Ausgabe 
18.3.1916 Viertes Blatt
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®*to***< «qvch mft Ausnahme des Sonntags.

Die ^ktznttr.saniiltendlitter" werden dem .Anzeiger' viermal wöchentlich beigelegt, das ..«reliblatt str »en Kreis Sietzen" zweimal wöchentlich. Di-kandwirtschaftlichen Seit­fragen" erscheinen monatlich zweimal.

Blatt $6. Jahrgang

Giehener Anzeiger

General-Anzeiger für Gberhesfen

Samstag. t8. März l9lb

Rotationsdruck und Verlag der Br5Hachen Unrversitäts - Blich- und Steindruckerei.

R. Lange, Gießen.

Schriftleitung,Geschäftsstelle u.Druckerei: Schul­straße?. Geschäftsstelle u.Berlag:^^51,Schrist- leitung: ^^112. Adresse sür Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen.

Ein beachtenswertes Ergebnis unserer Vrotgetreideorganisation im Kriege.

Zu den mannigfachen neuen Problemen, vor welche uns unsere Brotgetreidtwersorgung int Kriege gestellt hat, gehört die Frage der Trocknung des feuchten Getreides. Es handelt sich hier um eine wichtige Voraussetzung einer für den Krieg notwendig gewordenen Vorratswirtschaft und z-w-ar um ein Konservierungsproblem. Das in Deutschland geerntete Ge­treide ist im allgemeinen nämlich feuchter als die nach Dentschlarrd in Friedenszeiten importierte ausländische Ware. So kommt es, daß ein beträchtlicher Teil des feuchten deutschen Roggens in der friedlichen Wirtschaft gar nicht der menschlichen Ernährung zngeführt wird, sondern in die Frrttertroge wandert. Jetzt, im Kriege, wo es zn einer unbe­dingten Notwendigkeit geworden ist, jedes Brotgetreidekorn, wenn irgend nrögUch, dem menschlichen Konsum zuzuführen, war jedoch die Frage, ob und unter welck)en Voraussetzungen man das überfeuchte Getreide zu einer lagerfesten Ware um- igestalten, dementsprechend aufspeichern und seinen Konsum über das ganze Erntejahr verteilen könne, zu einer Lebens­frage unserer ganzen kriegsmäßigen Brotgetreideversorgung ,geworden.

Schon in den ersten Monaten unserer Kriegsgetreide- vrganisation hat man sich in den maßgebenden Kreisen ein­gehend mit der Losung dieser Frage beschäftigt. Die Reich-s- getreideftelle hat denn mich alle Schritte getan, Um für die von ihr bewirtschafteten Brotgetreide-Vorräte die Trocknung des überseuchten Getreides zu gewährleisten, und sie hat gleichzeitig entsprechend dem § 29 c der Bnndesratsverord- rrung vom 28. Juni 1915 alle Vorkehrungen getroffen, um den selbstwirtschaftenden Kommunalverbünden, wenn sie nickt die erforderlicher: Trockenanlagen in ihrem Bezirke H-aven, die Trocknung zu ermöglichen. Im Verfolg dieser Bestrebungen hat die Reichsgetreidestelle es sich angelegen sein taffen, die verfügbaren Trocknung sgelegenheiten fest- Kustellen. Es ergibt sich hieraus das folgende Bild:

Am 30. November 1915 waren in den deutschen Bundes­staaten (ohne Bachern) in Mühlenbetrieben, Brauereien und Mälzereien und anderen Betrieben Trocknungsanlagen sür jGetreide mit der folgenden Leistungsfähigkeit pro Tonne jund Tag vorhanden:

Brauereien Andere

Mühten und Mälzereien Betriebe Insgesamt Anzahl Leistung At^cchl Leistung Anz. Leistg. Anz. Leistg.

