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1.4.1916 Erstes Blatt
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Nr. Z8

Der «fetzener Anzeiger

erscheint täglich, nutzer Sonntags. Beilagen: viermal wöchentlich GiehenerKanrilienblätter; -melmalwochenkl.Nreir- blattfnrdenUreisHietzcn (Dienstag und Freitag); zweimal mouatl. Land» wirtschaftliche öeitsragen Fernsprech - Anjchli'lfse: lür die Schrick! eitung 112 Verlag,DeschÄtsstetteLI Adresse ckir Dralitnach- richtem Anzeiger Liehe«. Annahme von Anzeigen Mr dte Tagesnummer bis zum Abend vorher. . fa «

Erster Blatt »66. Jahrgang

GiehenerAnzei

Seneral-Anzeißer Kr Oberheffm

Samstag. April X9X6

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Mülanesuri gestürmt. Luftangriff auf Salontlf.

Gerüchte über Holland.

(WTD.) Trotzes Hauptquartier, 81. März. IKräfte sich enthüllen mögen, (Amtlich.) > abgewartet werden. Dessen

Westlicher Kriegsschauplatz.

In vielen Abschnitten der Front lebte die beiderseitige Artillerietätigkcit während des klaren Tages merklich auf.

Westlich der Maas wurde das Dorf M a l a n -

court und die beiderseits an sch lies; enden fran­zösischen Verteidigungsanlagen im Sturm ge­nommen; sechs Offiziere und dreihundertzwciundzwanzig Mann sind nnvcrwnndct in unsere Hand gefallen. Auf dem Ostllfer ist die Lage unverändert; bei den französischen Gräben südlich der Feste Douanmont entspannen sich kurze Nahkämpfe.

Die E n g l ä n d e r büßten im LuflkamM in der Gegend von Arras und Bapaume drei Doppeldecker ein. Zwei von ihren Insassen sind tot. Leutnant I m m e l m a n n hat dabei sein 13. feindliches Flugzeug abgeschossen.

O e st l i ch e r Kriegsschauplatz.

Die Russen beschränkten sich auch gestern auf starke Be­schießung unserer Stellungen an den bisher angegriffenen Fronten.

Balkan-Kriegsschauplatz.

das muß vorläufig noch ruhig glauben wir aber doch sicher gehen zu können, das; eine neu anftanchende Kriegsdro­hung Diesmal ausnahmsweise nicht gegen uns gerichtet cheint.

* 9 *

Der österreichisch-ungarische Tagesbericht.

Wien, 31.März. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart; 31. März 1916.

Russischer und südöstlicher Kriegsschauplatz. Nichts Neues.

Italienischer Kriegsschauplatz.

Infolge der ungünstigen Witterung ist eine Kampf­pause eingetreten.

Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs v. H ö f e r. Feldmarschalleittnant

Die Lage ist unverändert.

Oberste Heeresleitung.

* * *

Die weise Taktik der deutschen Heenessei tu ng, mit einen! möglichst geringen Einsatz von Menschenleben taktisch und strategisch auswertbare Erfolge zu erzielen, hat uns wie­derum einen Teilerfolg eingetragen, der uns dem großen Ziele um ein gutes Stück näher bringt. Das Dorf Malan- c ou r t und die beiderseits anschließenden französischen Ver teidigungsanlagen sind im Sturme von den Unfern ge nommen worden. Wie die.Köln. Ztg." bemerkt, war das Dorf Malanconrt die größte unter allen zum Verteidignngs bereich von Verdun gehörenden Ortschaften westlich der Maas. Nachdem mit der Eroberung von Malanconrt auch die beiderseits sich anschließenden französischen. Verteidigungs­linien gefallen sind, bildet jetzt die Stellung der Frau zosen in und Um Bethincourt mehr als bisher einen land- znngenartigen Vorsprung mit der Front nach Norden. Seine einzige gute Verbindung mit den anderen Teilen der fran­zösischen Front ist jetzt die Landstraße, die zwischen den befestigten Franzosenstell-nngen ans der Höhe 304 und an ; den Westhängen des Toten Mannes südwärts nach Esnes führt. Damit ist der halbkreisförmige Sack, der am 20. März durch die Eroberung des Mglancourtwaldes entstanden wor­um ein wesentliches verengert worden. Damit wird das Dorf Bethincorrrt und der den Franzosen südwestlich davon verbleibende Raum noch straffer umklammert. Die Stellung seiner Verteidiger wird in kurzem unhaltbar werden. Daß die taktische Ausnützung der französischen Sackstellnng nicht an der schmälsten Stelle, sondern am innersten Boden der Ausbuchtung begann, war wieder ein UeberraschunH moment der deutschen Heeresverwaltung, das gleichzeitig die französischen Anstürme gegen den Wald von Avocourt kreuzte. Der rühmliche Konkurrenzkampf der beiden Flieger­leutnants Jmmelmann und Boelke nimmt seinen erfreu lichen Fortgang. War Boelke am 20. März um ein Flug­zeug in Vorsprung gekomnien, so hat Jmmelmann sich jetzt ihm wieder gleichgestellt. Einen weiteren Erfolg unserer Luft­flotte bildet der gut gelungene Angriff auf Saloniki.

