Kunst geg e n st*änd en Staatssekretär Helf- serrch, das'; es sich darum handele, eine Hinterzi. yung der Kriegs- gennniisteuer durch die Ansammlung von Kunst- und Luxusgegen- ständcn »wccks späteren Verkaufs zu verhindern. Tc. Ausschuß beMwd, den Wert des Emzelgegenstandes aus mindestens 500 Ml. festzusetzen. Ter Antrag aus Einbeziehung der Kunstgnverbegegm- stände wurde abgelehnt und die Bestimmung, die den Erwerb von Kunstwerken lebender oder seit 1. Januar verstorbener deutscher Künstler sowie rin Teilt,chen Reiche wohnender Künstler von der Hinzurechnung zu dem der Kriegsgewinnsteuer unterliegenden Per- mogeuszuwachs freilassen will, gestrichen. Tie Mindestgrenze des abgabepflichtigen Kriegsoermögeils§uwach'eS wurde entsprechend eurem Zentvumsantrage von 3000 aus 1000 Ml. herabgesetzt. Die Mindestgrenze des abgabepflichtigen Vermögens blieb, wie im Entwurf. mit 6000 Mark besteh -u.
Der Hauptausschuß beschloß in der Weiterbcratrmg der Kriegs- aewrnnsteuer-Vorlage, von den Mehreinkonrmen während des Krreges eine Abgabe mrter Zugrusdelegung der Sätze für den Kriegsverrnögcnszrewa-chs zu erheben. Staatssekretär Tr. H c l f - ferrch hatte,im Laufe der Aussprache erklärt, daß dieser Antrag sowie eru m ähnlicher Richtung sich bervegendcr Antrag des Zentrums in ernstlicher Weise das Zustandekommen der Vorlage gefährden würden, da sie einen Eingriff in die Vermögens- substanz selbst, und zwar in eine ohnedies verminderte Vermögenssubstanz, bedeuteten.
Eine Reichszuckerftelle.
, Berlin, 11. Llpril. (WTB. Amtlich.) Ueber den Verkehr mrt Berbrauchszucker hat der Bundesrat gestern eine Verordnung erlassen, die sofort in ftraft tritt. Darnach wird Mr Regelung des Verkehrs mit Verbrauchszucker eine Reichs- suck er stelle als Behörde errichtet. Sie l>at für die Verteilung der Zuckervorrätc auf die Kommunalverbände, gewerblichien und svnftlgen, Zucker verarbeitenden Betrierbe, sowie auf die Heeresverwaltungen und die MarineverivalttcLg zu sorgen. Der allgemeine Verbrauch in Haushaltungen imd Anhalten, dann auch in (Gasthäusern, Büchereien und Konditoreien ist von den Konrmnnalver-- bäncen zai regeln: sie können insbesondere vorschreiben, daß Zucker an dre Verbrauelser nur gegen Zuckerkarten gegeben lverdeir var>... Der Reichskanzler setzt die Zuckenmenge für den .Kopf der Bevölkerung fest, die dieser Regelung zugrunde zu legen ist. Der Bedarf für die Obstverwertung im Haushalt wird besonders berücksichtigt werden. Welche Mengen für den Bedarf der zuckerverarbeite irden Betriebe, namentlich für die Herstellung von Marmelade, Kunsthonig, Frust),tsyrnp usw. zur Verfügung gestellt werden, wird der Reichskanzler besonders bestimmen. Die Abgabe und der Bezug des Zuckers im Handel wird, soweit es sich nicht um den von den.Kommunal verbänden zu regelnden unmittelbaren 'Absatz an die Verbraucher handelt, von einem noch vom Reichskanzler zu bestimmenden Zeitpunkt an nur gegen Bezugsscheine geschehen dürfen, die die Reichszuckerstelle ausstellt. Die Durchführung dieser Verordnung wird durch eine alsbald stattfindende Bestarrdausnahnre des gesamten Zuckers vorbereitet werden, die sich) auf die Privathaushaltwngen erstreckt.
Die Einführung der Fleischkarte in Süddeutschland.
