Ausgabe 
11.4.1916 Erstes Blatt
Seite
2
 
Einzelbild herunterladen

ein wahrer Vater zwischen die streitenden Söhne, nun muß er die Ankündigung eines endlosen Zwistes und Krieges bis zur Vernichtung anhören.

Protest der Frauenrechtlerinneu in England.

Rotterdam, 10. April. (WTB. Nichtamtl.) DerRotier dcvnsche Courantt^ meldet aus London: Der Verband fir. Frauenwahlrecht hielt gestern auf dem Trafalgarsquarc unter Leitung von Sylvian Pankhurst eine Versammlung ab um gegen die Reichsverteidigungsakte, das Munitionsgesetz uni das Kriegspflichtgesetz zu protestieren. Die Versammlung wurde von der Volksmenge gesprengt. Der Mob stürmte die Nelsonsäulc und vertrieb die Frauen.

* * *

Der türkische Bericht.

Konstantinopel, 9. April. (WTB.) Amtlicher Bericht. An der Jrakfront keine Veränderung. Unser Artilleriefeuer beschädigte ein feindliches Kanonenboot und verursachte in ihm eine Explosion. Das Boot wurde von einem Motorbot nach Osten abgeschleppt. Westlich von Sporne fand ein Zusammenstoß mit feindlichen Vorposten statt. Von den Engländern wurden 5 Mann getötet, ein. Offizier wurde verwundet. Wir zerstörten telephonische Anlagen des Feindes in dieser Gegend.

An der Ka u ka s u s fr o n t keine Aenderung von Bedeutung. Am 8. April näherte sich ein feindlicher Kreuzer Kemilli Liman !und gab einige Schüsse ab. Das Gegenfeuer unserer Artillerie zwang ihn, sich zurückzuziehen. Zwei feindliche Flieger erschienen über der Halbinsel Gallipoli, entflohen aber beim Aufsteigen Unseres Kampfflugzeuges gegen Jinbros.

Der §eekrieg.

r Drunten wartet ein Freund, nun rasch der: Teller r zur Seite,Mutter, zum Helfen fehlt mir heute di-e Zeit und ich lerne dann später, nach dein Abendbrot hörst du die Worte wohl ab, ach, und der Einband des Buches ist gänz­lich zerrissen, an meinem Mantel fehlt ein Knopf, ich Hab' lhn verloren" fort ist der Junge, noch ehe die Muttev c Zeit fand zur Rede. Gerade heute sehnte sie sich, den Jungen zu sprechen; sie kann ihm die Mütze, die neue, die heiß- .rsehnte, nicht kaufen, wie sie auch rechnet; die kleinen Ge- ' schwister bedürfen der Schuhe und wollener Strümpfe der Vater draußen im Feldes Müde sind heute die Augen, denn sie saß noch lange am Abend und besserte schadhafte Röck- chen, die die Mädchen beim wilden Versteckspiel achtlos zer­rissen. Und den Brief an den Vater, den fälligen, trug sie spät in der Nacht noch zum Kasten. Ging dann zur Ruhe, ' nicht ohne ein Weilchen dem Atmen der schlafenden Kinder > dankbar zu lauschen. Wie ruhen sie friedlich! nxnrm und ge­borgen im reinlichen Bett, fern von den Schrecken des 1 Krieges. Dank sei dir, tapferes Heer, das uns d'ie Heimat bewahrt.

Lernt danken, ihr Kinder, und wißt, daß alles, was heut' ihr genießt, ja ein Gnadengeschenk ist, das euch gütig der Schöpfer beschert! dankt der Mutter, die euch die | Heimat verkörpert und hoch hält, sorgt in Liebe für sie und - scheucht ihr die schweren Gedanken, wenn ihr in zärtlicher Wärme sie leise versucht zu erraten. Nichts übertöne die Rücksicht auf sie, kein Wunsch eines Freundes oder ein eigenes flüchtiges Begehren, das sie betrübt. Wahrt das Gut, das sie sorglich dem Vater verwaltet, wahrt das Geld, das der Vater kämpfend euch schafft! H. S.

