Ausgabe 
8.4.1916 Erstes Blatt
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besonders für die Benmmdeöm und Genesenden, findet heute Abend im Kuppelsaale der Stadthalle, der von der Stadtverwal­tung zur Verfügung gestellt ist, ein Hindenburgabend statt, für den auf eine Anregung von privater Seite eine Anzahl von KmEträften ihre Mitwirkung zugesagt hat.

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Der französische Wctitift.

Paris, 7. April. (MTB.) Amtlicher Bericht von gestern abend. Im März waren unsere Kampfflieger au den ganzen Front, besonders gegen Berdun tätig. In zahlreichen. Luft- käispfen wurden durch unsere Flieger 31 deutsche Flugzeuge zum Absturz gebracht, von welchen neun brennend ab stürzten und innerhalb unserer Linien am Boden zerschellten. 22 Flugzeuge wurden innerhalb der deutschen Linien zum Sturz gebracht. Heber das Schicksal der 22 Flugzeuge, welche von unseren' Fliegern über de:: feindlichen Linien angegriffen wurden, besteht kein Zweifel; 12 sah man brennend falten ,zehn kamen, sich um sich selbst drehend, unter dem Feuer unserer Flieger herunter. Außerdem wurden vier deutsche Flugzeuge durch unsere Flugzengabwehrgeschütze her- urrtergeholt; eines fiel in unsere Linien in der Umgebung vor§ Aoooourt, drei in die feindlichen Linien, eines in der Nähe von Suippes, eines bei Nouvion und eines bei Ste Marie-ä-Py. T:iser Gesamtsumme von 35 im März zerstörten deutschen Flug­zeugen ist die Zahl unserer Verluste im Lufttämpf gegenüber zu stellen, welche sich auf 13 Flugzeuge beläuft und sich folgender­maßen gliedert: ein Flugzeug ist in unseren und zwölf sind in den deutschen Linien abgestürzt. Das große Mißverhältnis bei unseren und den feindlichen Flugzeugen zwischen den Abstürzen auf französischem und feindlichem Gebiet ist bezeichncrrd. Nach Schriftstücken, die frei g eiwngmm 'deutschen Fliegern gefunden wurden, müssen sie Befehl erhalten haben, die eigenen Linien mög­lichst wenig zu überschreiten. Das Ergebnis im März beweist, daß im (Gegensatz dazu unsere Jagdflugzeuge unablässig feindliches Gebiet überfliegen, um Kämpfe zu suchen.

Hollands Lage.

Berlin, 8. April. Laut verschiedenen Morgenblättern schreibt der frühere holländische Minister Küpper in seinem Blatte ,^S-tandaard": Lolland muß immer auf Griechmland schauen. Tie Geschichte weiß kein zweites Beispiel für einen so gewagten Ueber- rwut, wie er in Saümiki zutage getreten ist.Wehe der Macht, die beginnt, uns als zweites Griechenland zu behandeln!" Lolland hatte zehnnrak lieber Krieg, als daß es sich wie Griechenland be­handeln ließe.

Laag, 7. April. (WTB. Nichtamtlich.) Der Zweiten Kammer wurde eine Vorlage unterbreitet, um im Hiillilick auf die herrschenden außergewöhnlichen Umstände der Regierung Gelegenheit zu geben, wenn dies iwtwendig sein sollte, frühzeitig zur Einberufung der Jahres kla ss e 1917 übergehen zu können.

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Der türkische Bericht.

KonftantiUo pel, 7. April. (WTB.. Nichtamtlich.) Amt­licher Heeresbericht. Bon der Irak front keine Meldung von Wichtigkeit. An der Kaukasusfront in verschiedenen Abschnitten unbedeutende Zusammenstöße von Aufklärungsabtei­lungen. Bei einem dieser Zusammenstöße machten wir 60 Russen M Gefangenen. Am 4. April überflogen acht feindliche Flugzeuge die Halbinsel Gallipoli. Hauptmann Buddecke griff sie mit seinem Flugzeug an und brachte im Verlaufe des Lustkampses einen feindlichen Flieger vor Kumdere zum Absturz. Das Flugzeug ver­sank sofort ins Meer. Nachforschungen feindlicher Torpedoboote, die ihm Au HLfe geeilt waren, blieben erfolglos.