Dem Beispiel Sachsens und Bayerns, die vom 17. April ab die Fleischkarte zur Einführung bringen, ist nun auch Württemberg gefolgt. Die Fleischkarte erstreckt sich auf den Bezug von Fleisch, Wurst, Speck, Wild, Geflügel und Fleisch korrserven. Im Gegensatz zu Sachsen zieht Württemberg Geflügel bei der Regelung mit eiu
Die Höchstmenge für jede über 6 Jahre alte Person ist auf täglich 160 Gramm festgestellt. Für die fleischlosen Tage werden keine Fteischkarten ausgestellt. Kinder unter sech Jahren erhalten halbe Fleischkarten. Die Einführung der Fleischkarte ist ebenfalls für den 17. April in Aussicht ge* nommen. Um bis zu diesem Termin das Hamstern in Dauer fleischwaren zu verhindern, ist es nur erlaubt, Wurst und Schinken im Aufschnitt und verboten, Neischkonserven zu verkaufen.
Fichtenharz.
Vom Kriegsausschuß für pflanzliche und tierische Oele und Fette wird uns folgendes imit- geteilt: Nachdem durch Erlaß des Herrn Reichskanzlers vom 29. Oktober 1915 dem Kriegsausschuß die Gewinnung von Harz in Deutschland und den okkupierten Gebieten Übertragen worden war, hat der Kriegsaus schuß sofort eine umfangreiche Propaganda zwecks Sammluirg von sogenanntem Wildharz in die Wege geleitet, deren Ergebnisse der deutschen Industrie bereits zugute kommen können Es sind schon beträchtliche Mengen aus Fichtenscharrharz gewonnenes Kolophonium verfügbar, weitere Mengen des Produktes fallen dem Kriegsaussckprß laufend an. Das fertige Fichtenharz eignet sich gut für die Seifenfabrikation, die Herstellung minderer Papiersorten, für die Brauerpech- Dachpappenindustrie, sowie für fast sämtliche andere Harz- .produkte, und in beschränktem Umfange für die Lackindustrie. Anmelduugeri auf Zuteilungen sind an die Harzabrech- rmngsstelle, Berlin NW. 7, Unter den Linden 68 a zu richten.
Blaues
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Aur Stadt rrrrd Land.
Gießen, 12. April 1916.
** Die Zeichnungen der 4. Kriegsanleihe sind in unserer Stadt bereits zu 70—75 Prozent durchs bare EinzaHlungen beider Reichsbank gedeckt, ein Beweis, daß die Gelder dazu größtenteils bereits bei der Zeichnung flüssig
waren.
** In der Herb erge zur Heimat waren im Februar emgekchrt 564 Fremde (gegen 831 im gleichen Monat 1915 und 1498 Gäste im Februar 1914). Von den Fremden nahmen 99 Herberge gegen Arbeitsleistung an (gegen 118 und 700) Die Zahl der bezahlenden Herbergsgäste betrug 465 (713 und 798) Mt Zahl der Logiergäste und das daraus sich ergebende Ein- kommen zuzüglich der Zuschüsse deckt lange nicht die Unkosten welche das gemeinnützige Unternehmen im Monat erfordert — Offene ©teilen waren im Februar angiemeldet 48, von denen 46 besetzt wurden. Uiitergebracht wurden 37 Arbeiter und 9 Hand- lverker, sämtlich bei Arbeitgebern in unserer Stadt.
_ 2X u § 3 c i cb n u n g e n. Wilhelm Emrich , beratender
Ingenieur für Gießerei- und Feuerungsweseu, der sich seit September v. I. auf Sonderkommando in der Türkei befindet, wurde am 27. Januar d.^ I. das Eiserne Kren; 2. Klasse und der Türkische Eiserne H a l b in o n d (türkische Kriegsmedaille > verliehen. — Der bayr. Militär-Verdienstorden mit Schwertern wurde dem Oberleutnant d. Res. Otto Boeckner z. Zt. kommandier! zum k. b. Kriegsministerinm, verliehen.
"Verwendung von Kriegsbeschädigten bei der Post. Wie wir erfahren, besteht für Kriegsbeschädigte, die sich auf dem Lande ansiedeln wollen, auch die Möglichkeit, Vost- agenturen und Hilfsstellen übertragen zu erhalten. Natürlich müssen ste endgültig ans dem Heeresdienst entlassen sein, und es ist selbstverständlich, daß sich das Zugeständnis auch nur ans erledigte und neubewilligte Stellen besteht. Die Rechte der bisherigen Inhaber derartiger Stellen werden durch die geplanten Maßnahmen nicht berührt.