U-Boote ohne Periskop?

Bern, 10. April. (WTB. Nichtamtlich.) Verschiedent­lich laufen Gerüchte um, sagt derTemps", daß es den Deutscher! gelang, Unterseeboote ohne Peri­skop zu erbauen. Hierzu ist zu bemerken, daß bei zahl­reichen Torpedierungen der letzten Zeit man wohl Schaurn- streifen des Torpedos, aber kein Periskop des angreifenden Tauchbootes sah. Das; diese Gerüchte nicht bloß Vermutung sind, beweise ein marinetechnischer Aufsatz in der holländi­schen ZeitschriftLandsturm", der von solchen Bauten spreche. ^ e .Ü nT l r e:d)e Anbringung von Linsen und Spiegeln an dem Schiffskörper erlaube dem Kommandanten, die notwendigen Beobachtungen zu machen, um sein Tauchboot zu steuern. Zwar müßten solche Tauchboote sich mehr an der Oberfläche halten, doch werde dies durch den Vorteil ausgewogen, daß sie durch das Fehlen des Periskopes nicht die Aufmerksamkeit begegnender Schiffe auf sich zögen.

Die holländische Schiffahrt.

Amsterdam, 10. April. (WTB. Nichtamtlich.) Die Ncticr- lands-Gesellschaft nimmt morgen den Dam pferdim st nach Hollän- disch-Jndim wieder aus. Die Schiffe werden die Route um Schott­land einschlagen.

*

Berlin, 11. April. Ueber den Untergang des Sussex" liegt nach verschiedenen Blättern der Bericht eines an Bord desSussex" gewesenen griechischen Marine offrzrers vor, wonach das Schiss unbedingt auf eine Mini gelaufen sei, die auch eine englische gewesen sein könne. Durck die Explosion sei der Kapitän auf der Stelle getötet worden Der erste Offizier habe in der Verwirrung den Kopf verlöret und Haltesignale gegeben mit falscher Bezeichnung der Un­fallstelle.

M a l t a, 10. April. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung dee Reutersch-en Bureaus. Der britische unbewaffnete Dampfer Yonne", früherTastalia", ist versenkt worden. aus 40 Mann bestehende Besatzung ist gerettet worden.

London, 10. April. (WTB. Nichtamtlich.) Lloyds Agentin meldet: Der britische DampferSilks worth Hall" (477' Tonnen) ist versenkt worden. Der Kapitän und 30 Manr wurden gerettet. Der DampferG la n a l n o n d" (2883 Toro nen) ist ebenfalls, v ersen kt worden. Die Besatzung wurde ge rettet. Beide Schisse waren unbewaffnet.

London, 10. April. (WTB.) Nach einer Lloyd-Meldung rst der britische DampferZafiia" versenkt worden.

. x 58er J i ?' 10 - April. (Priv.-Tel) DasBerl. Tagebl." mel­det aus Annsterdam: Der französische DampferJean­nette' ijt in bei Nordsee versenkt worden.

Nach einer Meldung von Lloyds Agentur soll gestern der dä­nisch e D a mp f e rS ankJerneborg" vor Cagliari in Sar­dinien torpediert worden sein. Die Mannschaft sei gerettet.

London, 10. Aprü. (W^B. Nichtamtlich.) Lloyds meldet' Der unbewaffnete DampferEastern City" ist versenkt waren.

Aus Sta-t und Lanv.

Gießen, 11. April 1916.

Den deutschen Jungen und Mädchen.