Der Kampf in Mesopotamien.

London, 7. April. (WTB.) Aimtliche Meldung: Die Te- ,PL8che über dte Kämpfe in M e s o p o t a m i >e n gibt folgende Einzel- 'Herten über die gemeldeten Operationen:

Das Tigriskonps unter General Gorringe, dem Nachfolger des Generals Aylmer, arbeitete sich, durch Sappen bis' ans 100 Dards an die feindliches Stellungen heran und stürzte sich dann Mrf die erste und zweite Linie des Gegners. In rascher Folge wurde «ne Stnüde später auch die dritte Liirie genonünim. Unsere sieg­reichen Truppen rückten weiter vor und drangen um 7 Ulst inor- gens in dir vierte und fünfte Linie. Da der Feind starke Ver­stärkungen erhalten hatte, befahl General Gorringe, den Angriff bis ztum Abend zu verschieben. Unterdessen eroberte auf dem' rechten User eine Division unter General Kearh eine Anzahl Gräben. Der Feind, der nachmittag mit Infanterie, Kavallerie und Ge­schützen einen starken Gegenangriff unternahm, wurde mit Erfolg Mrrückgeschlagen. Am späten Abend setzte Gorringe den Vormarsch <rm listken Ufer fort Und eroberte die Fel a hie-Stellung. Tie vorder­sten Gräben waren 9 Fuß tief. Das ganze System der aufeinander­folgenden Linien erstreckte sich 2500 Pards in die Tiefe.

Ein Lob der Türken.

Anrsterd-nm, 7. April. (WTB.) Einem hiesigen Blatte Infolge meldet &ieDime s" ans Petersburg: Aus den 'lebten Kämpfen acht hervor, daß die Türken durch ihre kräftige Disziplin vie Ordnu-rrg in ihren Gliedern zu erhalten pMßten. Die Truppen werden von dem begabten Halil Bei befehligt, der am mittleren Tschoruk standgehalten Hut, bis die Missen ihn zu umzingeln drohten; nachdem er dem Feinde jeden Zoll Bodens streitig gemacht hatte, zog er sich in der Richtung auf Ispir zurück, während das Zentrum westlich Jnamak Hcrsvir und Askab auswich. Jetzt ist das Zentrunr hcmptsächlich mit der Verteidigung der Zugänge nach Erzingjan beschäftigt, wo die Türken jeden brauchbaren Mann auf die Beine bringen und jeden Punkt verstärken. Artillerie wurde heran geführt und die Wege aus gebessert. Diese Maßregeln müssen den russischen Aufmarsch zum Stehen bringen.

Der Seekrieg.

Der englische Schiffsraum.

London, 6. April. (WTB. Nichtamtlich.) Im Unter­hause erklärte Handelsminister Runeim a n ans eine An­frage : Der im Schiffsregister des Vereinigten Königreiches verzeichnete Netto-Donnengehalt betrug Ende 1913 12 120 000 Tonnen, Ende 1914 12 415 000 Tonnen, Ende 1915 12 416 000 Tonnen.

London, 7. April. (WTB.) Lloyds meldet: Der Tanchfer Be suvio" (1391 Bruttoregistertonnen), ist versenkt wor­den. 15 Ueberlebende wurden gelandet, 6 Personen sind er­trunken.

London, 7. April. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung des Reuterschen Bureaus. Das französische Segel­schiffSaint Hubert" ist torpediert worden. Die Besatzung ist von dem dänischen DampferLivonia" ge­rettet worden.