Wilde Gerüchte werden über Holland in Umlauf gesetzt. Eine Meldung desVerl. Taqebl." aus den: Haag besagt:

Die Ententemächte haben an die holländische Regierung die Aufforderung gerichtet, die Grenzen gegen Deutsch­land für jeden Warenverkehr zu sperren. Diese Aufforderung habe angeblich den Charakter eines Ultimatums. Es ist an­zunehmen, daß dieser Schritt der Errtente in Paris in der ge­meinsamen Konferenz beschlossen wurde. Die holländische Ne­gierung traf Maßnahmen, da England den Durchmarsch durch Holland verlangte.

Die Berliner Blätter versagen es sich, sich schon jetzt über die aus Holland gemeldeten Vorgänge ein Urteil zu bilden.Nieuws van den Dag" schreibt:Wir tasten selbst noch im Dunkeln." Mit derT u b a n t i a"-Angelcgenheit scheint die entstandene Unruhe nichts zu tun zu haben. Der Nieuwe Courant" spricht die Vermutung ans, daß die Ver­änderung in der Lage eine Folge der Pariser Kon­ferenz darstellt.

Wie weit all diese Gerüchte ans bloßen Vermutungen I beruhen und welche, einstweilen noch iin Dunkeln wirkende

Sofia teilt mit;

Luftangriff auf Saloniki.

31. März. (WTB. Nichtamtlich.) Der General- Am 27. März bombardierte ein Geschwader

tab .. ,

von 15deutschen Flug zeugen den Hasen von S a l o - niki und das englisch-französische Lager in der Nähe der Stadt. Es wurden 80 Bomben abgeworfen, die großen Schaden anrichteten. Die Flieger beobachteten eine Explosion in dem unmittelbar bei!n Bahnhof gelegenen Depot, sowie eine zweite aus einem feindlichen Schisi. Feind­liche Flugzeuge versuchten einen Angriff gegen die deutschen Flugzeuge: ihr Versuch blieb jedoch ergebnislos. Vier von den'englisch-französischen Flugzeugen wurden zur Lan­dung gezwungen: die übrigen mußten den Rückzug antreten.

Die Orieutarmce.

P a r i s , 31. März. .(WTB.) Monatsbericht der Orientarmee.

Französische Streitkrästc rücken infolgedessen gegen die Grenze südlich von Gewgheli vor. Am 16. März nistet sich eine feind­liche Abteilung in 4>em griechischen Torfe Makukow ein, wird aber am folgenden Tage von unseren Vortrnppen daraus ver-, trieben. Am 19. März wirst ein Zeppelin einige Bomben au, die Reede von Karaburnn ab, wo zahlreiche Schiffe ankern, ohne Schaden anznrichten. 'Am 20. März beschießt unsere Artillerie das seindlicl-e Lager an der Grenze, am 24. die Bahn­höfe von M r z e n t i (?) nnd G e w g h e l i. An demselben Tage wirst eine Abteilung unserer Flugzeuge, bestehend aus 23 Apparaten, zahlreich' Geschosse ans die feindlichen Lagercinvich tungen in B o l o v c c, westlich des Doiran-Sees. Während dieser Operationen wurde einer unserer Piloten von einen: Geschoß getroffen und fiel in de:: See, ein anderer nrußte landen, tonn aber, nachdem er sein Flugzeug in Brand gesteckt hatte, in unsere Linien zurückkehren. Am 25. März findet ein Kampf zwischen einen: Folkerslngzeug und einem unserer Flugzeuge patt, das ebenso endet. Der Franzose muß landen nick» steckt sein Flugzeug in Brand. Aber auch ein feindliches Albatrosflugzeug wird von einem unserer Flieger abgeschossen. An denselben Tage wirst ein Geschwader von uns Geschosse ans die feindlichen Lager bc: Pod- goripa. Am 27. März beziehen beträchtliche englische Kavallerie­abteilungen in der Nähe unserer vorgeschobenen Mteilungen Quar­tier. An: 28. März wird Saloniki von einem Luftge­schwader bombardiert: 23 griechische Bürger werden getötet, 25 verwundet. Unsere zur Verfolgung des Feindes ausgestiegerien Flugzeuge schießen drei Flugzeuge ab. Am 29. März kommt eine englische Kavallerieabteilung mit einer scindliü-en Truppenabt eilung bei K e n d c l i ans griechischem OKbiet, zwischen Gewgheli und Toiran in Berührung. Die Deutschen locrden in die Flucht ge­schlagen. Längs der Grenze entwickelt die deutsche Artillerie eine zienckich lebhafte Tätigkeit.