Nachstehende beherzigenswerte Worte aehen uns zu:

Ja, an euch will ich rnich wenden, ihr Hungen Mensche rrn Lande, ihr in den Schulen und ihr zu Hause! Werdend tajb ihr und euer ist die Zukunft, \um hie das deutsch Ahwert in heißem Kampfe ringt! Bielen von euch steht dk ! Vater im Felde und eure Mutter trägt schwere Last. D rst ijie Sorge um den Vater nicht immer die schwerste. Di nagt wohl und zehrt. Tag und Nacht, doch das Taqwer der Mutter fordert ihre Gedanken ganz. Auf ihr allein rul dre Sorge um euch; denn der Vater ist fern, der sie stet liebend geteilt. Fern ist sein Rat und ferne sein mahnende Wort, wenn euer Unverstand törichte Wege euch führt.

. Jung seid ihr, wir alle wissen es wohl, und es i ern altes Wort, daß die Jugend nicht immer Tugend ha! aber das ist kern Wort, das euch heute frommt: das Reck Kl der seligen Torheit ging mit dem .Kriege verlöre: Ernst Nt die Zeit, rn die ihr gestellt seid, so furchtba ernst wie dre Welt noch niemals sie sah. Lächelnd tragt- ih dre Gnade der Jugend: dem Tage zu leben; wir nehme sre euch nrcht! Sorgen wie die Großen sollt ihr euch nick eure Mutter dankt Gott, solange ihr es nicht brauch Denken aber sollt ihr, Kinder, und wissen, daß auch ih helfen mußt, dre Sterne zu tragerr zu dem Bau eurer Zn kunft. Schaut euch um! Pflichten erwachsen euch rings' Set eure Mutter! schlaflose Nächte trübten den Glanz ihre Auges und die Not der Tage beugte die liebe Gestal Treulich bedenkt sie euch alle, und das Mahl rst wohl eine bereitet sagt, wenn ihx stürmisch den Hurrger euch stillte wußtet ihr der Mutter Dank? Jeglichen höret sie au rin jedem werß sre zu Helsen, richtet dem Großen das Frük sturk am dämmernden Morgen, näht ihm die männlich Jacke, dre er solange begehrt, zieht mit den Kleinen hinan in den Wald und lacht zu den fröhlichen Spielen. Immer i 1 sie bereit und tätig, die Seele des Hauses. Ihr nun uehm das an, rn ruhiger Selbstsucht der Jugend und düuket euc heldenhaft schon, daß ihr der Butter entsagt und in der Kaffee wohl gar den süßenden Zucker entbehrt! daß euc Theater und Kino zu seltenen Genüssen geworden und ih den Kuchen nur noch in wenigen Fällen genießt'

Ueberdeirkt einmal in Ruhe den Laus eures Tages, wi vrer zu. fordern ihr wißt und was dagegen zu geben!