London ,7. April. (WTB. Nichtamtlich.) Lloyds Agentur meldet: Der britische DampferSimla" ist ver­

senkt worden. Elf Mann der asiatischen Besatzung sind ertrunken, die übrigen gerettet.

Am dem Reiche.

Fleischkarten in Württemberg.

Stuttgart, 7. April. (WTB.) Das Ministerium des Innern hat soeben eine Bekanntmachung erlassen, in der mitgeteilt wird, daß zur Regelung des Verbrauchs von Fleisch durch die Kommunalveroände Fleisch karten aus- gegeben werden. Die Höchstwenge von Fleisch, die eine über sechs Jahre alte Person verbrauchen darf, wird bis auf weiteres auf 3520 Gramm für den Monat und 160 Gramm für den Lag (unter Ausschluß der fleischlosen Tage) fest­

gesetzt. Für Kinder bis zu sechs Jahren beträgt sie die, Hälfte. In der Zeit bis zum 17. April dürfen Dauerfleisch- uxrtett, Schinken und Dauerwurstwaren nur noch im Auf­schnitt verkauft werden. Der Veickauf von Neischkonserven ist in dieser Zeit verboten.

Berlin, 7. April. (WTB.) Durch eine Bekannt­machung desReichsanzeigers" wird die Verordnung d e s B u n de s r a t s (über die Einfuhr von Salzheringen auf Salzfische, Klippfische und Fischrogen ausge­dehnt. Eine weitere Bekanntmachung verbietet d:e Durchfuhr von Salzheringen, Salzfischen, Klippfischen und Fischrogen. DerNe:chsanz,eiger" veröffentlicht ferner die Ansführungs- bestimmnngen über die Einfuhr von Salzheringen usw.

Aus Stadt und

Gießen, 8. April 1916.

SonntagsbetrachLungen.

Du betrachtest das blutige Kriegshandwerk als einen Wettstreit der moralischen Energie"In der Tat, du wirst mir wenig wichtige Kriege nennen können, von denen sich nicht Nachweisen ließe, oaß die wahre moralische Energie den Sieg behauptete."" Vor achtzig Jahren, 1836, ließ sich unser großer Geschichtsschreiber Leopold v. Ranke so ver­nehmen. Er wußte von den Kriegen aller Zeiten. Von jungen Fähren her hatte er mit staunenden Augen und schlagendem Herzen im Buch der Geschichte gelesen. DieMär der Welt­geschichte" aufzusinden, war ihm das erhebende Lebensziel. Was er dort enträtselte, w'arendie Taten und Lechen, dieses wilden, heftigen, gewaltsamen, guten edlen ruhigen, dieses befleckten und reinen Geschöpfs, das wir selber sind". Nicht von einerlei Güte und Adel der Gesinnung ist ihm dies Geschlecht. Unversöhnliche Gegensätze birgt cs in sich. Sie brechen aus den Tiefen auf, in wilden Kri-egm: entladen sich die Leidenschasten. Aberdie wahre moralische Energie behauptet den Sieg."

Wie merkwürdig erleben wir heute die Wahrheit dieses stolzen Wortes. Die Feinde bezeugen sie.' Freiheit, Recht, Schutz der Schwachen haben sie in ihre Hand genommen. Diese leuchtenden moralischen Gestirne sollen iit der Welt nicht untergehlen. Dafür fließe Europas Blut in dem furcht­barsten aller Kriege. Und wer stört ihren ewigen Lauf? Wir, die in Belgien und Serbien, auf den Meeren und über Eng- lands geheiligten Küsten mit allen Mitteln der Gewalt wüten, unmenschliche Greuel verüben. Man sieht: die Moral dort, die Unmoral hier. Wir wollen das -Recht dieser un­geheuerlichen Doppellügen hier nicht untersuchen. Was sie uns sicher zeigen, ist dies: Die Waffen allein schaffen das Ungeheure nicht. Der Kriegswilke bedarf der moralischen Kraft, wenn er in der Breite und Tiefe der Völler nicht er­sterben soll. So wird die Lüge selbst zum Zeugen der Wahr­heit: ohne moralische Energie kein Sieg auch in diesem Kriege.