236 8889,5 756 10 757 505 22263 1487 41909,5

Daß wir in der Lage firtb, über 40000 Tonnen Brot­getreide am Tage zu trocknen, ist gewiß eine respektable -Leistung. In Friedenszeiten war die Trocknung des über­feuchten Getreides häufig als ein wichtiges, aber anscheinend schwer Lu ^rMleirdes Postulat hingestellt worden.In durch­schnittlich nassen Erntejahrew', so schrieb Professor Dr. Hoff­man« vom Institut für GärungSgewerbe in Berlin in seinem BuchDas (Stetretbeferrw",vervielfältigen sich die

Schädigungen des Nationalvermögens, welche in die Hun­derte von Millionen Mark gehen'. Die verdorbenen Getreidemengen können so bedeutend sein, daß die Erhaltung derselben in manchen Jahren jegliche Einfuhr überflüssig m a ch e n würde/' Der Krieg hat der in diesen.Worten ausgesproche­nen Mahnung stärkere Geltung verschafft, als mau in Frie­denszeiten gedacht hätte. Neue Verfahren und Methoden der Trocknung sind zur Anwendung gekommen und werden, wie von sachverständiger Seite versichert wird, noch weitere erfreulichere Ueberraschungen in dieser Richtung bringen. Ganz besonders begrüßenswert muß die Aussicht erscheinen, daß Trocknungsapparate geschaffen werden, welche es auch den kleinen Mühlenbetrieben ermöglichen, feuchtes Brot­getreide unter relativ geringen Kosten zn trocknen und da­durch zn konservieren. Dies würde natürlich die Möglichkeit einer gleichmäßigen Verteilung der Trocknungsanlagen ans das Deutsche Reich wesentlich steigern, obschon auch jetzt das Vorhandensein von Trocknungsanlagen sich ziemlich gleich­mäßig ans alle Gebiete des Deutschen Reichs erstreckt.

Für unsere Vorratswirtschaft nach dem Kriege bilden natürlich die in dieser Frage gemachten Erfahrungen eine sehr wesentliche Bereicherung. Werden doch diese Erfahrun­gen auch im Frieden die Möglichkeit geben, die Trocknung des feuchten Getreides, für wäche landwirtschaftliche Kreise schon von jeher einaetreten sind, als eine dauernde Ein­richtung festzuhalten. Damit wird der volkswirtschaft­liche Wert unserer Brotgetreide-Ern Le n auch im Frieden eine beachtenswerte Steigerung erfahren; denn es wird ja durch die Ausbreitung der künstlichen Trocknung, ganz besonders in feuchten Ernte­jahren, die Nutzbarmachung unserer Getreide-Ernten ver­bessert und damit deren Wert für die Volkswirtschaft erhöht. Auch hier ist der Krieg ein Lehrmeister gewesen.

Nirchiiche Nachrichten.

Evangelijche Gemeindr.

Sonntag, den 19. Ai ä r z, R e miniscer e.

Kollekte sür den Piarrbausban 51t Bretzenheim. Gottesdienst.

3« der Stadttirche.

Vormittags 9'/.. Uhr: Pfarrer Ai a b r.

Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche sür die Matthäusgemeinde.

Pfarrer Mahr.

Abends 6 Uhr: Plärrer Schwabe.

Abends 8 Uhr: Vereinigung der konfirmierten männlichen Jugend der Markusgemeinüe.

Montag, den 20. März, abends 8 Uhr: Vereinigung der kon­firmierten weiblichen Jugend der Matthäusgemeinde.

Dienstag, den 21. März, abends 8 Uhr: Vereinigung der konfirmierten weiblichen Jugend der Marknsgemeinde.

Mittwoch, den 22. März, abends 8 Uhr: Knegsbetstunde.

Pfarrer Mahr.

3n der Iohanneskirche.

Vormittags 9*/, Uhr: Pfarrer Bechtolsheim e r. Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche sür die Lukasgemeinde.

Pfarrer B e ch t 0 t s h e i m e r. Abends 6 Uhr: Pftrrrassistent Hofsmann.