*

** D r e Wochen Märkte beginnen vom 15. d. Mts. ab um 7 Uhr vormittags.

** Städtische V e r k a u f s h a l l e sollte man, wie man uns schreibt, das alte Schulgebäude an der Neustadt nennen, denn als solche hat es sich in der Kriegszeit vorzüg­lich bewährt. Die Lage des allerdings unmodernen Baues, der noch aus Fachwerk besteht, ist als Geschäftslage für die Lebensmittelbranche die beste, die man sich denken kann, und^der Erfolg eines leistungsfähigen Geschäfts würde selbst im Frieden nichts zu wünschen übrig lassen, wenn ein tüch- riger Geschäftsmann die Neugründung eines großzügig ge­leiteten modern arbeitenden Unternehmens in die Hand nehmen würde. Was ist nicht alles seit Kriegs beginn in dem alten Schnlhanse verkauft worden. Das Geschäft hat sich unter der Leitung des Stadtbanmeisters Brau b ach durch die Not sder Zeit veranlaßt, immer mehr entwickelt, und so ist marr neuerdings bei dem Handel mit Schweinefleisch angelangt, der gestern bei seiner ersten Einführung in den Vormittagsstunden ein mehr wie flottes Gepräge aufwies. Blitzsauber sah es in dem zu ebener Erde gelegenen städti­schen Fleischerladen aus. Direktor Dr. Mod de hatte seinem Kollegen von der andern städtischen Fakultät zwei äußerst geschickte Fleischaushauer in schneeigen weißen Schürzen zur Verfügung gestellt, die es verstehen, die von unseren Hausftauen verlangten Fleischportrorren fast malerisch her­zurichten. Unsere Bewohner sind auf diesem Gebiet recht verlvöhnt, und dem mußte auch die Stadt bei der Fleisch­abgabe Rechnung tragen, wenn sie der Kritik der Kundschaft sich gewachsen zeigen wollte. Die Auslage, auf dern die zum Verkauf zurechtgemachten Fleichstücke Platz finden, ist ebenso wie der Ladentisch, an dem..bedient wird, mit weißem Wachstuch belegt, so daß der Eindruck, den man erhält, wenn man jetzt die städtische Verkaufshalle betritt, !urn Flersch zu kaufen, sehr appetitlich ist. Verkauft wurden gestern 2 H 2 - Schweine in Stücken von ll/?4 Pfund mtb darüber. Die Käuferinnen, die aus allen Kreisen unserer Bevölkerung sich zur Abnahme eingefunden hatten, lobten die Qualität des Fleisches und sprachen sich besonders an- erkenriend darüber aus, daß die Ware schön fett ist. ^aben doch die halben Tiere, die ohne Kopf geliefert sind, eine Schwarte von 812 Zentimeter Fett. Eine Kochprobe Hut ergeben, daß das Fleisch der Ge fr: erschwer ne äußerst schmack­haft und zart ist und frisch geschlachtetem .Schwei nekoch- flersch rn nichts nachsteht. Die Stadt versüat über 60 halbe Schweine und läßt jede Menge Fleisch abgeben, was für solche Käufer angenehm ist, die das Fleisch pökeln oder räuchern wollen. Morgen Mittwoch vormittag wird der Fleifchverkauf in, der Neustadt fortgesetzt.

M Amtliche Personalnachrichten. Der Großh. KreiSrat des Kreises Dieburg, Geheimer Negierungsrat Tr. Wagner wurde mit den Tienstgeschäften eines Ministerialrats im Ministerium des Innern mit Wirkung vom 25. April l. Zs. beauftragt. Durch Entschließung Großh. Ministeriums' des Innern wurde der Lehramtsrefereudar Hans Fluch zu Mainz zlun Lehraintsassessor ernannt. Entlassen wurde: Am 1. April die Lehrerin an der Volksschule zu Bieber im Kreise Offenbach, Gertrud S e i b e r z auf ihr Nachsuchen vom 1. Mai 1916 an aus dein Schuldienst.

** Gas- und Wasserwe rk. Die Gasabgabe im Rechnungsjahr 1915 skieg auf 2492 750 cbm, das sind 218 230 cbm = 9,15 Proz. mehr als im Vorjahre. Der Ver­brauch der Straßen be leuch tun g ist um 26419 cbm = 8,10 Proz. infolge Außerbekriebschung von Straßen­laternen znrnckgegangen. Die W asserf ordern n q in Queckborn betrug 1858 356 cbm, der Erguß der Quellen bei Großen-Buseck und im Stadtwalde hob sich auf 294 630 cbm. Der Gesamt-Zufluß bezw. Verbrauch belief sich somit auf 2152986 cbm oder durchschnittlich täglich 5882 cbm 11,16 Proz. mehr als im Vorjahre.

** Gemüsesamen und Anbau Prämie. Die Stadt Gießen ist bereit, Landwirten nnv Gartenbesitzern, die sich ver­pflichten, mindestens di-e Hälfte ihrer Gemüseernte an die Stadt oder einen von ihr beauftragten Aufkäufer abzugeben, durch, Lieferung von Samen und Gemüsepflanzm zu unterstützen und außerdem bei Anbauflächen, die mehr als ein Viertel' Hektar Gemüseland ausmachen, bei Ablieferung der Erträge, eine Ausbau- Prämie von 10. Mark für ein Viertel Hektar zu gewähren Näheres im Anzeigenteile des heutigen Blattes.