Mer die wahre moralische Energie! Und der Krieg ein Wettstreit um die höchste moralische Kraft! So tönende Worte, wie unsere Feinde, reden wir Deutsche nicht. Be­scheidener von jeher war unsere Art. Bescheidener Und ehrlicher. Nicht für andere kämpfen wir, und wären diese anderen auch höchste ewige Ideen. Auch die Ideen können täuschen wie Flittergold. Wir kämpfen wirklich für uns selbst, für unser Land, unsere Geschichte, unfern Staat. Ällles was als weltgeschichtliche Zukunft d-arüber hinau-s- geht, mag Europa und der Welt uns diesem Kriege er­wachsen: ursprünglich gewollt Huben wir es nicht. Und bis heute, ja bis zum Ende soll dieser einfache Wille der Selbst­behauptung unsere Herzen stählen und unsere Waffen zum Siege beflügeln. Das versteht auf deutscher Erde jedes Kind: es geht um .Haus und Herd, um Heim.Lt und Vaterland. Das kairn auch dem Weisesten Gedanke und Wille erfüllen: es geht um das Erbe deutscher Geschichte, deutscher Geistesart, und deutschen Lebens. Ohne Baugen schauen wir der Ent­scheidung entgegen, auf welcher Seite wahve moralische Energie den Sieg behaupten wird. Eck.

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Die Vermißten von Le Ouesnoy.

Wie bereits in der gestrigen Nummer des Gießen er An­zeigers berichtet wurde, hat der hiesige Bezirksausschuß für vermißte und kriegZjgefangene Deutsche nunmehr als Ant­wort uns seine telegraphischen Anfragen folgende telegra­phische Nachricht aus Kanada durch die Vermittlung der Zen­tralstelle in Frankfurt a. M. erhalten:

In Kanada sind interniert die Gefangenen von Kaiser Wilhelm Große in Nova Scvtia. Außerdem Zivil­personen, wohnhaft in Kanada, in diversen Camps. Kom­battanten der westlichen Front firtb nicht in Kanada inter­niert."

Durch dieses Telegramm ist endgültig erwiesen, daß die. vor einiger Zeit bei -einer hiesiger Familie eingetroffene, angeblich aus Ncrnaimo in Kanada stammende Postkarte, die Nachrichten von seit den Gefechten bei Le Omesnoy, Oktober/November 1914 vermißten Angehörigen hessischer Regimenter enthalten sollte, auf einen dreisten und ge­meinem: Schwindel zurüchziu führen ist, ebenso wird aufs neue bestätigt, was bereits von amtlicher englischer Seite mitgeteilt worden war, daß Kämpfer der Westfront niemals nach Kanada gebracht worden sind.

T>a die Grotzherzogliche Staatsanwaltschaft Gießen schon kurz nach dein Austauchen der Postkarte eine Untersuchung nach dem Urheber'der Mystifikation ein- geleitet hat, die auch bereits -gegen einen Angehörigen amerikanischer Staatsangehörigkeit, der in Frankfurt wohnhaft ist, schwerwiegende iBerdiachtsgrintde ergab, «steht ß.u hoffen, daß die Angelegenheit arich nach dieser Seite in e:ner gerichtlichen .Sühne bald ihren Abschluß finden wird. Jedenfalls aber :nnß schon heute wieder aufs eindringlichste davor gewarnt werden, solchen wild auf- tanchenden Nachrichter: und Gerüchten allzurasch Glauben zu schenken, bevor sie von den dazu berufemren Stellen einer genauen Prüfung unterzoigen sind.

