Ausgabe 
8.4.1916 Erstes Blatt
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Nr-84

Der «etzeaer 2«zei-er

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Erster Blatt

(66. Jahrgang

Samstag, 8. April (9(6

R^tattonsdruS und Verlag der Vrühl'schen Univ.Vuch und Steindruckerei N. Lange. Zchriftleitung, Seschäftsstelle und Druckerei: §chulftr.7.

VezugSvrei J: monatl. 85 Ps., viertel- fährt. Mt. 2.50: durch Abhole- u. Zweigstellen monatl. 75 Pf.: durch diePost Mk.2.30 oiertel- jährl. ausfchl. Bestellg. Zeilenpreis: lokal 15Pf., ausrv. 20 Pf. Haupt­schristleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für den politischen Teil und das Feuilleton: Aug. Goetz; für Stadt und Land, Vermischtes und Ge- richtssaal: Fr. R. Zen^; für den Anzeigenteil: H. Beck, sämtlich in Gießen.

/cw AMb.) Großes Hauptquartier, 7. April. (Amtlich.)

Westlicher Kriegsschauplatz.

Durch einen sorgfältig vorbereiteten Angriff setzten sich unsere Truppen nach hartnäckigem Kampf in den Besitz der enguscheu, jetzt von kanadischen Truppen besetzten Trichter­stellungen südlich von St. Eloi.

_ In den A r g o n n e n schlossen sich an französische Sprengungen nördlich des Four de Paris kurze Kampfe an. Der unter Einsatz eines Flammenwerfers vor- gedrnngene Feind w?:rde schnell wieder zurückgeworfen.

^ Kindliche Angriffsversuche gegen unsere

Waldstellung n o r d ö st l i ch von A v o c o u r t kamen über Ersten Ansätze oder vergebliche Teilvorstöße nicht hinaus. Auch östlich der Maas konnten die Franzosen ihre An- griffsabsichtcn gegen die fest in unserer Hand befindlichen Anlagen im Caillettc-Walde nicht durchführen. Die für den geplanten Stoß bereitgestellten Triwpen wurden von unserem Artillericfeuer wirkungsvoll gefaßt.

O e st l i ch e r K r i e g s s ch a u p l a tz.

Südlich des Narocz-Secs wurden örtliche, aber heftige russische Angriffe zum Scheitern gebracht. Die feind­liche Artillerie war beiderseits des Sees lebhaft tätig.

Balkan-Kriegsschauplatz.

Die Lage ist unverändert.

Oberste Heeresleitung.

* * *

Da bient den Kriegsschauplätzen gestern kerne schwer­wiegenden Ereigimsse zu uns gedrungen sind, vernehmen mir den Austausch der Meinungen riber fca<3, was die Welt nach >den letzter: Vorgängen bewegt, umso deutlicher. Die Hrndenbnrgseier wird von einer schönen, stillen Stimmung umschlossen. Der Kaiser hat in seinem Telegramm an den Sieger von Tannenberg keine überschwänglichen Worte ge­braucht «nd chm doch das Höchste von Anerkennung dar­geboten, das man sich denken kann. Die deutschen Fürsten, der deutsche Reichstag, deutsche Städte, Parteien und Ver­einigungen, die deutschen Namen tragen wollen, haben Hin­denbnrg aus vollem Herzen Dank dargebracht und Glück ge­wünscht. Und heute sind wir aus der Ferne die ergriffenen Zuschauer einer eigentümlichen, nicht rauschenden, sondern metallisch klingenden Feier im Hauptquartier des Feldmar­schalls selbst. Sein treuer Generalstabschef, der sonst schweig­same Ludendorff, hat vor ihm Worte ausgesprochen, die das ganze deutsche Volk Nachdenken und mitfühlcn soll. Die treuen Kämpfer draußen wissen, daß sie Geschichte machen. Sic fteuten sich über die Kundgebung des Reichskanzlers, der im Reichstage das entscheidende Wort über das Werden und Gedeihen der im Osten eroberten Länder ausgesprochen hat. Es war nichts Ruhmrediges in diesen Aeußerungen ent­halten, die unsere leitenden Offiziere im Osten angehört haben. Pflicht, Ergebung in höheres Walten, unbeug­samer Wille, Vertrauen in die eigene Kraft so klingt es uns aus dem östlichen Hauptquartier herr­lich entgegen. Und in diese Klänge mischte der große Feldherr, dem die seltene Huldigung darglebracht wurde, feine Töne einer nicht nur kraftvollen, sondern auch geist­vollen und g-anKen Persönlichkeit. Wenig Worte,' und dafür rrms-onrehr fesselnden, edlen Sinn. Wir wissen es jetzt: da dvcrußen herrschen Siegesbewußtsein, Einigkeit, Treue. Wir wollen auch unseren.Parlamenten, die im Innern die Waffen sichren sollen, etwas von dem gleichen G-eiste, dem­selben herzhaften Sinn und derselben Begeisterung für D-eutschl-crnos Größe wünschen.