# * Bankenschlnß am Ostersamstag. Wir verweisen auf die schon gestern in unserem Anzeigenteil veröffentlichte Bekanntmachung der Bezirkssparkasse Gießen, der Darmstädter Bank Mitteldeutschen Eredilbank, Geiverbebank und der Firma Baruch Strauß Nachf.. nach der diese am Ostersamstaa ihre Geicbäits. räume vollständig geschlossen Hallen.
** Etwa 1700 Gefangene aus ben Kämpfen vor Verduu sind heute morgen gegen 8 Uhr nach unfenem Gefangenlager überführt worden. Es waren zumeist kräftige Gestalten in hellblauer Uuiforin und Stahlhelmen. Verstreut waren auch wieder einige Turkos darunter.
'* D e r n ä ch st e S l ä d t l s ch e S e e f i s ch m a r k t beginn« Donnerstag, den 13. April 1916, nachmittags 2 Uhr, in den Markilaubeu. Zum Verkauf kommen beste, ' frischste Seefische, lSchellfisch. Eablian, Schollen. Brakfische und Rauchftsch als Ersatz für Rauchfleisch) zu Selbstkosten der Stadt.
** Erhebung der Vorräte von Daner - Flcisch- waren. Am 15. April sollen die Vorräte an Dauerwaren ans Fleisch von Rindvieh, Schaken. Schweinen unb von Wild und Geflügel festgestellt werden Nicht anzeigepflichtig siiid diejenigen Personen, die Vorräte von weniger als «0 Pfund im ganzen, alle Vorräte znsammengerechnet, in Gelvahrsam haben. Näheres ist aus einer amtlichen Bekanntmachung im Anzeigenteil unseres heutigen zu ersehen
Eine V i e h z w i s ch e n z ä h l n n g ist für den 15. April anaeordnet. Gezählt werden das Rindvieh und die 2ch»veine nach vestiinn'tcii Altersklassen, die Pferde. Schake und Zuthn'chiveiii - nur insgesamt. Näheres bringt eine amtliche Bekanulmachuuß in iinserem Anzeig meil.
** Abgabe von F r ü h s a a t k a r t o k f-e l n. Die bei dem städtischen Tieihnnamt bestellten, aber noch nicht abgeholten Früh, saatkarlosieln (Frührosa) können iioch am Donnerstag den 13. d. Dl., in Empfang genommen werde,,. Näheres siehe Anzeige.
Landkreis Gießen.
Bl. L a n g - G ö n s , 10 '.'lpnl. Der Leutnant der Reserve Albert Buckel, beim Artist. Ue-Regiment Nr. 63, erhielt das Eiserne Kreuz, nachdem er die Tapferkeitsmedastle schon früher erhalten hatte.
ü. Lollar, 10. Aprst. Gestern fand bei schönem Wetter eine größere Hebung der Jugend wehren Lollar, Staufenberg und Mainzlar statt. Um 9 Uhr vormittags rückte die Jugend- wchr Lollar mit klingendem Spiel ab. Tie Jugendwehren von Staufenberg und Mainzlar hatten den Ort Odenhausen imd die dahinterliegende Höhe 297 besetzt, während der Jugendwchr Lollar die Rolle des Angreifers übertragen worden war. Das hügelige Gelände gestaltete den Anmarsch imd die Entwickelung des Gefechts äußerst reizvoll. Die eingreifenden Jungmaimen zeigten anerkennenswerte Leistungen in Marsch'ick>erungen, Patrouillen- und Meldedienst,- sowie in der Gelandeausnützung beim Vorgehen. Nach Beendigung des Gefechts wurde aus 'der .Höhe 297 abgekocht. Weiter ivurden Jugendspiele veranstaltet. Gegen 5 Uhr nachmittags wurde der Heimmarsch an getreten. Das erste Abkochen der Jugendwehren wird den Teilnehmern noch lange in Erinnerung bleiben.
u. Mainzlar, 10. April. Gestern abend zwischen 8 itnb 9 Uhr entwich von dem Arbeitskommando auf der Chamotte fabrik dahier em rllssischer Krieasgesangener. Der Entwichene ist Ukrainer und spricht nur rlissisch.