Dieser so bedanerlnche Einzelfall sollte jeden, der in den Besitz irgend einer Nachricht über Vermißte oder Kriegs­gefangene -gekommen ist, veranlassen, sich sofort mit dem für fernen Wohnort zuständigen Bezirksausschuß für vermißte und krregsgefanigene Deutsche, der meist mit dem Roten Kreuz verbunden ist, in Verbindung zu setzen, ehe noch eine Beunruhigung der beteiligten Kreise Platz gegriffen hat.

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M Auszeichnung. Der etatsmäßige Sanitäts-Feldwebel Adolf Falken st ein von hier wurde am 4. April mit dem Eiserne n Kreuze ausgezeichnet. Leutnant Rohrer von Gießen erhielt bei den Kämpfen vor Verdun das Eiserne Kreuz 2. Klasse.

** PersonUlnachrichten der Kaiserlichen Ober- Po st direktion in Darm stadt. Verliehen wurde: Das Eiserne Kreuz zweiter Klasse dem Ober-Posbassistmtm Pe­tr y m Darmstadt und dem Postassistarten Hart köpf in Nieder- Ingelheim; die Hessische Dapferkeits medgille dezst

Postsekretär Bausch in Butzbach. Aus Anlaß des Scheidens 'aus dem Dienste: Der Rote Adlerorden vierter Klasse dem Ober- Postkassenkassier, Rechnungsrat Happel in Darmstadt, und das Preußische Allgemeine Ehrenzeichen (in Silber) dem Ober-Pvst- schaffner Friedrich Vogel in Darmstadt. Ferner: der Charakter als Rechnungsrat den: Postmeister Supp in Eberstadt (Kr. Tarm- stadt); der Charakter als Postsekretär: den Postverwaltern Diehl in Leidesheim (Rheinhessen) und Feile in Nierstein, den Ober- Postassistenten Mahr in Bensheim, Flohrin Gießen. Jo­seph in Neu-Isenburg, Lange, Höchst, Sommer und Za­chow in Darmstadt, Laubach und Langohr in Friedberg (Hessen), Beike, Konr. Diehl, Geißner und Mardner in Mainz, Friedrich Müller, Sattler uird Steffens in Offenbach (Main): der Charakter als Telegraphcnsekretär den Ober-Telegraphenassistenten Hohn in Offenbach (Main) und Spatz in Alzey; der TitelOber-Postassistent" den Poslassisten- ten Schwalm in Alsfeld (Hessen), B o l l e r in Darmstadt, B o l - pert in Gießen, Fuchs, Hofmann, Nagel und Schmandt m Main^, Nieder und Stumpf in Worms, Diehl in Erbach (Odenwald), Geist in Heppenhenn (Berg­straße); der TitelOber-Telegvaphenassistew" den Telegraphen:- assistenten Johs. Krämer in Darmstadt, Buß und Hen­ning in Mainz. Ueb-ertragen wurde: dem Ober-^stkassen- buchhalter Hol) mann aus Hamburg die Stelle eines Ober-Pvft- lassenlassiers in Darmstadt, dem Delegraphensekretär Jung aus Mainz eine Ober-Telegrapl-ensekretärstelle in Frankfurt (Main), dem Postsekretär Wilhelm Müller aus Mainz eine Postsekretär­stelle in Oberstein (Nahe) und dem Telegvaphensekretär 5kirschke eine Telegraphensekretärstelle in Mainz. Etats mäßig an- a e stellt wurde die Delegraphengehilsin Marg. D ö r s a m in Osienbach (Main). Versetzt wurden: Poswerwalter Bech- told von Waldmichelbach (Odenwald) nach Lorsch (Hessen), Ober- Postassistent Becker von Erbach (Odenwald) nach Waldmichelbach (Odenwalds unter Ernennung zum Postverwalter, die Postassisteu- len V o l z von Seligenstadt (Hessen) nach Langen lBez. Darmstadt) 'und Mohr tarn Frankfurt (Main) noch Erbach (Odenwald). An­genommen wmrrde als Postagent der Rechner der Lrrndesversiche- stung Friedrich Löbert in Fürfeld (Kr. Alzey). Freiwillig a u s g e sch re d e n ist Postagentm R o d r i a n in Fürfeld (Kr. Al­zey). In den Ruhestand treten: Ober-Postkassackassier, Rechnungsrat Happel in Darmstadt, Postsekretär Bänder in Lorsch (Hessen) ui:d Ober-Postassistcnt Klein in Bensheim.