Die Rede des Reichskanzlers wurde auch im Auslande eifrig besprochen. Unsere Verbündeten haben sie sämt­lich -mit herzlicher Zustimmung begrüßt. Aus den neutralen Ländern, besonders der Schweiz und Holland, werden uns ebenfalls Preff-eänßerungen vorgesetzt, die den großen Ein­druck und die Achtung widerspiegeln, mit der die deutschen Ankündigungen hingenommen worden sind. Von unseren Feinden konnte man natürlich nicht erwarten, daß sie eine einheitliche Antwort auf des Kanzlers Rede Vorbringen würden. Zorn und Haß sprechen aus den Pariser, Londoner und italienischen Blattern. Ein Einwurf wird uns dabei von vielen beinahe übereinstimmend entgegengeschlendert.- daß es den deutschen Heeren nicht gelungen sei, Verdun zu nehmen, und daß der deutsche Reichskanzler auf diesen Haupttrumpf in seiner Rede habe verzichten müssen. Man scheint sich alsso doch jschon allmählich darein zu fügen, daß Deutschland der Sieger bleiben werde, nur verlangt man von uns, daß wir 'noch schneller durch unsere Siege das Ende des Krieges herbeiführen. Von den eigenen Leistungen schweigen die Sänger der Entente. Daß sie ja auch sich die Aufgabe gestellt haben, den Feind zu zer­schmettern, daß sie besonders durch eine neue große Früh­jahrsoffensive das Rad der Weltgeschichte wieder umdrehen wollten, verbergen sie heute. Wir vermögen aus all den ver­worrenen, erbitterten, höhnenden Entgegnungen unserer Feinde nichts über ihre Absichten und ihre Einsicht in den Gang der Tatsachen herauszulesen. Mer die Rede des Reichs­kanzlers wird dafür draußen eine desto nachhaltigere stille Wirkung üben. Und was die UeberzeuguNgskraft von Worten noch nicht zu tim vermochte, müssen die deutschen Taten vollenden Mer dann wird der Reichskanzler vielleicht n o ch einmal sprechen, und wir werden dann sehen, ob die deut­schen Bedingungen noch so begrenzt bleiben können, wie sie der Kanzler am Mittwoch augedeutet hat. lieber die Zu­kunft Frankreichs, die Herr v. Bethmann Holtweg äußerst schonend angefaßt hat, wird dann vielleicht einmal ein deutlicheres- Wort gesprochen werden.

Der österreichisch-ungarische Tagesbericht.

Wien, 7.April. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: 7. April 1916.

Russischer und südöstlicher Kriegsschauplatz.

Keine besonderen Ereignisse.

Italienischer Kriegsschauplatz.

Au der st cn n d i sch e n Front unterhielt der Feind gestern nachmittag ein lebhafteres Artilleriefeuer, das gegen den Tolmciner Brückenkopf auch nachts anhielt. Der Nordteil der Stadt Görz wurde wieder aus schweren Ka­libern beschossen. Ueber Adelsberg kreuzten zwei italienische Flieger, von denen einer erfolglos Bomben abwarf.

^ Zm Tiroler Grenzgebiet kam es an mehreren Stellen zu kleineren Kämpfen. Am Nauchkofelrücken (nörd­lich des Monte Eristallo) war es einer feindlichen Abteilung in den letzten Tagen gelungen, sich auf einem Sattel fcst- zusetzen. Heute nacht säuberten unsere Truppen diesen vom Feinde, nahmen 122 Italiener, darunter zwei Offiziere, gefangen und erbeuteten zwei Maschinen­gewehre. Nördlich des Sugana-Talcs griffen stärkere italie­nische Kräfte unsere Stillungen bei St. Oswald an. Der Feind wurde zurückgefchlagen und erlitt große Verluste. Das­selbe Schicksal hatten feindliche Angriffe im Ledro-Tal-Ab- fchnitt. Nördlich des Tonale-Passes wurden einige neu an­gelegte Gräben der Italiener heute nacht durch Minen zerstört.