Kreis Büdingen.
4L E ch z e l I, 12. April. Der Austrieb zum gestrigen Schweinemarkt war gering. dagege»i waren viele Käister er schienen, die zum größten Teile nichts erstanden, da die Preise zu hock waren. Für 8 bis 10 Wochen alte Ferkel schwankten die Preise zwischen 150 bis 160 Mk. für das Paar.
Kreis LauLerbach.
M. Lauter ba ch , 11. April. Baron A l b r e ch t R i e d e s e I Freiherr z u Eisenbach auf Schloß Sickeiidorf ist gestern in Frankfurt a. M. an .den Folgen eines dort erlittenen Schlaganfalles gestorben.
Kreis Friedberg.
Bl. Friedberg, 12. April. (Drahtn.) Am 12. Februar hatten bekanntlich die hiesigen Schweinenretzger ihre Läden ge schlossen, indem sie in hiesigen Blättern veröffentlichten, daß sie ihre Läden schließen müßten, weil die Fleisch- imd Wurstivaren niedriger gesetzt seien, als die vom ft k rei*amt festgesetzten H ochst- preise für Schlachwieh. Von der Strafbehöröe war das Schließen der. Läden als eine Auflehnung gegen die Bestimmungeu des Krusamtes aufgefaßt. Das Gericht faßte die Sache sehr niilde auf und nahm ari, daß die Metzger sich nur in der Forni vergriffen! hätten nnd daß sie sich tatsächlich in eprer gewissert Zwangslage besmrden hätten. Der.Staatsanwalt beaittragte 600 Mk. für den Inuungsmeifter, 200 Mark für die übrigen Metzger und 80 Mk. Mr die Metzgerfrauen, deren Männer im Felde stehen. Das Ur teil lautete 400 Mk. Strafe für den Jnnungsmeister, 100 Mk. für die übrigen Metzger und 50 Mk. Geldstrafe für die Metzger frauen, deren Männer im Felde stehen.
Bl. Butzbach, 12. April. Leutnant d. L. Postsekretär Baus ch erhielt die Hessische Tapferkeitsmedaille. — Dieser Tage tag-te im Gasthaus zum Stern eine Verfaumilung der S chmicde- meister des hiesigen Anttsgerichtsbezirks, welche vom hiesigen Gewerbeverein ernberufcn war. Die Bersanrmlung beschloß eine Zwan gsinnnn g für das Schmiedehandwerk einzusühren.
Bl. Bad-Nauheim, 12. April. Den Offizicrsstcllvertre- ttrn Staubach und Wolf, beide im Landsturm-Bataillon Friedberg, wurde das Eiserne Kreuz verliehen, deni Gefreiten Heinrich Götz wurde die Hessische Tapferkeitsmedaillc'verliehen.
Bl. Dorheim, 11. April. Dem Ing. Cand. an der Berg- akar^Mie zu Freiburg i. S. Friedr. Knoche, Kriegsfreiwilliger rm Feldarttllerie-Regiment 249, einem Enkel der Witwe des verstorbenen Großh. Hess. Obersteigers Friedrich Knoche von hier, wurde das Eiserne Kreuz verliehen.
M. B r u ch e n brücken, 12. ^lprit. Ter Wehrmann Heinrich Vetter von hier, der auf dem westlichen Kriegsschauplatz verwundet wurde und seit S-onrmer vorigen Jahres in Rußland kampst, erhielt das Eiserne Kreuz.
o-o Vilbel, 12. April. Dem MlrSketier Heinrich Jung hier, bei dem Reserve-Jnkanterie-Regiment Nr. 83, wurde die Oesterreichische Tapferkeitsmedaillc verliehen. — Dem Vize-Wacht- meister Karl Schwinn beim Stab der mobilen Ersatz-Abteilung
.^eld-Artitlerie-Regiments Nr. 25, in Frankreich, wurde die Hessische Tapserkeitsmedaille verliehen.