** O b e r h e s s i s ch e r K u n st v e r e i n. Die Bilder deutsch­österreichischer Künstler und die erst seit acht Tagen ausgestellte Sammlung Bildnisstudien von Olga H a s s e l in a n n - K u r tz- Wiesbaden bleiben nur noch morgen, Sonntag, und am Montag ausgestellt. Die Arbeiteim der Wiener Künstlerin gaben in dieser Woche Anlaß zu einem regen Besuch der Anstellung und fanden allseitig anerkennende Beurteilung. Von Dienstag an bleibt die Ausstellung geschlossen. Die neue Ausstellung wird am 30. April eröffnet und bringt Sammlungen von Eduard E u c u e l - München, Oito Jung -Stuttgart und von Bildhauer Franz Scheib er.»

Müiicheii.

** Der Lahv kanalverein beabsichtigt seine diesjährige Generalversammlung in Gießen Mitte Dtai abzuhalten. Ein­ladungen hierzu mverden ergehen, sobald Zeitpunkt, Versammlungs­lokal und Tagesordnung endgiltig feststehen.

** Pvstscheckverkeh r. Im Monat März sind im Reichs- Postgebiet dem Pvstscheckversahren 2125 Teilnehmer bcigetrcterr, d. s. «gegenüber dem Monat Februar 834 mehr. Den stärksten Zu­gang 'weist das Postscheckamt :n L e: p z i g mit 504 Postscheckknnden aus. Die Zahl der Postscheckktlnden bei den neuen Postscheckänckern des Reichs-Postgebiets betrug Ende März 116 486. Tie Erkenntnis von den Vorzügen des Postscheckverkehrs bricht sich hiernach immer mehr Bahn.

** S t a d t t h e a 1 e r. Aus dem StadttheaterblLveckn wird uns mitgeteilt: Tie beiden Aufführungen des morgigen Sonntags sind zugleich die letzten vonGlücksmädel" undGatte des Fräuleins" überhaupt. Ausdrücklich sei auch darauf 'hin- gewiesen, daß für Herrn Karl Rotte ck, der inGatte des Fräu­leins" nochnials die Titelrolle spielt, dieses Auftreten zugleich den Abschied von der Bühne bedeutet. D«e vielen Freunde des beliebten Künstlers werden sicher diese Gelegenheit nicht Vorbei­gehen lassen, ihn nochmals zu begrüßen.

** Sparkassen und Kriegsanleihe Die in dem hessischen Spark-asscnverband zus-ammengeschlossenen öffent­lichen Sparkassen -des Großher^ogtnms haben zu der vierten Kriegsanleihe für eigene Rechnung und für Rechnung ihrer Einleger insgesamt 53 123 600 Mk. gezeichnet. Mit den bei frei: früheren Kriegsanleihen gezeichneten Beträgen (rund 20, 52, 57 Millionen Mk9 'ergibt sich eine G-esamtbeteikigung der hessischen öffentlichen Sparkasse:: von über 186 Millio­nen Mark, d. i. 42,1 Proz'ent des Einlagebestandes vom 1. Ja­nuar 1915. Das Ministerinm des Innen: als höchste Auffichts- behörde der Sparkassen hat dem Vorsitzenden, des Sparkassen- verbandes für diese hervorragenden Leistungen seine dankbare 'Anerkennung ausgesprochen, wie dies auch schon der Zcntralkasse der laudwirts dyx ftlichen Genossenschaften des Groß­herzogtums und dem Verband- Raiffeisenscher Genossenschaften gegenüber geschehen ist.