Ter türkische Bericht.

Konst an tinopel, 30. März. (WTB.) Das Haupt- quarticr teilt mit; HH

Einige feindliche Torpedobootszerstör e r, welche außerhalb der Meerengen benrcrkt wurden, wurden von un­seren Küstenbatterien vertrieben

An der Irak- und K a n k a s u s s r o n t nichts Neues.

K o n st a n ti n o pel, 31. März. (WTB. Nichtamtlich.) Wie die Agentur Milli meldet, behaupten die russischen amt lichen Berichte vom 13. März, die Russen hätten in Per s i e n.acht türkische Kanonen erbeutet. Diese russische Behaup­tung ist falsch. Die erbeuteten Kanonen sind bloß sehr alte den Persern gehörige Kanonen. Während der Operationen in Persien verloren wir keine einzige Kanone, nahmen aber den Russen mehrere Geschütze ab.

Konstantinopel, 31. März. (WTB.) Das Haichtquar tier teilt mit:

An der Irak-Front keine Veränderung in der Gegend des Tigris. In der Gegend des Euphrat griff eine unserer Abteilungei: östlich von Naßrie eine feindliche Abteilung an und jagte sie nach Süden, ivvbei sie dein Feüwe Verluste zu- fügtc. Gleichzeitig überraschten unsere Freiwilligen das Lager dieser Abteilung und sührten Beute mit sich fort.

An der K a u k a s u s - F r o u t rückten rmsere Truppen all mäblich in: Tale di-s Tscboruk vor und schlugen dabei die An­griffe feindlicher Erkundungsabteilimgen ab. An den übrige:: Abschnitten dieser Front keine nichtige Nnternehmimg.

Ein seiMicher Kreuzer unterhielt ans der Höhe d er D ar- d a n e l l e n einen Augenblick ein wirkungsloses Feuer, woraus er sich zurückzog. 'Drei ans der Richtung von Jmbrvs kommende feindliche Flieger kehrten infolge des wirksamen Feuers unserer Batterien von Michehir nach dieser Insel zurück.

*

Kon st an tinopel, 31. März. (WTB. Nichtamtlich.) Dasvrr-i-Eskiar" veröffentlicht Erklärungen von jüngst v-on der Irak-Front zurückgekebrtcn Persönlichkeiten, die sich über Kut-el-Amara solgendermaßen geäußert haben; Die beiden Versuche des Generals Aylmer, Kut-el-Amara zu entsetzen, kosteten den Engländern 5000 bezw. 2000 Tote, während die Gesamtverluste der Türken 350 Mann nicht überschritten haben. Ein gefangen genommener Maior der englischen Artillerie sprach seine Bewunderung über die Genauigkeit des türkischen Artillcriefencrs ans. Daß die Be^ lagerung voit Küt-el-Amara sich in die Länge zieht, ist de: Beschaffenheit des Geländes zuzttschrciben, das vollkommen slach ist.

* * *

Vertrauliche Ausführunge«; zur Kriegslage.

(WTB. Nichtamtlich.) Iin Hauptausschuß des Reichstages machte der Stellvertretende Kriegsminister v. Wandel unter an­deren: eure Reil' vertraulicher Ausführungen über unsere Ver­luste, Ersatzverhältnissc und Munitionsversorgung, die bewies«:/ daß nur mit vollem Vertrauen der weiteren Entwicklung des Krieges entgegen selben können.

Wilde Gerüchte aus Holland.