Abends 7,8 Uhr: Vereinigung »der konfirmierten weiblichen

Jugend der Lukasgemeinde,

Abends 8 Uhr: Versammlung und Bibelbesprechung im Johcmnessaal.

Wartburg, evangel. Jünglings- und MSnner-verein.

(Dlezstraße 15.)

Sonntag, den 19. März, abends 8 Uhr: Vortrag. - Diens­tag. den 21. März, abends 8'/, Uhr: Bibelstunde. Donnerstag, den 23. März, abends 87, Uhr: Lefeabend. - Samstag, den

25. März. abends 87, Uhr: Aeltere Abteilung. Gäste stets willkommen.

vibelkränzchen sür Schüler höherer Lehranstalten.

Für die jüngere Abteilung jeden Mittwoch von 6 bis 7 Uhr, für die ältere Äbteilung jeden Samstag von 6 bis 7 Uhr im Johannessaal.

vibelkränzchen für Mädchen aus der Iohannergemeivde.

Jeden Dienstag von 67 Uhr in: Johannessaal.

Sonntags-Verein für Mädchen. (Diezstraße 15 p.)

Jeden Sonntag nachmittag Zusammenkunft.

Evangelischer Gottesdienst.

Kirchberg: Sonntag, den 19. März, vormittags 10 Uhr.

Mainzlar : Sonntag, den 19. März, nachmittags 17. Uhr. Daubringen : Mittwoch, den 22. März, abends 8 Uhr: Kriegs­betslunde. Dekan G u ß m a n n.

katholische Gemeinde.

Gottesdienst.

Samstag, den 18. März:

Nachmittags 5 Uhr und abends 8 Uhr: Gelegenheit zur heiligen Beichte.

Sonntag, den 19. März, 2. Fasten-Sonntag:

Beginn der österlichen Zeit.

Vormittags 67, Uhr: Gelegenheit zur heiligen Beichte.

7 Hl. Messe.

8 Austeilung der hl. Kommunion.

9 ,. Hochamt mit Predigt.

1 l Hl. Messe mit Predigt.

Nachmittags 6 Uhr: Christenlehre; daraus sakramentalifche Bruderschafts-Andacht.

Dienstag und Freitag, abends 8 Uhr, ist Fastenandacht.

Diaspora-Gottesdienst.

Sonntag, den 19. März:

In Lich 97, Uhr. _

Für Rheumatiker und Neuralgieleideude.

Jahrelange Schmerzen waren in 3Tagen verschwunden.

Herr E. Kelch. Hagen, schreibt:Ich leide schon seit Jahren an Rheumatismus und Blasenleiden und konnte vor lauter Schmerzen kaum noch auftrewn. Da ich mir schon öfter alle möglichen Mittel hatte kommen lassen, welche oft sehr teuer waren und rein gar nichts geholfen hatten, kaufte ich mir eine Packung Togal, denn ich sagte mir:wenn es nicht hilft, dann ist nicht viel verloren. Das Resultat war so überraschend, daß ich es selbst kaum glauben konnte^. Schon nach dem Gebrauch von 2 Tabletten konnte ich gehen und am nächsten Morgen konnte ich wie seit langen Jahren frei und unbehindert auftreten. Heute, am dritten Tage, fühle ich mich am ganzen Körper trotz des miserablen Wetters so wohl, daß es eine Freude ist. Ich kann daher Togal allen Leidensge­fährten sehr lvarm empfehlen." Aehnliche Erfahrungen und noch überraschendere Erfolge erzielten viele andere, welche Togal nicht nur bei Rheumatismus, sondern auch bei Kopfschmerzen, Hexen­schuß, Ischias, Schmerzen in den Gelenken, sowie bei Influenza gebrauchten. Alle Apotheken führen Togal-Tabletten.

Best.: A id. acet. salic. Chinin. Mg. LI. [tffifas