** Die Metaklabnahmc ist am 30. vorigen Monats geschlossen worden. Trotz der für die Säumigen, deren Geräts mit Beschlag belegt sind, angedrohten drachteile und Strafen, sind aber noch 70 dieser Posten unabgeliefert geblieben. Diese sollen aber unnachsichtlich noch herangeholt loerden. Im Ganze:: sind adgeliefert worden 834,5 Zeutn er Metell, für das der Betrag von 157 010. Mark zur Auszahlung gekommen ist oder rl-och ausgezahlt wird. Von dieser Metallmenge wurden freiwillig auf dem Mtar des Vaterlandes geopfert: 107,86 Zentner Kupfer, 121,92 Zentner Messing und 16.70 Zent­ner Reinnickel, im Ganzen 346,48 Zentner, wofür 58310.-^ Mark bezahlt worden sink). Nach der Bejchlaglmhme drwch den Oberbürgermeister wurde:: in 17 Ablieferungstagen im Ganzen rund 1750 Posten abgeliesert, welche erbrachtm: 454 Zenbier Kupfer, 26,60 Zentner Messing und 7,46 Zentner Rein­nickel, zusammen nach- Gewicht 488,06 Zentner Metall, wofür gezahlt wurden 98 700. Mark. Bei den beschlagnahm­ten Geräten, welche abgeliesert loerden mußten, war un- ' sere Bevölkerung gewitzigt geworden. Man hatte,^ um die immerhin wlilkürlichen Abzüge am Gewicht oder Preis^ für die Atzetalle zu vermeiden, von dm Kesseln und Messingaerätm usw. meistens alle eisernen Beschläge vor der Ablieferung durch geeignete Handwerker entfernen lassen, was bei der freiwilligem: Spendung wo es de:: Mliefercr:: teilweise auch wohl wmiger auf dm Erlös ankam nicht so durchgängig geschehen^ ivar. Bei der Ablieferung der beschlagnahmtm Metalle warm die Ab­lieferer also pvofitlicher, aber trotzdem freut maUcher Hausvater bei der Beschaffmrg z. B. von Ersatz-Waschkesseln noch Geld drMif- legm miissm. Das Ergebnis der Metallablieserung in unserer Stadt im Verhältnis zu seiner Einwohnerzahl ist, verglichen mit dm, Resultatm in anderen, gleichgvoßm und größerm Städten, über­aus glanzend. Würde pro Kopf der Bmölkerung^ im deutschen Reiche ikberall soviel Metall abgeliesert worden sein als ^ in un­serer Stadt was aber nicht entfernt der Fall ist, so würde dev Metallbedarf unseres Vaterlandes zur Herstellung von Munition usw. für den Kriegsbedarf -auf noch weitere 10 Kriegsjahre gedeckt sein. Dabei ist aber noch lange nicht alles Kupfer und Messingi in »unserer Stadt abgelief-ert, das durch Eism ersetzt werden könnte, wmns Nötig wäre. Das Elektrizitätswerk verfügt allein in seinen Kabelleitungen usw. für über eine Million Mark Kupfer Und welche Mmgm Kupfer und Messing steckm nicht noch in Be­leuchtungskörpern, Türdrückern, Kralmen^ usw., Metalle, die ent- G ehrlich sein würdm, wenn es die Berteidigimg des! Vaterlandes nötig machm würde.

Kreis Büdingen.

# Selters, 7. April. Die Hessische Tapferkeits^ Medaille erhielt der Pionier U l r i ch.

Kreis Lauterboch.

M. Lauterbach, 7. April. Ter Großh. Feldbereinigungs­geometer 1. Klasse Zimmer m ann von hier, seit Kriegsbeginn als Vizeseldwebel in einem Pionierregiment bei der FestunaS. besatzung Straßburg, wurde zum Leutnant der Reserve besör.