^ 1^1 ote ©eroanet! 2 -l-e Ausnutzung der < Wässer zur Nahrungsmittelerzeugung ist auch in diesem Ja allgemeine Pflicht. In nicht allzu stark verunreinigteri Gewässe besonders in stehenden, in Teichm, Dorftümpeln, vor allem < wen, dre dnnghalttge Zuflüsse empfangen, befindet sich eine Me niederer Lebewesen, die Fischen zur Nahrung dienen könn Vielfach fehlt es aber an nutzbaren Fischen, tveil sie keine <r, lügen Vermehrungsbedingungen in dem Wässer vorfinden So Gewässer sollten durch Besetzung mit Setzlingen oder Brut < Teichwirtschaften nutzbar gemacht werden. Damit jedoch mit knapp vorhandenenSaat" des Fischereiwirts sparsam um gangen sind, keine rmgeeitnetm Gewässer besetzt werden, müs alle, die nicht über genügend eigene Erfahrungen verfügen, Fisck>a sachverständige befragen Die Beratung erfolgt kostenlos dr, Fi scher ei beamte und Fischereivereine. Wlo die zuständige St unbekannt ist, wird sie gerne nackigewiesen vom Deutschen Fischei Verein, Berliii W. 10, Königin-Augustastraße 21.

. er , ^ lc 1 ! n k 1 i 18 9 9 geborenen Landsturm- d ' l 1 $ t i g e n der Stadt Gießen niüsseu sich anl 15. Zlpril d. Js. zur Landsturmrolle melden. Näheres siehe Anzeige.

** Einrichtung des ^pargelverkaufs. rvrr ver» iveisen auf die tut Anzeigenteil des heutigen Blattes enthaltene Bekamttnmchuiig der Stadl Gießen über die Einrichtung eines Lpargelverkauss. Bei dein große»! Bedarf an frischen Gemüsen und den billigen Preisen ivird diese Einricht»mg voraussichtlich sich lebhaften Zuspruches enreilen köunen.

*" S t a d t t b e a t e r. Airs dein Stadttheaterbureau schreibt >uan: 2lußer dem heutigen Gastspiel mit August Strind^ergs Ostern", auf das nochinals hingewiesen sei, bringt der Schluß der Spielzeit am Freitag eine Wiederholung vonLogierbesuch", ui der Gutscheine gelten; am Palinsonntag, nachnrittags, gibt es eine Wiederholung von HebbelsMaria M a g d a l e n ä" und abends eine Älilffiihrung der tragischen KomödieT r a u m u I u §* üoii Arno Holz und Oskar Jerschke. Auf die letztere Vor- Itellung. die zugleich das letzte Auftreten verschiedener Mit­glieder bebeuteh kommen wir noch zurück.

Ihre Silberne Hochzeit feiern am 12. April Metzger Nathan Günther und Fra»l Johanna geb. Schönthal.

Landkreis Gießen.

ltz Leihgestern, 10. April. Auch unsere Schuljugend ver­zichtet zugunftcm unserer verwundeben und kranker: Krieger auf ihre Oster c i e r. Sie überlieferte dem Roten Ztzreuz zur Verteilung 772 Eier. Die europäische Sumpf-Schildkröte kam im Feldpostpaket von Kara Oglrckar am Dojran-See in Exemplaren vost V, und 2 Pfund schwer gesund hier an. Die Jugend hat ihre Freude au diesen Reptilien. Wie lange ihnen das Klüna und die dlahrung hier bekommt, wird sich zeigen. Zwei Brüder, Reser­vaten unserer 116er, erzähilen von der Jagd auf die Schildkröten, die dort in großer Zahl zu find-en sein müssen. Dem Reservisten Georg Brück, jetzt im aktiven Regiment Nr. L16, der vor einern Jahre durch einen Schuß ins Bein verwitjndet war, wurde die .Hessische Tapferkeitsmedaille verliehen.