A m st e r d a m, 31. März. (WTB. Nichtamtlich.) Heute wurden telegraphisch alle Urlaube der Offiziere :md Mannschaften von Land- und Seemacht, außer denen, welche vom Kriegs- und Marineminister erteilt wor­den sind, zurückgezogen. . , _

Aus dem Haag wird hierzu gemeldet: Wie das Korre­spondenz-Bureau erfährt, werden vorläufig bei der Land- ünd Seemacht keine Urlaube mehr erteilt werden. Die höch- ten Stellen der Land- und Seemacht hielten heute früh eine wichtige Konferenz ab. Der M i n i st e r d e s I n - nein hatte heute früh eine Unterredung mit dem Direk­tor d e s Kabinetts der Königin und mit dem Mi- n ist er des Acußern. Wie verlautet, soll eine geheime itzung der Zweiten Kammer unmittelbar bevorstehen. Amsterdam, 31.März. isWTB. Nichtamtlich.) Das Handelsblad" meldet: Tie Güterwagen, die seit 1. August 1914 zur Verfüguitg der Militärbehörden gestellt werden mußten, aber seither vorübergehend sreigegeben waren, wurden heute von den Behörden requiriert. Wagen, die heute um 6 Uhr abends zur Abreise fertig waren, durften noch befördert werden: die anderen wurden wieder aus- geladen. - s ^

Amsterdam, 31. Marz. (WTB. Nichtamtlich.)Tele- graas" meldet aus dem Haag, daß die Regierung allo Güterwagen zum Formieren von Vlilitnrzügen r e q u i- ert habe. Dem .Haage-r Korrespondenz-Bureau wird von maßgebender Seite mitgeteilt, daß die Berichte, wonach alle erteilten Urlaube zurückgezogen und alle Güterzüge requi­riert wordett. seien, vollkommen unrichtig sind. Es wird hin- ugefügt, daß es nicht möglich ist, alle phantastischen Gerüchte ähnlicher Art zu dementieren.

Arbeiternnruhen in England.

London, 31. März. (WTB. Nichtamtlich.) DerDaily Tetegr'aph" meldet ans Glasgow vom 29. März: Tie Arbeiter- unrichen in den staatlich kontrollierten Bezirke:: haben ein kritt- sches Stadium erreicht. Tie Beamten der Gewerkschaft, der d:e Ausständigen angehöre::, haben olles versucht, sie zur Rückkehr zu der Arbeit zi: veranlassm. Aber ihre Leitm:g w:rd nicht mehr an-

er Pool, 31. März. (WTB. Nichtamtlich.) 10000 Ha­fenarbeiter lveigerten sich, an die Arbeit zu geben. Tie Ursache des Streik^ ist, daß eine Entsckieidung über die Lohnsorderungen für die Ueberstimden imnrer noch nickü gefällt ist. Aull: ans den Werften der Wlstte Star-, Allnn-, Leyland- nnd anderen Linien ist die Ar­beit eingestellt. ^ _ .

London, 31. März. (WTB. Nichtamtlich.) Ein Teck der Moaschinenbauer der Werft Horland & Wolfs in Belfast ist in den Ansstand getreten als Protest dagegen, daß ein großer Teil von ungelernten und l>albgelernten Arbeitern übernonnnen wurde.

London, 31. März. (WTB. Nichtamtlich.) In der Ver­handlung vor dem M u r: i t i o n s g e r i ch t, das, wie gemeldet/ 22 der Streikenden zu Geldbuße:: verurteilt hot, erklärte der Ver­teidiger der Arbeiter, Mitchell, es sei wenig Aussicht auf eine Beendigung des Ausstandes vorhanden, solange nicht die sechs verhaftete:: Führer frei gelassen wären. M-itchell er­klärte: Gestern repräsentierte:: diese Führer 3000 Arbeiter, mor­gen konire:: es 30000 sein. Er erklärte ferner, die Angaben,, die der Vertreter der Regierung im Unterhause gemackft l>abe, seien unrichtig. ^ . .

Das Streikkomitee ver offen tl:ch eine Erklärung, m dev es heißt, daß die gemeldeten Streiks spontanen Ursprungs waren. Es sei nie die AushebuM bestehender Gesetze verlangt worden.

Der japanische KriegSminifter zurückgetreteu.

Tokio, 31. März. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung der Agence Havas. Kriegsministet General Oka ist zuriickgetre- te'n. Das 2lmt sii-hrt' sein Stellvertreter OKneral O s h i m (u Nach brieflichen Berichten aus Peking und Schanghai soll der Rücktritt d) n a n s ch i k a i s bevorstchen. Sein Nachsolger wird uxrhrscheinlich der jetzige Vizepräsident Lichlanghirng werden.