Der Stellvertreter des Chefs des Gencralstabs v. H ö f e r, Feldmarschalleutnant.

Der Aaiser an hindendurg.

Großes Hauptquartier, 7. April. (WTB.) Tele­gramm Seiner Majestät des Kaisers und Königs.

Generalseldmarschall von Hindenbnrg!

Dt ein lieber Feldnrarschall!

Bor dem Feinde feiern Sie heute den Tag, an dem Sie vor fünfzig Jahren ans dem Kadettenkorps dem 3. Garde-Regiment zu Fuß überwiesen wurden. Mit Befriedigung und Stolz dürfen Sie auf Ihre Dienstzeit znrückblicken. Die in der Jugend ge­sammelten Kriegserfahrungen haben Sie in langer^ treuer Friedens­arbeit zu verttefen und mit hervorstechendem Erfolge der Schulung von Führern und Truppen nutzbar zu'macken gewußt. Insbesondere erinnere Ich mich hierbei Ihrer langjährigen Tätigkeit an der Spitze des IV. Armee-Korps. Ter Geist, dessen Pflege Sie sich zur Aufgabe gesetzt hatten, hat sich im gegenwärtigen Kriege herr­lich bewährt. Ihnen selbst aber war es beschieden, den schwersten und höchsten Aufgabe n, die einein Heerführer im Felde gestellt werden können, mit beispiellosem Erfolge gerecht zu werden. Sie haben einen an Zahl weit überlegenen Feind mit wuchtigen Schlägen ans den Grenzmarken vertrieben, durch ge­schickte Operationen weiteren Einfällen vorgebeugt, in siegreichem Vordringen Ihre Stellungen weit in Feindesland vorgeschoben und gegen stärksten Ansturm gehalten. Diese Taten ge­hören der Geschichte an. Ich aber weiß mich eins mit der Armee Und dem gesamten Vaterlande, wenn ich Jhüen am heutigen Tage mit wärmsten Glückwünschen versichere, daß Dank und An­erkennung für alles, was Sie geleistet, niemals erlöschen werden. Ms äußeres Erinnerungszeichen verleihe ich Ihnen mein Bildnis in Oel, das Ihnen heute zugehen wird.

Gcz.: Wilhelm I. R.

Die Feier im Hauptquartier Oft.

Berlin, 7. April. (WTB. Nichtamtlich.) AiuZdem Haupt­quartier Ost -geht uns folgender Bericht zu: Hauptquartier Ost, den 7. April 1916. Das goldene Militärjubilänm des General­fe ldmarschalls von Hindenbürg wurde heute vom Stabe des Oberbefehlshabers mit einem schlichten Festakt gefeiert, bei welchem dem Feldmarschall von den .Herren seines engeren Stabes eine von Professor Manzel gesorntte Statuette des Gefeierten für seine Familie überreicht nnrrde. Der Chef des Stabes, General­leutnant Lndendorff, hielt dabei ettva folgende Ansprache an den Feldmarschall:

Herr Generalfeldmarschall! Im Namen der hier versammelten Herren spreche ich Euer Exzellenz die ehrerbietigsten und wärmsten Glückwünsche zu denr heutigen Jubiläumstage ans. 50 Jahre sind eine gewaltige Zeit, nicht mrr im Leben des Men schm, son­dern auch in der Geschichte der Völker. Der Llpril 1866 sah noch den Deittscken Bund als ein ohnmächtiges Staatengebilde, ein unklares Ueberbleibsel aus alter Zeit. Erst der Krieg Preußens gegen Oesterreich schaffte Klarhüt. Prens-en errang die Vor­herrschaft und der waffenfähige Norddeutsche Bund entstand. Die Welt aber fühlte sich noch nicht berühtt. Für sie war das Ganze eine innere Angelegenheit Mitteleuropas. Und der Krieg 1870 kam. Teutschand eittstand und die Welt horchte auf. Es kani die Zeit, wo den Deutschen und Deutschland der Rock zn cngq wurde, der bisher getragen war, wo alles hinausstrebte, wo unbewußt und bewußt Deutschland ein Rivale der großen Mächte wurde, die da glaubten, die Welt beherrschen zu dürfen. England erkannte dies und so entstand dieser Weltenbrand, der nur damit enden kann, daß Deutschland und Mitteleuropa die Machtstellung ellangen, die ihnen gebührt. 50 Jahre sind seit 1866 vergangen. Der Weg, den Prenßen-Tentschland zurückgelegt hat, ist ein gewaltiger Weg. Dp Ernte, die 1866 säte, ist gereift und diese gewaltige Zeit, das Werden Deutschlands, Herr General­seldmarschall, bietet den Hintergrund Ihres Lebens und Wirkens. Sie haben mitgesät und Helsen jetzt miternten. Die Kriegsjahre führten den jungen Offizier über Königgrätz nach Wien, über Gravelotte und Sedan nach Paris. Als Mcrmi haben Sie dann mittmrken können, das Schwert zu schärfen, das Deutsch­lands Kaiser und Preußens König ihrem Volke gaben, um diesen Weltkamps bestehen zu können, und nach des Lebensarbeit wurden Sie, Herr Generalseldmarschall, ans der Rübe gerufen, dieses Schwert zu führen. Der Wog von Tannenberg bis zu den Schlachten um Rarocz-See und vor Dünaburg und Jakob- ftabt machte ihren Ramien unsterblich. Er hat Sie

dem Herzen des deutschen Volkes zugeführt, daS a» Sie glaubt und auf Sie hofft. Herr General feldmarschall, wir, die wir hier versammelt sind, haben das Glück gehabt, Ihnen in dieser gewaltigen Zeit am nächsten zu stehen, viele seit dem 23. August 1914, ich selbst einige Stunden früher als die anderen. Das warme deutsche Soldateublut, das hier im Osten geflossen ist, das schmiedet den Oberbefehlshaber und seine Truppen zusamnien. Das verbindet den Stab mit seinen Herren unlöslich. Aus diesem Gefühl der Treue heraus entstand bei den Herren, die seit Jahr und Tag unter ihrem Oberbefehls­haber an seinem Tische teilgenommen haben, ber Gedanke, ihren Gefühlen auch äußeren Ausdruck zu geben. Es entstand der Wunsch, Herr Generalseldmarschall, Sie so für Ihre Familie festzichalten, wie wir Sie immer vor uns sahen und in dem Geiste der Treue) und Dankbarkeit bitten wir Sie, das von Meister Mcmzels Hand geschaffene Werk für Ihre Familie anznnehmen. Mit dieser Bitte vereinigen wir alle unsere heißesten Wünsche für Ihr Wohlergehen. Gott^schütze Sie, General feldmarschall von Hindenbnrg.- Hurra!

. Der Feldmarschall antwortete kurz, indem er betonte, daß «er zu bewegt sei, um viele Worte zu machen. Was sein Gene­ralstabschef Lndendorff und seine anderen Mitarbeiter ihm seien, müßten sie selbst tund er «am besten wissen. Das Bildnis werde seinen Erben -ein schönes Angedenken sein. Der Mar schall nahm daraus die Glückwünsche der Verwaltung, für die Graf Pork von Warten­berg sprach, sowie der übrigen Spitzen der Behörden entgegxjn. !nnd begrüßte darauf die ''Abordnungen der beiden Regimenter, die ihm besonders nahe stehen:'seine 147er und das 3. Garderegiment. Er sprach mit jedem einzelnen Soldaten und bewunderte die schönen Ehrengaben: einen Ehrensäbel von den 147cnt und den Löwen von Gravelotte vom 3. Garderegiment. Mch der Unterstab brachte dem M-arschall seine Glücknrünsche -dar, der jedem Unteroffizier und jedem Mann die Hand- schüttelte.

Ein Trinkspruch HindenburgL.