E. St 0 ckhausen , 10. April. Am Samstag, den 8. d. M. morgens gegen r »10 Uhr ereignete sich auf der Drahtseilbahn der GrubeH 0 f f n u n g" dahier ein störender Betriebsunfall. Durch irgend ein Henrnmis auf den Drahtseilen geschah es, daß niehrere laufende Wagen, mit Eisenerzen beladen, aneinander hängen blieben und einen imsörmlichen Klrmrpen bildeten. Fast sämtliche leerlaufenden Wagen wurden an drei verschiedenen Stel­len zimr Absturz gebracht und durch den Fall beschädigt. Erst nach acarrmin: Zeit konnte nachmittags der Betrieb aus der Drahtseil­bahn wieder ausgenommen werden. Menschenleben sind durch den Unfall nicht zu>aden gekommen.

e. Birklar, 11. April. Gefreiter Wilhelm W 0 l f im In- anterie-Regiment Nr. 115 wurde am I. April ziim Ünteroffizier befördert und mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse ausgezeichnet.

UI. Utphe, 11 April. Dem Wehrmann Karl Schäfer, Der bei Verdun mitkämpst, wurde das Eiserne Kreuz 2. Klasse verlieheu.

e. U t p h e . 2loril. Dieser Tage fand eine gut besuchte Versaiuiiiliiuq des Flottenvereins bei Gastwirt Wilh. Tag statt. Der Vorsitzende Wilh. Fi Ising er I. eröffnete die Ver- Miumlung. Pfarrer K »i l l m a u n von Berstadt sprach kernige Lsorte über die Flotte unb den jetzigen Krieg. Anschließend ge­dachte er des Jubiläiims des Feldmarschalls v. Hindenbirrg und lieg ein dreifaches Hoch ans den Feldherrn ausbringen. Sodann hielt Lehrer Biedenkopf eine Werberede. 7 neue Mit rlieder traten' bei. so daß jetzt der Verein in unserem kleine»! Dorf 55 Mit­glieder zählt. Der Vorsitzende Wilhelin Filsinger I. schloß die Ver- tamiuluiig mit dem Wunsche, daß der Verein weiter wachsen, blühen »mb gedeihen inöge ur»d daß es bald Sieg und Frieden geben möge.

Kreis Schotten.

^ nE> a ^ ' 1K April. Den Heldentod starb a,n a S-IJiar3 1016 der Landwehrmann Kaspar Nuppel von hier. Der Gefallene war 42 Jahre alt und stand kaum 4 Wochen bei dem Landmehr-Regiment Nr. 81 im Felde. Es ist bereits das sechste L.pfer, welches dieser siirchtbarste aller Kriege aus unserem Torfe gefordert hat.

E. Laubach, 11. April. Den Heldentod starben Friedrich Jager und Otto Salzmann von hier. Mit ihnen sind es 22 Opfer, die aus unserer Stadt gefallen sind.

Kreis Friedberg.

d ad - N a uh eim , 11 . April. Gestern traf Prinz r 1 e d r 1 ch L e 0 p 0 l d v 0 n P r e u ß e n zu längerem Kurartfent- halt lner ent. Begünstigt durch das schöne Frühlingswetter ist der Zuzug von Kurgästen sehr gut. Unter den Angekommenen be- smben sich Gräfin zu S 0 lms-Lau ba ch. Fürst Jos. Chri- sttan zu S t 0 llb erg-Roßla, Graf Kuno zu Stollderg-Roßla Gräfin zu Stollberg-Roßla geb. Prinzessin zu Bsen- burg-Bstdrngen.