Kreis Wetzlar.
tu. Wetzlar. 11. Avril. RegierungS - Landmesser Arzt, Leutnant und Battcrieführer bei einer Landsturniformation, wurde mit deni Eisernen Kreuz ausgezeichnet.
ra. Krofdorf, 11. April. Das Kriegs-Schuljahr 1915/16 geht mit Freitag zu Ende, ein neues beginnt im Zeichen des Krieges. Aniaug u,id Ende eines wichtigen Lebensabschnittes bringt der letzte Schultag. Während der Kriegszeit wurde hier- etbst ein stattliches S ch u l h a u s erbaut, das für die Folge die Schüler von Gleiberg und teilweise atlch diejenigen aus Kroidors ausuehmen soll. Eingerichtet ist es für vier Klaffen, aber die Lehrerwohnungen fehlen in dieser neuen Schule.
Hessen-Nassau.
Frankfurt a. M., 12. Tstiril. In den letzten Tagen wurden hier zahlreiche verivegene Diebstähle von .Haus- und Nutztiercu aitsgeführt. Dem Landwirt De sch im Borort Hausen stahl man zivei Kälber und zwei Ziegen, schlachtete, die Tiere an Ort und Stelle ab und ließ Kopf und Eingeweide liegen. Aus eriwm Bockeilhümer Gartenhause raubte man ein ganzes Sühner- votk und den Kanin-chenbestand: einer armen Frau in Sachsen- liausen holte man die einzige Ziege aus dem Stall, nachdem man ihr nachts zuvor die Hühner gestohlen hatte. In der Oppenheimer Landsttaße^ließ ein verfolgter Dieb einen Sack mit ab geschlachteten Hühnern, Hähnen und Kaninchen im Stich. Die Räuber konnten nochi nicht ermittelt werden.
und habilitierte sich im Wintersemester 1897/98 in der Leipziger medizinischen Fakultät, wo er später zum a. o. Professor befördert wurde. Im Jahre 1905 kam .Hosmann als Nachfolger von O. Zoth nach Innsbruck, 1911 an die Prager deutsche Universität an stelle von I. Gad, und Ostern 1913 nach Königsberg als Nachiolger von Gch.'imrat Prof. L. Herinann. 'oein Spezial- arbci' - gebiet ist Allgemeine Mu-t lphvsiologie, phpsiotogische Optik, Herzphh.iologie und vergleichend-phoiiologische Arbeiten.
Dr.
Universiieits-N^cl-xichten.
Hk. Marburg, 12. April. Wie wir hören, hat Professor niep. Franz Hvfmann, Direktor deS physiologischen Instituts «m Königsberg i. Pr., einen Ruf an die Universität M arbu rg, als Nachfolger von Geh Rat Friedrich Schenck er- halten. Pros. Hofmann ist 1869 zu Skalka in Böhmen geboren. Er i)t Schüler von Etvald Hering. 1891 promovierte er in Prag, war Assistent bei seinem Lehrer E. Hering in Prag und Leipzig
verrnißchtes.
Die Leiche im Korbe.
Der Leichenfund aus dem Stettiner Bahnhof, Berlin, von dem wir vor einigen Tagen berichtet haben, hat jetzt folgende Aufklärung gesunden:
Berlin, 12. April. (Privattelegramm.) Als Mörderinder Martha Franzke ist eine gewisse Helene Bahl ermittelt worden, welche die Franzke in der Wohnung der beiden bekannten Friseurin Johanna Elsner mit einem Rasiermesser ermordete mid die Leiche dann durch einen Dienstmann in einem Korbe nach dem Stettiner Bahnhof schassen ließ. Die Bahl beging die Tat in Abwesenheit der Friseurin, die in Wirklichkeit Johanna Ultmann heißt. Sie bekannte ihr die Tat bei deren Heimkehr mit den Worten: Ich habe ein Rasiermesser genommen und sie kalt gemacht.. Sei nicht böse, ich mache alles wieder in Ordnung und schasse die Leiche fort. Dip Friseurin machte diese Mitteilungen, der Kriminalpolizei. Als Motiv dürfte lediglich die Gier nach dem Gelde der Franzke in Betracht kommen, die nahezu 1000 Mark- Bargeld besessen haben soll. Bon der Täterin hat man bisher kerne Spur. Sie ist etwa 1,68 bis -1,70 Meter groß, vollstUarck, hat einen üppigen Busen, ein blasses, längliches, volles Gesicht, dunkelgraue Augen mit dunkelbraunen bogenförmigen Augenbrauen. Ter Mund ist mittelgroß mit etwas dicken Lippen, die Hände sind fleischig und groß, der Gang affektiert. Die Stimme ist hell: sie spricht eine ordinäre Berliner Mundart. Auf die Ergreifung ist eine Belohnung von 1000 Mark ausgesetzt.