Bei dein Festfrühsttick, an dem die Herren von der mili­tärischen Landesverwaltung teilncchimen, brachte der Feld­marschall folgenden T r i n k s p r u ch aus den Mer-, höchsten Kriegsherrn aus:

Meine Herren! Ich form Ihnen in dieser Stunde tote wiederholen, was ich Ihnen heute morgen gesagt fya&e: Nehmen Sie meinen herzlichen Dank für die treue Hilfe, die jeder einzelne van Ihnen an seiner Stelle mir unÄ damit der großen Sache in dieser ernsten Zeit geleistet hat, meinen Dank aber auch dafür, daß Sie mir mciuera heutigen Ehrentag so fesllich gestaltet haben. Ich kann jedem einzelnen von Ihnen nur wünschen, daß er, Wenn er in das Mer tritt, das zu erleben mir vergönnt ist, ebenso dankbar, glücklich und zufrieden aus die Vergangen-, heit zurückblickt wie ich.

Wenn ich das tun kann, so danke ich das der Gnade meines allerhöchsten Kriegsherrn, der es mir ernröglicht hat, noch in vorgeschrittenen Jahren mitzuwirken für des Vaterlandes Herrlichkeit, noch einmal in alten

TagendasSchwertzuziehenunddenFeind,

so Gott will, n ied e rznschl a gen. Wir alle dienen diesem hohen Herrn, und ich weiß, es tut es ein jeder mit Begeisterung, bereit, Blut und Leben einzusetzen, wenn es nötig ist. Und nun bitte ich Sie, meine Herren, an diesem Tage das erste Glas mit mir zn weiheri unseres Preußens königs Majestät Kaiser und König Wilhelm II. Hurra!

Darauf ergriff der Chef des Stabes, Generalleutnant! tt.on Lndendorff, das Wort. Er wies daraus hin, daß nelien dem militärischen Stabe heute viele Offiziere an­wesend seien, die im Dienste der militärischen LandesDerwüt- tung stehen, Männer, die fast alle früher in der Front ge- sbanden hätten und nun als nicht mehr seldverwendnngs- fähig dem Vaterlande ihre Dienste zur Verfiigirng gestellt hatten, von dem Wunsche beseelt, in dieser Zeit tu FeindeS- l-and zu wirken. Dieser Drang sei' der Ausdruck jenes von unseren Feinden mit solchem Haß verfolgten Militarismus, der in Wahrheit nichts anderes sei als der Ausdruck glühen­der Lieb-e zum Vaterlande und der klaren Erkenntnis, daß sich jeder unter Zurückstellung seiner Person selbstlos in den Dienst des Vaterlandes zn stellen habe. Solcher Geist der Hingebung bürge dafür, daß jeder zur Verwaltunq des Landes sein Bestes hergebe.

Schon vor hundert Jahren hätten große Teile des Lan­des unter preußisch-deutscher Verwaltung gestanden, und wie kurz auch diese Zeit gewesen sei, so hätte sie genügt, dem Lande Legen zu bringen. Dieser Segen solle denl eroberten Lande von neuem zuteil werden. Freudigen Herzens habe man dies aus des Reichskanzlers Rede vom 5. April ver­nommen, die so lebhaften Anklang im Stabe des Oberb'-fehls- habers Ost gefunden habe. Dann gedachte (Generalleutnant Lndendorff der Laufbahn des Feldmar)challs. Als junger Offizier aus den Schlachtfeldern Böhmens habe er wohl von tteldherrngröße, aber kaum davon geträumt, daß er einst der erste Verwalter des Kaisers auf diesem eroberten Boden sein werde. Diese Aufgabe sei eine gewaltiae. Es gelte, dem Lande neues Lebeu -einzuflößen, die Richtlinien sestzulegen, nach denen der Deutsche in diesen! Laude wirken müsse zn Nutz und frommen des deutschen Vaterlandes und des Landes lelber. Dazu müsse der Geist der Selbstzucht und der Pflicht- treue, der Geist der Königs- und Gottestreue, den der Feld­marschall 50 Jahre gehegt habe, auch-in dem neuen Lande Einzug halten. Das walte Gott.

Mit dem Gelöbiffs, daß alle Angehörigen der Verwal­tung ihr Bestes zur Erfüllung dieser dlufgabe iun werden, klang die Rede in ein Hoch auf den Feldinarschall aus.

Hannover, 7. Apttl. Aus Anlaß des 50jähttgen Militär- inbiläums des Genernlseldmarsckalls von Hindenbnrg, des Ehrenbürgers unserer Stadt, lvurben heute in den Schulen« der Stadt Festakte veranstaltet, bei denen besonders aus die Bedeutung Hindenbnrgs als Befreier Ostpreußens hingewiesen >isf L?»; die Soldaten der hiesigen Garnison,