,, ^ B a d - N an h e im, 11. Llpril. Ein arrswürtiger Eier- handler wollte entgegen dem Verbot d-es Kreisamtes öas Er nicht unter 20 Pfg, verkaufen.Fstr 14 Pfg. verkaufe ich dre Erer nrcht, eher schmeiße ich sie ajU sdie Wand, äußerte der Mann zu dem Marktbeamten. Der Händler ^wurde schlreßlrch samt den 100 Eiern, die er bei sich führte, auf das Polizeiamt geMrt. Hier nahm man ihm, als er obige Drohung mit derWand" wiederholte, tur^erhcmd die Eier ab, gab ihm 14 Mk. dafür unb verkaufte in wenigen Augenblicken die 100 Eier Stück um Stück für 14 Pfg. '

LI. Bönstadt, 11. April. Dem Kanonier Albert Berenz, Sohn des Handelsnimtnes Adolf Berenz, wurde da« Eiserne Kreuz 2. Klaffe verliehen.

ma O ffenbach, 10. Aprrl. Die All g e m eine hessische Beamtensterbekasse, der alle Klassen der hessischer: Staats- Städte- und Gemaindebeamten angehören, hielt gestern hier unte dem Vorsitze des Geh. Oberbanrats I m b 0 t h - Darmstadt ihr 14 Jahresversammlimg ab. Das Ergebnis des abgelanferver Wahres war, wie der Vorsitzende betonte, günstig, obgleich de .Kursrückgang der Wertpapiere infolge des Krieges den Abschln! stark beeinflußt hat. Die Kasse zählt über 2200 Mitglieder mi einer Versrchernngsftmrme von 1489 896 Mk., eine Prämien-Re serve von 215 847 Mk., eine Gewinn-Reserve von 50 739 Mk und eine Sicherheits-Reserve mn 24 000 Mk. Infolge des güu sttgeir Abschlusses konnte auch diesmal eine Dividende vvn 31 »/ festgesetzt werden. In den Jahren 1914/15 sind 12 Mitgliede rn folge Teilnahme am Kriege gestorben. Die gezahlten Sterbe Llder chettagen rmrd 8000 Mk. gegen 17 500 Mk. im Vorjahre Als nächster Versammlungsort wurde Gießen bestimmt c. r d) - Zi.N6.en, 10. ApA. Vor vielen Wochen vermißte eir lstestger Wern Händler senren Trauring. Er komlte sich den Ver­lust nicht erllärm. Jetzt erhiekt er ihn mit einem Schreibm dabe von ernem Truppenteil aus demr Felde zurück. Man hatte der Rrng in einer Krste mit Flaschmwein, die dew Truppenteil zuge gangm war, gefundm.

Kreis Wetzlar.

^ Lehrer Jäger, zurzeit mi

der Verwaltung der Schule rm nahm Salzböden bcauftvagt, wurd mit dem Eisernm Krmz ausgezeichnet.

ra. O b e r kle tu ,11. April. Lehrer Dallinger lnerselbs ttntt auf sein Ansuchen mct Schluß des Schuljahres rn den Ruhe stand. Unter dm schwierigstm Verhältnissm (Halbtagsunterricht hat der verdienstvolle Mann volle vier Jahrzehnte unserer Schul vorgestanden. Der HohmzoUernsche HMlsovden wurde dmr be Zapften Lehrer bereits vor einigm Wvchicn übermittelt, von eine Abschredsferer hat man Abstand genonrmm.

Hessen-Nassau.

][ Marbürg, 11. April. Im nahen Dorfe Marbach gingen anr Sonnabend dem Landwirt Johannes Naumann einen: etwa 60 Jahre alten Mann, zwei Kühe durch Als er mit ausgebreitetm Amnen eines der Tiere anil-alten wollte wurde er Fon diesem! so zu Boden geschlendert, daß er bervußtlos in die Mmrk gebracht wurde, wo er an dm Folgen einer Ge Hirn­verletzung in der folgenden Nacht starb. Ans Lebensüb.'r- drilst grng gestcm abend in der Nähe der Elisabethkirche eine ältere Witwe von hier in den Mühl grab m mrd ertränkte sich Die Leiche wurde heute früh gelandet. Ihr Gatte hat vor Jabrm ccux^ tnrrcö