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* Dessau, 11. April. (Priv.-Telegr.) Wie das ^Anhaltische TageblatlE aus Ballenstedt am Harz meldet, wurde die dort wohn- hn'te a l l e i n st e h e n d e W i t ;v e Baumeister heute in ihrer Wohnung in einem verschlossenen Kleiderschrank tot auf- gefunden. Die Leiche zeigt ÄZ ü r g e s p u r e n am Halse, sie wurde von der Gerichtsbehörde beschlagnahmt.
* A s g »l i t h , d e r W i tz b o l d. Daß der englische Ministerpräsident Asquith, der gegenwärtig wohl allzu sehr mit Sorgen überhäuft ist, um sich über ein Uebermaß von guter Laune beklagen zu können, in den schönen Zeiten des Friedens nicht dem Witz abhold war, beiveiseN die folgenden in der „Nouvelle Revue" berichteten Anekdoten: Als ein Sekretär Asguiths auf einer Wahlreise auf dem flachen Lande in das Haus eines armen Bauern kam, war er nicht wenig erstaunt, an dem Ehrenplatz im Wohnzimmer ein ans einen' illustrierten Blatt herausgeschnittenes Bild seines Herrn und Meisters zu erblicken. Voll beglückten Stolzes rief der Sekretär aus: „Es ist recht getan, daß Sie dieses Bild hierher gehängt haben ! Sie bewundern auch diesen großen Mann, nicht wahr?" . . „Ich weiß gar nicht, wer es ist," erwiderte der Bauer. Ich habe das Bild nur darum aufgehoben und an die Wand gehängt, weil es meinein verstorbenen Vater sprechend ähnlich sieht." Wie der Sekretär behauptet, soll Asguith niemals stärker gelacht haben, als da ihm diese Geschichte berichtet wurde. — Wenige Monate vor dem Kriege erhielt Asquith oft die Besuche eines Parlainentsmitgliedes, das sich jedesinal eifrigst bemüht zeigte bei dem Ministerpräsidenten gut bezahlte Stellungen für politische Freunde zu erlangen. Einmal, als ein Herr Smith, der eine äußerst einkömmliche Stellung bekleidet hatte, gestorben war, erschien der in Frage stehende Abgeordnete wieder, um die Situation nach Dlöglichkeit sofort auszunutzen. „Könnte nicht mein Freund
fragte er den Ministerpräsidenten, „den Platz des verstorbenen Herrn Smith einnehmen?" . . „Das ist seine Sache," erwiderte Asquith ernsthaft, „er braucht sich nur eckundigen, ob der Sarg -einem Körpermaß entspricht."
Märkte.
ko. Frankfurt a. M., 11. April. Heu- und Strohmarkt.
Auf dem heutigen Heu- und Strohmarkt ivar nichts angefahren.
F- C- Frankfurt a. M., 12. April. S ch w e i n e m a rf t. Auftrieb 2 Schweine. Zum Verkauf standen 247 städtische Schweine, die schnellen Absatz fanden.
ko. Frankfurt a. M., 12. April. Frucht- und Futter-
m i t t e t m a r k t. Die große Nachfrage bei ungenügendem Angebot halt an. Stimmung sehr zurückhaltend. Einzelne Abschlüsse, für die sehr hohe Preise verlangt und gezahlt wurden, kamen zustande. Man horte folgeuge Preise: Spelz 17—20 Mk., Spelzspreumehl 34—38 Mk., Reiskleie 38-40 Mk., Haferersatz 65—70 A!k.. Biertreber 85—90 'Mk.. Kakaoschalen 35-37 Mk., ausländische Kleie 82—87 Mk. Alles per 100 Kilo in loser Ladung ohne Sack ab Versandstation.
ko. Frankfurt a. M., 12. April. K a rt o f f e l m a r kt. Kartoffeln im Großhandel in loser Ladung ab Versandstation 6,10 Mk per 100 Kilo.
Denkt öhuns! r V// Sende!
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Willkommenste Liebesgabe!
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